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Habatt gewährt.
Rotation,bruckun» Verlag bet Fuldaer Lk» Rrndrnckrret in Fuldt Fernsprecher vr. 9,
Fu lda, Freitag den 8. Dezember 1JU.
Erstes Blatt
M 281.
38. Jahrgang.
PräsiSenlen des Reichstages gewählte Borgehen liegt
iren 1903/07 von dem auch jetzt
der in
sonder« Anlaß. Der« die Gründe,
ein sehr die Be- nicht in etwas ähnliche
bund sei eine wirtschaftliche Vereinigung, großes Fragezeichen gehört. Wenn auch Häuptling des sozialdemokratischen Blattes ihrem vollen Umfang zutreffen mag, Wahres muß doch daran sein. Denn
wieder aufgestellten Landgerichtsdirektor Jtschert vertreten war, zurückzuerodern. An den letzten Sonntagen landen an mehreren Orten gut besuchte Versammlungen statt und am nächsten Sonntag wird der Kandidat an drei verschiedenen Orten sprechen.
* Wahl-Poesie des Freisinns. Gegen die „Ultramontanen"' fältelt die Hcffnche Liberale Wochenschrift, Organ der Linksltberalen, in ihrer Äkr. 36 ihren freilich stocklahmen Pegasus. Das Poem schließt mit solgenden Versen:
Nun komm, du Peterspfennigheer,
Mtt deiner ganzen Wafst und Wehr',
Mit jedem römilchen Clericus,
Enzyklika und Syltabus,
Und was man sonst noch haben kann!
Komm an! rott stehen unfern Mann.
In derselben Nummer leitarttkelt das so wohlerzogene Blatt über — Vollserztehungl ES würde sich im Interesse der Volkserziehung vermutlich baß entrüsten, wenn etwa ein agrarisches Blatt den Freisinn als „Börsenschacherheer" titulieren sollte.
O Was plant der Hausabund? Bei einer vertraulichen Besprechung in Magdeburg soll Geheimrat Rießer, der Vorsitzende des Haniadundes, nach einem Bericht der ,Volksstimmc' folgendes ausge- plaudert haben:
„Bei den £20 Kandidaten, die der Hansabund bet der bevorstehenden Reichstags wähl aufgestellt habe, hoffe er, auch eine große Anzahl Mandate zu bekommen. Wenn er diese erst habe, weide man mit einer eigenen Gründung in irgendeiner Form vorgehen. Darüber dürfe man aber um des Himmels willen noch nichts in die Oefsentltchkett kommen lassen, denn die kleinste Jndislrelion könnte den Plan gefährden."
In einer der ,Voss. ßtg/ vom Hansabund zugegangenen Zuschritt werden die Angaben des sozialdemokratischen Blattes als aus der Luft gegriffen bezeichnet und erklärt, „daß der Hansabund nach seinen Richtlinien eine wirtschaftliche Vereinigung ist*. DaS Dementi Herrn Rießers ist sehr dürftig, umsomehr, als hinler seine Behauptung, der Hansa-
veutscher Reich.
r Berlin, 7. Dez. 1911. Die Kaiserin, die noch an der leichten Erkältung leidet, hält sich in ihren Gemächern im Neuen PalaiS auf. — Der Wirkliche Legalionsrat Dr. v. Jacobs, der Dezer- nenj für Deutsch-Südwestasrika, hat am Donnerstag seinen Abschied eingereicht; er tritt in die Geichästs- leitung der Deutschen Levantelinie über. Es ist dies der zweite Fall, baß ein Vortragender Rat aus dem Reichskolonialamt in die GeschästSleitung eines PrivatunternehmenS eintritt, denn auch der Vorgänger deS Geheimrats v. Jacobs, Geheimrat Golinelli, der vor einiger Zeit auS dem Reichs- ko'onialamt ausschied, ist in ein kaufmännisches Unternehmen übergegangen.
)( Der Reichstag ist nicht aufgelöst, sondern nur geschlossen worden. Die endgiltige Auflösung dürfte aber unmittelbar bevorstehen. Der Schluß der Session hat sür die Reichstagsabgeordneten die Wirkung, daß sie die Eisen bahnsreikarten, die im Falle einer Reichslagsauflösung sofort ihre Gütigkeit verloren hätten, noch acht Tage lang benutzen dürfen. — Gegenüber manchen Gerüchten, die sich an den Umstand knüpften, daß die Reichstags- auflö:ung nicht gleichzeitig mit dem Schluß der Session erfolgt ist — in liberalen Blättern war u. a. ganz ernslhast davon die Rede, daß die Regierung den Reichstag nur deshalb nicht aufgelöst habe, um ihn sür die Bewilligung einer Kriegsanleihe zur Hand zu haben — stellt die „Nordd. Allg. Ztg/ fest:
.Der Grund für dieses im Einvernehmen mit dem
»en hat der Freisinn allerdings mitgearbeitet; aber dieser Mtocbett zu rühmen, hat er aar leinen be» thm eine
Mitarbeit im einzelnen FaL ratsam erscheinen ließen waren nicht sachlicher, sondern lediglich taktischer Natur; et wußte eben, daß die Mehrheitsparteien schlietz- Üch auch pUtbk M He nag* Achrijt
Andeutungen hat niemand anders als der GeschättS- sührer des HansabundeS, Dr. Kleefeld, auf einer Versammlung in Fretburg gemacht. Er sprach da-' von, daß der Hansabund die Herstellung eines. wirtschaftlichen Blocks fördere. Es liegt die V r- mutung nahe, daß der Hansabund plant, im neuen Reichstag einen wirtschaftlichen Block zu errichten, der dann als „Partei Rießer" ganz unter dem Einfluß seines Wahlpatrons, des HansabundeS, stehen würde. Man will dann die gegenwärtige Wirtschaftsordnung über den Hausen stürmen. Nur zu! Vorläufig aber sprechen die Stimmzettel! Und diese haben schon manchen Traum über den Haufen geworfen.
t Der Freisinn will auch dabet gewesen sei«. Die nlge Zig. steht sich notgedrungen zu dem ®e» Geständnis genötigt, daß der Reichstag doch „N a m» hafte» zustande gebracht bat*. Das ist für ein freisinniges Blatt immerhin schon etwa». Er ist aber gerade kein Zeichen von allzugroßer Beschei» denhit und Aufrichtigkeit, wenn daS linksliberale Blatt behauptet, da» fei nur möglich gewesen dadurch, daß d t e 3 i n l e trotz bet Zertrümmerung de» BloÄ „sich nicht schmollend zur Sette gestellt", sondern mitgearbeitet hat. Diese Behauptung wird man jedenfalls vickfach mit Erstaunen lesen. Denn die Mitarbeit der Linken war doch sehr sragwürdiger Natur; in der Regel bestand fie darin, daß der Frei» sinn der Sozialdemokratie in der Opposition mit Sv- folg den Rang streittg mochte. Di« Freisinnige Ztg. mag sich nur einmal Me Reichstagsstenogramme an» sehen, dann wird st« finden. daß dqc Abg. Mugdan e» gelegentlich der Beratung der ReichSverstcherungs» Dehnung mit schadenfroher Kiene einen „Scherbenberg" anzukündigen für #id befand. An einigen Bor-
wältigen würden, und daß di« Bevölkerung ben Parteien, bi« sich an dieser Arbeit nicht kTeiligten, wenig Dank wissen würde.
.-. Rur tetnen Katholiken! Eine schreckliche Kunde haben in den letzten Tagen di« liberalen Blätter verbreitet. Frhr. v. Rechenberg, ein Katholik, soll KolonialstaatSsekretär werden. DaS muß nach Ansicht der Liberalen verhindert werden. Man kann gegen sein« Tätigkeit alS Gouverneur von Deutsch-Oftafrika absolut nicht» einwenven. Er ist aufS beste qualifiziert; bte Provinz hat sich während seiner Tätigkeit glänzend entwickelt. Ostasrtka war bte erste deutsche Kolonie, welche aus ihren eigenen Einnahmen ihren Etat decken konnte. Niemals wurde di« Kolonie durch Strafexpeditiouen in ihrer friedlichen Entwickelung gehemmt. Allein der Gouverneur hat den unverzeihlichen Fehler begangen, seine religiösen Pflichten als Katholik regelmäßig zu erfüllen. Damit hat er nach Ansicht liberaler Blätter die Fähigkeit zum KolonialstaatSsekretär eingebüßt. Aber eS kommt noch schrecklicher, v. Rechenberg soll sogar Anhänger deS Zentrums sein. So behauptet die liberale Presse, ohne den geringsten Beweis dafür zu erbringen; denn v. Rechenberg ist politisch ein unbeschriebene- Blatt. Der Kampf gilt dem Katholiken Rechenberg.
s:f Stuttgart, 7. Dez. 1911. Eine außerordentliche Tagung der 7. evangelischen Landessynode ist hier zusammengetreten, um über die Abänderung des Gesetzes betr. die Zusammensetzung des evangelischen Kirchenregiments im Falle einer katholischen Thronfolge zu beraten.
* Karlsruhe, 7. Dez. 1911. Die Zweite badische Kammer hat den Gesetzentwurf betreffend Einführung der Staatslotlerie in Baden und damit den Ltaatsvertrag von Preußen, Württemberg und Bayern angenommen.
Reichstagswahlvorbereitungen.
* Kassel, 6. Dez. 1911. Der Bund der Handwerker für daS Fürstentum Waldeck fordert das gesamte Handwerk des Fürstentums Waldeck-Pyrmont auf, nicht mehr den deuttch-iozialen Kandidaten zu unterstützen, sondern geschloffen sür den Kandidaten der naitonallibetalen Pattei, Rechtsanwalt Varnhagen - Korbach in Waldeck, einzutreten. — Politik treibt natürlich der „unpolitische' Bund der Han-imerk-r N'<bf>
* Gießen, 6. Dez. 1911. Als gemeinsamer Kandidat für den Wahlkreis Gießen-Grünberg wurde von den Vorständen der Nationalliberalen imd Volkspartei der Sekretär der Hirsch-Dunkerschen Gewerkschaften in Berlin, Erkelenz, aufgefteßt.
* Ans Otin Taunus, b. L-ez. 1911. «,a» Zentrum entfaltet in dem Wahlkreise Höchst-Homburg- Usingen eine sehr rege Tätigkeit, um ben Kreis,
Tratte gedeihen kann.
Der sozialdemokratische Wahlaufruf ist natürlich ganz nach dem Herzen des,Berl. Tageblattes'. Da» Platt schreibt:
Nicht wmige von diesen Forderungen wird jeder Liberale glatt unterschreiben können. E? springt auch hier wieder in die Augen, rote Sozialdemokratie und Liberalismus, bei aller Verschiedenheit in den politischen Endzielen, recht wohl eine gute Strecke ihres WegeS 'gemeinsam zurücklegen können, zunächst einmal b« zur Niederwerfung des konservativ-klert- -tSlen Parteiregimentk. Auch darüber hinaus gibt «S
Dienste des Vaterlandes zu vereinigen, wie aitch immer der bedauerliche Zwist zwischen den bürget» jichen Parteien sich weiterentwickle. — Durch diesen Schlußsatz schwächt die Reichspattei ihre Stichwahlparole erheblich ab. Will die Reichspartei die Sozialdemokratie weder direkt noch indirekt unter» stützen, dann darf sie keinem Anhänger der liberalen Parteien, die sich nicht scheuen, offen die Sozialdemokratie zu fördern, zum Siege verhelfen.
Der Wahlaufruf der Soziale m okta- t i e ist der Gipfel aller Unehrlichkeit. Daß er alle Lügen über die Finanzreform wieder auf« wärmt, versteht sich ganz von selbst. Es verlohnt sich nicht, darauf im einzelnen einzugehen, lieber» Haupt läßt der Wahlau fruf an allem, was der Reichstag geschaffen hat, kein gutes Haar. Die R eich svetsicher i mgs or dnu ng wird als eine Verhöhnung der Arbeiter, ihrer Witwen und Waisen bezeichnet, „raubt sie doch den 'Arbeitern Rechte, die sie jahrzehntelang mit glänzendem Erfolg für die Versicherung ausgeübt hatten, Verjagt fie doch den schn engeren* Frauen, den Müttern und den Säuglingen ' notivcndigen Schutz und zureichende Für» sorge". Das ist eine bewußte Unwahrheit. Die Reichsversichernngsordnung hat die Wohltaten der sozialen Fürsorge erheblich weiter ausgedehnt und dem Mißbrauch, den die Sozialdemokratie mit den Krankenkassen getrieben hat, ein Ende gemacht; den Müttern und Säuglingen ist der notwendige Sck)utz und die zureichende Fürsorge, deren sie früher ent» Hehren mußten, durch die Reichsversicherungsvrd- ming gewährt. Weiter sucht der Wahlaufruf es so lunzusieven, als ob die Regierung und die Par» teicn einen Krieg vom Zaune brechen würden. Auch das ist eine bewußte Unwahrheit. Die Marokko» veri 'ublungen haben eher erst erwiesen, daß die deutsche Regierung und das deutsche Volk durch» au» nicht kriegerisch, sondern ganz und gar friedlich gesinnt ist. Eine weitere Unwahrheit ist die Behauptung, daß der Reichstag sozialpolitisch so gut wie nichts geleistet habe. Tas Gegenteil ist richtig. Wo''' noch kein Reichstag hat gerade auf sozialpoli» lischcm Gebiete soviel geschaffen, wie dieser letzte Reichstag. Die Sozialdemokratie aber ist es, bte allein wirklichen sozialen Fortschritt mit allen Kräften und allen Mitteln entgegenzuarbeiten versucht hat. Man braucht sich ja nur all der Schwierigkeiten zu erinnern, die sie der Verabschiedung der Reichsversicherungsordnung bereitete. Mit Forderungen, deren Verwirklichung Milliarden beanspruchen würden, fördert man nicht die soziale Fürsorge. Aber das ist ja auch gar nicht die Absicht der roten Volksverhetzer. Ihre Absicht geht viel» Mehr darauf hinaus, jebe Verbesserung der sozialen Kge der breiten Massen der Bevölkerung zu ber» idern, weil sie nur zu gut weiß, daß die Unzu- edenheit der Boden ist, auf dem die Sozialdemo»
noch recht viel in tun. worüber man sich, bei beiderseits gutem Willen, wird verständigen können. DaS sollten bürgerliche und radikale Linke während deS Wahlkampfes nie au8 den Augen verlieren.
Die llmsturzpartet wird sich die Knechtsdienste deS ,B. T/ und deS Liberalismus gern gefallen lassen. Da» Blatt beachtet in feinem blindwütigen Eifer gegen daS „konjervativ-klerckale Pattciregi- ment" nur nicht, daß der LinlsliberalismuS baß erste Opfer deS mit feiner Hilfe siegreichen Umsturzes sein wird.
1- — । ”--—
+ Der Arrfmar ch der Parteien.
Die Patteien rüsten sich schon seit Monaten auf den Wahlkampf und nachdem die Reichsdoten sich setzt — wie manche auf Nimmerwiedersehen! — getrennt haben, vollzieht sich der letzte Aufmarsch zu de» Wahlen. Tie liberalen Parteien sind bereits vor einigen Wochen mit ihren Wahlaufrufen herausgekommen; sihnen folgen jetzt die tonfer» pativen Parteien und die Sozialdemokratie.
Der Wahlaufrufderdeutfch-konfer» bativen Partei ift kurz, sachlich und von entschlossener Sprache. Schutz der nationalen Arbeit, vas ist die Wahlparole der Konservativen. Mit Recht wird daraus hingewiescn, daß unsere gesamte Wirtschaftsordnung in Gefahr ist. Zum Schluß wird zum entschlossenem Kamps gegen die „batet* sandslose, religions- und eigentumsseindliche Sozialdemokratie und ihre Helfershelfer" aufgesordett.
Wir vermissen in dem Wahlaufruf die entschie- bette Kampfansage gegen den Liberalismus, die dieser mit allem Nachdruck in seinem Wahlaufrufe siegen die Rechte proklauiiett hat. Es hat danach bett Anfcheiu, als ob die Liberalen sich noch in letzter Stunde eines bessern besinnen würden. Es ist zwar in dem Wahlausruf gesagt, daß der Kampf auch den „Helfershelfern der Sozialdemokratie" zu gelten habe. Es wird aber nicht mit genügender Deutlichkeit gesagt, daß der Liberalismus der Helsershelser des Umsturzes ist. Und wenn es am Schluß des Wahlaufrufes heißt: „Wir muffen unser Aeußerstes tun, jeder an seiner Stelle, um den Ansturm gegen Un§ zu überwinden." bann müssen die Konservativen sich bewußt sein, daß sie nur halbe Arbeit leisten, wenn sie den Liberalisutus gelinder behandeln als ben Umsturz.
Auch der Wahlaufruf der Reichsparte t ist frei von allen Uebertreibungen. Wie im
Ausland.
* Der Dreibund in Gefahr. Der römische Korrespondent der „Reichspost", von der behauptet wird, daß sie dem österretchischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand nahestehe, versichert auf das bestimmteste, daß seine Meldung über den beabsichtigten Austritt auS dem Dreibund trotz aller Ableugnungen auf Wahrheit beruhe und daß tatsächlich tut PalaiS der französischen Botschaft tn Rom dahin- zielende Verhandlungen stattgefunden hätten.
* Erzherzog Karl Franz Joseph und di« magya- rische Unverschämtheit. Erzherzog Karl Franz Joseph, dec künftig« österreichische Thronfolger, hat auf seiner Hochzeitsreise einen Begriff von magyarischem Chauvinismus bekonimen. Der Erzherzog und seine Gemahlin Zita wollten nach Serajewo fahren. Doch mÜ deS Geschicke» Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten. Das Erzherzogliche Pa« hatte nämlich auf der Strecke Jublanica—Serajewo ungarisches Gebiet kreuzen müssen. Dort wünschten sie auf ihrem österreichischen Salonwagen zu verbleiben und be» lästigen Umsteigens und Umpacken» in einen anderen ungarischen überhoben zu sein. Allein da» war umögltch. Nicht daß bi« Spurweiten im Et» und Tran» verschiei>en wärm oder au» anderen technischen Gründen. Aber was ein richtiger Magyar« ist, wird piüenvild, wenn er das Wort „kaiserlich' liest. Genug, ber Wunsch be« Erzherzogs wurde verweigert. Run spielte aber auch der Erzherzog ben Eigensinnigen. In dem beruhigenden Bewußtsein, doch noch einig« ander« Schimm nach Serajewo führen, hat «r bi« Reise vorläufig aufgegeben und ist von Jublanica nach Ragusa gefahren. Dm Magya- cen ab« soll ob dies« Schroffheit, bi« sie lange nicht mchr gewohnt warm, doch «in tüchtig« Schreck In bi« Glied« gefahren sein. Sollte auch ber Nacherbe ber Doppelkrone nicht mehr für st« übrig haben oll bet nächste Anwärter deS Throne»? Ein Wund« wäre «I naht.
• • Di« Borkämpfer ber Leicheiwerbremmn, wer» b« Imme dreist« und lassen jetzt schon ungeschmt
konservativen Wahlaufruf wird die Reichösinanz- xeform als eine nationale Notwendigkeit, als eine Lebensfrage für Reich und Volk bezeichnet. Zuerst Und ausschließlich durch sie fei die Möglichkeit ge- schafsen, die berechtigten Wünsche der Beamten zu erfüllen und den Dank des Vaterlandes sür die Kriegsveteranen in verstärktem Maße zum Ausdruck |u bringen. Auch dieser Wahlaufruf fordert Schutz der nationalen Arbeit und die Abwehr der Sozial-
bemokratie. Zusammenschluß aller vaterländischen einfach darin, daß bet der großen Zahl wichtiger Ge« Vari eien zur Bekämvtuna des aemeinsamen Leindes die am letzten Eitzungsiage des Reichstages noch VA 8 % iw, »LtiUm I SÄ 6
bte Parole der Reichspartei. Keine dirclie oder in- , vorzunehnien und die sonstigen Geschäfte
btrekte Unterstützung der «ozialdemokratte ist die Reichstags ordnungsmäßig abzuroickeln " Stichwahlparole. Znm Schluß heißt eS, daß die । Wenn bet Reichstag statt, geschloffen ausgelöst Reichspartei sich als selbständige Mittelpartei ihrer woiden wäre, i on dem Augenblick an wäre Graf Ausgabe bewußt bleibe, die patriotischen Manner । SchwcriwLötmtz nicht mehr Präsident und nicht von rechts und links zur gemeinsamen Arbeit Im j me^r wbjeotöne.er gewesen. Jetzt werben sich die **■’ *"'* ' liberalen Gemfi cr wohl beruhigen.
ertennen, daß eS ihnen um bk völlige Abschaffung der altm christltchm Sitte deS Begrabens zu tun ist Rach ein« Meldung aus Basel hat ber Groß« Rat mit 49 gegen 42 Stimmen einen Antrag, wonach in Basä tot allgemeinen bte Leichen» erbten- nung, dagegen baß Erbbegräbnis nur noch auf Verlangen ftattfinben soll, bem Regte- rungsrat zur Prüfung unb Berichterstattung überwiesen.
* Unterdrückung beß Religionsunterrichts in ben italienischen Volksschulen. Kürzlich wurde ein Beschluß des Italienifd)en Staatsrates veröffentlicht, wonach die Gemeinden nicht baß Recht haben, ben Religionsunterricht in den Schu gebäuben «teilen zu lassen. Heule liegt nun ein Rundschre ben des Unterrichts« Ministers Crcdato vor, durch das der llnlerrichtsplan für die Volksschule allgemein festgesetzt wird. Obwohl dem Gesetze nach die religißte Volksschule noch fottbesteht, fehlt in diesem Rundschieiben der gningft« Platz für ben Religionsunterricht. All« Stunden sind so besetzt, daß der meligionsunlerrichl kein Schulfach mehr fein kann. Es handelt sich um Verfügungen, di« einfach das Gesetz außer Kraft letzen.
* Neue auswärtige Debatte in England. Im Unterhause kündigte Premierminister Asquith an, daß die Debatte über die auswättige Politik am 14. Dezember wieder ausgenommen werden solle. Es sollen die persische Frage und die Zuckerkonven« tton die hauptsächlichsten Gegenstände der Debatte bilden.
; Auch Spanien will jetzt seine See rüst ungen verstärken. Eine Unterredung zwischen dem König und dem Ministeiprästdenien Canalejas führte zu dem Beschluß, daß mehr Panzerschiffe und in schnrllercm Tempo als anfangs vorgesehen, gebaut werden sollen. Auch die Erweiterung d« Landes« befestigung ist ms Auge gefaßt.
** Die Dardanellensrage. Heber bte russische,, Forderungen in ber Dardanellensrage werden jetzt weitere Einzelheiten bekannt. Demgemäß sucht« Rußland der Türkei den saueren Apfel möglichst schmackhaft zu mache«, hatte aber damit nicht viel Glück. Aus Konstantmopel wird gemeldet:
Die türkische Zeitung „Sabab*, will erfahren haben, daß dcr von Rußland getane Schritt nicht di« Grenzen des geäußerten Wunsche» nach mündlichemMete nungsaustausch überschreite. Dl« russische Regierung erklärte, die Bforte erleide keinen Schaden, wenn ihre Kttegsschiffe vom Schwarzen Meer nach dem Mittelländischen Meer unb dem äußersten Osten durch die Meerengen führen. Rußland verlangte freie Durch« sahtt nur tu Fttedenszeilen für die auf den Wersten des Schroarzeu Meeres erbauten Schiffe; die Ermächtigung ber Durchsahrt beziehe sich jedesmal nur auf em Schiff. Außerdem sei Rußland bereit, während der Durchsahrt jegliche Garantie zu leisten. — Dir Pfott« erroibeite, die Schließung der Darvanellen sei begründet auf von allen Mächten unterzeichneten Verträgen. Erne Aenderung der Bentmmungen der Verträge verursache Schwierigkeiten. Die Pforte erachte den gegenwä tigen Augenblick ungeeignet für solche Unterhandlungen. „Sabah* glaubt, daß die Unterhandlungen nicht roeitet« gehen werden, bis die Behebung d« gegenwärtigen Schroierigkeiten erfolgt ist.
Die russischen Diplomaten scheinen trotz des Mißerfolges bei btt Pforte da» Spiel nicht betloren zu geben. Der russische Minister de« Aeußern Sasonow ist in Paris eingetroffrn und bearbeitet zunächst bU französische Regierung.
♦♦ Das englische Königspaar ist in Delhi, bet Hauptstadt der alten „Sonnenktnder" «togetroffen, uns sich bei einem feierlichen KrönungSakt bte indisch« Kaiserwürde übertragen zu lassen. Delhi war «ins! die Haupsstadi Hindostans unb soll in seiner Glanzzeit zwei Millionen Einwohner besessen haben. ®et Sage nach waren Me Straßen mit Golb gepflastert unb würben mit köstlichen Essenzen benetzt. Di« glänzenden Paläste aus der großan Zeit sind längst zerfallen, aber unter den alten Bauwerken steht noch die schönste Moschee aus der Blütezeit der arabischen Baukunst unb eine 72 Meter hohe Säule aus jener Epoche. In neuester Zett nimmt die alte Kulturstadt wieder einen neuen Aufschwung, Handel unb Wcmbel beleben sich aufs neue. Die Englänber haben einen stattlichen GouvernourSpalast erbaut, sie untechattm in Delhi eine große Militärmacht und sind bemüht, dem alten Mittelpuntte ber arabischen, persischen und hindostanischen Kultur in Indien nach Möglichkeit Me überlieferte Bedeutung zu erhalten und an die politische Geschichte d« Stadt wieder anzuknüpfen. Damm auch wurde Delhi, das heub wieder mehr als 200000 Einwohner zählt, als Krö> nungSstadl für die englischen Oberherren gchvöhlt. Diese Feierlichketten werden jetzt beginnen. Da» KSntgspaar begab sich nach d« Ankunft zu Fuß zum Fort, wo sie Me regierenden Fürsten empfingen. Darauf zog der Zug durch die Stadt zum kaiserltchm Lager, bä König in Feldmarschallsuniform zu Pferde, mit glänzendem Gefolge, die Königin im sechsspännigen Wagen. Die prächttg geschmückten Straßen waren von einer begeisterten Menge besetzt. Weiße und eingeborene Tmppen bildeten Spalier.
** Di« Kalifrag« in Bmrrika. Der dem Kongreß der Vereinigten Staaten unterbreitete JahreS- beruht des AckerbausekretärS behandelt ausführlich die möglichen Kaliguellen, bereit Zahl keineswegs gering sei. Der Tag sei nicht,mehr fern, wo bte Kalieinfuhr eingestellt werde. Die am meisten versprechenden Kaliquellen seien tot Seetangaebtet (Kelpgreve) an d« Pacific- kuste vorhanden. Da» untersuchte Seetanggebiet soll 100 Cuabratoteilen groß feto und würde jährlich eine Million Tonnen Chlorcalium im Wette von 35 000000 Dollars oder den dreifachen Wert bei deutfchen Kalteinfuhr darstellen. Die Nmerfuchun- gen feien erst begonnen worden und schlössen das Wüstenbecken des Westens ein. Es fehle noch afl praktischen Methoden, den Seetang einzusammeln, — Hierzu bemerkt daß deutsch« Kalisyndi- tat:
Die Erzeugung von Kalisalz«« au» bem Seetang ift nicht» neueS. Schon jetzt »erben geringere Mengen Kalisalze an ber schottischen unb norwegischen ttüfte sowie in Japan au» dem Seetang gewonnen. Di» Herstellung von RalüaUen ift ad« nicht di« Hauptfach«