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d Bei der Ausfahrt ergötzen prachtvolle Gärten, Oran- > gen- und Zitronenhaine unser Auge. Eben durch- > fährt die Bahn im Silberglanz der Morgensomw [t die fruchtbare Ebene Saron und fuhrt uns nach L I Lvdda/der Stadt des hl. Georg, des Drachentoters. n | Wir befinden uns auf historischem Boden und wer-

| >ier erkrankte und starb einer der tüchtigsten ,Kreuz> Wahrer, der Ger»hl unserer lieben hl. Elisabeth,

aebiet.

* Aus Thüringen, 22. Oft. 1911- Der Gemeinde­rat in Weimar hat einstimmig beschlossen, die Staatsregiemng zu ersuchen, im Bundesrat für die Oeffnung der Grenzen für die Vieheinfuhr einzutretem otveit nicht sanitäre Bedenken vorhanden sind, fer­ner für die Aufhebung der Zölle auf Mais und Futter­artikel zu wirken und auf der Beseitigung des Ein- fuhrscheiwvesens zu bestehen. — Ein sogenannter Wun­derdoktor hatte seine .Kunst" in H ohnd o rf bet Co­burg versucht. Eine geistig kranke Frau wollte er het- len. Er nahm zwei schwarze Hühner, rupfte ihnen bei lebendigem Leibe die Bauchfedern aus, schnitt ihnen dann den Bauch auf, daß die Därme heraustraten und band sie nacheinander der Frau noch lebend auf den Kopf, von dem man vorher hatte die Haare abfchner- den müssen. Die erste Henne verendete erst eine halbe Stunde nach dem Bauchschnitt auf dem Kopf der Frau, worauf die zweite an die Reihe kam. Der hinzukom­mende Schwiegersohn der Geisteskranken machte dem Humbug ein Ende und tötete das gequälte Tier. Der Wunderdoktor, der wegen Kurpfuscherei und Betrugs, schon vorbestraft ist, kam mit der niedrigen Strafe von vier Wochen Hast wegen Tierquälerei davon.

Maik bei der Landeskreditkasse zu 4 Proz. zu borgen, fand Annahme. . ,

* Kirchhain, 22. Oft. 1911. Am 81. d. M. be­ginnt hier bekanntlich ein Meisterkursus für Kirchhain und Umgegend. 25 junge Leute haben sich zur Teilnahme angemeldet. Die jungen Geschäfts­leute der Kreisstadt selbst fehlen seltsamerweise saft ganz. Es sind für den Kursus IDO Unterrichtsstun­den vorgesehen, wovon 20 für geschäftliche Korrespon­denz und gewerbl. Rechnen, 26 für gewerbl. Kalkula­tion, 26 für gewerbl. Buchführung und Wechsellehre und 28 für Gewerbe- und Gesetzeskunde in Aussicht genommen. Der Unterricht ist, damit die auswärti­gen Teilnehmer nur wenige Stunden von ihrer Ar- beitszeit einbüßen, auf zweimal abends von 6—8 und Sonntags in die Zeit von 1—4 Uhr nachmittags ge­legt. — Beim Schneiden von Dickwurz geriet der Arbeiter S. mit der linken Hand in die Dickwurz­mühle, wobei ihm ein Glied eines Fingers abgeschnit­ten wurde. Auch die übrigen Finger wurdm ver­letzt. — Die Verkoppelung der Kirchhat- nerGemarkungist beschlossene Sache. Ehe nach Kirchhain eine Spezialkommission verlegt werden kann, muß die Wohnungsftage gelöst werden.

* Ziegenhain, 20. Oft. 1911. Anerkennung heimischen Ku n st fl e i ß es. Herr Schneider­meister Joh. Lange in Niedergrenzebach erhielt für zwei auf der Turiner Weltausstellung ausgestellte le­bensgroße PnppeninSchwälmerKleidung eine silberne Medaille.

♦ Frankenberg, 22. Oft. 1911. Ein junger Mann aus Franfenberg hatte den Schreinermeister K. miß­handelt, wofür er vom hiesigen Schöffengericht zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Da­gegen legte er Berufung ein, die vor der Marburger Straflammer zur Verhandlung fern. Die Berufung

Aus Gderheffen u. den Hess. Aemtern.

△ Marburg, 22. Oft- 1911. Der Kr eista g be­schloß, der Regierung den Wunsch zu äußern, die Regierung möge den mit der Verwaltung beauftragten Landrat von und zu Löwenstein als Landrat für den Kreis Marburg dem Könige Vorschlägen. Als Kommunallandtagsabgeordneter wurde Kreistagsab­geordneter Bürgermeister B r e it st a d t in Hassenhau^ sen gewählt. Große Meinungsverschiedenheiten zwi­schen den ländlichen und städtischen Kreistagsmitglie­dern brachte die Frage der bereits im Bau begriffenen Wanderarbeitsstätte in hiesiger Gemarfung. Von ersteren wurde betont, daß es auf dem Lande überhaupt schwer halte, Arbeiter zu bekommen. Wenn mau den Wanderern auch noch solche Paläste für 146 000 Mf. hinstelle, würde es nach schlimmer werden. Die Wanderer möchten arbeiten, dann brauchte man keine Polen, Kroaten usw. in Deutschland. Ihnen wurde bedeutet, daß ja gerade durch die für ganz Kur- Hessen bestimmte und auch von diesem gebauten Wan­derarbeitsstätte Ilbhilfe erwartet würde. Es kämen bann nur noch solche Wanderer nach Kurhessen, denen es mit der Arbeit ernst sei. Der Antrag, die 146 000

M 243.

Mittag 25. Otto»« Wt

38. Jahrgang.

wurde verworfen. ,, _

♦ Homberg, 22. Oft. 1911. Der bis zum Jahre 1902 an unserem Seminar wirfende Kgl. Musikdirektor Seminarlehrer Robert Meister ist in der Klinik zu Halle kurz vor Vollendung seines 59. Lebensjahres an den Folgen einer Operation gestorben und in Hildes­heim beigesetzt worden. Er war vom Jahre 1902 ab am Seminar zu Eisleben und hat sich einen Namen gemacht als Komponist, Herausgeber und Sammler von Orgel- und Gesangswerken. .....

* Fritzlar, 22. Oft. 1911. Nach zweitägigen Voo arbetten wurde am Freitag die Sprengunj bet Trü mm e r der niedergebrannten Buchenhorst schen Kunstmühle durch eine Abteilung Pioniere vorgenom­men. Noch während der Minierungsarbetten ereig­nete sich ein Zwischenfall, der leicht für die Feuerwehr sowohl wie für die Pioniere Verderben hätte bringen fönnen. Noch während der Arbeiten am Gebäude stürzte die noch stehende Brandmauer in sich zusammen und hätte sicherlich Opfer gefordert, wenn nicht das gesamte Personal durch einige ab- bröckelnde Steine aufmerksam gemacht, eiligst die Flucht ergriffen hätte. Nach der beendeten Sprengung wurde der von der Hess. Vrandversicherung zu zah­lende Schaden auf ca. 75 000 Mark geschätzt.

Masaikbilder aus -em Orient

Reiselkizzen von Dr. Jos. L a m m e y e r, Beirut (Syrien) n. Vom Libanon zum Sion.

(Fortsetzung.)

Rach mehr als zweimonatlichem Aufenthalt ver­ließ ich den Libanon, um mich in Beirut einzuschif­fen Der Abstieg vom Gebirge mit dem mit drei Vierden bespannten Postwagen war nicht beschwer-

2lus dem Nachbargebiete.

♦ Kleinalmerode, 22. Oft. 1911. Auf Verfügung der Staatsanwaltschaft wurde der Landwirt S. von hier, dessen Wohnhaus fürzlich abbrannte, wegen Verdachts der B ra n d st i f t u ng verhaftet und in das Amtsgerichtsgesängnis nach Witzenhausen ab« geführt. ..

* Gelnhausen, 22. Oft- 1911. Der Rittergutspach­ter Kn a u er-Altenhaßlau, der sich um die Hebung der Landwirtschaft in hiesiger Gegend sehr verdient ge­macht hat, wurde zum Oefonomiertit ernannt. — Eine ruchlose Tat wurde hier an dem Neubau des H. Zipf in der Bahnhofstraße dadurch verübt, daß die neuaufgeführte Brandmauer abgerissen wurde.

* Eschwege, 22. Oft. 1911. Den Bezug von billigen Lebensmitteln will auch unsere Stadtverwaltung in die Hand nehmen. Es ist zu die­sem Zwecke eine aus je vier Mitaliedern des Magistrats und der Stadtverordneten bestehende Kommission ge­bildet worden die die erforderlichen Schritte tun soll Zunächst ist ein Bezug von Kattvffeln beabsichtigt, doch sollen auch andere billige Lebensmittel, wie Fleisch und Gemüse, beschafft werden.

* Heiligenftndt, 22. Oft. 1911. Als der Mühlen­besitzer Heise in U d e r den Mühlrechen reinigte, sand er die Leich e eine» Kind es. Bei näherem Hin­sehen machtest die traurige Entdeckung, daß es sein eigenes tjähriges Töchterchen war, das in einem un­bewachten Augenblick ms Wäger ge allen war. — Bei der Zwangsversteigerung der hiesigen Zement­fabrik blieb mit 65000 Mark der Hess. Bankverein in Kassel Höchstbieteiider.

vermischtes.

* Die rotbraunen Handschuhe, die zurzeit noch einen Teil des Dienstanzuges der preußischen Ossi- ziere darstellen, sollen durch andere ersetzt werden.

* Der Typhus. Wie im Ruhrgebiet haben auch im oberschlesischen Industriebezirk die Typhus- erkrankungen einen bedenklichen Umfang angenom­men. So sind allein in Myslowitz bis jetzt 17 F ä l l e aemelbet worden. In Boguttchütz ereignete sich ein Todesfall.

♦ An Trichinose erkrankt sind in einigen Dörfern des Kreises Strasburg in Westpreußen mehr als dreißig Personen, die von dem Fleische eines zu Radomno geschlachteten Schweines gegessen haben. Zwei Personen, die das Fleisch in rohem, gehacktem Zustande genossen, sind bereits gestorben. Es erfok.en noch täglich neue Erkrankungen.

♦) Bal. daS Siegesdenkmal des Königs Scheschonk L zu Karnak Neuß a. Rb. 1907, von» Verfasser.

feA NESTLE ^^77 Altbewährte Nahrung -! fürKinderundKrank

währsmarm, der bereit sei, seine Aussage eidlich ;u erhärten, könne bekennen, daß die Liberalen tn Greifswald-Grimmen in den Jahren 1901, 1903 und 1907, wo es sich um die Wahl des Herrn Gothein handelte, an dre sozialdemo­kratische Parteifasse in Greifswald meh­rere tausend Mark bezahlt haben, gewis­sermaßen als Dank für die geleistete Stichwahlhilse. Diese Angaben wurden alsbald in der ftetftnmgen Presse als unwahr bezeichnet und es wurde mit aller Entschiedenheit bestritten, daß jemals den Genossen von freisinniger ©eite ein Beitrag zur Parteikaffe geleistet sei. Die Freisinnigen scheimn etwas an Gedächtnisschwäche zu leiden. Denn ihr roter Bun­desbruder erinnert sich, wie.eine Notiz der Stettiner sozialdemokratischen Organs beweist, noch sehr gut an die klingenden Lohn bringende Wahlhilfe. Das Sozialistenblatt hängt dem Eingeständnis zwar em beschönigendes Mäntelchen um, mdem es erklärt, daß die Sozialdemokratie Herrn Gothein aus poli­tischen Gründen in der Stichwahl unterstützt habe. Zum Schluß heißt es dann wörtlich:

Selbstverständlich hat dann die Partei, welche diese Unterstützung zugute gekommen ist, rote das überall im politischen Leben üblich ist, die von unseren Genossen gehabten Unkosten erseht.-'

Also Bezahlung haben die Genossen erhalten. Daß so etwas selbstverständlich und überall im po­litischen Leben üblich ist, ist eine etwas kühne Be­hauptung des Sozialistenblattes.

** München, 21. Oft. 1911. In der Kammer der Abgeordneten erklärte der Minister des Aeußern v. Podemils auf die Interpellation der Sozialdemokraten, warum die Staatsregierung bet den deutsch-französischen M arokk oder Hand­lung e n von dem Bayern zustehenden Recht der Einberufung des Ausschusses des Bundesrates sur auswärtige Angelegenheiten feinen Gebrauch ge­macht habe, er müsse sich mit Rücksicht aus die schwe­benden Verhandlungen die B e a n t w 0 r t u n g versagen. Für die bayerische Regierung tote für den Landtag bestehe aller Anlaß, die gleiche Zurück­haltung zu üben, die die Reichslettung für tue par­lamentarische Behandlung des Gegenstandes sich auferlegt habe. — Das Allgemeinbefinden des Prinzregenten war in den letzten Tagen durch­aus n ich t zu f r i e d e n st e l l e n d. Der Bronchial- kaiarrh hat sich zwar etwas gelost, doch sind die Aerzte durch das Nachlassen der Kräfte beunuhigt. Es wird eine Uebersiedlung des Patienten von Berchtesgaden nach München ertoogen.

den erinnert an bedeutsame Ereignisse aus der Zeit der Kreuzfahrer. Weiter geht es nach Ramlo, nach der Tradition die Heimat des Joseph von Arima- thäa. Die Bahn hat ziemlich starke Steigungen zu überwinden durch dunkle Bergschluchten hindurch, bis sie in Jerusalem mündet.

Heilige Spannung, weihevolle Gedanken befallen beit ernsten Wanderer, der zum ersten Male seinen Fuß auf diese geweihte Stätte setzt. Alle großen Orte des Altertums haben ihr charakteristisches Merkmal. In Athen blühte die Weltweisheit, die Philosophie, Rom zeichnete sich aus durch kriege­rische Tapferkeit und durch seinen Sinn für das Recht, Theben mit seinen Bauten versinnbildet die Ewigkeit. Und so hat auch Jerusalem sein Cha­rakteristikum, die Heiligkeit. Noch heute heißt es bei den Mohammedanern in den Atlanten wie in der Conversation el- Kuds d. h. „die Heilige" oder „Jöauä der Heiligtümer". Bon allen Städten der Welt ist-Jerusalem die heiligste. Nicht nur die ehrwürdigsten Gestalten der Vorzeit, Könige, Pro- pheien, Apostel sind darin gewandelt, sondern der Heiligste der Heiligen hat dort gelebt, gelehrt, ge­litten und ist für uns hier gestorben. Jerusalem mit seinen engen, krummen, winkeligen Straßen und Gassen ist eine uralte Stadt. Seit Auffindung des Archivs von Tell=el=Amarnd (1887) in dem Pa­läste des ägyptischen Königs Amenophis IV-, der um 1400 v. Ehr. mit syrischen Kleinfürsten korre­spondierte, weiß man, daß Jerusalem schon in vor­israelitischer Zeit existiert hat. Denn auf einem Tontäfelchen wird dort ein Kömg von Urusalrm erwähnt. In der assyrischen Sprache heißt Jeru­salem Ursalimmu. Auch in Karnack rn Ober» äqypten und in der Siegesliste des Königs Sche- fchonk I. scheint Jerusalem gestanden zu haben?) Die Stadt war von den Jebursten bewohnt, bevor David sie eroberte und zu seiner Residenz machte. Obgleich Jerusalem 36 mal erobert und zweimal bis aus den Grund zerstört und ganz anders auf­

mußte, um vielleicht bei der Rückkehr eine günstige Gelegenheit abzuwarten. Jaffa, das alte Joppe, gewährt einen malerischen Anblick durch seine Lage auf einem terrassenförmig zum Meere abfallenden Feigenbäumen. Wie Beirut Hafenstadt für Da­maskus, Alexandrien für Kairo, so hat Jaffa seine Bedeutung einzig und allein als Hafenstadt für Jerusalem. Ihr Name ist hebräischen Ur­sprungs und bedeutet so viel als „die Schöne". Die Größe der Stadt wächst mit der Zunahme der Pil­gerzüge — man rechnet jährlich 15 000 Wallfahrer — sowie mit der landwirtschaftlichen Erschließung der Ebene Saron. Tie ganze Stadt wird überragt durch die Kirche, das Kloster und Hospiz der Fran­ziskaner, wodurch sie einen christlichen Stempel er­hält, obwohl nur 10 000 Christen in chr wohnen gegenüber 30 000 Mohammedanern. Jaffa ist der Oit, wo der hl. Petrus auf dem Hause des Gerbers Simon nach der Auferstehung der Tabitha jene be­rühmte Erscheinung hatte, hier schiffte sich der Pro­phet Jonas ein, als er nach Tarsus fliehen wollte, hierher sandte 1000 v. Chr. König Hiram von Tyrus dem Könige Salomon Cedernholz vom Libanon zur Erbauung des Tempels. Wohltuend ist es, daß an verschiedenen Orten des Orients so in Beirut, Je­rusalem, Haifa und auch hier in Jaffa sich euro­päische bezw. deutsche Postämter befinden. Die tür­kische Post steht trotz allen Bemühens noch nicht auf der Höhe unserer Postanstalten. So kommt es oft vor, daß Briefe nicht ankommen, die auf der türki­schen Post aufgegeben werden, selbst wenn man die angeratene Vorsicht gebraucht, zu warten, bis der Beamte den Brief abgestempelt hat. Nachdem ich auf der deutschen Post einiges erledigt hatte, ging es weiter zum Bahnhof, der ungefähr eine halbe Stunde von dem Hafen entfernt ist. Täglich gehen zwei Züge, etwa 8 Uhr vormittags und 2 Uhr nach­mittags, die in vier Stunden Jerusalem erreichen.

Amt Geisa und Umgebung.

* Geisa, 22. Ott. 1911. Als Friedensrich­ter sind im Amt s g eri ch t s b ezirk G e isa bis »um 30. September 1915 gewählt und verpflichtet worden: Stadckämmerer L. Deschmier-Geisa, Land­wirt Wingenheld-Wiesenfeld, Lehrer Köhler-Geismar' Landwirt Flading-Spahl, Landwirt Stehling-Ketten (mit Walkes und Apfelbach), Landwirt Löhl-Motzlar Landwirt Martin Rudolph-Schleid, Gastwirt Robert Schuchart-Kranlucken, Landwirt Berhard Schuchert- Kitters (mit Gerstengrund und Hochrain), Schreiner Willhau'Bremm, Landwirt A. Schuert-Geblar (nut Borbels und Mieswarz), Landwirt F. Mötzung-Otz- bach Laudwitt Adolf Fischer-Bermbach, Gemeind^ rechner Albin Hahn-Borsch, Bürgermeister Joseph Manuel II-Bnttlar und Landwirt Joseph Kramer- Wenigentaft. „

* Dermbach, 22. Oft. 1911. Für die am 13- No­vember beginnende Schwurgerichtsperiode wurden aus hiesiger Gegend ausgelost Klempnermei- ter Karl Siegel-Wallershausen. Kaufmann Frrtz Eisenacher-Vacha, Landwirt Karl Friedrich Schneider- Kaltennordheim, Gastwirt Friedr. Christian Dittmar- Kaltennordheim, Gewehrfabrifant Udo Anschutz-Zella, Kaufmann Karl Wagner-Gerstungen, Gastwirt Ed­mund Richter-Ketten, Rittergutsbesitzer Generalmajor 1 D Graf Karl zu Boineburg-Gehaus, Buchbinder Andreas Kaspar Fröhlich-Tiefenort Metzgermeister und Gastwirt W. Bohn-Stadtlengsfeld, Peitschenfabrr- fant Karl Ludwig Heim-Kaltennordheim

* Unterbreizbach, 22. Oft. 1911. Em Knecht, wel­cher bei dem ^Bauunternehmer Kropf in Stellung war, Nnnde von feinem Fuhrwerk das mit Kies beladen war üb erfahren. Der Tod trat sofort ein

* Salzimgen, 22. Oft. 1911. Bei einer Kuh des Wagners Joh. Kirschner ist die M a u l- u n d Klau­enseuche feftgestellt worden. Gehöstsperre ist ange­ordnet. Der andere Teil der Stadt ist Beobachtungs-

«ch um so ungemütlicher aber die immer mehr zu­nehmende Hitze, die unten in Beirut am Meeres­spiegel fast unerträglich wurde, besonders für den, der längere Zeit in höheren Regionen zugebracht hatte. Ain wahrer Kampf begann bet der

Vor dem Zollamt. Meinem Diener, der mich bis an das Boot begleiten sollte, wurde das Gepäck förm­lich aus den Händen gerissen. Nun fielen andere Lastträger über den Inhaber der Bagage her, um sich ihrer zu bemächtigen und ihrerseits den Bak­schisch zu verdienen. Ebenso erging es trotz alles Protestes einem alten türkischen Major, deutscher Abkunft, der schon 30 Jahre im Orient wohnt. Die Hauptsache ist, daß mau das Gepäck nicht aus Pen Augen läßt, sonst ist es verloren. Mit dem jvirklich schön ausgestatteten ägyptischen Dampser Jsmallia ging es so nun südwärts der syrischen Müste entlang an dem uralten Sidon und Tyrus vorüber nach Haffa. Wir hatten eine glückliche Fahrt. Lehr oft ist die See bewegt. Noch im vergangenen )ahre sind mehrere Schiffe hier an die Klippen geschleudert worden. Wie ich vernahm, sollen bei olchen Unglücksfällen die Eigentümer der gesunkenen Schiffe letztere an Bewohner von Haifa um geringen preis verkaufen, die bann mit Hilfe von Tauchern lie Fahrzeuge heben und so in ihren Besitz kommen, vodurch manche schon zu reichen Leuten geworden ein sollen. Bevor wir Haifa erreichen, blitzt in der ferne im Sonenlicht Akkü auf, das alte schon im Zuche der Richter erwähnte Akko, das Ptolemais er Römer, daS St. Jean d'Arce dn Johanntter. biet erkrankte tteb starb einer der tüchtigsten Kreuz-

** Der rechte Kandidat. Der frühere national« Eerale, jetzt fortschrittliche ehemalige Jesuit Gras 0 e n s b r 0 e ch empfahl sich vor kurzem wieder tmal als Reichstagskandidat im Osnabrücker eise. Dabei führte er ans, daß er allein der rechte ann sei, den Ultramontanismus aus dem Sattel heben, da ja der Kampf gegen Rom sein Lebens- rk sei. Die Nationalliberalen seien Verräter am f>eralismus, ihr Kandidat sei nicht der rechte Mann, c werde nie eine- Rede gegen den Ultramontanis- ptu§ halten; aber ER, Gras Hoensbroech, sei der geeignete Mann, mit beiden Händen solle man ihn wählen. — Hoensbroech hat sich für den Fall, daß tzr gewählt wird, bereits im Reichstag einen Platz peben Müller-Meiningen ausgesucht. Die beiden wollen bann zusammen bie Fraktion der Aatholikenfresser bilden. Heil!

* Merkwürdige Staatsstiitzen! Die „Germ." K: Nach der Feststellung der „Kölnischen

0." hat bei der letzten Reichstagser- satzwahl in Düsseldorf ein dortiger komg- lich preußischer O b e r r e g i e r u n g s r a t sur bte Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten agitiert, und „der Herr Regierungspräsident und andere hohe Beamte bei der Stichwahl von ihrem Wahl­recht keinen Gebrauch gemacht, also in dem Kampf gegen die Sozialdemokratie der libe­ralen Parole auf Wahlenthaltung Folge geleistet". Die erste, auf den OberregierungSrat bezügliche Be­hauptung hat der Regierungspräsident für „völlig stnwahr'" erklärt, während die „Kölnische Volksztg. sie aufrecht hält. Dagegen hat der Herr Regierungs­präsident zu der zweiten, seine und anderer hohen Beamten Wahlenthaltung betreffenden Be- Iiaiürtung nicht sich geäußert, so daß an der Wahr­heit dieser Tatsache wohl nicht gezweifelt werden ann. Wir hoben diese Tatsache hervor und stellten >ie Frage: was die „Norddeutsche Allgemeine Zig. u diesem „staatserhaltenden Verhalten von hohen ssegierungsbeamten zu sagen haben werde. Seit­dem sind 10 Tage vergangen, aber wir haben eine lntwort auf diese Frage in dem offiziösen Organ >es deutschen Reichskanzlers und preußischen Mmi- terpräsidenten bis heute nicht gefunden. Wir to t e- ,erholen daher die Frage, weil die Angelegen­reit um die es sich handelt, von außerordentlicher > Bedeutung und Tragweite ist. Die Oesientlichkeit hat ein Recht darauf, zu erfahren, wie bte Regierung zu der ungeheuerlichen, feit dem ?bestehen des Reiches noch nicht dagewesenen Tat- ache sich stellt, daß ein Regierungspräsident und ihm linterstellte Beamte bei der Stichwahl zwischen entern bürgerlichen Kandidaten und entern Sozialdemo­kraten der Abstimmung sich enthalten und dadurch die Wahffl des Umstürzlers fördern. Die 'Desfentlichkeit will wissen, ob jene Beamte durch Are Wahlenthaltung den Absichten der Regierung Ventäß gehandelt haben. Sollte die „Norddeutsche klllqem. Ztg." hierüber nichts zu sagen wissen, so wird die Frage später an einer Stelle wiederholt werden, an der sie beantwortet werden

Sozialdemokratische Wahlhilfe gegen einige Tausendmarkscheine. Der konservative Reichstags- fandidat für Greifswald-Grimmen, Rechtsanwalt Dr. Langemak, hatte fürzlich in einer Wahlerver- sammlung die Mitteilung gemacht, em sicherer Ge-

veutsches Reich.

8. 3n der Kommission zur Anfhebnug des Hilfs-

fass SSTS8L7°Äw.

4- Die Teuerungs-Interpellation des Zentrums wird, wie wir erfahren, am heutigen Montag vom Aba Dr. Spahn begründet werden. Außerdem Serben in der Debatte noch das Wort ergreifen bte Abgg. Dr. Heim und GiesbertS. Ob noch Reitete Mitglieder der Zentrumsfraktion sprechen (Verben, wird von den Umständen abhängen. Tie 'Zentrumssraftion ist einstimmig der Ansicht, daß unbedingt Maßnahmen zur Linderung der Teuerung ergriffen werden müssen und wird dies in der Debatte auch zum Ausdruck bringen.

von fanatischen Mohammedanern bewohnt. Hier Kmart vom Schiffe aus die alte Straße der

Mer, die am Meere entlang Felsen abgesprengt und so eine lange Straße hergestellt haben, da das Gebirge unmittelbar bis an das Meer heranreicht und früher feine Passage zuließ. Bald langten wir in der halbkreisförmigen Bucht von Haifa an. Die Bootsleute waren uns schon eine Stunde entgegen­gefahren und versuchten, ihre Kähne mit Tauen an unserem ziemlich rasch fahrenden Schiffe zu be­festigen. Ich machte die Wahrnehmung, daß einer bei "diesen Manipulationen ins Wasser fiel, aber augenblicklich sich wieder ins Boot rettete. In Haifa durfte niemand landen, weil dort die Cholera ausgebrochen war. Auch bei meiner Rückfahrt, einige Wochen später, war es den Dampfern aus demselben Grunde nicht gestattet, Paffagiere aufzu­nehmen. Zur selben Zeit geriet Stadt und Um­gegend von Haifa in große Aufregung. Ganz in der Nähe wurden drei Damen und ein Herr zu Wagen von acht bewaffneten Individuen überfallen. Der Kutscher suchte im Galopp davonzufahren. Hier­über wütend schossen die Wegelagerer aus die Tou­risten. Bon einer Kugel durchbohrt starb eine Dame, eine verheiratete Frau, auf der Stelle. Die anderen Touristen benachrichtigten sofort den Poli- -eichef der seine Verwunderung darüber ausdruckte, daß sie nicht bewaffnet seien. Da schon seit langem Zeit keine Schisse in Haifa wegen der Quarantäne anlegen, so ist es selbst in der Stadt unsicher ge­worden, da die Räuber die Häuser und Laden plün­dern und sogar die Passanten angretfen. Am nächsten Morgen landeten wir in Jaffa und betraten fdmit den Boden des Gelobten Landes. Bekanntlich ist die bewegte See, zumal diese Stadt feinen Hasen chat und die Dampfer wegen der Felsflippen auf offener See anfern müssen. Im Winter ist bte Ausbootung oft ganz unmöglich, sodaß die Passa­giere gezwungen sind, bis Beirut event. Port-Said wetterzufahren. Bei meiner Rückfehr von Port- Said war das Meer so unruhig, daß der öfter« Ludwig, Landgraf von Thüringen. Es wird meist reichische Dampfer „Dalmatia" die Waren nicht aus- laben konnte, sondern sie bis Mersina mttnehmen

CI Ai m a 2. Blatt.

V I l W U vr«ck und Verlag der zuldaer »ttiendrucker^