M 292.
Deneniag 21. (9U
58. Jahrgang.
* fuldaer M Zeitung
16
2. Blatt.
•fid «Hb Verlag der hulbarr letiewbnufwl tu $«!»«.
und
Aus Mrche und Schule.
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* Die Landesbibliothek wird vom 23. Dezember
bemerkt dazu,
daß
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1«N- «lf 6.7» „ 0,20 „ 8,03 „ 0.52 „ 2,58 „ 0,06
in
1907:
25,81 M. 24,96 „ 23,58 „ 21,22 „ 24,-29 „ 24,64 „ 21,59 „
1908 60 46 50 50 67V,
Nach außen machte es bisher den Eindruck, als ob Grandinger der gefeierte Liebling seines Wahlkreises sei, wenn er auch im Landtag in keiner Weise zur Geltung kam. Das scheint jetzt nicht mehr zuzutreffen. Gerade liberale Blätter sind es, die ihm am Zeug flickten. Der „fränkische Wald" in Kronach berichtete über die Aufstellung Grandinaers höchst auffallende Dinge:
* Würzburg, 20. Dez. 1911. Angewiesen wurden stadtkaplan H. Oppmann in Bischofsheim als Pfaw reiverwrser nach Wegfutt und Kaplan I. Ullrich in Herlheim als 3. Kaplan nach Schweinfurt.
E!> der I Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar jeden Jahres zur Ausnahme in die Rekrutierungsstainm- I rolle bei der Ortsbchörde desjenigen Ortes zu melden, wo sie sich dauernd auihalten. Tie Miii- lärpfl cht beginnt mit dem 1. Januar des Kalenderjahres, in welchem der Wehrpflichlige das 20. Lebens- I iabt vollendet, und dauert solange, bis über die I Dienstverpflichtung des Wehrpflichtigen eutgiliig entschieden ist. Die hier wohnhaften, aber ans- I wärts geborenen Militärpflichtigen haben bei der Anmeldung zur Stammrolle das stände samt- l i ch e Geburtszeugnis vorzulegen. Das Geburls- zeugnis wird von dem Kgl. Standesamt des Ge- burisortcs des Militärpflichtigen zum Zwecke der Anmeldung zur Stammrolle unentgeltlich ausgestellt. Diejenigen, welche ihre Anmeldung wiederholen | müssen, haben ihren Losungsschein mitrubringcn.
* Fouragepreise. Für die Vergütung der im Monat Dezember 1911 verabreichten Fourage sind für die Kreise Fulda, Gersfeld, Hünfeld und Schlüch- tem folgende Durchschnittspreise maßgebend für den Zentner: Hafer 9,18 Mk., Heu 5,71 Mk. Stroh 3,41 Mack.
Lebensmittelpreise
und Lohnsteigerunge«.
Lokales.
Fulda, den 21. Dezember 1911.
Deutsches Reich,
* Ein netter Hereinsall. Die sozialdemokratische „Münchener Post' hatte einen erdichteten Brief- Iwechsel des Ministerpräsidenten Grafen Pade- Nvilz mit den Verlegern bayerischer Zentrumsblatter veröffentlicht. Darin war die Herein- I ziehun« der Religion in den politischen Streit behandelt. Die Verleger hätten auf Podewils Brief I erwidert, fk könnten auf dies „geschäftliche Förde- I rungsmittel nicht verzichten. Selbstverständlich hat es einen solchen Briefwechsel ni e m a l s g e g e b e n. Es handelt sich lediglich um einen sog. „Witz" den die sozialdemokratische Münchener Post ausgeheckt I Der größte Witz aber ist, daß die eigenen Ge- nnnungsgenossen des „Witzbolde?" darauf hereinae- L-E« sind. Sogar der „Voowärts" nimmt den! Briefwechsel ernst. Liberale Blätter fallen ebenfalls darauf herein. — So wurde die beabsichtigte Verhöhnung der Zentrumspreffe zu einer Selbstverhöh- mmg der Intelligenz' ihrer Gegner. Unser auf-
I nötiges Beileid!
I... ~ konnte unsere Flotte von den Engländer« | überrascht und vernichtet werden? Zu der ganz Deutschland beunruhigenden Frage, ob die deutsche Flotte in den berüchtigten Sommermonaten dieses I wahres von den Engländern hätte überrascht und I vernichtet werden können, werden der „Schles. Vztg " aus Marinekreisen folgende aufllärende Tatsachen mügeteilt, die die Sachlage in anderem Lichte erscheinen lassen:
„Die Erklärungen des Kapitäns Ferber, daß Eng- land in diesem Sommer einen Krieg gegen Deutschland beabsichtigte, wurden bekanntlich durch Mitteilungen der englischen Zeitung „Pall Mall Gazette" dahm ergänzt, daß englische Kriegsschiffe mcht nur auf deutsche Torpedoboote Jagd machten, ! sondern daß auch englische Torpedoboote j
Nach dem „Korrespondenzblatt" verdienten in der Woche die F a-b r i k a r b e i t er "
für die nächste Zeit Gebrauch zu machen, „bis alles geordnet ist"--da verneigt der Greis sich 'hoheits
voll und fragt leichthin, an welche Adresse er den Betrag retournieren solle, sobald er wieder im Be- ich seines eigenen Geldes sei.
Ockando überreicht ihm seine Visitenkarte mit dem Bemecken, er werde fernerhin nicht mehr bei seinem Vater wohnen, sondern habe sich eine eigene uctne Junggesellenwohnung gemietet, auf -er Via Ludovici Nummer,2.
Zustimmend nickt Orloff mit dem Kopf. Dann abgehe t ” toann morgen der Nordexpreßzug _ "Sie wollen unser schönes Italien so bald ver- 'Em, ruft Orlando bestürzt, mit einem verstohlenen Blick^auf Sonja.
,^ehen Sie einen Grund ein, warum wir hier bleiben sollten?" fragt der alte Mann bitter. Die heutigen Erfahrungen haben mich gelehrt, daß es am besten ist. Italien zu verlassen, wenn man seinen — seelenfrieben behalten will."
Orlando schweigt. Nicht bemeckt er ben Sarkasmus in Orloffz letzten Worten. Er denkt nur daran, was Italien, wa? die ganze Welt ihm sein wird ohne Sonja.
Unb wieder blickt er nach bet Ecke, in der das Jwöne Mädchen noch immer stumm, in stolz abwehren' der Haltung dasitzt.
Auch Orloff wird nach und nach schweigsamer. Mit Muhe scheint er eine aufsteigende Müdigkeit zu unterdrücken. Zs ist, als ob auch an dieser wetterharten Natur die Aufregungen der letzten Stunden nicht spurlos vorübergegangen seien.
Jetzt faltet er die Arme über der Brust und lehnt fick; in die N 'sier zurück. Als Orlando eine Frage an ihn riebt-. . erhält er keine Antwort.
Der Alte scheint zu schlafen.
Orlando steht auf und setzt sich Sonja gegenüber.
Zögernd hebt das Mädchen die schweren Lider, lenkt sie jedoch sofort wieder vor seinem innige« Blick.
(Fortsetzung folgt.)
„Koriesvondenzblatt" bemerkt dazu, „d»ß die Erhöhungen der Warenpreise die Lohust e i g e r u n g e n nicht erreicht habe" und „daß in den letzten 15 Jahren fast überall die Preis- steigorung von 27,46 Proz. durch entsprechende Lohnerhöhungen zum mindesten wettgemacht, zum Teil aber meist darüber hinaus Lohnverbesserungen erzielt wurden." „Dazu die teilweise Verkürzung der Arbeitszeit." „Es verbleibt also von den Lohnsteigerungen ein anderer Teil zur Bestreitung auch anderer Ausgaben der Arheiterfa-! milie wie für bessere Wohnung, Lebens- und Genußmittel in besserer Quantiät asw." Dann hebt das „Korrespondenzblatt" hervor, daß unter anderem der Verbrauch folgender Waren in Kilogramm pro Kopf Der Bevölkerung gestiegen sei bei
Demgegenüber hat sich bei den organisierten Maurern laut „Korresvondenzblatt" der durch- schntttliche Stundenlohn Un 34,3 Pfg im Jahre 189o auf 50,5 Pfg. 1908, -Jfo um 16,2 Pfg. gehoben, unter gleichzeitiger Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stunde also
Es " Stunden ä 34,3 Pfg. = 3.77 Mk. Tagelohn 190' 10 ,. a >0,5 „ = 5,05 w ,
Sei ben organisierten Zimmerern ist eS ähnlich:
Mit stolzer Gebärde lvehrte Orloff ab
„Lassen wir das, Herr Marchese. Wir müssen ersuchen, den Irrtum Ihres Vaters zu verzeihen wenn wir ihn auch nie werden vergessen können Im Zett?"" kommt gerade zur rechten
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ftdgt dem hinzu, „daß die Steigerung de!» Ver- Ibrauche- gerade dieser Artikel gewiß nicht von der Massen zeuge, daß dabei aber die Deutschen nicht weniger Brot und Salz pro Kops verzehren al» früher." Wenn nun I auch offen zugegÄen werden darf, daß momentan ?T?J’ef°n*>ere Preissteigerungen vorliegen, die aber lediglich in der verflossenen Teuerung ihren Grund haben, und weiter gerne anerfannt werden soll, daß manche Löhne, sobald die Konjunktur in der Jndu- ftrie dies nur irgendwie zuläßt, einer weiteren Er- I Höhung bedürfen, so darf auf der andern Seite nach den Haren Darlegungen de« gewerkschaftlichen Blattes wohl mcht mehr bestritten werden, daß die Löhne in den angeführten Jahren stärker g e» ftiegert sind al» die LebenSmtttel- preise, daß also die heuttge WtrtschaftZpolitik mag sie auch ein Steigen der Unterhaltungskosten hob«, auch die höheren Löhne ermöglichte. Da» gleiche Verhältnis hat sich auch Wetter-1 hin fortgesetzt.
, sozialdemokratische Wahlaufruf ruft tn den letttnben Sätzen das Volk zur Entscheidung darüber auf, ob auch in den nächsten fünf Jahren die „Politik der Bedrückung und Ausplünderung" fortgesetzt werden soll. Die „Forderungen" de» Aufrufes laufen selbstverständlich auch wieder Sturm gegen unsere jetzige bewährte WirtschaftSpo» l i t l k. Andrerseits operiert die Sozialdemokratte mtt der Behaupttmg, die Steigerung der Löhne der Arbeiter stehe nicht im Verhältnis zu der Steigerung der L e b ensmittelp r eiso. In rtner kurzen Notiz sind diese Fragen vor einigen S-agen bereit« einmal tn diesem Blatte beleuchtet worden. Bei dem Interesse, das die Mitteilung in werten Leseckreisen gefunden hat, erscheint e» an- gebracht, ausführlicher darauf zurückzukommen. Die»« I mal soll es geschehen an der Hand von Unterlagen, welche nicht der bürgerlichen Presse oder Statistik i entflammen, sondern dem „Korrespondenzblatt der Generalbrmmission der freien Gewerkschaften Deutsch. wndS" (ISJahrgang 1909), also dem offiziellen O^ane der poliüsch der Sozialdemokratie Nahestehenden Geweckschaften entnommen sind.
Das „Korrespondenzblatt" hat von dem bckann-1 ten Sozialdemokraten Lalwer berechnen laffm in welchem Grade folgende Artikel im Preise gestiegen sind: Weizen, Roggen, Zucker, Kartoffeln, Reis, Schiueine, Rinder, Kälber, Hammel, Kaffee Tabak, Steinkohlen, Petroleum. Roheisen, Baumwolle, Jute und seide, alles Artikel, welche nach Ansicht Cal- wers die für den Unterhalt des Volkes bedeutendsten sind. Calwer stellt fest, daß der G e s a m t p r e i S dieser Artikel von 1895—1905 um 22,65 Prozent, bis 1906 um 22 59 Prozent, bis 1907 um 29,61 Prozent und bis 1908 um 27,46 Prozent zu- genommen habe.
Und mit bestrickender Offenheit erzählt er, daß er in der Eile seine Börse vergessen habe und nun gezwungen sei, vom Bahnhof aus einen Boten an • anJ^’"btener senden, damit er ihm schleu- mgst Geld bringe Dann sei aber der Zug bereits l brenne ihm der Boden hier unter
ben tyufjen und das arme Kind da — sorglich ftreü chUt er Sonjas kalte Hände — sei von all den Aufregungen schon ganz krank.
Selbstverständlich gibt Orlando nicht zu, daß der „Herr Fürst" sich derartig berangiert. Er solle ruhig, wie verabredet, feine Dienerschcht erst morgen nach- rommen lassen. Er selbst rechne es sich zur Ehre den Herrn Füchten und die Prinzessin nach Rom be-' gleiten und für all ihre Wünsche Sorge tragen zu
MU der herablassenden Leutseligkeit, die er so wunderbar zu spielen versteht, dankt der Alte dem lungen Mann. Und Orlando, freudig erregt daß er noch eine Stunde in der Nähe der Geliebten weilen dach, nimmt rasch drei Billetts erster Klasse nach Rom und belegt ein leeres Coupee.
Nach wenigen Minuten schon setzt der Zug sich in Bewegung.
Sonja hat sich in die äußerste Ecke des Coupees gedrückt. Noch kein Wort ist über ihre Lippen ge kommen. Sie meidet ersichtlich den offenen Blick der klaren, braunen Augen des jungen Marchese; sein freundliches Lächeln, seine herzlichen Worte treiben ihr die Schamröte in die Wangen.
Um so lebhafter sst ihr Großvater. Die unerwartete Hisse versetzt ihn in heiterste Stimmung, mit der er Sonjas Schweigsamkeit zu verdecken sucht.
Als aber Orlando seine Portefeuille zieht, ein Paar Banknoten herausnimmt und sie dem Herrn Fürsten emhändigt mit der herzlichen Sitte, davon
1838: Berlin . . 20,69 M. Hamburg . 19,09 „ Hannover . 18,56 „ München . 17,66 „ Franlsurt . 20,98 „ Dresden. . 19,27 „ Leivstg . . 18,89 „
26] Roman von Adele Böttcher.
Und was Bernardo und seine Frau wohl denken werden, — Ob sie fo dumm sind, zu glauben, daß er seinen Raub mit ihnen teilen wird — jetzt, nachdem ihre Wege sich getrennt haben? Nachdem seine Klui, eit das Tischtuch zwischen ihm und ihnen für imm r zerschnitten hat? — Freilich werden sie mit dem nächsten Zuge nachkommen; aber sie werden ihn im Hotel de l'Europe nicht vorfinden. Er wird in einen: anderen Hotel absteigen und morgen früh schon weiterfahren — nach Mailand oder nach Genua oder noch weiter. . .
Mitten in diese rosigen Vorstellungen mischt sich Plötzlich ein fatales Gefühl. Der Alte macht die Entdeckung, daß selbst ein großer Geist manchmal wichtige Kleinigkeiten übersieht. —
Um nach Nom zu fahren, braucht man Billetts, uns um Billetts zu lösen, braucht man Geld. Da aber keinen Soldo bei sich hat, ist dar eine äußerst schwierige Sache Einen Diamanten im Werte von ehter Viertelmillion in der Tasche und nicht so viel Siwaiion! ce ^n 3U können — verflixte
Sr überlegt . . .
, ®6 er mit dem Wagen direkt nach Nom fahren — Hat keinen Zweck; denn die Pfcmdleiher ha- ben doch nicht mehr offen. Und morgen früh muß er bereits über alle Berge sein — der Sicherheit Zellen. — Woher also das Geld nehmen für ben Kuttcher und die Billetts und da» Hotel und die Weittrsahrt? — Wenn er erst in Hamburg ist steht die Sache gut Zwar ist der Goldstein ein Freund öbtoarb Morrisons; aber einem solch verlockenden Geschäft wie da» Einhandeln eine» großen schwarzen Diamanten hält keine Freundschaft Stand. — Ach nur ein bischen Gelds Ein paar lumpige Gold» puae! —
Auch Sonja hängt ihren Gedanke» »ach — »r,
Die beteiligten liberalen Kreise seien „längst über ihren Pfarrer Grandinger sehr wenig erbaut*; es sei „ausgemachte Sache" gewesen, ©ranbinger ein zwei- te8inal nicht mehr zu wählen. Grandinger müsse das gefühlt und gewußt haben. Daher habe er tn der Berlrauensmännerverlammlung erklärt, er Krankheit ulw.^Als ihm aber "einigt Herreiider^ftorm I ?“ntrt2- 3anuat fiir den öffentlichen Verkehr halber zuredeten, erklärte Grandinger plötzlich- „gdi 9eichloffen bleiben.
kandidiere!» Darauf fei eisiges Schweigen "und (0 „Sturmwinds Wirbel fegt die Straßen", geradezu .peinliche Stille eingetreten; die Versammlung! 28am man von Winter-Anfana sprechen hört vfleat sei mit dieser Erklärung Grandingers überrumpelt ge. man bereitwilligst an molligen Schneefall knisternden SS JAS E* "Lä4.“ A
auch für ben Winter charakteristisch, aber alles weniger als freudvoll ist. Der Winteifturm, den er heute "acht durch die Gassen heulen ließ, konnte sich in Be- zua auf Kakophonien siegesgewiß mit den Opern von Richard Strauß in einen Wettstreit einlassen. Weit KbUmmer als die „tönenden" Begleiterscheinungen des Sturmes waren seine gewaltsamen Angriffe auf alles was nicht niet- und nagelfest ist. Achen, Dach-
Italien, Serbien, Rurnänten, die Länder der gelben Raffe u. a. m. arbeiten mit zum Teil weit niedrigeren Löhnen al» wtt und würden uns mit ihren Waren überschwemmen, wenn wir keine Zölle hätten; unsere Industrie, die in der Texttlbranche besonders heute keine guten Tage hat, würde bei Beseitigung der Zölle noch mehr beschnitten, und Arbeitnehmer wie Arbeitgeber Mitten den Schaden. Und wenn man die Jndusttie schützt kann die Landwirtschaft ein gleiches verlangen. Englands Beispiel auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Wirtschaftspolitik sollte für alle ein warnendes Beispiel fein! Gewiß verteuert die ^Schutzzollpolitik die Waren, sie garantiert aber auch,
das Wohlergehen der Industrie, der nebenbei an I München, 19. Dez. 1911. Pfarrer Gran- einer fauffräftigen Landwirtschaft gelegen sein muß d i n g e r von Nordhalben, der wieder eine liberale Die heutigen PreisauSwüchse haben besondere Ur- Kandidatur für den bayerischen Landtag angenom- sachen; sobald sie — hoffentlich recht bald — be- men hatte, ist jetzt endgültig von der Kandidatur zuhoben sind, wird die öorftebenb gekennzeichnete Ent- rückgetreten. Er ist vor der Hetze, die in liberalen Wicklung mit mathematischer Sicherheit wieder ein- Kreisen gegen ihn getrieben wurde, zurückgewichen, setzen. 'Rach außen machte es bisher den Eindruck, als ob
I meÄ?niL°g1rA w°f"^ttchste^UL°IDaß er aber so schnell abberufen würde, ten. Di- Beunruhigung über diese Mtteilunge^ «an nicht gut annehmen. Es steigt da wahr-
I die von englischer Seile bisher unwidersprochen blie. 6eT verdacht auf, daß Granbinger dem Dr.
I ben, war mit Recht in Deutschland sehr groß, «uf Muuer-Meiningen-Hof geopfert werden soll, der in I der einen Seile sahen wir die Besichtigung der fron. Hof-Stadt durchfällt, wenn die Roten nicht Order zoftschen Grenzfestungen an der deutschen Grenze durch parieren und dem Großblock zuliebe ihre aufgestellte
I ben englischen Generalselbmarschall French und I Kandidatur nicht zurückzieben.
mehre« englffche stfestungSbau-Jngenieure, die sich von
I dem Stand der französischen Landmacht überzeugen I ————
I wollten; auf der andern Seite eine englische Zer» störerdivifion, die den deuffchen Kriegsschiffen folgte I Wenn auch die- heimliche Vorgehen geeignet ist, uns von der Stimmung Englands zu unterrichten, so ist doch zu bemecken, daß eine Ueberraschung bet deutschen Hochseeflotte durch englische Torpedoboote ins Bereich der Unmöglichkeit gehörte, da dagegen aus selbstverständlichen Sicherheitsrücksichten die um»
I fassendsten Maßnahmen getroffen worden waren, ob» wohl Deutschland weder an Krieg, noch an Ueberfall
I gedacht hatte. Um die Zeit festzutzellen, um die es sich dabei gehandelt, sei bemerkt, daß die zweite Hälfie deS Monats Juli in Bettacht kommt. Die deuffche I
Flott« dampfte von Deutschland nach Norwegen. Es I * Zum R Vifor der Apotheken in Kurhesstti ist folgten ihr aber nicht nur englische Torpedoboote, um I Herr Unwersiiätsapotheker Schollmcuer in R! i- überraschen, sondern auch — und zwar in weit I bürg ernannt worden.
siarlerer Änza^I zwei deutsche Tordeda»! ♦ ttMt*
flottillen, die unter Kommando der beiden Kor» M " b‘e
vettenkapitäne Madlung und Prinz zu Isenburg stan- l e.iniaer 3«t ging durch bie Presst
den. Während die Gesamtzahl der englischen Torpedo- d'e Nachricht, baß von ben Provinzial-L-chulkollegien boote nach Berichten des englischen Blattes acht be» allein in Zukunft bas Thema für den deutschen Aus- trua. batten die deutschen Flottillen eine Getam,stärke satz und die anderen schristlichm Arbeiten gestellt von zwanzig Torpedobooten, waren der englischen also IDerben wird. Die Themen sollten dem Direktot bedeutend Überlegen. An Wachsamkeit gaben sie einen Tag vor dem Termin zugehen. Wie jetzt b^ bk S?ufTab1 e ÄWmmt "»lautet, wird von der preußischen Unter
überwachen Ae Äufgabe gehöcke neben man- ?'uenmg für bie
eben anderen nt den Manöneinni aven d r ^-w'lillen. ^^s^tttenarbeiten keineswegs beabsichtigt, sondern Wir düffen völlig beruhigt darüber fein, daß sie diese Ie® auch zukünftig bie Verordnungen über das Aufgabe mit allem Ernst und aller Umsicht durchge-1 msherige Verfahren bei ben schriftlichen Arbeiten sühn haben, und daß aus diesem Grunde eine Ueber-1 für bie Reifeprüfung bestehen.
raschung der deutschen Flotte durch die englischen Tor» * Für Militärpflichtige. Nach § 25 der Wehr- ;efInfa£ der Unmöglichkeit zu ordnung haben sich die MilitärpsiichHgeu in der
verweisen ist. ES wurde früher gemeldet — r-'> 1 ----- — - -- - -
Reichskanzler hat eS mehrfach bestärkt - Deutschland in jeder Hinsicht völlig zu einem Kriege gerüstet war."
Noch jetzt burchschouert es sie eisigkalt, wenn sie ““ ,^nen entsetzlichen Augenblick zurückbentt, als sie ■ emm harten, glatten Gegenstand in ihrer
•vanb fühtte, von bet Größe eines Taubeneies, unb tyt ^"stinkt ihr sagte: „Das ist der gesuchte Dia- mant! Völlig mechanisch, ohne zu wissen, was sie tat, krampfte sie die Finger über dem Stein zusam- men unb hielt sie fest geschlossen während bet ganzen langen Zeit Ach sie hatte es ja gleich geahnt, daß ihr Großvater mtt dem Diebstahl in Verbindung stand! s
Was sollte sie tun! - Sollte sie sofort ihren Großvater beschuldigen und ihn ins Zuchthaus briw 9en'c^ 8ar bie Strafe mit ihm zu teilen?
3hre früheren Leiden, bie Schrecken Sibiriens kehrten mit neuer Wucht in ihr Gebächtnis zurück, und Angst unb Verzweiflung betäubten bie mahnende Stimme ihre» Gewissens. - Und jetzt - allmäch-
re ~ Mne Helfershelferin! Die Helfershelferin eine» — Diebes!!--
So fahren beide, Großvater und Enkelin - der Dieb unb fern Komplize — schweigend unb in sich hinein grübelnd dem Bahnhof zu — ohne einen Soldo in der Tasche, ohne eine Ahnung davon, was aus ihnen werdm soll.
Plötzlich hebt Orloff lauschend den Kopf.
„Pferdehufe! Man »erfolgt uns!" knirschte er.
Sonja erzittert. Sollte die Polizei bereits auf Aer Fährte sein, — Sonja wagt nicht, sich umzublicken. TodeSbleich drückt sie fich tn die Ecke des Wagen»,
_ Doch - et ist nicht die Polizei. Ein Rei» heran, und Orlando Campa- nellir freundliches Gesicht taucht neben dem Wagen auf.
^chbd» griolgt, mein Fürst. Ich möchte «e ftsgen, »d ich Ihm, irgendwie dienlich sein
betfiefcc* die Villa Fortuna tn solcher : wae ”
Zu dieser Darstellung macht Graudirmers Organ der „Nordhalbener Grenzbotc", die Bemerkung, „ein I krasserer Fall von Dis-i^-'-i^-^kei;" W -.- .ch nicht I vorgekommen, wie ihn der Artikel des liberalen I „Frank. Wald" darstelle. Ob denn Grandinger mit viererlei Ruten gepeitscht iverden solle? Grandinger dürfe getrost sagen: „Gott schütze mich vor meinen MWMPMSW«
der in der Abgeordnetenkammer ?.u allen fnrh.rfnLh' ben ^blick der unangenehmen Kehrseite zu ent-
___________________w*" »nd tw» Sil.cra,e„ U'e»;., ÄL?" ba| swh m ihre trüben Erinnerungen auch nicht ein Fünkchen von Hoffnung mischt ...
Sommertagslohn 1895 4,02 Mk., 1908 5,61 Mk -öet d. Steinmetzen 1895 Sldl. 44,0 Pf., ig« 8 64,1 Pf « 7 Rammern „ „ 31,7 n h 554
Die Bauhilfsarbeiter hatten folgende Stundenver-
1896:
Baumwolle . . von 6,64
Vewürze . . . „ 0,16
Jaff« . . . . w 1.69
Kakao . . , , o,28
Rei». . . , , „ 2;«
Tee..... 0,06
Petroleum . . „ 16,97
Berlin . . Breslau. . Bremen . . Köln . . . Hamburg .
Hannover.....32V- „ 52V- "
Braunschweig. ... 24 „ 45
S* hob sich der Durchschnittsjabresverbienst eines großstädtischen Bauhilfsarbeiters von 650 Mk (1890) auf 1100 Mk. (1908).