London einoetroffen.
Kleines Feuilleton
lern so recht paffen!
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Die Hauptbeschäftigung dieser kleinen Republik ist die Tischlerei und Buchdruck. Es wird eine Zeitung veröffentlicht, die allerdings nur einmal im Vierteljahre erscheint, also nicht dauernde Arbeit erfordert. Tisch- lerarbeüen dagegen gibt es ständig zu tun. Meck- würdig ist in der Republck auch, daß jede Stunde, die in der Schule zugebracht wird, den Bürgern als Staatsdienst bezahlt wird. Das könnte unseren Schii-
verkaust werden würden. Vevertng ervot sich, em Staatssekretär die Stellen mitzuteilen, wo daß Material geborgen sei. Wenn sofort die erforderlichen telegraphischen Anordnung gegeben würden, so könne man noch im Laufe deS Tages von der Richtigkeit feiner Angaben überzeugen. „Gevering hat denn auch sofort dem Admiral HarmS eine genaue Beschreibung und Zeichnung der Oertlichkeit, wo die Schätze versteckt sind, gegeben." — Auch am Donnerstag gab eS darüber in der Budgetkommiffion erneute Auseinandersetzungen. Die Regierung hielt mit ihre, Antwort zurück. Eie wird erst Rückfragen und Untersuchungen veranstalten, die vielleicht schon während der Weilerberatung deS Marine- etatS in der Budgetkommiffion zur Kenntnis gebracht werden können. — Gestrichen wurde von den Forderungen für Werftbeamte eine erhebliche Zahl.
Jahres-Bericht der Handelskammer zn Hanau für das Jahr 1909.
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Für den Weinhandel brachte das Berichtsjahr die Erhöhung der Schaumweinsteu:r, während die Weinsteuer wegfiel. Deutschlands Weinernte war mit geringen Ausnahmen im Jahre 1909 nach Güte und Menge unbefriedigend. Dieser Umstand hat in Verbindung mit dem neuen Weingesetz eine weitere Steigerung der Preise für kleine Konsumvereine herbeigeführt. Wenn der Absatz der Weinhändler sich auch etwas erhöhte, so ließ die Rentabilität doch zu wünschen übrig, und die Kredit- und Zahlungsver- höltrüsse waren immer noch ganz unzulänglich.
Für die Aepfelwein-Produktion verlief das Berichtsjahr im ganzen zufriedenstellend. Die anfänglich hohen Preise für Kelteräpfel fielen allmählich, da mehr Obst an den Markt kam, als man ge- glwlbt hatte. Infolge des naßkalten Sommers ließ der Absatz zunächst zu wünschen übrig; zu Anfang September setzte jedoch mit dem Bierboykott ein starker Versand ein, welcher sich dann von Mitte November aber in normalen Bahnen bewegte. Eine Preiserhöhung erwies sich infolge Widerstandes der Gastwirtsvereine als nicht durchführbar.
Das Berichtsjahr hat die F a b r i k a ti o n von Müllerei-Erzeugnissen nach den Störungen der letzten beiden Jahre im ganzen wieder in normale Grenzen zurückgeleitet. Zwar war im Frühjahr der Geschäftsgang bei geringem Nutzen noch langsam, well zum Teil infolge der bedeutenden Ausfuhr deutschen Roggens dieser knapp wurde und eine Preis-
♦ Eine Rede de» Reichskanzlers.
Herr v. Bethmann-Hollweg scheint daS Beispiel seiner Vorgängers nachahmen und daS Festmahl des Deutschen Landwirtschafts- ratS zu Programmreden benutzen zu wollen. Ebenso, wie Fürst Bülow eS zu tun beliebte, hat er auch am Mittwoch abend das Mahl dieser Körperschaft besucht und dabei hauptsächlich die Kritiken zurückzuweisen sich bemüht, die sich an sein« große Rede im Abgeordnetenhause geknüpft haben.
Der Reichskanzler erklärte, daß er nach wie vor an der vom Fürsten BiSmarck begonnenen und vom Fürsten Bülow fortgesetzten Wirtschaftspolitik festhalte. Daß diese Politik nicht nur den Interessen der Landwirtschaft, sondern auch denen von Handel, Gewerbe und Industrie diene, dafür erblicke er den Beweis darin, daß Deutschland die letzte große wirtschaftliche Krise ohne wirklich gefährliche Erschütterungen überstanden habe und überstehen werde. „All' die »H a g e l s ch a u e r Oer Kritik, die auf mich niedersausen, machen mich nicht irre, wobei mir als Wetterschutz nicht so sehr der schon etwas abgetragene Mantel des Philosophen dient, den mir freundliche Mitme,.scheu immer wieder um die Schullern hängen, (Große Heiterkeit), als die Ueberzeugung, daß mir die Pflicht gegen Kaiser und Reich zu handeln gebietet wie ich handele." „Vor Ihnen, meine Herren," so fuhr der Reichskanzler dann fort, „die Sie aus allen Gauen unseres Vaterlandes, und so auch aus dem Süden hierher zusammengekommen sind, betone ich hier besonders gern die Pflicht gegen das Reich. Man stempelt mich zum preußischen Partikularisten und sagt mir Mißachtung deutschen Wesens nach. Ich wüßte nicht, wie ich deutscher denken könnte, als wenn ich Preußens Ruhm darin erblicke, sich selbst stark zu erhalten, dann aber seine Stärke in den Dienst des Reiche» zu stellen." Weiter gab der Redner dem Wunsche Ausdruck, daß die deutsche Landwirtschaft dem deutschen Volke Männer darbrttgen möge, die über die Liebe zur engeren Heimat niemals die Pflichten gegen die Allgemeinheit und das große deutsche Vaterland vergessen mögen. Dann wird auch die Reichsregierung ihre Arbeit für da- Wohl der Landwirtschaft wie bisher in dem Bewußtsein tun können, damit nicht agrarischen Sonderinteressen, sondern der Gesundheit unsere- gesamten Volkskörpers zu dienen. Der Reichskanzler schloß mit inem Hoch auf die deutsche Landwirtschaft.
Dame saß. Da er als Mann von feiner Unwiderstehlichkeit überzeugt war, so ließ er feine erste Flamme im Stich und klopfte bei der neuen „Braut" an. Die hatte für fein Werben jedoch lein Verständnis, sondern stürzte sich wütend auf ihn, sodaß er schleunigst Reißaus nehmen mutzte. Rach einigen Minuten kehrte er zu feiner ersten Liebe zurück, doch diese hatte bemerkt, daß ihr Geliebter auf Abwege geraten war, fiel über ihn her und fraß ihn mit Haut und Haaren auf.
— Schlagfertige Antworten. Gekrönte Häupter inb oft durchaus nicht unempfindlich gegen einen gu= :en Scherz Es gab und gibt viele Herrscher, die sich ebenso gern einmal einen Scherz mit ihren Untergebenen erlauben, tpie sie auch gute Miene zum bösen Spiel machen, wenn sie selbst zur Zielscheibe eines gu= en Witzes gemacht wurden. Zu den zahlreichen Anekdoten, die über gekrönte Häupter in Umlauf sind, mögen noch nachstehende, weniger bekannte hinzugefügt werden: Karl II., der gutmütige und leichtlebige Stuart, fragte einst seinen Kaplan Dr. Stillingfleet: „Wanim lesen Sie Ihre Predigten vor mir stets aus einem Buche ab, während Sie doch, wie ich bemerkt Ijabe, anderwärts ohne Buch und ohne Notizen vorzüglich predigen können?" Der gute Kaplan antwortete: daß ihn die Gegenwack der Majestät so verwirre, laß er sich dagegen nicht anders schützen könne, als durch Ableftn feiner Predigten und fuhr dann fort: „Und nun, Majestät, würden Sie die Güte haben, mir zu sagen, warum Sie Ihre Reden stets ablesen, da jfhnen doch eine gleiche Entschuldigung nicht zur Ver- ügttng steht?" — Als Georg III- von England ,um erftenmale Sir John Irwin, eine überaus bur« tige Seele, vorgestellt wurde, bemerfte er leutselig zu ihmn „Man hat mir erzählt, Sir John, Ihr liebt ein Klärchen Wein über alles." „O, Majestät", er«
— Eim Kinderrepublik Iw Amerika. Ein merkwürdiges, aber, wie eS heißt, recht erfolgreiches Experiment wirb gegenwärtig in ben Vereinigten Staaten ausgeführt- Dock gibt eS eine Stadt, in der Kinder an der Regierung sitzen, die „Connecticut George Junior Republik", die nur zwei Meilen von Boswn entfernt liegt Vor vier Jahren wurde dieser merk» würdige Staat, wenn man ihn so nennen darf, gegründet. Irgend ein Jugendfreund stiftete zu diesem e einen Landbesitz von 165 Ackern mit einem ause und einer Scheune, und 80 Knaben sollen dock und walten, wie sie wollen. Dieser Miniatur- toirb nun tatsächlich von Kindern regiert. Die ng wird vom „Volke" gewählt, sie besteht au8 n Präsidenten, einen Vizepräsidenten, einem Rich- einem Polizeipräsidenten, dem Gesundheitsamt verschiedenm Unterbeamten. Der Präsident der iblik bezieht ein Gehalt von 5 Mack wöchentlich, etwa» weniger als fein Kollege Tast, der Vize» bezieht 8 Start, alle anderen Regierungswenige» Auch die Verfaffung ihre» Stoa- haben Ma jungen Republikaner, deren kckner älter 14 Sabre alt ist, selbst auSgeartettet. Sie besteht kef teilen, nämlich dem Gesetzbuch, den Borde» ausführenden Gewalt und einer Zivil» Strafprozeßordnung. DaS Strafgesetz der Repu» W sich aus 26 Verfügungen zusammen, von Ma bemerkenswerteste da» Tabakverbot ist.
, bet dem Tabak gefunden wird, er* Babel wird mit 5 Mart Strafe geahndet- .1 Xaai Arbeitshaus Da» Unterlasten de» wd»
* Ter Kaiser leidet an leichten Erkältung», erfcheinnngen, wie ste bet der augenblicklich herrschenden Witterung häufig Vorkommen, jedoch muß er, um einer Erkrankung vorzubeugen, daS Zimmer hüten und fich Schonung auferlegen. Die Unpäßlichkeit besteht bereit» feit drei Tagen, während welcher der Monarch da» Schloß nicht v«r- laffen hat, wogegen die gewohnten Empfänge und Borträge auch in dieser Zett stattgefunden haben.
e De» deutsche Landwirtschast»ntt erörterte in sei- ner Donnerstagssitzung infolge der durch die Ertränkung de» Kaiser» notwendig gewordenen Progrannn- änberunoen die Frage der AuSstchtm und Ausgaben de» Ackerbaue- im Norden von Südwest- astika. Darüber referierte der Oberförster Dr- von Eschstruth, der ein klare» Bild über diesen Teil unserer Kolonien entwickelt«. Glänzend kann man daS Bild nicht gerade nennen. Er empfahl Auffindung und Erprobung von Kulturen, deren Erzeugniffe dauernd marktfähig sind. Ferner kommen in Betracht Erleichterung der Verkehrsmittel und Gewinnung der zahlreichen und kräftigen Bevölkerung zur Kulturarbeit. Staatssekretär Dernburg betonte, für die Zukunft de» Nordens der Kolonie sei eS wichttg, daß der Reichstag ben Bau einer Eisenbahn dahin bewillige, wodurch eine spätere Besiedelung und der Absatz von Produtten ermöglicht wird- Es sei hierbei ja wohl viele» Zukunftsmusik, aber, anderseits sei auch schon durch mancherlei erwiesen worden, daß Südwestafrika durchaus nicht die unfruchtbare Wüste sei, für die sie lange Zett angesehen wurde. Weiter beschäftigte sich der Sandwirtschaftsrat mit der Herkunft der Unteroffiziere und Soldaten, wobei besonders au: die geringe Tauglichkeit der Gestellungspflichtigen in den Großstädten hingewiesen wurde. Zum K a l t g e- s e tz wurden in einer Resolution die Sicherung genügender Mengen von Kalisalzen für den Jnlandskon- fum, die Sicherung der Reellität der Lieferungen und Bestimmungen über die Preisfestsetzungen über den Absatz der Kalisalze im Jnlanbe verlangt werden.
)( Ein Reichskartellamt verlangt das Zentrum in einem Anträge im Reichstage. Diesem Amte soll die Ueberwachung der Preispolitik der Kartelle und Syndikate obliegen, um auf diese Weise zu verhindern, daß die Preisgebarung der Kartelle weitere Kreise schädigt.
a Der Beleidigungsparagraph der Novelle zum Strafgesetzbuch ist am Donnerstag in der Justizkommission des Reichstages mit nur unwesentlichen Aenderungen in der Form der Regierungsvorlage angenommen worden. Die erste Lesung der Vorlage ist damit zn Ende.
c. Die Wahlpnifuogskoulmiffion des Reichstages erklärte am Donnerstag die Wahstn der Abzg. Arnstadt (ff.), Wahlkreis Mühlhausen i. Th.-Laiigen- salza und Mayer (Z.) Pfarriirchcn für ungültig.
X An den elektrischen Neberlandzentralxn sollen sich, wie der Minister in der Budget- kommifsion des preußischen Abgeordnetenhauses bei der Beratung des Eisenbahnetats erklärte, die StaatSeisen ahnen beteiligen, weil daS billiger sein wird, als wenn der Staat selbst baut.
* Die Berständigung mit Kanada in Sachen des deutsch-kanadischen Zoll-Konflikt es wurde gestern erzielt (vergl. 2. Bl.). Kanada hebt danach v. 1.März an gegenGewährung von 25 Sätzen des deutschen Konvenlional-Tarifes die von den deutschen Erzeugniflen in Kanada erhobene Zuschlag-Taxe von 38Vi•/« auf. Diese Verständigung ist provisorisch und dazu bestimmt, das Zustandekommen eines Handelsvertrages anzubahnen. Die seit den Jahren 1903—1910 erhobene Zuschlag-Taxe auf deutsche Waren betrug 260 Millionen Mark, die deutsche Einfuhr ist in dieser Zeit von 280 Millionen auf 150 Millionen Mark zurückgegangen.
X Neue „Meiereien" ? Gegen die Verwaltung der Werften sind soeben in der Budget- kommission des Reichstages von sozialdemokratischer Seite wiederum sehr scharfe Anklagen erhoben worden. Der »Vorwärts^ macht darüber allerlei Mitteilungen. Danach hat der Abg. Severing behauptet, in Wilhelmshaven habe bei einer Ausschreibung langer hölzerner Wischestangen ein Lieferant den Auftrag erhalten, der ziemlich doppelt so lener gewesen sei als die beiden Konkurrenten. Von einem Torpedoboot in Wilhelmshaven seien Messingfiangen, Kupfer- platten, Asbest ufw. im Werte von mind.'stens 500 Mark über Bord geworfen worden. Das gleiche sei vorgekommen auf der Artillerieabteilung der Werst in Wilhelmhaven. Als im November 1909 aus der kaiserlichen Werft zu Danzig die Revision stattfand, habe ein Mitglied der Werst- vorstandeS angeordnet: der Fische wegen Löcher ins EiS zu hauen. Bei Nacht seien dann in diese Löcher wertvolle Materialien versenkt war- den, die bei gelegener Zeit derausgeholt und
Zehntel der 1. und drei Zehntel der 2. Klasse zu- weisen wollte. Die Rechtsparteien wie auch da» Zentrum sprachen fich gegen diese neue rein meeha- Nische Art der Bemessung der einzelnen Abteilungen au5. Die Regierung schloß fich dem an. Eie berief fich dabei wieder auf ihre Absicht, daS Wahlsystem „organisch" fortzubilden. Diese» aber sei »ine rein mechanische Teilung. Der Antrag wurde gegen die neun Stimmen der Nationalliberalen, Freisinnigen, Sozialdemokraten und Polen abgelehnt.
Ganz undurchsichtig und verwickelt waren die Anträge, die fich ans die P r iv ilegie ru n g d. h. die Hinaussetzung in eine höhere Wählerklaffe au» Gründen der Bildung oder der Würdigkeit beziehen. Die Nationalliberalen verlangten dabei die Streichung der zehnjährigen Karenzzeit sett der Prüfung, ferner wettere Vorrechte der Müglteder von staatlichen oder kommunalen VertretungSkörperschasten, ebenfo für die, die länger als 12 Jahre denselben Beruf felbftänoig ausgeübt haben »der dieselbe Zett k einem u tb demselben privaten oder öffentlichen Dienstverhältnis gestanden haben. Die Freikonser- Stieen, die „Botschafterpartei", hingegen wollten se Vorrechte auf die höheren BertretungSämter deschränken« auch wollten sie den Gemeindevorstehern, Amtsvorstehern, Amtlmännern usw. dies« Vorrechte nehmen. Da» Aufsteigen der Inhaber deS Berechtigungsscheines wollen sie streichen lasten, dafür aber dieses Recht gewähren, die mehr al» 10 Jahre selbständig sind und mindesten» 18 Mark Einkommen versteuern. Die Konservativen wollten ähnliche Streichungen, dafür aber «in Vorrecht für diejenigen, die irgend ein öffentliche» Ehrenamt inne haben oder 10 Jahre inne gehabt haben, ein- geschloffen die Vertretungen bei LandwirtschastS- unb sonstigen Kammern, Waisenräte usw. Da» Zentrum sprach sich sowohl gegen die Regierungsvorlage als auch gegen alle diese Anträge aus. Bei .der Abstimmung wurden alle dies« Anträge ab« gelehnt. Dann wurde auch der gesamte Paragraph der Regierungsvorlage «mstimmig abgelehnt.
— Eine SpinnerttragSbie. Henri Hill, ein bekannter englischer Vorleser, sprach kürzlich über die Spinnen und besonder» über ihr Familienleben- In der Sptnnenwelt ist da» Weibchen der unumschräntte Herrscher in offen Lebenslagen und dem Männchen spinnefeind. Ganz gleich, ob ein Heiratskandidat von seiner Angebeteten erhört wird ober nicht, der Unglückliche ist auf jeden Fall dem Tode geweiht. Nicht nur wird er von einer grausamen Flamme ermordet, sondern obendrein noch aufgefteffen, denn der Kani- baliSmu» ist eine der hervorragendsten Eigenschaften der Spinnen . Hill hatte in seinem Garten folgende Spinnentragövie beobachtet: „Ein junge» Spinneu- männchen, da» fich heftig in eine Dame seiner Bekanntschaft verliebt hatte näherte sich ihr in ein« schönen Mondnacht al» schmachtender Bewerber- Nach ein« Welle ließ sich die junge Dame herbei, über ben Rand eine» Blatte» hinweg nach ihrem Liebhab« hin» zuschielen. Sie vergewiffecke fich barübet, daß er bet Erhümng wert sei und gestattete ihm, fich ihr zu nähern, »orauf der Flirt begann. Nachdem er ihr mehrere Nächte lang den Hof gemacht, schien er die Ueberzeugung zu gewinnen, daß sein Liebeswerben nicht genfigenb Fortschritte mache, und so warf « seine Augen nach einem anderen benachbarten Gewebe. te dem eine ganz besonder» junge und schöne
Ausland.
« Die Verhandlungen des englischen Kabinetts mit dem Führer der irischen National,sten, Redmond, sind bisher ohne Ergebnis, dauern aber fort. Die Lage der Regierung ist ernst. Man rechnet mit Neuwahlen. Die Haltung der Iren hat auch die Arbeiterpartei schwierig gemacht; ihr Führer teilte Asquith mit, eine Erledigung des Budgets vor dem Gesetze über das Vetorecht fei ausgeschlossen.
* In Griechenland wird di« Situation ernst. Zu allem ist jetzt auch noch ein scharfer Streit zwischen der Militärliga und dem königStreuen Teil der Marine ausgebrochen, und in diesen Streit ist auch die Dynastie hineingezozen worden. Amtliche Berichte meinen, es müsse stündlich mit dem Ausbruch schwerer Unruhen gerechnet werden, durch die eventuell auch die Dynastie bedroht wird. — Im Gegensatz zu dieser beunruhigenden Nachricht steht die Versicherung der Militärliga selbst, daß das Königtum durch die jetzigen Wirren in keiner Weise gefährdet sei. Die Folge der Wirren ist eine akute Handelskrisis in Athen. In den beiden letzten Wochen sollen über 200 Kaufleute Konkurs angemeldet habe.-.
** Tie Verfaffung für Bosnien und die Herzegowina ist vom Kaiser von Oesterreich bereits sanktioniert. Ihre Bekanntmachung erfolgt gleichzeitig in Wien, Budapest und Sarajewo.
* Tie jungtürkische Negierung traut dem Frieden nicht. Am Donnerstag ging ein erneuter Truppentransport mit drei Festungsgeschützen und einer großen Anzahl Patronen an die bulgarische Grenze ab. Dabei befanden sich auch 51)0 Militärgefangene, die bei der Errichtung von Grenzbefestigungen und Erdwällen beschäftigt werden sollen. Die von der türkisch-bulgarischen Grenze kommende Nachricht, daß die Bulgaren allnächtlich die kleinen türkischen GrenzsortS mit elektrischen Scheinwerfern beleuchten, um die Tätigkeit des türkischen Militärs beobachten zu könn-n, hat in Konstantinopel große Verstimmung hervorgerufen. „
Zehntel, btt i. mmbeften» zwei Heynret auerWcky-1 | Berlin, 17. Febr. 1910. Prinz Hein-
fer umfassen soll, und der freisinnig«, J>u zwei rich, der Bruder de» deutschen Kaiser», ist in
petgerung etnjegt«, welche die getätigten Mehlaö- schlösse teilweise sogar nur mit Verlust zu effefluieren ermöglichte. Von Juli-August ab brachte aber b:e neue Ernte reichliche unb gute Ware auf ben Markt, sobaß bi« Roggenmüllerei genügende unb lohnende Beschäftigung fanb. Durch die entsprechend billigeren Preise wurde die Kundschaft zu lebhafterem Kannen veranlaßt, unb bie entfernteren Großmühl-n kannten wegen bet teueren Fracht nicht in Konkurrenz treten. DaZ nutzbringende Geschäft, baS ms« auch in Weizenmehl erwartet hatte, ließ sich nur teilweise erzielen; denn bei lang anhaltendem Regen kam die Frucht vielfach feucht und schlecht herein.
lieber ben Großhanbel mit Kolonialwaren ist vor allem zu berichten, baß ber Artikel Kaffee wieder ein sehr bewegte» Jahr erlebt hat. Im Anfang war durch das Ausfuhrverbot in Brasilier der Handel vollständig behindert, unb als nach langem Stillstände bie Verschiffungen Anfang Juli mit der neuen Ernte roieber begannen, ba hatten fich in Deutschlanb neue Schwierigkeiten erhoben infolge ber geplanten Zofferhöhung. Unmittelbar nach bem ent- scheibenden Reichstagsbeschluß trat ein wilde» Verlangen nach Kaffee ein, welche durch starke Vorvev» fornung noch möglichst lange der am 1. August in Kraft tretenden Zollerhöhung ausweichen zu können bedacht war. Dies wurde den Händlern allerdings durch die Nachverzollung abgeschmtten. Mit ber Erhöhung beS Kaffeezolles hat ba» Geschäft bann ein« außerorbentliche Einschränkung erfahren. Bis Enb« bes Berichtsjahres war der reguläre Stand noch keineswegs wieder erreicht, und es erscheint ungewiß, ob unter der stacken Zollerhöhung ber Artikel nicht bauernb leiben wirb, inbem ber Konsum sich einschränkt unb sich noch mehr als seither bem Verbrauch von Malz unb anberen Surrogaten zugewenbrt.
Der Zucker war zu Anfang des Berichtsjahre» vernachlässigt, erfuhr dann aber eine erhebliche Steigerung infolge geringen Zuckergehalt» der Rüben, und man rechnet mit dem Bevorstehen noch höherer Preis«
Lokaler.
Fulda, den 18. Februar 1910.
F. Der Fuldaer Pferdemarkt findet in diesem Jahre am 2. und 3. März statt. Mit dem Markt« ist eine Lotterie verbunden, zu der 16,000 Los« ä 1 Mk. zur Ausgabe gelangen. Di« Fuldaep Pferdelose werden gerne getauft und so kommt es, daß die Lose, die in den Kreisen Fulda, ®ehu hausen, Gersfeld, Hünfeld, Schlüchtern, HerSfeld,' Rotenburg, Eschwege und Hanau abgesetzt werden dürfen, jetzt schon fast vergriffen sind. Nach dem Verlosungsplan werden al» Gewinne angekaustz 1 Leiterwagen mit L Pferden und Geschirren tm Werte von ungefähr 1600 Mark, 1 kompleter Einspänner, bestehend aus einem Jagdwagen mit einem Pferd nebst Geschirr (Wert ungefähr 1200 Mark), ferner 6 Pferde, bei billigen Marktpreisen auch 6, im Gesamtwerte von 4300 Mark. Weiter werden angekauft 300 Gewinne, bestehend in Fahr« und Stallutensilien, Oekonomiegerätschasten, landwirt» schastlichen Maschinen, Acker- und Hausgeräten usw. im Werte von rund 2000 Mark. Die Verlosung erfolgt am 3. März, nachmittags 3 Uhr, tm Stabt» faale unter Aussicht der königlichen Polizeidirettion.
[] Deutschnationaler HandlungSgehilsenveeband. Äirf ben am nächsten Sonnlag, den 20. Februar, abenbl >/,8 Uhr, tm Parkhotel stattfindenden Lichtbilder», vortrag, veranstaltet von der hiesigen Ortsgruppe; des Verbandes, fei hierdurch nochmal» bingeroiefen.; Das Thema: „(Sine Reise durch die Schweif bietet so viel des Schönen und Jnlereffanten, daß jede»! Besucher auf seine Kosten kommen dürste.
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Aus dem Nachbargebiete.'
* Lauterbach, 17. Febr. 1910. Eine Geselle schast ist in der Bildung begriffen, die 120,000) Mark Kapital ausbringen und dafür 120,000 Dm Gelände der Sommerfrische Hochwaldq hausen erwerben und vorläufig 3 Logierhäuse« mit 15 Zimmern erbauen will. E» handelt sich dabei in erster Linie darum, dem erholung»« bedürftigen Städter und der Touristenwelt inh Vogelsberge eine Stätte zu schaffen, an der elf sich gut und billig leben läßt. In der Hauptsache interessieren sich touristische Kreise für die Sache^ 0 Hanau, 17. gebt. 1910. In ber heutig Stadtverorbnetensitzung würbe bie EtatSberaq tung zu Ende geführt. Der orbentliche Etat für 1910 schließt ab in Einnahme unb Ausgabe miv 2,726,600 Mark (im Vorjahre 2,631,290 Mack), betz außerorbentliche Etat mit 4,397,540 Mack in Eins nähme unb Ausgabe- An direkten Steuern koim men zur Erhebung: Zuschlag zur Staatseinkommens steuer 151 Prozent (i. V. 148 Prozent), Grunb-, G« bäube-, Gewerbe- unb Betriebssteuer 171 Prozent (kf V. 165 Prozent). Zum Schluß ber Sitzung stantz zur Beratung ber sozialdemokratische Antrag, der ein» Petition an baS Abgeordnetenhaus um Ab! eh« nung der WahlrechtLvorlage unb Ein« bringung einer neuen Vorlage mit bem allgemeine» gleichen unb geheimen Wahlrecht forbert- Der Aniratz
widerte Sir John ernsten Tones, „die Leute, die (Sto,1 Majestät derart informiert haben, taten mir bitter Um recht. Nicht „Glas", sondern „Flasche" müßten Sitz sagen, „Flasche"! — Eine beißende Antwort empfing einst König Georg von Horne Tooke, bet bem er sich erfnnbigte, ob er Starten spiele. „Majestät", erwidert» dieser, „ich kann einen Buben von einem König nicht unterscheiden!" — Als Kronprinz speiste Köniß Georg einst bei einem Admiral der englischen Flott» und fa^e zu ihm: „Wenn ich erst König bin, mein Lieber, dann werden Sie nicht länger Admiral bleiben, das verspreche ich Ihnen. WaS sagen Sie dazu?«, „Alles, was ich dazu sage," erwiderte der witzige Se« affigier, „ist, Äod save the King (Gott erhalte bett König!) — Lui> wig XIV- war als Knabe ein lei-i herrschaftlicher Freund des Ringens und balgte sich gern mit feinen Spielgefährten hemm zum größten Leidwesen (eines Erziehers Laporte. Bei einet solche^ Gelegenheit walzte er sich einst mit bem Grasen von Artois auf dem Fußboden herum und war taub gegen alle Ermahnungen feines Erziehers. Schweigend setzt« Laporte seinen Hut auf, nahm auf einem Stuhl Platz und begann zu lesen. Der junge Prinz, bet auf sein» königliche Würde nicht wenig stolz war,, schrie ’uü» tenb: „Wie können !Se eS wagen, in Ihres König» Gegenwart sich zu setzen und bedeckt zu bleiben?" „Verzeihung, Sire." erwiderte Laporte, „aber ich glaubte nicht, daß ein König sich in diesem Zimmetz befindet!" -
— Furchtbare Gegend. Steuerbeamter: „Habt Ihr hierherum gutes Wachstum? — Landwirtt ,O ja! wenn sonst nichts wächst, so wachsen di« Steuern."
— Mama: „Also, sieb' Fritzchen, das ist dein« Urgroßmutter?!" — Frihl: „Mama ... wo hat sie denn die Uhren?"