37. Jahrgang
Fulda, Montaa den 7. Februar 1910
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Zweites Wtcrtt
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Weg sein wird. Niemand kann auch Voraussagen, oo
^«zrl-e«: M «* spaltigepetttzeileodet bereit Sau« 15 Pfg. Reklameudlepetttzeile 25 Pfg., bet Wiederholungen wird entfpr. «abatt gewährt.
«otationrdruckund Verlag der Luldaer Ak-
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SS Kassel, 6. Febr. 1910. Vor der Straf- uuo) wu.uu v« --------------- .kammer hatten sich am Freitag 16 Ange kl a fltf
unter den Katholiken Deutschlands roec(tn Beteiligung an einer Rauseret, bet der et« ----" . | Mensch seinen Tod sand, zu verantworten. Er
Erscheint «glich «« Rurnahme bet So m- »ndZeiertage viertel- phrliche» veuttzrprei» ahne Sringerlohn und vesteLgeld in zulda sowie aurwärtslLV AU.
verant«. Seöattettrt
Pakten. Ursel überlief es dabei eiskalt und sie sagte päter zu Friedrich, der mit ihr das Schloß hütete, eS sei ihr gewesen, als habe eine Hand sie geschüttelt.
Die Familie der PseileckS berief von nah und fern ihre Glieder, und aus dem Grafenhorst hielten sie den alljährlichen Famtlientag ab, bei dem man über da» Wohl und Wehe derer von und zu Pferleck beriet Einstimmig wurve da beschlossen, den „wilden Pseil- eck" au» der Sippe zu streichen, ihn nicht mehr anzuerkennen und schon jetzt als gestorben zu betrachten, hatte er doch als Unwürdiger erwiesen und auf daS bisher fleckenlose Schild den ersten Makel ge- worsen.
„Ich zerbreche fein Wappen*, verkündete der Bor- sttzende des Familientages, „ich streiche es aus unserer Mitte, wie ich Günther Erich aus unserer Gemein- schüft stoße.*
In dem eichen getäfelten Ahnensaal des Grafenhorst hingen sämtliche Wappenschilder der verschied^ neu Mitglieder; während das jedesmalige Oberhaupt ein blaues Feld mit silbernem Pfeil, darüber die neunzackige Grafeukrone führte, wiesen die der übrigen Pfeilecks ein rote» Feld mit silbernem Pfeil und Frei- hermkrone auf. _.
AlS am Abend desselben Tages die Manner beim ftShlichen Mahle saßen, schlich Frau H-dMgsich m den Ahnensaal. Ihre Blicke suchten die * tue Günther Erichs Wappen bis vor einigen Stund« hing Sie filhlte jetzt und sie wußte, es wurde nie mehr dort hängen, nie mehr wurde er zu den Ehren- männem zächlen bei denen es hieß: „Noblesse oblige* Sie trat an das Bogenfenster und schaute sinnend zur Milburg hinüber. Die Sonne warf ihren blutro- ten Schein aus da» Schloß, das man durch die entlaubten Bäume hindurch sehen konnte Eme ttch Traurigett erfüllte ihr Herz, sie lehnte das Haupt a«
i die kalten Scheiben und schluchzte laut auf.
Mutter, Mutter, wo bist Du? erklang da eine" helle Ktnderstimme, und zwei weiche Arme um« > schlangen sie. Vor ihr stand ihr achtjähriges S°M ■ chen Hartwig. _ . ' ■
i #r ^Fortsetzung folo^ J
dämmt wurde durch die kühl abweisende Art der 5tdU
Im Laufe der Zeit sank der „ivilde Pfeileck* immer tiefer. Schließlich heiratete er eine Wiener Chansonettensängerin, die fesche Poppi, die die Nachbarschaft in Erstaunen setzte durch ihre auffallenden Toiletten und freien Manieren, wenn sie Günther Euch auf seinen Brandschatzungen in die Heimat begleitete.
Immer wieder verstand der erstnderische Kopf des schlauen Taugenichts, sich Geld zu verschaffen aber eher anständige Mensch mied den Verkehr mit ihm nut die schlechten Elemente drängten sich an ihn und zogen ihn immer tiefer herab.
Günther Erich war feit seinen Janglings-ahren ein leidenschaftlicher Spieler; er fuhr oft nach der nochelie- aendm Stadt und verbrachte die Nächte im Offizierkasino wo er mit fabelhaftem Glück gewann. Erst raunte man e8 sich ganz l-ise zu daß er beim Spiel etwas nachhelse. Und eine- Abends ertappte man ibn wirklich, als er mehr als gewöhnlich dem Lett zu- gesprochen hatte, ohne den es für ihn kein Vergnügen gab.
DaS brach ihm den Hals. Bei Nacht und Nebel verließ er die Pfeilburg, ohne seine Frau mitzuneh- men In einer klaren Winternacht schenkte sie einem Heinen Mädchen das Leben und bald darauf schloß die arme, junge Mutter die Augen für immer, ihr Kind der ulten Ursel zur pflege anempfehlend.
Por ihrem Tode hätte Peppi noch gewünscht, daß die kleine Rottraut getauft werde, und so geschah es auch an einem Sonntag in der Kirche, die zu Tiefenhall gchörte. Niemand erfuhr von dieser stillen Feier, niemand wußte, daß das Bündel, welches Ursel in den Armen hielt, daS Kind des „wilden Pfeileck* fei. Die meisten Andächtigen hatten gleich nach der Predigt das Gotteshaus verlaffen, nur einige halbtaube, arme Mütterchen saßen noch an der Tür und beteten still vor sich hin. Ein Sonnensttahl fiel bei der heiligen Handlung durch daS Kirchenfenster und streifte daS Gesichtchen der Heinen Rottraut; sie blinzelte und schlug Vie Augen aus: große, dunHe, seltsam verständig blickende Anaen. bi» nicht für ein so sungeS Wesen
^eßranömarßt.
2] Roman von G. Freifrau von Schlippenbach' Später habe ich hier doch nichts", brummte er »erbrießlich, als sein zukünftiger Schwiegervater mtt hm sprach, „es ist kein Unrecht, wenn ich jetzt noch »eine Freiheit genieße."
Herr von Rödler zuckte die Achseln. Wie viel lieber hätte er fein geliebte« Kind an der Seite des edlen 'Mannes gesehen, der ihrer in jeder Hinsicht würdig war!
Es wurde ganz still in der Gegend, nachdem der !ytoilbe Pfeileck" und fein Hofstaat abgereift waren; die cht und weiße Fahne auf der Zinne der Psellburg vurde zusammengerollt, die kostbare Einttchtung ver- ichloffen und nur die alte Ursel und ein männlicher Dienftbote hüteten das Haus.
• Obgleich Günther Erich hunderte von Meilen entfernt war, drang die oftmals übertriebene Kunde seiber Torheiten dennoch bis in die Heimat. Er war jn Paris, in Monaco, in Wien und London — über- vll streute er das Geld mit vollen Händen aus, überall hatte er Händel und Abenteuer. Immer seltener und kühler wurden die Briefe an seine Braut, deren schönes Gesicht von einer tiefen Schwermut erfüllt schien. 'Zuletzt schrieb der einst so sehr verliebte Bräutigam gar nicht mehr und Hedwig, in ihrem Stolze gekränkt, in ihrer Neigung verletzt, gab ihn zur großen Freude ihrer Eltem frei. Es sah fast wie bitterer Trotz aus, -daß sie nach einem halben Jahre sich mit Hermann August, Grasen von Pfeileck, Verlobte und schon nach wenigen Wochen als Herrin des Grafenhorste» in das i'lU^Schwß zog.
. lener ersten Anwesenheit kehtte Günther Erich ; nicht Henn Er schrieb an seinen Verwalter, der immer m n zu schaffen wußte Bald war'das Gut seiner Mutter verkauft und die Pfeilburg verschuldet, ausge- sfogen und heruntergewittschastet. Man rannte sich jc$u/^ecn 8U- baß Freiherr Günther Erich ^die Schwachen seiner Nebenmenschen auSbeute und fei- Borteil darauS ziehe. Das große Geschlecht der Wfeilecks schämte sich des unwürdigen Sprossen
rnndelsttlmmnn des Herzogtums I kamen die Burschen dieser beiden Dörfer in * ---- ' ~ 3- Handgemenge wegen der holden Weiblichkeit, wo- " bei der 23jährige landwirtschaftliche Arbeiter Den- necke aus Lammerden mit einem dicken Pfahle dem Gastwiris söhne Fehling einen so wuchtige« Schlag über den Kopf verletzte, daß dem 22jay- rigen Fehling die Schädeldecke zersprang und der Tod fast augenblicklich eintrat. Wegen dieser in Ueberschreitung der Notwehr verübten brutalen Tat wurde Dennecke zu einer Gefängnisstrafe von 9 Monaten verurteilt, während 6 weitere Burschen aus Ostheim und Lammerden zu Gefängnis- strafen von je 2 Monaten verurteilt, die .übrige« aber sreigesprochen wurden. Bezeichnend tst, daß sich die beiden streitenden Parteien auch nach der heutigen Verhandlung, zu der nicht weniger alS 46 Zeugen geladen waren, in zwei Gruppen leu* ten und auch hinterher in verschiedenen Gastwirtschaften sich nach der langen Sitzung stärkten. Der alte Haß scheint demnach nicht erloschen zu fern.;
-.Kassel,5.Febr. 1910. Die Wertzuwachssteuer beschäftigte am Donnerstag abend nach zwetjährrger Pause wieder einmal die Stadtverordneten. DerMagtt strat hatte eine gedruckte Neuordnung mit eingehenden Erläuterung vorgelegt. Vier Referenten waren, I zur Begründung der Vorlage befttmml. AlS erster sprach Dr. Haruier. Er erachtete bte Steuer ledig-
I lich als ein Provisorium, da im April 1912 sowieso die Reichswertzuwachssteuer komme. Dann aber I sei es notwendig, daß sie bereits Geltung habe, wolle die Gemeinde unbefugt an der Steuer parti- I «gieren. Redner empfahl vor allem aus diesem I Grunde die Annahme der Steuer. Auch die and» auf. ten Referenten Plant, Mende und Sandrock erbaten Roh- Zustimmung zur Vorlage. Da sich eine lebhaM. S Debatte für und gegen den Entwurf ergab, beschloß
jederzeit irgendwo andershin versetzt oder in ein an I P T , . rec6t wenn er schreibt: „Wahrlich,
ÄS. &ÄS K, boaSn"8u«b -°- L 1
TAte ewe günstige Wirkung für Frieden und »er. ttlbflnen sollte man dieses sakrilegische Treiben
söhnung ausüben können. Volke bekannt geben, damit eS weiß, wohin
ES hat doch einmal Zeiten gegeben, in denen I $$ „hen, dir man eS führen will. Denn Deutsche und Polen ganz leidlich mrtetnanber lebten I Reiben ter“ mit ihrer herrlichen „Toleranz"
MrmW- ÄV-NP-MIV «n Katholiken -imicht-a. w»
daß sie nicht die maßvollen und besonnenen Elemente I beweist, die rott weiter in dem erwähnten Heft unter den Polen den Radikalen in die Anne jagt, son-1 finden: x .. _ , . . . .
Ibem daß sie wieder Fühlung zwischen diesen maß- „©. S. Hoffentlich kommt bte Gründung der frei- vollen und besonnenen Elementen und dem Deutsch- religiösen Mission u...-. bie «eibenmifrton..
Itum herstellt. - T0$br“ I Lndette'sichümH 'Au^^^ »wischen
I ~ I Meiningen sollen gegen die geplanten Schifsahrts. Burschen von Ostheim und Lammerden be«
Deutscher Reich. w a"f^^ stehenden Fehde. Am 15. September vor. Jahres
4- Ein strafrechtlicher Schutz des Fernsprech-1 Sämtliche ^Handelskammern des Herzogtums >hi» h,|,ter belben ®ötfer m ettt
Geheimnisses soll bei der Ausarbeitung des Straf-1 nahmen bereits entschieden gegen dreAbgabenStellung.
qesetzbuches eingeführt werden. Nachdem bereits _ Im Landtag hat ^ie soz,aldemokrmffche Frattwn
1 > d-s 'M« über .diel« | L»k» l»ll ab NM
g Der polnische Landrat von Bomst.
cyn den Erörterungen des Reichstages und des! Abgeordnetenhauses, die sich an die Interpellationen I wegen der Kaltowitzer Bearntenmaßregelungen an-> knüpften, wurde natürlich auch viel über die P o l e n- politik im allgemeinen geredet Der Reichskanzler b Bethmann-Hollweg hat dabei so Har, wie es zuvor vielleicht noch nicht geschehen »um Ausdnuk gebracht, wie man sich die Entwickelung und was man sich als schließliches Ziel der Polenpolitik denkü Die letziae Politik soll, offenbar ohne alle Rücksicht auf d e dadurch bei den Polen erzeugte Stimmung und die »on ihnen getroffenen Gegenmaßregeln, s o lange anbeirrt fortgesetzt werden, bis da» Deutschtum in jenen Gebieten eine dermaßen starke und feste Position hat, daß die Polen d e n K a m p s als aussichtslos auf geb en und sich m3 Unvermeidliche fügen; bann, glaubt der Kanzler, werde das Ende des Nationalttatenhaders gekommen sein
Man will also mit vollem Bewußtsein einen Weg gehen, der durch Krieg zum Frieden führt; richtiger: zum Frieden führen soll. Niemand aver. t oer Piene uuet uiqt । tm«i «•«»» -----lau nur
kann sich eine Vorstellung davon machen, rote lang «J»1H ^macht worden war, wird jetzt Ged äude st euer vom 1. ganuar 1911 ^ab nur v-SSrsSHS:
ben oemischtiprachigen Landesteilen einen Kriegs- Die rechtswidrige Mitteilung von I Mark bei 6000Mark beginnt und bet ben höchsten
z u st an b h !b?n werden, dessen Dauer sich nicht durch Beamte an Dritte ist natürlich Vermögen bi« zu 1,50 Mark pro Tausend sich
absehen läßt Diese Aussicht ist wahrlich sehr wenig unter allen Umständen disziplinarisch strafbar. I steigert. Auch die Konservativen sollen für den An- verlockend; sie ist trübe genug, um die Erwägung nahe *e Sozialdemokrat und Antichrist. In seiner letz-1 trag sein._______________
tu legen, ob man nicht lieber versuchen sollte, einen , ^ummer (gtr 5 vorn 29. Jan.) bringt das sozial-1 ------------
andern Weg zu gehen. Ist die Nersöhnung das Ziel' _ . ,
und muß sie das Ziel sein, warum nicht lieber g e - tabe darauflossteuern? Zumal da eine Versöhnung, die im Kriege erzwungen ist, nicht wett her zu sein pflegt.
! In der Reichstagssitzung vom 13. Januar hielt der polnische Abgeordnete v. D z i e m b 0 w s k i - P 0- tnian eine Rebe, in der, wie auch die „Freis. Ztg. I tu gegeben muß, jedenfalls die Sache der Polen sehr' geschickt geführt wurde. In dieser Rede findet sich ehte Stelle, die besondere Beachtung verdient; sie wirst ein überaus bezeichnendes Schlaglicht auf die haka- tistische Sinnesrichtung und Kampfesmethode. Herr ». Dziembowstt-Pomian sagte nämlich nach dem stenographischen Bericht folgendes:
.... Es ist auch intereflant, im Anschluß daran tu erinnern, unter roeichen Umständen der Ostmarkenverein entstanden ist. Er entstand keineswegs etwa in den Zeiten, roo die Polen an eine Revolution gedacht hätten. Nein, meine Herren, rounderbarerweise entsteht . der Hakatismus zu einer Zeit, roo die polnische Bevölkerung, die polnische Frattion geradezu besonders scharf ihre Loyalität pointierte, aber zu einer Zeit, als man ernstlich daran dachte, ein Pole soll Lanbrat in Schroda werden (Zuruf von den Polen: In Bomst! - ©etterteit.) U«b nun entstand die Angst, daß wir einmal als gleichberechtigte Burger in die Lage kommen könnten, am Regierungstisch zu sitzen, und diese Besorgnis bildete die äußerste Veranlassung sür die Gründung.des Ostmar kenvereins; da war bte polnische Gefahr vorhanden, da mußte der Ostmarkenverein gegründet werben. Das sind die Umstände für die Gründung des Ostmarkenvereins.
Die „Freis. Ztg* bemertt dazu:
Wir vermögen nicht nachzuprüfen, ob die hier mit- geteilte Geschichte wirklich ben Tatsachen entspricht. Lenkbar ist es schon, daß der Verdacht, ein Pole Inne Lanbrat werden, ein Signal zum Zu 1 am- nenschluß der Hakatisten gewesen sein könnte, sind auch wenn es vielleicht damit nicht so ganz stimmen sollte: charakteristisch für den hukatistischen Geist ist, was hier erzählt wird. Ein Pole als lanbrat, als volitischer Beamter — daS muß diesem Geist wider den Strich geben. Denn dieser Geist begreift eben einmal nicht, daß nichts so vortrefflich zu staatlicher Gefinnung erzieht, daß nichts so versöhnlich wirkt wie
zu Läo Leopolds (Brasilien) zum Generalpräfekten ernannt. DaS Gymnasium hat 300 Zöglinge.
* Kassel, 6. Febr. 1910. Ein falscher KriminalfchuhmannistamDonnerstagmde, Kurfürstenstraße aufgetaucht. Zu seinem Unglück geriet er aber an einen echten „Kollegen , der die Sache natürlich sofort durchschaute und de» Kerl sestnahm. — Ein Nachspiel »»m Brand« des Wertheimschen Warenlagers spreite sich gestern i vor dem hiesigen Schöffengericht ab. Der Arbetter Faust von hier war wegen fahrlässiger Brandt stiftung angeklagt. Er wurde zu 100 Mark Geldstrafe und die Kosten des Verfahrens vev
Plötzlich kehrte er unerwartet zurück und erfiärte, et wolle von nun an selber nach dem Rechten sehen. Dieser weise Beschluß bestand darin, daß er ben herrlichen Wald verkaufte, seinen Untergebenen ein harter Herr war und sich auf lebe Weise verhaßt machte. Niemand von ben Nachbarn wollte mit ihm verkehren; ba3 verdroß ihn aber wenig, denn er hatte sich Ge- ellschast mitgebracht, die nach seinem Geschmack war, leichtsinnige Damen, Spieler von Profession, verunglückte Künstler: lauter zweifelhafte Existenzen, die ich wie Rtetten an ihn hängten und auf feine Kosten lebten.
Während der Zett, wo der „wilde Pfeileck* daheim weilte, richtete er viel Unheil an. Mehr al8 eine Familie litt durch ihn, mehr als ein Haus geriet durch ihn in Unglück. Kein Wunder, daß alle rote erlöst aufatmeten, als er plötzlich wieder verschwunden war. Während feiner Anwesenheit in der alten Heimat war eS nicht zu vermeiden gewesen, daß et seine einstige Braut, die jetzige Gräfin Hedwig, wiedetsah, und er versuchte es, sich ihr zu nähern, auf fein Glück bei den Frauen hoffend. Er spielte den Gekräntten und gab sich den Anschein, als ob er sie noch immer liebe. Obgleich Hedwig kalt und mhig schien, pochte ihr Herz doch schneller, sobald sie den Mann erblickte, dem ihre erste Jugendneigung gegolten und den sie nicht vergessen konnte, trotz des treMchen Gatten an ihrer Seite. Litt Hermann August darunter? Sah er deshalb ost so ernst und traurig aus? Fühlte et, daß es ihm nicht gelang, das geliebte Weib so glücklich zu machen, wie et es gewünscht, als et ihr fein ganzes, edles Herz schenkte?
Die Ehe be8 Familienoberhauptes war nach außen hin eine harmonische, und doch fehlte ihr die Wärme, daS Jneinanderausgehen, Sichergänzen, das allein voll- tommen befriedigt und aus zwei Menschen ein Ganzes macht. ES lag wie ein Schatten über dem Grasenhorst und dieser Schotten hieß mch hier: „Günther Erich* Ein einziger Sohn war diesem Bunde entsprossen, und auf sein Haupt häuften die Eltern all die Liebe, die In ihre« Herzen gegenseitig nicht zur Entfaltung kam, die vonseiten de» Mannes zurtickge-
Ans dem Nachbargebiete.
stattgehabte Versammlung des christlichen Sauernbet-1 "Flieden, 6. Febr. 1910. Am Donnerstag brach I
eins. An die Kritik, die das Blatt an dem dort er- « Gemeinde Magdlos gehörigen Werler
statteten Referat übt, wieder eine Kritck M knüpfen, U^nau F euer auS. ES war tn der Scheuer wurde zu weit führen. Doch den Ausipruch deS Refe-1 ~ntft®nben°unb fand in ben großen Stroh- unb reuten, den das Wochenblatt so „hübsch" stnbet, wollen I Äeuvott$ten reiche Nahrung. Da das Gehöft zrem- wir wiederholen: I abgelegen ist, fremde Hilfe nicht sogleich zur
„Im großen und ganzen können wir sagen, daß <gleße und der Besitzer selbst auch abroefenb war, es kein anderes soziai-ethisches System gib-, rortches bte Scheune nebst Vorräten m ku^er Zett
dem Sozialismus mehr wider pricht alS das Chrtsten-1 . flammen griffen auch aus das Wohn-
tum. Sozialist sein, heißt Antichrist sem Der ni-^r unv oterfian . « u Magdlos
seiner „Genossen . , ~ - Am Freitag wurden die Arbeiten am Bahn-Neu >
** Wie wett bte Schändlichkeit des Fret- ^n, welche wegen der starkenSchneeverwehungen un- denkertums geht, zeigt nachstehende Briefkasten- 14 Tage eingestellt waren, wieder auf-
notit in Heft 4 des freidenkerischen „ES ^mmen. — Unser Schulneubau ist nn werde Licht*, »Blätter sür Ausklärung, Fort- bau jetzt beendet. Er enthält ünf K affensaie, b~ie-^Qmmlun“ biefen einer elfgliedrigen Kom< schritt, Versöhnung (!)“, begründet von ÄatI nebft jroei Jjj miffion S «Btüfung ju überroeifen. — «ut» vot
Scholl, liberalen Gemeindebevollmächtigten in daß die Größe unb dt^! Schönheit d« A^ekttw b Abfahrt des am Mittwoch 9.45 Uhr nach Frank- München, gedruckt bei I. Schön, liberalen Land- dreseS Gebäudes, da es durch andere Gebäude start abget)enben v.ZugeS stieg ein semgekler-
tagSabgeordneten und GemetndebevoVmächligten verdecktrmrd,nicht recht z g betet Herr auf bte Lokomotive und stellte sich de«
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