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Fulda, Mittwoch den 23. Februar 1910

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Swertes Wlatt

Reklame«. und Auzeigenteil.

deS Jahres anhaltende Hausse in Wolle sowie die Preisaufschläge für Baumwolle erschwerien die Fabri­kation sehr, zumal die Abnehmer sich heftig gegen die erforderlichen Preiserhöhungen für fertige Ware sträubten. Erst in den letzten Wochen trat eine Wen­dung zum Seffern ein. Die scharfe Konkurrenz unter den Filzfabriken führte häufig zu gegenseitigem Unter­bieten. Dagegen sind die Kredit- und Zahlnngsver> hältnisse der Kundschaft besser geworden.

In der Fabrikation von gefärbten Wollgarnen vermochte die Produstion im Be­richtsjahre nicht die volle Höhe der vorjährigen zu erreichen, auch ihr Umsatz blieb etwas zurück- Die Ur­sachen hierzu liegen in den immer noch nicht ganz ge­regelten politischen Verhältnissen im östlichen Europa und auch in der Nachwirkung der ungünstigen Ernten, welche die letzten Jahre dort gebracht haben.

Die Preise für Wollgame verfolgten, wie diejeni­gen aller Erzengnifse aus Wolle, das ganze Jahr hin­durch mit kleinen Schwankungen eine fortgesetzt stei­gende Richtung, und die Fordemngen erreichten eine dem Umsatz nachteilige Höhe. Die Krediwerhältnifse zeigten zwar eine fortschreitende Befferung, sind aber immer noch nicht völlig befriedigend. Schuld hieran waren die politischen Wirren in der Türkei sowie die noch nicht überwundene Unmhe in Serbien.

Die Arbeitsverhältnisse gaben zu Klagen keinen Anlaß.

Anzeigen — ßö ti derZt-/ oou ßchrrem Erfolg, oooooooooc

Ausland.

r Im Befinden des Negus Menelik von Abessinien ist eine erhebliche Verschlimme- run g eingetreten. Sein Ableben soll nahe bevor­stehen.

L Die Leute des Mullah haben nach einer Meldung aus Aden einen neuen Ueberfall ver­übt; sie haben einige den Engländern befreundete Stämme angegriffen, viele Menschen getötet und 20,000 Kamele geraubt.

Na also, da habe« wir die Bescherung I Nun habt ihr euch in dem leichten Flitterkram erkaltet, keine kann ein Wort sprechen und ihr hustet zum Erbarmen. Schnell,Liese,hoIen2ie mal dreiSchachteln SodenerMineral-Pastillen aus der Apocheke oder Drogerie — aber Fays ächte. Die werden euch schon wieder aufhelfen.Aber wenn ihr wieder zum Ball geht, steckl ihr mir so ein paar Pastillen für den Heimweg ein, damit ihr euch nicht noch einmal erkältet. (Preis 85 Pfg. die Schachtel.)

Links für ein taktische- Zusammengehen mit den Sozial­demokraten bei den nächsten Wahlen günstig ist.'

Die armen Liberalen! Die Anlehnung nach rechts an den Bauernbund haben sie verloren und damit ist die liberale Hochburg in Bayern, die Rheinpfalz, aus's höchste gefährdet. £>b der „Ruck nach links" die rettende Tat sein wird?

Dsscheirtt täglich mit Kasnefftne der 5o.m- enfrSelertage. Viertel- MUichnBMgrpreir ohne vri-igekiohn und VestellgeldinZuldafo- «ieau;wärtrl-5vM.

Verantw- Sebatteuti «arkrchsttter

ÄÄ-. woch-nd-ttag«: „Illustrierte §omtag;zeitung"

iT'7' Zahrganff

* Frankfurt a. M„ 21. Febr. 1910. Amtliche No­tierung der Viehmarkt-Preise. Zum Verkauf standen 475 Ochsen, 44 Bullen, 994 Kühe und Jungrinder, 370 Kälber, 324 Schafe und Hämmel und 1942 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Lebendgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht« wertes bis zu 6 Jahren 41—45 M., b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 37—40 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 36 —38 M., d. gering genährte jeden Alters 31—32 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes 36 -88 Mark, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 00—00 Mk., c. gering genährte 00—00 Mark. Kühe und Jungrinder: k vollfleischige, ausgemästete Jungrinder höchsten Schlachtwertes 36 —40 Mark, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlacht­wertes bis zu 7 Jahren 34 bis 36 Mark, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Jungrinder 27 bis 32 M., d. mäßig genährte Kühe und Jungrinder 22—25 M., e. gering genährte Kühe u. Jungrinder 17—21 M. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste Saugkälber 52—55 Mk., b. nrittlere Mast- und gute Saugkälber 50—52 Mk., o. geringe Saugkälber 43 —48 Mk., d. ältere, gering Öte Kälber (Fresser) 00—00 Mk. Schafe: a.

mmer und jüngere Masthämmel 39—00 Mk., b. ältere Masthämmel 00—00 Mk., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merz-Schafe) 00 -00. Schweine: a. Fetlschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 00.00 M., b. vollfleischige über 21/« Ztr. Lebendgewicht 00.00 M., o. vollfietsch. über 2 Ztr. Lebendgewicht54.50— 56.00 Mk., d. vollfietsch. bis zu 2 Ztr. Lebendgew. 54,00—56.00M., e. fleischige 5400-54.50 Mk., f. Sauen 00-00 Mk. Rindergeschäst mittelmäßig und hinterläßt, unbedeuten­den Ueberstand. Kälber- und Schafhandel gut, es wird ausverkauft. Der Schweinemarkt verlief ruhig mit er­heblichem Ueberstand.

Deutscher Reich.

*♦ Rot und bla«. In Bruchsal tagte am Sonntag der Parteitag der badischen Junglibe­ralen. Di? „Franks. Ztg." berichtet darüber u. a.: . Dem freundschaftlichen Zusammenarbeiten mit den Linksliberalen und der Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie im Landtag wurde Anerkennung gezollt. Namens des Reichsverbandes forderte Dr. Köhler-Köln zu freiheitlicher Arbeit auf. Es wurde weiter angeregt, daß alle liberalen Parteien im ganzen Reiche bei den nächsten Reichstagswahlen Zusammen­gehen sollten.

Gehen den „alten" Nationalliberalen immer noch nicht die Augen auf?

* Birkenfeld (Fürstentum), 21. Febr. 1910. DaS Gesetzblatt für daS Fürstentum Birkenfeld veröffentlicht eine Revision des Gesetzes betr. die Kultus-Angelegenheiten der Juden des Fürsten­tums Birkenfeld. Qn § 7 heißt es: „Der Re­gierung steht zur Wahrung der Rechte des Staates die Oberaufsicht über das gesamte jüdische Kultus­wesen zu; sie ist von allen allgemeinen Anord­nungen des jüdischen Landes-Gemeinderates spätesten- gleichzeitig mit der Publikation in Kenntnis zu setzen." (Art. 5 § 3 a.) Dieser vom Gesetze selbst zitterte Art. 5 § 3a besagt aus­drücklich: „Der Wirkungskreis des jüdischen Landes-Gemeinderates besteht in der Beratung und Beschlußfassung über allgemeine Anordnungen rücksichtlich der jüdischen KultuSverhaltniffe, sowie über sonstige die jüdischen Synagogen-Gemeinde- Verhältnisse betreffenden Angelegenheiten." — In sämtliche jüdische Kultusverhältnisse, in ihre inner­sten religiösen Angelegenheiten kann also diesem Gesetze entsprechend von der Regierung hineinge­redet werden. Das ist das StaatSkirchentum, der Staatsabsolutismus in der krassesten Form. Zu verwundern ist, wie der oldenburgische Landtag, in dem der Freisinn tonangebend ist, zu diesem Paragraphen seine Zustimmung geben konnte.

c? München, 20. Febr. 1910. Der bayrische Staatshaushalt hat für die Jahre 1908 und 1909 mit einem Fehlbetrag von 15 Millionen Mark abgeschlossen, von dem 3800000 Mk. auf bie „Malzausschlag" genannte Biersteuer ent­fallen. Während wohl größtenteils wegen des wirtschaftlichen Niedergangs, nebenher aber auch vielleicht als Folge der Antialkoholbewegung der Bierve rbeerch abnahm, während ernstlich be­hauptet wird, daß die mittelfränkifchen Hopfen- bauer an einen Ersatz ihrer weniger rentabel gewordenen Kulturen durch Zuckerrübenbau denken, verlangt daS Reich von Bayern als Ausgleich für dessen eigene Bierbesteuerung 15 Millionen Mark mehr als bisher. Diese Summe könnte durch Zuschlag zur bisherigen Biersteuer oder aber durch eine Neugestaltung des ganzen Malz» aufschlaggesetzeS aufgebracht werden. Man hat er vorgezogen, den letztem Weg einzuschlagen und die jedem echten Bayem am Herzen liegende Materie zur Vorberatung einem besondern Aus­schuß der Abgeordnetenkammer zu überweisen. AuS diesem Ausschuß, der im Dezember und Januar getagt hat, gelangte die Regierungsvor- läge mit kleinen Aenderungen am ll. Februar an da- Plenum und ist von diesem jetzt mit einigen neuen, namentlich auf die Staffelung deS Tarifs bezüglichen Umgestaltungen angenommen worden. Die neuen Malzaufschlagbestimmungen enthalte« zur Herstellung einer Einheitlichkeit im Reiche den Uebergang von der bisherigen Raum- steuer zu der für den FiskuS günstigem Gewichts­steuer, eine den kleinem Brauereien zugute kom­mende Staffelung des Tarifs und eine dem guten Ruf des bayrischen Bieres dienende Bestimmung, welch« die vielerörterte Deklarationspflicht ergänzen soll. Die Steuerbehörden sollen nämlich berechtigt sein, daS Bi« gelegentlich auf seinen Gehalt an Extrakt untersuchen und das Ergebnis bekannt machen zu lasten. — D« badische Großblock scheint in Bayem Nachahmung finden zu sollen. Die liberale Allgemeine Zeitung schreibt in ihr« Numm« 7 vom 12. Febyrar:

„. . . E» ist ja kein Geheimnis mehr, daß die Stimmung d« bayerischen Liberalen von Rechts und

Jahres-Bericht der Handelskammer zu Hanau für das Jahr 1909.

VI.

Die Aufwärtsbewegung, welche das Berichtsjahr namentlich vom Sommer ob dem Geschäftsleben brach­te, hat sich für die Wachs wäre ns abrikatl.-n besonders wohltuend sühlbar gemacht. Die Herbst- vufträge gingen früher und regulärer als in: vorige r Hahre ein, und die Kundschaft zeigte sich auch mehr geneigt, ihren Bedarf sogleich durch umfassende Bestel­lungen zu decken. Trotz stärkerer Ansprüche an die Listungssohigkeit der Fabriken war es dadurch in der Zerflossenen Saison möglich, die £ieferu t ;en in ge­ordneterer Weise und mit weit größerer Leichtigke't UuSzuführen. Der Umsatz konnte ferner auch durch Gewinnung neuer Absatzgebiete erhöht werden. Wich­tige Rohmaterialien, wie namentlich Kokos- und Ter- pentilöl, haben erhebliche Preissteigerungen erfahren; für die anderen sind die Einkaufsverhältnisse im allge­meinen gegen das Vorjahr unverändert geblieben- Die Verkaufspreise für die fertigen Artikel waren zum Teil durch die Konkurrenz stark gedrückt, mußten aber gegebenenfalls akzeptiert werden, um nicht die Kund­schaft zu verlieren. Der Geschästsnutzen mußte dar­unter entsprechend leiden.

Tie Zahl der Arbeitskräfte konnte nicht unerheb­lich vermehrt werden, gemäß der Hebung der Ge­schäftslage, und das im Vorjahre beobachtete reichliche .Angebot ging wesentlich zurück.

i Die Fabrikation von Ha u s h a l t u n g s-, Kern-, Dchmier- und Toilettenseifen und von Seifenpulver blickt auf ein recht schwieriges Ge­schäftsjahr zurück. Produktion und Absatz blieben tzegen das Vorjahr nicht unerheblich zurück. Vor allem bereiteten aber die Preisverhältnisse diesem Gewerbe die größten Schwierigkeiten. Zu Beginn des Jahres hatten die Oele einen geringen Preisrückgang zu ver­zeichnen, und dies gab manchen Fabrikanten Anlaß Hu übermäßig billigen Verkäufen. Gegen den Som- fmer begann jedoch eine starke und stetig fortdauernde Aufwärtsbewegung der Preise für sämtliche Rohma­terialien, und sie erreichten infolgedessen bald den "enorm hohen Stand wie vor drei Jahren. Eine ge­ringe Steigerung der Preise für Fabrikate ließ sich -war erzielen, sie vermochte diese aber keineswegs in richtigem Verhältnis zu den, auch durch Erhöhung der Arbeitslöhne verteuerten Herstellungskosten hin­aufzusehen, weil die Kundschaft entweder aus frühe­ren Abschlüssen noch mit billigerer Ware versehen war oder nur für den nächsten Bedarf kaufte, weil sie auf eine baldige Wiederkehr niedriger Seifenpreise rechnen Au können hoffte. Hierauf besteht jedoch wenig Aus­sicht, zumal die in Betracht kommenden tierischen und Pflanzenfette, wie insbesondere Kokosnußöl, zu Speisezwecken stark begehrt sind und hierdurch auch der Preis der für die Seisenfabrikation verwendbaren Fette' und Oele wesentlich beeinflußt wird. Im Januar 1910 haben denn auch die Seifenfabriken in unserm Bezirk. - anderen Produktionsstädten Deutschlands, iwü; meliere, gemeinsame Erhöh­ung der Verkausspreife beschlossen.

Auch für das Jahr 1909 haben die Apotheken unseres Bezirks über schleppenden Geschäftsgang, na- menfiich in den letzten Monaten, und noch mehr über unzureichende Rentabilität zu klagen. Einerseits war das Wetter diesem Gewerbe vielfach nicht günstig, an­derseits litt unter Geldknappheit im Mittelstände die Nachfrage nach teureren Stärkungsmitteln. Dazu kommt das Verlangen des Publikums nach sabrik- rnäßig hergestellten Spezialitäten, welche durch um­fangreiche Propaganda in Broschürenform und durch stntenüoe Reklame bekannt gemacht und von Reisen- den bis ir. entlegene Dörfer vertrieben werden. Solche Arzneimittel von zum Teil zweifelhaftem Wert be- ,'lasten die Apotheken vielfach mit pekuniären Einbußen, weil sie rasch durchijttue Fabrikate abgelöst und dann unverkäuflich iuer’: • ^Der Apothenkenhandel leidet [ferner sehr unter ew.it teilweise gesetzwidrigen Kon­kurrenz von Drogisten und mehr noch von keinen Krä- mern. Fast in jedem Dorfe seien von Grossisten bei Krömern, Wirten, Handwerkern usw. sogen- Drogen- ffchränke aufgestellt worden, welche alle möglichen und auch für den Verkehr außerhalb der Apotheken nicht ifreigegcLene Arzneimittel enthielten. Obgleich diese Schränke zum Teil denkbarst schlechte Waren führten, S. B. von teuren Thees nur Stengel, auch der Inhalt der verabfolgten Flaschen und Düten oft mit der

'nBezeichnung nicht Übereinstimme, und die Prnse nicht billiget als die Apotheker-Hand- verkaufsprerse seien, benutze die ländliche Bevölkerung in starkem Maße solche Niederlagen der Beguemlich- ckeiten balber. Das Angebot von geeigneten Hilfs- r t n j t en und der Zugang von Lehrlingen waren unzureichend, und es mußten daher weiter erhöhte Kehalker bezahlt wechen. Hingegen ist ein Antrag !ttuf Erhöhung der DispensatioirIgchühr um 5 Pfg Pro Rezept auf Einspruch der Krankenkassen abgelehnt worden.

Die in Fulda ansässige Fabrikation von Schuhstoffen, Teppichen und Möbel stof- ff e n mußte im Berichtsjahre eine weitere Einschränk­ung ihrer Produktion vomehmen, weil infolge An­haltens der allgcmeiii ungünstigen Geschäftslage na- Mentlich in Schuhstoffen der Absatz sich weiter Ver­ringerte. Die Ausfuhr ist nach den Verein- Staaten durch ihren neuen Zolltarif vollends unmöglich ge­macht, und ebenso stehen ihr in Frankreich und Spa­nien die hohen Zölle entgegen.

, "E Rohmaterialien sind im Preise wiederum dev- S» ?'^6cn, daß, da entsprechende Preiserhöhungen jur oen Verkauf der Fabrikate nicht durchzusetzen sind, Rentabilität des, Geschäfts Not leidet

Die gleichfalls in Fulda betriebene Fabrika- L®" vo«Filzen vermochte ihre Produktton ^roa8 steigern. Hatte im Vorjahre der SS d-n Matz stark beeinträchtigt, so

achten sich diesmal die außerordentlich gestiegenen Matettalpreifc recht störend bemerkbar, DieW Anfang

Marktdkncht.

• Frankfurt, 21. Febr. 1910. (Getreide markt.) Am heutigen Wochenmarkte war Landweizen reichlich offeriert, während der Konsum sich sehr zurückhaltend zeigte. Der Preis mußte nachgeben. Reggen konnte sich bei guter Nachfrage aus vorwöchentlicher Höhe be­haupten. Gerste ruhig. Hafer anziehend bei gutem Konsumbegehr. Mehl stetig. Aus zweiter Hand ist wesentlich unter Notiz anzukommen. — Die heutigen Notierungen sind je nach Qualität: Weizen, hiesiger u. Wetterauer 28.00 — 23.15 Mark, kurhessischer 23.00— 2315 Mark, norddeutscher 28.00—23.15 Mk^ russ. 23.75—24.25 M., Redwinter 00.00-00.00 Mk., KansaS 00.00—00.00 Mk., La Plata 23.50—24.25 Mk., Rumän. 23.75—24.20 Mark, Roggen, hiesiger, 16,90 bis 17.00 Mk., russischer 00.00—00.00 Mk., rumänischer 00.00—00.00 Mk., Gerste hies. u. Wetterauer 16.25—17.00 Mark, Pfälzer 17.00-17.50 M., Ried 16.50—17.00 M., Hafer, hies. 16.00—17.25 Mk., bayer. 16.00-17.25 Mtt württbg. 00.00—00.00 Mk., russischer 16.50—17.25 Mk., rumän. 00.00 -00.00 Mk., La Plata 00.00—00.00 Mk., Mais (Mixed) 16.00-16.25 M., russ. 00.00-00.00 M., Donaumais 16.40—16.60 M., La Plata 16.40—16.60 Mk. Wes per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: stetig. Weizenmehl Nr. 0 32.00—00.00 Mk., Nr. 1 80.50-00.00 Mark, Nr. 2 29.00 -00.00 M., Nr. 3 28.00-00.00 Mk., feinere Marken 0.50-1.09 M. höher. Roggenmehl Nr. 0 24.25—24.75 M., Nr. 1 21.50—21.75 Mk., Nr. 2 17.25—17,75 Mk. Alles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. Futtermittel: fest. Weizenschalen 10.90—11.00 Mk.,Wchenlleie 10.25—10.50 Mark, Roggenkleie 10.50—11.00 Mark, Futtermehl 12.50—14.00 M., Biertreber, getrocknet, 13.25—13.75 Mark. .Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier.

175 (4- 5 ) , 160 ( — ) ,, ^Marktpreise: Weizen: Berlin Mai 225.25 + 1'25 225.00 (4- 0.75) Budapest April 236.60

H- 1-45), t^tca«0 Mm 175.90 (ft- 4.3»), Roggen: Berlin Mat 170.00 (- 2.00), Jutt 173.75 (- 1.50) Hafer: Berlin Mai 161.50 (— 3.00) Jutt 16375 (— 2.75) Mk. per 1000 Kilogramm.

vermischter.

♦* Bei dem Brande zweier Schafställe aus dem Rittergut Zehna bei Schwerin sind 1600 Schafe in den Flammen umgekommen.

* SerienloZ-Schwindel. Das Hamburger Frem- denblattt schreibt: „Seiber läßt sich das Publikum immer wieder durch die verlockenden Prospekte der Serienlosgeschäfte verleiten, die Mitgliedschaft der sogenannten Losgesellschaften zu erwerben. Dabei sollte die Vorbereitung gesetzlicher Maßnahmen gegen diese Art Geschäftsbetrieb allein schon das Publikum zur Aufmerksamkeit und Vorsicht veran­lassen. Wie lohnend das Geschäft der Serienlos- Unternehmer ist, ergibt sich aus folgendem charak­teristischen Beispiel: Ein Herr Julius Werner in Hamburg gibt, gleich seinen Kollegen, in zahllosen Exemplaren in die Wett hinausgesandten Pro­spekten je hundert Anteile von einem Los aus, von dem ein ganzer (lOOftel) Anteil 6.30 M., ein halber (200stel) 3.30 M. kostet. Das bedeutet eine Ein­nahme von 6.30 mal 100 Personen, also 630 Mk. Dieser Betrag muß allmonatlich, also zwölfmal im Jahre, gezahlt werden, das sind 7560 Mk. Dem­gegenüber steht als Ausgabe der Anschaffungspreis der Lose. Ein türkisches Staatsprämienlos jährlich 6 Ziehungen, 184; ein Augsburger 5 Fl.-Los, jährlich 2 Ziehungen, 42 M.; Genueser 150 Sire» Los, jährlich 2 Ziehungen, 235 M.; Mailänder 45 Lire-Los, jährlich 2 Ziehungen, 140 M., also Ge­samtausgabe in einem Jahre für 12 Ziehungen 601 Mark. Demnach werden von Werner pro Gruppe 6959 Mark mehr erhoben, als die Lose kosten. Was mit diesem mehr erhobenen Betrage geschieht, damit geben die Mitgliederbestimmungen Werners Aufschluß, denen sich jeder Mitspielende unterwerfen muß. Es heißt dort nämlich: Die Beiträge werden verwandt zum Ankauf der Origi­nal-Lose, zur Deckung der Unkosten und zur Ver­gütung an die Geschäftsleitung. Angenommen, es beteiligten sich hier nur 2000 Mitspielende, während es in Wirklichkeit natürlich erheblich mehr sind, so beläuft sich die Vergütung an die Geschäftsleitung, also an Herrn Werner, auf 20 X 6959. Es würden hier, nach Abzug der Unkosten, immer noch 131000 Mark für Herrn Werner übrig bleiben — eine Uebervorteilung der Mitglieder, wie sie schlimmer nicht gedacht werden kann. Eine neue Liste von Firmen, die auf einer solchen ober ähnlichen Grund­lage ihr Serienlosgeschäft betreiben, wird uns von dem Verein Königlich Preußischer Lotterie-Einnehmer der Thüringisch-Anhaltischen Staaten zur Verfügung gestellt. Obwohl wir eine größere Zahl dieser Händler schon früher genannt haben, glauben wir doch, die ganze Liste zur öffentlichen Kenntnis bringen zu sollen; sie lautet: HanS Schröder in Hamburg I; Rud. Loß u. Co. in Hamburg; Maaß u. Co. in Hamburg; Otto Harten in Hamburg 5; Georg Rehdock u. Co. in Hamburg; Franz Heise in Hamburg; F. A. Johnscher in Hamburg 23; Martens u. Co. in Hamburg; F. W. Peters in Hamburg ; August Rettig in Hamburg 25; F. I. Otto Heise in Hamburg, Hammerbrookstraße 3; C. Weber in Hamburg; Friedrich Jhde in Ham­burg, Königsstraße 27/26; Friedrich Armgart u. Co. in Hamburg, August Müller in Hamburg; Karl Wehe in Hamburg; Albert Helms in Bremen; H. Brnos u. Co. in Braunschweig und Karl Möller in Hamburg 36.

164 (- P/,) 160 (-4 )

161 (- 2 ) 171 (- 2 )

Kurzer Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des deutschen LandwirtschastS« rats vom 15. bis 21. Februar 1910.

Angesichts des hohen Preises, den der Kanadische Weizen aus dem Weltmärkte bedingt, ist von der Bei­legung des deutsch-kanadischen Zollkonfliktes eine Prak» itsche Wirkung zunächst kaum zu erwarten. Das kana­dische Produkt ist auch bei einem Zollsätze von 55 M. für Deutschland augenblicklich zu teuer. DaS gleiche gilt übrigens auch vom amerikanischen Weizen. Wenn die in der Berichtswoche von drüben gemeldeten Preis­steigerungen trotzdem nicht ohne Einfluß blieben, so ist dies dem Umstande zuzuschreiben, daß es sich bei der amerikanischen Festigkeit bereits um die Aussichten der nächsten Ernte handelt und daß andererseits daS amerikanische Beispiel die übrigen Exportländer zur Erhöhung ihrer Fordemngen ermutigt. Tatsächlich zeigte sich Argentinien wie auch Nordmßland zurk.ck- haltender, nur Südmßland war zu ziemlich unber« änderten Preisen Abgeber. An der im allgemeinen wenig erfreulichen Situation des Getreidehandels ha­ben diese Verhältnisse indes wenig geändert. Nament­lich Deutschland verhält sich neuen Erwerbungen ge­genüber sehr ablehnend. Es bezieht sich dies aber mehr auf ausländischen als auf den nach wie vor nur mäßig angebotenen inländischen Weizen, dessen Preis­stand sich auch ziemlich gut zu behaupten vermochte. Aus dem Licseningsinackte wirkten die überseeischen Preissteigerungen anregend, doch vermochten sich die daraus resultierenden Gewinne nicht voll zu behaup­ten. Immerhin war am Schluß ein Preisfortschtttt von 1^4 bezw 13-i Mk. festzustellen. Im Roggenge- Ichäft macht sich der Mangel neuer Exportnachfrage umso empfindlicher bemerkbar, als angesichts des un- befriedigenden Mehlabsatzes im Jnlande die Auf- nahmefähigkeit sehr zu wünschen übrig läßt. Auf dem LieferungSinarkte brachten sich diese Verhältnisse durch einen Rückgang von 2 bezw. 1% Mk. zum Ausdruck. Die Schwierigkeiten int Hafergeschäst haben sich in der Derichtswoche eher noch verschärft. Die Provinz ist mit ihren Forderungen zwar heruntergegangen, aber auch diese lassen gegenüber den im Konsum erzielbaren Pässen immer noch wenig Rechnung. Im LiefemngS- geschäst drückten gegen Warenbesitz vorgenommene Ab- gaben die Preise um 3 bezw. 13/4 Mk. herab. Russische «uttergerffe war für spätere Lieferung billiger käuflich, wahrend sich schwimmende und greifbare Ware im Preise hielt- Für die wenig veränderten Maisofferten gab sich fein sonderliches Interesse kund.

Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei daS Mehr (ft-) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist wie folgt:

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Weizen

Danzig 232 (— 3

Berlin 228 (ft- 1

Frankfurt 23P/«(— 21/») 170

München 244 ( — ) 160 ( —

Roggen Hafer