Einzelbild herunterladen
 

Zeitung

* Tuldaer

er von ei

Das

schönen wird sie

hören die vorerwähnten Paris auch vielfach in die Herrschaftsköche das mets täglich frisch zur

Kelleranlagen, die man in Privaihäusern findet, damit Lieblingsgericht der Gour- Hand haben Ohne viele

riechende, pappige Ueberzug. gefühl, gleichzeitig aber auch Nahrungsaufnahme zeitigt, vitiosus geschlossen erscheint: beziehungsweise verstärkt das

genau; bei selbstgesuchten kann jeder Apotheker im zweifelhaft« Falle Auskunft erteilen. ES liegt aber noch eine andere Gefahr vor; alte, zu lang aufbe­wahrte — an und für sich eßbare — Pilze entwickeln schädliche Keime, die auch durch Kochen ihren Ein­fluß auf ben menschlichen Organismus nicht ganz ver­lieren. Alte und unbekannte Pilze werfe man daher lieber fort, als daß man Menschenleben dadurch ge­fährde; die wohlbekannten und frischen lasse man sich dagegen vorzüglich munden, ob als „Schwämmerl- suppe", als Gemüse oder als aromatische Zugabe bei Fleischspeise und Saucen. Die Erinnerung an ben

Eßbare Pilze.

Von Henriette Becher.

Ein Männlein steht im Walde So still und stumm. Das bat von lauter Pupur Ein Mänt'lein um.

Sagt, wer mag das Männlein sein. Welches stehl im Wald allein .... Mit dem purpurroten Mäntelein.

Ein eßbarer Pilz ist es nicht, den Humperdinks Verse schlidcrn; denn alle leuchtenden und farben­prächtigen Schwämme find giftig und mit Vorsicht zu betrachten; sowohl der scharlachrote Fliegenschtvamm mit ben weißen Flecken, brr Malern ein beliebtes Modell liefert, als auch bet buntfarbige Satanspilz, boletus satanas, ober bet wann braune Hexen­schwamm ober Saupilz, bet butch seine Aehnlichkeit mit dem eßbaren Kavuzinerschwamm viel Schaden an- tichtet. Aeußetlich unscheinbarer, aber durch ähnliche Erscheinung wie Champignon und Morchel, den Men­schen oft gefährlich, sind der Knollenblätterschwamm und die Stinkmorchel

In vielen Gegenden sind in den Schulen Tafeln mit Abbildungen der eßbaren und der giftigen Schwämme aufgehängt, wodurch ben Kinbern von klein auf die Kenntnis der eßbaren Schämme vermittelt wird und nicht durch törichte Furcht vor Vergiftung jeder Pilz überhaupt mit Verachtung gesttaft wird; denn die guten Schwämme sind ein billiges und ge­sundes Volksnahrungsmittel, das früher allerdings überschätzt und dem Fleische an Nahrungswert gleich­gestellt wurde. Von einem Waldspaziergang kann man im Rucksack eine Portion mit Heimbringen, die noch für den Winterbedarf ausreichend ist; Eier­schwamm, Kapuziner- und Steinpilze gedeihen vor­züglich auf unserem deutschen Waldboden und schie­ßen nach warmfeuchten Tagen in Menge auf. Der Mai in diesem Jahre hat alle Vorbedingungen für ein gutes Pilzjahr erfüllt und den Wald reichlich mit verrottetem feuchtem Laub versehen.

Der König unter den Pilzen ,ber Champignon, zieht allerdings Pferd- und Schafweiden dem Wald­boden vor, wird aber auch von Gärtnern viel für den Berkaus gezüchtet, mich von Liebhabem in den eigens dazu mit Pferdemist gedüngten Kellern. Er ist von zartem Weiß, zuweilen gelblich-bräunlich, mit seiden­artigem Hütchen und tosen- oder fleischfarbenen dicht- stehenden Lamellen an der Unterseite besetzt. Selten im Mai, doch häufig in den Sommermonaten bis in den Ottobet hinein zu finden, bringt der Chainpignon dem Züchtet die reichlichste und einträglichste Ernte; in Frankreich, wo der Champignon außerordentlich ge­schätzt wird und eigentlich nie auf der herrschaftlichen Tafel fehlen darf, produzieren einzelne Händler täg­lich für den Markt vier bis fünf Zentner. Dazu ge-

109, und in den folgenden Jahren verschiedene ein, die 100, 102 und 105 Jahre zählten. Die meist« davon hatten schon mehrmals, einer sogar siebenmal, die Fußwaschung mitgemacht — bei der oft Weiten Reise und der nicht zu vermeidenden Aufregung ge­wiß eine anerkennmswerte Leistung.

Bis in die letzte Zeit besaß die Stadt München auch innerhalb ihrer Mauern ein« hundertjährigen Bürger und eine gleichalterige Bürgerin, die für ihr Wohlbefinden gegenseitig das größte Interesse hatten. Der Privatter Wilhelm Valenttn war in Kassel als Sohn eines Hoftats geboren, hatte in Amerika fleißig Landwirtschaft getriebm und stand, feit er sich 1865 in München niedergelassen, noch täglich morgens um 5 Uhr auf. Bier und Tabak nicht abhold, ging er mit 100 Jahren ohne Stütze, schlief und aß stets gut, bewahrte sich ein reges Gedächtnis und machte täglich Beine Spaziergänge. Seine Altersgenofsin Frau Kordula Burger tat es ihm an Rüstigkeit gleich, nur ließen ihre Augen früher nach. Geruch und Ge­schmack litten auch mit 1'01 Jahren nur wenig, indessen war sie sehr vorsichtig im Genießen, besonders Süßig­keit« gegenüber, und nahm morgens Kaffee mit einer Buttersemmel, zum zweiten Frühstück Wein mit Biskuit, mittags Suppe, Fleisch und Gemüse zu sich, währmd sie sich nachmittags und abends mit einem Bratapfel, Tee mit Zitronensaft begnügte, im Bette aber noch einen halb« Basler Lebkuchen verzehrte.

Was nun die Deutsch« im allgemein« betrifft, so nehmen sie mit der nachweisbar« Zahl ihrer Hun­dertjährig« keineswegs ein« erst« Platz ein. lieber« Haupt steht ihre mittlere Lebensdauer gegenüber ande- r« Völkern zurück, am auffaKenbft« gegen die Schwe­den, bann aber auch gegen die Niederlande, England und Frankreich, wobei es sich um Differenz« von 5 bis 10 Jahr« handelt. Noch häufiger als in dm ge­nannt« Ländern find« sich 100jährige in Spanim, dmn unter einer Million Einwohner werb« dort 25 hundert Jahre alt, jedoch nur in den wärmer« Län- derstrlchm. Dem entspricht auch, daß das ttopische MittAainerika, in erster Linie Guatemala, die höchst« Lebensalter der ganz« Welt aufweist. Wer über 60 ober 70 Jahre hinauskommt, hat dort meistens ge­wann«. Auf iy2 Million« Mensch« komm« hier über 800 Hundertjährige. und Personen im Alter von 130—140 Jahr«, von dmen der Volksmunb sagt, daß der heilige Petrus sie vergess« habe, sind wiederholt nachweisbar gewesen. Ueberall aber bleibt die Tat­sache bestehen, daß an der einzigen natürlich« Todes­ursache jedes Lebewes«s, der Altersschwache, die zu friedlichem Einschlafen führt, nur 18 Proz. aller Kul­turmenschen sterb«.

Die Wenig« nun, die mit 100 und mehr Jahren diesen AuSgang nehmen, lehr« uns zugleich überein­stimmend, wodurch sie zu so hohen Jahren gekommen sind. Auf eine wichtige Grundbedingung weist unS schon die Statistik deS Orlmis hin, auf die einfache Lebensweise nämlich — dmn in heiß« Gegenden ißt und trinft der Mensch bekanntermaß« weit w«iger als in kalt« Lände«. Fast gleichbedeutend damit erscheint ein arbeitsreiches Leben — nicht aber eine überangestrengte Tätigkeit, wie sie die heutige Mmsch- heit in sinnloser Geldgier zu ihrem eigen« Schad« sich aufbflrbet.

Das „Leben" selbst ist der Feind des Lebens. Es muß als solcher also möglichst unschädlich ge­macht werben, um dm Körper nicht vorzeitig abzu­nützen, wie es die moberne Hetze nach Reichtümern unfehlbar mit sich bringt. Sind solche nun errungen, so erwächst aus ihnen nur wieder ein neuer Feind der Lebensdauer, der Luxus, der ebenso gefährlich für die menschliche Gesundheit ist wie völliger Müßig­gang. Unter allen Huntertjährigen, deren Leb« wir kmnm, ist denn auch nie weder ein Faulmzer, noch ein üppiger Lebemann gewesen. Fleißige Arbeit, mit der nötigen Erholung, deren erste und beste der Schlaf ist, abwechselnd, haben noch stets den rauhen Weg zur äußersten Grenze des menschlichen Lebens am leichtesten geebnet. Solch mäßige Lebensweise, die die zumeist aus überladenem Magen kommenden Verstimmungen ausschließt, beschett auch am ersten bas zur Erhaltung der Gesundheit so unentbehrliche heitere Gemüt, das sich fast bei allen Hundertjährigen konstatier« läßt. Durchwegs — man darf mit 90 Prozent rechnen — sind sie auch ihr ganzes Leben hin­durch Freunde von Alkohol und Tabak, ein nicht ge­ringzuschätzender Beweis, daß diese Anregungsmittel bei mäßigem Genuß den daran Gewöhnten keines­wegs schab«. Ohne Ausnahme hab« sie auch von gemischter Kost, also von Fleisch, Gemüse und Mehl- speis« gelebt, unb ob es ein reiner Vegetarianer zu hundert und mehr Jahren bringen wird, muß erst die Zukunft erweisen.

Wer alt werden will, der beobachte in der Haupt­sache folgende Lebensregeln: Arbeit« und mh« in naturgemäßem Wechsel, sich fernhalten von allen Exzess« und allem, was unter den Begriff Raffine­ment und Luxus fällt, dem Körper angemessene, nicht auf Modetorheiten achtende Kleidung trag«, mäßig trinken unb sich nie überfällig«, Sorg« in b« Wind schlagen, den Schlaf nicht verkürz«, die Nerv« nicht durch zweckloses Ueberhetzen aus dem Gleichgewicht bringen, soviel als möglich sich Bewegung mach« und in frischer Lust verweilen. Ein frohes Gemüt wird sich bei Befolgung solcher Vorschrift« fast von sckbst einstell« unb den Gang der Leb«smafchine aufs beste regulieren.

ist die Spitzmorchel mit ihrem Hellen oder lebhaft röt­lich« Hut eine Delikatesse für ben Senner.

Seltener und schwerer aufzufind« ist ber Trüf­fel, der nicht selbständig, sonde« als Zusatz für Ra­gouts und Fleischspeisen verwertet wird. Es gebärt eine besondere Kenntnis und ein scharfer Geruchsinn dazu, dm besonders die Schweine zu besitz« scheinen. Die Händler bedien« sich nämlich besonders dazu abgerichleter Schweine oder Hunde, die von dem wür­zig« Wvhlgeruch «gezogen, die Stelle anzeigm, wo der so sehr geschätzte Pilz unter der Erde wächst. Auf Speisekarten und an elegant« Tafeln figuriert im­mer der Name des Pörigacd-Trüffel; doch wird ver­sichert, daß gerade in dm Rheinland« vorzügliche und wohlschmeckmde Trüffel gedeih«.

Die Furcht vor Vergiftung durch Pilze ist viel- fach noch so verbrettet, daß manche lieber fast« als von dem wohlschmeckend« und duftend« Gerichte zu sich nehm«; die Aufklämng Wird darin Wohl Am- berung bring«. Dst Landleule, die die Pilze zu Markte trag«, kmnm die gefährlichen Sorten ganz

durch Dysenterie, Cholew ufw. ein großes Quantum Flüssigkeit entzog« wird.

Bleib« wir beim Dnrstgefühl, also der Erschei­nung, welche wir gemeinhin Durst nenn«, so komnck diese in erster Linie, wie schon angeb«tet, durch Austrocknung der Mund- unb Rachmschleimhaut zu­stande. Sie tritt naturgemäß um so leichter ein, je höher unb trockener die Außentemperatur ist, also je mehr sie geeignet erscheint, die Wasserverdunstung auf der Schleimhautoberfläche bei geöffnetem Munde SU fördern. Geöffnet ist ber Mund aber die größere' Seit hindurch, da ja die Atmung in normalem Zu- ft<mb ziemlich gleichmäßig durch Mund und Nase er­folgt. Der Ueberzug von Schleim und Speichel, wel-' cher das Zahnfleisch, den Gaumen, die Wang«- und Rachmschleimhaut bedeckt, trocknet ein und wird zur zähm Schicht, die durch ihren höher« Salzreichtum dann ein« gewissen Reiz auf die Nervenendigungen an bet Gewebsoberfläche ausübt. Mit eben btefem Reiz aber verbinden wir bie Vorstellung des Durstge­fühles und insttnktmäßig das Bestreben, den abnor­men Zustand durch Flüssigkeitszufuhr zu beheben. Db, bet Instinkt bie richtigste Lösung der FtM- gibt, soll gleich untersucht werd«.

Wir finden ein vermehrtes Durstgefiihl fast immer bei Fiebernden, in Fällen also, wo durch die erhöhte Elgenlernperalur des Körpers eine raschere Abtrock­nung ber Munbsäste verursacht wirb. Hier läßt aber' bie Flüssigkeilszufuhr ziemlich im Stich in allen jenen Fällen, wo bie Mundreinigung barnieberliegt, wenn also beispielsweise feste Nahrung überhaupt nicht zu- geführl wirb. Die mechanische Reinigung ber Kau­werkzeuge (Zähne, Zunge, Vackennmskulatur) butch den Kauatt selbst fehlt dann, während gleichzeitig eine künstliche Reinigung durch Zahnbürste und (Sur- gelwaffer, wie sie der Kulturmensch auszuüben Pflegt, in Rücksicht auf die geschwächte Konstitution bet Bettlägerig« unterbleibt. Die Folge ist eine An­häufung verdickter Schleimmassen, vermischt mit Speiseflüssigkeit in Form eines zähen Ueberzuges, wie wir ihn vorher kmnm lernten. Und da die Mas- f« sich bald zersetzen, resultiert schließlich jener fade

der einmal das Durst- eine Unlust gegen jede so baß ber circulus ein liebel verschuld^ andere.

* Durst.

In dies« heißen Sommertagm leidet alt und jung, Mensch unb Tier, der eine mehr, der andere wmiger unter der Hitze. Und vornehmlich wohl unter jener Eintvirkimg der Temperatursteigerung, welche das Dnrstgefühl hervorbringt.

Was ist Durst, und wie mtsteht et? Wie bekämpft man ihn?

Der bierehrliche Münchener dürfte die erste Frage vermutlich dahin beantwort«, daß der Durst eine besondeö schöne Einrichtung im Getriebe deS mensch­lichen Organismus sei, und bezüglich ber zweiten Frage geringschätzend mein«, daß doch eigenfllch jeder Säugling die Antwort zu geben imstande wäre. Er würde uns dann höchstens noch einen „Gering­schätzungsschluck' Hofbräu kommen.

Und doch ist die eigmtliche Antwort auf die bei- dm Frag« nicht so ganz leicht. Unterscheidet doch der Physiologe sogar verschiedene Art« von Durst, nämlich daS „Durstgefühl", wie eS beim Austrocknen der Mund- unb Rachmschleimhaut mtsteht, unb dm sogenannten inner« „Gewebsdurst", wie er entsteht, MMN dem Sortier bnrA einen nrnfeeren SSTittherbift

Waldspaziergang bei ben Selbstgepflückten uns noch köstlicher schmeckm lassen.

5. Blatt

vrnck »tz Verlag ber Stübaer actieebruterd te $ilba.

Samstag de« 29. Juli Mt.

58. Iayrgaig.

Hundertjährige.

Von Franz W i ch >n an n.

Seb«? — „Wenn es köstlich getoef«*, sagt

Hier schaffen wir a tempo Sinberung, wenn wir bem Fieberkranken bie Mundhöhle reinigen, sei eS bei Bewußtlos« auch nur durch einfaches Auswischen mit bem mit Watte umwickelten Zeigefinger (soge­nannte klinische "Zahnbürste). Sobalb die Mundge» bilde vom Ueberzug beftett find, schwindet daS Durst- gcfühl und zugleich auch die Abneigung gegen di« Nahrungsaufnahme (das für Arzt unb Patient« ha» ungleich Wichtigere!). ,

Der Gesunde mag hieraus lern«. Auch er kanN das Durstgefühl ganz wesmtlich vetmindem dadurch^ daß er seine Mundhöhle rein hält. Man mache mit einmal dm Versuch unb führe diese Reinigung nach einer größeren Tour, wenn man erschöpft am Zi« anlangt, in ber Weise ans, daß man mtt kaltem oder besser noch lauwarmem Wasser fleißig gurgelt und d« Mund mit dem Zipfel des Taschentuches auS- wischt. Wie mit einem Zauberschlag schwindet da» vorher so stürmische Verlang«, rasch ein GlaS mög­lichst kalten Getränkes hinunterzustürzen, selbst auf die Gefahr hin, sich hierdurch eine wochenlang anhal­tende Magenverstimmung zu hol«. Nicht immer ist ja auch beipielsweise Trinkwasser in einwandfreiem Zustande zu haben, währmd eS zum Gurgeln und Mundausspülm wohl fast immer rein genug ist.

Auf diese Form der Bekämpfung des Durstge­fühls wollte ich aufmerksam mach«. Sie findet ein Analogon in der tropisch« Sitte, den Durst durch rerht heiße Getränke, vornehmlich durch heiß« T« zu bekämpf«. Durch die heiße Flüssigkeit findet eine sehr leichte und rasche Lösung und Entfernung de» aufgetrockneten Schleimes unb bamit eine Behebung des Durstgesühlr statt, so parabox e8 im erst« Mo­ment kling« mag) baß man in ber Hitze Lindemng durch heiße Getränke such« soll.

Wer nachher langsam und ruhig sein« Schopp« als Belohnung für die überstand«« Strapazen ge­nehmigen kann und will, bem fei er von Herz« ge­gönnt; er läuft bann nicht mehr Gefahr, fein« besten Freund, dm Magen, auch nur entfernt soviel -u schädigen, als wmn er in erhitztem Zustande ein Glas kalter Flüssigkeit hinunterstürzt k

ber Psalnnst — „so ist es Mühe unb Arbeit gewesen/ Dennoch hängen wir alle daran. Und inanchen, ber von noch gesund« und rüstigen Hundertjährigen liest, beschleicht wohl heimlich der Gedanke: — So alt werden — ja, wer das könnte!

Der berühmte Erfinder Edison ist der Ansicht, daß ein Mensch, der sich selbst sachgemäß behandelt, ein Alter von 150 Jahren erreichen könne, und hofft, bis zu dieser Grmze sich selbst des Daseins zu erfreuen. Der kraftvolle Lebensmut, der in solcher optimistischen Erwartung liegt, ist freilich einer der besten Lebens­erhalter und bewahrt lange ftisch, aber für die ange­gebene Dauer fehlt es doch sehr an glaubhaften Be­weisen.

Die Heilige Schrift läßt allerdings den Methusa­lem 900 Jahre alt werben, doch will ein überkluger Engländer herausgebracht haben, daß dabei eine an­dere Berechnung zugrunde liege und es sich genau genommen nur um 78 Jahre handle. Davon würde indessen die Bibel wohl kaum ein besonderes "Aufheben gemacht hab«, denn im Altertum scheinen Menschen über 100 Jahre keineswegs eine Seltenheit gewesen zu sein. So soll Epimenides 153, der Sophist Gor- gias 107, Demokritos 109 Jahre gelebt haben, wäh­rend nach Ciceros unb Plinius Berichten Rom zwei Schauspielerinnen besaß, die über 100 Jahre alt noch bie Bühne betraten. In ben Ueberlieferungen des Mittelalters und der Renaissance zeigt sich schon eine Abnahme gegen das Altertum, doch wissen gewissen­hafte Männer wie Franz Bacon und der Physiologe Haller auch da noch eine große Menge von Personen anzuführm, die zwischen dem 100. und dem 150. Jahre starben In England soll im 17. Jahrhundert Henry Jenkins mit 169 Jahr«, in Norwegen ber Bauer Joseph Surrington mit 169 Jahren gestorben sein. In Frankreich will man 1789 sogar einen 120 jähr. Greis in die Nationalversammlung gewählt haben, ber über bie Umwälzung und die neue Zeit noch seine Freude hatte.

Lass« wir indessen die Glaubwürdigkeit aller die­ser Angab«, ohne an der ehrlichen lieber;eugung ihrer Gewährsmänner zweifeln zu wollen, dahinge­stellt, unb wenden wir uns der Gegenwart zu, die. Was bie Richtigkeit der Statistik betrifft, keinen Zwei­fel zuläßt, unb nebenbei beweist, daß jene Zeugnisse immerhin wahr gewesen sein können. Da ist als un­anfechtbares Beispiel gleich die jüdische Familie Pfeif­fer in Wim zu nennen, in ber an vier Gliebe« Alter von 101, 103, 107 unb 113 Jahren statistisch festgestellt sinb, und auch in Deutschland hat die Presse in dm letzt« Jahr« wiederholt über Seb« oder Tod Hundert- unb Mehrjähriger berichten können. Wir greif« nur einzelne Fälle heraus. So starb an der dmffch-rusfifchen Grenze ber Schneidermeister Pinkus Gonsiorotvski, bis zuletzt sein Handwerk ausübend, mö 120 Jahr«; bet älteste Manu ber Pfalz, Jakob »obpel von Obermoschel, erreichte ein Alter von 104 Jahren unb 11 Monat«, unb in Wiesbaden verschied bie Gräfin Berta von Keyserlingk, eine Tante des Gmervlfeldmarschalls Graf« von Hüseler, im 102. Jahre.

Bei dm gwonnta Person« ist jede Selbsttäu­schung ausgeschloffen, bageg« gibt es immer noch Menschen, bie ihr Alter tatsächlich nicht wiff«, ba sie ihr Geburtsdatum nicht mit Sicherheit angeb« kon- nm. Hierzu gehörte die unlängst im bayerisch« Wald verstorbene Frau Eder, die sich — beim weiblich« Geschlecht gewiß eine fettene Ausnahme — für wett älter ausgab als sie wirklich war, jedenfalls aber in gutem Glaub« handelte. Der Pfarrer des Orts konnte später ihr« Irrtum Nachweis«, doch blieb die Tat­sache besteh«, daß die Frau, die bei bescheidenem ge­nügsamem Seb« kein« höher« Genuß als den Kaffee kannte unb bas ganze Jahr hinbutch, im Som­mer barfuß, jedm Sonntag eine Stunbe wett zur Kirche ging, bie Hundert bei ihrem Tode bettächtiich überschritt« hatte.

In Münch« hat die alljährlich bei Hofe borge* nommme Zeremonie der Fußwaschung an den ältesten Männe« de» Landes wiederholt Gelegenheit gebo­ten, unter dies« sog. zwölf Aposteln hundertjährige Greife zu regtftrier«. In bet Zahl derselben fanben sich 1821 ein 116 Jahre alter Berchtesgadener, 1834 ber Austrägler Joseph Maier von Hollmitein mtt

Stur ist fein Hut bunller unb tiefbraun, und die La­melle hab« eine grünlichere Färbung. Semmel- und Birkenpilze und Stoppelpilze hab« das unregelmäßig geformte Dach und das in dichte Gruppen Aneinaiider- wachsm gemeinsam. Der äußerst eigenartig geformte Korallmschwamm wirb weniger Liebhaber finden, da igentümlich herbem Geschmack ist. Hingegen pitzmorcha mtt ihrem hellen oder lebhaft röt-

Mühe kann em solches Beet mit strohfreiem, ftischem Pferdemist in Kellern angelegt werben, bie nicht unter 10 bis 12 Grad Wärme hab« unb eine mäßige Feuchtigkeit entwickeln; wenn eine gute Brut (Mhce- lium) eingesetzt wirb, kann man ohne besondere Anf­uhr und Mühe nach Ablauf von zirka sechs Wochen regelmäßigen Ertrag einheims«.

Nach dem Champignon ist der Steinpttz, der Her- rav ober Edelpilz, der aromatischste. Oft schon im Juni, meist aber von Juli bis September in unfern Land- und Nadelwäldern heimisch, wird er von Land- leuten viel auf d« Markt gebracht und zu köstlichen Speisen, sowohl als Gemüse, Ragouts und als Bei­lage zu Fleischspeisen verwandt, wie auch selbständig gekocht unb gebraten. Unsympathisch ist dem Pilz- liebhaber das Einlegen in Essig, das in manchen Gigenden Sitte ist, weil es das feine Aroma über- tänbt und nur etwas ledern werdendes Fleisch übrig läßt; auch das Einkoch« in scharfer Salzlake ist nicht anznraten. Köstlich und wie tadellos frisch hingegen halten sich die Pilze in ben Einmachgläsern, die nach dem sogenannten Weckschen Frischhaltungssystem her- gestellt sind; sie erlaub« der Hausfrau, ihren Sieb« im tief« Winter ein Gericht vorzusetzen, das ebenso Wohlschmeckend ist, als sei es eben frisch gepflückt. Wer seinem Mag« etwas zu muten kann, der lasse sich einmal Steinpilze mtt Hammel- oder Schweinebraten zusammen braten oder dämpfen und er wird bie Augen verdrehen ob der Köstlichkeit dieser Götter­speise. Schwach beanlagtcn Vcrdaumigsorganm ist aber Vorsicht habet anzuraten; auch müssen die Schwämme aller Gattungen gut getaut werben, da sie sonst den Darm unb Mag«, der sie nur unvoll­kommen auSnutzt, außerordentlich beschwer«. In manch« Gegend« sucht man sie daher durch Zusatz voit Kümmel verdaulicher zu mach«, waS in bezug auf den Geschmack sehr verwerflich ist.

Der Steinpilz verdantt seinen Nam« der grau- bräunlich« Farbe, die ihn fast gar nicht aus bem ver­welkten Laub hervorhebt. Er zeichnet sich vor ähn­lichen giftigen Sorten durch den stämmig« dick« Stte Stiel aus, der beim Abbrech« fasert und ein« fei» n« nußähnlichen Geruch ausströmt. Unter bem an­fangs rundgeschloffm«, später weit auägebreitet« Hut sitzen bie moosähnlich« fest« Lamellen, die ab» •efegt werben müssen, wenn man b« Steinpilz für Me Küche zubereiten will. Er schmeckt mich roh ganz angenehm; leider haben Schneck« unb Würmer ben« [eiben Geschmack unb bearbeiten besonders nach reg»

Zett Dach unb Stuhl des Pilze» in so hin-

-daß beim Reinigen von einem an­sehnlich« Stuck fast nichts übrig bleibt Man tut ba»

■man Zwecke des Pilzefuchen, » Waldspaziergang unternimmt, gleich ein Messer mitzunehm«, mit dem man die schadhaft« Stell« -unterfegen kann, da man sonst zu wmtg Brauch- ar-s hemstragt. Widerstandsfähiger ist ber Eier- mm ober Pfifferling, ber einen gewiss« Lohe­mack behält, an b« manche sich erst gewöhn« en; er fällt durch die starke gelbe Farbe dem chmd« leicht auf und steht meist in großen Mm- beieinander.

i) Sehr ähnlich sieht ihm ber Reizker ober Brätling, •äbrenb der Kapuzinerpilz an ben Steinpilz erinnert'

Allerlei

— Die Wasserversorgung einst «nd jetzt. Zur Helgen Sommerszeit genießt bas Wasser eine besondere Wertschätzung. Das fft schon immer so gewesen, trotz der verächtlichen Reden der Gambri- nus-Jünger. Die Alten vergangener Epochen wuß­ten gutes Trinkwasser zu schätzen, und wir staunen noch heute die Ueberreste mächtiger römischer Was­serleitungen an, bie unserer modernen Zett keine Schande mach« würden. Vielfach legte man auch Zisternen an, in denen das Reqenwasser aufgefan- gen wurde; oder man schuf Ziehbrunnen, deren Anlage allerdings oft, z. B. auf Burgen, mit vielen Schwierigkeiten verknüpft war. Bon den deuffchen Städten legte Augsburg als erste eine Wasserlei­tung an, und zwar schon im 15. Jahrhundert. In Spanien schufen um dieselbe Zeit die Araber große Wasserkünste. Später legten die Fürsten Wert dar­auf, ihre Gärten mit Wafferspielen zu zieren. Auf eine zweckmäßige Wasserversorgung der Bevölkerung legte man damals Weniger Wert. Erst seit den letzten Jahrzehnten geht man mit aller Energie daran, dem Volke möglichst gutes Wasser zu schaffen. An Stelle des filtrierten Flußwaffers sucht man letzt das frische GrundWasser zu fetzen. Die Kommunen' arbeiten mit Eifer daran, das beste Trinkwasser zu gewinnen, und Kosten und Arbeit werden nicht gescheut.

— Mühe, seine Anzüge zu benutzen. Dem alten Mederkönig sagte einst sein Enkel: „Großvater, du hast ja Mühe, dich satt zu essen." Diese Wahr­heit ist im modernen Leben auf bie Kleidung anzuwenden. Rach einer neulich erschienenen Sta­tistik darf ber junge Prinz von Wales 70 der- schiedene militärische Uniformen tragen und außer­dem mehrere Dutzend Zivilkleider, z. B. für das Ehrenamt als großer Statthalter Schottlands, als Gouvemeur des Chartenhauses, Lord der Insel, Präsident der Kunstgesellfchast ufw., auch ist et Ritter zwanzig verschiedener Orden.