• Tuldaer
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Kleines Feuilleton
Bolanjac hat seine« Kameraden mit eigener Le- i Odessa 13.74-1125 SR, (Sinquantine 15.25-15 50 M. bcforiert ivcrbcti U’a! M e h l: fest. — ®8 notieren je nach Qualität:
bclonertii>erben_ Das gar^e BataEon „en Pa- Weizenmehl, hiesiae?, Nr. 0 .:o.=o-3-J,75 A.. lüdd. rad« , Ivo vor dre Front. Der Oberst: „ . . . und Nr. 0. 30.75-31.W M.. hiesiges dir. 1 20.50 -28.75 M. aus diesem Anlässe hat Seine Majestät gemht, die-- süddeutsches Str. 1 i‘S.75 - 29.M) M., lttesiges Nr. 3 fern braven Infanteristen Ivo Bokanjae —" Ivo 25.50 - 25.75 M., südveuijches Nr. i 25 7.->—ifi OO itiL
— Ei»« neue Erfindung in der Marine. Tie amerrantsche Marine macht gegenwärtig Berfuche mrt sogenannten „Jncineratoren", in denen alle AbfälIedes Schiffes v e r b ra n n t werden sollen. Auf der Fahrt um die Erde konnten die langsameren Schiffe, obwohl sie weit hinter den schnelle- rrn zurückgeblieben waren, genau deren Bahn folgert, weil sie stets durch Abfälle aller Art gekennzeichnet war, die tagelang im Wasfer schwammen. Tas amerikanische Kriegsministerium beftirchtet, daß dieser Umstand im Kriegsfälle gefährlich werden kömrte, t.nd sucht ihn durch „Jncineratoren" zu be- seitigen.
rumänischer 17.00—17.25 M. — Gerste: hies. 20.00 bis 21.00 Mark., Pfälzer 20.50-2 150 Mk, fränkische 20.75—21.00 $t, Riedgerste 20.00—21.00 M., ungarische 23.00-25.00 M., FÜtergerste 15.25— 16.00 M. — Hafer: hiesiger und Wetterauer 19.50—20.00 Mk., kurhess. 19.50 - 20.00 Mk.. bayer. 19.75—20.50 Mk., La Plata 17.00-17.25 Mark, russischer 17.50—19.50 Mark. — Mais (Mixed) 0000 - 00.00 Mark, Douau- mais 14.75-15.00 Mark, La Plata 15.25—15.50 Mark,
23.25—23.75 Mk. Alles per 100 Kilo inklusive Sact loko hier. — Futterartikel: fest. — Weizen - Ichalen 10.75—11.00 Mk, Weizenkleie 10.75—11.00 Mk., Sloggenkleie ll.2S-ll.50M., Weizen-Fattermehl 13.75 -14.25 M., Biertreber, getrocknet, 13.00—13.25 M.
— Heber 1 Million Panamahüte sind nach dem „Konfektionär" in den ersten fünf Monaten diefes Jahres nach Detttschland eingeführt worden. Ein Beweis, wie beliebt diese Mode bei uns in Deutsch- land- geworden ist. Im Vorjahre wurden nur 700101 Stück eingeführt gegen 1 080 543 Stück in diesem Jahre. Der Wert dieser Einftchr betrug 3 451 OOO oft gegen 2 238 000 M im Vorjahr. Von der diesjährigen Einfuhr kamen aus Italien 287 252 Stück, aus Frankreich 214 766 und aus Ecuador 145 250 Stück. Aus Niederländisch-Indien ufw. wurden nur 72 069 Stück importiert, d. h. 30319 Stück weniger als im Vorjahre.
— Ans der Rolle gefallen. Infanterist Ivo f
und Verlag znlbaer llctlen-kvckerrl in Znlda.
„ , „ ------.... Ivo
(laut einfallend): „Hier!" — Ter Oberst: „Halts Maul, Tu Trottel!"
Hnudel nitb Judwstrie.
* Berliu, 1. Aug. 1911. Die Börse eröffnet« mit großer Zurückhaltung, und die Kurse schwächten sich aus allen Marktgebieten leicht ab. Besonder- tvaren einige Favoritpapiere ans dem Rontanmarkt in Mitleidenschaft gezogen. Bankaktien ruhig. Elektrizitätsaktien und Schiffahrtsaktien neigten ebenfalls nach unten.
Märkte.
Frankfurter Getrribemarktbericht vom 31. Juli Aut heutigen Markte war die Tendenz sehr fest. Neue Weizen war nur vereinzelt offeriert, ohne einer größeren Nachfrage zu begegnen. Fr.md« Weizen waren fest und effektiv besser gefragt. Neuer Roggen, auf dem Lande abgehotk, wurde mit 15.75 M. bezahlt. Gerste, die schr schön ausgefallen ist, wird nur zu schr hohen Pressen angeboten. Neuer Hafer war noch wenig beachtet. Mais in gesunder Beschaffenheit fest »nd teuer. Mehl von den Mühlen um zirka Mark erhöht. Futterartikel ohne Angebot. — Weizen: hiesiger und Wetterauer 20.60—2080 M, auf dem Land« abgeholt 20.00 - 20.25 M., kurhessischer 20.60—20 80 M. norddeutscher 00.00—00.00 M., Amerik. Nedwknter 00.00 — 00.00 M., Kanias 00.00-00.00 russischer Nicolaseff 00.00- 00.00 M., Saxonska 21.60—21.75 M., Nlka 21.50-21.75 M., Taganrog 21.75—22.00 M., La Plata 21.90- 22.25 Mk., rumän. 21.50—21.75 Mark, Walla Walto 00.00—00.00 M. — Roggen: hiesiger, 16.25 bis 16.50 M., auf dem Lande äbgeholt 15.75—15.99 Mk., Pfälzer 16.50-00.00 M. russischer 17.00-17.2". M.
Aus -em rlachbargedttie.
* Bad Orb, 28. Juli 1911. Roch in keinem Jahre war die Frequenz des Babes so stark, wie dieses Jahr. Kurgästen, die sich vorher nicht betreffs Pension melden, fällt es schwer, Unterkunft zu finden.
* Niederaula, 30. Juli 1911. Nachdem die Maul- und Klauenseuche im Kreis Hersfeld allmählich zu erlöschen schien, ist sie in dem benachbart ten Asbach aufs neue wieder ausgebrocherr. Ter Ge- meiudebezirk ist gesperrt. Die Seuche herrscht außerdem noch in den Dörfern Hattenbach urib Niederjossa.
* Hanau, 30. Juli 1911. Beim Kirschenpflücken ist m Unterkrombach der 19 Jahre alte Georg Peter v om Baume gestürzt. Er erlitt schwere innere Verletzungen, die seinm Tod herbei führten. — Bor einigen Tagen fiel die 7 Jahre alte Ella Trück- aus beim Spielen in den Main und geriet unter die Floße. Mit eigener Lebensgefahr spmng die 17 Fahre alte Tochter Anna des BadeanstaltsbefttzerS Weiß zur Hilfe und rettete das Kind vom sicheren Tode des Ertrinkens.
* Frankfurt a. M., 1. Aug. 1911. Der jetzt in Berlin in Hast befindlich« übernationale Hotel- bieb R eumaun hatte im Herbst vorigen Jahrein einem hiesigen Kaffeegarten eine wertvolle Uhr gestohlen. Der Arbeiter Kutscher, der fm Verdachte ftanb, die Uhr entwendet zu haben, wurde, obgleich ec die Schuld energisch bestritt, von btt Strafkammer zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt. Inzwischen ist in dem Gepäck Reumanns, das in einem billigen Hotel beschlagnahmt wurde, auch die Uhr ge-
s * Ein unerhörter Vorfall hat sich in einem Vorortszuge zwischen den Stationen Friedrichshagen und Rahnsdorf ereignet Der praktische Arzt Dr. G. aus Friedrichshagen wurde telephonisch zu einem Patienten berufen. Er beimtzte den nächsten Zug «nd stieg in ein Kupee, in dem sich vier junge Leute von 18 bi» 22 Jahren befanden. Die Burschen benahmen sich von Anfang an gegenüber dem Arzte äußerst flegelhaft. Als dieser sich schließlich energisch Ruh« ausbat, stürzten sich die Rowdies auf ihn, würgten ihn unb fähigen mit Stöcken und Schlagringen auf den Arzt los, bis er blutüberströmt von der Bank stürzte. Als er die Notbremse ziehen wollte, drohten fie, ihn aus dem fahrenden Zuge zu werfen. Ich Rahnsdorf erstattete der Arzt sofort Anzeige, worauf die Rohlinge feftge- nommen und im Dienstgebäude eingesperrt wurden. In einem unbewachten. Augenblick« erbrachen sie das Fenster und fluchteten über den Bahndamm hinweg in den nahen Wald, wo fie entkamen.
fädxn »arten. Kutscher wurde daraufhin sofort an, be« Znchthause entlassen.
* La» Rauheim, 31. Juli 1911. Die Nauheimer Lhamattesabrik der Friedrich Siemens A.-G. Dresden ist vollständig nieder- gebrannt Sämtliche Fabrikgebäude, Maschinen- einrichtungen und Vorräte sind vernichtet. Wegen den nunmehr abgebrannten Fabrikanlagen wurde schon lange Jahre prozessiert, da ihr« Lage inmitten eüteä Villenviertels der Badestadt unangenehm empfunden wurde. Da nunmehr die Baulichkeiten fast dem Erdboden gleich sind, wird es der Firma kaum möglich sein, eine neue Bauerlaubnis zu erhalten.
m m.
Ntttwoch bei 2. August f-tt
». Jahrgang.
Amt Geisa un- Umgebung.
* Vacha, 1. Aug. 1911. Die Vertreter-Versammlung des Bienenwirtschaftlichen Haupt- Vereins, die am Sonntag in Weida stalffand, beschloß, das Hauptvereinsfest im nächsten Jcchre in Vacha abzuhalten.
* Dermbach, 1. Aug. 1911. Der Gemeinderat beschloß nach dem Vorschläge des Großherzoglichen Staatsministeriums zu Weimar einen Nachtrag zum Ortsstatut über die Echebung einer Abgabe bei Grün db esitzve rän derun gen. Es handelt sich darum, bet Besitzveränderungeri auch diejenigen abgabepflichtig zu machen, die als Zwischenverkäufer in Bettacht kommen.
* Völkershausen bet Vacha, 1. Aug. 1911. Gelegentlich des SttftungsfesteS des Turnvereins kam es am Sonntag auf dem Festplatz zu einer Schlägerei, bei welcher Bürgermeister Enders, welcher Ruhe bieten wollte, gegen einen Zaun geschleudert wurde und eine nicht imbedenkliche Kopfverletzung erlitt. Aehnlich erging es dem Gemeindediener sowie dem Vereinsvorsitzenden.
— Fürchterliche Nachbarschaft. Landstreicher: »Wo st denn hier die „Herberge zur Hemmt" 1* — »Arbeiter: ^Grad'über vom Gendarmen. ‘ — Landstreicher — „Brr — und womöglich unter einem Ducke mit dem Arbeitsnachweis!"
Aus Gberhsfferr u. den Heß. Remtern.
△ Marburg, 2. Aug. 1911. Der Rektor der llniveisität. Geh. Konsistorialrat Prof. Dr. Buddehat sich nach Breslau begeben, um bei der Hundert' jahrseier der dortigen Universilät eine Gratulations- tasel zu überreichen. — In der chirurgischen Klinik sta.b kurz nach seiner Einlieferung ein junger Bursche namens Jakob Schmidt aus Buchencm im Kreise Biedenkopf. Er war in der Nacht vom Sonntag zum Moula : ans der Heimkehr von einem Feste in Elmshausen mit dem Rade eine Aoickmng hmmttergestürzt und dort bis zum anderen Morgen liegen geblieben. — Tie verein gten Mi ich- lwseranten McnrtrrrzS geben bekannt, daß sie mit Rücksicht anf den Futtermangel eine Erhöhung des Ätld) greif es um 2 Pfg. pro Liter «mtreten lassen muffen.
O Frankenberg, 1. Aug. 1911. Ter am 11. und 12. August ds. Js. in Frankenberg stattfindenden Mttgliederoersammlnng des Vereins für Hess. Gesckrichie und Landeskunde wird am 10. feigtcs eine Sitzung des Gefamkvorstandes in Frankenberg voiau^kehe», die sich mit folgenden Bera ungsgegenitäuden zu besaffen haben wirb: 1. Feststellung der Ässgkieder des Ge amtvorstandes uua des Redakiionsausschuffes, 2. Die Bickell'sche Erdfäaft, 3. Ver ögenslage, oranschlag für den Hausgalt, Zuschüsts s.r die Berioallung der Set» emsssinniliing ui Marburg und für andere An- jifllun, 4. Veröffeutlichnngeii des Bereu s, 5. Flur- namcnsorfchinw, 6. Verhandlungen wegen Wiederher Peilung des Kritziarer Tomes, 7. Ausschließung eines Mit liebes nach § 5,1 dec Satzung, 8. Be» starmiung von Cit und Zeit der Mitglieberversamm» lrmg 1912, 9. Vertretung des Vereins auf der dies- jährigen Hauplccrwmmlung des Gesamtoereins der deutsche» Gc ssühls» und Altertunisvereine.
hiesiges Nr. 4 22.75 —2X00 St, füddealschrs Rr. 4 L«00—28.25 M. — Roggenmehk, hiesiges, Rr. v 25.25 bis 25.75 M.. do. .Hx. Ul 24.25—24 75 B!., do. 9ir. 1
ÜermiWes.
Äti«$t2hB£a^<di^ «ichtbestÄiguug zum achten *DHt” zum stellvertretenden Gemeindevorsteher der Gemeinde Scherrebe ck der nÄTW diach eingetretener Vakanz er« “ Sonbrat einen kommissarischen Stell-
bertretei und legte der Gemeinde nahe, diese» zu wahlen- Dern Wunsche des Landrats wurde jedoch nicht entsprochen, denn die Wahl siel auf Bovieu ^’* Wahl von der Aufsichtsbehörde nicht bestätigt wurde, erhielt Boysen in der Neuwahl wiederum Stimmenmehrheft. Auch diese Wabl wurde kassiert, und das wiederholte sich in der Folae noch fünfmal, so daß jetzt die achte Neuwahl an» stand. Man darf gespannt sein, wie diese Meinungsverschiedenheit zwischen Gemeinde und Land- rat noch auslaufen wird. Die Gemeindemitglieder smd fest entschlossen, ihrem Kandidaten nach wie vor ihre Stimmen zu geben.
* Emen weiblichen Universitätsprosessor hat nun auch Deutschland. Es ist dies Dr. Phil. Gertrud Johanna W 0 k e r, die soeben als außerordentlicher Professor an die Leipziger Universität berufen war- den ist. Sie wirkte fett fünf Jahren als Privatdozentin in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Abteilung der Universität Bern und entstammt einer alten Gelehrtenfamilie. Fräulein Dr. Woker ist die erste Frau, die in Deutschland eine außerordentliche Professur und nicht nur als Privatdozentin den Titel Professor erhält. Selbstverständlich ist die geteerte Dame auch eine eifrige Frauenrechtlerin.
* Schulmädchen als Einbrecher. Kürzlich tourte in dem Landhaus des Staatsanwalts Abort in Toulon ein kecker Einbruch verübt. Bei der gerichtlichen Untersuchung stellte sich zu allgemeinem Erstaunen heraus, daß zwei Mädchen von zwölf Jahren die Urheberinnen waren. Sie hatten für 2000 Franks Schmuck entwendet.
** Ein steuerflüchtiger Millionär. Ein amerikanischer Millionär, namens Brown, der seit 2 0 Jahren in einer Dacht an der englischen Küste von Effex wohnt, und bisher niemals Ein. kommen st euer bezahlt hat, ist jetzt endlich vom Gericht zur nachträglichen Entrichtung deffen, was er dem englischen Staate in all den Jahren schuldig geblieben ist, verurteilt worden. Brown machte vor Gericht geltend, daß er nicht in England, sondern auf seiner amerikanischen Dacht lebe. Eine Dacht aber sei rmch englischen Gesetzen nicht als Wohnung zu betrachten. Der Richter aber wollte davon nichts totff en. Wenn Brown recht habe, brauche ein reicher Mann nur ein Hausboot zu mieten, um sich von seinen Beipflichtungen dem Staate gegenüber zu befreien. An der ganzen Küste von Effex ist man gespannt darauf, ob es den Steucrbeamten gelingen wird, Brown zu pfänden. Seine Dacht hat seit 20 Jahren fortwährend Dampf auf, obwohl sie in all der Zeit kaum je mehr als drei Meilen auf einmal zurückgelegt hat. Jetzt aber stößt der Schornstein befärteti dicke schwarze Rauchwolken aus, ein Umstand, ans dem geschlossen wird, daß Brown die Häscher des Steueramtes nicht an sich hercmkommen kaffe» will.
Für der Menschheit höchstes Gut, den Glauben, Kämpfest du mit Wort und Schrift;
Wenn der freche Zeitgeist es will rauben: Deines Geistes Schwert ihn trifft! -
WaS der Glaube, mit der Lieb' gepaaret, Schafft und wirkt in großer Rot, Tas bezeugt das Voll, das sich gescharet Ilm einen Mann — ihm treu bis in den Tod!
Unseren Glauben wollen wir verteidigen gegenüber dem Zeitgeist, der unser höchstes Gut rauben will; Me Verhältnisse des menschlichen Lebens wollen wir Mit dem Geiste der christlichen Weltanschauung durchdringen, — den leidenden Mitmenschen soll unsere schaffende Liebe gelten, — in den Angriffen auf Papst Und Papsttum wollen wir uns fest um den einen Mann scharen, ihm treu bis in den Tod! — Mit dem Schwerte des Geistes werden die Redner der 58. Generalver. sammlung — dafür Bürgen ihre Namen, auch wenn erfreulicherweise neben alten Kämpen neue Kräfte ge- Können wurden, die wir bis jetzt auf Miseren Katho- llkentagen noch nicht gehört haben — für die in letzter 'Zeit so viel angefeindete Person unseres hl. Vaters Eintreten und seine Regiermigsakte falscher Kritik ent. stehen, — sie werden eintreten für den Zusammen» satt von Voll und Klerus, ihre beiderseitigen Wech- elbeziehungen bailegen, Mißverständnisse und irriger Beurteilung im eigenen Lager begegnen, — fie wer- . >en streiten für die christliche Schule, streiten im Kamps stm unsere Jugend, — fie werden der Glanbeusnot im eigenen Lande gedenken und der Glaubensarbeit unter den heidnischen Völkern, sie werden Kunst und Wissenschaft vom Standpunkt der christlichen Weltanschauung beleuchten, — sie werden Werke der Charitas, der tätigen Nächstenliebe predigen. Getreu dem Grundsatz und der Tradition unserer Generaloerfammlungen werden diese Verhandlungen geführt, ohne Verletzung des religiösen Empfindens Andersgläubiger.
Aber noch einer anderen Aufgabe mutz gedacht werden. Auf jener ersten Mainzer Katholikenversamm. lung weilte auch ein bescheidener Landpfarrer, aber ein Sproß aus erleuchtetem Geschlecht: Emanuel Freiherr von K e t t e l e r. der nachmalige Bischof von Mainz, dessen GebnrtS-Hundertjahrfeier die dies, jährige Katholikenversammlung feiern wird.
!■ Aus dem Munde eines hervorragenden Mannes, den wir als überzeugten Katholiken, als namhaften Gelehrten, als Parlamentarier von staatsmännischer .Begabung nnb als eine Rednerkraft ersten Ranges In gleicher Weise achten und verehren, wirt uns in einer Kettler-Gedächtnisrede ein Lebens- ?nd Charakterbild des großen Bischofs von Mainz, des »rosten Sozialpolitikers des 19. Jahrhunderts entwor- fett werden. Und ein anderer Parlamentarier, der mit per Geschickte unterer So z i akp0 likik verwachsen ist. wird einen L 1 geben darüber, was seit der Dritte des vorig»-. oerts, da Bischof von Ket- )eler die ersten ütiu.L.... - mrf sozialgesetzlichem Ge» fiele m Deutschland gemacht hat, in unserem Vater, sande an positiver Arbeit geleistet ist und welche Auf- , ßabe die Gegenwart und nächste Zukunst an uns stellt.
K8. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands zu Mainz.
C. Mainz, 3L In» 1911.
I.
Als Wir vor sieben Jahren m Köln da» goldene ßubitäum unserer Generalversammlung begingen, svurde eines Mannes gedacht, deffen Name mit der Ge- schichte der Katholikentage eng verknüpft ist. Ein Jahr. Hundert hatte sich vollzogen fett der Geburt Joseph Ritter von Buß, des Präsidenten des ersten beut» scheu Katholikentages.
Es war eine kleine Schar von Mcinnern, die in rrnster Zeit (1848) unsere Generalversammlung ta Mainz aus der Taufe hoben, aber eine feste Zuver. ficht in das Gelingen ihres Werkes, ein festes Gottver. trauen beseelte sie. Mehr als ein halbes Jahrhundert ist seitdem verflossen. AuS der kleinen katholischen «ffociation in Mainz ist eine Organisation hervorge. gangen, die das gesamte katholische Deutschland um. spannt, die uns mit Begeisterung für unsere Ideale erfüllt» die dem Gegner Achtung abrtngt und die die Bewunderung unserer Glaubensgenossen im Ausland hervorruft. Hatten ängstliche Gemüter 1848 von bet Mainzer Katholikenversammlung abgeraten, heute strömen nicht nur aus allen deutschen Gauen, nicht nut aus allen europäischen Ländern die Katholiken zu vielen Tausenden nach Mainz: alle Weltteile werden auf her 58. Generalversammlung vertreten sein. Jener erste Aufruf aus den vierziger Jahren des verflosseneu Jahrhunderts ist über den ganzen Erdball gegangen, Ünd wie er durch das 19. Jahrhundert hiudurchgeklun- gen ist, fo klingt er mit ungeschwächter, ja mit gesteigerter Kraft in das neue Jahrhundert hinein. Vieles hat sich in den 6 Jahrzehnten in unserem Vaterlande geändert; mit dem Wechsel der Zeiten vollzog sich ein Wechsel unserer Aufgaben, aber eines ist geblieben: der Unglaube unb mit ihm ber Ansturm .stuf die christliche, die katholische Kirche, aber geblieben auch die Stimmung des katholischen Volkes, der Ritter von Butz einmal in den WorteuAusdrnck verlieh:
Eick-eudorff schuf es im Jcchre 1811. Bald darauf suchte Justinus Kerner für seinen „Deutschen Tichtenvald" nach Beiträgen, dir er von feinen Freunden, die Teilnehmer an diesem Unternehmen waren, Uglanb, Schwab, R. Mäher, Fouguö, Varn» Hagen, Thorbecke u. a. eiusanimelte. Das hörte Etchendmff und er sandte Kerner durch den gemein- fameir freund v. Lorten jenes Lied als Beitrag für die L.cmimlung mit der damals von Eichendorff für ferne einzelne Lieder gebrauchen Unterschrift „Flo- renä zu. Kerner erzählte nun: „Mein Wohnort toar damals em steigelegenes Haus in dem toürt- tMbergtsth«« Waldvrt Welzheim. Als ich nach Em. pfang des Briefes von Soeben jenes schöne Lied mit Sagimgen gelesen hatte, legte ich es auf meinen S^etbttfä, nah« an ent osfenstehendes Fenster, aber Plötzlich weht es em dorüberfahrender Windstoß vom Tisch durchs Fenster hoch in die Luft über Häuser und Bäume dahin. Ich bemühte mich unn,'dieses wahrhaft zum fliegenden Blatte gewordene Lied viele Stunden lang, selbst in Begleitung eines scharf- sehenden Jägers, eines Freundes von mir, in Wäldern und Feldern aufzusuche«, aber vergebens. Der Verlust desselben toar mh umso empfindlicher, als das Manuskript der Sammlung schon längst zum Druck abgegangen und, sollte dieser Beitrag noch aufgenoinmen werten, eine schnelle Nachsendring noch nötig war. Was war nun das fernere Schicksal des Gedichts? Am andern Tage kam ein mit Maultrommeln, Armbändern und Fingerringen handelnder Tiroler zu mir, und siehe da, fä erblickte das Blatt um eine dieser kleinen Waren gewickelt. Schnll fragte ich ihn: Wo fandest du denn diefes Papier ? Worauf er erzählte, daß er es bei Kaisers- bach, eine Stunde von Welzheim, auf einem blühen, ben Flachsfelde gefunden und diesen Fingerring darein gewickelt habe. Daß ich ihm, schr vergnügt, das Papier bchalteud, ein Dutzend seiner Maultrommeln, meine Lirtltngsinstrumente, entnommen, fft begreiflich."
* Treysa, 30. Juki 1911. Beim Baden in der «chivtrim eUtant der Fürsorgezögling Ernst Kiinstler aus Frankfurt a. M., der unter «ufstchl eines Angestellten von der Anstalt Hephata mit eincc Anzahl Kmueraden badet«. Da der Knabe ein guter Sänvimmer war und der Fluß an der betreffenden stelle nicht tief ist, nimmt man an, baß er von einer Herzlähmung befallen worden ist.
Fritzlar, 31. Juli 1911. Beim Strohern- f Q st re n fiel der 24jährige Arbester Konrad Drugler von hier vom Wagen herunter. Es gingen ihm die Vorderräder über den Kops, so daß der Tod ans der Stelle eiuirat
Ein sinniger Gedanke des Lokalkomitees war es auch, m der äußere» Organisation des diesjährigen KatholikenageS ihm baS Gepräge bes Kekteler-Anben. kenS zu geben!
Hinsichtüch der Lei l«ah«e an der bevorstehen, ben Tagung kann die Frage nicht gestellt werben: Wer kommt nach Mainz k Die Fragestellung lautet: Wer kommt nicht nach Mainz! nach der Stätte, wo Frei- Herr von Kettelet gewirkt hat, — nach dem Mainz, bes» sen Gastfreundschaft traditionell geworden ist, dessen Bürger unsere Tagung als eine Ehrung betrachten, deren Behörden ihr weites Entgegenkommen bezeugt haben, — nach dem schönen Main, — nach der Stadt, die eine zweitausendjährige, hochinteressante Bergan- genhett hat, nach bet Stadt, der die Geschichte schon vor Jahrhunderten ben Namen bes goldenen Mainz gegeben hat! Wer kommt attS Anlaß ber bevorstehen, den Tagung von Kacholiken nicht nach Mainz?!
Zu ihren Füßen flutet Deutschlands viel besungener Strom mit seinen stolzen Dampfern, ans bet Ferne winken uns bit rebenbekränzten Hügel des Rhein, gaues, ragen die sagenumwobenen Burgen und Ruinen — bei unserem Eintritt empfängt uns die fröhliche leichte Art der Mainzer Bevölkerung, aus den Strahn bet Stadt spricht der tiefe Ernst der Geschichte.
Eine willkommene Festgabe für die Besucher der Generalversammlung ist der ihnen vom Lokal- komikee gewidmete und von Professor Ledrott mit Eiem Verständnis verfaßte Führer durch Mainz, der
Teilnehmern an der Katholik erweis am m lung in der Geschichte der Stadt, in den Altertumssammlungen, In den Denkmalen bet Baukunst, dem Straßenbild, dem Panorama ber Umgebung u. s. w. orientiert. Kaum eine zweite Stabt in Deutschland hat eine so reiche, wechselvolle und tutete gante Geschichte, wie Mainz.
Jedem Besucher bietet die Stadt Genüsse: dein Naturfreund und dem Stur.stliebhaber, dem Gelehrten und dem Künstler, dem Laien und dem Kleriker. Schließlich wird am 11. August, also im unmittelbaren Anschluß an die diesjährig« ©encraloti fammhtng, der Kaiser nach Mainz kommen, um die Parade aus dem Großen Sand abzunehmen: Wer will nicht nach Mainz kommen?
.— Lernt wandern! Nicht jeder kann sich eine )>eite Reise gönnen, wenn er feine Ferien, feilten Urlaub hat. Dann foll er aber wenigstens heraus «us seinen vier Pfählen, von früh bis abends soll rr nicht zu.Hause faulenzen, sondern sich d r a u ß e n tummeln und selbst Wind und Wetter nicht scheuen, um sich draußen zu erholen! Unser sportsreundkiches Zeitalter hat eingesehen, daß mtch das Wandern eine Art ist, und zwar nicht nur der billigste, sondern auch derjenige, tvelchcr die Gesundheit am meisten fördert. Sein moderner Bruder, die Hochtouristik, zählt freilich mehr Anhänger, kostet dafür aber auch mehr Geld! Man lerne nur erst einmal richtig wandern, und man wirt habet einen ebenso flxoFrn Einfluß auf Leib und Seele gewinnen, wie bei der Bergkraxekei. Die meisten Menschen kennen Koch nicht einmal die weitere Umgebung ihres Wohnortes, sie sind vielleicht in bekannte Ausflugs, orte gekommen, aber die stillen, weiten Wege in den Wäldern, zwifchen Fluren und Auen, die ost Nalerischen Dörfchen und die fie verbindendcu Wege ennen die wenigsten. Und doch ist alles dies fo Duuoerbar, so obtoechselnngsreich, so ablenkend von >en Alltagsgedanken, daß man ein derartiges Wan- «rn doch nicht unterschätzen sollte. Abends ist man mm wieder daheim, ohne Reiseunbequemlichkeiten pchabt zu tjabtrt Man braucht beim Wandern auch sticht immer Gesellschast, das einsame Sich-selbst- lrten, ganz fernen Empfindungen nachhängen, hat wch feine befonderen Reize und Vorteile. Wohlan >enn hinaus in die herrliche Gottesnatur! Es braucht wahrlich nicht immer eine Sommerfrische oder ein Badeort zu fein, in dem man sich ,er- holt . mo.
— „In einem kühlen Grunde". An das prächtige Bolkslied Jos. v. Eichendorfss, das jetzt Mlgefähr 100 Jahr alt ist, erinnert die ,,Voff. Ztg.":
Wenn baS Mainzer Lokalkomitee von banger Sorge erfüllt toar, ob ihre Sadt. ob Me 5. Mainzer Katho- likenversammlnng Hfren Teilnehmern bieten Imme, was Köln, Düsseldorf, Breslau nfto. gebeten haben, diese Sorge war mibegrünbet l Die Mainzer Versammlung wirt anf Stnnb der getroffenen Borte, rtititngen und als Zmteuarinmfeiet fit den Bischof ben Kettelet, diesen in allen deutschen Gauen geliebten Kirchen fitsten, in der Geschehe unserer Katholiken. Versammlungen einzig dastehen, an Größe und Be» beutung ihre Vorgängerinnen überragen, Mainz zum zweiten Male zum Ausgangspunkte neuen kacholischen Lebens und Wirkens machen! — Und wenn Herr Justizrat D r. Schmitt, dieser unentwegte Kämpfer für unsere Ideale, als Borfitzender des Mainzer Lokal. komtteeS mit dem Lokalkomttee am nächsten Sonntag nach monatelanger, rastloser und schwerer Arbeit die Begrüßungsfeier in bet Festhalle eröffnen wirt, bann wirt der Mühe Preis und Segen auch die letzte Sorge von ihm nehmen.