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Fulda, Montag den 28. Februar 1910.

37. Jahrgang

Zweites Mtcltt

Aus -em Nachbargebiete

Zeit eine Beute der Sozialdemokratie.

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erftdut tsgltq «tt Aornabme der $04tt> U»d Leiertage Viertel- MrlicherveMspreir ohne Sringerlohn «nd Bestellgeld in Zulda fo- «ie<mzwSrtrl.50Mt.

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Botstionrdrnckend Verlag der Luldaer A- tieudruüerei in Lulda Lernsprecher Nr. 9.

I überlassen, für die eigenen Bedürfnisse erweiterte Er- I Hebungen zu veranstalten. Nach Anordnung des Bun- I desrats soll, wie schon kürzlich gemeldet, mit der I Volkszählung eine Feststellnug der bewohnten und un­bewohnten Wohngebäude verbunden werden.

I * Die Gehaltsnachzahlungen für 1908 aus Anlaß I der Besoldungserhöhungen sind nach einem Erlaß des Finanzministers von der Staatseinkommensteuer be- fteit. Trotzdem aber sind nach einer offiziösen Dar-

I legung die Gemeinden berechtigt, sie zur Gemetndeeinkommensteuer heranzuziehen, da die Ge­meinden in bezug auf die Erhebung ihrer Steuern! vollkommen selbständig sind.

X Neber die Neuregelung der preußischen Woh- nungsgeldzuschüffe ist cs unter den Parteien zu kei­ner Einigung gekommen. Am Freitag fand im Finanzministerium eine zweite Konferenz mit Ver­tretern aller Parteien des Abgeordnetenhauses wegen der Vorlage statt. Die Besprechung verlief crgebnis- I Man konnte sich über die Hauptstreitpunkte nicht ermgen Auf Grund der Besprechung wird innerhalb der Staatsregiemng alsbald eine Entschließung über das weitere Vorgehen getroffen werden.

"Genosse« unter sich. Seit einiger Zeit streiten sich die Sozialdemokraten K a u t s k y (Neue Zeit i und Umb reit (Korrespondenzblatt der Gcwerk- schasten) herum. Jetzt schreibt Kauiskh unter anderem: „Zweierlei nur gibts: hat Umbreit recht, dann ver­diene ich nicht länger den Ehrennnamen eines Sozial­demokraten und noch weniger ein Vertrauensamt in ber Partei, dann bin ich ein ehrloser Fäl scher Bin ich es nicht, dann ist Umbreit ein schamloser Verleumder"

I häute auf den Auktionen, die bald in allen größeren I Städten regelmäßig in Zeitabschnitten von einigen ! Wochen stattfinden, zeigt das Bild einer Erhöhung I von ungefähr 25 Prozent innerhalb Jahresfrist. Es I ist insbesondere Amerika, das infolge dott herrschen- I den Aufschwunges der Industrie, für alle Gattungen Häute großen Bedarf zeigt und auch bei uns als Säu­fer austretend, die höchsten Preise anzulegen in der Lage ist. In nur ganz vereinzelten Fällen ist bisher die Schuhindustrie mit höheren Fordemngen für ihre Erzeugnisse hervorgetreten, wahrscheinlich von dem Gedanken ausgehend, daß der bestehende Heißhunger nach den Rohhäuten nur als eine vorübergehende Er- | icheinung aufaufaffen fei; nachdem nun aber das neue Jahr eine Aenderung hierin nicht gebracht hat, son­dern sich vielmehr durch eine weitere Befestigung des RohwaremnarlteS auszeichnet, so steht sich auch das Schuhhandwerk außer Stande, die bisherigen Preise weiter bestehen zu'lassen und ist, wie uns aus betei­ligten Kreisen geschrieben wird, gezwungen, den heu­tigen Marktvechältnissen folgend, die Preise entspre­chend zu erhöhen. Wer sich heute rühmt, trotz alledem zu bisherigen Preisen Schuhe in den Handel zu brin­gen, der kann dieses nur auf Kosten der Qualität tun, wodurch dem kaufenden Publikum gewiß am wenigsten gedient ist.

sonen wollen seit Jahr und Tag die Klagen in den großen obereichsfeldischen Ortschaften nicht verstummen. Trotz mancher Anstrengung ist ei bisher nicht gelungen, den männlichen Arbeitern dauernde Beschäftigung am Heimatsorte zu ver­schaffen. Auf der großen Zentrums-Versammlung m Ershausen im Dezember v. I. wurde festge- stellt, daß 66 Prozent der Dorseinwohner abwan­dern und nur 33 Prozent bleiben. Die Land­flucht ist ein ernstes Kapitel unseres Dorflebens. Den dichtbevölkerten Ortschaften des Obereichsfeldes kann nur durch die Gründung von industriellen Anlagen geholfen werden. Sehen die Arbeiter des Obereichsfeldes, daß sür sie in der Heimat gesorgt wird, dann kehren sie der Stadt den Rücken, denn der Eichsfelder liebt feine Heimat. Aus den Zuckerfabriken sind die Arbeiter der Höhendörfer früher als sonst zurückgekehrt; manche haben Beschäftigung in der Weberei gefunden, ein großer Teil muß feiern, was um so empfind­licherist, als all« Lebensmittelpreise gestiegen sind. Es ist hohe Zeit, daß neue Industriezweige in die obereichsseldischen Ortschaft^« eingeführt wer­den, wenn die erschreckende Landflucht verhindert werden soll. Früher glaubte man, daß gerade die vom Lande eingewanderten jungen Leute treue, Stützen der Kirche werden würden. Aber wie,

tnspektor abgeben, warum sollen die katholischen Reli­gionslehrer an diesen Anstalten nicht dasselbe fertig bringen? Wenn man Laien-Seminarlehrern rind Seminaroberlehrern diese Stellen überträgt, warum nicht auch den katholischen Religionslehrern an den Seminaren, die durch jahrelange Erfahrung im Semi­nardienste ebenso vertraut sind mit dem Volksschul­wesen wie ihre Kollegen aus dem Laienstande? In diesem Punkte gibts noch viel zu bessern.

* Die Wahlprüfungskommission des Reichstags hat die Wahl des konservativen Abg Arnstadt in jMühlhausen-Langensalza für ungiltig erklärt. I X Ein Gesetzentwurf über die Neuregelung der Sonntagsruhe im Reiche wird Blättermeldungen zu­folge vom Neichsamt des Innern vorbereitet und dürfte dem Reichstag im nächsten Herbst zugehen. Der Entwurf wird in seinen Vestimnmngen allgemein ge- ■ halten werden; Spezialbestimmungen will man dem' Ortsstatlit überlassen. Im allgemeinen soll eine voll- ständige Sonntagsruhe in Kontoren eingeführt j werden; für gewisse Fälle und einzelne namhaft ge- 1 machte Betriebe kann ausnahmsweise eine Beschäftig­ung bis zu zwei Stunden Platz greifen. Für offene Verkaufsstellen soll die Beschäftigungszeit auf 8 Stunden vor der Kirchzeit herabgesetzt werden. Für Oeitimmte Gewerbe (Bäckereien, Fleischereien, Kolo- inialwarengeschäfte usw) kann eine Ausnahme von I ,der dreistündigen Beschäftigungszeit gemacht werden. .De Zahl der Sonntage mit erweitertem Ge­schäftsverkehr soll höchstens 5 betragen und sich s beschränken auf die beiden den drei Festen voran- > gebenden Sonntage

Eingesandt.

Für Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Re­daktion nur die preßgesetzkiche Verantwortung.)

vermischter.

** Die Erfolge der Antialkvhokbewegung fallen allmählich erheblich in die Augen. Im Bereich der norddeutschen Braufteuergemeinschaft ging der Malz- verbrauch in den ersten 9 Monaten des Jahres 1909 auf 4933444 Doppelzentner zurück, das sind 12 Pro­zent weniger als im Jahre vorher. Die Einfuhr fremder Biere ging um 17 Prozent bei Faßbier un» 20 Prozent bei Flaschenbier zurück-

Kommunikanten-Anzüge zu * 12.00

Alle Waren haben einen viel höheren Wert und kommen nur an diesen Tagen zum Verkauf.

voikswirtschasrliches und Soziales.

•*) Höhere Lederpreise — Höhere Tchuhpreike jn»1 eAner t schwierigen Sage befmben sieb feit Monaten bie Leder verarbeitende Industrie und bas Handwerk. Unablässig steigen die Preise für Roh- häute und außerordentliche Erhöhungen für alle Sor­ten Leder folgen diesen nach Der Verkauf der Roh-

L * Bo» Ke We„„, 26. gebt. 1910. Ein unheim- IrcbeS riischsterben wird im Burgsee bei Salzun­gen beobachtet. Zu Hunderten liegen die Weißfische verendet am Uferrande. Die Ursache ist noch nicht aufgeklärt.

_ * Zimmcrsrode, 27. Febr. 1910. In dem Sleinbruche von Coccian sind heute früh 4 Ar­beiter durch einen vorzeitig losgeganqenen 4-prengschuß fchwer verunglückt. Die'Ber- I fttzuiigen des einen sind lebensgefährlich.

^Göttingen, 26. Febr. 1910. Jrn nächsten Winter­semester sollen an der hiesigen Universität, wie auch an den übrigen preußischen Universitäten, besondere Lebr- austrage für Staats- und Wirtschaftskunde erteilt werden. Sie sind bestimmt für alle Kreise die ^ruflich nut sozialen und staatsbürgerlichen Fragen in Berührung kommen In erster Linie sollen sie Leh­rern Gelege ^eit geben, sich in der Bürgerkunde vor­zubereiten.

* Duderstndt, 26. Febr. 1910. Ter hiesige Magistrat hat einen von den Bürgervorflehern geftetiten Antrag auf Zulassung von Presse und Publikum in den Plenarsitzungen der städtischen Kollegien abgelehnl.

* Küllstedt, 25. Febr. 1910. lieber das Fehlen von Industrie für männliche Per-

statt. Gegenüber den letzten Volkszählungen ist die diesjährige Erhebung erheblich vereinfacht. Die Fragen nach dem Geburtsott, Arbeitsott, Blindheit, Taubstummhell und militärische Ausbildung bleiben in diesem Jahre weg; eS werden lediglich Namen, Stellung im Haushalt, Geschlecht, Familienstand, Alter, Religionsbekenntnis und Staatsangehörigkeit erfragt; den einzelnen Bundesregierungen bleibt es

* Mellrichstadt (Rhön), 27. Febr. 1910. Das I CT’’"’ H w"i

achtjährige Söhnchen des Ziegelarbeilers Seit Jahren klagen immer,

in Unsleben stürzte in die hochgehende Els und I '°ufert Seelsorgs-Geistlicheii in den Industrie-

I er fr an k. Bezirken über die Entfremdung der jungen Leute

* Frankfurt, 25. Febr. 1909. Ein Kilo' Eden schon nach kurzer

Arseuikpilleu wurde vor einigen Tagen von dem Wagen einer chemischen Fabrik,'der im Sandweg hielt, gestohlen. Selbstverständlich wurde her Polizei von dem gefährlichen Diebstahl Mittei- I 'ring gemacht, man hat aber bisher weder den I Tüter ermittelt, noch die Pillen anfgefnnden.

Da der Dieb die Eigenschaft der Pillen jeden- I falls nicht kennt, so kann er sich und untere damit leicht in große Lebursgesahr bringen. — Die Hai'ptvorstänke des Verbandes der' Arbeit- geder im Schneidergewerbe (Sitz München) und der Oiganisation der Arbeitnehmer (Sitz Berlin) habe», la,it der,KSln. Ztg.', hier in den letzten Tagen über die Meirmngsverschikdenheiten verhandelt, die in 35 Städten zwischen Arbeit- I gebet« und Arbeitnehmern wegen des im ver- ! gangen Jahre abgeschlossenen Tarifs entstanden allen Fällen ist durch gegenseitige

Verständigung eine Einigung erzielt worden. _ r ß Fraukcnberg, 25. Febr. 1910. Ein dem Landes- hospital Hama als irrsinnig überwiesener V e r b r e - ch e r wurde in das hiesige Amtsgerichtsgefängnis über­liefert. Der Aufenthalt im Jrrenhause hat dem Sträf-1 ling,' der sich als Simulant entpuppte, so wenig I jugsiagt, daß er die Verbüßung seiner Gefängnisstrafe vorgezogen hat. 1

Deutsches Reich.

* Zur Imparität im Schulaufsichtsamte in Preu- Jfen bringt die „Germ" einige statistische Angaben chei Nach dem Wemerschen Kalender für preußische .Lehrerbildungsanstalten und Kreisschnlinspekoren für 1910 gibt es im Bereiche der Monarchie 322 fest und 37 kommissarisch angestellte Kreisschulinspektoren im Hauptamts. Unter den 322 fest an gestellten sind 66 evangelische Theologen und sage und schreibe e > n katholischer in Büren. Unter den 37 kommissarisch an­gestellten finden sich nicht weniger als 17 evangelische Theologen, während man eine Vertretung katholischer Theologen vergebens sucht. Die 37 kommissarisch be­setzten Stellen haben 23 evangelische Inhaber, darun-, ter 17 Theologen, also die überwälttgende Mehrheit. Demnach scheint die Tendenz der Staatsregiemng be­sonders in letzter Zeit dahin zu gehen, daß man den s evangelischen Theologen die Kreisschulinspek- ttonsstellen in recht zuvorkommender Weise öffnet, wäh­rend man sie den katholischen Theologen recht ge- jslffsentlich verschließt. Man komme nicht mit dem alten Ladenhüter, auf kaholischer Seite gäbe e8 keine Kräfte für die Besetzung derartiger Stellen. Die Kreisschulinspektoren werden genommen aus den Gymnasial-, Realghmnafial- rc. Oberlehrern und aus den Seminarlehrern. Wenn Laien oberlehrer an I den Gymnasien re., die bei ihrer Berufung zum Amte ! eines Kreisschulinspektors vielfach nichts vom Volks­schuldienste verstehen, sich allmählich so einarbeiten können, daß sie schließlich einen leidlichen Kreisschul-

(*) Eine entlarvte nationalliberale Verleumdung. Man wird sich erinnern, daß vor einiger Zeit das nattoimlllberale »Siegener Volksblatf eine Nottz brachte wonach in Friedensdorf sich eine Triole- vchack-Afsare abgespielt habe. Die Notiz war so gehalten daß ein christlich-sozialer Reichstagsab- rnM^nCter-TO^nm^ rin Verbindung gebracht werden Es ÄL ®or9an9 in Zusammenhang s °A.^ni un Wahlkreise Siegen ein Gerücht wegen unsittuchen Vechaltens des christlich-sozialen Partei- I*e‘ar^ Ost ehr auf und wurde durch eine Notiz des Lehrer? Thome daselbst im „Siegener Volksblatt" fettet. Am 24- d. M. hatten sich nun die Urheber ■ °es Gerüchtes «sw. vor dem Schöffengericht zu ver­antworte. Die Vernehmung zahlreicher Zeugen er- ■ 1. , dreistündiger Verhandlimg die völlige!

Hinfälligkeit der Behauptungen. Die Ange- ,-Uagten zwei nationalfiberale Lehrer Hendorf aus toe^n^r j1”6 S^Om£ auS Friedensdorf, wurden »egen Beleidigung zu 20 und 100 Mack Geldstrafe verurteilt. I

ber d. I. bte alle fünf Jahre fällige VollSzöbO.n» |

2 Ans der Etatsberatung ver Stadt Berlin tarnt schon jetzt festgestellt werden, daß die bekanntlich vom Magistrat vorgeschlagene Steuererhöhung über 100 Prozent hinaus keine Aussicht auf Annahme hat. Die Mehrheitsparteien sind darin einig, daß. andere Wege zur Bilanzierung des Etats gesunden werden müffen und auch zur Verfügung stehen. Der Etat wurde einem Ausschuß überwiesen.'

Drei billige Kindertage

bei

MMtu Fritz Heuser, Fulda m

?,e ^"Zuverlässigkeit des Exjesuiten Hoensbroech beweist neuerdings folgender Fall. Hoensbroech hatte in einer öffentlichen Versammlung in Halle a. S. be-

I hauptet, ein Privatdozent der Nationalökonomie habe in emem Werke über die Stellung der mittelalterlichen Kirche zur Frage des Darlehenzinses sich geäußert,

I diesen Teil des Werkes aber auf Anraten zweier hoch- I angesehener Professoren der Nationalökonomie nicht -bei den in Deutschland herrschenden pol tischen Verhältnissen^ d. h., wie Hoensbroech er-

I des Einflusses des Zentrums Der

Privatdozent der Staatswissenfchaften Dr. Hans I Gehrig in Halle hat hierauf den Grafen um Nen-1 nung des Namens des Dozenten gebeten, der nach £oen8broed)3 Mitteilung ihm die Sache brieflich mit- geteilt habe. Diese Bitte lehnte der Graf ab. Nun wandte sich Dr. Gehrig an sämlliche Privatdozenten der Nattonalökonomie in Deutschland, und keinem war der von Hoensbroech auch in einer Versammlung in Leipzig erwähnte Fall bekannt. Gehrig fordert nun Hoensbroech auf, das Schreiben des Piivatdozenten an ihn zu veröffentlichen.

* Meiningen 26 Febr. 1910- Im Landtag beantragten bei Beratung der Beamtengehaltsvorlage die Sozialdemokraten, daß allen Beamten auf den fis- sElchen Schieferbrüchen solange keine Zulage zu ge- wahren sei, bis die Regierung den lOprozentigen Lohnabzug der Arbeiter auf den staatlichen Brüchen ShÄ„6eÄ Der Minister bekämpfte ent- schieden den Anttag, dennoch wurde er mit 17 gegen i ©himnen angenommen. Beharrt die Regierung auf JKiberftanb ^burch die ganze Beamten- gehaltsvorlage gefährdet

KnwX1’ 26ro5ebI' 191°- Für die demnächst hier stattfindende R e, ch sta g ser sa tz w a hl wird toer9Znbib«t^ir'f ?a^ S^einschastlicher deut- icher Kandidat aufgestellt werden. Die Ersatzwahl ist

21231 polnischen gegen 12060 deutsche unb 1337 sozialdemokratische Stimmen. '

Anläßlich der jüngsten Erörterungen über die Ge- sundheitsverhättniffe der Schulkinder sei auch einmal auf eine andere Seite der Frage hingewiesen. Schreiber Lehreri hat Gelegenheit, täglich eine große Aiizahl Kinder auf ihrem Schulgange zu beobachten und zwar in einer Straßengegend, wo neben dem sau- ^bnBurgersteige meist auch - namentlich vom Herbst bis Frühjahr Pfützen, Sch lamm stellen, Schneelachen usw. vorhanden sind. Wer nun benlt, daß die tonber | "Weren aus dem Wege gehen, irrt gewaltig. Mit roentaen Ausnahmen kann man da die liebe Jugend mtt Wohlbehagen durch diese Tümpel waten sehen. Wo der Schnee und der Schmutz am tiefsten, da aeht's mitten durch; da nach Lage der Sache vaS Schuhweck dieser Kinder wohl selten wasserdicht sein wird, so weiden bte Folgen dieser Fußbäder nasse und kalte Fuße fein, mit welchen die Kinder dann in der Kirche bezw. stundeistang in den Schulzimmern verweilen; je behaglicher letztere dann durchwärmt sind, desto sicherer Wort zu »Heißer Kopf und lalle Füße-. Sollte nicht hierin auch die Ursache vieler Eckrankungen ^etP ■ 6iet märe ei Sache der Eltern, ein» °uf ihre Kinder achten, und da die oben geschilderte Unart ihnen nicht entgehen kann, wenn sie dem Schuhwerk der Kinder einige Anf- merksamkeit znwenden, so haben sie eS in der Hand, durch euer glich es Verbot und nötigenfalls Strafe Ab- Hufe zu schaffen; die Schule kann hier wenig tun, und was nutzt hier alle Reinlichkeit, wenn die Kinder nicht von den Eltern an ein anständiges und vernünftiges Betragen auf dem Schulwege gewöhnt werden l N.

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