38. Jahrgang
Fulda, Monta« »en 6. November 1311
Erstes Blatt
Der jetzt mit der Leitung des Kolonialamtes be- traate Gouverneur, Herr Dr. Solf, ist der erste
Deutscher Heid)
Stralsund.
Konoo schreibt der ,Berl. Lot.-Anz.' in osf-.z ösem Sperrdruck:
„Durch unsere Neunwerdungen in Französisch Aequatorial-Afrika erkält Sauietun im Süden und Osten einen breiten Gürtel von etwa SOuOOO Quadratkilometern besten Pianlag enlau des, das vielleicht nicht durchgängig und nicht unmittelbar nutzbringend ist, aber in der Zukunft sicher werden wird. SS ist dies ein Gewinn, der roch dadurch gesteigert wird, daß unsere alte Kolonie durch diesen Gürtel zu ihrer alten Front nach dem Atlantischen Ozean eine neue Front nach dem gewaltigen zentlaiasrikanischen Wegesystem gewinnt, das sich um die Route Daressalam- Tabora—Udjidst—Albertville—5ioügo gruppiert und seinen nördlichen Anschluß über den Albertiee und den Nil nach Aegypten und seinen südlichen Anschluß über den Lualabe nach Katanga und Südafrika finden wird.'
Dann wird geschildert, welchen Vorteil der deutsche Kautschukhandel aus dem neuen Verkehrswege ziehen müsse. Weiter komme noch das Elfenbein als Handelsartikel hinzu. Bislang wurde die Ausdehnung unser kolonialen Wirtschaft in Kamerun durch die Schwierigkeit der Warenbesörderung gehemmt. Dem werde durch die neuen Erwerbungen abge-
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** Mexiko. Die Kammer hat einstimmig Madera zum Präsidenten der Republik gewählt.
Ausland.
*♦ Ter neue österreichische Ministertzrasideiit Gras Stürgk h war schon unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten v. Bieneith Kardidat für diesen Posten. Graf Stürgkh wurde im Jahre 1859 in Gra; geboren, studierte an der dortigen Universität und trat im Jahre 1881 bei der Statthalterei in den Staatsdienst. Im Jahre 1894 wurde er als Hof- rat in das Unterrichtsministerium berufen. Seit dieser Zeit ist Graf Stürgkh im politischen Leben vielfach hervorgetreten. — Dem Frhr. v. Gautsch, sind in Anerkennung seiner .vorbildlichen Pflichttreue und selbstlosen Hingebung an die Interessen des staatlichen Dienstes" vom Kaiser Franz Joseph die Brillanten zum Großkreuz des St. Stefans- ordens verliehen worden.
* Ter Präsident des ungarischen Abaeordueten- hauseS, Albert Berzeoiczy, hat wegen der Obstruktion gegen die Wehr vor tage, die nunmehr vier Monate dauer!, seine Entlassung eingereicht.
** Die Eisenbahner Oesterreichs kündigen für den 7 November den Beginn der passiven Resist e n z an für den Fall, daß die Regierung ihre Forderungen nicht oder nur teilweise erfüllt.
** Tie rote Fahne ans dem Panzerschiff. Auf die Disziplinlosigkeit in der französischen Kriegsmarine wirft der nachstehende neue Vorfall ein trafses Licht, der aus Toulon gemeldet wird: Die Matrosen an Bord des Schlachtschiffes .Danton" waren mit dem strenge» Regiment des Kommandanten Le Bail äußerst ^"zufrieden. Samstag nacht versammelte sich nun von ihnen in der Kombüse und, nachdem sie reicht ch Wein und Bier zu sich 6en°'nmen hatten hchten sie auf dem Heck veS Schiffes die rote Flagge der Revolution, Der wachthabende Offute r
t o! * » uns zu sichern.
Demgemäß war daS Hauptziel der deutschen UnterNndker, wirksame Garantien für ben denffchen Handel und Nniernehmimgsgeift in Ma- rol?« zu erfanaen. Wir halten diese Garantien für wichtiger, als die ganze Kompeusarionsfrage. Bei unbefangener Prüfung muß jeder gestehen, daß unsere Regienmg im Punkte der Garantien viel, sehr Viel durchaeseht hat. Deutschland konnte namrlich für seine Erwerbstätigkeit keine Sonderstellung beanspruchen, sondern muffte in dar allgemeinen Freiheit imd Gleichberechtigung seinen wichchaft.l- men Vorteil suchen. Was Fürst Bülow im Jahre 1909 bei dem Februarabkommen versäumt hat, ist nmr nach bester MSglichkeii nachgeholt worden: Die g.eich- Mäßiae Behandlung aller Nationen in Bezug aus ÄöSe Abgaben, Tarif, Handelsbedingungen, bet Ver- nebtmg der öffentlichen Arbeiten ist genau gesichtet und fiir eine wirksame Ueberwachnng gesorgt durch die Wechselweise Heranziehung der Direktiom-mttglteder der marokkanischen Staatsbank und der General-Kon'.- ftiission für Verdingungen und Markte. Besonders her- vorzuheben ist noch das Verbot eines Ausfuhrzolles ach Erze und die Ueberweisung von Streitigkeilen an haZ Schiedsgericht. Die Schikanen, mit denen pishcr die französischen Konkurrenten im Bunde mit den bestochenen oder terrorisierten marokkanischen Behörden arbeiteten, werden nun hoffentlich nerschwin beit; tn dieser Beziehung ist es von großem Werk, daß wir uns fortan em die französischen Beamten haften können und uns nicht mehr die marokkrmrschen Strohmänner vorschieben zu kaffen brauchen.
Was nun die Kompensationen am Kong» «n geht, so mag man den Gegenw orts wert der euun= !nen Landstriche immerhin niedrig einschätzen; benutz bedeutet es ein großes Opfer von französischer eite, daß man uns Wer 200 000 Quadratkilometer einzpwachs gewährt, und zwar unter Z er s ch n e i- u n g des dortigen Besitzes. Nicht bloß zum Nbanghi ndern auch zum Kongofluß und dem hinterliegen- m belgischen Kongostaat habe< wir den Zugang er- ngt.
Die Frage ist nun die: Können wir mit dem, was in Marokko.md cm Kongo errungen ist, uns zufrieden geben, oder müssen wir, um mehr zu erlangen, Jlnen Krieg riskieren? Alle, welche nicht durch parteipolitische oder persönliche Leidenschaften befanden sind, werden schließlich sagen: T-er magere Ver- ßleich ist doch noch besser, als em blutiger Prozeß.
handgreiflich erwiesen hat. Der letztere Punkt war für die deutsche Politik von ausschlaggebmder Bedeu- htng. Was hilft uns die offene Tür, wenn in dem Lande selbst keine Ordnung herrscht? Rach Lage der Dinge mußte man entweder der französischen Republik die Hefttellung der Ordnung überlassen, oder man mußte auf andauernde Krisen gefaßt fein, die sowohl den Gewerbefleih in Marokko als auch den Frieden in Europa fortgesetzt in neue Gefahren stürzen würden. Hier imd da hat man f. Zt. an den Ausweg gedacht, daß Deutschland den südwestlichen Teü von Marokko (Aaadir und SuS) für sich in Beschlag nehme und den Nest seinem Schicffal überlasse. Unsere Negierung hat niemals eine derartige Absicht gehabt, auch pichr m dem Augenblick, als sie den Kceuz-r nach Ag» dir" sandte. Diese Maßregel sollte nur eine wirksame Einladung cn Frankreich zur gefälligen Auseinandersetzung mit Deutschland fein und hat diesen Zweck erreicht. Die Besetzung von Agadir und dem Sus- laude wurde nicht beliebt, weil man das betreffende Land für Siedelu-ngszwecke nicht so geeigntt erachtete, daß man seinetwegen die riesigen Kosten und die sehr großen politischen Gefahren einer Eroberung riskieren dürft:. ' Es erschien vorteilhafter, die wirtschaftliche Freiheit und Gleichberechtigung für ganz M a
♦* Berlin, 5. Nov. 1911. Das Staatsmini- s st e r i u m trat Samstag zu einer Sitzung zusammen. 1 — Berliner Blättermeldungen zufolge haft man in > Berliner diplomatischen Kreisen die Stellung des deutschm Botschafters in London, Grafen Welff- Metternich für nicht mehr gesichert. Graf Wolff Metternich hätte seinerzeit daS Auswärtige Amt dahin unterrichtet, daß man in England mit den Absichten Deutschlands bezüglich Marokkos völlig einverstanden sei. Man wird gut tun, eine Bestätigung dieser Meldung abzuwarten.
c. Die erste Lesung der Privatbsamteuvirsichkm-lg ist am Samstag in der Kommflsion zu Ende geführt worden. Das vielumstrittene Institut der Ersatzkassen wurde zugelasseu. Außerdem wurde eme Bestimmung neu ausgenommen, wonach AngeiteUte, deren Jahresarbeitsvcrdienft 5000 Mark übersteigt, im ersten Jahre nach dem Inkrafttreten der Privat- beamtenverstcherung freiwillig in die Versicherung eintreten können, wenn ihr Jahresarbeitsverdienst 10000 Mark nicht überschreitet. Die 2. Lesung wird voraussichtlich erst am Donnerstag stattfinden, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, zu den Beschlüssen der Kommission Stellung zu nehmen.
+ Die Unabhängigkeit des Reichskanzlers. In einem Briefe des Vorsitzenden des Bundes der Landwirte, der zu Geldbeiträgen für die Wahlkampagne ausfordcrte, war nach einer Erwähnung der Ausgaben des künftigen Reichstags bemerkt ward n, bei der ganzen Natur des jetzigen Ruchskanzlers müsse man befürchten, daß er ferne Stellung von der Mehrheit -es Reichstags abhängig ma l e. Gegen diese Bemerkung nimmt die /Norddeutsche Ailg. Ztz.' in ihren Rückblicken vom 5. November Stellung und weist sie unter Hinweis aui die bisherige Amtsführung des Reichskanzlers entschieden zurück. Der Natur des Reichskanzlers entspreche viel mehr eine Ausfassung seines Amtes, die ihm seine Ueberzeugung zur Richtschnur seines Handelns macke. Der Ausfall der Wahlen werde an dieser Anffaffung und der daraus sich ergebenden Art der Amtsführung nichts ändern.
* Zur Konstanzer Wahl ist noch nachzntragen, daß nach dem sozialdemokratischen Volkssreund der Erwählte des Großblocks, Schmid (Singen) sich ausdrücklich auf die von dem Jenaer Parteitag für die Stichwahl'ülfe sestgestellren sozialdemokratischen Bedingungen verpflichtet hat. Der nationalliberale ,Schwabische Merkur', dem diese Meldung gac nicht gefällt, erwartet, daß die nat'onallibecale Parteileitung darüber Klarheit schaffen werde. Da wird er lange warten könne«.
** Weimar, 3. Nov. 1911. Den nächsten Wei- martschen Landtag soll vor allem das neue Separationsgesetz, ferner das Ausfühmngsgeseh für das Obcrverwaltungsgericht in Jena beschäftigen. Ferner steht die Einbringung der Ausführungsbestimmungen zum Reichsviehseuchengesetz zu erwarten.
* Bremen, 4. Nov. 1911. Heuie nachmittag sand hier der Stapeüauf des geschuhten kleinen : Kreuzers Ersatz .Kormoran" statt. Der Oier- bürgermcister taufte das Schiff aus den Namen
auftraate ivouverneur, ■yen. «jl. vv*|, “i
und bisher einzige Gouverneur von Samoa gewesen. Als solcher hat er eine schwierige und umfangreiche Verwaltungstätiakeit durchzuführen gchabt, die da- mit begann, daß in Samoa das Königtum abge- Sund dafür eine Art Selbstverwaltung der mner eingesührt wurde. Seine amtliche Tätig- feit erfuhr in den letzten Jahren wiederholt heftige Angriffe von feiten der famoanischen Pfcanzer, be- sonders seine Polttik in den Fragen der chmepschen Arbeiter und der Mischlingsehen. Auch m den alldeutschen Zeitungen in der Heimat erschienen tme- derholt scharfe Angriffe gegen ihn,dresich aufBe- richte von Pflanzern über angebliche Enigeborenen- tumulte stützten. Bei der Reichsregierung hat er jedoch einen starken Rückhalt gefunden.
sein Rücktritt als Protest gegen den Marokko-Vertrag im Auslände hervo^urusen geeignet war. Trotz feiner Verdienste hat sich Herr v. Lindequift keinen guten Abgang geschossen und eine andere Möglichkeit, als ihn mit dem schlichte« Abschied ohne jede Auszeichnung zu entlassen, gab er nicht, wenn der Kaiser nickt die PMik feiner Kanzlers desavouieren wollte.
will.
* Tripolis, 2. Nov. 1911. Die genaue Zahl der am Dienstag in der Stadt geplatzten türkischen Granaten beträgt sieben. Ein Bersagliere wurde leicht verletzt, der Sachschaden ist gering. Während des am Montag herrschenden heißen Wüstenwindes scheinen die Türken unbcmerft eine Batterie der Gebirgsartillerie errichtet zu haben, die sich nach der Tragkraft der Geschütze höchstens vier Kilometer vom Stadtzentmm befindet. Im Serall rief ein auf das Dach fallendes Geschoß eine Panik unter dem Generalstab hervor. In der Stadt wurden die G> schaffe weniger bemerk: sie tourbtn meist für italie- Nische Fehlschüsse gehalten. Die Ausschiffung neuer Verstärkungen beträgt im Ganzen seit Samstag 6900; sie dauert an. Am Mittwoch abend war ein einstun- diges Gefecht im Osten der Stadt. Die Schiffsartillerie feuerte 200 Schüsse. Heute morgen war ein ähnlicher kürzerer Angriff. Die Italiener haben leine Erfolge zu verzeichnen; die Truppen v erleid i- gen mühsam ihre Linien. Die Verluste der Italiener sind auch bei den letzten Gefechten sehr hoch, aber zahlenmäßig nicht mehr festzu- stellen. Alle Spital« sind überfüllt. Dir C h o l e r a nimmt erschreckend zu. — In Benghaft soll die Lage ähnlich sein. Die Araber sind doft aus- nahmslos italienseindlich. Die Italiener entsandten drei Schecks in das Innere, um ihre Stämme gegen hohe Belohnungen zur Unterwerfung zu bewegen; die Schecks sind ab« nicht zurückgekehrt.
Konstantinopeler Meldungen Molge hatten die Türken in dem letzten Kampfe bei Der na einen großen Erfolg. Sie nähme,: zwei Geseyutze und vier Mitraillmsen. Eine Kompagnie rtaftemicher Soldaten wurde gefangen genommen Auch tn Benghaft waren die Tücken siegreich und zwan- acn hort die Italiener zum Rückzug, wobei diese beim Einschiffen große Verluste halten.
Die Annexion von Tripolis.
Die italienischen Staatsmänner bewahren bei allen Mißerfolgen eine beneidenswerte Kaltblütigkeit. Im Augenblick, wo die italienischen Truppen in Tripolis kaum die Küstenplätze gegen den Angriff der Türken halten können, sprechen sie die offizielle
DaS Marvllo-Abk»»«« «nterzeichuet. Am Samstag nachmittag 6 Uhr sand im Auswärtigen Amt die Unterzeichnung des Marokko- und Kongo« Abkommens statt. DaS für die französische Regierung bestimmt« VertraaSexemplar ging am Samstag abend nach Paris ab. Nach seinem Eintreffen daselbst werden die beiden Regierungen die gleich- zeitige Veröffentlichung veranlaffen.
lieber den Inhalt bei KongeabkommenS schreibt dir ,Nordd. Allg. Ztg/, bk Mitteilungen deS Wolff-
an unS ab: Das neue ffleblet aeht aus vom Man« tilchrn Oz-an am östliche« Ufer der Bai von Monda; die Grenze verläuft dann zunächst aus deren üftcher Seite nach bet Mündung bei MassoltL und von dort nordöstlich nach Spanisch - Guinea umbiegend; sie schneidet den Jvondaffuß bei seiner Verenugung mit demDschua, folgt diesem diS zum franzSlstch bleibenden Madjingo und dann weiter gegen Osten bis zur Vereinigung deS Ngoko und de» Eangha, im Normendes Ortes Wesso. Südlich dieser ftanzöufch bleibenden Stabt verläßt die Grenze den Scmgha, biegt nach sud- westen ab und begleitet das Tal des Kandeko bis zu seiner Vereinigung mit dem Bokimba. Sw folgt nun diesem und später dem Aknala abwärts zum rechten Ufer des Kongo biS zur Mündung des Sangha, dann dem Laufe des Sangha auswärts bi8 zum Einfluß des Likuala-aux-herbes, den sie biS Botungo begleitet. Bon hier verläuft die Grenze nach Norden bis Berg Ngoko und biegt dann in bet Richtung auf den Zusammenfluß des Bodinga und bei Lobciye um, um dem öfteren xu folgen biS zum Ubcnighi, nördlich von Mongumba. Wellet bildet nun der Nbanghi die Grenze ans eine Strecke von mindesiens 6 und höchstens 12 Kilometern; die Grenze setzt sich in nordwestlicher Richtung fort, erreicht den Pama an einer noch zu bejlimuienben Stelle westlich von feiner Bereinigung mit dem Albt. Die Grenze geht dann den Pama auswärts bis zum Ost-Logone, den sie ungefähr am 8. Paralleftteffe tu der Höhe von Gor» trifft. Diesem folgt sie von hier ab nach Norden bis zu seiner Vereinigung mit dem
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vorgenowmen werden.
Der »ereinbnrte Geü-isausiausch erfolgt auf Grund der im Moment des Vertragsabschlusses beUedeuden Berhäliniffe. Es gilt dies insbeiondere auch für die vorhandenen Konzessionen. Es versteht firn ron serbst, d-iß die Gesellschaften unter der Staats- hrbeit, Staatsgewalt und Gerichttckarker! beäjenigen Staates treten, dem das fragliche Gebiet durch oen Vertrag zusällt. Beide Regierungen räumen sich unter bestimmten Modalitäten das Recht ein, ihre Eisenbahnen gegenseitig durch das Gebiet des anderen zu verlängern. Für Deutschland hat dies die besondere Bedeutung, daß die etwaigen Krimerimbahnen nach dem Ubanghi durchgeführt werden können.
Deuffch«feits ist die pachtweise Ueberlastirng tlemer Komplexe an die französische Regierung längs des BeniiL, des Mayo Köbi und weiter nach dem Wagone bin vorgesehen, um letzterer die Errichtung einer Elappennraße zu ermöglichen. B-nde Regierungen erneuern a sdrücklich die tn der Berliner Alte vom 26. Februar 1885 enthaltene Bestimmung über Ha ndetS-undSchrsfahrrss reihe it an f dem Kongo und seinen Nebenflüssen sowie aus den Nebenflüssen des Niger. , ,
lieber den Wert der »rnerws benrn Landcttcilr n»
x Krieg MAN Men M dkl AM Vom Krieg?fcha«Platz
W Tripolis, 5. Nov. 1911. Die italienisch-offiziöse Ageneia Stefani meldet: Erstem erfolgte ein kleiner Angriff auf die östliche italienische Front. Es nahmen daran ungefähr zweihundett Araber und zum ersten Mal in San-Uniformen gut sichtbar einige Abteilungen türkischer regulärer Truppen teil. Der Angriff wurde nicht mit Nachdmck durchgeführt, und von zwei Kompanien des 63. Infanterie-Regiments zurückgewiesen. Der Feind hatte schwere Verluste, das 63. Infanterie-Regiment hatte einen Toten. — Die Annahme scheint berechtigt, daß die tn den letzen Tagen mit Artillerie und mit kleinen Gruppen Bewaffneter unternommenen Demonstrationen dm Zweck hatten, die Auflösung der a r ab i sch-türk. Streitkräfte zu verhindern, die in der Umgebung von Tripolis zu- sammcngezogen Wurden. Diese Auflösung ist zurück- zusühren auf die Wiederholten Mißerfolge vor den it» lieuischcn Verschanzungen ebenso wie auf die Echo- lera-Epidemie, die unter den schlecht genährten und gegen die Ausbreitung der Krankheit ungeschützten Leuten wütet. — Nach sicheren Nachrichten von der äghp- tischcn Grenze sind die Hilfskräfte zu gering, die diese Grenze überschrittm haben, um die Bildung von Streitkräften, die nack den angeblichm ttirkischm Plänen sich um Tobmk, Derna und Benghaft zusammenziehen sollten, zu unterstützen. DaS Komitee soll auch nicht die Mittel haben, um für die gewünschten Le- bcnSmiitel zu sorgen. Tobruk, Derna und B e n g h a s i sind stack von den Italienern besetzt. Die Seuussi bewahren eine abwarjteftde Haltung, die, ivenn sie auch nicht offen wohlwollmd ist, doch jedenfalls auch nicht feindlich ist. — ES steht jedem frei, von dieser offiziösen Meldung zu glauben, was er
Schari. _ ,
Anderseits tritt Deutschland an Frankreich das zwischen dem Schari im Ollen und dem Logvne im Westen gelegene Stück Kamerun ao nördlich der jetzigen französischen Besitzungen.
Innerhalb einer Frist von sechs Monaten nach dem Austausch de Ratifikationsurkunden des Abkommens begibt sich eine technische Kommt!!ton, bestehend aus einer Anzahl Delegierter beider Regierungen, an Ort und Stelle, nm Re Grenze den voraennnnlenAbmachungen mttpreckend f e >1 - ul e g en. Spätestens 18 Monate nach Beendigung der Arbeiten v>e<er Kommission soll die Vermarkung der Grenzen
werde. . ... ,
** Die Stellung des türkischm Knegsrnmisterb erschüttert. In der türkischen Kammer verursachte am Samstag der Versuch deS Krtegsministers, den oppositionellen Wgeordnetm Lutfi Fikri-Bei, der ihn in der Presse angegriffen hatte, verhaften zu lassen, große Aufregung. Als Fiktt ftüh morgens feine Wohnung verlieh, stellten sich ihm mehrere Polizisten vor und ersuchten ihn, ihnen nach dem Kriegsgericht zu folgen. Für! erklärte, dies nur bei Anwendung von Gewalt tun zu können, wozu die Polizisten sich nicht für autorisiert erklärten. Darauf fuhr Fiktt von den Poliziftm begleitet, zur Kammer, wo er den Oppositionellen den Vorfall berichiete. Die Majoritätspattei gab alsbald ihrer Empörung über den Kriezsmimster offenen Ausdruck. Die Opposition reichte sofort eine Interpellation ein, die von der nachmittags <y2 Uhr eröffneten Kammerfitzung einstimmig angenommen wurde. Der telephonisch her- beiaemfene Kriegsminister war nicht erschienen. Er hat den Empfang der Jnterpellatton, die in der Verhaftung Lutfi FikckS während der Tagung der Kam- mer eine Verletzung der Verfassung «blickt, bestätigt, ohne ein Wort hlnzuzufügm. ES verlautet, daß der Rücktritt des Krtegsministers bevor-
der hinzukam, wurde von ihnen beleidigt und geschlagen. Erst am nächsten Morgen gelang es, die Meuterer zu überwältigen und in Ketten zu legen. Da die Revolutionsflagge bis zum andern Tage wehte, wurde sie auch vom Lande aus und von den anderen Schiffen bemerkt, was überall große Aufregung hervorrief.
Bon einem Attentat gegen den spanijchen Ministerpräsidenten Canaiejas war wieder hott in den letzten Tagen die Rede. Nach einer Madrider Privatmeldung ist die dortige Regierung jetzt m den Besitz aller Fäden bes Komplotts gelaugt. Ter Ministerpräsident hat augelünbigt, baß er baiüocr im Parlament ausführliche Mitteilung machen
K Tas Urteil über das Marokko« Abkomme«.
In Paris schlagen die regierungsfreundlichen Blätter Jubeltöne an, während die 0W05i‘t02ieI?. Presse Frankreich als verraten und veckauft hmstellt. gn Deutschland fällen manche liberalen Blatter ijin sehr schlechtes Urteil über die deutschen „Errun- Äenschasterft und stellen namentlich in Anlehnung an p-c Herren v Lindequift und Danckelmann die sog. Kompensationen als ein wertloses Beistück hin, — um dem verhaßten Reichskanzler eins miSzuwischen. Die innere Politik mit ihren Partei- und persönlichen Gegensätzen beeinflußt in verwirrender Weise das Urteil über diese hochpolftische Angelegenheit. Letztere ^iilß aber für sich allein, rein sachlich geprüft werden. . r ,
Eine ehrliche Grwimz und Berlusttechmmg dürfte ergeben, daß Deutschland bei dem Halckrl jwar kein glänzendes, aber doch ein leidlich e s Geschäft macht Durch das tendenziöse Triumphgcschrei in gewissen französischen Blättern tvollen wir uns nicht irre machen lassen. Frcm.reich erhält freilich viel, nämlich den freien Weg zum ,Protektorat über Marokko, aber es gibt auch viel, nämlich einer?.irs bestimmte Garantiem für die w t rt» schaftliche Freiheit und Gleichberechtigung in Marokko, anderseits ein umfangreiches Stück von felfter Kongokolonie.
Deutschland opfert seine p o l i t i s ch en Rechte und Interessen bezüglich dcs Scherifenreiches, aber Nur die politischen. Man muß nachdrücklich der Anschauung entgegen tr et en, als ob wir in Marokko einen Besitz auf gegeben hätten. Einen solchen hatten wir 'nicht, sondern wir befaßen lediglich diejenigen Ansprüche, die aus dem Vertrage von Alzeeiras b erborg in g<n, der äls die alleinige völkerrechtliche Grundlage unser« ganzen Stellung zu betrachten ist. Man darf also nicht Überschätzen, was wir m Marokko aufgaben, sondern muß auch bedenken: 1. daß schon Fürst Bülow von Vornherein erklärt hatte, wir verfolgten in Marokko keine politischen, sondern nut wirtschaftliche Ziele, 2. daß in dem Abkommen vom Februar 1909 schon daS politische Vorrecht Frankreichs oon Deutschland in aller Form anerkannt worden war, und 3. daß die Haltung des früheren und des jetzigen Khalifen sowie der Macokkan« selbst die Unmöglichkeit tiner ordentlichen ® e I b ft r e g t e r u n g ins Landes
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Holsen werden. Der jüdöstltche Teil von Alt- Kamerun kann die Sangha-Likuala«Straßen benutzen, und der östliche und der dort anschließende breite Strich der Neuerwerbungen erhält über den Lobay und Nbanghi ein neues Tor auf den Weltmarkt hinaus. Und nicht minder werden die Baumwoll- lnltur und der MaiSbau und die Holzwirtschaft von dem Zuwachs Nutzen ziehen, wir die offiziöse Stimme prophezeit.
Lindequift — Solf. Der Staatssekretär für die Kolonien, v. Lindequift, geht als Unzufriedener, v. Lindequift hat sich zweifellos Verdienste um unsere Kolonien erworben. Er war einer der alten Afrika-Praftiker, der das Land, das feinem Ressort unterstellt war, jahrelang bereift hat. Aber in diesem Augenblicke und mn dieser Begründung hätte er nicht gehen dürfen. Er mußte sich die großen