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Verlag der Fuldaer N.
MMakbellag«! „Fuldaer SeschlchtrblAter"
Erstes Blatt
M 177.
Fulda, Samstag den 5. August 1911.
W. Jahrgang
fünglingSvereine finde« Anheim und Hanau (einige
Auslan-
♦♦ Die DchiedSzerichtsverträge Nordamerikas mit
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Lokaler.
Fulda, den 5. August 1911.
pn die Liste find nicht nur die mit einer ArbeitS- . ausgestatteten, sondern alle gewerblich be» ^^-gten fremden und eigenen Kinder auszunehmen. Beschäftigung in landwirtschaftlichen Betrieben und im Gestndedienstr kommen nicht in Betracht.
* Prediger Kraatz vom Konsistorium ab- gewiesen. Der Charlottenburger liberale Predi- ;er Kraatz, der den bekannten Auszug der Soldaten aus seiner Predigt veranlaßte, hatte die '.Naivität, das Konsistorium um Ermittelung der Offiziere anzugehen, welch« den Soldaten' das Verlaffen der Kirche befahlen. Daraus hat Herr Kraatz vom Konsistorium folgenden Bescheid er- halten:
auf dem ihm nicht weniger »Lorbeeren- blühe« werden. Am Mittwoch vormittag stand der ^unerschrockene- (wie ihn die ,Voff. Ztg/ nennt) Charlottenburger Pfarrer Lizentiat Wilh. Kraatz vor dem Berliner Generalsuperintendeten zur zweiten Vernehmung, nachdem die erste rein luristische Verhandlung vor dem Konsistorium stattgefunden hatte.
fiedsrichter England abermals gegen die deutschen Ansprüche sein Veto einlege. Verstimmend wirkt fer- •>ct die Bemerkung der „Times", Deutschland werde nrit einer Grenzberichtigung im Hinterlande von Ka- «un sich zufrieden geben.
Diesem Wirrwarr in der Preffe stellt nun die deutsche Regierung vorläufig nichts besonderes gegenüber, als den erwähnten Orakelspruch, den das Wölfische Telegraphen-Bureau am Freitag nachmittag zur Verbreitung erhielr. Er bietet nicht viel, aber er bietet doch ettvas zur Beruhigung, da eine Annäherung in dem prinzipiellen Standpunkt, also über die Grundlage eines Ausgleichs festgestellt und diese Annäherung ausdrücklich auf Hecm v. K i d e r- len-Wächter, nicht auf die Person des Kaisers zurückgeführt wird. Es wird gewiß micht ohne Absicht hervorgehoben, daß die entscheidende Zustimmung des Monarchen noch a.u s st e h t. Das Ergebnis der ressortmäßigen Prüfung soll schließlich den Ausschlag geben.
Es ist also noch nichts weiter gewonnen als eine Annäherung über eine Grundlage des Ausgleichs Es P aber, so weit man die Sache übersehen kann, noch «icht.s verloren oder verdorben, weder in sachlicher noch in persönlicher Beziehung. Wir werden also weiter ab warten müssen. Gegenüber den Bmnruhigungsversnchen, mit denen die Eiferer und die Ränkeschmiede nns nicht verschonen werden, wollen wir festhalten, daß noch d r.e i Faktoren sich das letzte Wort Vorbehalten haben: 1) der Reichskanzler, 2) der Kaiser und 3) der Reichstag, der bei jeder Verändemng des deutschen Besitzstandes mitzusprechen hat.
lene*t*Mepdtt3«nt ps« . »et wieder. Ölungen wir» entfpc Rabatt gewährt.
Ei« halbamtliches Orakel über die Marokkofrage
ist am Freitag nachmittag ausgegeben Worben. Einerseits weckt es Hoffnungen, da „eine Annäherung über dm prinzipiellen Standpunkt" festgestellt wird. Auf der anderen Seite dämpft es den O p- t i m i s mu s, da noch eine eingehende Prüfung der Einzelheiten in Ausflchr gestellt und für das Ergebnis die Genehmigung des Kaisers noch vorbehatten wirb Die o fiziöse Meldung besagt:
In den Unterredungen zwischen dem französischen Botschafter Cambon und dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts, v. Kiderlen-Wächter, hat eine Annäherung über den prinzipiellen Standpunkt stattgefunden; die Ausarbeitung im einzelnen erforgert jedoch eine eingehende Prüfung, mit der zurzeit die zuständigen ReffortS befaßt sind. Das Ergebnis wird dann durch den Reichskanzler dem Kaiser zu unterbreiten sein.
ÄWttirt »glich «tt lkrmchm» Ht $04«. «nd Feiertag«, viertel. Mr!ich«kv«Mrpreir ohne «ringerlohn und VesteSgeldiu Fulda sa- «ieau;wSrt»1.5vM.
Verantw. Redatteurr LarL Schütter
Also bie, Verhandlungen sind nicht abgebro- ch e n, doch sind sie auch noch nicht zum Abschluß gelangt. Möglicher Weise tritt eine gewisse Unterbrechung, eine Pause in den Unterredungen zwischen den Herren v. Kiderlen und Cambon ein; für dm Augenblick wenigstens scheinen die „zuständigen Reichsrefforts", welche die Einzelheiten zu prüfen ha- bm, den Vordergrund cinzunehmen.
Dunkel ist der hasimmtlichen Note Sinn, und die Dunkelhett ist gewiß beabsichtigt, weil die Zeit zum Auflegen der Karten noch nicht gekommen ist. Man wollte nichts Oermten, aber doch beruhigend wirken. Es mußte zur Beschwichtigung der öfient- lichen Meinung etwas geschehen, da in dm letztm Tagen die P r e ß 1 r e i b e r e i e n gar zu arg in’» Kraut geschossen waren und eine wahre Verwirrung anzustiften drohten.
Wir haben schon dargelegt, wie die ausländische Presse an die Persönlichkeit des Kaisers sich klam- mert und dessm angeblich unbedingte Friedlichkeit ge- gen die geschäftsführenden Staatsmänner ausspielte. Dieses delikate Thema habm nun neuerdings unter e alldeutschen Blätter ausgegrifim. So findet sich z. B. heute in der „Post" ein grimmiger Artikel, der von Angriffen auf den Kaiser strotzt, und hinterdrein wird dann noch ein Pamphlet H a r d e n 8 gegen „Wilhelm den Friedlichen" abgedruckt. Auch Herr v. Bethmann Hollweg kommt schlecht weg. Bester dagegen fährt Herr v. Kiderlen- Wächter, von dem die Alldeutfchm und ihre Genossen von der nationallioeralm Opposition hoffen, daß er eher seinm Posten verlaffen, als sich zur Nachgiebigkeit bequemen werde. Die „Nationalzeitung" hatte bekanntlich schon am Donnerstag abenb eine Regie- nmgskrise und den bevorstehenden Rücktritt des Herrn v. Kiderlen der Welt verkündet. Narürlich ist eine derartige Mitteilung der Berliner Preffe von den ausländischen Ränkeschmieden schleunigst ausgenutzt worden. Zur selben Zeit erschien in der französischen ,,A g.e u c e H a v a s" ein sonderbares Artikelchm, das vor optimistischen Nachrichten „aus Berlin" warnt mit dem Zusatz, die deufichen Ansprüche seren noch immer übermäßig. Dre unhöfliche Ton dieser halbamt- flchen Notiz wurde keineswegs verbstert durch dm Zu- f«h, die Nachrirht stamme aus London. Es mußte M) der Eindruck bilden, daß der kommandierendeWelt-
rmd der Besetzung der ©tobt unb bet foloend«, ruben getötet worden sein. Simon erwartet bk A» Jl1’1 ft eines FrachtbampferS, um seine Reise uock Kingston auf Jamaika fortzusetzen. ~
** Haiti. Wie aus Port-au-Prince gemeldet wirb, hat sich bort auf Jnttiative des diplomatischen Korps ein öffmllicheS S i ch e rh e i t s k o m it e e gebildet, bas aus der gleichm Zahl Anhänger von Birmin unb 2e Conte sowie auS Neuttalen besteht. Britisch« nnb deutsche Martnesoldaten sind gelandet, um dm vorläufigen Behörden Beistand gu leisten. Plünberungsversuche während der Rocht mach- tm eS nitig, daß auf verschiedene Plünderer ge- sckwffm wurde. ÄSoelamt sollen 40 Personen wäh-
— Zum Besuch« der englischen Königin in Deutschland Wirb gemeldet, daß der Besuch streng privat erfolgt, unb die Königin sich nur zu ihrer Tante nach Neustrelitz begibt. Ein Besuch PotS- dams oder Berlins kommt nicht in Frage.
'+ Aus dem Gebiete der inneren Kolonisation War man bisher bestrebt, zur Bekämpfung der Landflucht ländlichen Arbeitern ein kleines Ei-
des Aufrufes, um st« der .nationalen" Verachtung pretszugebkn. Ter Verfafier, Oberst a. D. v. Hey de- dreck (Markowitz) wird beschuldigt, daß ihm wie Aon früher seinem Schwiegervater, dem verstorbenen Oberprästdentea Freiherr» v. Wilamowitz-Möllen- dorff, als leidenschaftlichen Gegner des Ostmarken. Vereins bei seiner Stellungnahme persönliche Motive mit unterliefen, und daß er ebenso wie ein Teil des alten Posener deutschen Grundbesitzes sich in ihrem politischen Einfluß geschwächt sähen und mm ihrem Unmut ungerechterweise durch Ausfälle gegen den Ostmarkenverein Luft machten. Edel ist eine solche Ka i.pfesweise nicht, und mit Recht meist Herr v. Heydebreck in einer Zuschrift an die ,Kreuzztgck auf die persönliche Kampfesmeise und die terroristische Nebenregierung deS Ostmarkenvereins hin. Eigent- lich müßte es sogar heißen: Uebertegierung. Dafür bat ja gerade die letzte Zeit wieder Belege über Belege geliefert. Wtt können freilich nicht allzuviel Mitleid mit der StaatSregierung haben, die sich dte e Uebertegierung so lange gefallen ließ. Sie hat diese Leute groß werden lassen; nun mag sie selbst zusehen, rote sie mit ihnen fertig wird.
, + Beschäftigung von Schulkindern in Gewerbebetrieben Auf Grund einer Verfügung des Regie- rungs-Prästdenten zu Kassel vom 25. Juli b. St. sind bw Lehrer des Bezirkes angewiesen worben, bis ussd 1 November jeden Jahres dem Herrn Krelsichulinspekior eine Nachweisung der samt« !
Dre ftauzSstschen Eisenbahner haben in Paris ihren 22. Jahreskongrvß eröffn* Die Debatten nahmen einen sehr leidenschaftlichen Verlauf. Schon in der Eröffnungssitzung kam es zu lauten Rabauken en. Die Kongreßteilnehmer sinb in zwei feinbliche Lager geteilt, tu bk „Reformisten" unb die Revolutionäre Im Saufe bet ersten Sitzung ergriff auch der Vet> toter ber französischen Post- unb Telegraphenarbei- ter, Pauron, bas Wort und verstchette bie Eisenbahner ber werktätigen Sympathie des Postpersonals. — Am zweiten Tage bildeten bie verbrecherischen Anschläge auf bie Bahnen ben Hauptgegenstand der leidenschaftlichen Erörterungen. Ein Redner entwickefte den eigenartigen Gesichtspunkt, daß die zahflosen Anschläge der letzten Wochen nicht von Arbeitern auS- gehen könnten, weil — die Polizei ihre Urheber niemals entdecke. Folglich bleibe nur bie Annahme übrig, daß bie Anschläge von jenen veranstaltet und ausgeführt werden, die ein Interesse daran haben neue Maßregeln gegen die Arbeiterschaft von ber Regierung W erpressen. Schlußfolgemng: Der Kongreß könne den Arbeiterfeinden kein besseres Schnippchen schlagen, |ols indem er sich entschieden gegen bie Bahn verbrechen erkläre. Die Mehrheit beS Kongresses folgte dem Redner auf diesen merkwürdig gewundenen Ge- dankengängen unb nahm eine Tagesordnung an, bie bie Anschläge auf bie Bahnen verurteilt. Die umstürzlerische Minberheit, durch ein Häuflein von etwa 30 Köpfen vertreten, enthielt sich ber Abstimmung unb verließ vor ihr lärmend den Sitzungssaal. — Der cheorettjche Beschluß der Eisenbahner ist sehr schön, hindett jedoch nicht, daß die Anschläge schwungvoll fortdauern.
** Die Truppenübungen der LS. Division finden, wie bereits gemeldet, in diesem Jahre vom 26. August bis 20. September statt. Sie beginnen mit den Geländeübungen der 22. Feldarttllerie-Brigade (Feldartiünie-Regiment Nr. 11 und 47) zwischen Riühlhansen, Mendorf und Uder, di« bis zum 6. September dauern. Der 27., der 80. (nur für das F.-A.-Rgt. Nr. 11), der 81. August (nur für das F.-A.-Rgt. Nr. 47), der 8. und der 6. September (nut für dar F.-A.-Rgt. Nr. 11) find Ruhe- tage. Vom 7.—11. September finden dann die Brigademanöver statt und zwar bei Heiligenstadt die der verstärkten 43. Inf. - Brigade (Jns.-Rgt. Rr. 82 und 83), deS Drag.-RegtS. Nr. 5, Feldart.. Rgt. Rr. 11 u> d der 8. Kompagnie des Pionier- Bataillons Nr. 11 (der 10. September ist Ruhetag); bei Eschwege und Waldkappel die der verstärkten 44. Jus.-Brig. (Jnf.-Regt. 32 und 167), des Hus.« Regts. Rr- 14, Feldart.-Regrs. Nr. 47, 3. Komp. beS Pionier-Bat. Nr. 11 und eines halben Bataillons des Fußart -Regts. Rr. 8 (der 7. und 10. Sep- tember sind Ruhetage). Di« Divifionsmanöver sämtlicher vorgenannter Truppen find für die Zett vom 12.—16. September vorgesehen auf dem Gelände zwischen Worbis, Dingelstädt und Mühlhausen, wobei der 14. September als Ruhetag festgesetzt ist. Rach einer Ruhepause von einem Tage (17. September) werden sich dann auf dem Gelände zwischen Nordhausen und Mühlhausen die KorpSmanöver abspielen, bie mit Ablauf des 20. Sep-
* Der BolkSverein auf der Mainzer Katholikeu- Versammlung. Di« große Gefamtorganisatton der deutschen Katholiken, unser BolkSverein für ba8 I kathollsche Deutschland, hält bei Gelegenheit deS Katholikentages fehl« alljährlich« Generalversammlung ab. Die diesjährige zwanzigste wird am DirnS- ^gens Wa Uhr tnt großen Festsaal« der Katholikenversammlung (Stadthalle) tagen. Die Mttglieder und Freunde deS BolksveremS haben Gelegenheit, durch Teilnahme an der diesjährigen Generalversammlung des BolkSvereinS die Festhalle deS 58. Katholikentages unentgeltlich zu besuchen. Es werden außer dem Vorsitzenden, Fabrik- besitzer Fran» Brandts, auf der DolkSvereinSver- sammlung reden: bie Herren Reich», unb Land- I tagsabgeordneter Gröber, Heilbronn, der Führer der württembergischen Katholiken unb Reichs- unb LanbtagSabgeorbneter Dr. August Pieper. Die Genttalversammlung des VolkSvtteinS kann eS stch zur Ehr« anrechnen, alljährlich auch eine große Zahl der hohen Gäste deS Katholikentages, vor allem ber Hochw. Herren Bischöfe auf ihr» Tagung begrüßen L können. Für dieses Jahr hat der Hochw. Herr Bischof von Mainz bereits seine Teilnahme zugesagt. Darum rufen wir allen Besuchern der Katholikenversammlung zu: Auf zur zwanzigsten Genttalversammlung deS BolkSvttemS, damit sie sich würdig an ihre Vorgänger anreihe k
, tt Stuttgart, 4. August 1911. Die WÜrttem- bttgische Zweite Kammer hat heute den Staatsver- trag mit Preußen, Bayern und Baden zum Anschluß " an bie preußische Klassen lotter ie gegen 20 Sttmmen angenommen. Dagegen stimmten die Sozialdemokraten und vier BolkSpartefler. Die Redner der Rationafliberalen, des Zentrums unb der Konservativen traten auS finanziellen Gründen für die Lotterie ein.
Rach der besonderen Sage des Falles sind unseres Erachtens in dem BerhaUen der Offiziere, die an dem HauptgotieSdienste in bet Lmsenkttche zu Charlotten- bürg am 28. Juli dS. IS. dienstlich teilgenvmmen und die Kroch« vor Schluß des Gottesdienstes mit ihren Mannschaften uerlaffen haben, die Tatbeftandsmerkmale
§ J67,. W-*6-'® nicht zu finden. Wir lehnen es deKalb ab, unsererseits in# der Militärbehörde wegen Feststellung ber Namen bet betreffenden Offiziere in Ä?bUn0 ,M tTeten unb S-Se° dieselben Anträge,u
Kraatz will mm auf dem Wege der be» Klage argen die Offiziere voraehen.
-T- Straßburg, 4. August 1911. Auf dem De. legiertentag der e I f a ß. l o t h r i n g i s ch e n Z e n- toumspartet Würbe bezüglich der Stellung ber elsaß-lothrtngtschen Zentrumspartei zum Ratio- n alb und beschlossen, daß Zentrumsmitglieder dem Nationalbunde nur dann angehören dürfen, Wenn der Kandidat erflärt. daß er im Falle des BetttttiS Mitglied der elsaß-lothringischen Zen- trumspartei bleibt, ober Wenn er sich verpflichtet, ber rm Landtage zu bildenden Zentrnmsfraktton unter Ausschluß des Beitritts zu jeder anberen Fraktion betzutreten.
Zuldaer
iZÄS«. w°chenb-irag-: ...lllustriette Sonntagsseitung"
Zeitung
gentum auf dem Lande zu schaffen. In Ostpreußen, Pommern und Frankfurt a. O. sind ge» meinnützige Gesellschaften mit Erfolg an der Arbeit. Nunmehr hat sich eine Rentengesellschast mft dem Sitz in Leipzig-tzttötteritz gebildet, die sich die Ansiedlung st ätzt is ch er Arbeiter auf gemeinnützigem Wege zur Aufgabe macht. DaS Gelände der Gesellschaft lregt nnWett Leipzig auf preußischem Boden. Die einzönen Plätze erhalten eine Größe von 1250 Quadratmeter unb kosten einschließlich der Straßenbefesttgung rund 8000 Mk. Da sich der Bau mit Eigenwohnung und einer kleinen MietS- Wohnung auf 5000 Mk. stellt, so belaufen sich die Gesamtkosten auf 8000 Mk. ES sind jedoch auch größere Stellen vorgesehen, die sich zur Anlage von Gärtnereien usW. eignen. Der Käufer muß für den Erwerb deS Rentenguts 1500 Mk. aufwenden, bet Rest kann nach dem Gesetz von 1891 gegen eine jährliche Rente von 8-4 v. H. Ztttsen und 1 v. H. Amortisation innerhalb 80 Jahren getilgt Werden. Der Käufer erhielt durch die Vermietung der kleinen Mietswohnungen einen Ertrag und hat außerdem die Gartennutzung von fast einem halben Morgen Land. Die Rentenoüter sind jederzeit als freies Eigentum wieder verkäuflich, jedoch hat die Gesellschaft ein Verkaufsrecht.
+ Die Spaltung des Deutschtums in den Ostmarken, bie von ber BiSmarck'schen Polenpolitik unb ber Grünbung beS Ostmarkenvereins ihren Ausgang genommen hatte, ist zurzeit wieber stärker in bie Erscheinung getreten.
Der deutsche Ost Markenverein unb bie ihm bei« geordnete Hakatistenpresse erstreben seit einiger Zett I mit besonderem Nachdruck unb zäher Hartnäckigkeit einen schärferen KurS in der Polenpolitik. Be- kanntlich hat stch bahn der Lanbwirtschastsminister Freiherr v. Schorlemer seinnzeit im Parlament daS unbefugte unb unverantwortliche Hineinreben ber Lester des OstmarkenvereinS ht entschiedener Weise verbeten. Aber auch unter ber deutschen Bevölkerung in ben Ostmarken machte stch eine Gegenströmung gegen bie von ber Leitung des OstmarkenvereinS beliebte Taktik geltend, die m einer Kundgebung zegen den Ostmarkenverein ihren klaren Ausdruck and. In derselben erklären mehrer« deutsche, mit der Provinz Posen durch Geburt, Grundbesitz ober Berns, zum Teil seit Generationen eng verwachsene Männer verschiedener politischer Parteien, sie könnten nicht ju )eben, daß bie öffentliche Meinung unb bie Regierung durch einen Verein beraten würben, ber in der Schilberung ber Zustände ihrer Heimat von Nebertreibungen sich nicht ferngehalten habe und durch seine maßlose Agitation dazu beitrage, die nationalen Gegensätze zu »et« ichärfeu. Die Hakatisten sind natürlich entsetzt über diese Kundgebung. Sie muß inhaltlich für die Hakatisten recht schwer verdaulich fein, sonst würden
Deuljches Reich.
** Die Kaiserreise nach Saffet au (gegeben.
Der Kaiser geht nicht nach Wilhelms- hohe, sondern dürste voraussichtlich auf kurze Zeit nach Berlin kommen. Die Aenderung des Reise- prograuims beruht angeblich auf einem Wunsch ber Kmierm, die den Kaiser Wegen befürchteter Ansteckungsgefahr von ihrem Krankenlagtt in Wil- helmshohe fernhalten möchte.
ber Kaiserin stellt sich als eine uralr '^audelschwellung dar, die Wahrscheinlich durch plotzlm-eu Temperaturwechsel entstanden ist und die aö absolut ungefahrttch gelten darf. Es War ihr zu- nächst völlige Ruhe angeordnet Worden Da eine Besserung im Befinden bereits eingetreten ist, so wird die Kaisttin noch 1 bis 2 Tage das Zimmer zu hüten haben -
** Berlin, 4. August 1911. Der Kaiser ist heute früh auf dem Bahnhof Wehrau-Klischdorf ein- getroffen und hat sich mit dem Fürsten zu SolmS- . Baruch zur Jagd in die Wehrauer Heide begeben.
Aus ttirche und Schule.
Aus Anlaß der achten Witterkehr deS Jahrestages, an dem der Papst gewählt Würbe, sind zahlreiche Glückwunsch, be Pesch en tm Vatikan eingetroffen. Nachdem bet Papst i» ber Prtvatkapelle bie hl. Messe zelebriett batte stieg er in die Gärten hinab zum gewohweu
Pari-, 3. August 1911. Mehrere kath. Blatter benchten von einem neuen Motu proprio des Papstes gegen den übermäßigen Kleiderluxus in allen Gesellschaftsschichten, daS unmittelbar bevorstehe. Der Papst tadelt angebüch nicht nur die neuen Moden, sondern auch den übermäßigm Gebrauch von Juwelen.
*♦ Der zweite Rohrstrang. Wie man hört, wirb sich heute abenb btt Finanzausschuß mit ber Fmanzinung unseres Aafferwerkes wegen bet Legung beS 2. Rohrstranges beschäftigen.
-t. Katholikenversammlung. An bem Festzug am Sonntag nehmen art bie 900 Vereine teil; bie vor einigen Tagen versaubte Zugorbnung weist bereits 881 Nummern auf. Fulba ist gut vertreten. 9n ber Gruppe bet JünglingSvereine finbe» wtt Fechenheim, Bockenheim unb Hanau (einig« anbete sinb bei ben Männervneinen eingereiht). Die Gesellenveteine haben sich bis auf einen vollzählig angemeldet, nämlich: Amöneburg, Bockenheim, EckmeiSbach, Eiterfeld, Fritzlar, Fulba, Großentaft, Hanau, Hünfelb, Raffel, Marburg, Oberufhausen, Seiferts unb Wüstensachsen. Di« Arbeiter» unb Männervereine werben stch auch sehr zahlreich einstellen; sie umfaffen in ber IV. Ab. teilung bie Nummern 363 bis 404, nämlich Josephs« verein Flieben, A.-B. Thöngesmühle, JosephSvereiu Fulda, Meisterverein Fulba, H.-B. Großenlüber, JosephSvnein Magblos, Männer- unb Arbeiter- verein St. Joseph Neuhof, Arbeitervttein St. Paulus Neuhof, Bürgecvereiu Opperz, A.-B. Rommerz, M.-D. Nieberkaldach, M.. u. Jüngl.-D. Petersberg, M.» u. Jüngl.-V. Bab Orb, Arbeiterverein Bab Orb, A.-B. Rhönshausm, Josephsverein Schweben, M.» u. A.-B. Johannesberg, A.-B. Bockenheim, M.-V. Bockenheim, Jüngl.-V. Eckenheim, A.-B. Eckenheim, Mäunerchot Eckenheim, M.- u. Jüngll-V. Eschers- heim, Giunheim, M.-V. Seckbach, M.-V. Fechen- heim, Dolksvrrem Fechenheim, A.«V. Großauheim, M.-V. Großauheim, M.-V. Gelnhausen, Arbeiter- verein Hanau, M.»V. Hanau, Kasino Eintracht Hanau, A.-V. Obenobenvach, M.-V. Preungesheim, Jüngl.-V. Preungesheim, A.-V. Raffel, M.-V. Rothenbitmolb, A.-V. Wehlheiben, A.-V. Marborf, A.-V. Neustabt. Die KaufmännischenVsreine smb mit Bockenheim, Fulba unb Hanau vertreten. Mit btt nachträglich angemelbeten Winfribia stellt also bie Diözese Fulba 61 Verein« zum Festzug.
+ Neue Znnuug. Nachdem in einer kürzlich statt- gehabten vorbereitenden Vttfammlung bet hiesigen Schteinttmeistet sich bie erfotbetliche Zweibritlel« Mehrheit für bie Neugrünbung einer Innung ergeben hat, soll nunmehr bei btt Bchörbe ber Antrag ans bie Ettichtung einer „Zwangsinnung für das Schreinerhanbwerk für den Bezirk bet Stabt Fulba" eingebracht werden. Für den Steil Fulda bestand bereits eine Zwangsinnung für da- Schreiner-, Glaser-, Böttchn-, Drechsler- und Stell« macher-Handroerk von 1904—1908; sie zerfiel aber infolge bet nicht auszngleichenben Gegensätze zwischen Stabt unb Land innerhalb bet Innung. Die neu zu errichtenbe Schreintt«Innung würbe mit etwa 50 Mttaliebttn bie an Zahl btt Mitglieder größte hiesige Innung sein.
________________©nglanb und Frankreich sind nunmehr in Washing- ste dieselbe zu'widerlegen und sachlich zurückruwei'sen bon.J*n Vertretern ber drei Staaten unterzeich- snchen. So aber schnüffelt man nach ben Urhebern nCJ toorbeTL Euglaud hat, um zu btefem Ziele zu - • ■ 4 ,11 gelangen, vorerst feinen »ünbnisvettrag mit Japan
berart öerwäffern müssen, daß bi« Japaner auf bie Unterstützung Englands in einem etwaig« Kriege mü den Vereinigten Staaten nicht mehr rechnen können.
I Die neuen SchiedsgerichtSverträge erweitern den Bereich her bisher üblichen Schiedsgerichts abkommen durch Einbezichung auch ber Fragen der nationalen Lebensinteressen und der nationalen Ehre in ihren Rahmen. Wie bekannt, schweben VerhMdlvngen üb« eftmt ebensolchen Verttag auch zwischen Deutsch- land und A m e r t ka. Sie haben »vesentlich später begonnen, als die nun bis zur VertragSunterzeichnnug gediehen« Vnhandlungen Nordamerikas mir England unb Frankreich.
tember ihr Ende erreichen.
- DaS erste allgemeine kalholisibe Misfionsftst, bas am 4. und 5. Februar bs. Js. als Diözesanfest in Fulda besangen würbe, lebt soeben in einer Broschüre, di« die Fulda« Actienbmcknei verlegt hat, neu auf. Diese Schrift berichtet Übet die Vorbereitungen und den ganzen Verlaus deS Festes. Herr k. Robttt Streit 0. M, L tritt als MisfionS- I dbronifi auf und bat für all die Tausende, die sich