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fuldatr

wie folgt:

Hafer

( + 4 ) 178

Danzig

Berlin

Reklamen« und Anzeigenteil.

sagte

wor-

einen

208

212

Kinder­mehl

■14 ) 178 ( + 8)

■18 ) 200 (+ 12)

Kranken- kost

lag in den Händen deS Bildhauer? Dahme, War. bürg; die Türen fertigte Kunstfchloffermeister Seum, Kassel.

* AuS Franken, S. Sept. 1911. Der KindermSr- der Fath von Loh t, der am 15. Mai seine beiden Kinder erhängte, wird sich am 25. September vor dem Schwurgericht Würzburg zu verantworten haben. Fach wurde bereits ins Würzburger Landgerichtsge- fängniS überführt. — Dar Gemeindekollegium in Würzburg ersuchte den Magistrat, Maßnahmen ge­gen die Preissteigerung der Lebensmittel zu ergreifen.

Henorragend bewährte

Nahrung.

Die Kinder gedeihen! vorzüglich dabei il leiden nicht an <

Verdauungsstörung.

Amt Geisa und Umgebung.

* Sünna, 6. Sept. 1911. Unter überaus stacker Beteiligung — es waren ca. 40 Vereine anwesend — fand am Sonntag die Einweihung des neuen Kriegerdenkmals, verbunden mit der Feier des 25jährigen Bestehens des hiesigen Kriegerveceins, statt.

* Helmershausen, 4. Sept. 1911. An der Flur­grenze der Orte Helmershausen nach Wohlmuthausen sieht man jetzt das Gerüst eines Bohrturmes stehen. Seit ungefähr 8 Tagen wird hier tüchtig am Turm und an den anderen Werkstätten gearbeitet, da­mit schon in kurzer Zeit die Bohrungen nach Kali beginnen können, die eine Hannoveraner-Ge­sellschaft unternimmt. Sind die Arbeiten mit Erfolg gekrönt, so darf man schließlich auch daran glauben, daß das Bahnprojekt Meiningen-Hel. mershausen endlich seiner Verwirklichung entge­gen geht.

* Aus Thüringen, 6. Sept. 1911. Die Zentral« sparkasse in Römhild hat zur Linderung der Futternot in den Bezirken Römhild und Themar 25000 Mk. unverzinslich bis zum 81. Dezember k. I. zur Verfügung gestellt, um den landwirtschaft« lichen Vereinen den Ankauf von Streu und Futter­mitteln zu erleichtern. — In der Nähe von Lehn­dorf wurde der Bahnarbeiter Starke, vom Zug überfahren, tot auf dem Gleis aufgefundeu. Gleich- eilig fand man in seiner Wohnung seine Frau und fein Kind, von Brandwunden bedeckt, bewußtlos vor. Man nimmt an, daß sich in der Wohnung des Starke eine Explosion ereignete, und daß Starke, als er Hilfe herbeiholen wollte, vom Zug über« fahren wurde. — Der 2. Bürgermeister Dr. Müller in Jena wurde in Burg bei Magdeburg zum 2. Bürgermeister gewählt. Er war bekanntlich der besondere „Freund" der Studenten.

„Papa — es ist ein Unglück passiert . . ." Alice.

„Em Unglück — bei uns?"

„Nein! . . . Wicks Rudi ist überfahren den . . ."

„Wicks . . . Rudi?" Es gab ihm ordentlich

Ausland.

♦♦ Ein katholischer Generalbund (Confederation g6n6ral catholiquo) hat sich vor einiger Zeit in Paris gebildet. Sein Zweck ist die enae Verbindung aller zur Zeit bestehenden katholischen Vereinigungen, die ihrer gewaltigen Kräfte verlustig gehen, indem eine jede zwar auf dasselbe Ziel aber ohne gegenseitiges Ein­verständnis ohne Zusammenhang und ohne Losungs- wort bisher vorgegangen ist. Der Traum aller jener Katholiken, die schon seit langem einen solchen Zusammenschluß forderten, wird sich damit durch die Gründung des C. G. C. erfüllen.

** Die deutsche katholische Kirche in Lissabon ist nach einer in Berlin eingetroffenen Note den deut­schen Katholiken daselbst zugesichert wor­den, nachdem die Republik sie zunächst zum Staats­eigentum erklären wollte. Die Petition des Berliner auswärtigen Amtes war von Erfolg begleitet.

z M 205.

rMÜVoch den 6. September 191t

31. Jahrgang.

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Sept. 215.75 ,'4-9.60), Tez. 220.50 (+10.50), Budapest Ott. 201.50 (4- 8.55), Paris Sept. 204.80 (+3.70), Lwerpol Ott. 166.30 (+3.00), Chicago Dez. 140.60 (+ 0.80\ Roggen: Berlin Sept. 196.50 ?+19.50), Dez. 199.2o (+18.75). Hafer: Berlin Dez. 192.50 (z-13.25). Futter- gcrste cif. Hamburg schwim. 135.50 (+ 13.00), Sept. 132.00 (+ 10.00). Mais: Mexed Dez. - März 127.00 (+ 5.50), Ooessa schwim. 126.50 (+ 4.00) Mark per 1000 Kilogramm.

Märkte.

r. Kirchhai», 5. Sept. 1911. Der heutige Schweinemarkt war gut besucht. . Insgesamt waren 489 Schweine aufgetrieben. Die Preise be­trugen für Saugierkel 10-25 Mk. und für Läufer- schweine 60-75 Mk. Der Handel ging flott.

Schuhen ... Ein hundertstimmiger Schrei ertönte. Schweratmend ging Wick seinem Hause zu und trat ein, gefolgt von den Dorfgenossen und Kindern . . .

Draußen war cs totenstill — und dann erklang mif einmal ein so entsetzlicher Schrei, daß die Men­schen draußen zusmnmenzuckten und bis ins Mark er­schauerten.

Es war der Schrei der schmerzoollen Mutterliebe!

Einige Frauen fingen laut zu beten an, die Kinder sielen zaghaft ein.

_ Dann kam der Arzt und Iris ging an seiner Seile. Qualvolle Minuten vergingen. Und als end­lich Iris au8 der Türe trat, wurde sie von allen um­ringt. „Ist Rudi tot? . . ."

Sie schüttelte traurig das Haupt. „Das wäre vielleicht ein Glück", sagte sie. „Aber es ist weit schlimmer: beide Füße sind zermalmt und müflen wahrscheinlich amputiert werden. Der gute Rudi wird sein Leben lang ein armer Krüppel bleiben/

Die Froum weinten, die Knaben schlichen mit allen Anzeichen des Entsetzens davon.

Das Unglück spannte seine schwarzen Flügel über dem kleinen Hause. , . .

Schlag sieben Uhr fuhr Bergmann durchs Dorf; die Wette war gewonnen.

Im Dorfe war es still. Als aber der „Teufels- toagen* durch die Straße sauste, öffnete sich manchmal ein Fenster und leise Verwünschungen Köngen hinter Bergmann her. Doch dieser hörte sie nicht. Er war glücklich, daß sich die „Aliee" so glänzend bewährt hatte und Betrat mtt strahlendem Gesicht die Villa. Der Chauffeur trug ihm zwei große, schwere Körbe nach.

Die Verlobten kamen ihm entgegen. Er schüttelte ihnen die Hände und rief mtt seiner lärmenden Stim­me: „©ernennen! Lieber Schwiegersohn, du mußt mit einem Braunen Lappen heraus rücken. Ein Korb Sekt und ein pikfetnes Diner ist auch da — und über­dies habe ich in der Residenz noch eine Flasche Mosel ausgestochen/

Als die beiden nicht in feinen Jubck einstimmten, fragte er: „Run, zum Kuckuck, was macht ihr denn für Gesichter? . . . Habt ihr euch gezankt? , . , DaS Wäre noch schöneri Was -flbt's denn?*

Weizen Roggen

Am anderen Morgen stand HanS Wick vor dem Fabrikherrn im Kontor; ein finsterer Zug lag auf sei­nem Gesicht.

„Es ist eine leidige Sache/ sagte Bergmann, „Aber ich Bin nicht schuld. Warum ist der Bengel nicht rechtzeitig toeggelaufen?"

„Sie haben kein Signal gegeben", erwiderte Wick. „Das fagen alle Knaben."

„Was — kein Signal? — Hören Sie, das ver- bitt' ich mir! WaS die Lausbuben sagen, hat keinen Wert."

„Vierzehnjährige Buben haben doch auch Augen und Ohren, Herr Bergmann."

Bergmann schüttelte den Kopf und fragte bann:; „Wie geht's dem Jungen?"

„Schlecht. Der Dottor sagt, er wird sein Leben lang ein Krüppel Bleiben."

„Ach, der Doktor! Der will sich wichtig machen. Wir taffen einen Chirurgen aus der Residenz kommen, der flickt ihn schon wieder zusammen. Und da ist einstweilen ein Schmerzensgeld." Er hielt Wick einen Hundertmarkschein hin. —

Aber dieser rührte sich nicht. Er fuhr sich mit den Fingem an den Hemdkragen und lockerte ihn, und dann stieß er kurz und zornig hervor: Ich danke —"

Bergmann fuhr zornig auf. „Was — Sie nehmen das Geld nicht?"

„Nein! — Ich will Ihnen erst ein paar Worte ta­gen, Herr Bergmann .. . Zwanzig Jahre bin ich jetzt in Ihrer Fabrik, bin mit ihr verwachsen und habe feit zwanzig Jahren tote eine gutgeölte Maschine 6®* arbeitet. Für Sie gearbeitet, Herr Bergmann, um Ihren Reichtum mehren zu helfen! . .. Btt kargem Lohn und schlechter Behandlung!. -Da kommt ein« Stunde in der einem das Liebste zermmmt vor oie ^« »'-wnrlen wird — das eigene Kind! Zermalmt von dem Manne, dem man alle seine Kraft geopfert hat durch zwanzig Jahre hindurch. Und dies» Mann hat für seinen treuesten Arbeiter in der schwersten Stunde seines Lebens kein Wort der Teilnahme, des Trostes, dec Liebe! .... Statt Mitleid bietet et ihm einen Lappen Geld! Ist das gerecht? ist da» menschlich?* (Fortsetzung folgt.)

Stoß; mit Wick war nicht zu spassen. „Uebecfahren — von wem?"

„Von deinem Auto, Papa!"

Nun fing er zu wettern an. „Die Teufelskerls! Sollen aus dem Wege gehen! Hab ich denn kein Sig­nal gegeben? . . . Gleichviel, ich kann nichts dafür." Er schalt in einem fort, bis sie oben im Eßzimmer wa­ren. Dann fragte er etwas kleinlaut: „Du, Alice, ist er . . .?"

„Nein, Papa, tot ist er nicht, aber beide Füße sind überfahren."

Da atmete ec doch auf. „Bah", rief er, „wird nicht so fchlimm fein! Im Anfang scheint so etwas immer grausig. Gebrochene Füße heilt man! Und dem Jungen legt man einen braunen Lappen als Pflaster auf die Wunde. Machen wir, Kind! Und jetzt seid heiter, wir feiern doch Verlobung!" — —

Um halb acht Uhc stand das Diner bereit. Berg­mann ging nervös auf und ab und zog dir Uhr. „Wo nur die Herren bleiben?"

Gleich darauf kam der Bürgermeister, dec Direktor folgte ihm, bann ein paar Beamte der Fabrik. Nur der Pfarrer fehlte. „Wo der nur bleiben mag?" fragte Bergmann.

„Er bittet, ihn entschuldigen zu wollen," sagte der Bürgermeister leise. „Er will die Nacht über btt Rudi Wick bleiben für den Fall, daß eine Verschlimmerung eintreten sollte."

In dem Gemache war es totensttll. Man vermied es, sich in die Augen zu sehen.

Sergmann brach das Schweigen. „Zu Tische!" bat er und man setzte st ch. Das Diner war ausge­zeichnet, aber trotzdem wollte keine rechte Stimmung auflommen, bis Bergmann sich erhob und jn hoch­tönenden Worten die Verlobung verkündete.

Dann löste der Wein die ftunam.--

Amöneburg, 4. Sept. 1911. Der Hochw. Herr Bischof, der am Samstag abend hier eintraf und am Montag nach Mardorf weiterfuhr, spendete in Amöneburg 60 Firmlingen die hl. Firmung. — Ein auswärtiger Herr, der zu Besuch hier weilte, erlitt einen Hitzfchlag und mußte zur Pflege in daS hiesige Schwesternhaus gebracht werden.

Aus Gberheffen u. den heff. Aemtern.

* Odershausen b. Fritzlar, 6. Sept. 1911. Durch die Eröffnung der neuen Bahn Zimmersrode—Ge­münden ist der Kellerwald den Besuchern näher gebracht. Der auf dem höchsten Punkte errichttte Aussichtspunkt dürste bald das Ziel vieler Besucher werden, denn von hier aus hat man einen reizvollen Fernblick.

* Borken, 6. Sept. 1911. In der Röhe von Dil- l i ch entstand ein größerer Waldbrand. Mehrere junge Leute hatten sich im Felde in der Nähe des Waldes ein sogenanntes Kartoffelfeuer ge­macht, um Kartoffeln zu braten. Plötzlich fing der Wald Feuer und es war den jungen Leuten nicht möglich, den Brand zu unterdrücken. Trotz kräftiger Arbeit der hiesigen und benachbarten Feuerwehren brannten hi kurzer Zeit 2% Hektar nieder.

* Zwesten, 0. Scpl. 1911. Auf dem benachbarten v. Heßbergschen Rittergut Betzigerode ist man zur Zeit mit der Anlegung einer neuen Wasserleitung beschäftigt, da die alle Wasserleitung infolge der großen Trockenheit nicht mehr genügend Wasser liefert.

* Wehrda, 6. Sept. 1911. Bei ein.m hiesigen Einwohner wurde nachts ein frecher Einbruchs­diebstahl verübt. Der Dieb, welcher in die Wohn­stube eingebrochen war, nahm aus einer dort bängenben Hose 40 Mk. Ter sofort herbeigeholte Polizeihund von Marbach nahm die Spur nach dem Weißenstein auf.

(+) Amöneburg, 5. Sept. 1911. Ein am Fuße des Berges wohnender Tagelöhner G. Sch., der in traurigen Familienverhältnisfen lebte und in letzter Zeit dem Trünke ergeben war, hat sich heute in leiner Wohnung erhängt.

( - - 8 ) 192

Frankfurt 217V- ( + 5 ) 190 (+ 7‘/.) 192>/.(+7'/-s

München 233 ( + 3 ) 203 ( + 5 ) 190 ( +- 2)

Mus dem Nachbargebiete.

a. Morles, 5. Scpl. 1911. Der Waldb rnnd, dessen in der Montagnummer der ,Fuld Ztgck Er­wägung geschah, bat den hiesigen Gemeindewald betroffen. An der Löschung des Brandes war nur die hiesige Feuerwehr beteiligt. In solchen Brandfällen, die bei der jetzt herrschenden Trockenheit leicht katastrophale Ausdehnung annehmen können, sollte eigentlich auch der Nachbar nicht zögern, hilfreiche Hand zu bieten, daß die Gefahr beseitigt wird.

Kassel, 3. Sept. 1911. Vor einigen Mona­ten wurde hier berichtet, daß eine neue K o m- m u n i o n b a n k für die Kirche z. hl. Familie in Auftrag gegeben sei. Nunmehr ist diese aufgestellt und scheint allgemein zu befriedigen. — Die An­lage besteht aus 2 feststehenden, steinernen Teilen trnit je 3 Meter Länge, einer mittleren zweiteiligen und 2 seitlichen einteiligen Türen. Diese sind in einfachen Formen, aber "sehr gediegen, aus Bronze gearbeitet und als Schiebetüren angeordnet. Die Schwiergkeiten, welche diese Anordnung mit sich brachte, sind dank der praktischen Mithilfe des Herrn Pfarrers gut gelöst worden, sodaß der Mechanis­mus sich sehr leicht handhabt. — Die Seitenteile bestehen aus je 3 Pfeilern, zwischen denen sich je 5 Säulchen befinden. Erstere bestehen aus. in der Fläche poliertem Kalkstein und sind mit altchrist- lichen Symbolen geziert; die Säulchen haben Schäfte aus deutsch-rotem, westpfälischen Marmor, Kapitäle und Füße sind aus weißem Kalkstein. Die Platte der Bank zeigt über den Steinteilen grauen, bunt- geaderten westfäl. Alma-Marmor, über den Bronze­türen poliertes, dunkel gebeiztes Eichenholz. Ohne prunkhaft zu fein, macht die Bank einen ihrer hohen Bedeutung — als Tisch des Herrn zu dienen — würdigen, vornehmen Eindruck. — Der Entwurf und die Einzelzeichnungen sind von Herrn Reg.- Baumeister Kegel-Kassel gefertigt; die Steinarbeit

Schloß Sonneck.

84] Roman von Felix Nabor.

llüterbeffen stellte sich Winnetou an die Spitze fei’ -iier Scharen und führte sie zum Kampfe. Er stand mit- ien auf der Straße, siegesbewußt, und rief kurze Kom- tsanborufe in das Kriegsgetümmel hinein, daS Apa- hen und Sioux ausstteßen. Die Kugttn — feste, pohlgezictte Schneeballen — flogen herüber und hin­ter. Die ganze Sttaße war von Kämpfern über- tutet. Winnetou wollte eben daS Zeichen geben, den fceinb völlig niederzuwerfen, als etwas Unheimliches zus ihn zukam. Er fühlte sich gepackc, niedergeworfen inb geknickt — das Ungetüm raste über ihn hinweg, rin kurzes Knacken, wie wenn Knochen brechen — und lorbei war der grausige Spuk.

. Rudi lag blutend im Schnee, mit weißem Gesicht inb geschlossenen Augen. . . .

Das kttegerifche Spiel der Knaben nahm plötzlich In Ende. Die Knaben standen blaß und zitternd im xchnee, ihr Führer lag zerschmettert dort drüben — inb die furchtbare Maschine, die das Unglück cmge- fichtet hatte, raste weiter.

- Im Dorfe aber liefen die Leute zusammen und hnftanben den ohnmächtigen Knaben. Wie ein Lauf­huer verbreitete sich die Nachricht, daß Wicks Rubi hn Bergmaims „Teufelswagen" überfahren worden !i. Auch in die Fabrik drang die Schreckenskunde. ■ sie harten Männer waren mtt Ketten an die Arbeit Mett und dursten nicht vom Platze. HanS Wick her ließ den schweren Hammer fallen und eilte zu der singlücksstätte. Mit beiden Annen schleuderte er die reute zurück und drang durch den lebendigen Ring, »inen Augenblick stand er starr, wie versteinert, dann skgch er jäh zusammen, als hätte chn ein Blitzschlag «troffen, und ein erstickter Schrei rang sich aus feiner fehle: „Rudi! . . . mein Rudi!"

i Aber dec Knabe gab kein Lebenszeichen von sich. 4ans Wick biß die Zähne zusammen, drängte die Trä- tn zurück und nahm den Körper des Knabm zart und »rsichtig in feine Arme. Die Füße hingen zerquetscht kid schlaff herunter und das Blut rann aus den

schrot, VT Kilogr. Fischfuttermehl. Tagesration für ein 6—7 Monate altes und 60 Kilogr. schweres Fa- selschwein, etwa enchaltend 1,92 Kilogr. Trockensub­stanz, 1,168 Kilogr. verdauliches Eiweiß und 1,332 Kilogr. StSrkewert: iy2 Kilogr. Gerstenfuttermehl, 14 Kilogr. Maisschrot, r/i« Kilogr. Fischfuttermehl (entfettet), % Kilogr. Kleespreu. Tagesration für ein gleichalteriges 80 Kilogr. schweres Mastschwein, etwa enthatmd: 2,56 Kilogr. Trockensubstanz, 0,272 Kilogr. verdauliches Eiweiß und 2,072 Kilogr. Stäckewert: 2% Kilogr. Gerstenfuttermehl, % Kilo­gramm Maisschrot, 1/s0 Kilogr. Fischfuttermehl.

Ein kurzer Vecglttch dieser Futterrattonen zeigt unS, daß dieselben je nach Alter, Gewicht und Nutz- ungszweck bet Tiere abzuänbern sind. Ratschläge bei Aufftellung geeigneter Futterrattonen werden den vieh- haltenden Landwirten von den Direktoren und Fach­lehrern landwirtschaftlich er Schulen und von den Tierzuchtbeamten bereitwilligst unentgeltlich erteilt. Da für die Schweinemast, wie obenstehenbe Futter- rationen zeigen, die Verabreichung von Rauh- und Grünfutter kein dringendes Erfordernis ist, so dürste gerade die Schweinehaltung durch den Ausfall an Futter am wenigsten beeinträchtigt werden, so daß ste in erster Linie die drohende nächstjährige Flelsch- teuerung verhindern kann.

Die Fütterung der Schweine unter Berücksichtigung der diesjährigen Futternot.

Von W. Lutte, Landwirtschaftslehrer,

Me immer noch anhaltende große Dürre und Trockenheit hat nunmehr auch die letzten Hoffnungen her Landwirte auf Anbau von raschwüchsigem Herbst­futter zunichte gemacht. Denn bei der vorgerückten Zeit für dieses Jahr noch einen Futterschnitt zu be­kommen, wird nur in den wenigsten Fällen möglich fein, selbst wenn durch Witterungsuinschlag die Mög­lichkeit zu ousgedehritem Anbau von raschwüchsigem iÄerbftfutter gegeben würde. Groß ist daher aller 'Orten die Futternot, und da Runkeln, Kartoffeln und Ionftige Wurzelgewächse infolge der Trockenhett eben« alls nur spärlich wachsen, werden im kommenden srühjahre die Vorräte früh aufgezehrt fein. Zur Sicherstellung der Fleischversorgung der Bevölkerung tat nun der Herr Landwirtschaftsminister in seinem Erlasse besonders eindringlich auf eine Vermehrung icr Schweinehaltung aufmerksam gemacht und darauf lingerolefen, daß selbst bei geringen Kartoffelerträgen ,Üin Zwang zur Einschränkung der Schweinehaltung und Mast nicht gegeben wäre, da dieselbe mtt gleich günstigem Füiierungs- und finanziellem Erfolge mit ’gnberen Futterstoffen insbesondere mit den verschiede­nen Getreidearten betrieben, und die Aufzucht durch tnöglichste Heran;ichung der Stoppel- imd Waldwelde und nicht aberntbarer Klee­schläge wesentlich erleichtert und verbilligt toerben könne.

Dieser Hinweis ist um so beachtenswerter, als auch In hiesiger Gegend die Landwirte vielfach die Schwei­nezucht ohne Milch und die Mast ohne Kartoffeln, Rüben, Möhren und sonstige Wurzelgewächse für un­möglich hatten. Für einen Spottpreis werden augen­blicklich die jungen Schweine verschleudert und müs- fen als Spanferkel in großer Anzahl verbluten, wäh-.end die nächstjährigen Fleisch- und damit auch ;bie Lebendgewichtpreise der Schweine aller Wahr- ■fchemlichkeit nach recht hoch sein werden, und die ^Schweinemast eine beträchtliche Rente abwerfen dürfte. Um die Aufzucht der Ferkel zu verbilligen sollte mit Rücksicht auf den hohen Milchpreis die Milch nach Möglichkeit durch aufgequollene Deireidekörner ober Leinsamen mit wenig ge- xlebenem Brot oder gequetschtem Hafer ersetzt werden. Dabei ist viel Bewegung der jungen Tiere im Freien für die Aufzucht von größter Bedeutung. Nach dem Msetzen sollten Ferkel, die zu Zuchizwecken bestimmt sind, nicht so eiweißreich gefüttert werden, wie die zur Mast bestimmten, wie denn überhaupt die Futter- jnischungen so vorgenommen werden müssen, daß sie pon den teuren Nährstoffen, wie dem Eiweiß, nicht mehr enthalte!!, als unbedingt notwendig ist. Bei der Mahl der Futterstoffe spielen natürlich neben deren Bekömmlichkeit der jeweilige Marktpreis find in diesem Jahre besonders die bequemere oder schwierigere Beschafsungsmözlichkeit eine ausschlag­gebende Rolle. In ziemlich allen Fällen wird es Wer dem Landwirt möglich fein, die in sonstigen Jah- reit bei der Schweinefütterung verwandten, in diesem Jahre aber nicht, ober doch nur sehr spärlich vorhan­denen Wurzelgewächse wie Kartoffeln, Rüben, Möh- fen ufw. burch andere Rauhfiitterftoffe tote Spreu, Snohhäcksel ober mit wenig Wasser gedämpftes Klee­heuhäcksel zu ersetzen. Es sei hervorgehoben, daß außer Roggen- und Gerstenspreu, die wegen ihrer scharfen Grannen nicht gefüttert werden dürfen, hier «jede andere Spreuart Verwendung finden kann, da -die Gabe doch nur als notwendiges Magenfüllmaie- tial für fehlende Trockensubstanz dienen soll. Als Beispiele mögen einige nach diesen Gesichtspunkten Mfgestellte Futterrattonen dienen, in denen die Wur- r-lgewächse aus dem schon angeführten Grunde nicht erücksichtigt sind. Tagesration.für ein 5—6 Monate Mes, 50 Kilogr. schweres Faselschwein, etwa ent­fallend 1,70 Kilogr. Trockensubstanz, 0,16 Kilogr. perdauliches Eiweiß und 1,17 Kilogr. Stärkewert: 0/2 Kilogr. Gerstenfuttermehl, y» Kilogr. Reisfutter­mehl, y2 Kilogr. Maisschrot, Kilogr. Fischfutter- Niehl (entfettet), % Kilogr. Weizenspreu. Tages­ration für ein gleichalteriges 65 Kilogr. schweres Mastschwein, etwa enchaltend 2,21 Kilogr Trocken­substanz, 0,237 Kilogr. verdauliches Eiweiß und 1,755 Kilogr. Stärkewert: l3/10 Kilogr. Gerstenfut­termehl, % Kilogr. Reisfuttermehl, % Kilogr. Mais-

« 2. Blatt.

M I | 11 y| vr«ck und Verlag der Sulbatr Acttendruckerei

Kur$et Getreide-Wochenbericht der PreiöberichtSstelle des deutschen Landwirtschaft» rats vom 29. August bis 4. September 1911. Die gleichen Verhältnisse, die schon seit längerer Zett die Stimmung am Getreidemarkte beeinflussen, ha­ben in der Berichtswoche zu einer stürmischen Auf- wärtsbewegung geführt. Im Vorbergmnde stand wie­der Roggen, für welchen Artikel von allen Seiten um­fangreiche Kaufaufträge einliefen. Die Teuerung der Futtermittel, namentlich die fortgesetzte Preisstei­gemng für russische Gerste, sowie die Aussicht auf eine schwache- Kartoffelernte lassen einen starken Verbrauch an Roggen erwarten, und wenn die Ernte bieifer Frucht auch gut ausgefallen tft, so steht bentgegenüber, daß Rußland mit Offerten fehlt und das Ausland beim Bezüge von Roggen infolgedeffen auf Deutschland angewiesen ist. Haben berartige Erwägungen in wei­ten ffreifen spekulatives Interesse für bleien Artikel toachgerufen, unb schien auch die Unsicherheit der poli­tische Lage eine gewisse Rolle zu spielen, so kam noch hinzu, daß die Schwierigkeit, Ware auf dem Wasser­wege heranzuschaffen, starke Deckungen per September veranlaßte. Alles das ließ die Preise für Lieferung in den letzten acht Tagen um ungefähr 20 Mark an­ziehen, u. auch für Ware mußten Käufer im Verlaufe bis 18 Mk. höhere Preise bewilligen. Angeregt durch die Hausse am Roggenmarkte gestaltete sich die Stim­mung für Weizen in den letzten Tagen gleichfalls fest, doch beschränkte sich die Wertbessemng hierbei auf un­gefähr 10 Mark, da die Unternehmungslust für Weizen am Weltmärkte nicht sonderlich groß ist und auch im Jnlanbe die Nachfrage sich in mäßigen Grenzen hält. Sehr feste Haltung bekundete wieder Hafer, da einer­seits das knappe Jnlandsangebot und andererseits hohe mssische Fordemngen die Käufer zur Bewilli­gung bis 13 Mack höherer Preise im LieferungS- und Warengeschäft veranlaßten. Der allgemeinen Festig- feit mußten auch die Käufer von Braugerste Rechnung tragen. Die Fordemngen für mssische Gerste per Herbst sind fett der Vorwoche um ca. 10 Mack gestie­gen; auch für MaiS sind Preisbessemngen von 5—6 Mack festzustellen.

Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei das Mehr (+) dezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefügt ist