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Teilung

fuldaer;

J» 182.

freit«« »eit N- Ku,>ch 19».

38. Zatzrgaug.

2. Blatt.

vr«ck ul »erleg Hr t*»etc actie*rw<ertl " ti 8«U«.

| Völlig niedergeschlagen, kehrte Viktor zu den Sei­men zurück. Er traf seinen Vater in rrübsier Stim- MMA Dieser hatte mit einem Rechtsagenten verhan­delt, aber er erhielt nicht einmal zweitausend Mark ouf Gut Sonneck.

So weit war eS gekommen. Der alte Herr stand Hw Fenster und blickte hinab auf das brausende Le-

lräftigten Körper!"

Heutzutage gilt eS ja in getvissen Kreisen bald als Verbrechen, k e i n G e l d zu haben und sich dann durch ehrlich- Arbeit tvelches zu erwerben. Beson­ders in Akadrmikerkreisrn ist die Meinung vielfach ver­breitet daß die körperliche Arbeit schände. Es ist deshalb erfreulich, daß Leute mit der Auffassung des eben genannten Mediziners als Arbeiter durch ihre Studienjahre gehen und spater dann die Lehre vom Wert der körperlichen Arbeit auch in jene Kreise hmeintragen, in denen man heute der schwieligen Hand

»Im Gegensatz znden übertriebenen oder phantastischen 'Rachrichten, die von den italienischen und fremden Blättern verbreitet werden, können wir versichern, daß der Gesundheitszustand des PapsteS sich gebessert hat. Der Gichtanfall im rechten Knie hat beträchtlich adgenommen und ist in voll­ständiger Zerteilung begriffen. Jndeffen bedarf der Papst wegen der außerordentlichen Hitze noch mehrere Tage der Ruhe und Pflege. Eine andere Meldung bmentieit, daß der Papst von Bronchitis befallen sei. Das geht auch hervor aus den Silit« Leitungen, die Staatssekretär Merrp bet Bal dem biplomatischen Korps gemacht hat, als nach den ! gestrigen Feierlichkeiten die Vertreter der Staaten nach dem Befinden des Papste- sich erkundigten und ihre Glückwünsche zur Wiedergenesung darbrachten. Heute früh besuchten den Papst seine Schwester und seine Nichte.

Arbeit ist der Adelsbrief der neuen Zeit — Dem alten Herrn schien es, als wäre ihm beides über Nacht abhanden gekommen. Er fühlte sich so bettel­arm. Jetzt gab es nur noch einen Rettungsweg für ihn: den zur Prinzeffin Franziska. Sonneck war ihr in jüngeren Jahren nahegestanden. Die Prinzeffin hatte damals eine tiefe Neigung zu dem jungen Offi­zier gefaßt und ihn um jeden Preis zum Gatten ha­ben wollen. Es hatte schwere Kämpfe in der fürst­lichen Familie gegeben. Aus Gründen der Skaars- raison vermählte sie sich schließlich mit einem unge­liebten Manne. Es war eine unglückliche Ehe gewe­sen, die der Tod des Gatten schon nach einigen Jahren löste. Er verunglückte auf der Jagd und sie blieb Witwe bis auf diesen Tag . . .

Sonneck war überzeugt, daß ihn die Prinzeffin nicht vergeffen hatte, denn die Treue war eine ihrer schönsten Tugenden.

Todmüde begab er sich am Abend zur Ruhe. Er fühlte cs nur zu deutlich, daß er alt geworden war; er paßte nicht mehr in diese neue Zeit hinein und kam sich vor tote eine Ruine, welche langsam zerbröckelt und zerfallt ... ,

Am anderen Morgen fuhr Sonneck, von Hude oe- gleitet, zum Palais der Prinzeffin. Als er aber den Eben Hof und die dicht verhängten Fenster des Pa­lastes sah, beschlich ihn eine dunkle Ahnung, daß er auch hier kein Glück haben werde. Es war auch so. Der Hausverwalter teilte Sonneck mit, die Prinzeffin befinde sich auf Reisen und werde erst im November aus Florenz zurückkehren.

Spur.

* Alsfeld, 10. Aug. 1911. Das seltene Schau­spiel einer Zebrajagd hatte vor einigen Tagen die Bewohner unserer Stadt und Umgebung. Das Zebra ging beim Verladen des Blumenfeldschen Zir­kus durch. Es entstand eine mehrstündige Jagd. Das flinke Tier konnte sich wiederholt feinen Verfolgern entziehen, die zu Pferde waren. Im Wiesengrund und zwischen Leusel und Reibertenrod gelang es, das Tier mit dem Lasso zu fangen.

* Hünfeld, 10. Aug. 1911. Durch Erlaß des Mt- i nisters des Innern ist die hiesige K r e i.8=21 s s i- stenzarztstelle aufgehoben und verfügt wor- dm, daß der Königliche Kreisarzt der Kreise Hers­feld und Hünfeld, Medizinalcat Dr. Ewers in Hers­feld, von jetzt ab an jedem ersten und dritten Mon­tag jeben Monats Sprechstunden dahier abhält. Die­selben werden bis auf weiteres im Rathause abge­halten.

* Neukirchen (Kr. Hünfeld), 10. Aug. 1911. Der Landwirtschastslehrec Herr Lutte in Fulda wird in nächster Zeit in mehreren Orten des Kreises öffentliche Vortrags halten. Am Sonntag dm 13. August, nachmittags 4y2 Uhr, spricht er in Macken- zell, Sonntag ben 20. August, nachmittags 3 Uhr in I Rasdorf und Sonntag ben 27. August, nachmittags I 31/2 Uhr in Michelsrombach. Die Vorträge erstrecken I sich auf die neuesten Fragen aus bem Gebiete ber I Landwirtschaft und bürsten allgemeines Jntereffe ha- Iben. Die Vorträge sind unentgeltlich.

* Aufmau, 10. Aug. 1911. Zwecks Förderung ber Jugenbpflege würbe hier unter Mitwirkung bes Ortzausschufses ein Turn- unb Spielv erein gegrflnbet. Zum Vorsitzenden wurden die Herren Fabrikant Kautz und Lehrer Lotter gewählt.

* Hanau, 10. Aug. 1911. Dem Oberlehrer H a m- mes ist der Charakter als „Professor" verliehen I worden.

Aur dem Nachbargtbieie.

* Schlitz, 10. Aug. 1911. Bei dm Herbstübungen wird die 1. Abteilung des Feld-Art.-Regt s. Nr. 4 7 in Fulda auf dem Marsch in das Manö­vergelände am 22. August in ben Orten Qu eck, Rim­bach, Ober-Wegfurch und Unter-Wegfurth in einer Gesamtstärke von 14 Offizieren, 265 Unteroffizieren und Mannschaften und 180 Pferden einquartiert wer­den.

§ Wolferts, 10. Aug. 1911. Dem Wirt Sauer hier ftatteten dieser Tage Spitzbuben einen Be- such ab und hießm mitgehen 8 Flaschen alten Korn, i 1 Fläschchen Bier, eine Flasche Rum, 50 Eier, einen großen Butterweck, zwei Laibe Brot und mehrere Würste. Von ben Dieben fehlt bis heute noch lebe

Deutsches Reich.

= Die Katholikenversammlung und die gegnerische I Presse. Die meisten nichckacholischm Blätter begnügen sich mit bem Abdruck der Berichte zweier Berichterstat' I ter-Büros, die ziemlich ausführlich und sachlich gehal-1 ten sind. Ja, bisweilen tonnen sich die offenbar nid>t= I katholischen Berichterstatter dem überroättigenben Ein-1 drucke der Versammlungm und Redm nicht mtziehen, I wie man au8 einzelnen Bemerkungen schließen muß. Die berufsmäßigen Neidhämmel muffen natürlich das Ihre tun, um ben Eindruck zu verwischen. An der Spitze marschiert wieder das „Berliner Tage­blatt. Es schreibt, der Katholcketag sei eine Aus­peitschung des religiösen FanaiismuS, eine Orgie des | Fanatismus und der Unduldsamkeit. Das Blatt lei­stet sich folgenden Satz: „Richt benten, fonbetn schwei- i gend gehorchen, mögen Brot unb Fleisch auch noch so teuer werden. Diese Lehre soll den Wählern vor den Wahlen noch einmal möglichst wirksam ein geprägt toerben." — Der Mann, der solches schreibt, hat offen­bar nur Sinn für Geld und das, was man für Geld kaufen kann. — Eine Stufe tiefer auf der Leiter der Auffassung steigt die bem „Berliner Tageblatt" gei­stesverwandte sozialdemokratische Presse . So schreibt der Berichterstatter der Frankfurter „Volksstimme":

Sonneck war völlig niedergeschmettert. Er sprach kein Wort, während sie ins Hotel zurückfuhren. Dort ; fitzte er sich an den Tisch und starrte düster vor sich 1 hin. Hilde wagte nichts zu sprechen; so hatte sie ihren 1 Vater noch nie gesehen. Er schien plötzlich ein Greis geworden zu sein; seine Züge waren versteinert. Dann ging plötzlich ein Zucken durch den mächtigen Körper und der stolze Mann begann zu schluchzen . . . Das klang so furchtbar und schauerlich, wie wenn die Sage einem alten, stolzen Eichbaum, der ein Jahrhundert dem Sturm und Wetter gettotzt hat, ins innerste Mark hineinschneidet, daß ber ganze Baum von der Wurzel bis ziim Gipfel erzittert, ächzt unb stöhnt ...

Hilde warf sich neben ihren Papa nieder und schlang die Arme um seinen Hals: „Papa Sieber, Hebet

Er schüttelte ben opf. „Sage nichts, Hilde. ist alles dahin: meine Ehre, mein guter Name — alles ist verloren! Ich habe gar nichts mehr —

„2^, Pava — du hast mich! Ich will arbei- len ,id) toill —u

Sonneck richtete die gebrochene ©eftalt auf und »oa die Tochter an sich. Diese Liebe war ihm wie Balsam auf seine brennende Wunde. „Ja", sagte er, „ich habe dich. Du bist mein Sonnenschein -

Sieber Papa, wir wollen nach Hause fahren. Hier in der Großstadt sind die Herzen so kalt. Ich weiß ben Weg, ben ich gehen muß ... zu Weißen- ^^ilbe!" schrie Sonneck auf. „Das barfft bu nicht tun' Ich verbiete es bir. Ist es nicht genug, baß ich unglücklich bin? Mußt es bu auch noch werben? . . . Du wolltest mich verlassen? Daß ich vollenbs ganz einsam bin. Nein, nein, niemals!"

Es gibt keinen andern Weg zur Rettung.

'Ich will noch einen letzten Versuch machen, Hilde. Ich "fahre zum Oberst v. Rotenburg. Er ist ein alter Freund von mir und wird in ber Sache irgend etwas tun können" t c , r

Nun saßen sie zusammen in dem dumpfen Hotel­zimmer unb klammerten sich an diese neue Hoffnung unb warteten auf Viktor, ber immer noch nicht »urua war. —

ben der Großstabt, wo Millionen an einem Tage um­gesetzt wurden. Er aber war nicht ein paar tausend Mark mehr Wert! Das war die Strafe, daß er dem großen Zuge der Zett ferngeblieben war. Nun sand er keinen Platz mehr in ihm und bte ehernen Raber gingen über ihn hinweg. Zu spät hatte er euannt, daß jeder im Beben Mitarbeiten und mitkampfen mutz, wenn er nicht achtlos beiseite geschoben oder zerbro­chen werden Will. Arbeit! Arbeit! Arbeit! — ist bas große Wort der neuen Zeit. Keiner darf sich ihm entziehen, sei er vornehm oder gering, reich oder

Viktor suchte Rirhofen vergebens und kehrte der- zweifelt ins Hotel zurück. Er brachte kaum einen Biffen hinunter. Kaum war abgetragen, so erhob et sich unb verließ das Hotel, um Oberst v. Rotenburg aufzusuchen unb bei ihm anzufragen, ob er für feinen Vater zu sprechen fei.

Es war kurz vor 2 Uhr, als er bte Wohnung des Regimentskommandeurs betrat Oberst von Roten­burg war eine stramm militärische Erscheinung, mit leicht gerötetem Gesicht, melierten Haaren unb eis­grauem Schnurrbart. Er empfing den Beutnant mit ernstem Gesicht. Als dieser seine Bitte norgetragen hatte, sagte der Oberst: „Der Besuch meines alten Freundes ist mit willkommen und ich bin den ganzen Mittag für ihn zu Hause."

Viktor dankte, schlug die Hacken zusammen und wollte sich empfehlen. Da hielt ihn der Oberst mit einer Handbewegung zurück. „Roch emen Augenblick, Herr Leutnant." Unb er trat auf Viktor zu und sagte mit Strenge, aber nicht ohne Alohlwolletn „eie bauern mich, Leutnant von Sonneck. Wenn Die sich nur ein wenig gezügelt hätten, wäre ein tüchtiger »ier aus Ihnen geworben, sie haben heißes Blut, bas weiß ich, unb sind daher nicht so hart zu beurtei­len wie andere — aber immerhin hätten Sie sich mehr zurückhalten sollen. Schon um Ihres Vaters willen, dem Sic so großen Kummer bereiten. We konnten Sie sich zum Spiel verleiten lassen? . . . Wissen Die nicht, daß das Spiel den Offizieren verboten ist?

Viktor glaubte, auf glühenden Kohlen zu stehenl die Schamröte schlug ihm ins Gesicht. „Der Herr Oberst wissen?" stammelte er. .

Fa — ich weiß. Ich weiß auch, daß Sie sonst noch" eine beachtliche Anzahl Schulden haben

Viktor mußte vor dem strengen «k bes Obecheu der wie ein Richter vor ihm-stand, bte Augen nieder '^"„Wußten Sie, baff Sie Ihre Schulden in abseh- ; b°"^Jch°hofftt^mRmnen zu'gewinnen, Herr Oberst."

(Fortsetzung folgt.)

* Gelnhausen, 8. Aug. 1911. Als in Hesseldorf die Dorfbewohner sich in der Hölzerfchen Wirtschaft dem Kirchweihfeste Hingaben, brach nach Mitternacht im ersten Stockwerk ber Wirtschaft 3 euer aus, wo­durch unter ben Festbesuchern eine wahre Panik ent­stand, die sich noch mehr steigerte, als bekannt wurde, daß in jenem Zimmer^ in dem das Feuer wütete, zwei Kinder sich befanden. Es gelang, die Kinder zu retten unb das Feuer zu löschen.

* Offenbach, 10. August 1911. Em Groß.

Ans Kirche unb Schule. feuer brach heute morgen in den Lederwerken

in «imufi 1911 Der Offervatore! von vormals Jakob Spicharz Aktlengrfeuschafl Romano" veröffentlicht heute abend folgende Note: | aus, das den ältesten Teil des Fabriketabliffements

Schloß Sonneck.

14 .Roman von Felix N a b 0 r.

, Elga von Sonneck stand auf ber Terrasse unb sah ihm mit finsterem Gesichte nach. Sie ahnte, baß etwas Furchtbares vorging, bes man ihr verheimlichte, und war darüber erzürnt. Ihr ganzer Haß richtete sich auf Hilde, von brr sie glaubte, sie verdränge bie Stiefmutter von ber Seite des Gatten. Der lang-- erfchnte Plan stand nun bei ihr fest: Hilde mußte lu:S dem Schlöffe' Dann war sie Alleinherrscherin. Von diesem Gedanken erfüllt, zog sie sich in ihr Zim­mer zurück unb schmiedete Rachevläne . . . Niemand störte sie darin, denn Sixt war schon am Morgen ab- gtreift.

Unterdessen fuhren Herr v. Sonneck und seine Kin­der zur Balm. Auf dem Bahnhof schrieb Dittor in aller Eile ein paar freundliche Zeilen an Ins und teilte ihr mit, daß die von ihr erbetene Unterredung nicht ftattfinben könne, weil er sofort in die Residenz müsse. Kaum hatte er den Brief in den Schotter ge­worfen, so kam der Zug, der ihn mit Vater unb Lchwe- ster in bie Residenz trug.

Es war schon dunkel, als sie ankmen. Der Major und Hilde logierten im Hotel, Viktor wollte Rirhofen auf suchen, nm mit ihm eine gütliche Unter­redung zu treffen. Drrs würde freilich schwer fein, denn Rixhof-n lebte flott, hatte Schulden und wartete jedenfalls mit Schmerzen auf das Geld. Viktor ging ,ins Kasino unb suchte wohl ein Dutzend Cafäs unb Restaurants auf, in denen Rirhofen gewöhnlich zu ver- fkehren pflegte. Aber der kleine Leutnant war nir­gends zu finden; es mar, als hätte ihn plötzlich bie Hrde verschlungen.

Latuugeu zu gewinnen. .

® c Die St. Petrus-Claver-Sodaiität hielt tnt Kon- »erifaal ber ..Liedertafel" eine stark besuchte Miffivns- versammlung ab. Der Provinzial ber Weißen Vater, Pater Frey, entwarf ein anschauliches Wtld von per Mffionstätigkeit in Deutsch-Ostafrika. Darauf be­richtete Gräfin Ledochowska über bte Entstehung ber Sodalität, bereit Eigenart darin bestehe, ba% fte eure .Vereinigung eines weltlichen Missions-Verenrs mrt einem religiösen Institut darstelle.

|a. Zt,«deute» bei der Erntearveit.

Am schwarzen Brett ber Berliner Universität stand | .por einigen Tagen eine Aufforderung an die stu- benteit, ihre Ferien dadurch nutzbringend zu verwen­den daß fie bei freier Station und einem Tagelohn von 75 Pfg. sich in der Landwirtschaft als Erntearbeiter verdingen.

Gin Teil der Presse unb gewisse akademische Kreise haben sich über diese in unserem durch Kasten­geist in scharf abgegrenzte Klaffen eingeleilten Deutsch­land etwas ungewöhnliche Aufforderung sittlich ent- rüster Unserer Ansicht nach mit Unrecht. Ehrliche Arbeit schändet auch den „akademischen Bürger" nicht. Mer es von ben Studenten nicht notwendig hat, feine Ferien materiell auszunutzen, nun, für den ist eine

noch mti jener Voraussetzungslosigkeit, litte sie tu amerikanischen und norwegischen Studentenkreisen herrscht. Wo jeder Student seine Ferien durch Arbeit nutzbringend verbringen kann wie er will. Vielleicht sicht man dann auch bei uns ein, daß es eben keine Arbeit gibt, die des „akademischen Bürgers' „un­würdig" wäre, vorausgesetzt, daß sie ehrlich tft

58. Generalversammlung der Katho­liken Deutschlands zn Mainz.

e Gesellenvereine. Im großmi Sactte

Hauses hatten sich die Präsides, Mitglieder und Freu her Gesellenvereins am Dienstag abend z «E

selligen Zusammensetn zusammeri^f ^8 letzte '

Saal unb bte Nebenraume roareu ul= , ' g»..K»«ütfe W-b-h-- WÄ? Ä.ÄU- boten ^genehme ^jsu?cher Rat Hey, hich die Vers ^Enä berstich willkorunen. Missionsbischof Versammlung ye z nj schilderte, tote auch bet Mansch vom K l'm^diaro Iw ^ker sein müsse daran, bei ihrer Berufs- bnd ermahnl k Pflichten nicht zu vergessen, des Pariser Gesellenvereins überbrachte

Zb^k °s Paris Missionspriester P. Mohr S. D. S. Erbrachte Grüße seiner Gemeinde aus Assam tu

Arbeit in frischer Lust sicherlich erheblich gesundheits-11 fördernd, und et Wird, Wenn auch mit gebräunter 1 Brust und Armen, aber mit entstaubter Lunge zu sei- 1 ner Wissenschaft zurückkehren. Für eine ganze Anzahl 1 unserer heutigen Studenten, vor allen Dingen der Bet- \ [hier Studenten, aber bedeutet ein solcher sommerlicher Erwerb selbst von 75 Pfg. pro Tag, so ungeheuerlich eS auch klingen mag, eine ganz erhebliche finan­zielle Unterstützung. In ber heutigen Zett ftvbieren gar viele, die nicht das Geld dazu haben, I und die sich durch ihre Studienjahre gat kümmerlich burchtingen müssest. Und sie sind nicht die schlechtesten ber akademischen Gesellschaft. Ihr Streben und Muhm ist ernst. Ihnen kommt eine solche Gelegenheit, die gleicherweise für ihren durch Stubenhockerei und Un- teremährung heruntergekommenen Körper eine Er-

I holung barstellt, sehr gelegen. ,

Ein Berliner Blatt hat bei bret Studenten bet Berliner Hochschule, die sich auf bie Aufforderung, einige Wochen Erntearbeiter zu werden, gemeldet ha. den, nach ttjren Beweggründen angefragt. Der In­terviewer hat dabei drei gmndverschiebene Antworten bekommen. Der erste, der R a t i 0 n a l ö k o n 0 m i e I studiert, will in den wenigen Wochen der Emtearbett Stoff zu seiner Doktordiffertation finden.. Er glaubt als wissenschaftliche Methode etwas Neues erfunden zu haben, wenn er bte soziale Sage bet Landarbeiter von ihrem eigenen Standpunkte aus betrachtet. Et wird vielleicht eine Enttäuschung erleben. Eine noch größere Enttäuschung aber Wird erst ber zweite— ein schlanker, hochgewachsener junger Mann; glattrasier­tes Gesicht; Kneifer; das volle Haar etwas langet als Üblich; wie ihn ber Ausfraget schildert — erleben Er studiert Kunstwissenschaft unb sucht bei | ber Erntearbeit Stoff zu einem neuen Roman. Der ' I britte dagegen wirb recht befriedigt heimkehrm; er ist Mediziner unb sucht Gesundheit und Verbimst. Bei feiner Uniertebung mit bem Redakteur des Ber- ■ liner Blattes ging dieser akademische Emtearbeitn, , ber sicherlich die Not des akademischen Proletariats in ihrer ganzen Bitterkeit durchkostet hat, davon aus, 1 haß das leitende Organ der Sozialdenwktatte, ber „Vorwärts", den Studenten vorgeworfen hatte, sie würden als Srntearb eiter bie Preise drücken. Als Antwort darauf sagte ber Mediziner:

„Der „Vorwärts" verschweigt, baß manche von unS aus ber Universität leben wie die Hunde. Ich habe kein Vermögen, keine Unterstützung, kein I Stipendium. Ich muß mich selbst erhalten. Haben Sie mal Unterricht gegeben? Na, dann wissen Sie, wie I maßlos schwer es ist, Stunden zu kriegen. So gut wie unmöglich ist eS den meisten, soviel Stunden zu kriegen, daß man davon leben kann. Uebrigens gibt es einen Moment, wo man diese fürchterliche Schinderei nicht mehr auShält. Ich bin froh, daß ich endlich einmal auss Land komme. Wir kriegen freie Station und tag- lich 75 Pfennig. Offen gesagt, ich hätte eS auch für GO Pfennig getan. Das wäre freies Wohnen, Essen und monatlich 18 Mark bar. Seit den zwei Jahren, 1 in denen ich studiere, habe ich soviel lieber schuß, über die Bestreitung meiner gewöhnlichen Lebens­bedürfnisse hinaus, nicht gehabt! Ich weiß hier von einem sehr bekannten Architekten. Der Mann tft mir gesellschaftlich unerreichbar. Aber ich weiß auch, daß der Mann drei Jahre in Amerika war, und daß er bei seiner Ankunft etwas billiger gearbeitet hat al­ber Nigger, der sich auch um die Hausdienerstelle de- worben hatte. Aechtet das den Mann vielleicht drüben? Glauben Sie doch nicht, ich sei ber einzige, für den das I Angebot der Landarbeit geradezu einen materiellen

Glückssall bedeutet! Ich sage Ihnen, es gibt hier I Studenten, die ein viel jämmerlicheres Leben, ein proletarischeres Dasein führen als bie ärmsten organisierten Arbeiter- Es ist hochmütig, ihnen darum | Vorwürfe zu machen, oder ihnen gar von irgendwelcher I ©eite — ob nun von der Behörde oder von der I Arbeiterschaft — die Berechtigung zum Studium zu ! versagen. Ich übernehme die Landarbeit nut bem schäbigen Tagelohn von 75 Pfennig, weil es mir bisher in Berlin auf ber Universität schlechter ergangen ist. Ich verliere habet acht Wochen Studienarbeit, aber ich gewinne wenigstens einen ge-

„@in Katholikentag ist ein wunderliches Gemisch von ; Gottesdienst, Volksversammlung, Jahrmarktstrubel und ( Alkoholrausch. Seine Anziehungskraft liegt zum guten Teil darin, daß er für alle Bedürfnisse des Leibes und der Seele hinreichende Befriedigung gewährt, an den Verstand dagegen die denkbar geringsten Anforderungen stellt. Seine Veranstaltungen beginnen am Sonntag mit einem Arbeiterfestzug, dessen Teilnehmer sich nach­her an Rippchen und Handkäs mit Bier gütlich tun, und fte enden am Donnerstag mit einem Festmahl für bie besseren Leute, das trockene Gedeck zu 4,50 Mk. und die Weine in entsprechender Preislage. Im Leben I berühren sich die Gegensätze; auf den Katholikentag I legt man zwischen die sozialen Grundsätze einen an« I gemessenen Zwischenraum. Man fertigt die Arbeiter, I nachdem sie ihre Pflicht als katholisches Volk getan haben, mit Bier und Handkäs ab und spediert sie dann ! wieder in ihre Heimat. Dann ist ein hoher Adel und eine hohe Geistlichkeit unter sich, und eS besteht keine Gefahr, daß die Gegensätze aufeinanderstoßen und d e Teilnehmer des Festmahls in ihrem Behagen durch die Mißgunst der andern gestört werden.

Der „Alkoholrausch' ist ber „Volksstimme" von ben sozialdemokratischen Parteitagen- her, die barin be­kanntlich bas Mögliche leisten, geläufig. Die „VolkS- stimme" kann sich offenbar gar nicht denken, baß am | bete Leute zusammenkommen, ohne sich einen Kapital-1 rausch anzuschaffen, ber für nicht wenige Teilnehmer an sozialistischen Kongressen - dank ben Reisebtaten die sie erhalten — bas Wichtigste zu fein pAgi. Aber mit seiner Bemerkung über das Festmahl hatte er I doch vorsichtiger sein müssen, nachbem erst vor nicht langer Zett bas Menu unb bie Weinkarte mitgeteilt worben ist, bei benen Genossen in Kopenhagen — zum Tröste des „bungemben Proletariates" — geschlemmt hoben, wie es bie üppigsten „Bourgeois" nicht schlim­mer tun. Wenn sich Vorstand unb Ortsausschuß bet Katholikenversammlung nach getaner Arbeit zu einem Mahle versammeln, bas nicht kostbarer auSfafit, als an I jedem Schützen- unb Stiftungsfeste, so kann nur Nte- | dertmcht barin etwas aussetzen. Die Herren bezah­len bas Mahl aus ihrer Tasche, ebenso wie bte Teil­nehmer bes Fefizuges ihre Rippchen und ihren Hand- käs aus ihrer Tasche bezahlen. Die sührenben Ge­nossen freilich tun keinen Handschlag unb keinen Fe­derstrich, ohne bie allgemeine Kasse In Anspruch I zu nehmen. Das Zahlen ist bekannttich bie erste Bedtn- punq ehe einer in den Arbeiterverband aufgenommen wirb Bei uns ist es nicht so. Wit nehmen ben Menschen unb nicht ben Zahler!

$nbrat. vom Heiligen Laude hatte seine

-dre- nde und Gönnet zu einer Sonderverfammlung in U »wta der Marien,chute aus Dienstagnachmittag I Ka Ähen «roseffot Dr. Schäfer-Main, schilderte die ÄiMesÄB in den letzten 15 Jahren in Maikina und erläuterte die religiojen, «issenfchastlichen Sinh volitischen Gründe, die uns veranlassen sollten, £ Verein eifrigst zu unterstützen Weihbischof Dr. Uvüller-Kölii richtete einen warmen Appell au die An- Ctnben zur Unterstützung der Schulen des Heiligen Ses Domdekan Dr. Selbst, der bekannte Palästina, falscher, empfahl die Gründung von Diöze;ankomitees. I !zn der Diskussion wurde die Frage erörtert, we.che Glittet zu ergreifen feien, um die Kenntnis und das I Interesse für den Verein tu weitere Steife j« tränen. I i m Keiieler-Gefellfchaft. Im Festsaals der W«n Mädchenschule fanden sich Dienstag abend etwa 400 Benoit en zu einer erhebenden Feier zusammen, welche I

Mainzer Kettels-Gesellschaft veranstaltete. Dr Pfeiffer (Bamberg) zeichnete in längerer, wiederholt £n großem Beifall begleiteter Siebe, das soziale Ideal des Bischofs von Ketieler. Pfarrverweser Kreutz (Untergrombach in Baden) entwarf ein wssöwhendes 1 ßilb von dem Leben und Wirken Kettelers als Priester, I Bischof und Kinderfreund.

'n Der Katholische Mähigkeitsbmtd hielt Dienstag abend eine stark besuchte Versammlung ab. Oberst- leutuant a. D. Hasse (Aachen) schilderte den Alkohol- vi i sch rauch und die daraus erwachsenden Gefahren beim Militär, speziell für die Rekruten und Reservisten. Tief ergreifende Bilder entrollte der zweite Redrwr deS Abends, Pfarrer Bengart (Saarbrückens aus setn-m Etsahrungen als Gefängnis-Seelsorger über den un­heilvollen Zusammenhang zwischen Alkohol und Vev- Drechen. Endlich behandelte Pfarrer Marx (Nieder, bettlingen) das Thema: Alkohol und Kind. Für das S’r,b bedeute fide, auch die kleinste Gabe direkt ein Gift. Absolute Alkohol-Enthaltsamkett und daneben reizlose Ernährung — möglichst ohne Fleisch fei das Beste für das Kind.

' b. Das Krcuzbüuimis hielt am Dienstag nachmittag feine Generalversammlung ab. Das abgelaufene Ge- schästsjahr erbrachte dem Vereine einen Mitglieder- »uwachs von 5487 auf 11750. Es wurde eine große flnzahl von Anträgen beraten, die sich in ber Hauptsache auf Fragen der Organisation und Agitatton beztehett. Unter anderem wurde beschlossen, die Generalversamm- lang vom nächsten Jahre an von der Katholikenver-i jmnmlung loszulösen, um mehr Zeit für bte Be.