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J*ß 255.

iamrtag 4. Hooemb« Wt

58. 3ar,tg*ig.

• fuldaer W Zeitung

Blatt.

Vritck «nd Verlag »er 5«tdvrr Actirndruckerei iu Zulda.

3000

Trauben.

u. bgl. mehr.

Kr«emmogrsphische Tricks,

Von Dr. H. Leh NI aUN in Jen

weiterer .Zaubereien" vortäuschen. Wir wollen ein Beispiel betrachten: ein Betrunkener liegt auf der Straße: ein Automobil saust heran und fährt ihm beide Beine ab. Der Mann schreit nach und schwenkt die Beine in der Lust. Das Auto hält, der Insasse läuft heran, flickt ihm die Beine wieder an und beide ziehen zufrieden von dannen. Lösung des Rätsels: hier wurde die Aufnahme zuerst in dem Moment un­terbrochen, wo das Auto herangekommen war. Das Auto hält nun an, und der Betrunkene wird durch einen Krüppel ersetzt, dem beide Beine wirklich feh­len, und ein Paar künstliche Beine werden vor ihm

die Seitenwände oder die Decke eines Zimmers dar­stellen ; der Mann kriecht oder läuft darüber und wird ! von oben her photographiert. Rach demselben : Prinzip, dem „Photographieren von oben her", wird ' auch verfahren, wenn das Fliegen eines Menschen ! dargestellt wird. Die betreffende Person legt sich dabei

Ihre ganz enorme und täglich immer weiter an­wachsende Verbreitung verdankt die Kinematogra­phie *) ihrer vorzüglichen Unrerhattungsgabe. Die kmcinatographischen Darstellungen von Vorgängen in

•) Wir entnehmen diesen Aufsatz dem soeben er» schienen 858. Bändrben der Sammlung „Aus Natur und Eeisteswelt": Die Kinematographie, ihre Grund­lagen und ihre Anwendungen. Von Dr. H. Lehmann, PMkcr am Zeitzwerk in Jena, -l Verlag von B. G. * Teubner in Leipzig und Berlin. Preis geb. 1 M, in

auch an der Decke hinläuft. Die Lösung des Pro­blems ist sehr einfach: bei der Aufnahme werden auf den Boden des Ateliers Dekorationen gelegt, welche

der Natur, wie z. B. --------------- >

Fließens und Fallens von Wassermassen bet -ströme, des Heranbrausens eines Eisenbahnzuges oder einer Reiterschar u. dgl. mehr, können in keiner Weise durch irgendwelche andere Darstcllnngsart an Deutlichkeit übertroffen werden. Das beschreibende Wort und das ruhende Bild stellen immer mehr oder weniger An­forderungen an die Phantasie, und die Schönheit und Harmonie der Bewegungen lassen beide Ausdrucks­mittel nur ahnen.

Für die wirtschaftliche Ausgestaltung der Kinema­tographie ist aber hauptsächlich das literarische Gebiet von Bedeutung gewesen. Infolge der Kostbarkeit der Filmbänder hat man dramatische Pantomimen von besonderer Kürze verfaßt, in denen n amtlich alles „Handlung" ist, und die gerade deshalb äußerst span­nend und packend wirken. So ist das Kinematogra- phenthcater das Theater der Unbemittelten geworden, dessen Besuch wohlfeil und am wenigsten zeitraubend ist Freilich ist hier lange Zeit auf das Sensations- gclüst: der großen Massen spekuliert worden, und das

auf die Technik der oft so verblüffenden Trickfilms «was näher eingehen. Ein beliebter Trick ist die Verwandlung von Personen, die sich bei Kinoaufuahmen leicht aus führen läßt. Hierbei wird

gehen soll, wird die Aufnahme unterbrochen und das Objektiv geschloffen. Nun wird in aller Ruhe die zu

verwandelnde Person mit einer geeigneten anderen vertauscht, oder aber die Person vertauscht nur Ge­wand und Maske; darauf wird das Objektiv wieder geöffnet und der Apparat weiter gedreht.

Rach diesem Prinzip der Ausnahmeun- terbrechu ng taffen sich nun eine große Anzahl

den.

Man kann wohl sagen, daß kein Märchen so feit» sam und keine Phantasie fo kühn ist, daß sie nicht die Kinematographie im lebenden Bilde verwirklichen könnte. •

maßgeblich für den Tisch ist nicht die Kochtechnik, son­dern einzig die Kochkunst.

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® Sue llvett und Wissen. @

Dabei wird die scheinbare Geschwindigkeit der Personen und Gegenstände oft noch künstlich ver­größert; es geschieht das auf die Weise, daß die Aufnahme nur mir der halben Bildwech selfrequ enz gemacht wird, der Aufnahmeapparat wird also nur halb so schnell oder noch langsamer gedreht, als wie dann bei der Vorführung dec Projektionsapparat. Da­durch wird der komische Effekt, welcher so schon in der Hast an sich liegt, noch mehr vergrößert.

Schließlich gehören zu den rein unterhaltenden Films noch di« sogenannten Zau b er- oder Trick­films, die irgendwelche zcÜberhasten Vorgänge, z. B. Wirkungen übernatürlicher Kräfte, Verwandlun­gen usw. zur Darstellung bringen. Da der Beobachter weiß, daß mittels der Photographie Dargestelltes im­mer nur auf die natürlichste Weise vor sich gegangen sein kann, so ist es wohl von Interesse, wenn wir hier

und 5>auk wie LungenauSdünftrmg. Der Most ent» HM eine nicht unbedeutende Menge Phosphorsäure, und auch dieser muß dieselbe kräftigende Wirkung beigemeffen werden.

Der berühmteste und größte Weinstock, den Deutsch­land auszuweisen hat, blüht am Rhein, gleich hinter Geisenheim. Er breitet fein krauses Astwerk in mäch­tiger Ausladung tief am Boden hin und über ein Spalier empor, hinter dem eine fast stets vom Son­nenbrand getroffene Mauer die glühenden Strahlen wieder in die Beeren reflektiert. In kaum einem Menschenalter hat die Rebe, die eine Seidentraube ist, einen Umfang von weit über 100 qm erreicht und der durchschnittliche Jahresertrag find 2000 bis

♦ Die Lüche der Zukunft.

Der elektrische Herd. — Die filbktkochende Kaffeekanne. — Heißes Wasser aus der Wasserleitung. — Das feuerlose Plälteisen. — Der elektrische BerlwLrmer. — Der automatische Eierkocher.

Die Köchin steht am Herd und dreht einen Seinen Schalter. Sie hat mit dieser brrzen Handln wegung alle die schwierigen Manipulationen erledigt, die früher nötig warm, um „die Suppe anzusehen'. Eine kleine Drehung nur, und nach kurzer 3eil brodelt eS in dem elektrischen Kochtopf. Lautlos und unsichtbar sind geheimnisvolle Kräfte tätig, die alles das ver­richten, waS früher das flackernde und prasselnde Kohlenfeuer in der großen Feuecöffnunz des Herdes bewirkte.

So beginnt ein Kapitel in dem soeben erscheinen­den Werk „Die Wunder um uns' von Artur Fürst (Vita, Deutsches Verlagshaus, Berlin-Charlotten­burg), das in überaus fesselnder Darstellung neue Ein­blicke in Natur und Technik gewährt. Fürst weiß ganz ausgezeichnet das Seltsame, ost Geheimnisvolle moderner technischer Probleme dem Laienverständnis näherzubrinzen; hören wir, wie er weiterhin die Ge­heimnisse aus der Küche der Zukunft zu entschleiern

blick über ferne. Geschichte, eine Darstellung der psycho­logischen und phvsrologjschen Grundlagen, sowie der Technik des Kinematographen unter besonderer sichtiguna der modernsten gerVoHfonunninigen, fctote endlich eine Schilderung der s^-we^its ^ur

träte und der Anwendungen, tne ste ernerieits zur Unterhaltung, andererseits zu totnensck)aftltchen unb belehrenden Zwecken in Biologie, Medizin, Flugtechmk und Ballistik findet

lich sämtlich in ein großes „Rennen' aus, meistens in dec Weise daß zunächst eine Person oder ein Tier oder auch ein Gegenstand, wie z. B. ein ganzer Schwei- zerkäfe, sich in Bewegung setzt, denen sich nach und; nach immer mehr Personen zugesellen und hinterher rennen, sodaß oft ein langer Zug von abenteuerlich gekleideten Personen in rasender Eile dahinstürzt, teil­weise über die merkwürdigsten und unverhofftesten Hindernisse stürzend, wie z. B. über Hökersrauen mit Eierkörben, deren Inhalt sich über die Siürzenden ergießt, oder Händler mit GipsfiWren überrennend

reu und welche die Wolken am Himmel vorstellen soll­ten. Schließlich kam dann der Professor auf dem Mars an und hatte unter den riefenhasten Marsbe­wohnern die fürchterlichsten Erlebnisse: durch ihren feurigen Atem wurde er einfach hinweggeblasen; oder

1 als er einen Berg besteigen wollte, wurde dieser plötz­lich lebendig und entpuppte sich als ein ungeheurer Riese usw. Diese zuletzt erwähnten Täuschungen nun beruhen auf einem weiteren Prinzip: nämlich auf der „Kombination durch Uebereinanderdruck'. Die er­wähnten Riesen sind nämlich weiter nichts, als phan- Msch gekleidete gewöhnliche Menschen, aus großer Nähe aufgenommen, so nahe, daß z. B. nur die Kopse riesengroß auf der Leinwand erscheinen. Der feurige Atem dieser Riesen ist natürlich weiter nichts als Zi- garvmrauch. Der Herr Professor wird dagegen aus großer Entfernung ganz winzig klein ausgenommen, und die beiden Negativfilms werden dann in geeigne­ter Weise auf einem Positivfilm übereinander kopiert. Nach diesem Prinzip lassen sich die relzvolfi.en Efs-kte erzielen: dem Träumer erscheinen winzig kleine Feen, die Blumen entsteigen und einen Neigen auffuhren; oder es taucht eine Miniaturtänzerin in einem gefüll­ten Wasserglase auf, um sich darin zu bewegen und dann wieder allmählich wie im Rebel zu verschwin-

füt die Gesundheit im allgemeinen, w uuo die Wirkung der Weintraube als Nähr-, Genuß- und: Heilmittel hängen von dem Safi, den Schalen und den Kernen ab. Die chemische Zusammensetzung des Traubensastes ist also eine verschiedene. Der Trau­benzucker bildet in der Gärung wesentlich Alkohol und Kohlensäure; vom Zuckergehalt ist zu lagen, daß je südlicher der Wein wächst und je trockener und' wärmer die Witterung während der Trauben­reise ist, um so mehr Zucker im Safte gefunden werd. Je mehr derselbe zunimmt, umso mehr verliert sich die Säure. Wahrscheinlich entwickelt sich der Zucker aus der chemischen Lebenstätlgkeit der eerrnzellen. Der Traubensast enthält ferner saures, wemfkm- faures Kali, dann aber auch freie Säuren, namen.uch die Weinsäure. Außerdem finden sich eiweißartige Substanzen; von Mineralien sind besonders Kau, Phoöphorsäure, Kalk, Magnesia, selbst etwas Eisen vorhanden. Der Traubensast birgt noch eine Menge sogenannter Extraktivstoffe und etwas Farbstoff. Da die Trauben sehr viel stickstoffhaltige, aus Kohleir­und Wasserstoff bestehende, sogenannte Wärme und Fett erzeugende Substanzen enthalten, begünstigt ihr reichlicher Genuß die Fettablagerung, was schon Acrzten früherer Jahrhunderte bekannt war.

Beobachtet man eine kräftige Diät, so wird durch eine Traubenkur die Ernährung gehoben, alle Ab- «nd Aussonderungen, namentlich Speichel, Galle, Nieren- und Darmsekret werden vermehrt. Bei täg­lichem und längerem Genuß wird der Traubenzucker direkt ins Blut ausgenommen und wirkt anregend auf

die Lymphgefäße, reizt gelinde den Magen, Darm und die Unterleibsorgane; nur im Uebermaß längere Zeit genossen, erschlaffen die Verdauungsorgane. Das »ejtrln oder Pflanzengummi löst Eiweißstoffe auf und befördert die Absonderung des Pepsin, Verdau- vngssaftes im Magen. Die Kalisalze erregen Herz- und Gefäßrätigkeit, die Weinsäure wirkt durststillend sind küblend und vermehrt die Speichelabsonderung

weiß:

Die Köchin in der elektrischen Küche könnte das Mittagsnnchl mit weißen Glacehandschuhen fertigstel­len obgleich sie im letzten Grunde die Speisen doch mit denselben rußigen Kohlen bereitet, wie ihre Kol­legin in der Küche von einst. Nur das moderne Prin­zip der Arbeitsteilung verschont sie davon, die Koh-: len selbst in die Feuerung werfen und sie mühsam in Brand setzen zu müssen. Diese schwere Mühe nimmt der Dame der kräftige Heizer in der Elektrizitätszen­trale ab; er schleppt für sie die Kohlen herbei, er wirst sie auf den Rost, versieht die Feuerung sorgfäl­tig, und er vergießt auch bat Schweiß, der früher dem heißen Herd zum Opfer gebracht werden mußte. Die Kraft der lodernden Kohle wird dann, nachdem sie Wasser in Dampf verwandelt und verschiedene Ma­schinen umgetrieben hat, durch blanke Drahte in die, elektrische Küche geleitet, und viele Kilometer von der . Flamme entfernt steht nun die Suppe „am Feuer . I Solch ein elektrischer Herd bereinigt auf einer kleinen! Fläche alle Apparate, die notwendig sind, um das Mittagsmahl für eine vielköpfige Familie zu berei­ten. Die Elektrizität, die durch Drähte von starkem Widerstand hindurchgeht^ und, indem sie sich mit gro- i her Mühe weiterzwängt, diese Drähte stark erwärmt, I liefert die zum Erhitzen der Kvchgcsäße notwendige 1 Wärme auf einer so kleinen Fläche, daß drei ixt mo­dernen kleinen Kochgefäße dort sichen können, wo ■ früher nur Platz für ein einziges der großen Feuer­löcher war. Die Kochapparate selbst sind von der denkbar größte Einfachheit. Sie besitzen an „maschi- : netten' Einrichtungen nichts als einen Stöpselkontakt zum An schließen einer dicken Leitungsschnur. Leicht herzustellende Genußmittel, wie z. B. Kaffee oder । Tee, können auf dem weißgedeckten Tisch ft löst bereitet iwerden, und die elektrische Industrie stellt jetzt schon gClUj6; uec muycn ----- —

! Kaffee-' unb Teekannen her, die den Kocher im eige-1 Niveau sank rapid. Die Folge davon war ein un- I nett Körper bergen and sich in ihrem Aeußeren von : gültiger Einfluß auf die Moral der Minderjährigen, ; den gewöhnlichen Gefäßen ihrer Art doch nur dadurch j unb haben sich viele Verbrechen in letzter Lnue unterscheiden, daß eine Leitung von ihnen zu dem über : auj das im kinematographifchen Sensationsdrama ge- | i>em Eßtisch hängenden Kronleuchter emporsteigt, wo ,ebcne ^öse Beispiel zurückführen lassen.

! sie durch ein einfaches Gewinde in die Fassung einen - - ■ - e-a— —-T

herausgenommenen Glühlampe eingeschraubt ist.

Auch in solchen Haushaltungen, in denen man we­gen der immer noch recht beträchtlichen Kosten vom clektr. Kochen Abstand nimmt, wird man sich gerne der Apparate bedienen, die zum Wannhalten der Speisen bienen. Neben ben Kochplatten, die das Wasser in den darauf gestellten Gesäßen schnell zum Sieben bringen, erzeugt die Industrie auch Anwärmeplatten, die immer nur gerade so viel Wärme liefern, wie not­wendig ist, um dir daraufgesetzten Speisen nicht er- ^„p ir - - kalten zu lassen. Ein Sieden kann auf diesen Platten ir die Gesundheit im allgemeinen. Der Wert und niemals stattfinden.

ir 9 „ . . B ,.nS - Ein sehr niedlicher Spezialapparat ist der elek­

trische Schnellkocher. Er wird direkt an die Wasser­leitung angeschloffen und liefen, sobald der Hahn ge­öffnet wird, »ach kurzer Zeit ständig strömendes hei­ßes Wasser. Dian braucht, wenn man ihn in Tätig­keit setzen will, mit den Wasserhahn zu öffnen, denn die Einschaltungsvorrichtung für den Strom wird

empor. „

Eine Küche, die all diese technischen Errungen­schaften besitzt, ist ein überaus praktisches Institut. Eine Garantie dafür, daß aus ihr nur schmackhafte Speisen hervorgehen, bietet sie jedoch nicht. Hierfür ( .-. ....

sorgen kann ausschließlich die Hausfrau oder — iyre. hin-gelegt. Die Auswechselung dar beiden Personen perfide Köchin. Die Maschinen bedeuten zwar eine i kommt natürlich nicht mit ans den Film. Hierauf orobe Erleichterung für die Speisrnbereitung, doch tritt der Kino wieder in Tätigkeit, das Auto fahrt

Beschichte und Bedeutung Sergent tranbe.

Von A. W. I. Kahle.

Die Hauptsaison ffc die Weintraube, eine bet ältesten Beerensorten, ist angebrochen, und unzählige erfreuen sich an ihrem erfrischenden Wohlgeschmack und ihrer 2Biming auf den Organismus. Werden die meisten Trauben zur Weinfabrikation hermi^zogm, so dienen die großen fleischigen Beeren als Tafelobst, die anderen werden getrocknet und kommen als Rost- neu und Korinthen in den Verkehr. Die chönstm Trauben läßt man an den Stöcken trocknen schneidÄ bei beginnender Reise der Beeren dm KamnOlA m und bricht die Blätter um sie ab. sie mgebm dre Mus kaiels oder Soimentraubm, die s ernsten Sortm von Rosinen Der Weinstock ist eine der ältesten Kultig pflanzen. Die jüdische Geschichtssc^e berichtet^ ß Vater Noah nach der großen Smtflut dm eche Wem ' bauer gewesen sein soll. Von ihm heißt es. „Er pflanzte Weinberge'; auch verstand er es, aus den Früchten des W-instockeS Wem zu bereiten Zu allen Zeiten gilt der Weinstock als ems der edelsten ®o£ tesgeschenke, vom Herrn selbst wengehaltm M «m Veraleich: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Re­ben " In Palästina, Griechenland, Jtalim usw. hei­misch, wurde der Weinbau in Dmtschlchand durch dm römiichm Kaiser Probus um 280 n. Ehr. emgesührt. Die Anfänge wurden während der ^“^.^^“nberung wieder zerstört, und erst Karl der Müße ist der Grün­der des heutigen Weinbaues am Rhein durch Anlage der jetzt noch im bestm Ansehen stehenden Ruteshei­mer Weinberge Bald dehnte sich der deutsche Wein­bau weiter aus, selbst in Gegenden derm klimatische Verbältnisse sich später als untauglich für das Ge- decken des Weinstockes erwiesen, weshalb er dort nach und nach wieder verschwand. Jetzt sind llt'nmdm des deutschen Weinbaues die User vom Rhein, Mosel, Nahe, Rheinhessen, die Pfalz,^ranken, Baden, Württemberg und Elsatz-Loth ringen. In Nord- deutfchland wurde fast in allen Testen Weinbau be­trieben besonders in der Mark. Um Berlin. Potsdam, Bre-sto'w, Spandau, Frankfurt a. Oder, Kottbus, Fürstenwalde, Wriezen, Treuenürichen, Brandenburg u c. gab es viele Weinberge. In Berlin ernmem heile noch einige Straßennamen, wie Wemstraße W-iubergswog und Weinmeisterstratze an dre alte Bcstine/Weinzeit. Noch im Jahre 1782 ^tte Bu­lin «n Weingelände von nmn Morgen, auf ban & Faz un Werte von 430 Tal em gecnitetrourbeiL Mndürgs ist man erstaunt, wenn diL Berichte aus Alb Berlin an geben: „Zum größten -eil zur ||18-

Aus"historstcheu uttb naturwissenschafÜ-ichm For­schungen steht fist, daß der Weinstock, ixn bte Botmnk „ach Sinne mit dem Ramm Vitis vmifera bezeich­ne! zuerst zwischen dem 20. und 40. „geographischen Brcidengrade angebaut und durch phönizische Kolonlstm an dm Ufem de» Mirtellan- dischcn Meeres angepflanzt wucke Mit der attmaj», lichm Entwaldung Galliens und Germaniens breitete fist die Anpflanzung des Weines nach b«n $orben , aus. Als Nährmittel fand der Saft der Traube we- j nii Beachttiiiq,.. west die aus fernem Genüsse ent-: stehende scheinbare Sättigung nur eine momentane > unb mehr aus die Beere» selbst gerichtete nicht abu; derart war, daß man überhaupt Hungerstillung und, kräftigenden Stofsersatz von ihr ,ertoartet£. So tourbe ber Sait der Traube ein vorzügliches Gmußmtt el von iroßer Beliebtheit, aber auch mit der Zest em । HestmittÄl. Hinsichtlich des schon früh in Agm und = Afrika beliebt gewordenen Genusses von ai^gepreß- > tem Traubensast gibt die Bibel hinlängliche Belege; i über dessen Heilgebrauch bei Erkrankungen redet schon ■ Plinius mit großer Ausführlichkeit und gtoar bei. denselben Krankheiten, wo noch heute sich Trauben- kuren nützlich erweisen. Auch Galen, 130 n. G()r., berichtet über die absührende Mrkung des Traubew saftcs, und arabische Aerzte tun dasselbe. Erst in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts sand die mestwdische Anwendung der Traube als zu bestimmten Kurzwecken eme wissenschaftliche Be- aründimg und Ausführung. .

Dei eine empfindet bei und nach dem Gmuffe Wohlbehagen und angenehme Kühlung, bet andere muß den erfrischenden und durststillenden Genuß u. a. mir Magendruck und Leibschneiden büßen. Der Wcikstraubengeuuß ist an sich kein völlig ll^^Bitiger

gewerbe auch dieser Apparate bemächtigt, unb man begegnet ihnen nun in überaus gefälligen Formen, bte an altrömische Lampen erinnern, unb die einen Schmuck jedes Rauchtisches bilden. Der Triumph aller Wärmreinrichtungm aber, bte bisher ersonnen worden sind, stellt ber elektrische Bettw ärmer bar. In feinem Innern ist das Feuer aller dem Menschen schädlich« Eigenschaften entkleidet, es ist nur noch Wärrnespmder und läßt wie ein trefflich gezähmtes Raubtier alle in feiner nächsten Rahe befindlichen Dinge hübsch artig in Frieden. Dieser Bettwärmer ist, von außen gesehen, nichts als ein mäßig dickes wol­lenes Tuch von vollkommener Biegsamkeit. Mit Hilfe feiner, von wißen gar nicht fühlbaren Drähte in sei­nem Innern wird es stündig warm gehalten. Die­ses Instrument ist für hie Krankenpflege natürlich sehr roid)tig,benn es gestatte!. Laß der Patient, der eme« Erwärmers bedarf, stets woistverhütlt bleiben kann.

Sehr hübsche Apparate sind u. a. auch für das Eierkochen erfunden worden. ES gibt hierfür eine Uhr, die für gewöhnlich still steht und erst dadurch . .. . . . - .- . ™

automatisch aufgezogen und in Gang gesetzt wird, daß em fach m folgender Weste verfahren: m dem Mo- tuan ihren Zeiger auf die Zahl der Minuten stellt, ment, wo die Verwandlung einer Perlon vor fick während deren man die Eiet kochen lassen will. Nach r-" .........

Ablauf der bestimmten Zeit ertönt ein sehr lautes Klingelzeichen und darauf ist die Uhr wieder in voll­kommener Ruhe. Für ganz besonders unaufmerksame Köchinnen ist jedoch in noch raffinierterer Weise ge­sorgt. Es gibt nämlich eine Eieruhr, die viel zu stolz ist, um erst durch Klingeln menschliche Hilfe hcr- b.izurnfin, damit die Eier nicht zu hart werden. Sie hilft sich selbst. Bei diesem Apparat legt man bte Eier auf ein Drahtgeflecht, das durch ein Kettchen mir dem Uhrwerk verbunden ist und selbst in das kochende Wasser hineinhängt. Man stellt den Zeiger auf die gewünschte Minutenzahl und hat sich dann um nichts weiter zu kümmern. Zur bestimmten Zeit steigt das Geflecht mit ben Eiern von selbst aus dem Kochtops

nochmals heran und saust über die künstlichen Beine hinweg. Nachher wird die Aufnahme nochmals un­terbrochen und der Krüppel wieder durch den Be­trunkenen ersetzt.. Bei der Vorführung des Films aber ist von ben Unterbrechungen keine Spur zu merken. Der Film reiht nämlich hierbei Bild an Bild und der Beobachter merkt die Unterbrechung gar nicht, natür­lich auch nicht die fehlenden Phasen, welche die Ver­wandlung auf die natürlichste Weise vor sich gehen las- fai. Auf diese Weise also kann man leicht die z. B. t ®nr)te!lungen »on »ergangen m . öje[en Märchen vorkommenden Zaubereien in rei= B. der Brandung des Meeres, des ■ * @rf$eimmg treten lassen: leblose

Gegenstände führen einen Tanz auf, dabei aber haben diese Gegenstände menschliche Gesichtet und schneiden die komischsten Gqimasfin, Streichhölzer spazieren aus der sich selbst öffnenden Dose unb bauen sich zu Figuren auf. Ferner ficht man Werkzeuge von selbst, ohne Zuhilfenahme eines Menschen, Arbeit leisten; so sah der Verfasser vor einiger Zeit einen Trickfilm vorfühven, (Ulf d.m tu einer Tischlerwerkstatt die Werkzeuge, wie Hobel, Säge, Hammer usw. ganz allein die Möbelstücke fertig stellten. Wer das zum ersten Male sieht, ist ganz verblüfft. Aber die Er­klärung ist ja oben schon gegeben: es bleiben die Hilssoorgänge dem Zuschauer verborgen, da sie nicht mit photographiert werden. Freilich ist eine solche Ausnahme, wie sie dem Beispiele der TtstyterwerPatt entspricht, ziemlich mühsam wagen der vielen Unter brechungen. Bisweilen steht man ferner Films, auf denen ein Mann an den Wänden hinaufkriecht, oder

das Abstellen des Wasserausflusses bewirk: auch so­gleich ein Aus schalten des Stromes. Freilich dürste sich diese selbst im elegantesten Boudoir mögttiche, gänzlich rauch- und geruchlose Heißwasserbereltung nicht gerade billig stellen, da für die schnell zu erzeu­gende Hitze sehr viel Strom verbraucht wird. Ein ge­radezu ideales Werkzeug für den Haushalt stellt auch das elektrische Plätteisen bar. Es wird jetzt bereits in allen Größen hergestellt, vom riesenhaften, an die zwanzig Pfund schweren Bügeleisen bis zum aller- zierlichsten Spitzenplätter von der Größe einer Da­menhand. Es ist Sußeckich wiederum von größter Einfachheit denn der Heizapparat ist gänzlich im Innern verborgen, und die schmiegsame Leitungs­schnur bietet nicht das geringste Hindernis b« der Plättlnwegung. Vielfach sind die elektrischen Platt­eisen so eingerichtet, daß ber Strom nur dann einge­schaltet ist, wenn dne Hand denG"Ä uf!t-veutrner in «ctpztg mw xjeruu. yici» ycv. - an, Am bekanntesten von allen elektrischen Heizapparaten, 8ein#(nA geb. 1,25 dH.) Das Buch gibt, durch zaht- sind wohl die Zigarrenanzünder. Bis vor kurzem । re-^e jr,teieffanie Abbildungen unterstützt, nach einer traten sie nur in einer recht häßlichen Form aus, die i Tmfiigung des Prinzips des Kinematogaphen in das an dir früheren nnförmlichen Telephonhörer erinnerte. System menschlicher Erfindungen und einem lieber- Und tatsächlich ist es im Hause des deutschen Reichs- " r ' " - *• h. «-

Inges passiert, daß ein Abgeordneter den Zigarren­anzünder für ein Telephon hielt und in ihn hin ein­zusprechen versuchte. Das bekam dem Herrn aber schlecht, denn er verbrannte sich an der plötzlich glühend gewordenen Platte gründlich ben Mund, was ihm, dem Schweigsamen, auf ber Rednertribüne noch nie passiert war. Jetzt hat sich das moderne Kunst-

Hieraus erkennt man am besten, welch: urige., hmre Macht das nur minuteiilange Kinodrama als ' Ausdrucksnnttol für Leidenschaften und ! äüf° ben Rücken und macht mit'Armen und Beinen

; rangen, als Darstellungsmittel für Tugend und Saftet . F^gbewegungen. So sah der Versasser z. B. einen i besitzt. Zum Gluck hat ui neuerer3ntba3 bc-iere medroürbige an bie Jules Verneschen

Element wieder die Oberhand Gewonnen, unb ba3 , erinnetrlbe @ctoi£bte cincS Chemieprofesiors

Niveau der Kr^thE-Ptogramme h e b s r ch mehr . ffi; P^fiffot erfand in seinem Labocato- unb mehr Hier hat einmal bte „^en-1 Stoff, der die Schwere der Körper auf-

lU« unv-rkennbar segensreich zwickt und es ist zu . mit betien CI in Berührung kommt, d. h. alle Affen, daß die Kuiemato.raphie noch Boll» schweben in die Höhe. Der Professor

bildungsuuttel ersten Range» wird । ,;bbrschMet sich selbst mit dem Stoff, und beginnt nun

Neben dies« „Dramatischen Films nehmen aber - schwebe»; man sieht ihn über

auch die hunroristrschen, kom ia-en und possenhaften j schweben, bann in ben Wolken (wobei die

Films in dem Programm ümocheater emen brer- ■ ^jDc6Enbc und abtanzende Bewegung durch die im Raum em. Aucy hierin wird von ben ^eiellWafr- . . . «■ „e Bewegung des Aufnahmeapparates erzielt ten, welche derartige Films Herstellen, oft Erstaun-; iyu..be? ^ie fortschreitende Bewegung aber wurde liches geleistet, wovon man ,ich leicht m «nem besseren ■ h^orgeötacht durch die Bewegung von

Kmothcater üfiagaigen tanu. I ^^uchwolken, die über ben Boden geblasen wurden.

Alle die kornifchen Bezebenhelten aber, welche aas | 1 r f berl gilm ausgenommen wa-

-------------------- , „ . t i derartigen Films dargestellt find, haben m der Regel °"rr vut?" - r.«=_ durch das Drehen des Hahns selbsttätig bewegt, und. e:nen aemcin'amrn roten Faden: sie laufen schließ-