38. Jahrqanq.
Fulda, Dienstag den 11. Juli 1911
Erstes Blatt.
155.
die
2lus Uirche und Schule.
anderen Gründen.
L«ir<-e«: the er» spattigepetttzeUeod« deren Saum 15 Pfg. AeNamendlepetitzcUe
Pfg., bei Wieben polungeo wirb entspr.
Rabatt gewährt.
Rotalionrdruckund Verlag der §nlbaer At- tienbruckerei in Zulba Fernsprecher Nr. 9.
schSstsbericht ist zu ersehen, daß der Gew^verem gegenwärtig rund 82 000 Mitglieder zählt. Der Bericht führt aus, daß die Lage der Bergarbeiter im Berichtsjahr ungünstig war, wenn auch einei Sfr* fig nicht eingetreten sei. Langsam habe eine Besserung platzgegriffen, die jetzt noch aichalte. Aus Ai* laß des Kongresses fanden im Braunkohlmbezirt Köln-Land und Bergheinr, sowie im Siegerländer Erzbaugebiet am Sonntag 35 Werbeversammlungen für den Gewerkverein statt. Sämtliche Veranstaltungen waren stark besucht und dürsten dem Gewerkver- eine viele neue Mitglieder zuführen.
totales.
Fulda, den 11 Juli 1911.
b. Sou der Landwirtfchaftskammer. Ter Vorsitzende der Landwirtschaitskammer für den Regierungsbezirk Kassel, Rittergutsbesitzer v. S t o ck h a u s e n-A b g » n st wurde zum Mitglied der ständigen Kommission des deutschen Landwirtschaftsrates gewählt. — Der Vorstand der Landwirtschaftskawmer zu Kassel hat in seiner letztm Sitzung beschlosien einen Kursus m Pflanzenschutz an der Versuchsstation zu Herleshausen anfangs September ds. Js. für die Winterschuldirektoren adzuhalten.
& Zu einer ordentlichen Stadtverordnete n- sitzunq war auf gestern abend ein geladen. Aoer schon der erste Blick in den Sitzungssaal belehrte dahin, daß zurzeit in Fulda nicht nur die Schulen, die Wasserleitung, sondern auch der Gemeinde- rat im Zeichen der Sommerserien stehen. An der Stelle des behinderten Stadtverordnelenvorstehers war dessen Stellvertreter wiederholt damit beschäftigt, die anwesenden Stadtoäter abzu- «fielen. 8u dm zwölf, di-uw V.« Uh-: J«. lich zur Stelle waren, gesellte sich auch der
Entwurf behandeln.
)( Versagte Genehmigung. Tie Stadtverordneten in Köln hatte» gegen die Stimmen der Liberalen beschlossen, in Löln-Lindenthal eine höhere Mädchenschule auf konfessioneller Grundlage zu errichten. Dem Vemchmeu nach hat der Kultusminister die Genehmigung dazu versagt. — Es ist unverständlich wie der Minifler zu diesem „Veto' gekommen ist Wenn man den Katholiken es versagt, in Preußen konfessionelle höhere Schulen zu errichten, dann mag man auch keine Klagelieder darüber an* stimmen, daß vielfach katholische Eltern ihre Kinder zur Erziehung in katholische Institute des Auslandes schicken. ~ .
— Dresden, 10.Juli 1911. Der Verband der deutschen Ortskrankenkassen, zu dem 344 Kassen mit 4‘/i Millionen Mitgliedern gehören, hält heute hier seine Jahresversammlung ab, aus der man einen Weg zur besten Anpassung an die Reichsverstchernngsordnung finden rot(L Auch das Verhältnis zu den Aerzten soll besprochen werden. Ueber Behördenorganisation sprach Justizrat Meyer- Frankenthal, der diese als die stärkste Seite der neuen Versicherungsordnung bezeichnete.
ns Köln, 10. Juli 1911. Der 13. Kongreß des GewerkvereiuS der christlichen Bergarbeiter findet gegenwärtig hier statt. Aus dem Ge-
Als der Algecirasvertrag 1905 abgeschlossen wurde, hoffte man das politisch -militärische Vorgehe» der Franzosen eingeschränkt zu haben; aber der Zweck wurde nicht erreicht. Im Jahre 1909 hoffte man durch das Sonderabkommen wenigstens die ökonomische Freiheit und Gleichheit gesichert zu haben, und auch dieser Vertrag erwies sich nicht als ausreichend. Was wir j e tz t schaffen wollen, muß diese beiden Leistungen weithin übertreffen an Gründlichkeit, Klarheit und Gewähr für die volle und dauernde Wirkung. So ein Meisterstück der Vertragskunst schafft man nicht im Handumdrehen. Und sollte Frankreich auf seine Alleinherrschaft in Marokko sich versteifen, so daß für Deutschland Kompensationen an anderer Stelle gesucht werden müßten, so würde die Frage erst recht verwickelt werden.
Also muffen wir uns daraus gefaßt halten, daß die Verhandlungen viel Zeit, viel Geschicklichkeit, viel Geduld in Anspruch nehmen. Jedenfalls kann es ohne Zuspitzungen und Reibungen nicht abgehen. Wer sich das von vornherein klar macht, wird durch'gelegenttiche unerfteuliche Nachrichten nicht aus dem Häuschen gebracht werden. Man kann auch auf dornigen Wegen zum Ziele gelangen.
sX Der Beginn der Marotto- verhandlungen.
begrüßt werden.
* Die Austritte aus dem tzansabrmd nehmen fori« gesetzt jtt. In verschiedene» Blättern wird eine ziemlich lange Liste von Austrittserklärungen aus dem Hansabund veröffentlicht. Dazu bemerkt die Deutsche Tageszeitung:
Die hier genannten Herren und Firmen repräsentieren, wie auch wohl der Hansabund nicht wird leugnen können, die besten Namen und das Rückgrat der rhemffch-westfälischen Industrie- und B a n k w e l r ; und zwar handelt es sich auch keineswegs nur um Vertreter der sogenannten Schwerindustrie. Diejenige Industrie, die in der Hauptsache die wirtschaftliche Kraft und die Weltbedeutung deS rheinisch-westfälischen Gewerbefleißes darstellt, hat asto dem Hansabunde den Rücken gekehrt, in der richtigen Erkenntnis, daß dieser Bund nur zur Zerstörung des Schutzes der nationalen Arbeit nach außen wie auch im Innern gegründet worden ist, der auch diese Industrie in hohem Maße ihre Blüte verdankt.
Der nach dem Ausscheiden aus dem Haiiladunv neu gebildeten niederrheinisch-westsätischen Bezirksgrupp« zum Schutze und zur Forderung der Jntereffen von Gewerbe, Handel und Industrie find bisher über 1000 Mitatieder beigetreten.
X Neuregekmrg des Wnffentragens. Dem Vernehmen Berliner Blätter nach, besteht an maßgebenden Stelle» die Absicht, eine allgemeine Neuregelung des Waffentragens erst im neuen Strafgesetzbuch durchzuführen. Der Borentwurf hat allerdings die Regelung der Frage der Landesgesetzgebung überlassen, doch will man, wie es heißt, sie im endgültigen
nb Feiertage, viertel- pthrttcherverugrprek ohne vringerlohn und SesteSgett in Fulda sowie aurwärt» 1.50 JBL
Verantrv. Hebaftan
«arl Schütter fSrdieMMen:
A. Parzelle« le Mda.
X Kassel, 9. Juli 1911. An der katholischen Bür- gerfchule 9 soll die Klaffe 7a geteilt werden, wodurch die Anstellung eines weiteren kathol. Lehrers nötig, wird. Bewerbungen von Herren, die das 27. Lebensjahr nicht überschritten habm, find an die Stadtschuldeputation zu richten. — An Stelle des Herm Pfarrers Hillenbrand, der aus gesundhertltchen Gründen das Amt des Vorsitzenden des Gr- samtverbandes der katholischen Gememden Kassels niederlegte, wurde Herr Pfarrer D u r ch a r d aewählt. — Der von dem Ju- gendpflegeausschuß eingerichtete Turn- und Spielkursus begann bellte auf dem Spielplatz des Kaffeler Fußballklubs. Auch eine Anzahl Jünglinge der hiesigen katholischen Jünglingsvereine nimmt cm dem Kursus teil. .
* Paris, 10. Juli 1911. Ter Bischof von Grenoble, der in den letzten Jahren bei der Trennung voll Kirche und Staat wiederholt genannt wurde, ist gestern abend gestorben.
j. Rom, 10. Juli 1911. Die Gesundheit des Papstes ist ungeachtet der drückenden Hitze in den letzten Tagen ausgezeichnet. Auf Anraten der Aerzke grht der Papst täglich, um sich Br- wegung zu verschaffen, morgens in den Gärten des Vatikans spazieren. Die Massenaudienzen sind nach wie vor, mit Ausnahme einer Gruppe von Erstkommunikanien, die der Papst ausdrück- lich zu sehen wünscht, abgesagt, aber nicht aus Gesundseithrücksichten, sondern aus bekannten
gelehnt. r .
* Sn Porlngiestsch-WestafrUa haben Eingeborene am Kuanzafluffe ein Burenlager überfallen und Europäer ermordet.
* In Mexiko flammt der A u f st a n b wieder auf. In Oeotlan ist es in der Sonntaonacht zu einem politischen Aufstand gekommen, in dessen Verlauf cl ■ Personen getötet und fünfzehn verwundet wurden. Der Mob griff die Geschäftshäuser an, von denen eines, das einer englischen Firma gehört, die engl. Flagge hißte. Trotzdem wurde das Haus angegriffen, ,edoch nur geringer Schaden verursacht. Truppen stellten Ordnung wieder her.
könnt werden kann, ist von 10000 auf 50 000 Start erhöht worden. Die bedingte Strafaussetzung soll nicht bet Ersahftelheitsstrafen Pratz greisen. Ferner soll nach Ablauf der Probezeft stets eine ge- richÜiche Enffcheidung dmüber erfolgen, ob Währung verdient oder dre Straftwegen schleGer Führung des Verurteilten zu vollstrecken tft. Dre sichernden Maßnahmen des W i r t s h a u S v e r b o tS und der Unterbringung in eine Trinke r h e r I a n • ft alt sind mit gewissen Einschränkungen beibehalten
Ausland.
** Ei« deutscher Dampfer in Holland beschaffen. Als am Sonntag der Dampfer Alster, nach Hamburg bestimmt, von Ymuiden bte hohe See gewinnen wollte und an dem Dampfer R y n st r o o m, an dessen Bord sich em Militärposten befand, vorüberfuhr, forderte dieser die Alster auf. Halt zu machen. Da das Schiff der wiederholten Aufforderung nicht schnell genug nachkam, wurden aus dre Alster ein Dutzend Schüsse abgegeben. Verwundet wurde niemand. — Man glaubt allgemein, daß das Vorgehen auf ein Mißverständnis zurückzuführen ist. Zwer an Bord des Rynstroom stationierte Soldaten erhielten die Weisung, ferne Dampfer vorbeizulassen. Aber die Anweisung bezog sich nur auf die kleinen Dampfer, die wegen des Seemannsstreiks zum Transport der Ausständigen verwendet werden. Einer der beiden Soldaten hatte nun den kleinen Dampfer Alster für em solches Fahrzeug gehalten und hatte, als es auf Aufforderung nicht sofort hielt, geschoffen.
* Die Mobilisierung der Truppen dauert in P o r- tugal fort. 50 000 Mann sollen sich bereit halten, um sofort abmarschieren zu können — Aber, es herrscht .Ruhe", versichert die Regierung!
.** Der Stapellauf des zweiten russischen Dreadnought, der .Poltawa", erfolgte am Montag. Das Schiff ist 180 Meter lang und hat 8,3 Meter Ties- aang
* Tie Führer der aufständischen Albanesenstämme habm auch die neuen Zugeständnisse der Türkei a b-
Au§ dem Nachbargebiete.
8 eii.ru. io. Juli 1911. Gestern und heute tarn es in unseren Waldungen W a l d b r ä n d e n. Der gestrige Brand brach gegen 6 Uhr abends,mfrüh^cen Herbertschen Walde aus und verniete über 1 Mor- gen Hochbestand; dieses Feuer konnte muerhalb tilget Zeit (ungefähr ’/e Stunde) gelöscht werde". Ter angerichtete Schaden wird auf zirka loO -Aart sie« schätzt. Heute mittag gegen 1 Uhr entstand nn Aeß'schen Walde Feuer. Der benachrichtigte Förste, Gombert in Fulda rief telephonisch die Feuerwehren von Riesig, Lehnerz, Horas und Gläserzell herbe-. Das Ausrücken der beiden letzten konnte ledoch^unler bleibe«, da die Wehren von Riesig und ^.ehuei, unter der Lettung des Brandmeisters Rohde dem verheerenden Element vollständig 8°wachse» waren. Gutspächter Bispink von Riesig batte u.(i- w seine sämtlich bei ihm beschäftigten• V®’* 'l_‘ Brand lichen Arbeiter zur Hilfeleistung entfaud^Tcr^Vrano
Ärffp DOll Üttft '4^'5°Morgen. De, dürste wohl zirka 700 Diark betragen. Gegen ? Uhr uL der Brand gelöscht. Es wird angenotn. men bS die beiden Brände durch Manner veranlaßt'sind, die Heidelbeere« suchten und dabec achtlos brennende Streichhölzer roeggerootfen haben.
* Ans dem Vogelsberg, 11. Jul, 1911. Di, Kurliste Nr. 28 der Bad Salzschlirfer Kun
Der französische Botschafter Jules Cambon, d« w. ’gS" «m m M« cinaetroffen ist, hat am Sonntag nachmittag den Staatssekretär des Auswärtigen Amts, v. Ktder- len-Wächter, in dessen Wohnung aufgesucht. Die Aussprache beider hat, rote halbamtlich mit« aeteilt wird, ergeben, daß feinet!et Anlaß zur Beunruhigung vorliegt, daß vielmehr auf betden Seiten der aufrichtige Wunsch besteht, sich über etwaiae Differenzen zu verständigen.
Diese offiziöse Rote wird überall Befriedigung Hervorrufen. Wenn jedoch heute sich etner'n dem Glauben wiegt, alle Klippen seien nun schon über- wunden, jeder widrige Wind set ausgeschlossen, die allseitig befriedigende und enbgtUige Losung sei so au wie fertig — so ist das eine überspannte Hoffnungsseligfeit, die leicht empfindlichen Ent- 8uschungen ausgesetzt sein kann. Treten un Ver- lau der weiteren Verhandlungen Hemmrnffe und Schwierigkeiten hervor, auf bte man mckt nn ge- ringsten mehr gerechnet, so tonnen diese u«an genchmen Neberraschuugen leicht bte Stimmung in das Gegenteil umwersen, obschon sie an stch gar nickt so schwerwiegend sind. Darum ist es besser, von vornherein auf der goldenen M'.tteisiraße zu bleibm und auch bei dem schönsten zeitweiligen Sonnenschein den Regenschirm nrcht zu vergessen..
Wir glauben rückhaltslos der halbamtlichen Ver- sicheruna, daß auf beiden Seiten, d. h. bei den deutschen und dm derzeitigen stanzasischen Llaats- männern der aufrichtigste Wunsch besteht, sich "der etwaige Differenzen zu verständigen. Doch darf man lich nicht verhehlen, daß die „etwaigcn Drfteren- rcn" sehr weit und tief gehen, und daß sich erst bet genauer Besprechung der prattischen Einzelheiten zeigen kann ob der eine Teil sich unter „Verständigung so ziemlich dasselbe vorstellt, wie der andere Lei
Neuerdinas versichert em französisches Blatt, die Truppe Moniers habe nach Herstellung der Ordnung Fez und Mekinas den Rückzug angeltet e n, das sei eine Tatsache von entscheidender Bedeutung. Wenn die Franzosen wirklich glauben, daß die Heimkehr dieser Truppe Deutschland befriedigen könne, so verkennm sie die Lage. Es erhebm sich nach wie vor die Fragen: Soll die Schauja von den Franzosen besetzt bleiben? Sollen die Soldaten des Sultans nicht blos französische Instrukteure, sondern sran- zösiscken Kommandeuren rmterstellt bleiben? Wird der Sultan nach wie vor eine Drahtpuppe in den Händen der Franzosen fein, so daß die Unabhängigkeit des Reiches tatsächlich beseitigt ist? Deutschland hat em Recht, diese Fragen zu stellen und ihre klare Beantwortung zu verlangen. Es hat auch die Pflicht, in dieser Hinsicht nach dem rechten zu sehen, denn die fonderbarm politischen Verhältnisse, die Frankreich in Marokko schafft, gefährden die w i rts ch a ft- l j ch en Interessen Deutschlands in Marokko, die für uns die Hauptsache bildm und für die uns Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in dem Sonderabkommen mit Frankreich vom Jahre 1909 noch besonders gewährlesstet wordm sind. Die drutschm Unternehmer und Händler leiden nicht bloß unter den Unruhen, die durch das französische Vorgeheii verewigt werdm, sondern vor allem unter der ungleichen, vielfach geradezu schikanöse ^Behandlung, die ihnen von den französischen Machthabern und den von ihnen beeinflußten marokkanischen Behördm zuteil wird.
der 14., der 15., aber der 16., der zur Beschluß- ähigkeit noch erforderlich war, wollte nicht ‘ommen. Man versuchte durch das Telephon noch ein Mitglied zum Kommen zu bewegen. Aber umsonst! Der Versammlungsleiter mußte >ie Beschlußunfähigkeit seststellcn und während sich die allgemeine Stimmung zu einem, in dem beschlußunfähigen Hause allerdings erfolg- ofen, Initiativantrag auf 4-wöchentliche Verätzung verdichtete, traten Oberbürgermeister, Stadtverordnete, Stadtbanmeister und die sonstigen
Teilnehmer an der Stadtverordnetensitzung den zeimweg an.
♦ Die Landesbibliothek wird von nächsten Montag ab auf drei Wochen für das Publikum geschlossen.
e. In bet Generalversammlung des Kanarieuzüch- terverems Fulda, der nunmehr 118 Mitglieder zählt, wurde beschlossen, kommendm Herbst eine Verlosung unter ben Mitgliedern und Freunden des Vereins zu veranstalten. Ferner wurde Mitteilung gemacht, daß in nächster Zett ein Großhändler hier eintrifft, um die verkäuflichen Vögel abzunehmen. Mit dem Preisangebot von feiten des Großhändlers waren bte Mitglieder einverstanden.
igp Eiuhandert Mark werden nach vier Wochen der Postunterstühungskasse zufallen, wenn nicht der unbekannte Eigentümer der am 23. Februar 1911 aufgelieferten Postanweisung über 100 Mark an Schuhmacher Frank in Leibokz bis zu dem Verfall- termin feine Ansprüche geltend macht.
-er. Die städtische Badeanstalt war gestern infolge des Fischstetbens für die Badelustigen geschlossen. Die Fulda wurde von zwei städtischen Arbeitern gründlich adgesucht; die meisten Fischkadaver dürften entfernt worden sein; sie wurden in einem Kahn gesammelt und vergraben. — Für bett gestern hier festaestellten niedrigenWasserstandder Fulda kommt als Ursache folgendes irr Betracht: In dem oberen Lauf der Fulda und ihrer Zuflüsse wird zurzeit auf Grund alter Rechte von den anliegenden Gemeinden eine große Menge Wasser zur Beroässe-
veutsches Reich.
*♦ Berlin, 10. Juli 1911. Der Kaiser ging Montag früh auf seiner Nordlcmdsreise von Bergen nach Balholmen in See. Nachmittags 4 Uhr traf er dort ein. — Ter preußische Gesandte beim Vatikan v. Mühlberg ist vor Antritt seines Urlaubs vom Päpstin Audienz empfangen worden. — Der preußische Minister der öffentlichen Atbeften v. Br eil end ach ist zur Besichtigung der Edertalfperre nnd nach den Nordseeinseln abgereist.— Der Staatssekretär des Reichskolonialamts Dr. v. Lindequist ist von seinem Urlaub nach Berlin zurückgekehrt. — Im Reichsgesetzblatl wird die Verordnung über die Einteilung der Landtagswahl- treife für Elsaß-Lothringen veröffentlicht.
c. Die Strafrechtskmnmiffi an Hai in ben letzten ^Wochen bte §§ 26 bis 37 des Vorentwurfs beraten !unb damit den wichtigen Abschnitt über Strafen, sichernde Maßnahmen und Schadenersatz beendet.^Dcr Reichsanzeiger macht über die Beratungen nähere Mitteilungen. An Aenderungen ist h«rvorzuheben, daß der Mindejtbetrag der G e. J'" a se bn Ver- x.-Am und Vergehen wieder auf 3 Mark herabgesetzt ist Der Höchstbetrag der Geldstrafe, auf die bei Verbrechen und Vergehen neben emer Freiheitsstrafe er
worben.
»* Der Streit zwifchen Preutzifcher Zentral- aeuoffenschastSkaffe und Landwirtschaftlicher Zentraldarlehnskasse. Wirhabenvor einigen Tagen eine Auslassung der ,Berl. Sott/ gebracht, welche sich mit den Gründen beschäftigte, die für die preußische ZentralgenoffenschaMasse maßgebend gewesen seien, die geschäftlichen Beziehungen zu der landwirtschaftlichen Zentraldarlehnskaffe aufzulosen. Inzwischen find wertere Angriffe auf die Zentral- aenossenschaftskaffe erfolgt. Diese haben die Lei- tung der Preußenkaffe veranlaßt, tu der wmtsteriellen .Berliner Korrespondenz' nochmals auf bte An- gelegenbett zutückzukornmen. Die ,B. K. weist barauf hin,
daß die Verbesserung und Verbilligung des land- wirtschaftlichen Betriebskredits sowie bte Erhaltung der Selbständigkeit und Frechen der Einzelgenossen, schäften die Richtlinien für das Verhalten des -tret- toriums der Zentralgenoffenschastskasfe bet setnenVer- handlungen mit der Landwirif-^ifiltchen Zenkaldar- lebnskaste waren. In dieser Beziehung stellte sich Zk heraus, daß die Landwirtschaftliche Zentra dar- lehnskasse die zentralen Funktionen der Preußischen Zentralgenoffenschaftskaffe in d«n gerwffeuschass -cheu Geld- und Kreditverkehr übernehmen will. Nach diesen Abfichten soll die Ari und der Umfang Mitwirkung der Preußifchen Zentralgenosfenschaftskaffe tn Zukunft lediglich von dem jeweiligen Ermessen und von ben jeweiligen Wünschen der Landwirtschaftlichen Zen- traldarlehnskaffe abhängen. Zunächst mutz die bet Dreußrfcheu Zentralgenossenschaftskasse zugemutew Aufgabe, den Bedürfnissen, de» an einer einzigen Stelle konzentrierten genossenschaftlichen Geld- und Kredrtsverkehrs zu entsprechen, bet der Struktur der ländlichen Genoffenfchaften vom bautechmschen Standpunkt geradezu als undurchführbar bezeichnet werdend Vor allem aber sind die Mittel der ^and- wirtschafilichen Zentraldarlehnskaffe für die von ihr erstrebte Stellung im Genossenschaftswesen völlig n n- zureichend. Abgesehen hievon, waren auch in an- , deren Beziehungen bei der Preußischen Zentralgeno,- : senschafiskaffe schwerwiegende geschäftliche Bedenken . maßgebend. Die Darstellungen, als ob andere als- ' wirtschaftliche Gründe sirr das Direktorium der Preu.
tzischen .Zeniralgenossenschaftskasse maßgebend gcWefei. seien, entbehren der tatsächlichen Unterlage.
** Der japanische General Nogi, der Sieger von Port Arthur, ist am Montag früh über Paris aus London kommend in Berlin eilige« troffen. Der General, bet bekanntlich zwei Söhne im russischen Kriege verlor ttnb sich seitdem im hervorragenden Maße der Jugendausbildung in Japan widmet, ist trotz ferner 62 Iahte noch ein überaus rüstiger Herr. Der General wird als Inhaber des Schwarzen Adlerordens in Berlin von Prinzen und höchsten Würdenträgern
tung in die Wiesen geleitet.
Ein Naturapostel mit Frau und Krnd durchzog gestern und heute die Straßen der Stadt, nicht ohne einiges Aufsehen zu erregen. Der Mann hat bereits" den Bruch mit der bisherigen Männerkleidung, der ja zurzeit von einer Berliner Resormklique als unumgänglich not- wendig bezeichnet wird, vollzogen. Er trägt ein Gewand von morgenländisch-griechischer Art, allerdings wird man die klaffischr Nate daran ebenso vergeblich suchen wie an der Gewandung feinet Ehegespous. Der Zweck der Reise, die das auch in Bezug aus Haartracht vom Herkommen abweichende Paar bis nach Palästina geführt hat, scheint die Propaganda sür ein Naturmenschen- j«m nach Art deS gustaf nagel, des bekannte« Naturapostels, zu sein.
-m Radrennen. Zu dem am nächsten Sonntag den 16 Juli im „Jägerhaus" zu Bronzell ftattfinden- fcen Radremien, verbunden mit der Fernfahrt Frank, furt—Fulda teilt uns der Vorstand des Vereins folgen» des mit: Die von unberufener Seite verbreitete Nach- richi, dir Rennen feien vom Sport-Ausschuß des Deutschen Radsahrerdundes verboten, ist falsch. Sie fin- den bestimmt statt. Es macht sich dafür das größt, Interesse bemerkbar, was aus ben zahlreichen Nennungen ron Teilnehmern bervorgeht. Weiter find Verhandlungen im Gange wegen Abhaltung einer Fernfahrt Fulda— Franksurt-Kassel-Fulda für alle MUgl.ederdes Deutschen RadfahrerbundeS, Amateure sowie Berms- lahrer? tm Herbst dieses Jahres. Auch ist an den Äor- staub des Vereins von der Gauleitung das Ersuchen gerichtet worden, den Frühjatzrs-Sautag des Gau 9, Frankfurt, für 1912 zu übernehmen. Der Vorstand hat sich darüber geeinigt. Im Lause der nächsten Woche werden die ersten Schritte m dieser Angetegenhe t ge« ton. Heute schon steht fest, daß mtt der Abyattung des Ftühjahrs-Gautages unser Fulda aus radsportlichem Gebiet etwas zu sehen bekommt, wie rne zuvor. Sämtliche Zweige des Radsports, wie Korso, -lle'ge«, Radpoio, Radballspiel, Rennen aus untersetzten Rädern werben in dem Wettbewerb ihren Platz finden. ES wird jedenfalls eine Veranstaltung, deren sich lewst Frankfurt nicht zu schämen braucht, dafür bürg die Bauleitung. Es ist zu erwarten, daß die besten Mannschaften Deutschlands hierher kommen, um ihre Släit2JUe»mmettl>e«ter. DaS Gastspiel des Herrn Karl Schreiner vom Hoftheater in Mannheim findet heme abend statt. Herr Schreiner wird m t*m Sudermannschen Schauspiel. .Die Ehre der- Trager, der Hauptrolle, des Grafen Traft, sein.
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