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Fulda, Dienstag den 22. Februar 1910.

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nur wie Bet uni die Befugnisse der OrtSschul- inspeklftm z« beschränk» versuch^ sondern sie direkt ihre» Ämter entkleidet.

Dem ersten Satz steht die Tatsache gegen­über, daß im Regierungsbezirk Arnsberg die geistliche Ortschulinspektion tatsächlich mehr und mehr aufgehoben wird. Ob die Verfügung diesen „Zweck verfolgt", ist furchtbar gleichgültig. In Verfolg der Verfügung hat man dort nicht

Huld» schaute bereits nach chr aus und trippelte un­ruhig hi» und Herl Achl Da kam sie durch daS Hauptportal, der Kreppschleier verhüllte ihr Gesicht. Hoch erhoben hielt ste den Kopf, als sic ruhig an den Verwandt« vorbeischritt. Da trat der Freiherr Jo­hann, der Besitzer von Tiefenhall, auf sie zu und be­grüßte sie freundlich. Auch seine Frau folgte seinem Beispiel, unb beide baten Rotkraut, sie nach Hanse zu begleiten und den Tag bei ihnen zu verleben.

Die in herzlichem Tone ausgesprochene Aufforde- rung fand nur wenige Schritte von den übrigen Ver­wandten ftett und Rottraut stimmte sogleich zu.

„Wir habe« nur durch den Pack zu gehen', sagte Fran Theülotte, Kommen Sie, mein liebe» Kind.'

Die kleine stacke Dame schob den Arm durch den des junge« Mädchens, ihr Gatte und Hulda folgten, und so entschwanden die beide» Paare den Blicken der übrige» Gesellschaft.

Lebhaft» Rede und Gegenrede flogen hin und her, jeder hatte etwa» zu sage»; die Männer waren von der Schönheit Rottraut» entzückt, während sich die Frau?« zuülchaltender zeigte«. Alle kamen aber darin überein, daß der eben gehörte Gesang ihn« gefallen habe und die Tochter Günther Erichs doch nicht so sei, wie man vermutet hatte.

.Wir werd« uns doch um ste bekümmem Ms- s«', meint» der Freiherr Statt „Wenn ste hier lebt, kann man sie nicht link» liege« lasfew Onkel Johann hat den Anfang gemacht, und ich find«, er hat Recht.'

Die meisten stimmten dies« Worten bei. So groß ist die Muht der Jugend und Schönheit über die Mensche«; der Sieg wird ihr leichter gemacht. Wäre Rottnmt unscheinbar von Gestalt und häßlich gewesen, man hätte sie west strenger beurteilt E» fand« sich jedoch auch noch jetzt einige Stimm«, die sich gegen die Neuerschienene auflehnten und sich weigert«, mit ihr zu Verkehr«: gab es doch unter den Pfeileck» so manchen, der durch Günther Erich gelitten hatte und die» deff« Kindern nachtrug.

Der Freiherr Dietrich trat mst Hartwig beiseite und fragte ihn, ob er schon mit der Erbin der Pfeil­burg gesprochen und sein Kuratorium nun beendet fei. .Denn', meinte er, .mit der Schuld an Stahlbachs

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»ar arte) litt tum »och |» 1,Huschen übrig, dÄ; «IIS«» wr Kleinen lrxchten, »ob die Bückche» |t* fktArat MtnarlMn • ?

Tran «nch nicht vertragen. De«: wir maßten tws nach eine» beStnit ix Ihrer Scott* Ewat». Ich WM aleich bewerkrn. dach da* «inj» bl«. ; nimmt ntk sie gerade,» als ei»a* znm Naschen' betrachtet. Die Wirkim, war 6ett>erragenl>, bemr

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zu machen. Taktvoll wurde jedes Thema vermiedest, daS dem neuen Ankömmling peinlich fein konnte, f

Tiefenhall war lange nicht so alt und romanttsch wie Grafenhorst und die Pfeilburg; erst d« Säte*, des jetzigen Besitzer» hatte eS gekauft und das fany gestreckte einstöckige Hau» erbaut, da» keinen Anspruch auf Sstl oder Schönheit erheben konnte ES wat aber bequem, gemütlich und sehr geräumig- Du» Töchterchen deS Ehepaares, die hübsche Elsa vost Pfelleck war jcht allein Bei den Eltern. Die älter« Geschwister waren au» dem Nest geflogen, die Schwei ft ent verheiratet, die Brüder Offiziere oder Seatate, Der jüngste Bruder Max besuchte die Bergakademie in FreSberg.

Mst der dem Backfischalter eigenen Schwärmerei bennmberte Elsa die neue Kouflne, und sie und Huld« scherzten und lachten so herzlich, daß Rotkrauts ent« ste» Gesicht sich immer mehr erhellte.

, Lottchen', sagte Freiherr Johann zu seiner Frau, al» ste sich nach Tisch etwas zurückgezogen, während Elsa ihrer „neuesten Flamme" den Pack und Gart« zeigte, „Lottchen, nicht wahr, da» ist ein Pracht» mäbdt' >

.Jawohl, SCier*, stimmte sie Bei, .und wie sie bei näherer Bekanntschast gewinntl Sie hat mich gebeten, ihr ein« kleinen Kurs«» in bet Haushaltung zu geben; die nimmt es damit ernst, die wird eimmck etwa» Tüchtiges leist«.' — Der Freiherr lächelte, e* kannte bi* schwache Seite seiner Lebensgefährtin. >

.S, reizend Rottraut ist, wird sich wohl keine* von d« Pfeileck» dazu entschließ«, um sie zu freien', meinte Frau Lottchen. .Ich muß aufrichttg sag«, ich bi« froh, daß unsere Söhne nicht hier leb«; st, könnte« sich sonst leicht in die Soufine verlieben Ma, kommt nicht in Betracht, der ist zu fimg für sie; Hoss fenikich »ediert er sein Herz nickt an Willi» Pfeileck, die zwette Tochter Günther Erichs-'

Mil diesen Sorten schloß He Freifrau die Ang« und hieü ihr Mittagsschläfchen.

Rottraut und ihre sugeudliche ^Begleiterin durch­wandelten inzwischen die Gänge de» Packe», wobes da» lebhafte Kind ihr affe» zeigt» und erklärte. J

GortsktzUW fplM

!: Allendors (M.-W.-Bahn), 20. Febr. 1910. Heute nachmittag gegen 2 Uhr ging ein Lust« ballon von Frankfurt a. M. kommend m un­mittelbar« Nähe unserer Orte» nteber Der Ballon trug den Namen TrLr II und hatte «er Insassen, von denen zwei wegen Gasmaugels aussteigen mußten. Nachdem die Herren auch einigen hiesigen Einwohnern dar Vergnügen ge­macht, mit dem Ballon einmal hoch zu fahr«, wurde nach einstündigem Aufenthalt die Weit«- reise in nordöstlicher Richtung angetreteu.

zs Marburg, 20. Febr. 1910. Ein hiesiger Student hat sich mit einem Schreiben an den Vorstand der Kurhessrschen Landwirtfchaftskammer in Kassel gewandt und mitgetrilt, daß sich die Studenten, insbesondere die Juristen und Nationalökonome während bet Ferien mit Land- arbeit beschäftigen möchten, wie ba5 bereits in Schweden und Amerika vielfach geschehe. Der Antragsteller glaubt sür einen Teil der Studenten in Aussicht stellen zu können, daß sie gewillt seien, ernstliche Arbeit in der Landwirt­schaft zu leisten und «sucht die Landwirtschafts­kammer die Vermittlung in bet Angelegenheit zu übernehm«, falls sie sie für dmchführbar ansehe. Der Vorstand der LandwirtschaftSkamm« scheint den neuen „Saistmarbeitern" jedoch kein großes Zuttanen entgegen zu bringen, denn « beschloß, in die Angelegenheit nicht einzugreifen, sondern es den Landwirten und Studenten zu überlassen, sich in dies« Frage zu einigen.

* Melsungen, 19. Febr. 1910. Ein Fahr- knecht der hiesig« Tonwerke wurde auf dem Wege nach der Tongrube von feinem eig«en schweren Wagen über das Rückgrat gefahrm und «heblich verletzt.

♦ Wiesbaden, 20. Febr. 1910. Eine Versamm­lung im Gewerkschaftshau» protestiert» gegen die Uebergriffe der Polizei, die hier, sowie « Frankfurt und Neumünster zu den bekannt« Zusammenflüßen mit den Demonstranten geführt hab«.

4- Der Fonds zur Nnterstützung der Witwen und Waism solcher DolkSschnllehnr, die vor der Geltung des neu« Pensionsgesetzes, d. h. vor dem 1. April 1907 verstorben sind, ist im neu« preußischen Etat von 630000 auf 630000 Mk. erhöht worden. Wenn man bedenkt, daß die höchste Pmston der Lehrer vor dem neu« Besoldungsgesetz viel« Jahre etwa 1425 Mk., erst in dm lebten beiden Iahten vor dem Gesetz selbst ans den Minimalstell« etwa 1635 Mk. betrug, und daß davon die Witwe nur 40 v. H, bezieht, so wird man behaupt« dürfen, daß die Erhöhung jener Summe wohl kaum genügt, hnvrh hi» Breisiteiaerulia der letzten Jahre we-

Am dem Rachbargebiete.

Q Hanau, 21. Febr. 1910. Der Magistrat hatte um die Genehmigung zur Ueberführung der elektrische« Straßmbahn über die Eifenbahn bei dem Weftbahnhof und an der Lamboystraße in Schienenhöhe nachgesucht, wurde aber von der Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. und bann auch von dem Eisenbahn-Ministerium abschlägig befchied«. Die Erlaubnis, morgens und ab«ds je ein« Leerwagen überznleitm, steht jedoch in Aussicht, wodurch es möglich wird, einen Pendel- verkehr für die Strecken lllanen-Kaserne-Lamboy straße und Keffelstadt- Westbahnhof emzurichten.

< ^>ei>ranömarHt.

15j Roman von G. Freffrau von Schlipp enbach-

Jm Familienstuhl der Pfeileck» war die hohe, in Trauer gekleidete Gestalt auf dem Eher nicht un­bemerkt geblieben. ,, „

„DaS ist Günther Erichs Tochter', zischelte man sich zu, „sie singt ja herrlich.'

Hartwig fühlte sich mächtig gepackt, er war em leidenschaftlicher Bewunderer der Musik und eine schöne Mädchenstimme verfehlte nie, ihren Zauber auf 'hn auszuüben. Ein Gefühl tteffter Andacht kam über hn, er schloß die Augen und ließ sich von den Well« -es Gesanges forttragen. Von allen dm Anwesenden Joar wohl niemand so bewegt, wie gerade er, Graf Hartwig, der vor kurzer Zelt in so häßlicher Weise über die geurteilt, die ihn jetzt willenlos in einen Zauberbann schlug, gegen dm er sich nicht wehr« konnte.

DaS Lied war zu Ende, er erwachte au8 seiner Andacht, den Kopf erhebend, erblickte er Rottraut auf dem Chor; sie saß unbeweglich da, die Hände in ein- ander gefügt, lauschte sie auf den lithurgischen Gottes­dienst. , ___

Der Prediger, der den „toilben Pfelleck' gestern zu Grabe geleitet, war ein junger Man«, der noch Nicht lange im Amte war; er hielt eine schöne Rede über den reichen Erntesegen; der Scheuer und Stall gefüllt, er ermahnte die Anwesenden, der Arm« zu Erdenken und für sie zu sorgen.

Trotz der eigentümlichen Lage, in der sich Rottraut befand, hatte sie jetzt ein Gefühl der Zugehörigkeit zu Cen übrigen Landeigentümern, denen diese Rede galt. Auch st» war Herrin über Menschen, bi« ihr dient«, denen sie Gutes erweisen konnte; von ihr hing eS ein mildes Regiment zu führen, die Liebe und Ergebenheit ihrer Bauern zu gewinnen, ‘ Nun war der Gottesdienst zu End«. Auch He Wse'lecks verließen die Kirche und blieb« noch eine Weile im Gespräch auf dem freien Platz davor bei- jmnm«. Rsttraut bildete heute den Stoff der Un» ^Shaltuna. wie es kelbstverfiandlich war. Fräulein

** Ei« neue» Riefmschiff wird ooa der Hamburg» Amerika-Linie bei bet Hamburg« Filiale der Söul»’ kan-Werke in Auftrag gegeben. Der Dampfer wird.' über 800 Fuß lang und hat 48—50 000 To. Wassers Verdrängung.

tue durch die Preissteigerung her letzten Jahre sentlich verschärfte wirtschaftliche Not mb Streifen zu lindern. Darum hat bet preußische Leh- rttvereiu soeben bas Haus bet Abgeordneten um ihre weitere Erhöhung gebeten.

* Unter dem Titel „Wir gehen nicht nach Berlin" nimmt die Pariser Presse in einem Leitartikel zu der Einladung der französischen Akademiker nach Berlin zur Universitäts- feier Stellung. Der Rektor der Berliner Uni- versität hatte die französische Akademie zu der am 10. bis 12. Oktober dieses Jahres stattfindenden Hundertjahrfeier eingeladen. Die Presse erklärt jetzt, daß die Akademiker diese Einladung ein» stimmig ohne Diskussion abgelehnt haben. Die Universität Berlin trägt den Namm Friedrich Wilhelms in. Sie ist im Jahre 1810 aus dem Freiheitsgedanken im Kampf gegen die stan- zöfische Herrschaft gegründet worden. „Wie kann man her' französischen Akademie zumuten, daß sie ein Fest mitmacht, das ihren Schmerz hervor- rufen muß?" sollen die Akademiker erklärt haben. Die Presse bemerkt zu diesem Ausspruch, daß er aus bet Seele eines jeden national denkenden Franzosen gesprochen sei. Wann wird man bei uns endlich einsehen, daß dies ewige Pouffierm der Franzosen gar keinen Zweck hat, sondern nur dazu dient, ihrem Selbstbewußtsein zu schmeicheln und ihnen die Genugtuung einer spöttischen Zurückweisung zu beteilen?

)( I« den neuesten Kulturkampf, der in Westfalen und anderwärts in der Gestalt der Aufhebung der geistlichen OrtSschul- inspektion geführt wird, hat jetzt die Regie­rung Stellung genommen, nachdem man sich seitens der katholischen Bevölkerung durch wieder- holte energische Resolution über diese Zurück­setzung der katholischen Interessen beklagt hatte, yn der Antwort des preußischen Kultusministers auf eine Protestresolution heißt es:

„ES muß als eine unrichtige Auffassung be- . zeichnet werden, wenn behauptet wird, daß die -Ver­fügung der königlichen Regierung zu Arnsberg den Zweck verfolgt, die Ortsschulaufstcht durch Geist- uche aufzuheben. Ebensowenig ist eine Aenc^rung bet bestehenden Bestimmungen wegen gemeinsamen Unterrichts von Knaben und Mädchen beabsichtigt. Vielmehr werden in ganz Preußen in ben mutier« und unteren Klassen Knaben und Mädchen nur dann vereinigt, wenn dies im Schuliuteresse notwendig pt, um eine aufsteigende Klassenfolge zu ermögliche». J» ben oberen Klassen wird nach wie vor, soweit irgend möglich, die Trennung der Geschlechter durchgefuhrt.

Ausland.

• Die imrerpolitische Lage kn England erscheint jetzt trotz aller Verworrenheit nicht mehr ganz so unsicher für die Liberal« wie in der vergangen« Woche. Die Arbeiterpartei erklärt die Ausführungen chreS Führers Sarne« über Vetorecht als persön- ttche Ansicht desselben. Die Partei habe noch nicht Stellung zu der Frage genommen. Dre Verhanb- hma« nut den Iren sollen ebmfalls noch nicht abgebroch« sein. - Der Wunsch der en g l, sch en Katholiken, nach bemVorbild bet beutsch« Ka- tholikm «in«jährliche allgemeine Katholiken- Versammlung adzuhattm, soll noch in biefem Jahre in Erfüllung geh«. In einer im erzbischöf- sich« Palast in Westminster abgehattmen Sitzung des KomtteeS hab« Vertreter ber meisten katho- lisch« Vereine unb Abgesanbte aus ben Stabt« Leeds, Bradford unb Sheffield teilgenommen. Es ist beschloss« worden, die erste nationale Katho­likentagung in der Stadt LeedS abzuhalten und zwar vom Freitag d« 29. Juli bis zum darauf, folgende» Dienstag. Außer einer ober mehrer« Hauptversammlung« soll« zahlreiche Nebenver. fämmhmg« der einzelnen Vereine abgehalten wer­ben. Mtt ben Vorbereitungen hat man in LeedS bereits begonnen.

% Im Militär - Arsenal Toulon sind um­fangreiche Durchstechereien, die schon mehrere Jahre dauern, aufgedeckt ward«. Bisher find zwei Angeklagte verhaftet, der Arsenal - Beamte Rebuffel und ein Angestellte eines Lieferant«. Die Lieferanten liegen sich vom Staate Warenmengen gutschreib«, die sie nicht geliefert hatten, oder wenn daS Gewicht stimmte, verschafften sie sich Passierscheine, mittels deren sie die abgelieferte Ware ganz oder teilweise wieder auS dem Arse- nal entfernen könnt«.

*. Im schwedischen Reichstage nahmen beide Kammern den Vorschlag auf Verlängerung des deutsch-schwedischen Handelsvertrages an.

* Eine neue japanfeinoliche Gesetzesvor­lage ist dem amerikanischen Kongreß vor­gelegt ward«, die den Haß zwischen den beiden Ländern aufs neue entflammen dürfte. Rach dieser Borlage sollen in Zukunft von Asiaten nur Lehrer, Kaufleute und Touristen auf amerikanischem Bod« sich zeitweise aufhalten dürf«; nattonalisationSunfähig» Personen soll« überhaupt nicht mehr zugelassen werden. Da aber Asiat« überhaupt nicht nationalisiert werd« können, so ist damit auch jeder japanischen Einwanderung ein Ende bereitet. Bis jetzt hat Japan nicht offiziell gegen die Vorlage protestiert.________

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Welck ei« Gegensatz!

=T Auf der ein« Seite Zwang, Schelten unb Trän», en, wenn die Klein« ben ihn« widerlich schmecken-^ ben Lebertran nehmen müssen — auf der anderen Sette leuchtend« Auge«, wenn die Mutter ihn«, ScottS Emulsion 'gibt. Wieviel nachhaltiger die; Wirkung einer Präparate« tft, b«8 bie Klein« mit solcher Vorliebe nehmen, beweist der folgende Brickri Röis»orf lei Türen, An der Strche, 16. April 1903.’

-Mei» jetzt 2V« Jahre eitel St84teri)en Traub66en mutzte, auf Anraten bei Arzte» z« etirtung feine« tutzerft galten #<x5a» * - —« ** -* -Ti - ,, -'unn ffiln .ni.U ainM „»üÄerltl!'

vermischtes.

«* Zu der .Räuber'-Attsfährmq tt» Weimar fuhr« auch in diesem Jahr die Jenenser Studenten mit Mustkkorps in etwa 100 Wag« hinüber. DaS alt- ererbte Recht, statt des RäuberliedeS: .Ein freies Leb« führen wir" bas »GaudesmuS igitur' anzu- stimm«, würbe nach mehrjähriger Unterbrechung roieber ausgeübt. Das Theater war übervoll. Im Parkett saßen ca. 400 Studenten im Souleur. Auch der junge vermählte Großherzog mit Gemahlin war anwesend.

* MU Ziankali vergiftet wurden in Pforzheim aufgefunden ber 44 Jahre alte Fabrikant Schwemmte, dessen 41jährige Frau unb bie 15jährige Tochter. Die Ursache des Selbstmordes ist Vermögensversall.

* Eine gefährliche Einbrecherjagd spielte fich in Köln ab. Mehrere von einem Dimstmäbchm bei ber „Arbeit' überraschte Einbrecher flüchtet«, wurden aber von Straßenpassanten verfolgt unb feuerten mehrere Schüsse auf ihre Verfolger ab. Ein Herr wurde schwer, ein anderer leicht verletzt. Zwei der Burschen würben feftgenommen.

♦* Selbst bie photographische Kamera wird geg« bie Demonstranten zu Hilfe gerufen. Nach einer Verfügung des Ministers des Innern mit bem Signum „Geheim' versehen, sollen „bei Ge- fährbung ber öffentlichen Ordnung, Straßmbemon- strationen unb bergleichen zum Zwecke eines ein- roanbfreie Nachweises bes VerlauieS der Ruhestörung, Demonstration usw. photographische Aufnahmeu an geeigneten Stellen erfolg«.'

wirst Du kein Glück haben. Und aufrichtig gesagt, fie müßte allzu ideal veranlagt fein, wenn sie nach dem Tode des Vaters feine leichtsinnig gemachten Schulden auf sich nähme.'

^Jch muß suchen, diese unangenehme Sache mor- gen abzuuwcheu', versetzte Hartwig. »Donnerstag ruft mich der Dienst zurück; ich will ftoh fein, wenn ich nichts mehr mit der Pfeilburg zu schaff« habe-

Gräfin Hedwig und ihr Sohn verabschiedete« sich und traten dm Rückweg an.

Mllst Du mein« Arm nehm«, Mutter?' fragte Hartwig. Die Gräfin schob die Hand durch ben Arm ihres Sohnes Stillschweigmd gingen fie neben, einander her. Endlich ergriff die Mutter da» Wort.

Hartwig, wie wünschest Du, daß ich mich ver­halte?' fragte sie mit mühsam bekämpfter Erregung. Wenn Rottraut von Pfelleck hier lebt, toirb e8 fich schwer vermeiden taffen, mit ihr in Berührung zu kommen.'

Unmutig faltete fich de» jung« Manne» Stirn, und er entgegnete kurz: .Halte da», wie Du willst, Mutter. Ich werde ja wenig hi« fein und für die Zelt meiner Anwefenhett ist ein Beisammensein ja leicht zu umgehen.'

Mein lieber Sohn', sagte Fra» Hedwig, betrof­fen über des Sohne» schroffe Art. .bitte, zürne mir nicht, wenn Rottraut und ich dennoch bekannt ««den- Ich 'kann nicht unfreundlich gegen fie fein'

Die Augen der Gräfin glänzten unter Träne«. Hartwig beugte sich über sie imb küßte sie zärtlich. „Meine Hebe Mutter', sagte er fteundlich, ,ich werde mir Mühe geb«, meine Abneigung zu über­winden; jedenfalls soffst Du ni$t barönter leiden.'

Sie bestiegen ihr Boot und fuhr« nach dem Gra­fenhorst zurück. Hartwig befahl dem ein« Knecht, ihm fein« Platz einzuräumen, und et legte fich ge­waltig in» Zeug, hittte er doch da» Bedürfnis, sich in irgend einer Art auSzutoben, um bet innere» Er­regung schneller Herr zu werde».

Rottrimt verlebte ein« angenehmen Tag In Tte- s«haff; sowohl der Freiherr, rote auch seine Frau Staren eifrig bemüht, e» ihrem jung« AM heimisch

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