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letatUusbtxdwb Verlag der Fuldaer A« tieibrudett tu Fulda Fernsprecher Ur. 9.

38. Jahrgang

Fulda, Mittwoch den 20. Dezember 1911

Erstes Blatt

JW 291.

flußt.

iV Atan Kandida-

^bntteit den Aufschwung des National- ist für 1912 um 49517000 Mark höher als un Bor-

efüblS fest. In der Tat ist der Patriotismus jahre. Der Mehcertrag der Zigarettensteuer belauft

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clt eingeränmt!

tut aus. . . ...... .

* Mainz 19. Dez. 1911. Die Fort, chrittliche Voltepartei beschloß, von einer gemeinsamen Kandidatur mit den Nationalliberalen abzusehen und e nen eigenen Kandidaten austustellen. Die Nationalliberal« Partei stellte den Ober­lehrer Dr. Otto Keller-Oppeuyeim als Kandi-

der Welt eingeräumt!

Gewiß! Aber Herr Keim braucht einen Wehr- verein, um wieder den großen Agitator in Deutsch­land spielen zu können, und darum sucht er dem deutschen Heerwesen Mängel und Schwächen auf­zureden, während er der französischen Armee 'eine erschreckliche Größe und beneidenswerte Boll- 'kommenhett nachsagt. Die guten Deutschen sollen in

Zum mindesten hätte Herr Krim mit seiner ge-äusch- vollen Vereinsgründung bis nach den Wahlen warten sollen. Indem er gerade jetzt neue kost- fpielige Aufwendungen für da« Heer an die Wand malt, liefert er den linkSlideralen und sozial- demokratischen Schwarzmalern und Volksver­hetzern Wasser auf ihre Müdlen. Sein Austr ten nützt nicht den positiven Parteien, sondern viel­mehr jenen Kandidaten, die für die militärische und wirtschaftliche Machtstellung Deutschlands nicht sorgen wollen und können. Wir wollen ja von dem Neberpatrioten Reim nicht verlangen, daß er auf die Regierung Rückficht nehme; er hat es m auf deren Bevormundung abgesehen. Aber er darf doch vernünftiger Weife nicht die Großblock- bestrebungen 'fördern. Wer eS mit der deutschen Wcllmachtstellung ernst meint, der mutz zur Zett alles vermeiden, was dem vom Reichskanzler empfohlenen Zusammenschluß der natio­nalen Kräfte hinderlich sein könnte. Der Keim'jche Wehrverein wird aber bei der bekannten Eigenart seines Gründers und Leiters nur zu neuen Rei- bungen, Zwistigkeiten und Spaltungen führen.

Wer Herrn Keim zum militärpolitischen Diktator in Deutschland macken will, mag ja beitreten. Die vernünftigen Bürger werden an der Zuversicht festhalten, daß der oberste Kriegsherr und 'feine berufenen Ratgeber schon für die Schneidig- teil des deutschen Schwertes auch fernerhin sorgen werden, wie bisher, ohne erst von dem Agitator Keim sich instruieren laste» zu müssen.

aeu belebt worden. Offenbar glaubt Herr Keim an Diesem Feuer seine Vereinksuppe kochen zu können.

Ist denn bisher die Entwicklung der deutjcheu Landmacht vernachlässigt worden? Haben nicht der Kaiser und der Reichskanzler und der Kriegs- Minister fortwährend für die Vergrößerung und Vervollkommnung des Heeres gesorgt? Hat der Reichstag etwa die nötigen Mute! verweigert? iOder ist nicht vielmehr in der Volksvertretung der Bewilligungseifer immer größer geworden? Wird "nicht nach rote vor dem deutschen Heere von Freund und Feind der erste Platz unter allen Landmächten

sich auf 2 869 000 Mack, der der Branntweinsteuer 19 320 000 Mack. Die Leuchtmittelsteuer bringt

gestellt.

* Frankfurt a. M., 19. Dez. 1911. Wie wemg man in den rechtsstehenden Kreisen zu einer Unter­stützung des linksliberalen bisherigen Abgeordneten Oeser gewillt ist, bewies die letzte. christlichsoziale Wahlerversammlung, in der der Reichstagskandidat kür Erbach-Bensheim, Stadtverordneter Nippel (Ha­gen) sprach. Redner wies auf den Fehler der Block­politik hin; die letztere habe gezeigt, daß mit den Freisinnigen keine positiven Geschäfte gemacht werden könnten. Man könne nur den Tag begrüßen, an dem v. Hcydebrand mit eiserner Faust dazwischen gefah­ren sei und mit Hllfe des Zentrums, das sich durch nationale Taten verdient gemacht habe, das Bater- lanb aus der Rot herausgettssen hätte. Wir haben den Linksliberalen, die aus eigener Kraft kein Man­dat erringen können, lange genug die Steigbügel ge­halten. DaS war unsere polittsche Gutmütigkeit; in Zukrtnft werden tnir das nicht mehr tun sprach sich für die Aufstellung einer eigenen-----------

2 690 000 Mark und die Zündwarensteuer 1 134 000 Mark mehr. Der Ertrag der Stempelabgabm ist um reichlich 9 Millionen Mack höher als 1911 rmd der Mehrertrag der Erbschaftssteuer beträgt 3 Millionen Mark. — Bei den fort dauernd en Aus­gaben haben sich die Kosten der Heeresverwaltung um 33 702 994 Mack, die der Marineverwaltung um 10720 497 Mark erhöht. Die Mehrausgaben der Reichspost- und Telegraphenverwaltung betragen rund 24 Millionen Mark. An einmaligen Ausgaben erfordert das Reichsamt des Innern mehr 42 390 150 Mark, die Heeresverwaltung 14 462988 Mark und dir der Marineverwalmng 14 822 050 Mack. Wie sich die Mehrausgaben im einzelnen verteilen, ist noch nicht bekannt.

+ Eurdermuug des pientzsscheu Landtags.

Der preußische Landtag ist laut amtlicher Be­kanntmachung durch Röntg Hebe Verordnung auf den 15. Januar 1912 ttnbtrufen. Wie bereits früher milgeteilt, wird der Landtag zunächst nur einige Tag« zuiammenbleiben, um die Wahl des Präsidiums vorzunehmen und die Einbringung des Etats durch den Finanzminister Dr. Lrutze ent- gegeuzunehmen.. Sodann wird er sich bis nach den Reichstagsstichwahlen vertagen.

* Berlin, 19. De». 1911. Der Kaiser hörte am Dienstag mehrere Vorträge. — Der Gouverneur von Kamerun Dr. 8lei«, der sich einige Zeit zur Erholung in Teneriffa aushielt, wird, wie der „Tag* hört, nach den endgültigen Bestimmungen nunmehr in den Weihnachtsfeiertagen in Deutschland ein­treffen. D« Verhandlung über den von Frankreich erworbenen Gebietszuwachs deS Schutzgebiets Kamerun sollen dann mrverweitt beginnen. Zwischen den zuständigen Reff rts habe« die Beratungen über

Deutscher Reich.

** Aus dem neuen Reichshaushalts-Eiat.

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" setzt die j Mitteilungen über den Aufbau deS Reichshaushalts für 1912 fort und bemerkt zunächst:

Der Bunde-rat hat aus zwingenden geschäftlichen Gründen vor Weihnachten über den Glak Beiulutz ge­sagt, uns es entspricht dem Brauche, der unter dem Bestall der gesamten Presse seit mehreren Iah 'en de­solat ist, daß nunmehr ohne Verzug der ganze In­halt des Entwurfs nach emhenliwen Erundsägen pu'bizieit wird, sonst würde die Presse wiederum aus d>e versteuerten und wiederspruchsvoUen Angaben an- gewiesen fein, über die so oft geklagt ist. Die von einigen Serien vertretene Annahme, daß mit der Ver­öffentlichung im gegenwärtigen Augenblick besondere Zwecke verfolgt würoen, ist also ohne Be­rechtigung. Man wird nicht erwarten dürfen, daß dem deutfcheir Volke das Ergebnis der Beschlüsse des Bundesrats um deswillen vvrenthatte« wird, iveil Sie Wahlen bevorüeben.

Das ist durchaus zukresfeud, wird aber die libe­rale Presse nicht dazu bringen können, ihre Bchaup- tung daß die Veröffentlichung des Etats eine amt­liche Wahlbeeinflussung fei, richtig zu stellen. Aber die Herrm Liberaleir mögen nur schreien, denn je mehr und je lauter sie fchreien, desto deutlicher beweisen sie, wie unangenehm ihnen die auch durch dm neuen Etat bewiesene dauernde Gesundung der Reichsfinanzen infolge der Fi-

Aufstellung eines Entwurfes für ein Wohnungs- I gesetz in Preußen begonnen. <

** Der vierte Sohn deS Kronprinzen. Wie daS kronprinzliche Hofmarschallamt mitteilt, befinden stch Mutter und Sohn wohl. Dem Kronpcinzm wurde die Nachricht von dem freubigen Ereignisse in feinet Familie sofort nach Langfuhr übermittelt. Er hat aber wegen starker Eckältung die Abreife nach Ber­lin noch nicht antreten können. — Die Kaiserin war in der Nach. zegw. 11 Uhr von Potsdam nach Berlin gekommen. Sie blieb vis g^cn 3 Um MH bei der Kronprinzessin und traf um Uhr vormit­tags wieder im kronprinzlichen Palair ein, wo sie bis 1 Uhr blieb. Die Kaiserin sah sehr frisch und vergnügt aus und grüßte lebhaft bei der Abfahrt die Menge, die sich Unter den Linden, auf der Schloß- brücke, im Lustgartm und am Schloß angestaut hatte. — Auch der Kaiser ist mit der Prinzessin Viktoria Luise in Berlin eingetroffen. Das Katscrpaar nimmt für einige Tage im Schlöffe in Perlm Woh­nung. Auf Befehl des Kasers fiel gestern der Unter- richt in allen Schulm von Groß-Berlm uno Pots­dam aus. Alle öffentlichm Gebäude hattm geflaggt.

+ Die Regelung der Grundwafferfrnge iw neuen Waffergesek. Da? kommende Waffergesetz soll nicht nur das Wafferrecht auf den oberirdischen Gewässern einer Neuregelung unterwerfen, sondern, Blättermel­dungen zufolge, seine Vorschriften werden sich auch auf die unterirdischen Gewässer und ihre Bedeutung für die allgemeine Wasserwirtschaft blichen. Bei der gegenwärtigen Lage der Gesetzgebung haben sich in bezug auf die Nutzung des Grundwassers eine Reihe von Uebelstünden gezeigt, die neue Vor­schriften notwendig erscheinen lassen. Man kann diese Bestimmungen dahin zusammensaffen, daß der Eigen­tümer eines Grundstückes oder eines Sees In bezug auf die Benutzung des unterirdischen Wassers und der nicht zu den Wasserläufen gehörenden Seen erhebli­chen Einschrmckungen unterworfen werden soll. Der Eigentümer eines Grundstückes darf das unterirdische Wasser zum Gebrauch oder Verbrauch nicht dauernd in weiterem Umfange als für die eigene Haus­haltung und Wirtschaft zutage fordern, wenn dadurch der Wassergetvinnungsanlage eines an­deren das Wasser entzogen oder geschmälert wird oder die Benutzung des Gmndstückes eines anderen be­einträchtigt wird. Den Geschädigten steht ein An­spruch auf Unterlassung nicht zu, wenn der au? bet Hutageförderung zu erwartende Nutzen ihren Scha­den erheblich übersteigt, oder toenn es sich um ein Uro ternchmen für das öffentliche Wohl handelt. Euren Schadenersatz können sie jedoch verlangen. .

* AnMattmig der Armee mit der uttttn »ekd- uniform. Die Anfertigung der feldgrauen Bettel- düng für die Arme ist, wie tue ,Voff. Ztgck hort, bereits so weit vorgeschritten, daß der größe Teil der Truppen nunmehr mit ihr versehen fern dürfte. Es handelt sich vorerst um die Fertigstellung von zwei Garnituren für die Gruppen, von denen die eme als Kriegsgarnitur aus den Kammern bereit Ue en soll und demnach nicht für den Gebrauch int Frieden in Betracht kommt, während die andere zur Anlegung bei Friedensübungeu in vorgcschriedenen Fällen bestimmt ist. , o.

* Amtliches Dementi zu lern Wilhelmshavener SpiouLgefa». Das Wolff. Bur. verbreitet fo gende Meldung: In der deutschen Presse wird eine ans civer rheinischen Zeitung stammende Nachricht viel« fad) cckgedruckk, wonach in Wilhelmshaven eine Pcrfchwörervande entdeckt worden fei, die be- abfutUßt habe, einer fremden Macht die Plane zu deu Hafen schleus en zwecks Sprengung im Kriegstalle auszuliefern, die deutsche Hochsee­flotte t,att. sich, um jeder möglichen Gefahr zu be- oeane!’, wochenlang außerhalb des Hafens auf» ^halten. Tiefe Nachrichten find, wie uns von nn'errichteter Seite mitgeleilt wird, freierfunden. Richtig ist nur, daß in Wilhelmshaven mehrere Schutzleute und ein aktiver Angehöriger der Marine auf Grund sehr starken Verdachts, Spionage be­trieben zu haben, verhaftet worden sind. Sie haben versucht, Abschriften ans einem wichtigen Geheunbuch an eine fremde Macht zu liefern.

* Lingen, 19. Dez. 1911. Bei der hcuiigeu Eriatzwahl für den verstorbenen Landlagsabge- ordiieleir Pennrich im Wahlkreise Bmgen-Sladt wurde der Weinlmndler Heinrich Wendelm So- Herr cZtr.l mit 653 gegen JustizratGallus-Darm- stadt (Fortichr. Bp.), der 154 Stimmen und Buch- diuck.r ybing sSoz.), der 115 Stimmen erhielt, ge-

ein Wehrverein — von nud für Herrn Keim.

Eine neue Gründung, um einem tiefgefühlten Bedürfnis des unruhigen Ruhestandsgenerals Krim abzuhelfen. t . ...

Aus dem Flottenverein hat man den übereifrigen Agitator unter vielen Milben hinausgedrängt. Er will aber durchaus einen Verein hinter sich haben, mit dem er den Rüstungssport betreiben kann. Geht's nicht zu Wasser, dann gehk's zu Lande. Also erläßt er einen Aufruf zur Gründung eines „Wehrvereins", der „wehrpolitisch wirken", den Ausbau unseres Heeres nach verriebenen Riw- tungen beschleunigen soll. U. a. verlangt er auch .die Ausdehnung der Dlenstpfl'cht auf die Ersatz- !teferne und Maßregeln gegen die UeberaUerung

kvälili.

g Darmstadt, 19. Dez. 1911. Heute vormittag kand die Konstituirwm des neugewähllen Land- tagS statt. Zum ersten Präsidenten wurde der Oberbürgermeister von Worms Avg. Köhler (»alt.) gewählt; zum erften Viz-präsideulen Abg. Korell (Bbd.), zum 2. Vizepräsidenten Adg. Dr. schmitt (ßenir.) Die Sozialdeniokraten gaben bet diesen Wahlen weiße Zettel ab als Zeichen des Protestes, daß die Mehrheitsparteien ihnen nicht einen Poften der Schriftführer einräumen wollen, ans den sie nach Maßgabe des Stirn n Verhältnisses keinen Anspruch Hatzen. Morgen findet im Thronsaale des Großh. Schlosses die feierliche Eröffnung durch den Groß- Herzog ft itL Die Zentrumsfraktion der zweiten Kammer hat sich heute touftUnierL Zum ersten Vorsitzenden wurde Adg. von Brentano, zum zweiten Vorsitzenden Abg. Molthan und zum Schriftführer Abg. Nebel gewählt. Tie Zent- rumsfraktion hat eine Reihe von Anträgen einaedracht. Zunächst wird beantragt:

»An die Regierung das Erfuchen zu richten, den Landstädten eine Gesetzesvorlage zukommen zu laffrn durch welche die Gefetze vorn 29. April 1875 und 1. Juni 1895 die retigiö,en Orden und ordens- ähntiche» Kongragationen betr. abgeändert werden und namentlich die schweren Ausnahmen von dem Grundsatz gleiches Recht für alle beseitigt oder doch kn so wett gemildert werden, daß den Ordenslenten eine freiere Tärigkeit in religiöser, cartlatioer und so- daler Richtung ermöglicht wird."

Wettere Anträge verlangen eine Neuordnung der Witwen- und Waisenversorgung der Volks- schullehrer, Milderung der Einquartle- rungSlaften für die Vororte der großen Städte,

Sorge verfetzt roerbeit, damit sie von Vereiuswegen Herrn Keim zum militärischen Vormund der Ätegierung und des Reichstages bestellen.

. Bei der bitterernsten Probe dieses Sommers hat /eS sich gezeigt, daß die Neider und Gegner Teutsch- .lands zu viel Respekt vor unserer Wehr- 'kraft haben, als daß sie den Angriff wagen wür- -den. Unser Selbstbewußt sein ist gehoben root« tben. Ist eS nun patriotisch, den Respekt vor der s deutschen Wehrkraft wieder zu erschüttern und im «Inlands Zweifel und im feindseligen Auslande nur Hoffnungen zu erregen? Müßte der Ruhestands. General seine Bedenken und Wünsche, wenn ihm h>as Gewissen keine Ruhe läßt, nicht in aller Ruhe rund Stille erst bei den berufenen Instanzen geltend ^machen, statt alsbald eine Agitation in das Volk zu /tragen, die schädliche Nebenwirkungen haben wird?

Da? Unternehmen ist offenbar mehr auf persön- Me, als auf nationale Interessen luaefdmitten.

die Ausführung möglichst umfassender N o t st a nd s arbeiten im Interesse der Arbeiterbevölkerung, den Erlaß einheitlicher gesetzlicher Bestimmungen für die Bekämpfung der Viehseuchen und Red- schüdlmgeu, die kostenlose Tätigkeit der Kreistierärzte bei der Bekämpfung der Viehseuchen. Ein weiterer Antrag richtet an die Regierung das Erfuchen, bei der Vergebung vo« öffentlichen Arbeiten und Lieferungen dahin zu wirken, daß in erster Lime die hessischen Steuerzahler berücksichtigt werden, daß bei im übrigen gleichen M^bSlkmllen diejenigen chirm--- ..Arveitgeber bevorzugt roeroen, tue nm ihren Arbeitern Tarifverträge geschlossen Haden, daß ferner nicht vorzugsweise den Mindestfordern­den alle Arbett und Lieferung übertragen wird, sondern daß bei Vergebung darauf gesehen wird, daß dem Uebernehmer auch bei Verwendung durch- aus guten Ptaterials auch ein entsprechender Ver- dienst übrig bleibt Zwei Anträge beschäftigten sich mtt den Dienstverhältnissen der Eisen bah nbe- amten und schließlich wird in einer Interpellation an die Regierung dieselbe über die zahlreichen Be- firafungen der letzten Zeit zu Rede gestellt, welche wegen Ueberttelung des Viehfeuchengefetzes und des Reblausgesetzes erfolgt sind. — A-. ch fr- an­deren Fraktionen gehen heute zahlreiche Annäge ein.

* München, 19. Dez. 1911. Der Prinzregent hat sich auf der Jagd beim Retten eine Muskel­zerrung des rechten Oberschenkels zugezogen, die Schmerzen beim Gehen verursacht Doch ist das Allgemeinbefinden hierdurch in keiner Weise beein-

nanzresorm find.

In den weiteren Mitteilungen über den Etat wird zunächst die Gestaltung des außerordentlichen Etats für 1912 durch einen Vergleich mit den An­sätzen des Vorjahres erläutert. Danach ver­ringern sich die außerordrntlichm Ausgaben im Jahre 1912 gegen 1911 um 82502 717 Mk., und zwar vorwiegend dadurch, daß die Ausgaben für die Er­weiterung des Nordostfee-Kanals (für 1912 42 Mill. Mk.) und für die Vervollständigrmg des Eisenbahn­netzes im Interesse der Landesverteidigung sowie Teile der Ausgaben für die Marine und für Festungs­bai'. auf den ordentlichen Etat übelgeleitet wordm sind. Das Anleihefoll stellt sich um 53 741 634 Mark niedriger als im Jahre 1911. — Aus den Einnahme n ist zu erwähnen, daß sich der lieber- schuß aus der Reichspost und Telegravhencerwaltung 1912 gegen das Rechnungsjahr 1911 auf 47 219 400 Mack, der der Reichseifenbahuvmvalllrng auf 9 887 000 Mark beläuft. Das Ergebnis der Zölle ist für 1912 um 49 517000 Mark höher als im Bor­

des O fizierkorps.

Der Reichskanzler stellte neulich als erfreuliche -Frucht der jüngsten hochpolrttfchen Ereignisse und Debatten den Aufschwung des National-

Ausland.

♦ Tas ungarische Abgeordnetenhaus hielt am Diens­tag eine fast neunstündige Sitzun . Da die Abgeord- neten nicht in beschluß-ähiger Anzahl vorhanden waren und der Abgeordnete Polonyi unbedingt die Anwesenheit von 100 Abgeordneten forderte, diese aber in der ganzen Stadt nicht aufzutreiben waren, wurde die Sitzung 34 mal eröffnet und sus­pendiert. Um 7 Uhr abends waren 100 Mit- gliedere, die man zum Tett au3 der Provinz tele­graphisch berufen hatte, anwesend und damit die Komödie beendet.

* Skandalfitzung in Luxemburg. In der gestrigen Kammersitznng kam eS zu wüsten Szenen. Gelegent­lich einer Kammerersatzwahl war aus der Feder bei katholischen Deputierten Pruem ein Artikel er­schienen, in dem angebeutet war, daß für die Er­werbung staatlicher Dr>nenkonzessionen bte Sozial­demokraten mit den Liberalen zum Racktelle beS NskuS paktiert hätten. Daraufhin waren gegen ihn in bet letzten Sitzung in seiner Abwesenheit schwere Vorwürfe wegen feines Privatlebens erhoben worden, gegen die Pruem jetzt Verwahrung ein­legen wollte. Zu Beginn seiner Rebe wurde er von dem Sozialisten Mark durch den Zuruf: .D ieb* unterbrochen. Daraus entstand ein gewaltiger Tumult, woraus die Tribüne geräumt und die Sitzung für eine halbe Stunde unterbrochen wurde. Rach Wiederaufnahme der Sitzung legte Pniem Protest ein gegen die schändlichen Be­schimpfungen, die gegen ihn in seiner Abwesenheit von dem sozialistischen Abg. Welter in der Kammer erhoben worden seien. Die Antwort Welters war derart heftig, daß er mehrfach zur Ordnung gerufen werden mußte. Im Laufe der Debatte wollte Weller auf Pruem einbringen, wurde aber daran durch die übrigen Abgeordneten gehindert. — Nach Schluß der Sitzung versetzte der Sohn Pruems, ein junger Advokat, deu Abgg. Welter und Mark mit einer Hundepeitsche mehrere Schläge iu's Gesicht.

* Neuer Miuisterstur, in Perfinr.. Die persische Kammer hielt am Montag bis 9 Uhr abends eine öffentliche, danach bis Mitternacht eine geheime Sitzung ab. DaS Ergebnis war der Rücktritt des Kabinetts. Der Rrinister deS Aeußern hatte vorgeschlagen, dem Kabinett Vollmacht zu geben oder ihm eine besondere Kommission zur Seite zu stellen, um mit Rußland zu verhandeln. Er wollte Shusters Entlassung und die Geldforderung Ruß­lands annehmen, aber den dritten Punkt, die Kon­trolle Rußlands, ablehnen. Die Kammer war über­wiegend gegen den Vorschlag.

*♦ Das Attentat auf Lloyd George vor Gericht. Die engltsche Rerlitspflege arbeitet prompt. Vor einem Londoner Polizeigericht wurde am Montag der 18jährige Allar Roß Macbougall, ein Schreiber, wegen des gestern gemeldeten Attentats auf ben SchatzkanzlcrS Lloyd George zu zwei Monaten Gefängnis mtt ZwangSarbett Verurteilt Der Schatzkanzler, mit einet Schramme auf der Wange, roari in Begleitung feiner Tochter erschienen und legte Zeugnis ab. Er erklärte dabei, daß er nicht auf strenge Bestrafung seines Angreifers bringen wolle.

* D« Etat der Vereinigte« Staaten weist nach dem Bericht des SchatzsckretärS an Ausgaben für das Jahr 1913 mit Ausschluß des Panamakanals 21/2 Milliarden Mark und an Einnahmen 2% Mil­liarden Mack auf. Die Ausgaben für den Bau des Panamakanals betragen 1974 Millionen Mark.

t Tie Ereignisse von CuSera.

Da, genau wie im Falle Ferrer, m die aus­ländische Presse durchaus falscheDarstellungen der Ereignisse von Guttera übergegangen waren, haben sich die Vertreter einer großen Anzahl spani- scher Blätter verschiedener Parteirichtnngen ver­einigt, um folgende Feststellung zu vereinbaren:

1. Die unerhört scheußlichen Verbrech en von Cullera ereigneten sich am hellichien Tage und in Gegenwart von Hunderten von Personen, deren frei­willige Aussagen die Prozeßakten füllen. 2. Sieden ?lerzte, darunter vier Zivilpersonen, die sich alle eine» großen beruflichen und gesellschaftlichen Ansehens er­freuen, haben die wegen der Verbrechen von Cullera Angeklagten und Verhafteten untersucht und verneinen unter Eidaufs entschiedenste, daß sie mißhandelt wor­den seien. 3. Die Anschuldigungen wegen Folterung

* Die Wählerlisten hegen nur noch heule, Mittwoch und morgen, Donnerstag zur Einsichtnahme auf.

Wahlkreis Hanau-Gelnhansen-Orb.

17/ Altenhaßlau, 19. Dez. 1911. Die sozialdemo­kratische .Volksstimme" meldet in ihrem Agitations- Bericht über den letzten Sonntag folgendes:

(Senofle Hopf haue in Äiiennavian rvtatheur. Auch hier ohne Lokal, sollte unter freiem Himmel eine Versammlung stailsinden. Es waren auch an die 100 Personen erschienen. Als nun die Berwmmlnng be­ginnen sollte, stellte sich em LustdalI on ein, der un­weit vom Bersammlungsplatz landete. Das ltor< kommnis sprenate die Verkauimlunq.

Vielleicht tröstet sich dec Pech-Genosse über das krasse Zutagetceten der geringen Anziehungskraft sei­ner angekündigten Rede, wenn er erfährt, daß daS ^scheinen des vermaledeiten Ballons auf tücki­sche Machenschaften des schwarz-blauen Blocks zurückzufühcen ist. Entstteg doch ein Leut­nant der Gondel, lind man weiß, daß gewisse Leute duttck) einen Leutnant nicht nur eine Wald- und Wiesenversammlung, sondern sogar den Relchstag «u spreneen gedenken. Statt mit 10 Mann kam er hier nun, modemistertec Weise, mit dem Ballon.

i * Lauterbach. 19. t ezbr. 1911. Fm 'j£ia.,iitci$ Ulsfeld-Laute' back-Schotten bat eine Ver- trauensmännerversammliing der Wirtschafttichen Vereinigung den seitherigen Vertreter des Wahl­kreises, Äinde w alb, wieder als Kandidaten aus-