erscheint täglich «lt Ausnahme der So;m= NildZeiertage vierteljährlicher ve;uyrpreir ohne vrin-erlohn und vesteLgeld in Fulda fo- Wle auswärts 1,56 Ml. yerantw. Redattenrr
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8.
Fulda, Mittrvoch den 12. Januar 1910.
37. Iahrqang.
Zweites Wtcrtt.
£ Zur Charakteristik des Deutschen Lehrervereins.
Was den Staatssekretär von Elsaß-Lothringen zu seinem bekannten Schritt veranlaßt hat, ist zurzeit nicht bekannt. Soviel steht aber wohl fest, daß er den „Deutschen L e h r e r ve re i n" nicht gekannt hat, sonst hätte er nicht den Schein auf sich laden können, als wünsche er den Beitritt katholischer Lehrer. Es ist darum wohl am Platze, diesen Lehrerverein, seine Anhänger und Ziele ins rechte Licht zu setzen, damit jeder erkenne, wie richtig der Bischof von Straßburg hatte, als er sagte, ein katholischer Lehrer könne es mit seinem Gewißen nicht vereinbaren, diesem Verein anzu gehören.
An der Spitze des Vereins steht der ungläubige frühere Lehrer Joh. Tews aus Berlin, der gleichzeitig Generalsekretär der auf unchristlichem Boden stehenden Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung ist. Das Organ des Vereins zur Erhaltung der evangel. Volksschule nannte diesen Tews „einen der energischsten Vertreter der modemen, christen- tumsfeindlichen Weltanschauung, einen der größten Feinde der christlichen Kirche und Schule". Tews schreibt:
„Das Kind dürfe nicht in einer bestimmten Konfession erzogen werden, der Religionsunterricht habe nicht die Aufgabe, zum Glauben an die Lehren einer bestimmten Konfession zu bringen oder eine religiöje Weltanschauung im Kinde hervorzurufen. Er verlangt deshalb auch, daß der dogmatische Religionsunterricht aus der Schule entfernt werde." , In einer programmatischen Erklärung des Ge- schästsführenden Ausschusses des Deutschen Lehcer- vereins vom 25. März 1908 wurden die allem Christentum feindlichen Grundsätze Tews für den Religionsunterricht „in allen wesentlichen Grundzügen" als das Bildungsideal des Deutschen Lehrervereins erklärt.
Bekannt ist die unerhörte Beleidigung der deutschen Katholiken durch Professor N a t o r p-Marburg auf der Pfingswrrsammlung des Deutschen Lehrervereins zu Dortmund 1908, wo er es als „Pfingst- hoffnung" der deutschen Lehrerschaft bezeichnete, daß der deutsche Katholizismus bald das „römische Joch" abwerfen werde, um sich zu einem „neuen Protestait- tismus" zu entwickeln und dem Lehrertage das >Pstngstgelübde" in den Mund legte, hierfür zu arbeiten.
In den Zeiten des Kulturkampfes stand der Deutsche Lehrerverein in der ersten Reihe der l.Romstürmer" und sein Organ, die „Pädagogische 'Zeitung" beschimpfte damals die katholischen Lehrer »als politische und geistige Heloten. Aus den Kreisen des Allgemeinen deutschen Lehrervereins stammt von „Zween Magister deutscher Zunge" der jbe—kannte „Festgmß", der mit der Strophe begann:
Doktor Falk, der edle Ritter, Will dem Kaiser wied'rum bringen Was der Papst ihm abgespannt. Er entwarf die Maigesetze, Daß nicht weiter wühl' und Hetze Der Kaplan im deutschen Land.
Auf den Versammlungen des Allgemeinen deutschen Lehrervereins haben liberale Freigeister stets das große Wort geführt und die chttstlich gesinnten Mitglieder vollständig in den Hintergrund gedrängt. Auf dem Deutschen Lehrertage in Berlin 1890 erging sich D i t t es - Wien in seiner Festrede zu Ehren Diester- wcgs in den gehässigsten Angriffen gegen die Religion und die religiöse Unterweisung in der Schule, insbesondere aber gegen die katholische Kirche.
Heute scheint, so führte er aus, die Glaubensfreiheit in manchen Ländern recht wenig zu bedeuten zu haben, und mächtiger als je ist ihr Unterdrücker, der römische Papst, dessen Besiegung doch ein Hauptzweck der deutschen Reformation gewesen ist. In einer .Enzyklika nach der andern verkündet er kühn sein an-
Kleiues Feuilleton.
, — Der Wert der Magermilch. In der Tages- presse findet man neuerdings häufig Artikel, die den Wert der Magermilch anerkennen. Schon der „Reichsanzeiger" machte vor einiger Zeit auf den hohen Wert der frischen, süßen Magermilch als menschliches Nahrungsmittel aufmerksam und bezeichnete es als sehr bedauerlich, daß sie zu dem angegebenen Zwecke noch so geringe Beachtung finde; besonders aber, das sie wohl als eins der allerbilligsten Nahrungsmittel bezeichnet werden dürfe, das heute zur Verfügung stehe. Es heißt dort nämlich: Man berücksichtige wohl, daß die Hauptnährsetzung der Milch, wie überhaupt unserer Nährmittel, und besonders auch des Fleisches, das Eiweiß ist. Gerade dieses und neben dem Eiweiß das Fett, sollen in den gekauften Nahrungsmitteln enthalten sein. Bei den heutigen Durchschnittspreisen der Nahrungsmittel kauft man aber für eine Mark
Eiweiß Fett itt Hammelfleisch......96 gr 60 gr
„ Ochsenfleisch......101 „ 58 „
> Kalbfleisch ......113 „ 47 „
„ Vollmilch ...... 228 „ 117 „
„ Magermilch...... 400 ,. 56 „
' Hiernach kauft man gerade in der Magermilch die hauptsächlich nährende Substanz, das Eiweiß, |gu einem Preise, der kaum ein Viertel so hoch ist, jwie in den meist benutzten Fleischspeisen. — Herr Geheimrat Proseflor Dr. König zu Münster i. W., «wohl unsere erste Autorität auf diesem Gebiete, -sagt hierüber: „Die Magermilch enthält in der Hauptsache alle Teile der.Vollmilch, mit Ausnahme ,deS Fettes, das ihr beim Entrahmungsprozeß bis auf 0,19 Proz. entzogen ist. Es find dagegen der Milch voll verblieben die Eiweißstoffe und der Milchzucker. Die Eiweißstoffe sind bekanntlich für Aie Ernährung vom höchstem Werte, aber auch bet
gebliches Recht auf Weltherrschaft, seine Oberhoheit über alle Fürsten und Völker, seine absolute Autorität in allen Kulturfragen, lieber allen Wissenschaften und Schulen proklamiert er einen Mönch des 13. Jahrhunderts alS den Gesetzgeber aller Forschung und Lehre, und fast niemand wagt es, dagegen zu protestieren. Man lauscht ehrfurchtsvoll den römischen Offenbarungen oder man duckt sich wie der Vogel Strauß, und schweigt rote die Auster in der Schale. (Heiterkeit und Bravo.) Ja noch mehr: man kommt diesen ungeheueren Machtanfprüchen rücksichtsvoll entgegen, man hält sich in steter Fühlung mit dem römischen Pontifex maximus, steht in steten Verhandlungen mit ihm, man will nichts Großes unternehmen ohne seinen Beistand, man ruft ihn als Schiedsrichter über weltliche Mächte, man ruft ihn um Hilfe in den Nöten des Parlamentarismus an, man streckt vor ihm rühmlos die Waffen im Kulturkampf, man ruft seinen Beistand an zur Lösung der sozialen Frage. Solches, geehrte Versammlung, war denn doch zu den Zeiten der Reformation unerhört bis auf unsere Tage und geht hinaus über den Maßstab deS Mittelalters. (Lebh. Beifall.i Ich halte solche Zustände für sehr verderblich und sehr gefährlich. Der deutschen Nation das welsche Joch auserlegen, ihr die Freiheit des Gedankens und der Lehre, der Wissenschaft, des Glaubens und Gewissens verkümmern, das heißt nach meinem Dafürhalten der deutschen Nation die Seele heran-reißen und ihr die beste Kraft nehmen. (Bravo!)
„Langanhaltender, sich oft erneuemder stürmischer Beifall" folgte nach dem Berichte der Allgem. Deutschen Lehrerzeitung der Festrede. Herr Dr. P e n z i g, ebenfalls ein Wottfiihrer im Deutschen Lehrerverein, erklätte am 12. September 1904 in einer Versammlung zu Berlin:
„Wir müffen dahin streben, daß ein allgemeiner christlicher Unterricht für Juden, Heiden und Moslemin erteilt werde, in welchem es nicht darauf ankomme, daß man an Gott glaubt oder an Christus."
Die „Pädagogische Zeitung", das offizielle Organ des Deutschen Lehrervereins, macht aus ihrer Abneigung gegen die Katholiken gar kein Hehl. Proben davon sind in letzter Zeit schon genügend gebracht. Hier noch einige kräftige. In Rr. 18 vom 4. Mai 1899 lag ihr ein Aufruf zur Teilnahme an der Los von Rom-Bewegung bei, worin es hieß:
„Verderbenbringend war Rom durch die Schärfe seines Schwertes (?), verderbenbringender noch durch den Geist der römischen Kirche und des römischen Rechts. Unduldsamkeit und rücksichtslose Vergewaltigung, das ist das Gepräge römischen Geisbs. Rom ist überall der Feind der Deutschen , darum los von Rom!"
In Nr. 38 vom 19. Septeniber 1901 schrieb das Blatt:
„Mönchs- und Nonnenklöster sind durch die Reformation in evangelischen Gegenden verschwunden, die evangelischen Geistlichen sind meist ein Vorbild ehelicher Sittlichkeit: aber in der katholischen Kirche besteht das Grundübel der Frauen« und Mädcheuverführung weiter aus Anlaß des Instituts der Ohrenbeichte."
Können sich wirklich katholische Lehrer eine solche Anpöbelung gefallen lassen? Selbst der prot. „Reichsbote" schreibt, der Deutsche Lehrewerein lebe seit seinem Bestehen mit der evangelischen wie der katholischen Kirche im Kriege und wolle den Religionsunterricht aus der Schule herausnehmen. Nun, dann haben die katholischen Bischöfe nur eine Gewissenspflicht erfüllt, wenn sie ihre katholischen Lehrer unter Erinnerung an das Sterbebett vor dem Eintritt in einen solchen Verein gewarnt haben.
Deutscher Reich.
) ( Der Poftscheckvcrkehr hat jetzt ein volles Jahr hinter sich. In dieser Zeit hat man bei den Gutschriften wie bei den Lastschriften die Summe von 5 Milliarden Mark nahezu erreicht. Das durchschnittliche Guthaben der Konteninhaber betrug 74 Mill. Mk., deren Zinsen das Reich bekanntlich ohne Gegenleistung schluckt. Bisher haben sich 36 427 Firmen und Einzelpersonen dem Postscheckverfahren an
Milchzucker, ungefähr 5 Proz. der Milch bildend, ist ein wichtiger Nährstoff, der zur Produktion von Wärme und Fett im Körper verwandt wird. Die sogenannte Magermilch ist also im Sinne der Ernährung durchaus nicht als mager zu bezeichnen. Man bezeichnet sie nur deshalb als mager, weil sie wenig Fett enthält, aber sie ist durchaus kein minderwertiges Nahrungsmittel. Denn enthält ein Kilogramm (Liter) Vollmilch 337 Nährwerteinheiten, so enthält em Kilogramm Magermilch stets 215 Nährwerteinheiten. Kostet ein Liter Vollmilch 18 Pfg., so darf das Siter Magermilch nur 12 Pfg. kosten. In Wirklichkest aber ist die Magermilch viel billiger als in dem angegebenen Verhältnis zu kaufen. Das augenblickliche Verhältnis bei unseren wertvollsten Nahrungsmitteln „Fleisch und Milch" ist ungefähr so. Kaufe ich in Rindfleisch 1000 Nährwerteinheiten, so erhalte ich für denselben Preis in der Vollmilch 2250 Nährwerteinheiten, dagegen ht der Magermilch über 4000 Nährwerteinheiten! Diese Zahlen sollten voll genügen, das leider noch vielfach herrschende Vorurteil gegen die Magermilch endlich zu beseitigen.
— Ei« Heiratsgesuch. In der Berliner „Morgenpost" (Dezember 1909) suchte „ein früherer katholischer Geistlicher, jetzt evangelisch, Lehrfach, freidenkend", unter H. P. 539 eine Frau. Der „Vorwätts" machte sich über dieses Gesuch lustig unter der Ueberschrift: „Um des schönden Mammons willen" und teilte mit, c8 habe sich eine Dame mit 80 000 Mk. Vermögen gemeldet, worauf sich herausgestellt habe, daß der Suchende ein Herr B. S ch effs ist, 38 Jahre alt, Leiter einer höheren Schule in Sternberg (Mecklenburg). — — Wie der „6. A." nun mitgeteilt wird, ist Scheffs kein Pttefkr. Er hat eine zeitlang kath. Theologie studiert und ist in Sternberg Leiter einer Bürgerschule, die zurzeit nur 2 Klassen (Sexta und Quinta) hat. Die Leitung wurde ihm unter der Bedingung übertragen, daß «.innerhalb 2 Jahren fein „Examen" macht, wahrscheinlich ist das Rektoratsexamen ge- meirtt
geschloffen. Da jeder 100 Mk. zinslos zu hinterlegen bat, würde die Post 3 642 700 Mk. zinsfreie Hinterlegungen haben. Daß es aber 70Millionen und mehr sind, ist ein Zustand, der zu lebhaften Bedenken Anlaß gibt. Der Post werden dadurch die Zinsen von vollen 70 Millionen Mark, bei 4 Proz., wie sie das gewerbliche Leben doch sicher überall herausschlagen muß, also nahezu 3 Millionen Mk., ohne jede Gegenleistung zugeführt. Ob dieser eminente Zinsverlust der Konteninhaber die Vorteile des Postscheckverkehrs rechtfertigt, bas mag dahingestellt bleiben
* Der historische Kalender des Vorwärts ist wie üblich bei Jahresbeginn erschienen und zwar in der alten Form. Alle Scheußlichkeiten und Untaten in der Geschichte der Menschheit sind verzeichnet, alle Großtaten und Tüchtigkeit unterdrückt. Als neuer „sozialdemokratischer Heiliger" — man entschuldige den Ausdruck — ist Ferrer ausgenommen worden. Das genügt!
volkswirtschaftliches und Soziales.
se. Vierter sozialer Kursus für Handwerker in M.» Gladbach. Die bisher vom Volksverein für das kathol. Deutschland veranstalteten Handwerker-Kurse hatten sich sämtlich eines guten Besuches aus den verschiedensten Teilen Deutschlands und eines befriedigenden Erfolges zu erfreuen. Diese Umstände ermutigen ihn auch dieses Jahr wieder, zu einem solchen Handwerks-Kurs einzu- laden. Vorgesehen ist dafür die Zeit vom 21. bis 25. Februar. Während die früheren Kurse, systematisch aufgebaut, die gesamte Handwerker- Frage behandelten, wird sich der diesjährige Kursus auf die Erörterung einzelner, heute für den Handwerker besonders wichtigen Fragen beschränken. Es werden einzelne Fragen aus dem gesamten Gebiete der Handwerker-Politik herausgegriffen und diese um so eingehender besprochen werden. Es können deshalb auch Teilnehmer der früheren Kurse diesen Kursus mit Nutzen besuchen, der vor allem die praktische Seite der Handwerker-Frage berücksichtigen soll. Dafür zeugen die Vortrags-Themata, die wir noch einzeln mitteilen werden. Eine Anzahl von Referenten, die in der Bewegung stehen, ist bereits gewonnen. Der Kursus wird eröffnet werden am Sonntag den 20. Februar mit einem allgemeinen Handwerker-Abend. Anmeldungen zu dem Kursus, zu dem Gebühren nicht erhoben werden, nimmt die Zentralstelle des Volksvereins entgegen, die auch zu sonstiger Auskunft gern bereit ist. Ebenso übernimmt sie die Vermitlelung von Wohnungen mit oder ohne Pension.
Rumän. 00.00—00.00 Mark, Roggen, hiesiger, 16.75 bis 17.00 Mk., russischer 00.00—00.00 Mk., rumänischer 00.00—00.00 Mk., Gerste hies. u. Wetterauer 16.00-17.00 Mark, Pfälzer 16.50-17.50 M., Ried 16.50—17.50 Hafer, hies. 15.80—17.00 Mk., dayer. 16.00—17.00 Mk,. württbg. 00.00—00.00 Mk., russischer 00.00—00.00 Mk., rumän. 00.00-00.00 Mk., La Plata 00.00—00.00 Mk., Mais (Mixed) 00.00-00.00 M., russ. 00.00-0000 M., Donaumais 00.00—00.00 M., La Plata 15.85—16.00 Mk. Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: stetig. Weizenmehl Nr. 0 32.50—00.00 Mk., Nr. 1 81.00 -00.00 Mark, Nr. 2 30.00 - 00.00 M., Nr. 3 29.00-00.00 Mk., feinere Marken 0.50—LOO M. höher. Roggenmehl Nr. 0 24.75—25.00 M., Nr. 1 21.75-22.00 Mk., Nr. 2 17.00—18.00 Mk. Alles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. Futtermittel: stettg. Weizenschalen 10.25-10.50 Mk., Weizenkleie 10.00—10.25 Mark, Roggenkleie 10.50—11.00 Mark, Futtermehl 14.00-00.00 M., Biertreber, getrocknet, 13.25—13,60 Mark. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier.
* Frankfurt a. M., 10. Jan. 1910. Amtliche Notierung der Viehmarkt-Preise. Zum Verkauf standen 411 Ochsen, 42 Bullen, 1158 Kühe und Jungrinder, 475 Kälber/ 251 Schafe und Hammel und 1977 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Lebendgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht« ivertes bis zu 6 Jahren 43—46 M., b. junge fleischige nicht ausgemästele und ällere ausgemästete 38—42 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 35—37 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtroertes 39—41 Mark, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte älter» 00—00 Mk., c. gering genährte 00—00 Mark. Kühe und Jungrinder: a. vollfleischige, ausgemästete Jungrinder höchsten Schlachtwertes 36—41 Mark, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlacht« »verles bis zu 7 Jahren 34 bis 40 Mark, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelt»' jüngere Kühe und Jungrinder 26 bis 33 M., d. mäßig genährte Kühe und Jungrinder 20—26 M., e. gering' genährte Kühe u. Jungrinder 14—19 M. Bezahlt wurde, für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: a. feinste Mast« (Vollmilchmast) und beste Saugkälber 52—56 Mk./ b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 45—50 Mk./ c. geringe Saugkälber 40—42 Mk., d. ältere, gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Mk. Schafe: a/ Mastlämmer und jüngere Masthämmel 29—32 Mk.,' b. ältere Masthämmel 26—28 Mk., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merz-Schafe) 17—20. Schweine s’ a. Fetischweine über 3 Zentner Lebendgewicht 00.00 M., b. vollfleischige über 21/» Ztr. Lebendgewicht 00.00 e. vollfleisch. über 2 Ztr. Lebendgewicht 58.00— 60.00 Mk^ d. vollfleisch. bis zu 2 Ztr. Lebendgew. 58—60.00 Mk.,' e. fleischige 58h,-60 Mk. f. Sauen 00—00 Mk. Da- Rindergeschäft setzte lebhaft ein, flaute zum Schluß ab. und hinterläßt geringen Ueberstand. Der Kälber- und Schashandel gestaltete sich lebhaft: es wird ausverr kauft. Der Schweinemarkt verlief gedrückt und rotrb nicht geräumt.
Aus Mrche und Schule.
(*) P. Benno Auracher. Die Meldung des Katho- likenfresser-Organs „Das neue Jahrhundert", daß P. Auracher sich verheiratet bade, wird in der „Münchener Zeitung" mit aller Entschiedenheit dementiert. Erst in den allerletzten Tagen fei bei einer hochstehenden Münchener Persönlichkeit die Meldung eingelou= fen, daß sich Pater Auracher bei bestem Wohlsein in Italien aufhalte, in dauernder Verbindung mit kirchlichen und klösterlichen Kreisen stehe, und daß man sogar die Hoffnung hege, daß die ganze Angelegenheit demnächst zu einem vollständigen Ausgleich führen werde.
Aus -em Nachbargebiete.
§ Schotten (Vogelsberg), 11. Jan. 1910. Gegenüber Meldungen von Abnahme des Schnaps- g en u s s e s von Arbeitern in staatlichen Waldungen müssen wir leider auch von einer Nichtabnahme, vielleicht eher einer Z una hme bei Waldarbeitem in Gcmeindewaldungen berichten. Es sollen zirka 35 bis 40 Prozent des Arbeitsverdienstes für Schnaps in der letzten Zeit draufgegangen sein. Wenn täglich eine. Mark für Schnaps aus gegeben wird, so ist das entschieden zu viel.
* Baumbach (Kr. Rotenburg), 11. Jan. 1910. Die Diphteriti s tritt hier epidemisch auf. Viele Kinder und auch einige Erwachsene liegen an dieser Krankheit darnieder, eins der Kinder ist gestorben.
* Weilburg, 11. Jan. 1910. Laut Kostenrechnung des ausführenden Ingenieurs Leithäuser ans Kassel betragen die 30000 Mk. veranschlagten Aenderungen an der Quellenfassung der hiesigen Wasserleitung jetzt rund 52 000 Mk. Ein schönes Neujahrsgeschenk für die Steuerzahler!
* Mainz, 11. Jan. 1910. Die Stadtverwaltung von Mainz plant die Errichtung einer ständigen Ausstellungshalle und hat bereits mit den Vorständen der hiesigen Innung und sonstigen Ge- werbetteibendenVerhandlungen gepflogen, welche zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben. — Mit dem 1. April sollen die Beamten des Polizeiamtes durch eine Polizeiassistentin vermehrt werden, ivozu Frau Dr. Schapiro von Genf in Aussicht genommen ist.
Marktbericht.
* Frankfurt, 10.Jan. 1910. (Getreidemarkt.) Die im Laufe der vorigen Woche eingetretene Festigkeit des Auslandes übte auf die hiesigen Preise starken Einfluß aus. Insbesondere Weizen schnellte um beinahe •/« Mark in die Höhe, während Roggen langsamer nachfolgt. Der Konsum kauft mir das Allernotwendigste. Hafer ist stärker gefragt und im Preis steigend. Gersie sehr ruhig. Mehl im Einklang mit Weizen steigend. Mais anziehend. Die heutigen Notierungen lauten je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer 23.40 — 33.60 Mark, kurhessischer 23.40— 23 60 Mark, norddeutscher 23.40—23.60 Mk, russ. 24.00—25.00 M., Redwtnter 00.00—00.00 Mk., Kansas 00.00-00.00 Mk., La Plata 00.00-00.00 Mk.,
Kurier Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des deutschen Landwirtschaft-« rats vom 4. bis 10. Januar 1910.
Die Hauptanregung für den andauernd festge- fünnnten Weltmarkt gab auch in der Berichtswoche Argentinien, dessen neuerliche Preiserhöhungen auch Amerika und Rußland zu gleichem Vorgehen veranlaßten. Die un’günftifle Auffassung, die hinsichtlich der argentinischen Ernte mehr und mehr Platz greift, wurde vor allem durch den Umstand bestärkt, daß di» Ablader ihre früheren Abschlüffe mit hohen Qualitätsgewichten rückgängig zu machen suchten und bei neuen Anstellungen msi 77 und 76 Kilogr. hergingen. Don den westeuropäischen Konsumyebieten war es namens lich England, das die überseeischen Anregungen mit' weiteren Preissteigerungen beantwortete und dessen Importeure in stärkerem Maße von den erhöhten Offerten Gebrauch machten, auch Belgien und der Rhein zeigten sich kauflustig. Für Deutschland fiel außer-' dem der Umstand ins Gewicht, daß vom Jnlande Weizen nur mäßig angeboten war und daß der Export wieder stärkere Ansprüche stellte. Auf dem Lieferungs- marlte brachten sich die geschilderten Verhältnisse durch lebhaftes Kauf- und Deckungsbedürfnis unb. einen Preisfortschritt von 4% bezw. 3% Mk. zum Ausdruck. Auch für Roggen machte sich infolge geringeren Angebots vom Jnlande bei besserem Abzug nach der Küste vermehrte Kauflust für Lieferung bemerkbar, deren Wett daraufhin um 3 Mk. anziehen konnte. Die sichtlich bessere Meinung für Roggen hat ihren Grund übrigens auch in der großen Wertdifferenz, die zwischen diesem Arttkel und Weizen be-' steht. Hafer schloß sich der allgemeinen Festigkeit gleichfalls an, zumal sich auch dafür Interesse seitens des Auslandes bemerkbar machte und Rußland und Argentinien ihre Forderungen merklich erhöht haben.' Das Angebot von der Provinz war bei hohen Forderungen, die im Konsum immer noch schwer durchzu- setzen sind, etwas reichlicher. Dem Braugerstenge- schäst hat das neue Jahr bisher keine sonderliche Bes- semng gebracht, wenn auch für die knapp angebotenen feinen Qualitäten hie und da ein kleiner Aufschlag erzielt werden konnte. Um so schwieriger bleibt nach wie vor der Absatz von geringerer Ware. Futtergerste hat ihren Preisstand namentlich für nahe Ware um einige Mark erhöht, auch spätere Lieferung wurde von Rußland merklich höher gehalten. Für Mais, dessen Forderungen weiter angezogen haben, bestand im allgemeinen wie bisher wenig Interesse; bemerkenswert ist es immerhin, daß Nordamerika frühere Abschlüsse von Mixed andauernd zurückreguliert.
Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei das Mehr (-(-) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist rote folgt:
Weizen Roggen Hafer
Danzig 229 (4- 1
Berlin 228 (-- 4
Frankfurt 236 (+ 6
München 236 (+ 2
165 (4- 2 ) 165 (4-3 ) 170 (4- 2 ) 166 (— 2
) 160 ( - ) ) 174 (+ 2 ) ) 167*/.(+ 2«/.) ) 158 ( - )
Wettmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 229.00 (-4- 475 ), Juli 229.25 (ff- 3.75) Budapest April 241.95 (4* 4.45), Paris Jan. 197.60 (4~ 3.55) Liverpool März 191.10 (- 5.40) Chicago Mai 174.80 (-s- 3.25), Roggen: Berlin Mai 177.00 l-j- 3.00), Juli 179.00 (4- 3.00) Hafer: Berlin Mai 166.00 (+ 2.00) Juli 168.00 (4- 2.75) Mk. per 1000 Kilogramm.