3
38. Jahrgang
Fulda, Samstag den 2. Dezember 1911
Erstes Blatt
M 276.
ZK hestige Aüsgahe nmW 18 Seiten
den ReichstagSwahlm zu beginnen ist.
deutscher Reich
unter
Diese Wir auf,
Reichslaqswahlvorbereitungen.
* Berlin, 1. Dez. 1911. Der „Reichsanzeiger"
x too MAN Men M Der ML
Die italienische Heeresleitung in Tripolis, in dis seit dem Eintreffen General Frugonis ein neuer Schwung gekommen ist, plant einen Angriff auf die türkische Hauptstellung bei Ainzara. Vorbereitend« Rekognoszierungen wurden bereit» unternommen. In- folgedeffen steht für die nächsten Tage ein entscheidendes Gefecht vor Tripolis bevor. Bon seinem Autzgang wird eS abhängen, ob die Türken in die Wüste, oder die Italiener in den Bereich ihrer Schifsskcmonm zurückgehen müssen.
Der „New Dock Herold* bringt einen längeren Bericht feine» Korrespondenten au» Tripolis über die schon erwähnten Grausamkeiten der Türken:
Während ich die Abteilungen de» Roten Kreuze» begleitete, fand ich die entsetzlich verstümmelten Lerchen von drei Bersaglieri. Emer war an einer Mauer Qt- kreuzigt, ein anderer geschlachtet und in vier Stucke zerrissen, ein dritter enthauptet. An allen dreien waren entsetzliche Verstümmelungen vorqenommen worden. Kurz nach Sonnenaufgang stieß bas Sani» tälskorp», bei dem stch der Korrespondent befand, auf ein Haus, das am 23. Oktober als Feldlazarett von den Bersaglieri benutzt worden war. In dem Hause fand man fünf furchtbar verstümmelte Leichen. Eine wurde als die des Militärarztes Demurlas vom 11. Bersaglieriregiment, eine andere als die des Fahnenträger» Strecker von der 6. Kompagnie der Bersaglieri festgestellt. Ihre oberen Augenlider waren an die
Heiterkeit.)
Der Antrag der Sozialdemokraten wird abgelehnt.
Bei § 121 wird die Beratung vertagt.
Samstag: Fortsetzung.
bringt eine Bekanntmachung deS Minister» de» In» item, wonach am 14. Dezember mit der A u » b r i n» gung der Wählerlisten für die bevorsiehew
** PersienS Ende.
Da» erste Ultimatum Rußlands hat die Regiemng in Teheran gesprengt, da weder der Regent noch di« Minister für eine da» Anfehm des Reiche» untergrabenes Nachgiebigkeit die Verantwortung übernehmen tarnten. Da» zweite Ultimatum hatte di« entgegengesetzte Wirkung. Im Parlament stritt man leidenschaftlich um die Parteifarbe dar neuen Regie- rungSmänner, da schlug die in noch weit schärfer« Sprach« abgrfaßte neue Note wie eine Bombe ein. Jetzt ist aller Prnteihader vergessen, man ist floh, überhaupt Männer zu haben, die unter solchen Umständen bereit sind, fat rühmloser Zeit dem Vaterland« in leitender Wellung zu dir-un. Nach einer sisi-,.-. schon Sitzung bestätigte da» Parlament da» neue Kabinett. Da» zweite Ultimatum verlangt u. a., daß Persien keinen Ausländer mehr in fein« Dienst« stelle, ohne Rußland und England zu befta- gen und daß Persten außerdem die Kosten für di« jüngste russische Mobilmachung gegen Persien tragen soll. Da» hat Persten rundweg abgelehnt. Au» Teheran wird vom 1. Dez. gemeldete
Da» Medschli« (da» ist da» persisch« Parlament) bat e» einstimmig abgelehnt, dem russischen Ultimatum zu entsprechen. Abends wurden Bolksver- fammhingen abgehallen, in denen der heilige Krieg gegen Rußland gepredigt wurde.
Daraufhin hat dir russische Regierung der in Rescht zusammengezogenen Truppenabteilung den Befehl ev> teilt, auf Teheran vorzurücken.
Der »heilige Krieg' dürste Pesten nicht üld nützen, denn der Streit zwischen Rußland und Persien ist zu sehr ein Spiel zwischen Katze imb Maus. Die Verwirrung der Lage lähmt die Tatkraft der Regio- renben, sie vermögen nicht mehr Ordnung zu halte« und die Banden der Räuber und Revolutionäre wageq sich bereit» wird« bi» vor die Tore der Hauptstadt. Die europäische Post wurde bet Mrabad in der Näh« von Teheran von Bachtiaren überfallen. Moa» zech et Mulk, der ehemalige Siegelbewahrer, wurde von einem Kaukasier erschossen, <ä» sc im Wagen nach der Stadt fuhr. Fast gleichzeitig wurde ein ander« Pasteigäng« de» früheren Schah» ermordet. Vor seinem Hause in Teheran wurde Ällaend Dauleh, b« Bruder des früheren Gesandten in Berlin, durch Re» volverschüsse ermordet. Da» Attentat richtet sich gegen die russenfreundliche Politik Allaend» Dauleh». Alle« das kommt dem russischen Vorgehen zustatten.
Infolge der Ablehnung de» russischen Ultimatum» durch da» persische Parlament ist der Minister de» Aqußern Wusuch * Dauleh zurück«* treten.
— Frmckfurt, 2. Dez. 1911. In ein« gut besuchten ZentrumSversammtung am Donnerstag, die vom ZentrumSwahlverein in Bornhelm einberufen war, sprach Parteisekretär Herkenrath-Limburg über das „Zentrum im Wahlkampf. Lehrer Schwarz könnt- mitteilen, daß der Zentrum»- wahlvereln in Bornhelm nunmehr über 500 Mitglieder zähle. Der Frankfurter Gesamtzentrumswahl» verein habe jetzt 2400 Mitglieder. Der Redner wie» in schärfster Weift die pöbelhaften Anwürfe d« „FranMrSer Zeitung* und „Kleine Presse* gegtn Partei und Personen mit scharfer Worten außerordentlich lebhafter Zuftinmmfig zurück.
dürfe. Der Antrag wird angenommen.
Weiter will ein sozialdemokratischer Antrag den Rentendeziedem da» passiv« Wahlrecht einräumen.
Adg. Hu« (Soz.) begründet den Antrag mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit, die Unabhängigkeit gegenüber den ArbeUgedern stcherzustellen.
Adg. Fleischer (Ztr.): Der Antrag ist hier wenig angebracht. Die llnadbängigkeit der Beamten sicher,u- stellen, wären di« $5 153 und 154 der B.-E. der ge»
Dr^Potthoff (Bp.) wirst dem Zentrum vor, daß e» nur immer schöne Worte habe, denen bte Taten fehlen. ®8 hätte die Macht, ans sozialpolitischem Gebiete viel durchznsetzen, aber e» benutze sie nicht, sondern weiche vor jedem Widerstand der Regierung kühn zurück. Da» Zentrum fei
an allem schuld.
Einfluß der Milstärpartei auf die öffentliche Meinung im italienisch-türkischen' Kriege hinwie» und erklärt hcchon soll, daß die italienfeindliche Polstik der Mili- tärpartri west den Rahmen des politischen Programms überschreite, v. Hötzentzorff ist 1906 Generalstabschef geworden. Er begann feine Tätigkeit sofort mit einer Verstärkung der Befestigungen und des Ausbau strategischer Bahnen, vorzugsweise dort, wo ein Zusammenstoß mit italienischen Streitkräften bliä- bar wäre. Neuerdings soll er Im Ministerrat zu ähnlichen Zwecken nachdrücklich hundert Millionen Kronen verlanzt haben. Zugleich sind in einzelnen Blättern, denen man Beziehungen zu der Umgebung bc9 Thronfolgers nachsaqt, heftige Artikel gegen Italien erschienen. Ebenso hat man verschiedentlich lesen können, Italien sei im Begriff, au» hem Dreibund auszuscheiden; der französische Botschafter Barräre in Rom habe ihm den Eintritt in die „Triple- Entente* angeboten, und Giolltti und fein Kabinett seien dem Plane durchaus geneigt. Ob auch diese Darstellung auf den bisherigen Generalstabschef zurückgeführt wird, läßt sich Nicht erkennen. Jedenfalls bat Graf Aehrenihal geglaubt, stch einer militärischen Nebenrexierunz oder Ueberreglerung entledigen zu müssen.
♦* England und Deutschland. Das „Reuterschtz Büro* erfährt von hoher Stelle: Es ist nicht wahr, daß die britische Regierung, toi« es in Gerüchten heißt, der spanischen Regierung ihren Widerstand gegen die Abtretung Spanisch-Guineas oder Fernando Po» an irgend eine fremde Macht zur Kenntnis gebracht habe. Keinerlei Mittet lung über biefen Gegenstand hat zwischen der bristschen Regierung und irgend einer anderen Regierung ftattgefunbäi.
Tie belgische Kammer beerdigte gestern dre militärische Verhandlung und nahm mit 82 gegen 73 Stimmen das Vertrauenszeugnis für den Kriegs- Minister an.
Deutscher Reichstag.
Sitzung vom 1. Dezember 1911.
Das Klemaktiengesetz steht zur 2. Lesung.
Die Kommstsion Hal die Ausgabe der Kleinaktien im Ginne des Gesetze» auf China beschränkt. Zum Handel au Börsen im Reichsgevrel bürten sie nur mit Eenshmigung des Reichskanzlers zugelassen werden.
Vach längerer Debatte wird das Gesetz in brr Komm ssionssassung uut?r Ablehnung von Anträgen deS Si.bg. Arendt <Rp.i angenommen.
Es folgt die dritle Beratung bett, das SchiffahrlS- abgul engesetz.
Adg. Frank (Soz.) meint, man hole bei dem Gesetz auS der RumpeUammer der Bergangenhest Jnnenchlle heraus, und versucht bann, auf bie Konstanzer Wahl einzugehen, wird aber vom Präsidenten daran gehindert.
Nach unerheblicher Debalte »»erben die §§ 1—7 angenommen. Auf Wunsch des Adg. Zehnter (Ztr.) erlifiit
Verkehrsminister v. Breitenbach, daß Transitgüter 'm der Abgadensrage genau so behausest werden müssen, wie Julandgüter.
Bei der Gesamtabstimmung wird das Gesetz gegen .n größten Teil der Bottsvartei, einen Teil ber lUatumal« liberalen und die Soziatdemokralen angenommen.
Daraus wird die zweite Beratung über die Privat- veamtenversicheruiig 'ortgesetzt.
§ 10 handelt von der Versicherungssrerhett, «. a. der „vorläufig" im Reichsdienst deschäsiigten Beamten, Aerzre re.
Ltach längerer Debatte wird der Paragraph m KomMissionsfassung angenommen. Em fozialdemokra- iischer Antrag, der bei Geistlichen und Staatsbeamten das Wort „vorläufig" gestrlchen wissen wollte, wirb abgelehnt, ein freisinniger Anrrag, der auch die Rechts» anroalte in § 10 aufnehmen wollte, rotte zurückgezogen.
§ 18» gibt dis zum 25. Lebensjahre die Aiüglich» tat einer freiwilligen Versicherung m einer höheren Lohnklaffe. Die Sozialdemokristen beantragen die Er« weiteluug dieser Möglichkeit bis zum 40. Lebensjahre.
Der Antrag wird abgelehnt.
Bei § 24, ber die Altersgrenze auf 65 Jahre festsetzt, kommt es zu einer heiligen Auseinandersetzung zwischen den Avgg. Hoch (Soz.) und Behrens (Wirtsch. Bg.), die in Stand allzenen ausarten.
Abg. Hoch (Soz.) nimmt Bezug auf eine Broschüre des Abg. Behrens tn der den Sogiatoemotraler. vor- aehalleii wirb, daß ber Jenaer Parteitag 1005 auf em Referat von Molkenbnhr sich gegen die Herabsetzung ber Alter?grenze bei ber Reichsversichernngs- ordnung von dem 70. aufs 65. Lebensjahr er Hart habe und daß baber die foziatdeurotraltschen Angriffe gegen die bürgerlichen Parieien eine elende Toppelzüngigkest seien. Hoch erklärt, Bohrens habe in schamloser Weise untetschlagen, daß Die Verhältnisse sich seit dem Partei-
Vschewt ttgltch mit vT Ä
Lrsnahm« der 5-ck». . ■ W a. ▲ AA
»sd.ftteetage. viertel. & 4 H
jährlich« vezn^prei, M M M M la f d Wv
ohneSrimlerlohnmch wp« K H A M MA A |ML^ || AeMgefmMtzata K iS H M
OftaetW. «ebakremt H M
tat! schsttte;
j’Ä. w-ch-nb-lmee-^lluftrlerteSoititiag$$tlW‘
Beim S 10S«, welcher von den Beamten ber Reichsversicherunasanstast hanbest, beantragen die Sozialdemokraten, daß für Militäranwärter kein Vorrecht bei bet Slellenbesetzang vorgeschrieben werden
tag geändert hätten.
Adg. Behrens (Wirtsch. Bg-t hast seine siotmurfe anfrecht. ®te därger ichea Parteien hätten nur gegen da» 65. Lebensjahr gestimmt, um bei dem Unannehmbar der Regierung da» Gesetz nacht scheuer» z» lassen. Der tHebner nennt die ftzraldemolvatische Agitation eine volksbetrügerische Doppelzüngigkeit. Bel der weiteren Ausemandersetzmig kommt es zu leb- hasten Zwischenrufen. Lebhafte Pflrirnse werden tont.
Abg. Dr. Potthoff <«p.) besntragt Schluß der Dedalle. Diese ewigen Zänkereien jwuchen Leu Ärbester- sekretären löunen wrr uns im Reichslage nicht mehr gefallen lassen. Sein Niveau wird dadurch herabge- drückt. <Ledh. Zustimmung hntS.)
Abg. Behrens (Wirtsch. Bg.) protestier gegen den Zchirch. Wir müssen uns gegen diese ewigen Kngnfie oen den ®oji«toemotrate# schützen.
Der Schlußantrag roirb abgeleijuL
Abg. Behren» <W-rtsch. Bg.) wiederho.t seine Behauptungen nochmals und verliest bte betreffenden Stellen aus der Broschüre. Ich habe darin der sozial- demokratischen Panel Doppelzüngigkeit vorgeworfen. Ich habe das außerhalb des Haute» geschrieben und verbreilet, mögen mich die Herren vor den Richter zitieren. (Sänneober Wtoerspruch der So}, Rufe: Nein, hier!) lln§, die wir die Relchsversicherungsord- nnug nicht fcheiler« lassen wollten, hat man zugerusen: elen deste Schurkerei! Rein, wir haben das Jnte- nsst des Bottes gewahrt. -
• Die §§ 25-46 werden ohne Dedalle angenommen.
Bei § 47, bet die Wartezeit bebmibeU und be’ sjjm-irt, daß sie bei den Hmterblredenen - Renten 120 Beitragsmonate dauert, wirrstcht ein Aompromiß» Antrag Schultz zRp.>, daß bei weniger als 60 BestiLgsmouaten die Wartezeit beim Ruhegeld für weibliche Versicherte 90 Bettragsmonale, un udrrgen 160 Beitragsiuonate betrage. Der Antrag roirb <mge-
Die §§ 48 .-ErlSschen ber Anwartschaft) rmd 49 Wiederaufleben) werden mit Anliägen von Schultz die §§ 50—68 unverändert angenommen.
t § 69 (Entziehung der Witwen- rmd Waises- t£M. u:tb auf Antrag des Abg. Schultz (Dip.) hin die Etui -Eng der Waisenrente gestrichen.
Rach § 97 wird die Reichversichermtgsanstalt für Angestellte in Berlin errichtet.
Slbg. Erzberger (Ztr.): Ausgerechnet nach Berten! tZm'. se: Nach Bultenhausen!) Gewähren Sie auch ein:: al einer mitiieren Stadt eine Wohltat. Wir wollen doch die Berwaltungskosteu möglichst herab- briideu. . „ ..
Mlnlsterialdirevor Caspar: Natürllch soll bte «er- waltnng möglichst billig eingerichtet werden. Aber es hat sich fein Bedenken für Berlin ergeben.
Abg. Luttmann (Wrrtsch. Bgg.s: Wir find für Dezentralisation und beantragen die Verlegung nach einer Stadt (Zuruf: Kassel! — Heiterkeit.) Jawohl, Kassel!
Es ist doch nicht lächerlich, wenn eine Stabt sich bemüht (Zuruf: Der Abgeordnete!) — bet Abgeordnete einer Stadt sich bemüht! An Wohnungsgelbzuschuß allein würden 840C0 Mark gespart werden. Wir sind bereit, den Bauplatz unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. (Halloh! — Adg. Wagner-Labiau fVp.j ruft: Wir in Tapiau auch! — Heiterkeit.) Sie sind leider ,» spät getomuien. Ich habe auf einen Antrag verrichtet, bamlt es nicht wie eine Wahlmache aussieht. (Sehr richtig!) Hoffentlich findet sich aber bis zur drittelt Lesung zahlreiche Unterstützung für einen solchen Antrag.
Ministerialdirektor Caspar: Ich glaube, in Kassel ist das Leben teurer als in Groß-Berlin. Uebriaens müssen unter anderem im Oberschiedsgericht »»ei SBeamte des ReicheversicherungramteS sitzen. ©Htuf: Auch verlegen! — Heiterkeit.)
Nach kurzer weiterer Aussprache btabt ber Para- 'strapsi unverändert.
Brrlio, 1. Dez. 1911. Der Kaiser ist heute tu Äeglcilung des F rsten von Pleß im Automobil in Pleß emgekoffen, nadjbeni er um 1,40 Uhr mittags Zyrowa nach herzlicher Verabschiedung vom Graft« Francken-Sierslorpff verlassen hatte. — Die Ressortiorderungen zum preußischen Etat für. .....— ~ . - -
1912 sind am Freitag beim Finantmmisteriuin end- Belertzigungen werden nicht vergessen werden. ßüUia eingereicht worden. Das Finanzministerlmn stellen einen eigenen Kandidaten Ed den Etatsentwurf in den nächsten Tagen auf- auch bann, wenn e» der „Klemen Presse" uno stellen, sodaß der Etat voraussichtlich schort am 10. „Frankfurter Zeitung" nicht gefallen sollte^ Dezember fertiggestellt sein wird. - Zwecks Zen- ♦ Mainz, 1. Dez. 1911 Der bisherige Reich»- tralisierrmq der Seuchenbekämpfung sind tagskandidat Justizrat Dr. Znckmay er (Zentrum) Blättermeidungen zufolge Bestrebungen im Gange, hat die Kandidatur für den Wahlkreis Mainz-Oppen- bie bestehenden Fürsorgeeinrichtungen für Lungen- heim abgelehnt und Krebskranke wie für Trinker zu zentralisreren. = Neustadt a. d. H., 1.. Dez. 1911. Das Zen-
D Der Arbeitsplan deS Reichstags. Der Vor- t rum bat als Kandidaten für Neustadt-Landau den stand des Reichstages hat den Arbeitsplan für die Gutsbesitzer Joseph Siben-Detdeshetm, für Berg- nächsten Tage folgendermaßen festgesetzt: Voraus- zabern-Germtrsletm den Oberzollinfpektor Richt er- aefttzt, daß die Privatbeamtenversicherungsoorlage Landau, einen Protestanten und unermüdlich«« morgen erledigt wird, würden auf die Tagesordnung Verfechter der Zentrums - Polsttk, auf gestellt. Der am Montag dritte Lesungen und Rechnungssachen liberale Gegenkandidat Cronauer tst Kathonk. Al» gesetzt werden. Die Marokkoangelegenheit würde Landtags-Kandidaten für bte beiden Eltze des Be- Dienstag zur Verhandlung kommen und der S ch lu ß zirkes Neustadt - Edenkoben hat das Zentrum den des Reichstages für Mittwoch zu erwarten fein. Pfarrer Glaser-Neustadt und den Gutsbesitzer Stben- — Zur Marokkodedatte verlautet in Abge- Deidesheim aufgestellt.
ordnetenkretsen, daß noch nicht alle Aussicht ge- * Koblenz, 2. Dez. 1911 Das Zentrum stEe fchwunden ist, daß der Anregung, die Parteien den bisherigen Vertreter, SenatSpraslvemen «seil» möchten sich auf kurze Erklärungen beschränken, stein in Hannn, wieder auf.
Fokhe gegeben wird. Weiler wird, wie wir etfatien, ** Osnabrück. 30. Nov. 1911. Es hieß, die fr etter 'Gedanke erwogen, ob es nicht zweckmäßig ist, sinnige Kandidatur des Grafen v. Hoen»btoech, eine aemeutfame Erklärung im Namen sämtlicher des abgefallenen Jesuiten, in Osnabrück solle Men bürgerlichen Parteien abzugeben. Diesem Plan stehl gelassen werden. Die Freisinnigen sollten die Jia- allerdings die Schwierigkeit entgegen, daß eine Ein- tionatliberalen unterstützen und bafür sollen in mütigkeit über den Inhalt einer gemeinsamen Er- Rees-Mörs dir Nationalliberalen den Grafen iläiuna nicht leicht zu erzielen ist. HoenSbrocch, der sich nun dort gegen da» Zentrum
** Be-mtenwechfel bd der Neichspostverwaltun». anMslen lassen wolle unterfchtze^ Damst ist es Dem UnterstaatSsekretär im Reichspostamt Franck nun nichts geworden. Die Fortschrittliche VolkSpart« ist die nachaesuchte Versetzung in den Ruhestand be-1 in Osnabrück hält darum tzle Kandldamr Hoensbroech willigt. An seiner Stelle ist der Direktor im Reich»-1 aufrecht. Hier kommt dsc fncher vom NatronÄlibo- Postamt Granzow zum UnPevstaaVsekretär im tali^mu» so gefeierte Eriesmt, der in der Wayl- Reichspostami ernannt worden. ' kmnpagne 1907 Zweimal zugunsten de» nÄlmmllibe-
-j- Die Strssgesktz-Novell« kann jetzt als endgül- talen Kandidaten Mamhoff in Osnabrück sprach, jetzt tia aefcheitert angesehen werden. Die zwischen der nationalliberalen Partei äußerst unbequem. Die den Frakftone» stattgefundenen Verhandlungen haben Befürchtung wird immer wieder laut, et könne doch »u feiner Verständigung geführt. Es wat geplant, den Nationalliberalm 1—2000 -stimmen abnehmen, bafe die Realermig auf die Verschärfung der Strafen Da man mit einer ziemlich bedeutenden Zunahme für Preßbe?ei^digungen und der Reichstag auf der sozlaldemokratlschm Stimmm rechnet, sobefürch- die Bestimmung, daß Schächtungen von den trt die nationallibera(e Partei,^daß ^anbtbat nich Strafen wegen Tierquälerei ausgenommen werden m die Stichwahl gelangen tonnte, sondem der So' sollen, verzichten sollte. Gegen diesen Vorschlag zialdemokrat, und daß dann die ländliche Wahler- wurde energisch Widerspruch erhoben. Infolge dessen i schäft doch dm Zentmniskandidaten wählen wurde, find die Verhandlungen abgebrochen. __________
(*) Tefängnir fftr Slenerdeftandante«. Die von uns kürzlich bereits besprochene Meldung, daß m Ausland,
der kommenden preuß,scheu Einkommensteuer-Novell« m toeneralftab»-
Bestimmungeu enthalten fern werden, nach denen I x ,** ®« «WM«
Steuerhmterzlehungen mit Gefängnisstrafe geah-wet ches«. 3« p°li«s^ Kmfm l U H werden können, wird jetzt von einer offiziös bedien- de, Generalstabsch^ ». Hötzenoorn ten Korrespondenz bestätigt, indem dort auSgeführt I direkte Einflußnahme de»
mt srö'w «ird damit rechnen dürfen, daß bi« kommend« I Minister» de« Ambern er^etette ^auf dm
Novelle zum Gmkommenfteneraefetz ein« Verschärfung I rückzuführen ist, der an allerhöchster S f
Ä - lwi?f<eer ütt d»
▼ J dritte« pctitieile «bet
ejk JE« A A A deren 8aem ,5 pfg.
fl' Mi sW Wss jfl W Eefiatnen bte petitjeil« |||g Pf8-, b« wreder'
i » H Holungen wird entjpr. W W ELSL W WL «°daü gewährt.
T V ««tationrdrucku«»
Verlag der Fuldaer Ak» tlendruckerei in Luld» Monatrdellager „Züldaer SeschichMatter" Zerusprecher Ar. 9.
ber Strafbestimmungen Vorschlägen roirb. Und «8 er» jebeint sehr wohl möglich, wie wir kürzlich bereit» mit» teilten, baß auch für gewisse Fälle <3 ef ängnt «straf« in Aussicht genommen rotto. Eelbftvernandtich kann e» sich dabei nur um schwerere Fälle handeln, bei denen eine absichtliche Eteuerhmterpedung iru Ruckfall vor- liegt oder wo die verhänqie Geldstrafe uneinziehbar ist.
)( £eutwein über Llnbequist. Der frühere Gou- tiemeur von Südwestafrika, Leutwein, veröffentlicht elnm Arrlkel über feinen damaligen langjährigen Mitarbeiter, ben guriufgetrdenm Staat» sekro- tär des KolonlalamroS Lindequist, in dem er chn al» tüchtigen öeamten schildert. Dann, aber sagt Leut- wein, daß Lindequist schon während des Zusammei^ arbeitens mit ihm mit einem Rucktrlttsgesuch ziemlich rasch bei der Hand war. — Dcta au» lassen sich auch Schlüsse auf feinen sensationellen Rücktritt bei dem Abschluß des Marollovertrage» zichm. Es handelte sich dabei wohl nur um das heftige Aufbrausm eines lebhaften Temperament.
Aba. Dr. Fleischer (Ztr.): ES ist i« jetzt Agitation». I ',( Ehemalige Zuchthäusler al» sozialbctnokrattsche taklik gmrorden, daß an allem, wo etwaS unangenehmes ®enteinberat»fanbibaten. Der .Bayerische Courier paniert, das Zentrum schuld ist. (Lebh. Zustimmung ^hiett die Zuschrift eines ehemaligen Sozialdemo- lmIS.) Vielleicht find wir auch schuld an dem fungsten haten in ber tiefer scharf gegen di« Unmoral in Erdbeben. <3“Wmmun9 «nk», große H«'lerkest.> Genoffenkreisen sich wendet. Dann heißt eS Soweit sind wir glücklich gekommen! W,r sind schuld . 11
am Aufstand tn China, am Krieg ^w°l^ überall weiter^ Obergenossen in Pasing (eine
das Zentrum ferne Fmger ^ ^lle^ ww denn Rachbarstadt vor ben Toren Münchens. D. Red.) eine ferne Macht gebrauchen, ja was iollen rvrr denn m Gemeindewahl ausgestellt, daß
machen? Sollen wir einen 8eutnant mH zehn höher geht Bon ben wenigen Kanbidalen
SttXnr’fföS ßeiterfrit Sn bt^m «uqenbUd einer anderthalb Jahr wegen schweren Diebstahls- aufheben» (Große yetterteli. jn meyera ^ugenoiu . .. . ant)ercr etn q,al)r »nd wieder ein anderer
Mann^gepräA teei Jahre ZuchihauS und dazu noch Ehrverlust wegen da- Wort von dem Leutnant mit jenn i’cann gepragi . ^as aebt ia niemand was an, und wenn
hat. Stürmische-, minutenicmges Tetächter^) ^)hre I - nprhnftt ift ift,8 vorüber • aber ich glaube,
agitatorilchen Allüren find angebracht ftlr BoU-ver- d» Kraft^rbüßt ^^teer^abn: , etn'
fammlungen, wo man tetne Urteilskraft hat. Sie aus s) um» nnfinftelien Da würde ei in der sozial- ber Linken haben wohl nie ein Kompromiß gemacht? «reffe al^ick heißen- Sind da« auch
Wir werden mit «rwägen w?mi Sire] emann bis zur ^^^eter der Bürgerschaft? Und ihre Namen würben dritten Lesung feinen AMragb.ingt. bekannt gemacht und sie und ihr« Famllien so kaput
Avsi. Dr. Pottyoff V?rr “u, rou ö cdia jnhomonnffen bürten aber so etwa« un*
5 S““6,u4“**
‘"X,*':'“ÄÄPost' mui sÄ.)6" »*9‘ W1' s» ’si“
V Abg. Erzberger <Ztr.): Bitte, sagen Sie katho- Landtag lehnten die Bürgermeister wiederum die lisches oder Zentrumsblatt, aber nicht „ultramontan", ^ten Verfassungsgrundzüge der Regierung ab; die Daß ein solcher Unsinn in einem katholischen Blatte *itter behielten sich die Beschlußfassung vor. Damit stehen kann, ift ein Unding. Herr Dr. Polihoff möge abermal» abgelehnt.
uns ben Namen dieser Zeitung nennen. 3m I lll Ule ,ÜUUUUV ^bgeorbnetenbaufe hat man vor roei Jahren auch ein ganz untergeordnetes Käseblättchen dem Zentrum an die Rockichöße gehängt, und Graf Praschma hat dann nachgewiesen, daß es ein liberal-radikales Bundesorgan war. Herr Botlhoff ist einem sqlechlen Faftnachtsscher, zum Opfer ge,allen.
Abg. Dr.'Pot>h»N meldet stch zu einer persönlichen Bemerkung, verzichtet bann aber aufs Wort. (Gr.