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„«Sie haben recht", erwidert er nach einer Weile mit gutgespieltem Gleichmut. „Nnd nun: benutzen Sie Ihre Augen: Ich werde meine Ohren offen hal­ten. Sobald Sie jemonben in der Nähe sehen, so drücken Sie meinen Arm! Verstanden?"

„Sehr wohl, Herr Mrst."

Kleine Pause.

Dann fragt Boris Orloff wie unabsichtlich:

„UebrigenS — kennen Sie Signor Roberts ge­nauer?"

„Ziemlich genau, Heor Mrst."

„Sind Sie sein Vertrauter?"

„In geschäftlichen Dingen nicht. Doch hat er mir kürzlich etwas mitgeteilt, woran» ich meine Schlüsse Ziehe."

„Was für Schlüsse?"--

Bernardo räuspert sich.

„Das wird den Fürsten kaum interessieren."

„Melleicht doch —"

„Hm — es handelt sich um einen Namensvetter des Herrn Fürsten —"

„So, so!" Der interessiert mich allerdings sehr wenig."

Boris Orloff erscheint vollkommen ruhig; doch gibt ihm Bernardo» Bemerkung M denken. Ersicht­lich muß er auf seiner Hut sein. Wenn er nur gleich den Schlag ausführen könnte, durch den er den Mann da neben ihm in feine Hand bekäme! —

Er beschließt, direkt auf fein Ziel loszugehen.

„Haben Sie auch bedacht, in welch fatale Lage Sie mich und die Prinzsssin bringen, wenn Sie Oberst Morgano feine Diamanten wegstibitzen?"

„Herr Fürst —", führt Bernardo auf.

Mit hobeitsvoller Gebärde wehrt Orloff ab.

„Warum fe aufgebracht? Wir stehen doch in einem Kompagniege^äst!"

„Ach so —'

„Also — ich wiederhole: e» würde mich und die Prinzessin in eine höchst fatale Lage bringen. Ich würde nicht nur meine Dienerschaft verlieren, son­dern auch die Mittel, hier fernerhin anständig aufzu­treten. Diose» tolebee würde mich dem Verdacht aussetzm, daß ich mit Ahnen in Verbindung stehe

— eine äußerst kompromittierende Tatsache für einen Fürsten —'

„Allerdings, Herr — Fürst."

„Haben Sie aber auch daran gedacht —", fährt Orloff ruhig fort, ohne scheinbar den Sarkasmu» zu beachten, mit den« Bernardo diesmal die gewohnte Anrede betonte —, „daß eS anderseits sehr unau. genehm für Sie wäre, wenn ich dem Leerst Ihre Absicht mitteilte?"

„Da» können Sie nicht. Ich habe ja noch nichts verbrochen!"

„Noch nicht. Aber wenn ich ihm Ihren Plan mitteiße, müßte ich Sie sofort aus meinem Dienst entlassen. Sie hätten dann nich nur jede Chance verloren, Ihren Coup hier auszuführen, sondern auch das mir vorgesttockte Geld zurückzuerhalten. Sie fol­gen meinen Worten?"

„Genau, Herr Fürst."

„Und was erwidern Sie darauf?"

„Daß der Herr Fürst sich irren."

„Ich ine müh nie, mein Lieber. Ich rate Ihnen, seien Sie offen gegen mich! Es ist da« Vorteilhaf- teste für Sie."

Bernardo schweigt einige Augenblicke, dann flü­stert er hastig:

„Meine Frau sprach auch bereits eine ähnliche Befürchtung au» —*

„Schr vernünftig! Nnd was antworteten Sie ihr?"

„Daß des Henn Fürsten eigene Interessen eine solche Handlungsweise verbieten, da die Prinzessin dadurch jede Aussicht auf eine reiche Heirat »edieren würde."

„Die Interessen der Prinzessin sind völlig unab­hängig von dm meinen. Soffen wir sie au» dem Spiel!" entgegnet Orloff kalt. „Ich möchte Jhnm nur zu bedenken geben, daß Sie bi» jetzt noch absolut keine Sicherheit für das Gelingen Ihre» Vor­haben» —"

„Könntm der Hen Fürst mir eine solche Sicher­heit geben?"

.Ja.'

Bernardos schlaue Züge brücken höchste Span­nung aus.

„Und die wäre?"

Orloff beugt seinen weißen Kopf dicht zum Ohr seines Dimer» herab.

„Machm Sie mich zu Ihrem Partner! In allem — auch beim Gewinn!" sagt er leise, aber jedes Wort scheuer betonend.

Bernardo ist augmscheinlich verblüfft.

„Da muß ich erst mit meiner Frau sprechen und dm andern, die mir helfen wollen!"

„Nur recht und billig! Hmte noch schicke ich Sie mit einem Auftrag nach Rom. Dort sind ja wohl Ihre Komplizen —"

„Jawohl. Es ist nur der Form halber — da- mtt, wenn wir die Sache wirklich machm —"

„Natürlich machen wir sie!" ruft der Alte ent­husiasmiert. Sein Gesicht glüht wie das eines Spielers in der höchsten Leidmschaftm beim Roulette.

Voll ehrlich« Bewunderung blickt Bernardo auf den Greis.

„Ich irre Wohl nicht, wenn ich annehme —' sein Ton wird etwas wmiger unterwürfig — „der Hen Fürst sind kein Nmling mehr in solchen Geschäft ten —"

„Ah — lvenu Sie wüßten — wenn Sie wüß­ten!" murmelt der alte Manu in immer steigernder Auflegung, währmd feine langen, dünnen Finger sich hin und her bewegm, al» ließe er glitzernde» Edelgestein hindmchqleiten. „Sie sind noch jung, mein Sieber; Sie verstehen noch nicht, was es heißt, auf diesem Gebiet eine Kapazität zu fein. Kein Geschäft auf der gongen Welt gewährt mehr Beflie- digung. Die Ruhe de» Staatsmannes, die Kalt­blütigkeit des Spieler», die Seidenschast de» Geir- Halse» — alle» ist in unserem Beruf vereinigt. Wir kombinieren, wir rechnm, wir schmiedm Pläne, tote paffen auf, wir Kragen zuletzt noch unser Beben, UM —*

Ein krampfhafter Fingerdruck auf fehlest Arm läßt ihn innehalten. \

„Richt wetter Herr Fürst! Die Vrinzefftn ist der Rahe!" slFoHetzmig

M 282.

Samstag 9. vrzemder (9U

58. Jahrgang.

fuldaer S

Leitung

Wahl-Aufruf.

Die Neuwahlen zum Reichstag stehen bevor. Jbr Ausfall wird von entscheidender Bedeuiung für die weilere Entwicklung der inner­deutschen Politik fein.

Bei Beginn der abgelaufenen Legislaturperiode wurde der Versuch unternommen, unter Aus­schaltung des Zentrums, die Linke und Rechte des Reichstags zu einer Mehrheit zu ver­binden, in deren Händen die Entscheidung aller wichtigen politischen Fragen liegen sollte.

Dieser Versuch scheiterte an seinem inneren Widerspruch, die Ausschaltung des Zentrums hat sich als unmöglich erwiesen.

Nur durch unsere Mitwirkung konnte im Jahre 1909 die dringend noiwendige Finanz- reform zustande kommen.

Diese Reform hat dem Reich die Möglichkeit gegeben, seine Wehrhaftigkeit zu Wasser und zu Lande zu festigen und dadurch in kritischer Zeit den Frieden zu erhalten, sie hat die Finanzen des Reiches auf eine solide Grund­lage gestellt und dadurch die Hebung d^r wirt­schaftlichen Verhältnisse wirksam gesördert-

Seitdem sind weitere wichtige Gesetze unter unserer entscheidenden Mitwirkung zu Stande gekommen.

DaS große Werk der Reichsverficht« rungsordnung ist durch unsere Hilse glücklich vollendet und dadurch die alte Forderung des Zentrums nach Einführung der Witwen« und Waisenverjicherung verwirklicht worden.

Ebenso ist es, trotz großer Schwierigkeiten, gelungen, die Vorlage ü der die P r i v a t b e a m t en - Versicherung zu verabschieden.

DaS Bestreben, unter Niederwerfung des Zentrums eine liberale Aera herbei­zuführen, ist gleichwohl nicht aufgegeben; jetzt soll dies durch Bildung einer großen liberalen Gesamtpartei erreicht werden, wobei auch die Hilse der Sozialdemokratie nicht verschmäht wird, obgleich die Bestrebungen dieser Partei auf die Zerstörung der Grundlage von Kirche, Staat und Gesellschaft gerichtet sind.

Was der Sieg des Liberalismus bedeuten würde, brauchen wir nicht erst auseinander zu setzen.

Der große wirtschaftliche Aufschwung Deutsch, lands begann, al» Fürst Bismarck sich von den Liberalen trennte und mit Unterstützung des Zentrums eine neue, auf den wirksamen Schutz der nationalen Arbeit gerichtete Wirt­schaftspolitik eröffnete.

Der Zolltarif vom Jahre 1902 und die auf seiner Grundlage abgeschlossenen Handels­verträge haben diesen Aufschwnng mächtig gefördert; für die Landwirtschaft eine Steige­rung der Produktion und Besserung aller Der- hältnisse, für Handel und Industrie die Sicherung deS heimischen Markte- und Erleich­terung des ausländischen Absätze-, für Hand- werker und Arbeiter lohnende Beschäfti. gung ermöglicht.

Die Wiederkehr einer liberalen Aera würde eine Erschütterung unsere- jetzigen bewährten Wirtschaftssystem- zur Folge haben.

Die Gefahr liegt umso näher, da die Er. Neuerung der im Jahre 1917 ablaufenden Handel-Verträge zu den Aufgaben deS kommenden Reichstage- gehört.

Aber noch höhere Güter stehen in Frage; die Vorherrschaft deS Liberalismus in den siebziger Jahren hat uns den unseligen Kultur, kampf gebracht, dessen Spuren heute noch nicht überwunden sind. Die Ziele einer neuen Herr- schäft des Liberalismus verrät der täglich wieder, holte Kampfruf, der die liberalen Parteien sammeln soll — Kampf gegen Rom, Kampf gegen die katholische Kirche, Kampf gegen jede Betätigung christlicher Ueberzeugung.

Die ZentrumSpartei steht fest auf dem Bo­den der ReichSverfafsung; unter Hoch­haltung de- föderativen Prinzip- tritt sie jeder­zeit für Rechte deS Volke- und der Volk-» Vertretung ein.

Die feit langem erstrebte Verfassung für Elsaß.Lothringen ist in diesem Jahre er­reicht, ebenso sind auf unseren Antrag die Rechte deS Reichstage- hinsichtlich der Kolonien und Schutzgebiete erweitert worden.

Weise Sparsamkeit auf allen Gebieten der Reichsverwaltung halten wir für notwendig, die Ausgaben müssen dauernd den vorhandenen Mstteln angepaßt werden.

Die Zentrumspartei wird das moralische und materielle Wohl aller VolkS» klassen, wie bisher, so auch künftig, nach Kräften zu fördern bemüht sein. Die Wohlfahrt deS Ganzen kann nur in dem gerechten Ausgleich der verschiedenen Interessen gefunden werden.

Unsere Bestrebungen für Besserung der Ver- hältnisse des gewerblichen Mittelstandes werden wir in den nächsten Jahren mit beson­derem Nachdruck verfolgen.

Die wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Schutzgebiete ist im Wachsen, höher aber noch steht un» die Gewmnung dieser Länder für den christlichen Glauben und die christliche Kultur.

Wir sind überzeugt, daß die Religion die Grundlage aller Völkergröße bildet, daß nut wahre Religiosität auf die Dauer die Bürgschaft für Volkskrast und Volksgesundheit in sich schließt.

Alle Maßnahmen zum Schutze des religiös-sittlichen Leben» werden unsere eifrige Mitwirkung finden- alle gegenteiligen Bestrebungen »er- den wir bekämpfen.

Die geschichtliche Entwicklung Deutschlands hat zu einem Nebeneinanderbestehen großer christlicher Gemeinschaften geführt.

Da» Wohl des Vaterlandes verlangt ge­bieterisch ein friedliche- Zusammenleben der getrennten Konfessionen.

Aufs tiefste beklagen wir die Erregung kon. fessioneller Leidenschaften, rote solche in letzter Zeit hervortraten; wir lehnen unserseits eine Verantwortung dafür ab.

Die Zentrumspartei hat nie etwas anderes gefordert, als die Freiheit deS religiösen Leben- von staatlicher Bevormundung und die volle staatsbürgerliche Gleichberechti. gung für die Angehörigen des katholischen Volksteils.

Dafür wird sie auch in Zukunst ein treten und unbeirrt durch Verdächtigungen und An- feindungen, von welcher Seite sie auch kommen mögen.

Im März diese- Jahres konnte die Zentrums- fraktion des Reichstages auf eine 40jährige Ver­gangenheit zurückblicken. Dankbar hat sie an diesem Tage der Wählerschaft gedacht, welche ihr während dieser langen Zeit in zunehmendem Maße Vertrauen und Anhänglichkeit bewahrt und zum Ausdruck gebracht hat.

Zuversichtlich bauen wir darauf, daß unsere treuen Wähler auch, jetzt wieder zu unS stehen. Möge kein Wahl» berechtigter am Entscheidungstage zurückbleiben!

Es gilt die höchsten Güter der menschlichen Gesellschaft, es handelt sich um Erfüllung unserer Pflicht gegen Gott und Vaterland l

Für Wahrheit. Recht «nd Freiheit!

2. Blatt »r*< tat» Vertag tat üeitaet Idteitantml ta $eta*

*♦ Z« de» Reichstagswahle».

Die Stellung der Nationalliberalen zu den Reichstagswahleu klart fick unmer mehr. Die Jungliberale» gewinnen immer mehr an Boden und drängen die naiwrudltberole Partei immer weiter nach links ins Groghlocklager, m die alles vernichtende Umarmung der Sozialdemokratie, die am Schluß al» lachender Erbe den national- liberalen Besitzstand einsteckt.

In Offenburg hat am 3. Dezember die national- liberale Partei Badens ihre Landesversammlung abgehalteu und auch, wie ja sin Musterländle nicht ander» zu erwarten war, für die Reichstagswahlen denGroßblock feierlich proklamiert. Tie „Franks. Ztg." ist darob hoch befriedigt. Sie stellt der natio­nalliberalen Versammlung das Zeugnis aus,

„daß sie von zukunstssrvhem unO lelbnvewußtem Seift getragen, den Willen des Zusammengehens nut den politischen Nachbarn ,ur Linken gegen Z e n t r u m und Kons ervative wieder einmal zweifelsfrei be­tonte. Man wird angesichts dieses guten Willens auch nicht kleinlich mit dem Paiteiches Rebmann darüber rechten, inwieweit ferne Auffassung darüber »«lrifft, daß die LinkStiberalen in nationalen und wlrtlchaillichen »ragen sich den Stationa(liberalen genähert, sich also nach rechts genähert hätten. Ebenso leicht ließe sich beweisen, daß das bessere Verhältnis zwilchen den ver­schiedenen Gruppen des Liberalismus und der Demo­kratie erst möglich geworden ist. feit dem entschiedenen Wiedereintreten der Ration al liberalen für liberale For­derungen und ©’iinbfäUe.“

D. h. im Sinne der „Franks. Ztg." für tuten neuen Kulturkampf, den „Kampf gegen Rom", den nach den Worten Bassermanns der verflossene Reichs­kanzler Fürst Bülow in schwerer Stunde (1906-07) proklamiert hat. Es entbehrt nicht des Humors, wenn hier die „Franks. Ztg." den Nationalliberalen schwarz auf weiß bescheinigt, daß sich nicht die Linksliberalen einschließlich der Roten geändert haben, daß vielmehr die Nationalliberalen ihre Auf­fassung revidiert und dem Linksliberalismus und dem Umsturz näher gerückt sind. Das fft sehr schmerzlich sür den sich immer noch national nen­nenden Liberalismus. Aber es entspricht den Tat- fachen.

Auch die „Köln. Ztg.", die bekanntlich im jung- liberalen Fahrwasser schwimmt, findet ähnliche Töne gegen rechts, wie der Grohblockführer Rebmann. Sie mahnt die Nationalliberalen, die Frage der Stichwahl und die Möglichkeü eines Bündnisses für diese mit dem Zentrum für rheinische Wahlkretse vorläufig auszuschalten. DaS unerfieuliche Scha- chergeschast" werde erst sväter, nach den Hauptwah- len erörtert werden können:

„Jetzt gilt es nur, bie Parole für die Hauptwahl auszugeben, und hier muß sie für die nationadtbetal« Partei inbetresf des Zentrums so lauten, wie sie unter stürmischem Beisall auf dem Parteitag in Berlin Basser- mann gegeben hat: „Ein Bündnt» mit dem Zentrum ist contra natnram (gegen die Jcatur) einet liberalen Partei, vor allem her nalionaÜiberalen. Hände weg von der Zentrumsvartei!" Die natio­nalliberale Partei der Rheinpromnz ist nicht gewillt, anders zu handeln als der Führer. Mit bietet offenen, unumwundenen Erklärung meinen wir, müssen nun­mehr alle sorgenvollen Fragen der nationalliberalen rheinischen Wähler authören."

Für uns Zenlrumsleute ergibt sich aus dieser Stellungnahme die von der Partei-Ehre diktierte selbstverständliche Folqrrung, daß die mit den revo­lutionären Sozialdemokraten verbündeten Liberalen unserseits nm kein Haar breit besser behandelt werden, als die Sozialdemokraten selbst.

** Keine falschen Stichwahlen! Wie schon be­richtet, hat das Wablkreiskomitee der Zentruntrpar- tei für Altena-Iserlohn von der Ausstellung eines Kandidaten abgesehen und beschloffen, gleich im ersten Wahlgange für den Kandidaten der christlich- sozial« Partei, OberlandesgertchtZsekrelär Brüne- ntann einzutreten. Noch vor zehn Jahren Ivar die Zentrumspartei im hiesigen Wahlkreise nahezu^ de« deuwnzSloZ; die beiden liberalen Parteien 'Frei­sinnige und Nationatliberale) waren Damals all- mächtig. Hierin ist inzwischen ein gründlicher Wan­del eingetreten. DaS Zentrum fft, dank seiner straffen Organisation, die bis m die entlegenste Ge­birgshütte reicht, die stärkste bürgerliche Partei des LLahitreises geworden uufe kam sogar bei der Nachwahl tat Jahre 1906 mit der Sozial­demokratie in Stichwahl. Darin unterlag es in­folge des freisinnigen Kampfrufes: „Sieber rot als

»Berlin, im Dezember 1911.

3>er Korstanö öer ZentrumsfraLlion des HLeichskags:

Dr. Freiherr von Hertling, Dr. Schaedler, Dr. Spahn, Groeber, Fritzen, Dr. Hitze, Glowatzki, Herold, Horn, Trimborn, Müller, Kohl, Speck, Dr. Jaeger, Dr. Pichler, Fehrenbach, Bonderfcheer, Roeren.

M Wr i(5 Bttbannlev.

16] Rowan von Adele Böttcher.

Auch Bads Orloff ist sich nicht ganz klar, tva» fein Kammerdiener und dessen würdige Gattin beab- itzchtigen, und er nimmt sich vor, ihn bei nächster Ge­legenheit auszuforschen.

Seine Blindheit bildet für den Fürsten den Bor- Wwtd, nicht an der allgemeinen Tafel teilzunehmen, sondern in seinem Zimmer zu fpeisen — „aus über­triebener Rücksicht", wie man sich bewundernd zu- ttautzt. Von Bernardo rasch bedient, ist er stet» früher fertig, als die andern, und er benutzt die Zeit, Während alle an die Tafel gebannt sind, zu Rekog- NoSziecungsgängen durch Hau» und Park

So auch heute.

„In welchem Teile des Packs befinden wir un», Bernardo," fragt er, indem er den Arm seines Die- Per» lorläßt und sich eine Zigarette anzündet. £ -Auf dem großen Rasenplatz, Herr Fürst."

„Rahe beim Haus?"

„Etwa zweihundert Schritte entfernt, Herr Fürst."

„Ich vvrnmtete da» nach der Stäcke de» Geräu­sches, da» au» dem Hause an mein Ohr dringt. Sprechen Sie russisch, Bemardo?

s „$eta, Herr Fürst."

„Schabe!"

? „Wir sind unbelauscht, Herr Fürst."

. Der Alte pafft ein paarmal drauflo». *" Dann .fragt er gelassen:

„Warum wiederholen Sie da» „Herr Fürst" so Mffallend oft?"

„Ich beide, man kann e» den Leuten nicht häufig Denuazu hören geben, Herr Fürst."

„Aber wfl find ja jetzt allein —'

. „Schadet nichts, Herr Fürst. Ich gewöhne mich so leichter daran."

Orloff schweigt. Er gäbe viel darum, wenn er Jkt diesem Augenblick das Gesicht feint» Diener» fchen könnte