«fuldaer
worf-ii
ist-
M 254.
Montag 6. November Ml 58. Jahrgang.
zur Seite. Nadderheide war zurürksiekaust! Schnell entschlossen hatte er zugegriffen. obgleich er >e'rn Mitt tel bis zum letzten Pfennig festlegen mußre. W-e hatte er geschrieben?
„Du sollst daraus erkennen, liebe Ada, daß der Boden, den Deine Väter einst bewirtschaftet, mir heilig ist.' Ich übernehme eine große Last, wenn ich aber auf Deine Anerkennung rechnen kann, so wird mir auch diese Arbeit eine Freude sein!"
Amt Geisa und Umgebung.
* Geisa, 4. Nov. 1911. In dem Gemeind.rate zu Vacha wurde über folgende Angelegenheit verhau- delt: Die Gemeinden Geisa und Vacha haben die Kosten des Grunderwerbs für den Eisenbahnbau in den Fluren Unterbreizbach und Pferdsdorf gemeinschaftlich je zur Hälfte gettagen; es stehen ihnen nun auch die verbliebenen Trennstücke gemeinschaftlich zu. Seitens des Staarsministeriums wird Entschließung der Gemeinde wegen der Uebernahme der Grundstücke gefordert. Das Vachaer Kollegium beschloß, gemeinsam mit Geisa die Grundstücke zu übernehmen und sogleich in einem öffentlichere Termin weiter zu verkaufen. Die Uebernahme eines Trennstückes an der Ulster, das schon zum größien Teil abgeschwemmt ist, wurde abgelehnt.
Reklamen- und Anzeigenteil.
Den üblen Geschmack im Mund, der sich nach längerem Rauchen, Biergcn rß> vder Aalens ()cdt in rauchigen, staubigen oder schlecht yemsi-te Räumen em,"teilt, vertreibt man durch em vaar ® pber ‘ Tabletten rasch und zuverlässig. Sie sind zahlreich-. Menschen treue und unentbehrliche Beglcucr^ dre sw nie von sich lassen. Die lange ausreichende L-chachte^ tostet rn allen Apotheken 1 Mk. Niederlagen m ffnzel-Äp-thekr, Kos-Zp-tYcke und ^öitt-Apai!;tRe-
Verkchr auf dem Bahnhof nicht gestört werden darf, sind die Arbeiten sehr zeittaubend und schwierig. An Arbeitsgelegenheit fthlt es jetzt unseren Leuten nicht.
* Fritzlar, 5. Nov. 1911. In der Nacht auf Don. nerstag war bei der Dampfbaggeret Ungedanken ein Schiff, schwer mit Kies beladen, untergegangen. Die Hebung des Schiffes war sehr schlvierig und nahm ca. 7 Stunden in Anspruch.
Und ganz unrecht konnte sie ihrem Onkel nicht geben. Sosguen verstand es nicht, die Herzen auf seine Seite zu ziehen, sein Verstand machte Eindruck, man nahm sich in acht, um sich keine Blöße zu geben, und wartete, Gewehr bei Fuß, auf das Signal zum Angriff Einen wunden Wunkt würde seine feste Position schon haben. Vorläufig harte er sich geschickt gedeckt, hinter ihm standen die Bauern dcs Kreises und der alte Löbecdau war anscheinend mit fliegenden Fahnen zu ihm übergenau gen, denn er wollte ja dir Hochzett ausrichten!
„Also, mein lieber Fritze Löberdau, ich hab dir zu danken, daß du dich meiner Nichte so warm an- nimmst!"
„Warum den höhnischen Unterton, Arwed?"
'„Wenn du dm rauShörft, kann ich's nicht ändern!" ■ "Du solltest Sosquen mehr Ger:chrigkeit widerfahren lassen!" „ ,
' Arwed schlug mit der Faust durch die Luft und lachte gequält.
„Herrgott, werde doch nicht verbittert auf deine alten Tage!" „ ,, ,,
Soll ich vielleicht nicht? Da hab ich innne Hände gehalten über die Kinder meines Bruders, Gott weid, so gut ich konnte! Mit dem Durchgänger Hans Heinrich bin ich nicht fertig geworden, und nun wird mit auch noch das Mädchen, die Ada, aufsässig! Ich will nur hoffen, ich erleb' ihren Zusammenbruch nicht mehr!" ‘ "
Ja ja das Schicksal narrt ihn für eine kurze SP-»- - «ft mAt'smd-, d. «in - in Not oder tot, die ihm die Stange hatten tarnte, und w W ?">«’ s.4«. ”
K7S W-“’*bmn
Ha,«.del «nd Indnstrie.
* Berlin 4. Nov. 1911. Au der heutigen Börst zeigte sich nur Vorliebe für einige SpeMtatcn. Die Kursbewegungen auf dem Montanmarkte hieb len sich in engeren Bahnen. Bankaktien stagnierten nahezu vollständig. Schifiahrlsaklieu gut behauptet.
sichtlich bei dem dicht an der Bahnstrecke liegenden Orte Seblor (ohne Bahnstation) zu stehen kommen ' und soll im Bedürfnissalle eine schnellere Zugfolge ; zwischen den verhältnismäßig weit auseinanderliegenden Stationen Lauterbach und Wallenrod herbeiführen.
-0 Bad Orb, 4. Nov. 1911. Man schreibt uns: Als vollständig den Tatsachen entsprechend kann es bezeichnet werden, daß für die eines Truppenübungsvlatzes für das 18. Armeekorps die Besitzer in Viübach bis auf einen und die Lettgenbrunner bis aus fünf ihre Anwesen der Militärverwaltung zu den gebotenen Preisen zur Verfügung gestellt haben. Diese 5 Besitzer m Lettgenbrunn sind allerdings gegen die Veräußerung ihres Besitzes. Einer von ihnen, der sein Gut mit Inventar zum Preise von 17 000 Mk. gekauft ha, soll jetzt von der Heeresverwaltung 108902 Bit. ohne Inventar, ein anderer, der.für 9000 Mk. sein Gut mit Inventar erstanden hat, jetzt 38000. Mk. ohne Inventar erhalten. Mit ^n anderen drei Besitzern in Lettgenbrunn ist es ähnlich so. Beide Ortschaften Villbach und Lettgenbrunn sollen be- kanntlich vollständig abgebrochen werden
* Gelnhausen, 5. Nov. 1911. Der hiesige 1. Beigeordnete Maehler hat sein Amt niedergelegt Anstelle des bersits früher gleichfalls ausgeschsedenen Magisträtsmitgliedes Fabrikanten Keßler wurde B. Geis aetoäMt. - Das Tu b erku l o s e-W an d e r- muf cum wird in der Zeit vom 16. bis 28. November hier zur Ausstellung gelangen. Es ist em reich- hattiges Material an Karten, Präparaten usw vorhanden und gibt die Ausstellung ein gutes Bild über die Ursache, die Verbreitung, die Verhütung und dre Bekämpfung der Tuberkulose. Die hichgen Aerzie haben sich bereit erklärt, an gewissen Stunden des Tages die sachverständige Führung zu übernehmen.
* Gießen, 5. Nov. 1911. Einer Dame ist auf dem Wege von hier mit der Bühn nach Friedberg etn Brillant-Ohrrin g im Werte von 1500 Mk. abhanden gekommen. Dec obere Teil hat die : Größe einer Linse aus Brillant, an der ein Anhänger . in Form einer Birne (Diamant) hing.
i * Kassel, 5. Nov. 1911. In einem hiesigen Hotel : erschoß sich Samstag nachmittag der Oberleutnant i vom Traindepot in Darmstadt Frhr. v Wmtzmge- t rode, nachdem er mit seiner von ihm getrennt leben- . den Gattin eine Unterredung gehabt hatte, Ter Be- - weggmnd zu der Tat scheint in ehelichen Zerwurfms-
’en zu legen. „, , ,
♦ Limburg, 5. Nov. 1911. Von Einbrechern wurden dem Schneidermeister Wulf in der Hospital- straße Kleiderstoffe im Werte von 1000-1200 Mark gestohlen. Den Dieben fielen 8 Ballen schwarzes Tuch (Herrenstoffe), 2 hellgraue fertige Regenmänttl, 4 fertige Herrenwesten, 2 Ballen grüne Damenstoffe, 2 Ballen Ulsterstoffe und 4 seidene Herrenwesten in die Hände. Die hiesige «.o.izei gellte flst daß drei Personen mit großen Ressekorben die hiesige Station in der Richtung Koblenz verlassen haben die des Diebstahls bringend verdächtig ,md.
* Kitz'nM bei Würzburg, 3. Nov 1911 Der Kitzmger Einwohner Martin Günther, Mitg red einer Äthleteiigesellschast hatte für die Athleten- Produktionen einen Apparat gebaut, durch den der Kopf des Athleten bei der Vorführung testge klemmt wird. Bei einer allein vorgenommenen Probe scheint der Apparat nicht funktioniert zu haben, denn man fand den Athleten mit dem Kopf im Apparat tot vor.
Aus dem Nachbargebie1e.
* Lauterbach, 4. Nov. 1911. Unser Turnvereis hat beschlossen, im nächsten Jahr sein 50 jabrtgen Jubiläum durch ein größeres Turnfest zu begehen. Der Verein zählt jetzt 400 Mitglieder. - Die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. beabsichtigt zwischen Station Lauterbach-Nord und Station Wallenrod der Bahnstrecke Gießen-Fulda eine Glockftation zu errichten. Diese wird voraus-
Det » Em Attentat auf einen Geheimpolizisten begingen in Lodz in Russisch-Polen drei Männer. Der Beamte wurde schwer verwundet. Die Tater flohen Schüsse abfeuernd in ein Haus. Sechs Passanten wurden von ihnen verwundet. Das Haus ist von der Polizei um. stellt fielen zwei Bauern auS
Kukitsch (Serbien) auf der Landstraße um und schliefen ein. Inzwischen kamen auf dem Wege zu Pferde Hochzeiisgäste aus Jia] uaz und 'bett i ten die'Schlafenden. Ein Bauer starb noch an demselben Tage im Spital, der zweite liegt schwer verletzt darnieder.
* Nach drei Jahren geborgene Leiche«. tt-' b.t Kohlengrube in 31 br a m (Erasschast Lancajbire) sind jetzt die Leichen von verschütteten Arbeitern ausgefunden worden, die vor drei Janen Oy, er einer Gtribenkalast'.vphe rourbeu. Insgesamt sind damals 75 Arbeiter ums Leben gekommen. E- gelang jedoch, nur 27 zu bergen. Die Grube wurde feineneit unter Wasser cetttzt.
— Eine Verwechselung ausgeschlossen. Hotelgast (zum Hausdiener): „Vertauschen Sie mir aber meine Stiesel nicht!" — „Ganz ausgeschlossen; die andern haben alle ganze Sohlen."
So schrieb ei au die Braut — die er an seine Seite gezwungen' Noch in der allerletzten <‘eü batte ihr Stolz öfters aufbegehrt über seine Art, mit Menschen und Dingen umzuspringen! Er dachtt souverän und ihr schien, In seinen Ansichten hatte oft Mißachtung gelegen, aegen alle, die sich nicht seinem Willen fügen wollten. Und Zug um Zug schob er auf seinem Schachbrett die Figuren! Da waren Zweifel an seiner Liebe in ihr aufget nicht. War es nur der Widerstand, der ihn reizte, gerade um sie zu freien, Dis in fein innerstes Herz ließ ec selbst die Braur noch nicht sehen, und nun hatte er kurz entschlossen das große, festgefügte Haus, in dem sie den ersten ^chre. actan, mit seinen Länderen angekaust, ohne sie -zu fraaen. Eine recht innige Dankbarkeit wollte mdrt in ihrem Herzen aufquellen, denn auch heute noch faßte er seine Ensschlüsse selbständta und stellte sie, seine Lebensgefährtin, vor die vollendete Tatsache Sie wollte seine Vertrante sein, nicht eine Fd auf seinem Schachbrett. Und ihr Onkel, von dem sie wohl wußte, daß er nicht zu den Klugen geholte, der aber seine Hände über sie gehalten, wie über sein eigenes Kind, wollte auch heute nichts von ihm wissen.
„Höre mir auf von deinem Sosquen, wir sind gmndverschiedene Naturen. Wenn wir paktieren wollten, käme nichts Gescheites heraus, und vor dem Kreise Theater zu spielen, dazu ist dein Onkel zu alt und wohl auch zu ehrenwert! — Die schulen tzsiichs erwischen eine Zeitlang die saftigstem Bissen, aber schließlich werden sie allzu dreist und bleiben , im Feuer! — Und ich will nicht zu denen gehören, die sich an der Jagd beteiligen. Also laß mich mit ihm und seinen Angelegenheiten gefälligst in Ruhr!
vermischtes.
* Wegen umfangreichen Mädchenhandels verhaftet« die Polizei in Altona den Spanier Laurent, Wenzel aus Budapest und den Former Sunde nebst Frau aus Rußland. In der Wohnung des Sunde in Altona wurde eine umfangreiche Korrespondenz beschlagnahmt, aus der bervorgeht, daß es sich um gross angelegten Mädchenhandel handelt. Junge Mädchen wunden von Laurent und Wenzel als Kontoristinnen engagiert und dann verschleppt. Bilder und Briefe von jungen Mädchen wurden in großer Zahl rorgcfundeu, und festgestellt, daß ein großer Teil dieser Mädchen bereit» von den Verhafteten nach Ungarn geschafft word.n
» Das Vermögen eines Zuchthäuslers. Ein ,‘,m fasse des Zuchthauses von Nastred auf Seeland hat auf dem Sterbebette den dänisch» Volksschulen ein ~egat von 3280 Mark vermacht. In seinem Testament beklagte er das Los, das ihn betroffen hatte und gab der Hoffnung Ausdruck, das Legat werde bteneiajt einem Menschen durch bessere Vorbereitung für den
1 Lebensweg nützen können.
* Ein Dtnkmal für kiucu Eipnder dcs Blitzableiter-. In dem französischen Städtcken Netge ist seicrlni durch den Präsidenten der Republick das Ten.mal iür den sranzösischen Physiker de Romas ein- qeweiht worden. Der Gelehrte entdeckte gleichzeitig mit Franllin den Blitzableiter, mW die fWfO*« Akademie sprach ihm später den R'ihm der Pnor^at an dieser großen Erfindung zu. Trotzdem . at die schnellebende Nachwelt den Namen de Romas jass
Martinroda, 4. Nov. 1911. In der Freitag Nacht wurde einem hiesigen Einwohner -ine Gans 0<> stöhlen. Es steht fest, daß K l o tz b a ch d«t Dieb gewesen ist, da er hier gesehen wurde. Trotz sofortiger Anzeige war es nicht möglich, seiner habhaft zu werden. Das belustigende an der ganzen Geschichte ist nun daß man die Dorfjugend jetzt singen hort. | „Klotzbach, hast die Gans gestohlen . .
* Aus Thüringen, 5. Nov. 1911. Die JtobtiJaje Brauerei in Jena hat im letzten Geschäftsjahr einen Reingewinn von 167 000 Mk erzielt. Z - Belohnung wurde dem Braumeister Migula der —rtel „Brauereidirettor" verliehen. Ehre, wem Ehre gebührt. — Die in diesem Jahre erstmalig in Met- ninaen eingerichtete Schülecherberge wurde von 126 Personen besucht. — Ein Fräulein Klata^chu chardt vermachte der Stadt Weimar eme^mme von 16 800 Mk. zur freien Verfligung -er Oe= meinderat in Weimar bewilligte 72 000 Aiack zum Ausbau einer Volkslesehalle.
Aus Oberhessen u. den Hess. Aemiern.
i> Marlmra, 5. Nov. 1911. Tie Zahl der Besucher unserer Universität ist auch in diesem Semester wieder in gewohnter Weise gestiegen. Bw jetzt sind schon rund 2000 Studierende (ohne die Hörer) angemeldet; das sind etwa 100 mehrmals ,m voriaen Winter-Semester. Im Sommer-Semester ist bekanntlich die Frequenz immer besser; sie betrug runb 2300, etwa 200 mehr als im Sommer-scmesscr 19 .'Marburg, 5. Nov. 1911. In Dil s chh au s en im Kreise Marburg ist eine Telegraphenanaltimt Unfallmeldedienst und öffentlicher Fernsprechstelle m ^^Mrchhain^'Nov. 1911. Aus Anlaß des 50 iäbrigen Dienstjudiläums wurde dem Vollziehungsbeamten Christian Diehl zu Kirchham das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen.— Da Re Beftäliaung dcs neugewählien Burgermeitteis tthon am Donnerstag eintraf, konnte auch die Ver-
duich Trübsal werden wir aufrechte Menschen! Uni Ada bewahre ich vor dem Schlimmsten, aber das wirst du ihr nicht sagen. Ich war vor einigen Tagen in Berlin bei Manfred: kommt das Unglua, pll sie bis an ihr Lebensende gehalten werden, als ob sie meine nachgelassene Witwe wäre, mein yunge hat mir sein Ehcenwon drauf geben müssen; also Möhrinaen steht ihr jederzeit wieder offen. Und in der nächsten Woche will ich beim Notar in Osierourg mein Testament entsprechend umändern!"
„Ich weiß, Arwed, du bist ein eurer Kerl, wär's nicht klüger, du strecktest den Kindern deines Bruders deine Hand entgegen und sagtest: Na, schön, wir wollen sehen, wie wir in Güte miteinander ferng werden, an mir soll's nicht liegen!"
„Nein! Jetzt rühre ich keinen Finger dazu is mir dieser Sosquen zu oft und zu energisch m du
Parade .Mahirn! ,
„Bedenke, er hat Naoderherde gekauft!
„Macht auf dich natürlich einen kolossalen Eindruck auf mich gar keinen — im Gegenteil!"
Das übersteigt mein Verständnis!
- "Und du bist doch zehnmal klüger als ich! — Also laß mich deutlicher werden! Er kauft sich mit Nadderheide einen gut Teil.Sympathien!"
"Vor'allem di? Adas, denn den Eindruck einer glücklichen Braut macht sie bis heute auf mich mchr, und das ist 'ne' Anzahlung von 80M0 Mack wertt Die Gesiebte bring! ihm ja mehr als diese -umme hüt in die Ehe' und die 'Hhpotyckenzmsen wird er schon rauswirtschaften Jem KunMuck. --
mit-dem Haufe auch jvnst noch wettet. hinter dem Nadderheide? Schulzen marschieren die größeren rind lleinereu Gutsbesitzer, wer ihn hat hat Reichs- l"?s- und Lmdtagssitz, was er gerade gebrauchen -assn,.imd.ich. denke, Sosquen greift mehr rote gerne nach beiden Gaben, wenn er auch sschs äußerlich nicht merken laßt'und tut, 'als sei es Gnade mit Barmherzigkeit, wenn er'sich d'er Schäflein anmnur.il
„Was du dir nicht alles einredest'.'
(Fottsetzimg felgt.)
roählt.
* Wabern, 5 Rov. 1911. Mit großen Schwierigkeiten sind die Umbau-Arbeiten auf dem hiesigen Bahnh» f verbunden. An der Uuter- sührung wird sehr fleißig gearbeitet, da aber der starke
* Dermbach, 5. Nov. 1911. Einen Wander- ko chkursus, am 1. Dezember beginnen, veranstaltet der HaupttFrauenoerein hier selbst für schulentlassene Mädchen aus den Orten Dermbach, Oberalba, Mattbach, Lindenan und Mebcktz.
* Stadtlengsfeld, 5. Nov. 1911. Die Porzel- lanfabrik Stadtlengsfeld Aktt-Ges will das Mienkapital von 650 000 Mk. auf 325 000 Mk. zu- sammenlegen und für 100 000 Mk. Vorzugsaktien aus-
Ada Hakblirg schüttelte ernst den Kopf, im rosigen 'Lichte lag die Zukunft nicht vor ihr, für sie kamen euch erst Tage des Kampfes — um das Vertrauen des Verlobten, sein Herz besaß sie länast, so hatte er ihr gesagt, und Joachim Franz v. Sosquen log nicht, das war seine Stärke! —
Die hessischen Landtagswahlen.
* Darmstadt, 4. Nov. 1911. Die Ergebnisse s i hessischen Landtagswahlen, bte w,t !
jnitgeteilt haben, erfahren nach d eine kleine Baben, die nnterdessen emAetroff n 'ebttig ift k&STÄä? 2.' Außerdem finden zwölf "^Tarmstadtt 4. Nov. 1911. Die Sozialdemo- fratC die in Hessen wie auch im übrigen Deutsch- and rni dem Freisinn aufs engste verbrüdert ist, hatte alles aufgeboten, um den Mehrheitsparteien d-s Landtags, insbesondere dem Zentrum und den Nationalliberalen, bei diesem Entscheldungskampf Eine gründliche Niederlage beizubringen. Der gestrige Taa hat ihre Erwartung gründlich getauscht.. Zunächst gelang es ihr nicht, die Stadt M arnz, m der ein 3 Abgeordneter nach dem neuen Wahlgesetz zu Kühlen war, zu erobern. Das Zentrum das bereits ein Mandat für Mainz besitzt, verzichtete arss die Ausstellung einer eigenen Kandidatur und stimmte geschlossen sür den sreisinnigen Kandidaten Heerdt, eine» den Katholiken we^n seiner religiösen Gesinnung genehmen Mann, der auch mit der Unterstützung seitens der Nationalliberalen m hev- ßem Kampfe mit geringer Mehrheit gewählt wurde Bn D a r m stadt, Gießen, Worms ist die ozialdemokratie nicht in die Stichwahl gelangt oder Ober doch in so wenig ausstchtsvolle Stichwahl, daß ihre Hofsnungen auf einen Wahlsieg im zweiten Wahlgang recht gering sind. In O fs en6 a ch dagegen siegte der sozialdemokratische Beigeordnete
inert mit geringer Mehrheit mit Hilfe des^Frei- silins über Nationalliberale und Zentrum. Das Zentrum hatte einen ersolgrerchen A.ag. Ev er- eberte sämtliche sechs Wahlkreise, m denen ernstliche Kandidaturen ausgestellt waren, bereits im ersten Wahlgang, sodaß es nicht nur seinen seitherigen Besitzstand behauptete, sondern noch em weiteres Mandat dazugewann. Außerdem ist es in einem weiteren rhemhessischen Kreis mit dem Freisinn in engere Wahl gekommen. Roch nie hat >as Zentrum einen solchen Sieg auf der ganzen Linie errungen; es siegte mit erheblichen Mehrheiten jutb wird im neuen Landtag 9 Mandate besitzen. Gewählt wurden die seitherigen Abgeordneten Kommerzienrat Molthan, Justizrat von Brentano, Justizrat Zuckmayer imb Reichstagsabg. liebel; neu- gewählt wurden Bürgermeister Smger und Postmeister Wiegand. Die maßlose Hetze der Sozial- denrokratie und insbesondere ihre Angrisse auf bte christliche Schule, ihre Absichten mbezug auf bte Aenberung ber Steuerpolitik unb die unausgesetzten Schmähungen aus bas Zentrum aus Anlaß der Reichssinanzresorm haben eine niaßlose Verbitterung der Zentrumswähler zu Wege gebracht unb das glänzende Wahlresultat geschaffen. — Der F r et- fiitn hat Erfolge namentlich tn Rheinhessen zu v mesihnen; fo ist vor allem sein Reiseapostel Pfarrer Korelh ber vor 2 Jahren in Bingen-Alzey gegen den Zentrnmabg. Hebet unterlegen ist, tm Kreise Wörrstadt gewählt worden. Dre Natron al- liberalen sind vielsach tn die Stichwahl gedrängt worden und nunmchr aus die Unterstützung anderer bürgerlichen Parteien angewiesen; immerhin werden sie auch tm kornntenden Landtag die stärkste Partei sein. Der B an er nb und hat seine Position gut behauptet und hat noch günstige Aus- mchten für bte Stichwahlen. ...
So wird die hessische Volksvertretung auch sur die Folge vor einer sret.stnntg-soztalssttschen Mehrheit verschont sein, was tm Interesse der Stetigkeit ber inneren politischen Verhältnisse nur zu begrüßen
etbiauua bereits erfolgen. ,
* Frankenbcrg, 5. Noo. 1911. Ein Ernwoyner aus I einem Dorfe des Kreises Frankenberg, der ein von d:r Bahn überfahrenes und dadurch zu ~obe gekommenes Reh sich anaeeignet hatte, war wegen Jagdvergehens vom Schöffengericht zu 50 Mk Geldstrafe veiurttlÜ worden. Die von dem Angeklagten eiitgelegke Berufung wurde von der Marburger Strafkammer vec- worfn Ein teurer Rehbraten!
m Rcusiast, 5. Nov. 1911. Wie Icbo» gemeldet hat unser Kriegerdenkmal, welches bisher so kagl an seinem Piatz-i stand, eine llmfitebiguug erhalten unb zwar in Form eines schönen schmtedecsserneu Gitters. Das Güter ist in sauberer Aucsuhrnng von Herrn Schmiedeme ster H. Gnau Hierselbst am aeferUgt; der hiesige Magistrat falte bamt die Summe von 200 Mark bewilligt. Die Figur der Germania, welche bis vor kurzem vor dem Denkmal saß und dem jugendlichen Zerstörungsttiebe cm willlommeiieS Objekt war, ist nun beseitigt und fristet in ber Ecke eines hiesigen Gattens ihr ium- merliches Dasein. Nachträglich warbe »och der Name des Aiajors Wurzcr, eines gcboiencu Neu- siäSlers unb Ktiegsteilnehmers, aut der Ehrentascl angebracht. - Sei einiger Zeit hat sich m Neustadt ein Tierarzt niedergelassen. A$m Jnterttse der Allgemeinheit ist das W zu begrüßen, da die nächsten Tierärzte in Treysa und Kirchhain wohnen. — In bet letzten Versammlung be» hiesigen Raiffeisen-Vereins wurde anstelle des bw- beitgen Rechners Herr W. Henrich als solcher gc-
£eb«iswenöe. ■
29] Roman von Horst Bobemer.
I wo, Herr v. Trütow, behalten Sie, bitte — nhiq Platz l — Mso ich komme von Ihrem Freunde Mer euch! — Ja-a, und da muß ich sagen, Sie sor- ,en dafür, daß uns der Mem nicht ausgeht, aber sum- jna snmmarum, Herr v. Sosquen, möchte ich Ihnen bauten!”
„Danken? — Mir?" ,
„Daß Sie über meines alten Freundes Erbe ^hre Hand gehalten haben."
„Ein Zufall, Herr v. Löberdau — und am Ende peln eigenes Interesse."
„Na, na!"
„In der Tat!" .
„Ganz gleich! Sie haben bewiesen, daß Sie da- Herz auf dem rechten Flecke haben!"
„Sehr verbunden für Ihre gute Meinung, Herr p. Löberdau.
Der höcke den spöttischen Unterton wohl heraus, tzber er ließ sich nicht beirren.
„Also kurz und gut, ich frage an, ob der beste Freund Ihres verstorbenen Schwiegervaters Adn Hak- burgs Hochzeit ausrichttn darf?"
Die Röte schoß Sosquen ins Gesicht.
„Ich mache Sie auf die Konsequenzen aufmerksam, Herr v. Löberdau\‘r
„Sollen mich nicht kümmern," brummte er ver
gnügt.
„Ja, dann hier meine Hand unb unstren herzinnigsten Dank!"
1 XXIV.
Ada Hakburg stand in Gedanken versunken am Fenster. Soeben waren die Lvberdauschen Füchse in den Stall geführt worden. Warum der gute Major heute gekommen, hatte- sie aus- einem Briefe ersehen, den aeftern abend ein Reitknecht aus Klingsberg gebracht Ja der gute Jochem! Er stellte sich nicht fei Reih und Glied mit seinen Standesgenossen, war seine Wege für sich gegangen unb — hatte dcn Erfolg
CI a j 4|| 2. Blatt.
mi|U vrxck und Verlag der zuldaer «etlendruckerel