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verantto. Redakteur: Tar! Schütter fürdieAnretge«:
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B»tationrbr«ckuud Verlag der Fuldaer At» tiendruckerri in Fulda Fernsprecher Nr. 9.
38. Jahrgang.
Fulda, Samstag den 15. Juli 1911.
Erstes Blatt
M 159.
Ausland.
Deutsches Reich.
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der kirchlichen Aufwandes dadurch beschränken, daß die Mittel für die Errichtung notwendiger neuer Kirchenstellen zu einem Teil durch allmähliche Aushebung oder Zusammenlegung von weniger notwendigen Kirchenftellen gewonnen" würden, bedeutet einen unerhörten Eingriff in die Rechte der katholischen Kirche auf ihre innere kirchliche Organisatwn. Nicht mit Unrecht wurde daher in der württem- bergischen katholischen Presse diese Aktion als der schwerste Schlag bezeichnet, den die würitembergische Regierung gegen die katholische Kirche je geführt hat. Es wurden bereits in mehreren Gemeinden Proteft- Versammlungen gegen den Plan der Regierung abgehalten'
t. Der Albertus-Magnusvereir»
darf von den Kacholiken der Diözese Fulda nicht ver-> geffen werden. Der Verein, der gegenwärtig in allen preußischen Bistümern organisiert rst, erstrebt in den verschieden«- Diözesanverbänden unter dem Zentralvorstand in Trier überall das gleiche Ziel, das zu seiner Gründung vor 12 Jahren geführt hat. Er will unbemittelten oder nicht genügend bemittelten latent- vollen, dabei würdigen katholischen Studierenden, die einem das akademische Studium erfordernden höheren Laienberuf sich widmen, die Vollendung dieser Studien ermöglichen. Die vom Verein gewährten Stu- dienbeihülfen bestehen in zinsfreien Darlehen, die, sobald es die Verhältniffe des Empfängers ermöglichen, zurückzuzahlen find, damit sie andern in ähnlicher Sage befindlichen Studierenden wieder zu-
* Das englische Oberhaus beendigte am Donnerstag die Beratung über die einzelnen Paragraphen des Parlamentsgesetzes. An den verschiedenen weitreichenden Zusatzanträgen der Opposition wurden keine Aenderungen vorgenommeu und man erwartet, daß Asquith ihre Verwerfung en bloc beantragen
anzugeben. Schließlich wurde in der Frage des Detailwesens beschlosien, der Regierung zu empfehlen, diesen Betrieb auf Grund einer einfachen Legitima- tionskarte nur noch solchen Gewerbetreibenden zu gehalten, die das Reisen selbst oder mit ihren Kindern ausüben.
»'Nunzius Frühwirt als Verteidiger der deutschen Katholile«.
Aus Mrche und Schule. • .<, • Freiburg (Schweiz), 14. .Juli 1911. philosophische Fakultät der Unwersität hat dem,
Berbaudstag der katholisch-kans- männischen Vereine.
c. Duisburg, 13. Juli 1911.
Der erste behandelte Antrag betraf die P r i b a t- beamtenversicherungsvorlage. Es referierte Direktor Groeningcn (Aachen), Dr. Lau,er (Essen) und Tewes (L|jen). Alle drei kamen zu dem Schluß, daß die Zeit des Kritisierens vorbei se, und die Sicherung des großen Werkes durch die Annahme im Reichstage jetzt Gegenstand der Hauptsorge [ein Müsse. Es wurden zwar eine Reihe von VerbesscrungS- Vorschlägen gemacht, jedoch betrafen diese keine Haup.- p inkte- — abgesehen vielleicht von der Stellungnahme gegen die Zulassung von Ersatzkafien. Während alle anderen Abänderungsvorschläge einmütige Annahme fanden, zeigte sich bei der Stellungnahme gegen die Zulassung von Ersatzkassen irgendwelcher Art der Widerspruch einer größeren Minderheit. Man be- schloß schließlich eine Resolution, die den Wunsch ausspricht, es möge der Reichstag im Herbst so schnell^ww möglich die Regierungsvorlage unter Dach und Aach bringen und dabei noch einige näher angeführte Verbesserungen durchführen. .
Der Kongreß nahm dann noch zu einigen An- trägen Stellung. Man beschloß die Erhebung einer Statistik über die Gehaltsfrage im Haiü>els- qetoerbe und Bearbeitung der Ergebnisse der Umfrage in einer Denkschrift. Weiter stimmte man Vorschlägen für eine Aenderung der K o n k u r so r dn u n g zu und schließlich gab man den Vereinen den Rat, überall, ivo bei den Kaufrnannsgerichtswahlen mehr als eine Liste der Kandidaten aufgestellt wird, von Seiten des K K. B. selbständig vorzugehen, da die Erfolge dann in der Regel größer und die in der Wahlbewegung betriebene Agitation für den Verband meist recht reich-
daß nach Ablauf eine» bestimmten Zeitraumes der , Arbeiter nur entlassen werden darf, wenn die E'sen- bahndirektio« seine Entlaffung betätigt Gegenwärtigkann jeder Arbeiter, der von feinem Amte entlassen wird, Beschwerde bei der Direktion gegen btt Entlassung einlegen. Diese Beschwerdemstanz soll beibehalten werden, und es soll die Entlassung nur ausgesprochen werden dürfen, wenn ein Arbeiter die ihm obliegenden Pflichten gröblich vernachlässigt hat, oder wenn er nicht mehr arbeitsfähig ist. <jn letzterem Falle treten dann die gesetzlichen und außergesetzlichen Wohlfahrtseinrichtungm ein. Durch die Erhöhung der Leistungen der Penfionskasse für die Arbeiter der preußischen Staats eisenbchnverwaltung sind die Arbeiter in ihren Pensionsbezügen denen der Be- emten nahezu gleichgestellt. Man kann annehmen daß die Zubilligung des gesichertenArbeltsverhaltmsses nach zchnjähriger einwandfreier Dienstzeit spater auch auf die Arbeiter und Handwerker der Reichseismbah- nen ausgedehnt wird.
♦♦ Herr Bassermann will in Saarbrücken bleiben. Von dem Vorschlag des Hannoverschen Kurier wonach Herr Bassermann wegen der durch die Hansakrifis hn Wahlkreise Saarbrücken ungünstiger gewordenen Verhältniffe auf seine dortige Kandidattir verzichten und sein Gluck in dem bisherigen Wahlkreise des Prinzen Schönaich-Karolath versuchen sollte, will Herr Bassermann nichts wissen Die »Natlid. Korr.' schreibt nämlich, daß sich absolut die Verhältnisse in Saarbrücken nicht ungünstig gestaltet hatten und daß Herr Bassermann ebensowenig daran denke, von der Kandidatur dorsselbst zurückzutreten als um« gekchrt der Wahlkreis auf seine Kandidatur verzichte.
)( Aus de« Hanfablwde ist auch der Stahlwerksverband ausg ttreten. Ferner verbreitet der Zentralverband deutscher Industrieller eine dritte Liste mit Austrittserkläruug, auf der ca. 60 Namen enthalten sind. Darunter befindet sich auch die Aktiengesellschaft Friedrich Krupp.
ckä „Dem Zentrum zuliebe". Unter biejemJEttel erzählt die sozialdemokratische Frankfurter ,Volks- stimme^ folgenden Roman:
Der Zentrumsabgeordnete für den Reichstagswahlkreis Köln-Land, Postsekretär Home ch e r, ist -um Obcrpostsekretär ernannt worden, infolgedessen hätte eigentlich eine Nachwahl stattzufinden, da der zweite Absatz des Artikels 21 der Reichsverfassung klar und deutlich bestimmt: Wenn em Mitglied des Reich»- »ages ein besoldetes Reichsamt oder in einem Bundesstaat ein besoldetes Staatsamt annimmt oder un Reichs- oder Staatsdienst in ein höheres Amt em- tritt, mit welchem-ein höherer Rang oder ein höheres Gehalt verbunden ist, so verliert er Sch und Stimme in dem Reichstag und kann seine Stelle in dein,eiben nur durch neue Wahl wiedererlangen. Tiefe Bestimmung der Verfassung ist so deutlich, daß man meinen sollte, cs fei unmöglich, den Oberpostsekretar Hamecher im Besitz seines Mandats als Retchstagsabgeordneter für Köln-Land zu belassen, das er als gewöhnlicher Postsekretär erobert hat. „Kunststück! sagt Herr Krätke, der Staatssekretär des Reichspostamtes. „es geht, mein lieber Hamecher! Ich befördere Sie, unc Sie behalten trotzdem Ihr Mandat. Wozu sollen sie sich auch in diesen unfreundlichen Zeit lausten einer Wiederwahl zu unterziehen, bei der Sie vielleichtdurchfallen. Wir machen die Sache auch ohne Nachwahl. Auf die höheren Bezüge kommt es Ihnen sa nicht an, da Sie ohnehin, wenn Sie im Reichstage bleiben, der Annehmlichkeiten der Extradiaten teilhaftig werden, die unser lieber Bethmmin für die Herbstsession bewilligt hat. Und wenn der Reichstag erst nach Hause geschickt wird, dann rücken Sie in da., höhere Gehakt ohnehin ein.“ So wurde Herr Hamecher vorläufig nur mit der Verwaltung einer Oberpostsekretärstelle betraut, ohne daß er gleich zum Oberpostfekretär befördert wurde. — Man sieht, c8 zeigt sich immer ein Ausweg, wenn man nur findig ist Herr Hamecher hat seine Beförderung in der Lasche, er behält trotzdem sein Mandat, das Zentrum braucht sich nicht in die Unkosten des Wahlkampfes zu stürzen und der Verfassung des Deusschen Reiches ist eme wächserne Nase gedreht.
Der Fall ist bezeichnend für die skrupellose Art und Weise, in der die sozialdemokratische Presse parteitendenziös« Behauptungen ausstellt. Abg. Hamecher ist wie die .Volksstimme' richtig sagt, nur mit der Verwaltung einer Oberpostfekretär,telle behaut worden, er ist nicht sofort Oberpostsekretär geworden. Diese Art der Beförderung ist aber die in der Postverwalttmg allgemein Übliche. Ware man zu Gunsten Hamechers davon abgewichen, wäre also Hamecher direkt befördert worden, dann würde scher dieselbe ,Volksstimme' Zeter und Mordio ge- Arien haben über einseitige Bevorzugung eines Zentrumsabgeordneten. Wie soll die Postverwaltung es denn nun derrecht machen?
gute kommen können.
Hierdurch verfolgt der A.-M.-V. neben Jemen charitativen und sonstigen sozialen Zwecken die Absicht, für den Nachwuchs an akademisch gebildeten Laien in den Gelehrtenberufen und in den öffentlichen (Stellungen sorgen zu helfen, welche akademische Studien erfordern und sucht dazu beizutragen, daß die Katholiken mehr als bisher, entsprechend ihrer Zahl und Tüchtigkeit, die ihnen zukommende Stellung in allen Zweigen des öffentlichen Lebens einnehmen und die reichen Kräfte, welche in dem katholischen Volksteil liegen, stärker als bisher auf den höheren Gebieten des Lcbms zu Nutz und Frommen von Staat und Gesellschaft in Tätigkeit gesetzt werden. ,
Diese seine Bestrebungen sind von den Hochwur- digsten H H. Bischöfen und von den polittschen Führern der deutschen Kacholiken wiederholt anerkannt worden und sie verdienen die warme Empsehlung, die ihnen auf den Generalversammlungen der Katholiken Deusschlands immer wieder zuteil wurde. Das Ziel des Vereins ist hervorragend zeitgemäß und verlangt mit Recht die Förderung durch alle Kreise des ka- tholischen Volkes. Der Diözesanvorstand richtet des- halb erneut die Bitte an den hochw. Klerus und die katholische Laienwelt, den edlen Zweck des Verein» durch zahlreichen Beitritt und Gründung von Ortsgruppen fördern zu wollen.
Mitglied kann jeder deutsche Katholik werden, der einen Jahresbeitrag von wenigstens einer Mark zahlt; lebenslängliches Mitglied (ober Ehrenmitglied) wird man durch Zahlung eines Beitrages von wenig- stens einhundert Mark. In der Diözese Fulda haben erst zwei Herren sich die lebenslängliche Mitgliedschaft durch Zahlung von 500 bezw. 100 Mk. erworben.
Neuerdings wird vielfach die Ueberfüllung fast aller akademischen Berufe znm Anlässe genommen, die iBeftrebunaen des Alb-Magn.-Bereins als unnütz, wenn nickt gar als bedenklich zu bezeichnen; es sel deshalb darüber noch ein kurzes Wort gestattet. Di« Tatsache der Ueberfiillung kann allerdings nicht in Abrede gestellt werden. Selbst dem Obettehrcrstande, dem einzigen, in dem bis vor kurzem noch ein ganz erheblicher Mangel an Anwärtern herrschte, droht infolge des übergroßen Zudranges der letzten Jahre über kurz ober lang eine Ueberfiillung, die für die an- stellungsfähigen Kandidaten eine mehr ober minder lanoe Wartezeit im Gefolge haben wird. Vorläufig sind die Verhältnisse, besonders im Vergleiche mit dem Rickterfiande, noch nickt ungünstig, was schon daraus hervorgeht, daß noch immer die noch in der Ausbildung begriffenen Probekandidaten größtenteils und selbst noch viele Seminarkandidaten zu voller lehramtlichen Tätigkeit herangezogen werden. Die zahlreichen Neugründungen höherer Lehranstalten und die Anerkennung der bestehenden höheren Mädchenschulen erhöhen fortlaufend noch den Bedarf an Oberlehrern. Aber wenn auch im höheren Lehrerstande voraussichtlich in einigen Jahren die Ueberfüllung sich ebenso empfindlich be» merkbar machen wird, wie in den übrigen akademi cheu Ständen, so darf uns das doch nicht veranlassen, gut veranlagte iunne Katholiken vom Studium zurückzuhalten oder unbemittelten durch Entziehung der Unterstützung das Studium unmöglich zu machen Zm allgemeinen haben die Katholiken in den höheren Ständen noch lange nicht den Prozentsatz erreicht, der ihnen nach ihrer Bevölkerungszahl gebührt. Und die noch so berecktigten Klagen über unparitatische Behandlung werden nutzlos bleiben, so lange man den Katholiken vorrechnen kann, daß sie nicht die ent- sprechmd große Anzahl von Anwärtern für die hoh^ ren Berufe zu stelle« imstande sind Wenn die Nichtkatholiken trotz der Schwierig- feiten, die die Ueberfüllung mit sich bringt, ihren jungen Nachwuchs vorn Studium nicht zumckhalten dann dürfen auch die K a t h ol ik en, wollen sie nicht immer weiter zurückgedrängt werden, vor Opfern und Schwierigkeiten nicht zurückscheuen
Dem Albertus-Magnus-Verein legt die Ueberful- lung jedoch bi« ernste Pflicht auf, bei der Auswahl der Sttpendiaten besonders vorsichtig zu verfahren und nur die Gesuche von wirklich tüchttgen unb fleißigen Studierenden zu berücksichtigen. Die Stipendiaten selbst aber können nicht nachdrücklich genug darauf hmg^ wiesen werden, daß es ihrerseits der Slnftrengung aller Kräfte bedarf, um bas erstrebte Ziel nicht bloß notdürftig, sondern gut zu erreichen, wett sie nur so in dem ihnen drohenden Konkurrenzkämpfe sich de-
* Tas Nationalfest in Frankreich wurde gestern wie alljährlich in der üblichen Weise de- gangen. Aus diesem Anlaß fand in Longchamp m Gegenwart des Präsidenten, aller Minister und des diplomatischen Korps eine Parade statt. Mehrere hunderttausend Zuschauer waren zugegen. Bei der großen Hitze ereigneten sich einige Ohnmachtssalle. Der Präsident hielt nach dem Vorbeimarsch eine kurze patriotische Ansprache an die Armee. Wahrend der Parade zog ein Militärballon über das Parade-
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«In w-I-nMch-r I d» ä“” $”f0L lEntönhen HU beobachten. Die [awnen isifuiyc aber müssen ein Ansporn zu unausgesetzter weiterer Täfigkeit fein und bleiben. "*~
* Berlin, 14. Juli 1911. Der Kaiser machte heute von Balestrand einen Ausflug nach Vangsnaes, wo das vom Kaiser gestiftete Frithjof-Denkmal Ausstellung finden soll. Der Kaiser hat dem bekmmteu Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Bodenreformen Adolph T a m a s ch k e, in Anerkelimmg der dem Reich (wohl in Sachen der Reichswertzuwachssteuer) geleisteten Dienste dm Roten Adlerordm vierter Klaffe ver- liehen — Tie türkische Studienkommis- s i o n hat in den letztm Tagen Stuttgart und Frred- richshafm besucht und weilt jetzt in München, sie richtete an den Kaiser ein Huldigungstelegramm, worin sie ihrer unbegrenzten Bewunderung sür Diufick- lands geistige und wirtschaftliche Kultur zum Aus-
» Agitati-n gegen König Ferdinand Vvu Bulgarien Die große Sobrcmje in Tirnowo Hal mit dZd Stimmen den Artikel 17 der neuen Verfassung über den Abschluß von Staatsverträgen angenommen, ourch den die Regierung ermächtigt wird, ®ebetrabet, träge abzuschlietzen. Dera Präsidium find zahlreiche anonymeBrie f e zugegangen, m denen die Präsidenten sowie die Minister mit dem Tode bedroht werden, falls durch die Verfassungsande. rung dem König tatsächlich das Recht zum Abschluß von Geheimverträgen gewährt wird, und falls die Kriegsgerichte im Frieden nicht abgeschafft werden.
** Angriff aus einen Deutschen in Havanna. Das Wohnhaus eines reichen Deutschen, Meyer, auf Trinidad in der Provinz Santa Clara wurde von Bändigen angegriffen, Meyer wurde bei der Abwehr der Angriffe s ch w e r v e r w u n b e t. Die Banditen flüchteten, ohne geplündert zu haben, und werben von Gendarmen verfolgt. Der deutsche Gesandte hat einen energischm Protest an die kubanische Regierung gerichtet unb eine Entschädigung geforbert
♦♦ Die Wirren in Marokko. Frankreich beginnt sich in Marokko häuslich nicberzulaffm. Die „Voss. Ztg." erfährt, baß bie Franzosen nach algerischem Muster bas sie bereits in der Schauja befolgten, letzt auch in Fez, Mekines und auf bem ganzen Wege von Casablanca nach Fez fogenannte arabische Bureaus eingerichtet haben. Ferner werben in Casablanca eifrig Vorbereitungen für einen Marsch nach Marrakesch getroffen, der täglich angetreten werden kann.
»* Geht's wieder los in Mexiko? Alan möchte es beinahe glauben. Bei einem wiederholten Zusammenstoß zwischen Regierungstruppen und Anhängern Madervs wurden bei PuebIa über 150Personen, darunter einige Frauen, getötet Die Ausständiscken flohen auf die Berge, wo sie den Kampf fortsetzten.
druck bringt. . _.
j c. Geheimhaltung der Vorstrafen. Die Kommission zur Aufstellung eines Entwurfes deS Strafgesetzbuches hat in ihrer letzten Sitzung 8r das Einsührungsgesetz eine Vorschrift in ussicht genommen, daß gelöschte Vorstrafen im 'gerichllichen Verfahren geheimzuhalten und nur dann zu erwähnen oder zum Gegenstand der Verhandlungen zu machen sind, wenn es für die zutreffende Entscheidung nötig ist und wenn die sonstigen Dorfchristen über das Verfahren die Veröffentlichung unvermeidlich machen.
k ** Das Rrbeitsverhältnis der Eifenbahnarbeiter. Der Reichstag hat eine Resolution angenommen, in der die Eisenbahnverwaltung ersucht wird, Arbeitern, die länger als zehn Jahre in ihrem Dienst stehen, ein gesichertes Arbeitsoerhältnis zuzubilligen. Diese Resolution wurde angenomemn, nachdem sich herausge- ftellt hat, daß die weitergehenden Wünsche bet Eisenbahnarbeiter unb -Handwerker aus ^Verleihung der Deamteneigenschaft unerfüllbar sind. Es ist nunmehr, stach Blättermelbungen, zimächst für die preußischen Staatseisenbahnen in Aussicht genommen, ein ge- ‘Heertes Arbeitsverhältnis nach zehnjähriger einwandfreier Dienstzeit ourchzuführen. Dies wirb bi bei Form geschehen,
h[ Stuttgart, 14. Juli 1911. In der württem« bergischen Ersten Kammer kam heute der Plan derAushebung oder Zusammenlegung kleiner katholischer Pfarreien zur Sprache. Kultusminister v. Fleischhauer erklärte, daß eine dahingehende Maßregel der Kirchenbehörde überlassen bleiben müsse. Der Staat werde sich jeden Eingriffs enthalten. Richtig fei, daß von der Regierung eine Umfrage in den beteiligten Kreisen veranstaltet werde. Domkapitular Moser erklärt, daß auf 'katholischer Seite eine gewisse Beunruhigung wegen des Planes Platz greife. Es sei auch an die Dekansamter ein Regierungserlaß wegen der Zusammenlegung er- gangen. Bon einer Reihe von Rednern wird die Notwendigkeit kleiner Pfarreien verteidigt. — Im .Staatsanzeiger' erklärt das Kultusministerium, daß die Frage der Aufhebung bezw. Zusammen- legung kleinerer Pfarreien nicht im Zusammenhang mit der Frage der Ausscheidung einer Dotation für die Kirche, sondern in Verbindung mit der Frage der Vereinfachung der staatlichen und der vom Staat unterhaltenen kirchlichen Verwaltung sür beide Kirchen geprüft werde. Für die Katholiken Württembergs sind nun aber bi-Beweggründe, aus denen die Regierung vorgeht, völlig nebensächlicher Natur: für sie handelt es sich darum, ob die Ab- fickt die Zahl der Pfarreien zu vermindern, besteht, oder nicht! Und diese Absicht wnd in der Erklärung des Kultusministers nicht bestritten Dari« liegt der springend« Punk für die Katholiken. Die Ausrede, man wolle »die künftlge Steigerung
Die,Korrespoudance de Rome', die von der von i Dr. Kaufmann herausgegcbenensog..,,Zeiitralaus- finisl stelle der katholischen Presse" als vatttanisch- offiziös bezeichnet worden ist, hatte bekanntlich ,m Anschluß an Auseinandersetzungen über das Buch des Dominikanerpaters Weiß ,tebtn§« und Ge wissensfragen der Gegenwart' schwere Anklage aus modernistische Gesinnung gegen die sog. Kölner Richtung erhoben. Die deutsche kathottlche Presse hat sich energisch dagegen gewehrt, ^n der,Kom. Volksztg/ führte u. a. Herr Dr. Karl Bachem aus.
Es gibt doch eine Grenze dessen, was man sich von der Correspondance de Rome kneten lassen kann. Wenn dieses Organ uns so schwer verleumdet wie im borlieaenben Falle, so fordert es unsere Ehre und Selbstachtung, in der nachdrücklichsten Weise dagegen Protest zu erheben. Die Correspondance de Romeist gewiß keW offizielles Organ der römischen Mne. Aber fie erscheint in Rom, m der nächsten Um- aebung des Heiligen Vaters. Sre gibt sich dauernd ^den Anschein, der authentische Interpret der Auffassungen des Vatikans zu sein, ^n der gegnerischen Presse wird fie seit langem aUgemem für ein offisielleS Organ der Kurie gehalten und stets als solches bezeichnet. Wenn in einem solchen Organ m^solchem Lne solche Tinge gegen die kirchentreuen deutschen Katholiken vorgebracht werden, so ist es gsinz selbst- verftändlich, daß das nicht ohne Einfluß aus das Ansehen der römischen Kurie bleiben kann.
Mit großer Genugtuung wird man darum nunmehr eine Erklärung des päpstlichen Nunzius Rtsgr. Frühwirt h in München vernehmen, die energisch gegen die Sprache der ,Correspondance de Rome protestiert und feststellt, daß sie kein offiziöses Organ des Vatikans sei. Wie nämlich der ,Bayr Kurier mitteilt, ermächtigte ihn Runzius Fruhwirth m der entschiedenster. Weise zu erklären,
„daß die Correspondance de Rome in keiner Weise osfiziös oder inspiriert ist, dag die zuständige höhere Behörde in keiner Weise von den Publikationen jener Correspondance de Rome vor deren Veröffentlichung Kenntnis hat und mithin in t e in er Weife eine V erantlvortung hierfür übernimmt. Der Nunzius bedauert den Ton, m welchem der Llrtikel der Correspondance de Rome abge, atzt ist. „Und ich bedauere ihn nicht nur," so erklärt er wörtlich, „ich mißbillige ihn. Was dann dre Mit- teivuigcn über das Geheirazirtumr (angeblich sollte ein „geheimes Rundschreiben", das von einer „moder. Nlstischen Zentralstelle“, einem nicht naher bezeichneten katholischen „Generalstab" in Deutschland auS- nefie, an die Führer und Uuteofuchcr bei modernistischen Aktion gerichtet gewesen fein und zu einer einheitlichen Aktion gegen dasBnch des ?. W-iß aufgefordert haben. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Denkschrift eines angesehenen deutschen Theo- loaeii über das Buch bestimmt, den Verdächtigungen gegen die deutschen Katholiken an ben berufenen Stel- fcn entgegenzuwirken) anlangt, fo entbehrt dieser Vor- ioun vollständig der tatsächlichen Unterlagen; denn ich selbst erhielt fcl;on am 22. Juni eine Kopie dieses Zirkulars. Ich erhielt es also zehn Tage früher, bevor die Correspondance dc Rome sich darüber verlauten ließ, und cS kann in keiner Weise die Rede sein von einem Gehcimzirknlar, wenn dasselbe zur Kenntnis her zuständigen kirchlichen Behörde gebracht worden ist. Ich protestiere auf das e n t s chie d e n st e '(tcftcn den Inhalt der von Cmiäere della Sera und andern liberalen ausländischen Zeitungen veroffent- lichten Artikel, in denen so schwere Anklagen ge- a e n d i e K a t h o l i k e n T e u t s ch l a n d s «nd gegen das Zentrum erhoben wurden, und in denen man sogar einen Schotten Werfen möchte auf die unantast- bare Person Seiner Eminenz, des durch seinen steten Eifer rühmlich bekannten Erzbifchofs vonKoln. Doch muß ich soweit meine Kenntnis reicht und mir von zuständiger Seite versichert wird, sagen, daß die voni Corriere della Sera und anderen liberalen Zeitungen ausgestreuten Mitteilungen nicht von ben Stet» [en der Correspondance de Rome herrühren, daß an der Verösfeutlichung dieser Artikel weder Bemgni ium ein anderer Prälat direkt oder indirekt Anteil Hai.
haltige feien. _
Die weiteren Verhandlungen des Korigresses et- folgten in einer geschloffenen Sitzung.
Dr. Tewes gab Aufilarungen zu« GeschaftSbe- richt des Vorstandes. Verschiedene selbständige Stellungnahmen des Vorstandes und des Verbandsaus- schusses zu aktuellen Fragen wurden nachträglich genehmigt'. Man beschloß, in diesem Jahre von Seiten des Verbandes mit einem besonderen Anträge aus Empfehlung des Verbandes an den Katholikentag heranzutreten. Da sich einige Vereine gesträubt hatten, den Extrabeitrag für die Stellenlosen- Versicherung von 25 Pfg. pro Jahr für ihre selbständigen Mitglieder zu leisten, wurde durch einen besonderen Beschluß die Verpflichtung der Vereine z« dieser Leistung ausdrücklich festgelegt. Die Vereine Wurden dringend gebeten, durch freiwillige Zuwendungen den Hilfsfonds, aus dem die Stellenlosenrenten gewährt werden, zu stärken. Zur Pflicht Wurde e8 den Vereinen Weiter gemacht, dem Verbandsvorstande die Namen der ihrer Militärpflicht genügenden Mitglieder