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65.

Sreitog, k» 18. Milz 1»>«.

37. Jahrgang.

" fuldaer W Zeitung

2. Blatt.

Drxd und vertag der Zuldaer AettendruAer«? hi Znlda.

Kleines Feuilleton

! eine Gabe — eine Gabe! Sie stammte — Don dem Präsidenten der französischen Republik und belief sich

• Corbach, 17. März 1910. Der älteste V ete- ran des fürstlich waldeckischen Bataillons, der Guts­besitzer und Landwirt Karl Emde in dem benachbar­ten Berndorf, ist im Alter von 83 Jahren gestorben

* Marburg, 15. März 1910. Wenn auch das Wintersemester an der hiesigen Universität erst heute offiziell zu Ende ging, so fanden doch bereits seit Anfang voriger Woche keine Vorlesungen mehr statt Das Sommcrsemester beginnt am 15 April. — Aus Breslau wird gemeldet: Professor Eduard Müller, Direktor der medizinischen Poli-! klinik in Marburg, wurde von der Wärterin einer hie­sigen Klinik durch RevolverschMe verletzt Die Wärterin nahm darauf Gift und starb-

* Bad Nauheim, 17. März 1910. Ein ameri-

geschossen. »Der Tod trat sofort ein. Der Grund zum Selbstmord soll Arbeitslosigkeit sein.

* Frankfurt, 17. März 1910. Der Kellner Arthur Spanier hatte im Oktober bei einem Einbruch Wert­papiere im Betrag von 40000 Mark g estohlen Der Kellner Emil Schneider war der Hehler; er hat für 6M Mark Kupons in Wiesbaden und Mainz ein­gelöst. Spanier, der noch an zwei weiteren Einbrü­chen beteiligt ist, wurde von der Strafkammer zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, während sein ebenfalls an zwei weiteren Einbrüchen beteiliqter Genosse drei Jahre Gefängnis erhielt.

* Warburg, 15. März 1910 Im Eisenbahnzuge starb plötzlich der Telegraphenleitungs-Ausseher Kopel von hier.

— Das Liebes-Maß. Einen seltsamen Apparat, der dcuu dienen soll, den Grad der Liebe und Freund-

** Sei« ganzes Vermögen verspielt hat der Oris- I Vorsteher Rulkowski in Biels chowitz, Schlesien, I wie bei einer Verhandlung gegen ihn wegen Konkurs- I vergehens festgestellt wurde. Dabei wurde eine ganze I Spielergesellschaft in dem Orte namhaft gemacht, in I deren Runde Rutkowski eines Abends allein 8500 I Mark verlor.

I ** Die ehemalige Miß Gould, geschiedene Mar- I puise Eastellane, jetzige Herzogin von Tallehrand- I Sagan, ist durch Gerichtsurteil gezwungen worden, die I im Eheoertrag mit dem Marquis Castellane dessen I Vater zugrsagte Rente von jährlich CG-w ~rnn^ I weiter zu zahlen.

* Die „Typhusmarie". Eine irische Köchin war" I als lebender Bazillenherd vor drei Jahren auf Veran­lassung des Gesundheitsamtes im Staate Ncwyock unter Quarantäne gestellt und auf der North.Brother- Jnsel interniert worden. Die „Typhusmarie", wie sie in Amerika getauft worden ist, ist eine äußerlich vor Gesundheit strotzende, resolute Frau von vierzig Iah-. «n, die aber, ohne je selbst zu erkranken, voller Ba­zillen ist und mehrfach in Häusern, wo sie al» Köchin, tätig war, Typhusepideinien hervorrief. Jetzt hat sie durch Vermittlung des sie überioachenden Arztes er­reicht, daß sie wieder in Freiheit gesetzt wurde Der Arzt begründete die Freilassung damit, das, die Ty- phusmarie in den drei Jahren der Quarantäne die Vorsichtsmaßregeln zum Schutze ihrer Mitnienschen genügend kennen gelernt habe.

** ®ie Kuppel der Peterskirche i« Rom ist vom Samstag ab im Fahrstuhl erreichbar. Der Fahrstuhl führt tm Treppenschacht vierundvierzig Meter hoch bis zur oberen Loggia empor. Die Kabine faßt zehn Personen Kardinal Rampolla wird den - ihrstuhl einweihen und mit mehreren Kardinälen und Mon­signori die erste Fahrt zur Höhe des Petersdomcs mv treten

auf ... . volle 500 Franks (in Buchstaben fünfhun- dett Franks) (!!) — Das war die einzige Gabe aus ganz Frankreich für eine Hochwasserkatastrophe die in ihren Verheerungen ungleich weiter wirtt, als die Seine-Ueberschwemmung! 500 Frank haben wir da­mals von Frankreich empfangen — 25 000 Frank hat Kaiser Wilhelm II. zurückgegebcn! Tas ist wahrlich mit reichen Zinsen und Zinseszinsen gelohnt Und gegenüber jener einen einzigen französischen Gabe wäre diese einzige deutsche Gabe bereits so splendid qe- wesen, daß nun wirklich für das übrige Deutschland nichts mehr in Sachen der Pariser Ueberschwemmten zu tun nötig gewesen wäre. Für die Notleidenden daheim halten wir den Daun,en fest auf dem Beutel- aber in Patts wird die Presse — soweit sie der Eitel­keit der deutschen Sammler Genüge leistet und ihre Taten verzeichnet (Gebühr 10 Frank eine Zeile und inehr) — in (Erinnerung an jene dereinst vom Präsi­denten gespendeten 500 Frank schmunzelnd hinzufügen können: „Wohltun trägt Zinsen."

Aus -em Nachbargebiete.

* Frankfurt a- Bk., 17. März 1910. Der Schorn­steinfeger Georg Hier! hat sich auf der Eckenheimer Landstraße mit einem Revolver in die rechte Schläfe

Darmstadt, 17. März 1910. Die Entlassung üott weiteren 25 Baubeamten -ms dem hessischen «uw wie man hört, bevor; Darum ter sollen Leute fein, welche schon vor 12 Jahren bas , atsexamen gemacht haben. Mit den schon per 1. April gekündigten Baubeamten beträgt die Zalil der zu entlassenden jetzt über 60.

schäft, der zwei Menschen miteinander verbindet, ma­thematisch genau festzustellen und abzumeffen, will ein amerikanischer Ingenieur, Charles Trudow in San Franzisko, entdeckt haben. Kalifornische Zei­tungen berichten, daß Patente für diese „Liebesma­schine" — wie der Erfinder sie getauft hat — bereits angemeldet sind Bei dieser Gefühlsmeffung muß ein jeder der beiden „Patienten" einen Griff mit der Hand umklammern, der durch ein kompliziertes System von Drähten mit einem elettrischen Uhrwerk verbunden sst, das auf einem Zifferblatt dann haarscharf den Starkegrad der liebevollen Zuneigung registriert. Be­steht zwischen den beiden Menschen keine Sympathie, so bleibt der Zeiger unbeweglich. Der merkwürdige Apparat soll imstande fein, die Stärke der seelischen Neigungen bis zu den zartesten Abstufungen genau zu verzeichnen. — Na, na! =y

— Die farbenfrohe Herrenmode. Aus London wird berichtet: Das kommende Frühjahr der Herren- mode steht im Zeichen der Farbenfreudigkeit. Die l>erfed)tCT der Farbenfreude, die so lange gegen den trüben Emst der männlichen Kleidung von heute ge­wettert haben, werden ihren Traum erfüllt sehen: die neuen stosse räumen mit Schwarz, Dunkelbraun, Bmu und dem eintönigen Grau auf. In allen Farben des Regenbogens werden mit dem kommenden Lenze die eleganten Herren der Großstädte erstrahlen. Unter dm neuen Stoffen fällt besonders ein helles Grasgrün auf, ein lichtes Braun, das stark ins Gelbliche spielt, und ein dunkelglühendes Purpur- Selbst die grauen Stoffe, die natürlich nicht völlig verschwunden sind, zeigen eine stark prononcierte Musterung in leuchten­den Farben, gelbe und rote Streifen und allerlei an­dere leuchtmdc Farbenkombinationen.

— Auch eine Trophäe. „Neulich bestelle ich den Treiber Wastl zu mir, um ihm die Entschädigung für das letzte Anschießen auszuzahlen. Da steht er meine Geweihe mit dem Datum der Erlegung.; Schickt mir der Kerl seine Photographie in einem Goldrahmerl und darunter die Aufschrift: „’nauf» geschossen am 5. September 1909"!*

bauen. Es soll allem Liirus der Neuzeit entsprechend eingerichtet werden und Sammelplatz dec vielen, das Bad besuchenden Amerikaner fein. Das Hotel wird mit den bestehenden acht großen Hotels und den ver­schiedenartigsten Sanatorien eine starke Konkurrenz für die Privathäuser werden [

vermischter.

I • Zwei Pferde gestohlen wurden in Ä ö l n - N i f ! p es. Der Eigentümer befand sich nun dieser Tage I in Düsseldorf und erblickte zu seiner Ueberraschung I eines seiner Pferde vor einem Wagen, mit dem ein I Pferdehändler spazieren fuhr Der Bestohlene rekla­mierte das Pferd, während der Pferdehändler Pro-

I test erhob. Es kam zu einer großen Menschenansamm­lung. DaS Ergebnis der angestellten Untersuchung' war, daß der Pferdehändler und fein Sohn verhaftet wurden. DaS zweite gestohlene Pferd befand sich in ihrem Stall.

♦♦ Ter verwegene Einbruch in die katholische Kirche zu H e r m ü h l h e i m, bei dem den Spitzbuben eine goldeize Monstranz und ein erheblicher Geldbetrag in die Hände fielen, sand vor der Strafkammer des Land- gerichis zu Köln feine Sühne. Das Gericht er­kannte auf je fünf Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust.

• Aus Furcht vor dem Weltuntergang, de» ängst­liche Gemüter mit dem Erscheinen des Halle yschen Kometen erwarten, hat ein Besitzer aus Zudnochen in Ostpr. fein Anwesen verkauft; er will die Tage bi» zum Welmntergang in Ruhe verleben.

Reklamen» uu .• .uzeigenteit

Pflege deine Stimme

Nicht nur im strengen Winter, sondern sozusagen das ganze Jahr dindnrch gebrauchen viele Menschen regel» i mäßig irgendeine Tablette oder Bonbon, um ihre Stimme zu pflegen, sie vor Katarrh zu schützen. Des» rS’JFc!8, ntd?t verwunderlich, daß die in der Schweiz ! £lt 50 Jahren geschätzten Wybert-Tabletten auch in

. ulfchland leichten Eingang gefunden haben. Denn j eme emzige Probe davon zeigt sofort deren einzigartige Wirkung auf die Stimme. ' ,

Hustenreiz, Heiserkeit, Verschleimung verschwinden fort nach deren Gebrauch und soviel steht fest: Wer: einmal die angenehmen Eigenschaften der Wybert- ! Tabletten erprobt hat, wird dieselben nie mehr missen wollen. Wybert-Tabletten sind daher für Sänger, Raucher, Redner, Sportsleute und alle, die ihre Stimme pflegen wollen, ein unentbehrlicher Begleiter. In Originalschachteln ä 1 Mk. — sind dieselben in den Apotheken erhältlich. Depots in giilba: Lngel-flpotheke, hof-Apotheke und Löwen-Apotheke. [2843

* 14. März 1910. Auf Weisung des

Hess. Ministeriums Hai das Polizeiamt das Verbot der Abhaltung der Prozession vom Pfarrhause nach der St. Elisabethkirche am Weißen sonntag zurückgenommen. Daß das Ministe­rium das Verbot aufgehoben und der peinlichen An- gelegenheii ein Ende gemacht hat, ist ein Akt der ®e- recht,gleit ,der wohl die Zustimmung aller Kreise fin- det. d,e em Interesse an der Erhaltung des konfessio­nellen Friedens haben

Ausland.

. ’♦ 3? Rügland, dem Lande des Fortschritts und bod) allerhand faul zu fein.

«or bet Kommission zur Neuregelung der Ehe» schetdung machte ein Almosenverwalter von Lull, ih0™ bie erstaunliche Mitteilung, daß

chm Falle bekannt feien, wo Ehemänner ihre Frauen und Kinder für ein paar Glas ?:^r verkauft hatten. Wenn den Arbeiterklassen die Ehescheidung erleichtert würde, bann werde bald Fannllenle'-m aushöreu. Schon früher hatte em Anwalt, bet eine große Armenpraxis im Osten Londons hat, erklärt, daß in den Kreisen seiner Klienten die Ehe nicht höher eingeschätzt werde, als ein außereheliches Zusammenleben von Mann und Frau. Das Konkubinat werde im Gegenteil bevor­zugt, well es eine leichtere Trennung gestatte. Den­noch behauptet Mister Halkell aus Hüll, daß die Moral der unteren Klaffen in London immer noch besser Jet, als in anderen Vo''Zentren Englands. — jedenfalls wären die Hunderte von Millionen für Volkserziehung und Bildung besser angewandt, als für die wahnsinnige Wettrüsterei.

keitsfest veranstaltet, dessen Ertrag nach Paris ge­schickt wird. Ein Komitee sammelt in ganz Deutschland Gaben; und Kaiser Wilhelm hat bekanntlich 25 000 Frank — 20 000 M. gestiftet. Frankreich sst reich, und so muß man Arthur Dix recht geben, wenn er im „Deutschen Boten" schreibt: Mit der einen Gabe des Kaisers für jene Ueberschwemmten hätte es wirklich genug sein sollen. Und wer sonst irgendwo das drin­gende Bedürfnis fühlt, zu wohltätigen Zwecken in die Tasche zu greifen, der findet unendlich reiche Ge­legenheit, das Geld in deutschen Gauen nützlich unierzubringen. Wie vollkommen ausreichend in der Tat die Gabe des Kaisers gewesen iväre, das möge man aus einer höchst lehrreichen Erinnerung ersehen: Als seinerzeit die gewaltige Hochwasserkatastrophe über Schlesien und andere deutsche Landesteile hereingebrochen mar und ein deutsches Hilfskomitee unter großen Mühen zugunsten dieser deutschen lieber« schwemmten sammelte, da kam auch aus Frankreich

,+ Der Erträgnisse der lex Stengel. Daß die

meistm der durch die lex Stengel eingeführten Steu-, . ...... „

trn der sogen, kleinen Finanzreform bei weitem nicht panisches Konsortium beabstcktint 6

bie erwarteten Erträge abgeworfen haben, ist bekannt. Nähe des Kurhauses ein 9t i e F e n fi n f9» T - ber Von Etat zu Etat mußten ihre Ansätze herabgemindert IÄ Hotel. er­

werben. Jetzt aber scheinen die dabei haupssächlich in Betracht kommenden «Steuern den Etatsansätzen wirklich entsprechen zu sollen Die Krastsahrzeug- und die Tanttemesteuer werden für 1909 sogar Heber- schüfst über den Etatsansatz ab werfen. Bei dem

Frachturkundenstempel u- der Personenfahrkartensteuer bürsten wenigstens annähernd die Etatsansätze er­reicht werden-

* Wiesbaden, 17. März 1910. Der 3Sjähr An­zeigensammler Richard Willibald wurde von der Strastammer w e g e n E r p r e s s u n g zu einem Mo­nat Gefängnis verurteilt W. war Anzeigensammler der Fachzeitung „Das A. B. C. der Schuh- rabntohon , die von seinem Bruder herausgeqeben wird- Von einer Firma in Biebrich wollte er mit aller Gewalt eme Anzeige haben, und als er keine erhielt, erschien m der Zeitschrift eine Reihe von Ar- tckeln, die die Produtte der Firma als schlecht hin- stellten.

I Dann wurde eine Resolution angenommen, in der ausgesprochen wird, daß der Gesetzentwurf über

I die Abänderung der §§ 114» usw. der Gewerbeordnung eine neue schwere Belastung des Handwerkerstandes bedeule. Es mürben einige Abänderungsvorschläge zur Berücksichtigung empfohlen. In der Resolution ist

I hervorgehoben, daß der Einkauf neben der Neuregelung verschiedener Bestimmungen über Arbeitsverhältniffe

I die Möglichkeit bringe, eine Reihe von Bestimmungen der Gewerbeordnung, die bisher nur für Fabrikbetriebe Geltung hatten, auch auf Handwerksbetriebe anzuwenden,

I wodurch letzteren neue empfindliche Erschwerungen auf- erlegt würden. Die Vollversammlung erhebt aber namentlich dagegen Einspruch, daß durch den Entwurf den Polizeibehörden Befugnisse übertragen werden, die in das wmfchaslliche Leben des Handwerks in scharfer Weise »mgrelsen und die gewerbliche Betriebsfreiheit weit­gehend beschränken. Weiter wurde in einer Resolu­tion zum Ausdruck gebracht, daß die Vollversammlung dagegen Einspruch erhebe, datz die kleinen Handwerker, welche als sogen. Hausgewerbetreibende ihr Handwerk selbständig ausüben, den Bestimmungen des Hausarbettsgejetzes unterworfen werden sollen Darm nahm die Versammlung davon Kenntnis, daß ein ©ntrourf eines Deutschen Strafgesetzbuches der Kammer zugegangen fei; die Geschäftsstelle der Kammer wurde ersucht, gegen einige verschärfende Strafbestimmungen, die das Handwerk beträten, Ein- jorud) zu erheben und um Abänderungen zu bitten. I

I dann wurde dem Landtagsabgeordnelen Landesrat Dr Schroeder in Kassel der Dank der Versammlung für |em tatkräftiges Eintreten im Interesse des Handwerks ausgesprochen. Unter Verschiedenes wies Klempner- meister Nagel»Bedra auf die Unzuträglichkeiten hin, die sich der Melsterprüsungen aus dem Lande ergäben unb ersuchte den Vorstand, hier für Abänderungen öiefer Ui.zuiräglrchkeiten einzutreten, was sich dadurch I am besten ermöglichen ließe, daß man die Prüfungs­gebühren erhöhe und dann den Schau- und Prüfunqs-1 meistern besser als wie bisher Entschädigungen ge-1 wahren konnte. Nachdem sich die Kammer noch dafür I auchprach daß es wünschenswert sei, wenn der § 100q 6er Rerckfsgewerbeordnung aufgehoben werden könnte, geschlossen ^""Versammlung nachmittags gegen J;.3 Uhr

Deutsches Reich.

* Neue Bestimmungen für Anwärter des Ge­meinde- und Privatfor^erwaltungsdiensteS hat der Landtviltschaftsminister erlassen. Die Anwärter sollen von jetzt ab unter der Bedingung, daß sie auf spatere Beschädigung und Anstellung im Siaatsforstdienst ver­zichten, bis zum Abschluß ihrer Ausbildung in die staatliche Forstverwaltungslaufbahn aufgenommen und nach Ablegung der Prüfungen zu Forstreserendaren ernannt und als Staatsdiener vereidigt werden- Sie erhalten später ein Patent als Forstassessor und wer­den danach aus der staatlichen Laufbahn mit dem Recht zur Führung des Titels „Königlicher Forst- Assessor a. D." entlassen.

* Zum Kapitel „Parität" wird in polnischen Blat­tern folgendes festgestellt: Der Kreis ©riefen zählt ?? Schulen - 36 protestantisch, 29 katholisch, 1 'udifch und 4 paritätisch. Dabei hat der Kreis dop­pelt soviel katholische als evangelische Einwohner!

„ 77 Die Stellung der Polen in der preußisch en Wahlrechtsfrage ist an der Stelle der Liberalen. Diese scheinen darüber nicht böse zu sein. Bei der Finanzreform wurden bekanntlich von Liberalen und Hakatisten die Konservativen und das Zentrum als »antinationat* verschrien, weil die Polen mit 'Wen gestimmt hatten. Jetzt stimmen die Polen mit den Liberalen: „Wie ist es nun"?

Rk Augsburg, 17. März 1910. Die 57 Genera l- berfammlung der Katholiken Deutsch­lands soll am Sonntag den 21. August d- I. mit einem Festzug und mit F e st v e r s a m inlu n g en ber kathol. Vereine eingeleitet werden. Das Lokalkomitee lädt die kathol. Arbeiter-, Knappen- Ge­sellen-, Burschen-, Lehrlings-- und Jugendvereine, die kath. Männervereine und Kasinos, kath. kausmänn Vereine, Kongregationen, Ortsgruppen des Volks-1 t,on to„(tetPn Vereins usw. dazu ein und bittet spätestens bis mm Z/’ -2 , “ -

15. Juni d. $ beim Vorsitzenden d? Atzugskom ^ht,

Mission, Herr Domvikar Gernlein in Augsburg/Korn- £ f "" vn*

Hausgasse D 110b/1 die Teilnahme anzumelden. Zur Deckung der Kosten für Musik und Festzeichen ist ein »etrag von 15 -5> für jeden Festzugsteilnehmer zu ent- richten und iM voraus einzu senden.

Das Wesentliche an dem Fernschreiber ist red°m Impuls, nach jeder BuchsLrnriduÄ Ä automatifche Ausfchaltung erfolgt, wodurch der'Tele­graph zwar langsamer als die jetzt gebräuchliches da­für aber mtt unbedingter Sicherheit arbeitet- An'eine besti nmte Enssemung ist ber Telegraph des Ersin be^ nicht gebunden. Das Funktionieren des Appa­rates hangt lediglich von der Länge der Sendwellen uizd der entsprechenden, Einschaltung der empfangen­den Station ab. — Proseffor Cercbotani ist katholischer Priester an der Münchener Frauenkirche.

r prähistorischer Frauenschädel wurde in der

Mfss. 5ll3uri9 be§ Londoner Anthropologischen Instituts von Proseffor A. Keith der Gelehrtenwelt vorgelegt. Der Schädel ist vor vielen Jahren in Gibrallar geftinden worden und war im Museum be? Royal College of Surgcons ausgestellt, wo er von bielen Gelehrten besichtigt wurde Professor Keith bat ftmeni kostbaren Fund langjährige Forschungen L

Urnb tomillt "UN zu folgendem Resultat- Der -Lchadri ist mit größter Wahrscheinlichkeit der Sckäd.k Ä btr Gwö- des Gehirns wuß si sehr schlau und scharfsinnig gewesen fein, wahrsche-n- "ch sogar eine gei,wolle Frau. Man kann berechnen, in welcher Zeit sie gelebt hat- Ä Schade! ist wenigstens 600000 Jahre alt D e K!n„ backen und die stacke Entwickelung der Kaumus» lassen fchließen, wodurch sich diese prähistottst^ .«* und »,,dn ?

Nahrung eine große Rolle gespielt haben iebeSa t |te gewöhnlich Dinge, die eine stacke Stautiaft»Ä“6 ten: daher die stacke CntwiEJ S «„Ä"’ Muskels. Die Menschen, die vor 600000 Jabr-n iX ten, waren zweifellos langatmig Die sÄii« eb= (uq. Sie 6,1.60. ,6n.^ S, L S‘ Gehim war viel größer, als man früher anzun"bÄ» geneigt war. Die genauen Messungen haben er'aeben daß Mch die Sprachzentren bereits hoch emwickelt waren." - Soweit der Gelehrte, dem m<?n nun L ben kann, ober auch nicht. u

- der Ueberschwemmung in Paris ^hat man im Kaisethof zu Berlin em exquisites Wobltätia-

I die Bedeutung der Gesellenprüfung immer mehr aner» I kannt wird. Der Meisterprüfung haben sich 102 I Prüflinge unterzogen, davon waren 89 selbständig und I 65 Gesellen. Nur vier Prüflinge haben die Prüfung I zum erstenmale nicht bestanden, zwei allerdings auch I die zweite nicht. Wegen unbefugter Führung bei Meistertitel- hat die Kammer zwei Strafanträge stellen

I müssen. An dem Vorbereitungskurse auf die Meister- I Prüfung nahmen im Winterhalbjahre 1909/10 382 Hand­werker teil, und zwar 230 Gesellen und 152 selbständige Handwerker, zum erstenmale auch 10 Damenschneiderin­nen und 1 Putzmacherin. Die Organisation des Hand- werks hat weitere Fortschritte gemacht. Es find neu errichtet worden die Schlosserzwangsinnung in Esch- roege und die Vereinigung der Sattlermeister in Kaffelf

I in Bildung begriffen sind eine Schneiderzwangsinnnng für den Kreis Hünfeld und eine Echuhmacherinnnng für den Kreis Melsungen. Redner >erichtete dann eingehend über die Arbeit der Geschäftsstelle der Hand­werkskammer und hebt insbesondere hervor, daß die I Kammer sich bemüht habe, die Vergebung vonl staatlichen und kommunalen Arbeiten unb I Lieferungen an Handwerkervereinigungen zu erreichen. 1 Mehrfach habe sich die Kammer über die Handhabung I des Verdingungswesens beschwert, weiter wieder über I die Konkurrenz der Gefängnisarbeit. Redner bat die Kammermitglieder, recht tätig in der Beschaffung von I Material zu Eingaben oder Beschwerden zu fein, um auf diese Weife Mißstände abzustellen.

Hofbäckermeister Simm er-Fulda berichtete über I die Abänderung des §18 der Wahlordnung, I die er namens des Vorstandes solange auszusetzen bat, bis das Arbeitskammergesetz in Kraft getreten sei. Da­mit erklärte sich die Versammlung einverstanden. Zu Beaufttagten der Kammer wurden wieder die Herren Hempler-Äorken und S ebert-Immenhausen, zu deren Stellvertreter neu Herr Tapezierermeister Riehl in Kassel bestimmt. Dann wurden eine Anzahl interner Ange» l legenheiten, Wahlen und anbetroeite Festsetzung ber Gehallssteigerungsfristen für Bezüge ber Bureauange- IteUten der Kammer vertraulich etlebigt, ebenso bie Bewilligung einer Entschädigung für bie Arbeit des stellvertretenden Vorsitzenden ber Kammer, ber wegen Erkrankung des ersten Vorsitzenden dessen Arbeiten et» lebigen muß. Der Haushaltsplan für bas Iaht 1910 schließt um 2000 Mark höher ab als ber vor­jährige Haushaltsplan mit 44 933 Mk. im Orbinarium und 290,62 Mk. im Extraorbinarium. Für Errichtung I einer Bücherei an der gewerblichen Fortdilbungs-1 schule in Fulba werden einmalig 150 Mk. bewilligt. An eine Anzahl Anregungen, so bie Prüsungsmeister besser als bisher für ihre Mühewaltungen zu ent» I schädigen, werben dem Vorstände zur weiteren Ber-1 folgung überwiesen.

Versammlung der Handwerks­kammer.

§§ Kassel, 16. März 1910.

Heute vormittag wurde die Frühjahrsversammlung I «er Handwerkskammer bei vollzähliger Beteiligung bet Mitglieder im Sitzungssaale der Landesversicheruiui- - anstalt abgehatten. Aus dem vom Syndikus Thanheiier erstatteten Geschäftsbericht fei hervoraehoben, daß in bie Lehrlingsrolle ber Kammer 2253 Lehrlinge ein­getragen worden sind, und zwar 1719 Jnnunas- und Vereinslehrlinge, 534 Nichtinnungslehrlinge. 3 (Segen einige Meister mußte LUrafantrag gestellt werden weil sie trotz wiederholter Aufforderung ihre Lehri nge' m uT™"; ®e0en £et>tIingS$üd)terei ist in drei Fäl- le" ^^dgangen worden. Eine Anzahl Fabrikbetrtebe hat sich jetzt bereit erklärt, die Lehrlinge bei ber Stam-

"Nb Beiträge zur Hanbwerk/kainmer zu zahlen, bamit bie in ihren Betrieben ausaebildeten Lehrlinge später zur Gesellenprüfung zu-ielassen werden S baben 841 Mchtmnungslehrlstige I

bte Gesellenprüfung abgelegt, ein Beweis, daß I

— Der Taschentclegraph ohne Draht,

Welch ein Reich unbegrenzter Möglichkeiten die Elektrotechnik ist, zeigt die neueste Erfindung des Pro­fessors Cerebotani: der drahtlose Taschentelegraph, von dem in diesem Blatte schon berichtet wurde- Zu dem winzigen Apparat von kaum Handgröße gehört nichts weiter als eine Antenne (Maß zum Auffangen ber elektrischen Wellen). So ausgerüstet, kann der Besitzer von einer beliebigen Zentralstelle angerufen werden Den Gedanken zu seiner Erfindung gab dem Gel-Hrten wre er bei ber Vorführung der Erfindung in der Ura- nia in Berlin launig erzählte, eine falsche Zeitunas- nouz. Als er vor etwa Jahresfrist in München einen Experrmentalvorirag über seine Forschungen auf dem Gebiete der mechanischen Fcrnwickungen mit Hilfe ae- ^ecgiemengen gehalten hatte, behaupteten fran- zofiiche Blatter plötzlich, vor allem das Joumal, er hatte den braMofen Laschentelegraphen erfunden. Das genannte Blatt orachte bann fogar in einem spalten langen Artikel eine ausführliche Beschreibung des Apparates. Cerebotauis Zuschnst an das Journal, des Inhalts, daß der beschriebene Telegraph nur der Phantasie des Ärtckelschreibers entsprungen fei, wurde Acht beachtet Und so blieb Professor Cerebotani, o-'cr ™ erklärte, nichts weiter übrig, als den drahtlosen rat ^vtelegraphen wirklich zu erfinden. Der Appa- in ’riJL.00? ^lüffend einfacher Konstruktion ist, ruht reiat er Holzkästchen. An der Vorderseite

«uchsiabenveÄFLrblatt, auf dem statt der Zchlen -ine Achse im^Mttttlvun^ Setgei dreht sich um bte telegraphierten Blattes und weist auf

Serebotani Die von Professor

Uch. Von einem FuE^^ENtc S-langen vorzüg- dilbe.e, wurden nach dem in J °r' ^cr bie Geberstation on eine Antenne anoeschlosien-'"^r ^wissm Enffernung staben unb Namen “einckn Apparat Buch-

Branchbackeit des Lelearahbe^ bie bie praktische

0Ca^en einwandssrei erwiesen. 1