Einzelbild herunterladen
 

M 293.

Krettag 22. Vezemder MI

58. Jahrgang.

* Tuldaer A Zeitung

<8

L. Blatt, druck Verl«, btt jtelbeet Iditibntftr«' l» L-Ida.

+ Der „schwarzblane Block

heut«. Heute sind die Liberalen aber frfjea Angriffen oie damals berechtigt, von einem Bünd- Rechten die Zenl

itrumswähler in dem einen oder an-

ner, Die eoen iwcn ni oen ..vcuivuvuüuuitvn uiu i r.: , \ -r < r »t» •*«

war das nickt dingung für eine künftige Erhebung, für eine Heilung Besteuerung einvtt snden erk.ar^r muffen.

l 'yti r f ■. O ° m c ? ~'_____ ri__e-__— hflr flnAv Mit v 4 n mJJ i,T I t A ff * M Httftrr HMn

@8

hat aber nur 45 Alll tenen Mark bemflltgt.

häufig, wie der in der Industrie beschäftigte Ar-

lvetß man — hierfür gibt es eine Reche ausreichende

en- n iS

* Eine vationalliberale Warnung vor dem Groß block. Die untiorraRtbemte« ,8rp;. 3t Ä' frttieibcu:

während die Freifimügm 60 Millionen und die Ra- tanallibcralen sogar 80 Millionen »orfchlugeu.

Rur »urch de» Zentrun^varsckla« war eS mög­lich, daß dir 5 Pfg -Zigare des kleinen Manner bfr stehen bleiben konnte. Das Zentrum und die Recht« haben nämlich die Steuern nacht dem Werte burchgesetzt (je besser die Zigarre, desto höher die Steuer), die Liberalen dagegen wollten alle

erfolgt war mit den Konservativen, aber auch mit den Liberalen.

88 war übrigens nicht dos erstemal, daß bte

kälte weniger gefürchtet wird; eS gibt eine Anzahl südländisch« Vögel, die heut« al» ständig? Bewoh­ner unfaxt Gebiete «uuusche» sind; dazu gehört vor allem der GirlH, ein dem Zeisig verwandter Rci-

Kkeirees emüeton

ner Ci beftfint

legt, obwohl es dort kälter ist als im Tale; unter der Zahl dieser Bögel ist nach den Angaben von Prof. Schuster, der gerade die Ausbreitung der Bögel wissenschaftlich verfolgt hat, vor allem Nach­tigall, Wachtel, Schwarzkehlchen, Haubenlerche, Haus­rotschwänzchen u. a. zu nennen, während zugleich manche von ihnen aus ihren Herbstwandernngen viel weniger weit nach Süden vorzndringen pflegen als früher und teilweise heute m geschützten Gebieten Süddentscklands überwintern. Alle diese Anzeichen sprechen scheinbar dafür, daß unser Klima milder wird. Sie geben aber auch der Hoffnung Raum,

Dieselbe Hetze, die damals den Liberalen so sehr nützte, mochte man jetzt wieder entfachen. Dazu soll vor allem das Märchen vom scfaiarz-blauen Block dienen. Rein, «in schwarz-blauer Block hat nicht be-

beiter.

— Wird unser Klima müder? Es gibt eine Reihe von Beobachtungen rein biologischer Natur, vornehmlich au» bet Welt der Schmetterlinge und Vögel, aus denen hervorzugehen scheint, daß unser Klima milder wird, daß wir uns allmählich einem

keinen Groschen für unsere Rüstungen bewilligen, deren Führer noch ebenso heftig bemüht mar, alle Schuld an dem Elend von den Schultern Englands auf uns

ebensowenig wie . „ .

ni» zwischen Zentrum und Konservativen zu sprechen.

deren Wahlkreis die Konservativen u n t e r st ütz e n, die Konservativen und auch Kandidaten sicherer

besteht.

Auch bei den kommenden Wahlen im Januar wird ein Bündnis nicht in die Erscheinung treten. Da» hindert natürlich nicht, daß bei den konzentri- "sen der Linken auf die Parteien der

♦ Ans dem Wahlkreise Warlmrg-hipter, 17. Dez. 1911. In unserem Wahlkreise ist bekanntlich Frei» Herr ». Krrckerinck - Borg von der Parier.Ver» tretunq einstimmig als Reichstags-Kandidat des Zentrums aufgefiellt worden. Trotzdem macken sich Quertreibereien geltend, die unter Mißbrauch des Zentrums. Namens Verwirrung zu stisien bestrebt sind. Aus Handwerker. Kreisen war der Wunsch laut geworden, es möchte ein Handwerksmeister für den Reichstag aufgestellt werden. Inzwischen hat die westfälische Zentrnmspartei den Wünschen der Handwerker dadurch Rechnung getragen, daß für Beckum-Ludinghausen-Warendorf bekanntlich Bäcker- meister Fierten (Rheine) ausgestellt ist. Das genügt aber den Quertreibern nicht, sie haben begannen, unter allerlei unbelechtigten Ausfällen gegen das Wa'ükomitee, den Adel rc für den Sckrewermeifter Finkeldei in Sieinheim Propazandi zu macken; es geschieht sogar ht einem Flugblatte, das m Knittel- vrrsen abgefaßt ist. Es ist bedauerlich, daß unser ^bombensicherer" Wahlkreis ein so wenig würdiges Beispiel gibt

* Metz, 19. Dez. 1911. Wo der Liberalis­mus herrscht, ist er brutal. Die ©rubenbireF tion Klein-Roffeln hat den znm elsaß-lothringischen Landtag gewählten Bergarbeiter Coll et (Zentrumspartei) ohne Kündigung ent« lassen. — So steht die liberale Achtung vor der Apolitischen Freiheit in der Praxis aus. Merkt Euch dcks, Ihr Arbeiterwähler.

* Oppeln, 21. Dez. 1911 Die Hauptversamm­lung des Deutscken Wahlvereins im Wahl- kreise Oppeln beschloß mit großer Mehrheit, für den Zentrumskandidaten Pfarrer Sonueck einzu­treten. Dastär überläßt das Zentrum bei den nächsten Landtag-wählen ein Mandat dem Wahl- oerein. Auch dem Verlangen des Zentrums, daß fick dieser Kandidat der kouservativen Partei an­schließen müsse, wurde zugefiimmt. Der Wahlvercin benannte Landrat Lücke als Landtagskandidoten.

begegnet man oft der Auffassung, als ob dieser Zu- stand identisch 1 ‘

Helt'wäre, sein Fehlen andererseits als ein Zeichen

— Ein neues Krehsheilmittel wollen, wie schon telcz-r-iphiich gemeldet wurde, Geh. Rat von Wasser­mann und sein Assistent Tr. Keyffcr im Berliner Institut für Infektroilskraukbeiken eriunden haben. Tas Mittel soll, uu Gegensatz zu den blsl^rigeu Heilmitteln (.;. B. Radiums die uut eine örtliche und daher vorü: ergehende Heilung des Krebses er« möeitden, an alle Iw Köcper zerstreuten Krebs­zellen Herangehen und sie töieit. Das neue Rlittel stellt eine chemische Verbindung von @offn-Sekn dar und soll an Jidj uuschäv ich kin. An Tieren ist das Mittel bereits erprobt worden, soll aber in der vorliegenden Form bei Menschen noch nicht au» wendbar lern.

- DaS „gute" und „schlechte" Aussehen. Nicht nur beim großen Publikum, sondern,auch unter Aerz- ten spielt die Frage nach dem „Aussehen* de» Pa­tienten eine wichtige Rolle. Wie Prof. Masse in der Zeitschrift „Soziale Hygiene" ausführt, ist de» ös - *'»'• e' r-, -r ' ;t, das; man den Grad

der Gesundheit schon äußerlich vom Gesicht gleich­sam ablesm könne. .Jeder Arzt kennt "das blaffe Aus­sehen des Krebskranken, das eingtiiHent Gesicht des Schwindsüchtigen, die leicht gedunsene Haut deS Nix' renfranfeu. Den Zustchid des Fiebers erkennt man an den geröteten Wangen des Kranken. Zum.gesun­den Aussehen gehört eine große Reichhaltigkeit deS Fettgewebes der Haut im Gesicht, andererseits ein gewisser Grad von Rötung und Bräunung der-Haut­farbe. Brzügl.ch der otuim »,-ch Brästw-kua der Haut

zu erwähne«. Bei allen diesen Dingen gingen Zentrum und Konservativ« gegen«». anbei. DaS allein ist bei beste Beweis dafür, daß di« Zentrumspartei den Konservativeu zuliebe kein Tipfelchen ihrer Ueberzeugung PreiS- gegeben hat, daß die Existenz eines schwarz- blauen Blocks in vergangenen Reichstag lediglich in der Fantasie der Liberalen und Sozialdemokraten

der finanziellen Rot halfen, während die Liberale« dabei versagte«. Schon im Jahre 1879, als der Reichskanzler Fürst Bi-marck sich zur Eirrführnng der SchuUölle entschloß und bamti dem Reiche eine finanzielle Grundlage geben wollte, haben die Libe­ralen vollständig versagt und das Reich im Stich ge­lassen. Damals f«l «S niemanden ein, von einer „schwarz-blauen Verbrüderung" zu sprechen, daS parteipolitische Lebe« war eben noch nicht v er- ß i j t 0 t tDtt Rwk

Äragen hält. Die vornehmsten Aufgaben bei neuen Reichstages werden ruhen in der neuen Sicherung un­seres Wirtschaftslebens, in der Aufrechterhaltung deS Schutzes der nationalen Arbeit. Für den Genossen stimmen, nur um in der Stichwahl Mandate zu er­gattern. heißt die Potitck eines Desperado treiben. Die internationale Lage, unsere bedrücke Stellung im kreise der europäischen Völker. die Notwendigkeit, uni empor» zureitzen und uns hier totebeium die gebührende Gel- tung zu erringen — hier ist der Boden geschaffen, auf dem wir daS Haus zu errichten hoben, und vor dieser großen und unentrinnbare« Pflicht mutz hinter unS in wesenlosem Scheine jede andere Rücksicht, jede par­teipolitische Selbstsucht terfürfen, ES gilt nicht, kon­servative oder liberale Wahlen zu schaffen, sondern nationale Wahlen, und darum gilt «», alles Trennende zu bergeff en und dem kategorischen Impe­rativ der Pflicht auch zu gehorchen, wenn die Bitter- niffe der letzten Jahre den einzelnen abbrängen wollen. Wir haben keine Zeit mehr zu Epperimeuten, es han­delt sich nicht mehr ua die Existenz ton Parteien, sondern um Leben und Sterben 5>t 8 R eiches. Da fällt auch die Frage nach dem Verschulden. Nicht die Vergangenheit darf unser Handeln bestimmen, son­dern nur die Zukunft. Fürst DrSmarck ist tot, aber in flamenden Lettern steigt aus seinem Grabe die Mah­nung auch für den kommenden Kampf in dem hinrei- 'tzenden Worte empor: „Saffet den nationalen Go

danken leuchten vor Europa I"

Müffen wir Zentrum wählen? Diese Kernfrage für unsere Politik, die Zentrnmspartei und chre Wäh­ler wird in einer im Verlage der Germania, Akt.- Ges. für Verlag und Druckerei, Berkin C 2, erfchie- neuen Schrift treffend beantwortet. DaS sehr instruk­tive Werkche» bietet m grasten Zügen ein übersicht­liches Bild der Ziele und Bestrebungen unserer Zen- trumspartei. — Die Haltung der Zentrumsfraktion int Reichstage bei den grostett TageSfiogen der jün­geren Vergangenheit (Reichsfinanz reform, Schutzzoll­politik, Marokkobertrag usw.) wird hier in daS rich­tige Licht gestellt. Gegenüber den zahlreichen gehäs­sigen Angriffen und EntsteSungett feirenS der (Segnet bietet di« Schrift ein einwandfreies Überzeugendes Material zur richtigen Beurteilung dieser Tinge. Was die Darlegungen besonders bekehrend und anziehend gestaltet, sind die eingefügten Abbildungen, die das Verständnis des Textes- in madanter Weise erleid;»

der Grohblocktaktik des Liberalismus für unser deut- sches Vaterland entspringen. Und mit Genugtuung läßt sich beobachten, daß es auch bei den K o n s e r- v a 1 t v e n dämmert.

den nächsten Januar-Wahlen auch in zahlreichen Wahlkreisen des Reiches sich mft der Umsturz- Partei Verbünden? Wahrhaftig nicht!

Aber es liegt einmal im liberalen Parteiinterefie, den Wählern von einem „Bündnis" zwischen Zen­trum und Konservativen vorzuerzähleu, so wenig berechtigt gerade die Liberalen chrer ganzen Bergan- aenheit nach auch dazu sind. Ma» malt den Wäh­lern das Schreckgespenst der schwärzesten „Reaktion" vor Augen, die wmmen würde, wenn Zentrum und Konservative die Mchrheit behielten. Zum mindesten ist die Gefahr der Reaktion bei einer Mehrheit von Zentrum uick Konservativen nicht größer als sie un­ter der Herrschaft des konservativ-liberalen Blockes war. Dort konnte man viel eher von einer reaktionären Gefahr sprechen. Haben wir es doch erlebt, daß beim Bereinsgesetz die f r e i h e i t- lichenBestimmu»gen,diein manchen Bun­desstaaten jahrzehntelang bestand, beseitigt wur­den, unter Zustimmung der Nationalliberalen und Freisinnigen! Und der Bülowblock hätte noch in ganz anderer Weise reaktionär gewirtschaftet, wenn er noch länger gelebt hätte!

Das reaktionäre Gespenst und das Gespenst des Ultramoutanismus ist es, was man den gutgläu­bigen Wählern immer wieder vor Augen hält. „Ultramontanismus!" Wie zieht das doch in Pro­testantischen Kreisen! Was stellt sich der Protestant in rein evangelischen Gegenden nicht alles vor, wenn er von der „Romherrfchaft" hört, die das „ultramon­tane" Zentrum in deutschen Landen aufrickteit wolle. Es tvird vou den letzten ReichStagswohlen her noch in aller Erinnerung sein, wie mau in manchen Gegen­den den Leuten vorredete, weun die Ultramonianen bei den kominenden Wechlen siegten, müßten alle Pro­testanten katholisch werden, an den P a p st „g l a u - b en ", und was sonst noch für gruselige Dinge vor­getragen wurden. Wie erstaunt müssen die Leute ei­gentlich gewesen sei», als nachher vou alledem nichts eintrat, als sie trotz des Zentrumssieges alle noch gut evangelisch bleiben komtten und auch nicht „an den Papst glauben" mußten.

Vogelfängern das .Handtoerk aelegk wird, und daß den hungernden Vögeln im Winter auch genügend Ralm" ’ -'-boten - :A

— haben «nd besitzen. Es kommt einem oft ge­rade so vor, als ob wir das Zeitwort „haben", überhaupt nicht mehr hätten — nein besäßen! „Be­sitzen" sagt man heute, wo nur „haben" angebracht ist, als wenn es — wie gesagt — gar kein „haben" mehr gäbe. Da heißt es heutzutage: das Zimmer besitzt einen betonierten Boden; das Meerwasfer be­sitzt setzt große Wörme; eine neue Maschine, die im ganten eine Länge von 21 m besitzt; für Krusten besaß der Hund offenbar eine große Vorliebe; nach der letzten Bollkstäblung besitzen England und Wales. 37 Millionen Einwohner; wohl aber besitzt er eine flotte Schreibweife: der Angeklagte besitzt ein dnrch Rauckvergisttmg schwer geschädigtes Nervensystem; die gegenwärtig gebräuchlichen Motoren besitzen einen säst doppelt so großen Benzin- und Oelver- bronck; feine Stimme besitzt in der Mittellage Töne von rmgewöhnltther Schönheit; während in Norwegen auf 817 Bewohner ein Postamt kommt, besitzen in Deutfchlai» 1553 «nd in Oesterreich 3191 Ein- \ wahner je eine Postairstakt nfto. ustv. Man sieht: alks kann man heute „besitzen"; wer Zeitungen und Romane, ja wissenschaftliche Werke liest, der kann

jeden Augenblick Beispiele.für diesen Mißbrauch finden. In Muftmannr bekanntem Buche findet matt eine große Sammlung der köstlichsten und ulkigsten Beleg«. UebetaH, wo nicht wirklich a«S- gedrückt werden soll, daß man etwas „i» Besitz hat" (d, h. auf etwas „sitzt", wie der Bauer auf seinem Gut) oder es „als Eigentum" hat, da sollte man nur daS schlichte „haben" auwcnden; dann gerät man cutch nicht in die Gefahr, sich durch hochtrabend« Ausdrucksweise lää^rltch zu machen. spr.

— Der Mann mit dem gebrochen«« Genick. Heber einen Fall von der außergewöhnlichen Lebens­kraft eines schwer Verunglücken wird geschrieben: Ein Mitglied der Heilsarmee, John Müller, Rew- york, erlitt vor einem Monat einen bösen Sturz, wob« er sich das Genick brach. Er wurde mtt seiner schweren Verletzung in dos Hospital geschafft, wo er noch drei volle Wochen gelebt hat. Bis zu feinem Ableben halte ihn bai Bewußtsein nicht einen Augenblick verlassen. Sein ganzer Körper war vom Half« abwärts gelähmt; trotzdem die Aerzte, welche mtt allen Mttteln sein geben zu verlängern suchten, ihm nicht verhehlten, daß et kaum zu retten sei, verlor Müller den Mut nicht und kämpfte mtt dem Tode, bis er in dem ungleichen Kampfe unter­lag. Von mchizinffcher Seite fit eine derartig er- stailnliche Lebenskraft »och nicht beobachtet worden; nur in den seltensten Fällen hat der Bruch des Ge­nicks nicht den unmittelbaren Tod zur Folge, er tritt aber fast immer in wenigen Stunden ein.

— Newyork, die größte Stadt der Welt. Die Amerikaner sind nicht wenig stolz darauf, die größte Stadt der Welt zu besitzen. Denn nach amercka- niscker Rechnnng gilt Newvork als die größte ^tadt, da sie von London nur die innere Stadt (City) gelten läßt. Wen» man «8 so nimmt, so besitzt Newyork tatsächlich mehr Einwohner, da es berett« im Jahre 1910 4 766 883 Seelen zählte, während die Londoner City es in diesem Jahre erst auf 4 522 961 Einwohner gebracht hat. Für Sr-whork bedeutet das eine Zunahme von 1329 681 Person«« in den letzten 10 Jahren oder 38,7 Proz.: bei der Tity von London ist dagegen ein Abnahme um 13300 Seelen zu konstatieren, die einem Bevökke- runaSderluft von 0,3 Proz. entspricht. Trotzdn» bleibt London natürlich bte größte ©tobt der Wett,

Konservativen und das Zentrum erscheinen läßt.

Wenn's gegen die Kouservativen geht, weift man auf das „ultramontanr" Zentrum hi», diese von „Rom abhängige Partei", nut der sich die „protestantesche konservative Partei" verbündet habe. Man appelliert an das konfessionelle Gewissen der evaugctischen Wähler, um sie gegen die Konserva­tiven, die durch chr Bündnis mit den Ultramoutanen Verrat an den protestantischen Jnteresien begangen ?ätteu, aufzubrttlgen. Gehts gegen das Ze», r u in, dann sagt man den Wähler», wie reaktionär di« Kouservativen seien und mit diesen Reaftio- nären habe sich das Zentrum verbündet. Der Zweck dieses Manövers ist zu durchsichtig, als daß er nicht von jedem einsichtigen Wähler als plumpe W a h l m a ch e erkannt und gewürdigt wird.

Das Märchen vom „schwarz-blauen Block" tauchte erstmals auf, als der Bülowblock bei dem nationalen Werk der Reichsfincmzrejorm verfagte und Zentrum und Konservative dem Reiche aus der sinauziellen Not halfen. Es war eine Polttik der Verärgerung, die die Liberalen damals betrieben. Nicht die Ablehnung der Erbschaftssteuer durch die Konservativen, wie die Nationalliberalen vorgeben, veranlaßte sie, den Bülowblock zu verlassen. Ledig­lich parteipolitische Rücksichten waren es, die sie dazu bewogen. Sie taten $ im Zorn darüber, daß die Regierung mtt Rücksicht auf die Konservativen ihnen nicht noch mehr Zugeständnisse machen konnte. Sig begnügten sich aber nicht damit, unter der Begründung, daß chnen die neuen Steuern an­geblich zu unsozial seien, den Bülowblock zu ver- laffen und gegen das nationale Werk zu stimmen. Sie traten von nun an in Opposition, streuten das Märchen von einem „schwarzblauen Block" aus und eröffneten eine unerhörte Hetze gegen die Par­teien, die die Reichsfinanzreform gemacht hatten. Sie feie» geztoungen worden, aus dem Bülowblock auszutreten, nicht allein wegen der Ablehnung der Erbschaftssteuer, sondern auch, weil zwischen Konservativen und Zentrum geheime A b tu a ch u n g e n bestanden hätten, nach denen sie die Finanzresorm machen wollten.

Das war eine Unwahrheit! Erst als der Bülow­block nach Monate langen vergeblichen Anstrengun­gen in der Kommision versagt hatte, als die Libera­len schon in Opposttion getreten waren, da erst sprang das Zerttrum ein, um dem Reiche aus der Klemme zu helfen. Hieraus kann dem Zentrum doch niemand einen Borwurs machen.

Wie wars denn mit dem Büloivblock? — Als das Zentrum, um das Budqetrecht des Reichstags zu wahren, im Jahre 1906 gegen die Regierung Front machte, da waren es Nationalliberale u n d F r e i s i n n i g e, die flugs ein sprangen, lediglich well sie aus der Situation Sottet l e für ihr« Partei erhofften, und zwar Vorteile, die auf Ko st en der Rechte des Volkes erkauft waren. Nicht so beim Zentrum! Es half das nationale Werk zustande brinaen ohne Rückuckt dar­auf, daß man ihn« ans seiner Haltung Stricke drehen könnte bei den Wahlen, ohne „Kompensationen" von der Regierung zu verlangen für die Bewilligung der neuen Steuern, wie das die Liberalen getan hat­ten. Die ZentrumSfiaktion tat es, weil hier ein Lebensinteresfe des Reiches auf dem Spiele stand, sachliche und »»r sachliche Gründe gaben für die Haltung des Zentrums den Aus­schlag.

Än dem bisherigen Verhältnis zu den Konservativen Untrbe durch die Finanzreform nichts geändert, weder mündlich noch schrift­lich ist irgend ein Abkommen getroffen. Es war eine Zusammenarbeit, wie sie all die Jahre schon

Aber selbst wenn ei» solches bestanden hätte — dir Konservativen und auch Kandtdaten anoerer , was, wir wiederholen «8 ausdrücklich, nicht der Fall s rechtsstehender Parteien, wenn sie emsckledene Geg- war —: könnte daS Zentrum nicht mit dem gleichen ! ner der Grvßblockpolittk find. Im Zentrum Recht mtt ben Konservativen ein Abkommen treffen, ' ist man sich wohl der Gefahren bewußt, bte aus tote das die Rationalliberalen und Freisinnigen im ''— «*-«»-**-*» s«2 o:’F'‘>T",iann,Ä fuT °“rt* Bülowblock getan hatten? ES hätte dadurch nicht ein Atom von seinen Grundsätzen preisgegeben. Und was die Konservativen betrifft: brauchen sich diese etwa vor ben Liberalen ihres Zusammengehens mtt dem Zentrum z» s ch ä m e n ,vor den Liberalen, die in Baden, ht Bayer«, in Elsaß-Lothringen und bei

Klttnazustand nähern, wie er ähnlich ans der Erde zur Tertiärzett herrschte, wo eine um etwa 9 Grad höhere mittlere Jahrestemperatur als die heutige war, wo neben Nadelhölzern aller Art mich Paln-en, Myrten, Lorbeerbäume «. a. bei uns gediehen, und ______ .......... . ...

wo sogar tm eiskalte» Grönland, auf Island und ' daß Wald, Feld und Flur intfaer mittel- und nord- Spitzbergen sich zahlreiche Pflanzen fanden, bereit j deutscken Gebiete wieder reicher, an Singvögeln wer- Reste wir heute in den dortigen Braunkohlenlagern i den; Sache der Tiersrrimde wird es sein, dafiir zu noch finden. Zu den wnhttge» Erscheinungen, di« j sargen, daß den einziehendeir Sängern auch Nistge- für die Annahme eines rückkehrenden mildern Kli- ; leaenheiten ttn Unterholz und am Bachrond, in mas spreche», gehört zunächst die Tatsache, daß mtt .Decken und Dickichten zur Derfiianng stehen, daß den

Hartnäckig halten Liberale und Sozialdemokra- ten daran fest, daß tm Reichstag zwischen Z trum und Konservativen ein Bünd bestanden habe. Der „schwarz-blaue Block", wie man dies angebliche Bürtdnis getauft hat, bildet nun schon seit zwei Jahren das-Gespenst, das man immer und immer wieder im Kampf gegen die

von Krankheit angesehen werden müsse. Nichts aber

ist verkehrter wie diese Auffassung. Denn es gibt___7______

z. B. Blutarme mit geröteten Wange«, beten AuS- andere Tatsachen sprechen dafür, daß die Winter, sehe» geradezu als blühend bezeicfaet werden muß. wlnc andere Reihe- von Jndisiduen erscheint dau- »rich blaß, ohne daß die Bluttmtersuchuag dafür ffinen Anhaltspunkt gibt. Jedermann kennt auch ba4 Gebräunte Aussehen de? Landarbeiter», und doch

„Kein zündender Gedanke treibt die Wähler empor, nur die alten Parteiprogramme werden hervorgeholt I und sollen Begeisterung schaffen. Jeder mißtraut dem „ . _. n ‘ anderen, und keiner ist seines Lebens ftoh. Welche

standen. Nut dann sind Konfavattve und Zentrum Berwirruna der Geister aber, wenn liberale Män- zusmumengegangen, wenn sie in chren politischen bic e6cn noch in ben Marokkodebatten die Be- Ansichten übereinstimmten, 1—

der Fall, dann bilbete sich eine andere Mehrheit, der uns geschlagenen Wunden in einer starken Rüstung Ein „konfavativ-klerttaler Block" hätte sich doch bei erkannten, mit dem Gedanken spielen, ben Sozta- alle« wichtigen Gesetzen zeigen müssen. Das ist lift en S trchwahlhil fe zu leisten, die! doch sicher aber nicht der Fall gewesen. Wir erinnern nur 6eto*ntee**- bmtT

an das Kanzlerverantwortkichkettsgesetz an das A^ UUH uvll ÖU,U11._ „„„

beitskammergesetz, bei dem m den Hauptpunkten sich abzuwälzen! Wer für einen Genossen stimmt,

das Zentrum mit den Freisinnigen und emrgen ; jet bereitet an feinem Teil die Wiederholung so be- Natiotralliberalen zusamiuentat. Das gleiche gilt. schä i--.cn der Ereignisse vor, wie wir sie jüngst erlebten, von der Reichsversichrrungsordnung, von der Ro- ' Ur spürt den Teufel nicht eher, als bis er ihn beim

tern. Die Preise der 66 Seiten starken Schrift find im Interesse einer umfangreichen Berbrettung sehr billig gestellt (40 Pf. das Stack Partiepreise: 10 Stück 3,50 <.«, 50 Stück 14 M, 100 Stück 25 1000

Stück 220 M, 5000 Stück 1000 Jt.

In dem gleichen Berlage erschien ferner eine Hei- 1 nete Schrift: „SBen wähle ich?" welche bestimmt ist zur Massenverbreitung m ben Kreisen der Freunde und Feinde des Zentrums. Ter Inhalt dieser Schrift (48 Sette» stark), ebenfalls durch zahlreiche Äbbildun- gen erläutert, behandelt in leicht verständlicher Weife gleichfalls alle schwebenden Tagesfrage n und weift nach, wie das Zentrum stets die beste Volkspolitik ge­trieben hat. Die gegenteiligen Behauptungen der Gegner werden schlagend imb treffend widerlegt. DeS weiteren wird nachgewiesen, wie notwendig eine starke Zentrumsfraktion int Reichstage ist zur Erhaltung des politischen und konfessionellen Friedens, zum Wohle und Segen für Kirche und Vaterland. Der Preis bet Schrift beträgt einzeln 20 Pf. Partiepreise: 5 Stück 80 ä, 10 Stück 1,20 X. 60 Stück 5 X, 100 Stück 9 X, 1000 Stück 70 X, 5000 Stück 300 X (6 4 baS Stück).

Z\ tiefer die Tabaksteuer

wi 0 jetzt in gegnerischen Blättern viel geschimpft und dem Zentrum, wie immer, »«geworfen, e» sei an der Steuer schuld.

Was ist die Wahrheittz

Zweimal, 1893 und 1906, hat dar Zentrum 'Ke Steuer abgefihnt, well damals noch beffere Objekte vorhanden waren Erst bet der letzten Finanx- resocm, wo das Geld sonst nicht r» brschaf- s e n war, hat es sich nach anfänglichem Sträuben mtt

mos sprechen, gehört zunächst die Tatsache, daß mtt jedem Winter die Zahl der ursprünglichen Zng- vögek, die bei uns bkeiben, zunimmt. In großen Mengen überwinter» die Stare bei uns und besetzen gegen Abend die Türen der Kirchen und die Spitzen höherer Gebäude, die Amsel, früher ein Wald- und Zugvogel, bleibt stärckig bei nnS und beginnt bereits lästig zu werden, das Rotkehlchen treibt sich noch heute — Ende Dezember — vergnügt in den An- lagen und Büschen umher, selbst ein Zaunkönig schlüpfte vor wenigrn Tagen noch durch daS Hirter» Holz und zahlreiche <mderr Bögel sind als ständige Wintergäpe beobachtet worden, die früher stets wär- mere südlichere Gegenden aufzusuchen Pflegten. -Nun mag allerdings auch die Möglichkett, daß die Vögel ...... _ sich heute in b»u Städte« während des WinterS

mit dem Vorhandensein der Gesund- besser nähren kounen, ferner die Einrichtung von ».er— — *• -tzutterstekke» und Behnkiches eine Rolle spielen, denn

die Notwendigkeit de» Wanderzuges wird vornehmlich durch die Magenfrage hervorqerufen. Aber auch

statistische SDlttteSimgen — daß dec Landarbeiter wird von manchen Vögeln beständig nach Norden häufig an Tuberkulofe erfrantt, wenn gleich nicht so ausgedehnt oder aber in höhere Gebirgslagen bet»