monatsbeUege: „Zuldaer SeschichkbMer
woch-Eag-:Illustrierte Sonckagrzeitung"
38. Jahrqanc
Fulda, Donnerstag den 13. Juli 1911
Erstes Blatt
vtf 157.
ragende Stelle Deutschland in Bezug aus
««,rk,e«: vte et» fpaltigepetttzettevder deren Hemm (5 Pfg. NeklamendrePetitzeNe Pfg., bei wieder- Holungen wird entspr.
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LotationrdruSund Verlag der Luldaer Ak- tiendruckerei in Zulda Zernsprecher XU. 9.
Deutsches Reich.
Die deutschen Katholiken
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I leiten. Bismarck ein Vertreter der Nützlichkeitstheorie, | regung jetzt Folge zu leisten. Es^st aber^mcht aus : Abkehr gestützt auf den Knauf des Säbels, Kettelet ein Idealist, gestützt auf die ewigen Prinzipien der Wahrheit und Gerechtigkett. Da, wo beide sich messen — im Kulturkampf und in der Sozialreform — ist Bismarck der Geschlagene, Ketteler aber, der schon bei den ersten Stürmen fällt, der Sieger.
in Deutschland die Zahl der Gewerbeaufsichtsbeamten, sowohl an sich wie im Verhältnis zu der Zahl der revistonspflichtigen Betriebe und der darin beschäf-
richs von der Rheinisch-Westfälischen Diskonto- Gesellschaft in Düsseldorf auf.
* Würzburg, 11. Juli 1911. Gestern wurde in einer Verlrauensmäunerversammlung der Zen- trumspar'.ei zu Haßfurt der Arbeitersekretär und LandtagSabgeordnete Schwarz in Schweinfurt als Reichstagskandidatfürden Wahlkreis Schwein-
geschlossen, daß das beider beabsichtigten Aenderung des Kommunalabgabengesetzes geschehen wird.
)( Die riesenhafte Weitereutwickelung des Post- scheckwesenö kommt auch in der neuesten Statistik zum Ausdmck. Die Zahl der angeschloffenen Firmen ist auf 56 990 gestiegen. Im Juni wurden 992^^ Millionen, also fast eine Milliarde, Guffchnf- ten verbucht. 115,3 Rill. Mark lagerten zinslos bei
heute abend in Erstaunen verseht. Ich glaubte, Ihrem Worte trauen zu können; ich habe mich getäuscht. Sie sind eben wie andere Frauen!"
g^urttagli*«« XxsMbw« bei So m- Zb$dtttege.I>ttrtel= Mtzrlich«ve;»grpreir -tznevringeriohnnnd veftellgettinFaldas»- wie aurwärtZl^dM. verantw. Hebdttmt «arkrchütlel pteMeX85dgttt:
A.parzeller in Kulda.
tigten Personen, am größten ist. Im letzten Berichtsjahr waren in ben deutschen Bundesstaaten im ganzen 543 Beamte im Gewerbeaufsichtsdienst tätig gegenüber 200 in England. 139 in Frankreich, 107 in Oesterreich und 42 in Ungarn. Deutschland hat also mehr Ge- werbeaussichtsbeamte als diese vier Industriestaaten zusammen. Aus dem Bericht geht auch hervor, daß die Behauptung, Deutschland sei in Bezug auf die Heranziehung von Frauen zur Gewerbeaufsicht andern Ländem gegenüber im Rückstand, unzutreffend ist. Vielmehr steht Deutschland auch in dieser Beziehung an erfter Stelle. Schließlich sind auch die Befugniffe der Aufsichtsbeamten bei uns weitergehend, als in anderen Ländern, weil die Durchfühmng aller Be- stimnmngen zum Schutze der Arbeiter nahezu ausschließlich dem eigenen Ermessen des Gewerbeauffichts-
haben seit jeher sich ebensosehr als glaubens-! und romtreu, tote als öffentlich und politisch klug und tätig erwiesen. Wie in keinem andern Land blüht in Deutschland der Katholizismus. Umso verletzender unbvetwerf- lichet ist es daher, wenn neuerdings wieder einige Unberufene im Ausland, französische und italienische Zeitungen es sich herausnehmen, die deutschen Ka-1 tholiken anzugreifen und herabzusetzen, indem sie! Deutschland geradezu als das Land des! Modernismus bezeichnen und allerhand Phantasien zusammendichten über die Gefahren, die dem Katholizismus von Seiten des Zentrums drohen sollen. Der Pariser „Univers" und die italienische „Correspondance de Rome" haben sich diese Anwürfe gelefftet auf Grund eines Buches von Pater A .M. Weiß O. Pr- „Lebens- und Gewiffens- fragen", das in eigenartiger Weise das Wirken der Zentrumspartei bespricht. Wir müssen es uns
I versagen, näher auf das Buch einzugehen, wie wir uns auch damit begnügen, das neueste Werk des sonst so hochverdienten Verfassers schon um deswillen zu bedauern, als es den ausländischen Ver-1 leumdern und den inländffchen w i r k l i ch e n Motz e r n i st e n und deren Genoffen willkommenen Anlaß bot, gegen den deutschen Katholizismus mobi! zu machen. Und das in dem gegenwärtigen Zeitpunkt! Wo wir vor einem schweren Kampfe stehen!
I Das aber muß gesagt werden: Wir lassen uns «nicht von dem Ausland verunglimpf e n, das weit mehr Anlaß hätte, vor feiner Türe zu kehren. Der „Univers" mag seine Aufmerksam-
I feit den eigenen, wirklich korrumpierten Zu- | ständen zuwenden; für Jahre hat er da Beschäftigung genug. Wo grassiert der Modernismus? Gerade in romanischen Ländern! Wir deutsche Ka- tholllm Bennien, mit verschwindenden Ausahmen, ‘ ■" ~ Gerade in Deutschland er-
Mit blitzenden Augen wendet Virginia sich zu dem Zürnenden.
„Ich bereue nicht, daß ich Ruth mebten Verdacht mitteilte,' erwiderte sie fest. „Auf meinem Spaziergang vorhin begegnete ich einem gewissen Josua Fick, der mir allerhand über die Testaments-Aufftellung des verstorbenen Fräuleins Ursula Palmer vorschwatzte."
„Ah
Für einen Augenblick läßt Armin seine gleich- gülttge Maske fallen. Sein Gesicht zeigt lebhafte Spannung.
Gerade und aufrecht, mit etwas zurückgeworsenem Kopf — so steht Virginia vor dem jetzigen Besitzer der Waldburg. Durchdringend blicken ihre Augen in die seinen.
„Als ich jenen Josua Fick vorhin sprechen hörte, schwanden alle meine Zweifel an der Echtheit des Testaments. Deshalb teilte ich auch Ihrer Frau die ganze Sache mit. Und wissen Sie, was Ruth tat?"
„Nun?"
Noch immer bohren Virginias Blicke sich in die seinen.
Ruths Benehmen vorhin hat meinen Verdacht wieder geweckt. Dies wollte ich Ihnen heute abend noch sagen, Herr Skott. Gute Nacht!'
30. K a p i t el.
Die nächsten Wochen vergehen ohne besonderen Zwischenfall. Herr und Frau Skott haben eine elegante Wohnung in London bezogen. Armin beteiligt sich viel an öffentlichen Versammlungen, hält VolkS- reden und tft auf dem besten Wege, ein populärer Mann zu werden. Ja, sein Name figuriert sogar auf bet Liste für die demnächstige Parlammtswahl.
Gilbert unterstützt den Freund mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln. Er scheut kein Geld, keine Mühe, um ihn zu fördem.
Frau Forster, glücklich tm Bewußtsein, WtHt$
beamten überlassen ist.
* Die deutsche Imparität ist ein Exportartikel. Wie die ,Germania' einer Missionszeilschrist entnimmt, echält die protestantische Schule in Join- ville (Brasilien) von der deutschen Reichsregierung einen jährlichen Zuschuß von 3000 Mk., während die deuttche katholische Schule nichts erhält. Hoffentlich wird man sich im nächsten Reichstag nach dem Grunve dieser Imparität erkundigen! — Ein anderer Fall! Wie die .Kathol. Missionen' in Heft 8, Jahrgang 1911, S. 204 berichten, ist auf der zu den Marianen gehörenden Insel Saipan den deutschen Kapuzinern sogar der Religionsuntei> richt in der Regierungsschule untersagt, obgleich der größte Teil der Kinder katholisch ist. Der deutsche Regierungslehrer ist Protestant. Auch dieser Fall von Imparität sei dem Reichstage empfohlen. — Die Tatsache, daß neulich in R o m eine deutsche protestantische Kirche eröffnet wurde, erinnert daran, daß bei der deutschen Botschaft in Rom noch immer ein protestantischer Prediger angestellt ist; Jetzt, wo eine deutsche protestantische Kirche dort existiert, ist nicht der mindeste Grund vorhanden, daß das paritätische Deutsche Reich noch einen Prediger besoldet.
]:[ Stuttgart, 12. Juli 1911. Wie Bayern, so hatte sich auch Württemberg seinerzeit bei der Reichsbegründung das Recht eigener Briefmarken Vorbehalten. Am Mittwoch genehmigte nun die roürt» tembergische Abgeordnetenkammer, nachdem man fünf Jahre lang einen Versuch mit den allgemeinen deut- scheu Marken gemacht hat, einsttmmig das Wetterbv- stehen des Uebereinkommens zwischen Württemberg I und dem Reiche über die Einführung gemeinsamer
Entsetzt schlingt Virginia die Arme um die Schwankende.
In diesem Augenblick öffnet sich die Türe. Armin tritt ein.
„Was ist mit Ruth? Was haben Sie ihr getan, Virginia?'
„Nichts, Herr Skott. Ich habe ihr nur mein Unrecht Wannt — daß ich an der Echtheit des Testamentes zweifelte —"
„Lassen Sie uns allein!'
Gesenkten Hauptes verläßt Virginia das Zimmer. Armins Antlitz ist so bleich wie das seiner Frau, als er jetzt die Arme um sie schlingt und sie sorglich auf die Ottomane bettet. Eine Zeitlang liegt Ruth unbeweglich da. Erst nachdem Armin ihr die gewohnten Mittel eingegeben, kehrt langsam die Farbe in tzre Wangen jurötf Doch mit der kräftigeren Blutzirkulation kommt ihr auch die Erinnemng an ihr Gespräch mit Virginia. Sie beginnt heftig zu zittern. Trotzdem Armin ihre Hand fest in der feinen hält, trotzdem er mit der freien Hand sanft über ihre Stirn streicht, als wolle er alle trüben Erinnerungen wegwischen — richtet sie sich plötzlich auf und ruft im Tone der Verzweiflung:
„Ach, mein Gewissen ist nicht tot! Virginia hat die Wahrhett gesprochen: ich habe meine Seele dem Teufel tiertauftl'
Laut aufschluchzend birgt sie da- Gesicht in beiden Händen. Da drückt et sie sanft aufs Lager nieder und bittet sie innig und dringend, sich zu schonen — um feinettoißen.
„Sieh mich an, Ruth!"
Zuerst blicken ihre blauen Augen zögernd, fast widerwillig in die feinen — dann tief, fest, mit selbstvergessenem Ausdruck — bis sie sich langsam ver- schleiem und plötzlich ganz schließen. Jetzt legt Armin sorgsam eine wollene Decke über die Schlafende, schraubt die Gasflamme herab, überzeugt sich, daß Ruths Antlitz nicht vom Licht geblendet wird und der- läßt das Zimmer.
Im kleinen Salon findet er Virginia, seiner harrend. Bei ihrem Anblick berfinftem sich seine Züge.
lich zu sein. „ „
Sie liebt den Verlobten mit der vollen Jnmgkett ihrer unberührten Seele Gilbert ist ihr Ideal an Männlichkeit und Edelmut. Sein Haupt umschwebt der aanze Nimbus, den unschuldige junge Mädchen dm Helden ihrer Träume andichten. Aber gerade deshalb leidet sie unter dem Bewußtsein, daß sie ihm etwas verbirgt, daß sie ihm nicht völlig ihre Gedanken, ihre Empfindungen erschließen kann. Wiederholt drangt es sie, ihm ihren Verdacht mitzuteilen, chn zu bitten, daß er sie schelte! Wenn er gar eine Untersuchung der ganzen Angelegenheit einleitete!
Ruths bleiches Anttitz taucht vor ihrem Geist auf, ihr schwankender Gesundheitszustand, ihre OhnmachtS- anfälle. Nein, nein — wie kann sie nut daran den- fen auf eine bloße Vermutung hin das Sehen der Freundin aufs Spiel zu setzen! Fest nimmt sie sich vor, jenen unglücklichen Verdacht zu bannen oder wenigstens niemals ein Wort darüber laut werden zu ^Stber dieser beständige Zwang, den sie ihrer soifft so offenen, mitteilsamen Natur auferlegt, bleibt nicht ohne Einfluß auf ihr Wesen. Ost, wenn sie beiter trällernd am Fenster ihrer ärmlichen Wohnung steht, ihres Verlebten harrend - versagen plötzlich die lustigen Melodim, der sangesfrohe Mund verstummt Oder
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Sir,,,, — bufefet plötzlich eine Wolke über Ihre reme Stirne; unwillkürlich zicht sie die Hand öu^ck entt n. v.’ Qihpr Auch Gilbert beginnt unter oiqet wechselnden Stimmung zu leiden. Er fr“9^ nb Re sich nicht wohl fühle, er bittet, er beschwort sie, sich ihm anzuvertraueit. Vergebens. Nur stummes Kopfschütteln antwortet ihm
(Fortsetzung folgt.)
Die Macht der Gewissen;. |
43] Roman von Erich Friesen.
Mit einem leisen Wehruf springt Ruth empor. Fest -hält sie die Hand aufs Herz gepreßt. Ihre Zähne schlagen aneinander wie ttn Fieberfrost.
„Wie kalt es ist! Schließe das Fenster, Virginia!"
„Kalt, Ruth? Es ist seht warm draußen."
„Rein, nein, die Nebel kommen. Es schüttelt mich schon."
! Kopfschüttelnd schließt Virginia das Fenster. Draußen erglänzt helles Mondlicht.
„Ich will dich nicht lange quälen, Ruth. Verzeih' mir nur! Ich hatte dich im Verdacht —'
„Ich will nichts weiter hören!"
„Ich glaubte, das. Testament sei in der Tat gefälscht," fährt Virginia erregt fort. „Der Gedanke verfolgte mich unablässig. Er schlich sich in meine Träume, er verhärtete mein Herz. Ach, Ruch, wie bleich du bist! Du zitterst! Vergib, vergib mir doch!"
Und wieder kniet sie vor der Freundin nieder, die Arme um deren Leib schlingend. Ruch rührt sich nicht. Alle? Leben scheint aus der ftiHen, bleichen Gfftalt gewichen.
„Heute abend, bevor ich Gllbert traf, bevor der glückichste Moment meines Lebens eintrat — da wurde mir auch das letzte Tüpfelchen von Zweifel an dir genommen. Hörst du mich, Ruch?"
»Ich höre."
»Ich begegnete einem Menschen, einem widerlichen, ordinären Burschen, namens Josua Fick."
„Josua Fick?"
„Ja. Er sagte, er sei Zeuge beim Auffetzen des Testaments gewesen. Ganz genau beschrieb er Fräulein Ursula Palmer, den Notar, das Zimmer —' Jetzt kommt geben in die unbewgliche Gestalt, i „Das hat er dir gesagt?" ruft sie leidenschaftlich, Virginia mit wett aufgeriffenen Augen anstarrend. „Der Schlicke!" Wie stützesuchend greift sie mit den Händen um sich. „Ach, alles um mich her dreht sich. Ich lebe nichts mehr. Halte mich! Halte mid#!'
X Wilhelm Emanuel von Ketteler. freute jährt sich zum 34. mal der TodeÄag be3 „ diesem Jahre, in welches sein hundertster Gebnrts- fina füllt, besonders viel genannten großen Bischofs SMIielnt Emanuel Freiherrn von Ketteler ® ' e t hWp fSelbenaeftaÜ auf bem Mainzer Bischofs-
K °chtm ben Alten zur Erinnerung an I Beredsamkeit, feine gewandte Feber ,bttttert von einem | Besuch ab. Die Besprechung zwsiqen ve »ärnöfe ben Jungen zur begeisternden schöpferischen, weiffchanenben Geiste, für den 50 Jahre Staatsmännern war von längerer Dauer.
smd eme weltgeschichtliche Stunbe. Sein Helm, -m amerikanische Schulschiff-Geschwader hak a<l - .Ä. r a raot wett über bie dem alle Schläge des momentanen Mißerfolges ab- heute früh den Kieler Hafen verlassen und Ist nach
Bifchof Kettelers Bedeutung j g Deutsch-1 prallen ist sein Glaub« an sich selbst und der Glaube I Norwegen abgedampft. Bei der Abfahrt tauschten
??bUe% 6 H ft H <lTn Ä Ä seinerJdem. Arbeit ist ihm die Amerikanischen und deutschen Schiffe Flaggen-
i^rftlnrbnnno Mit staunenswertem Mute I das achte Sakrament. I grüße aus.
bat er bas Gauklersp'tt zerstört, das der Ketteler überragt an wahren Erfolgen weit einen * Der Gemeindesteuerzuschlag und die staatliche v°n ben 4^r Iahren an mit dem ar-1 Bismarck. Dieser hat mit des Schwecks Schärfe Aussicht. Im Frühjahr halte im Abgeordnetenhause
^en Volke trieb E?war damals die Zeit politischer die deutschen Stämme geeint, jener hat dem deutschen der Abg. Freche^ v Zedlitz einen‘ »«(«‘fl «"g
l&imna wo der Fürstenabsolutismus gebrochen und Katholizismus in dem auf christlicher Grundlage bracht, daß zukünftig Zuschläge zur Staats^nkommen
proklamiert wurden. Der Liberalis- ruhenden Stteben, allgemeine irdische Volkswohlfahrt steuer erst dann der Genehmigung de» Staates zu
Macht, die Masse, betört zu schaffen, ein erhabenes pratttsch-soziales Einigungs- unterbreiten seien,
, vmck> ttberale Schlagwock, erwartete von dieser Po-moment gegeben und hat die Formel gestinden alle steuer hmausgehen. Wie Berliner Blatter hör n, «ch-» »---Ä H«I- i" «--- W -l- ch«- st« SSÄ MtS
'z>b das tägliche Brot von der Staatsform abhmge. |'
Ketteler erkennt das Wesen des Uebels: .
von ben ewigen Wahrheiten, den geschichtlichen Werdegang: Zertrümmerung all der Einrichtungen^ die ben Menschen geistig und sittlich verbanden erkennt ben Ausgang der Bewegung: blutige Revolution. Der Liberalismus, das ist der Feind, dem kem Pardon! Seine Parole lautete diesem Feind gegenüber: Christlicher Gern ein sinn Organisation. Die Kirche bietet die hehren Wahrheiten, I welche die Arbett von einer materialistischen Betrachtungsweise erheben in eine höhere Sphäre bet chnst-1 licheu Weltauffassung. Der Staat muß burch gesetzgeberische Maßnahmen die Bahn freimachen.
Diesen Ideen diente er auf der Kanzel und in der Literatur mit der ganzen Kraft feiner Persönlichkeit, angefangen von den sechs Predigten im Main- I zer Dom anno 1848 bis zu bem weltgeschichtlichen Moment, wo Kettelet burch ben Grafen Galen im | Reichstag ben Antrag auf Vorlage eines Arbeite r- schutzgesetzentwurfes stellen ließ. Zwei Welten prallten aneinanber: die liberal-heidnische und die christliche. Auf der einen Seite Kettelet, der atme Bischof, aber gestützt auf seine Uebetzeugung und die Wahrheit, auf der anderen Seite bet Liberalismus mit all feinen soz. und polit. Machtmitteln. Ketteler blieb Sieger. Kettelet, betratet unserer christl. soz. Gesetzgebung, bet ständischen Organisation, der christl. Arbeiterbewegung. Ohne Kettelet keine Feb- tuar-Etlasse Mlhelms II., kein Arbeit-rvapst Leo XIII. ohne Kettelet unaufhaltsam herannahende — viel-1 leicht schon vollzogene Revolution. Kettelet, der Erneueret einer christlichen Wirtschaftsordnung mit ihrem belebenden Prinzipe christlichen Gemeinfinns!
Kettelet wat der Schöpfet einer christlichen Volkspattei, genannt das Zentrum. Hier zeigt sich Kcttelets große staatsmännische Begabung. Der Liberalismus tiertrat bloße Theorien, die praktischen !Bedürfnisse des Volkes kannte er nicht. Die Reaktion war unausbleichblich, nämlich daß die materiellen Interessen in den Vordergrund geschoben wurden. Aus ben im Gegensatz zum Liberalismus entstehenben Jn- tereffentengruppen gedachte Kettelet die Partei zu bilden, deren er zur Durchführung seiner Ideen bedurfte. Der Versuch gelang, gelang glänzend. Der granitene Boden dieser Partei ist die göttliche Offenbarung in hrer Anwendung auf alle Gebiete des öffentlichen Lebens, eine christliche Volkspartei, in 6er sich „Männer, Katholiken wie Protestanten friedlich vereinigten, welche in bet Trennung des Reiches vom Boben des keinen Modernismus. ....... Christentums ben Keim des Verderbens erkennen und lebt der Katholizismus eine mächtige Blütezeit, um .üe zugleich, so lange wir nun im Glauben getrennt die uns die romanischen Volker beneiden tonnen Md ’ für das friedliche Zusammenleben im gemein- „Germania docet! Wit stehen treu zu Rom und amen Vaterlanbe eine feste höhere Grundlage suchen." | seiner Lehre, und kämpfen und arbeiten für
„ , , . o ..r_ 1 si. »retbeit unserer Kirche — was man von tragende Stelle Deutschland in Bezug auf
So taucht heute, das Mlddie g 8 I '>xantxejl ^nd Italien nicht gerade bchaupten kann, die Arbeiterschutzgesetzgebung und die neS vor unserem geistigen Auge auf, ttn Judas Mcma- I ^ranrrercy uno ^ia Gewerbeaussicht einnimmt. Der Bettcht zttgt, daß
bäus, der mtt genialem Geiste ben Fttdzugsplan <mt- --- 1 - — - - ■ - " ■ ~ ' - 6 u
wirst ben httbnisch-liberalen Geist niederzutingen, bet . B„lin, 12. Juli 1911. Der französische Bot- überall ba zu finden ist, wo der Kampf am heißesten I f*after Herr Jules Cambon stattete, w.e das tobt der seine ©etreuen in fiegesfrohe Kampfesbegtt-1 «g. T/ erfährt, heute dem Staatssekretär des Aeußern sterung hinttnreißt. Sein Schwert ist seine glühende I ^errn v Kiderlen-Wächter abermals einen Beredsamkeit, seine gewandte Feder .btftiert von einem besuch ab. Die Besprechung zwischen ben beiden _ ____ 1 1 ..■>* .<___/W-lft.. L"._ kKA I ___ 1 . - . ____ _______ f __
den Postscheckämtern.
)( Vm einem Reichspettoleum Monopol ist augenblicklich die Rede. Schon früher hat der Reichstag an bet Hand einer notionalliberalen Resolution em Verkaufsmonopol für Petroleum verlangt, weil auf andere Wttse dem Treiben des amerikanischen Rocke- feller-Trusts nicht beizukommen sei. Jetzt heißt es, die Regiemng werde im kommenden Winter beim Reichstage ein solches Monopol beantragen. In Deutschland werden monatlich etwa 42 000 Tonnen Petroleum, davon 29 000 Tonnen amerikanisches, gebraucht. — Bei einem solchen Monpol ist nut die Frage, ob die Petroleumverbraucher dabei nicht aus dem Regen des amerikanischen Trusts in die Traufe der allzeit geldbedürftigen Reichskasse kommen.
* Befestigung Helgolands. Vom 1. August ab wird auf Helgoland eine zunächst provisorische For- tifikatiou errichtet und die jetzige fortifikatorssche Leitung auf Helgoland von Cuxhaven abgezweigt und seldständig gemacht werden.
Zu der Urteilsbegründung gegen den Pfarrer Jatho haben sich nur wenige Blätter geäußert. Die meisten drucken die Begründung ohne weitere Bemerkungen ab.. Das.Postwertzeichen. /Berliner Tageblatt' ist natürlich über die Be- _ Dresden, 12. Juli 1911. Der Verband gründung ganz ungehalten. Es meint, sie »er-1 deutscher Ortskrankenkassen beschloß, die schlimmere nur noch die Situation. Im Ver- nächstjährige Versammlung in Köln abzuhalten, lauf ihres ausführlichen Artikels verrät es dann, I Fräßdotf wurde als Vorsitzender wiedergewählt. Mit worauf es hinaus will, nämlich auf die Trennung der Angestellten-Organisaiion sollen unter gewtssen zwischen Staat und Kirche. Die Deutsche Tages- Bedingungen Tarifverhandlungen angeknüpfi werden, ztg/ stellt sich auf den Boden der Urteilsbegrün- Reichstagswahlvorbereitungen.
oung und meint: * Düffeldors, 12. Juli 1911. Das Zentral-
darüber, daß solche Anschauungen bte nicht auf I ^^blkomitee der Zentrumspartei stellte ein» I die Kanzel geböten, daß nicht ein verordneter mit threr wayltomuee ver <)ein r u m s V “ ।
I Autorität ausgestatteter Diener der Kirche sie als I fitmmig als Kandidaten für bte Retchstagserfatz berechtigte Lehrmeinungen verkündigen darf, darüber I wähl den Bankdneklor Dr. Johannes Fr t ev-
! sollte unter Menschen, die Wahrheit wollen, nicht der' - - - - •-
Schatten eines Zweifels herrschen.
*♦ Deutschland an der Spitze der Arbttterschutz- gesetzgebung. Das Jnternattonale Arbeitsamt zu B a s e l hat einen vergleichenden Bericht über bie zur Durchführung der Arbeiterschutzgesetze in ben verschiedenen Staaten getroffenen Maßnahmm zusam- I mengestellt, aus bem hervorgeht, welche hervor-
„Es ist schon spät. U^sollen schlafen gehen, I ihen Lieblingswunsch erfüllt zu sehen ,tst eifrig mit bet Fräulein Forster," sagte er eisig. „Sie haben mich Ausstattung ihrer Tochter beschafttgt.
- ~ ■ ... 1 Und Virginia selbst? Zwar blickt ihr Auge wie
der fröhlich, zwar zeigt sich hier und ba das entzückende Grübchenlächeln, welches bas pikante Gesichtchen so unwiberstehlich macht — aber bie kindliche Harmlosigkeit ist verflogen. Hinter bet reinen Stirne brütet das Mißtrauen, bet Verdacht gegen die Freundin, welcher sie hindert, vollkommen glück-
Suldaer W Zeitung