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Mittwoch de« S. 3*li Ml-
58. Jahrgang.
* fflldatr W Rettung
2. Blatt,
Und anb Verlag der zuldaer AcNeadrvckerrl in SulMe.
Amt Geisa uns Umgebung.
' Vacha, 4. Juli 1911. Unter dem Vorsitz des Füianzrats Tr. Neumann auS Weimar trat hier die Steuerberufungskommission für den vierten Verwaltungsbezirk zu einer mehrtägigen Tagung zu- saminen. Der Kommission gehören die Bürger- meister a. D. Pfaff-Dermbach, Rentmeister Wach- Weilar, Bürgermeister Streng-Ostheim und Bürgermeister Brehler-Geisa als Mitglieder an.
* Buttlar, 3. Juli 1911. Wie verlautet, wird die Gewerkschaft den Einbau einer elektrischen Pumpe zur Hebung des Masters vornehmen. Bisher diente zu besten Bewältigung eine Dampfpumpe, welche die zurzeit etwa zwei Kubikmeter betragenden Wasterzuflüste nicht voll heben konnte. Man mißt jedoch den vermehrten Zuflüssen keinen besonderen Wert bei.
♦ Oechfen, 5. Juli 1911. Mit dem Abteufen des Schachtes „Mariengart" ist jetzt auch begonnen worden. Bei 6 Meter Tiefe haben die regelmäßigen Schichten von 8 Stunden Dauer ihren Anfang ge- nommen. _ ,,
* Tiefenort, 5. Juli 1911. Die Heidelbeer- ernte in den hiesigen Wäldern hat seit einigen Tagen begonnen, bleibt aber gegen das vorige Jahr an Ertrag ganz bedeutend zurück. Entweder sind die Heidelbeerblüten s. Z. erfroren oder der Mangel an Regen hat geschadet.
* Aus dem Eisenacher Oberlande, 5. Juli 1911. Die unhaltbaren Zustände auf der Feldabahn zeigten sich gelegentlich des in Kaltennordheim ab- gehaltenen Abgeordnetcntages des Großh. Sächs. Militärvereinsbundes. Eine tausendköpfige Menge von Festteilnehmcrn wollte abends von Kaltennord, heim zurückbefördert sein. Als der letzte von Kaltennordheim abfahrende Zug, der übrigens schon 6.50 Uhr nachmittags absährt, sich anschickte, seine Fahrt in der Richtung Dorndorf „anzutreten", stellte es sich heraus, daß viele Hunderte von Menschen ein« fach Zurückbleiben mußten, da sämtliche Wagen (selbst die Viehwagen) total überfüllt waren. Den Zurückgebliebenen blieb einfach nichts anderes übrig, als sich aus den ersten Zug anderen Tages zu ver- tröstin.
* Stadtlengsfeld, 3. Juli 1911. Mit ihrem Galan, einem Schachthauer, durchgebrannt ist die junge Frau eines Gastwirts und Metzgermeisters hier selbst. Der Plan der Flucht scheint von langer Hand vorbereitet gewesen zu sein. Das Paar hat nämlich alle Kleider vorher abgeschickt. Auch hat es mehrere hundert Mark als Reisegeld mitgenommen. — Bei einem hier abgehaltenen Gewerk- schastsfeft iam es zu einer Schlägerei, bei welcher auch das Mester eine Rolle spielte und verschiedene Personen Stichwunden erhielten.
* Aus Thüringen, 5. Juli 1911. In Neuen- Hof bei Eisenach ertrank in der Werra die Ehefrau des Maurers Gottfried Wiener; sie war beim Mähen beschäftigt und fiel dabei ins Wasser, indem sie zu nahe an das Ufer herangetreten war.
Aus Gberhessen u. den Hess. Aemtern.
zx Marburg, 4 Juli 1911. Ein eigenartiger studentischer Umzug, der anscheinend das Athletenfest illustrieren sollte, durchzog gestern nach, mittag unter dem tosenden Beifall der Menge die Straßrn der Stadt. Eröffnet wurde der Zug von einer urkomif h zusammengesetzten Dilettantenkapelle, die ebenso eigenartige Weisen ertönen ließ. Die übrigen Zugterlnedmer, deren einzelne Gruppen Schilder mit Dorfnamen vorangeiragen wurden, hatten sämtlich verbundene Köpfe und Gliedmaßen. Aus der Ketzerbach veranstalteten die Zugteilnehmer ein Mernerschaslsringen. — Vom Athletenplatze wurde gestern der dritte Schwerverletzte von der Sani.ätslolonne in die Klinik gefahren. — Das S ch iv u r g e r i ch t verhandelte heute eine Anklage wegen Memeids ‘ gegen den Korbmacher Heinrich Boos aus Hartenrod. Der junge Mann wurde beschuldigt, vor etwa vier Jahren in Gladenbach in einer Anklagesache gegen einen Arbeiter namens Debus ivegen Rciserdiebstahls eine falsche Aussage dura, einen Eid bekräftigt zu haben. Nach Ver- nehuiung von etwa 17 Zeugen sprach ihn das Gericht frei.
* Marburg, 5. Juli 1911. Dem Oberbibliothekar an der hiesigen Universitätsbibliothek Prof. Dr. Georg Wenker, dem Begründer des Sprachatlas des deutschen Reiches, wurde von der König!. Akademie der Wiflenschasten in Berlin in ihrer letzten feierlichen Sitzung die silberne Leibnitzmedaille verliehen. — Heute begeht der Vizebürgermeister a. D. Friedrich Siebert, Ehrenbürgermeister der Stadt Marburg, die Feier seines 80. Geburtstages.
♦ Aus dem Kreise Marburg, 5. Juli 1911. Ein Landwirt aus dem hiesigen Kreise hatte es unterlasten, ein von ihm geschlachtetes Schwein an die Wasenmeisterei in Marburg abzuliefern. Der Wasenmeister, der davon Kenntnis erhielt, verlangte Schadenersatz und wurde schließlich klagbar, als man diesen ihm vorenthielt. Der Prozeß ist zu seinen Gunsten entschieden worden.
* Frankenberg, 4. Juli 1911. Däs diesjährige Ober-Ersatzgeschäst im hiesigen Kreise findet am Dienstag den 11. Juli, vormittags 8 Uhr statt für die Militärpflichtigen ans Altenlotheim, Asel, Basdorf, Buchenberg, Deisfeld, Dorfitter, Ederbringhausen, Eimelrod, Frankenau, Frankenberg, Harbshausen, Hemmighausen, Herzhausen, Höringhausen, Kirchlotheim, Marienhagen und Niederorke; und am Mittwoch den 12. Juli, vormittags 8 Uhr, für Obernburg, Oberorke, Oberwerba, Echmittlotheim, Schreufa, Thalitter, Treisbach, Biermünden und Vöhl. Das Geschäft findet im Saale des „Deutschen Hauses" (Gastwirtschaft G. Trost) zu Frankenberg statt. Die Militärpflichtigen werden noch besonders geladen; sie haben sich eine Stunde vor den Terminen, also um 7 Uhr, pünktlich einzufinden.
* Ziegenhain, 4. Juli 1911. Bei dem Ge- witter, das gestern mittag in hiesiger Gegend niederging, traf ein Blitzstrahl das Haus des Gastwirts Lerch am Nordbahnhof und beschädigte Schornstein und Dach, ohne jedoch zu zünden.
* Gemünden a. SB, 5. Juli 1911. Dieser Tage gelangte abends die Nachricht hierher, daß die dem Gastwirt Pfeil dahier gehörige Kantine für die Eisenbahnbauarbeiter an der Strecke nach Moischeid zu in Flammen stehe. Die Kantine war bereits abgeschlagen und die Beiten, Strohfäcke lagen dort aufgeschichtet. Ausländische Arbeiter hatten das Material angezündet. Ta die Kantine mitten im Walde liegt, hätte ein unberechenbarer Schaden entstehen können, wenn das Feuer nicht zufällig von Pastanten bemerkt worden wäre, die das lieber« greifen auf den Wald verhindert bezw. sofort die Nachricht hierher hätten gelangen lassen. Zwei der Tat verdächtige Arbeiter sind sofort verhaftet worden. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.
vermischtes.
* Die beleidigte Ehre einer Elementarschülerin. Einen interessanten Verlauf nahm die Verhandlung über die Ehrenbeleidigung eines elsiährigen Kindes, für das dessen Vater, ein Wiener Advokat Dr. Friedrich Weil, die Klage beim Strafbezirksgericht in Wien eingereicht hatte. Angeklagt war die Wirtschafterin Agnes Wiesman. Sie hatte das Kapitalverbrechen begangen, dem kleinen Schulmädchen zuzurufen: „Wirst denn nicht das Maul halten, Fratz, grauslicher!" Die Angeklagte, die sechzehn Jahre (!) Wirtschafterin im Hause des pensionierten Oberlan- desgerichtsrats Dr. Viktor Ritter von Grohmann ist, gab zu, der Klägerin die furchtbaren Worte zugerufen zu haben, jedoch nicht in der Absicht, das Mädchen zu beleidigen, sondern um es wegen ihrer Ungezogenheit zurechtzuweisen. Das Mädchen habe sie wiederholt verhöhnt, indem es von dem Fenster ihres Kinderzimmers ihr eine lange Nase machte, die Zunge hin- ausstteckte und dergleichen mehr. Ein von dem Bezirksrichter vorgeschlagener Ausgleich scheiterte an bet Weigerung der Angeklagten, das beleidigte Kind, wie es dessen Vater verlangte, ausdrücklich um Entschuldigung zu Bitten. Der Richter ließ den von der Angeklagten angebotenen Wahrheitsbeweis, daß die Klägerin sich wiederholt ungezogen benommen habe, zu, da die Bezeichnung „Fratz" im Wienerischen für ein ungezogenes Kind gebräuchlich sei. Mehrere weibliche Bedienstete im Hause, wo die Eltern der Klägerin wohnen, bestätigten als Zeuginnen, daß die Beleidigte tatsächlich dritten Personen eine lange Nase machte, die Zunge hinausstreckte und andere
Die Macht der Gewissens.
B6j Roman von Erich Friesen.
„Gott segne Sie, junge Frau!" ruft sie, die zitternden Hände nach Ruch ausstreckend. „Meine Beine wollen nicht mehr recht — der alte Rheumatismus, Sie wissen ja — — Also es geht Ihnen ?ut —" sie tastet mit den Fingern auf Ruths Gesicht erum und nickt dann befriedigt — „ich habe gehört, daß Sie glücklich find — haben einen guten Mann, wie?"
„Den besten auf der ganzen Welt, Margret! Ich führe ihn dir nächstens mal zu. . . Aber ich habe dir auch etwas mitgebracht." Ruch öffnet ein Paket, welches sie bis dahin auf dem Arme getragen. „Fühl einmal! Ist es nicht weich und mollig?"
. „O, wie warm! Und das soll ich haben?"
„Ja, Margaret. Damit du nicht mehr frierst. Komm, laß uns einmal probieren!"
Mit flinken Fingern nimmt Ruch das große, weißwollene Tuch auseinander und schlingt es fürsorglich um die kleine, gebrechliche Gestalt.
Doch plötzlich fährt sie zusammen. Bon fern her wimmert es: „Die Sonne bringt ei an den Tag! Die Sonne bringt es an den Tag!"
Die Hand über die Augen haltend, als schmerzen sie die herabglühenden Sonnenstrahlen, geht sie dito k die Hütte hinein.
. sind Sie, Kind?" fragt von draußen her ängstlich die Blinde.
,, -Komm herein, Margaret! Die Sonne brennt so lehr"
Ruths Stimme Hingt auffallend gepreßt
' „Brennt so sehr! Brennt so sehr!" wiederholt die Blmde kopstchüttelnd, indem sie über die Schwelle humpelt. „Wie kann die Sonne zu sehr brennen!"
Inzwischen schleicht draußen eine verlotterte Gestalt vorbei. Von Zeit zu Zeit murmeln die dicken, »reiten Lippen vor sich hin: „Die Sonne bringt es *■ den Tag! Die Sonne bringt eS an den Tag!"
Ruth schaudert.
„Wer ist das," fragt sie erregt die Blinde, die es sich auf der Bank am Ofen bequem gemacht hat.
„Der Josua Fick — er ist ein bischen —" und die Alte deutet mit vielsagender Geberde auf ihre Stirne.
„Josua Fick? Ich dachte, der wäre fort!" Ruth erschrickt.
„War er auch. Aber vor ein paar Wochen ist er wiedergdommen. Wohnt wieder bei feiner alten Mutter. — War ein böser Kerl vor Jahren, hat seine alte Slutter geschlagen. Wer weiß, was er sonst noch auf dem Gewissen hat! — Ra, der liebe Gott hat ihn gestraft — hat jetzt manchmal seine fünf Sinne nicht mehr ganz beisammen."
Eine merkwürdige Unruhe überfällt Ruth. Hastig steht sie auf.
„Ich muß fort, Margaret. Ich komme ein andermal wieder! Leb' woU!"
Und schon ist sie zur Türe hinaus. Wie gejagt eilt Ruth die Dorfstraße entlang.
„Die Sonne bringt es an den Tag!" murmelte sie, unwillkürlich den Schatten der wenigen Bäume, welche die Allee umsäumen, aufsuchend. Das Sonnenlicht hat auf einmal etwas Peinigendes für sie. „Also der Josua Fick ist wieder da!" Sie wischt sich mit dem Taschentuch die Schweißkopsen von der Sttme. Dann läuft sie, so schnell wie ihre Füße sie tragen können, der Waldburg zu.
Doch bald lvird sie ruhiger. Was macht es, ob der Josua Fick wieder zurück ist oder nicht? Er ist ja verrückt! — Und sie nimmt sich vor, ihrem Manne nichts davon zu sagen. Wozu auch! —
Während der nächsten Tage ist Ruth heiter und vergnügst: sie scheint den unheimlichen Gesellen vergessen zu haben. Doch meidet sie das Dorf, lieber wählt fie Spaziergänge, welche sie in entgegengesetzter Richtung führen.
Lord Donald erwähnt Virginia nicht wieder — auch nicht bei seiner Abreise. Nur sein vielsagender Händedruck, sein bittender Blick erinnern Ruth an ihr Versprechen Am Tage nach Gilbetts Abreise bringt Armin von selbst das Gespräch auf Vjrginto
Ungezogenheiten beging. Der Richter sprach am Schluß der weltbewegenden Verhandlung die Angeklagte frei.
— Hindernisse. „Ich habe dir etwas sehr Wichtiges mitzuteilen," rief eine Dame am Fuß der Treppe, „aber mit meinem neuen Rock kann ich unmöglich Treppen steigen. Komm' doch, bitte, zu mir herunter!" — „Ach, ich möchte ja sehr gerne," rief die andere Dame, „aber mit meinem neuen Hut komme ich nicht durch die Tür!"
Handel imb Industrie.
♦ Berlin, 4. Juli 1911. Die Börse zeigte heute einen zeitweise recht lebhaften Geschäftsgang. Montanwerte und Schiffahrtsaktien fest. Elektrizitätswerte und Banken stiegen.
* Aus der westfälisch"« Textilindustrie. Man schreibt der ,Fraukft. Zig/ aus Bocholt, 2. d. M.: „Die hiesige Textilindustrie hat schon seit geraumer Zeit unter Arbeitsmangel zu leiden und sieht sich infolgedessen zu Betriebseinschränkungen genötigt. Mehrere kleinere Webereien haben bereits den Betrieb gänzlich eingestellt. Jetzt hat nun auch eine größere Firma, die Akt.-Ges. für Baumwoll- Industrie, über 100 Arbeitern, Angestellten und Meistern, gekündigt. In nächster Zeit dürften vermutlich noch verschiedene andere Fabriken Betriebseinschränkungen vornehmen."
Märkte.
* Frankfurter Getreidcmarktbericht vom 3. Juli, nach Qualität und Herkunft: Weizen, hiesiger und Im Getreidegeichäft ist die allgemeine Geschäftsunlust vorherrschend. Nach wie vor wird überall auf die guten Ernteaussichten verwiesen. Landweizen, der in guter Ware nur vereinzelt offeriert wird, begegnet trotzdem nur geringer Kauflust. Fremde Weizen kamen in den letzten Tagen in größeren Zufuhren hier an, sodaß auch hierin die Nachfrage eine kleinere ist. Roggen ist sowohl in hiesiger wie fremder Ware vollständig vernachlässigt. Hastr war ohne Veränderung. Mais bleibt in guter Warr gefragt. Meblu Futterartikel unverändert. — Es notierten Wetterauer 21.00—00 00 M-, auf dem Lande abgeholt 20.25 -20.50 M., lurhessischer 21.00—00.00 M. nord- deutscher 21.00^-00.00 M., Amerik. Redwinter 00.00 — 00.00 M., Kansas 00.00—00.00 M., russischer Nicolaieff 21.85-22.00 M., Saxonska 21.75—22.10 M., Ulla 21.90—22.25 M., Taganrog 22.00—22.25 M., La Plata 21.90—22.25 Mk., rumän. 21.75—22.00 Mark, Walia Wallo 00.00-00.00 M. — Roggen, hiesiger, 17.30 bis 17.50 M., auf dem Lande abgeholt 17.00—17.15 Mk., Pfälzer 17.60-17.75 M. russischer 17.00-17.40 M. rumänischer 17.00—17.25 M. — Gerste, hief. 00.00 bis 00.00 Mark., Pfälzer 00.00-00.00 Mk, fränkische 00.00-00.00 M., Riedgerste 00.00—00.00 M., ungarische 00.00- 00.00 M., Futtergerste 14.20 — 14.60 M. — Hafer, hiesiger und Wetterauer 18.50—19.50 Mk., kurhess. 18.75-19.50 Mk., bayer. 18.75—19.00 Mk., La Plata 17.25—17.75 Mark, russischer 18.15-19.75 Mark. — Mais (Mixed) 00.00- 00.00 Mark, Donau- matS 14.75—15.00 Mark, La. Plata 15.25—15.50 Mark, Odessa 13.74-14.25 M., Einquantme 15.25—15.50 M. — Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: ruhig. — Es notieren je nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 80.25—30.50 M., südd. Nr. 0. 30.25-30.50 M„ hiesiges Nr. 1 28.25 -28.50 M. süddeutsches Nr. 1 28.25-28.50 M., hiesiges Nr. 3 25.25 - 25.50 M., süddeutsches Nr. 3 25.25—25.50 M., hiesiges Nr. 4 22.25—22.50 M., süddeutsches Nr. 4 22.25-22.50 M. — Roggenmehl, hiesiges,Nr. 0 26.25 bis 25.50 M., do. Nr. Öl 24.25—24 50 M., do. Nr. 1 23.25—23.50 Mk. Alles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. — Futterartikel: unverändert. — Weizen- idinlen 11.10—11.30 Mk., Weizenkleie 9.75-10.25 Mk., Roggenkleie 10.25—10.50 M., Weizen-Futtermehl 13.75 — 14.50 M., Biertreber, getrocknet, 11.75—12.00 M., Malzleime 11.50-12.50 M„ Rapskuchen 12.50—13.00 M., Palmkuchen 11.70—12 50 M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von 10000 Kilo.
* Frankfurter amtliche Notierungen der Biehmarkt- preise vom 3. Juli 1911. Auftrieb: 1371 Rinder, 563 Ochsen, 80 Bullen, 728 Färsen und Kühe, 210 Kälber, .174 Schafe, 1906 Schweine. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen: a. vollfleischige, auSgemäftete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt (Lebendgewicht) 49—55 Mark, (Schlachtgewicht) 89—95 M., die noch nicht gezogen haben (vngejocht) iLebendgewicht) 00—00 M., (Schlachtgewicht) 00—00 Mark, b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere auSgemästete (Lebendgew.) 45—48 M., (Schlachtg.) 81-87 Bk., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere (Lebendgew.) 39—43 M., (Schlachtgew.) 72—79 Mark, d. gering genährt« jeden Alters (Lebendgew.) 00-00 M., (Schlachtgew.) 00-00 M. 8. Bullen: a. vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes
(Lebendgew.) 45—48 Mark, (Schlachtgew.) 75 -88 M., b. vollfleischig« jüngere (Lebendgewicht) 40—44 Mark, (Schlachtgew.) 66—73 M., c. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere (Lebendgewicht) 00— 00 Mark, (Schlachtgew.) 00—00 M., d. gering genährte (Lebdgew.) 00-00 M., (Schlachtgew.) 00 -00 M. 6. Färsen und Küh«: «. vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schtochtwertes (Lebendgew.) 44-47 Mark, (Schachigew.) 79—85 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis m 7 Jahren (Ldqew.) 43—46 M., (Schlachtgew.) 80—83 M., c. 1) wenig gut entwickelte Färsen (Lebendgew.) 40—43 M., (Schlachtg.) 80—83 M., do. 2) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe (Lebendgew.) 36-41 M» (Schlachtgew.) 67—76 M., d. mäßig genährte Kühe u. Färsen (Lebendg.) 30—35 M., (Schlachtg.) 60-70 M., e. gering genähtte Kühe und Färsen (Lebendgew.) 23—25 Mk., (Schlachtgew.) 52—57 M. D. Gering genährtes Jungvieh (Fresser) (Lebendgew.) 00—00 M., > Schlachtg.) (00—00 M. Kälber: a. Doppelender feinste Mast (Lebendgew.) 00 — 00 M., (Schlachtgew.) 00—00 M. b. feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste Saugkälber (Lebendgew.) 00—00 M., (Schlachtgew.) 00-000 M., o. mittlere Mast- und gute Saugkälber (Lebendgew.) 52—57 M., (Schlachtgew.) 88—96 M., d. geringe Saugkälber (Lebendgew/ 43—51 M., (Schlachtgew.) 81-86 M. Schafe: A. Stallmastschafe: a. Mast- lammet und jüngere Masthämmel (Lebendgew.) 42—00 Mk., (Schlachtgew.) 88—00 M., b. ältere Masthämmel und gut genährte Schafe (Lebendgewicht) 00- 00 M., (Schlachtgew.) 00—00 M., c. mäßig genährte Hammel und Schafe (Merz-Schafe) (Lebendgewicht) 00 —00 M., (Schlachtgwicht) 00—00 Mark, d. Marschschafe oder RiederungSschafe (Lebendgew.) 00—00 M., (Schlachtgew.) 00—00M. B. Weidmastschafe: —. Schweine: a. vollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 47—49 M., (Schlachtgew.) 61—63 M., b. vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 47-49 M., (Schlachtgew.) 60 - 62 M., c. vollfleffchige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 46—48 M., (Schlachtgewicht.) 60—62 M., d. vollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 46—48 M., (Schlachtgew.) 58—. 60 Mark, e. Fetischweine über 150 kg Lebendgewicht (Lebdgew.) 00 -00 M., (Schlachtgw.) 00-00 Mark, k. unreine Sauen und geschnittene Eber (Lebendgew.) 00-00 M., (Schlachtgew.) 00—00 M. — Bon den Schweinen wurden am 4. Juli verkauft: a. Lbdgew. zum Preise von 49 M. 30 Stück, von 48'/, M. 36 Stück, von 48 M. 146 Stück, von 47'/, M. 144 Stück, von 47 Mark 110 Stück, von 46'/, M. 5 Stück, von 46 M. 7 Stück, von 45'/, M. 0 Stück, von 45 M. 0 Stück; b. Schlachtgewicht zum Preise von 66 M. 4 Stück, von 65 Mt. 20 Stück, von 64 M. 37 Stück, von 63 Mk. 29 Stück, von 62 M. 179 Stück, von 61*/, M. 11 Stück, von 61 M. 90 Stück, von 60V, M. 5 Stück, non 60 M. 56 Stück, von 59 M. 41 Stück, von 58 M. 77 Stück, von 57 M. 16 Stück, von 56 M. 00 Stück. — DaS Rindergeschäft verlief schleppend, es bleibt, voraussichtlich Ueberstaud. Der Kälber- und Schaft, handel gestaltele sich ruhig.
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Reklame»- und Anzeigenteil.
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zu gönnen,
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die, regelmäßig genommen, ihm ausgezeichnetbekommenwerden. Scotts Emulsion läßt sich im Sommer ebensogut nehmen wie im Winter. DieAnnahme, sie sei zu dieserZeilweniger verdaulich, ist ein großerJrrtum und nur für den gewöhnlichen Tran berech-
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In die Sommerfrische kann leider nicht jeder, aber häufig wird er doch in der Lage sein, sich während des Sommers einige Flaschen ScottS Emulsion
Nur echt mit bi*« tigt. Der große Verbrauch von Scotts Emulsion in den Tropen U” ist ein schlagender Gegenbeweis.
Scotts Emulsion wird von uns ausichltetzllch im iroßen verlonft und zwar nie lofe m ch «ewicht oder Maß, sondern nur in versiegelten OriatpvlNasche» ta Karton mit unterer Schutzmart« (ffsicher mit dem Darlch). Stott u. vowne, ®. in. b. H. Frankfurt a. M.
Bestandteile: Feinster SlebUincMebettror iM>,o, prima «lyzern, 50.0, nnlerphasphorlgMurer »alt 4,8, Miterpho«. SSotiftiaare« Natron 1,0, pa'o. Tragant 8,0, ieinfter arab. stimmi univ- 2,0, destill. Mauer 139,0, Alkohol 11,0. Hierzu aromaiiii' e Emulsion mit Zimt, »anbei« und Gaultheriaöl ie z Jtopittr.
Forster. Er schlägt seiner Gattin vor, die ganze Angelegenheit ihm zu überlassen; er werde alles nach ihrem Wunsche ordnen.
„Und auch dafür sorgen, daß Frau Forster die Jahresrente annimmt?" bittet fie.
„Ja, mein Herz."
„Und — und —* sie stockt.
„Run?"
„Sei, bitte, recht rücksichtsvoll zu ihr! Du weißt, sie ist unglücklich durch — durch —"
„Durch uns, willst du sagen", vollendet er spöttisch. „Ich werde also in der rücksichtsvollsten Art und Weise Frau Forster untertänigst bitten, fierhun- bert Pfund Sterling Jahresrente allergnädigst von dir annehmen zu wollen. — Wann wirst du endlich lernen, mit ruhiger Ueberlegenheit der Vergangenheit zu gedenken, Ruth?"
„Nie! nie!" entringt es sich angstvoll ihren Lippen. „Ich versuche es immer wieder — aber es geht nicht."
„Die Zeit wird kommen, mein Weib. Bist du nicht glücklich?"
Er breitet die Arme aus. Mit einem Jubelruf stürzt sie an seine Brust. Es ist, als ob fie Schutz suchen wolle vor dem sich immer wieder regenden Gewissen.
25. Kapitel.
In einer der billigsten Straßen int Osten von London hat Frau Forster eine kleine Wohnung gemietet. Die Häuser hier ähneln einander wie ein Ei dem andern. Eine schmale ziemlich steile Treppe, enger Flur, jede Etage drei Ummer nebst Küche, an Mobiliar nur das Allernotdürftigste — welch herzergreifender Unterschied zwischen dieser ärmlichen Behausung und der Waldburg! An dem einen Fenster des kleinen Wohnzimmers sttzt Frau Forster mit einem Buche in der Hand. Doch fie lieft nicht; immer schweifen ihre Augen hinüber zu dem anderen Fenster.
Dort beugt sich Virginias dunkler Kopf über eine Näharbeit; eifrig fliegt dir Nadel durch das weiße Linnen.
(Fortsetzung folgt)
„Du nähst zu viel, mein Kind", läßt sich jetzt Frau Forsters müde Stimme vernehmen. „Du wirst dich krank machen."
„Nur noch diese eine Schürze, Mama! Dann ist das Dutzend voll."
Kleine Pause.
Frau Forster öffnet mehrere Male die Lippen, schließt fie aber immer wieder. Endlich faßt fie Mut.
„Willst du wirklich schon nächste Woche ins Pau. luSstift eintreten, Virginia?"
„Ja, Mama — nächste Woche."
„Ich hoffe, du wirft dich dort glücklich fühlen, mein Kind."
„Ich werde anderen nützlich fein, Mama."
Frau Forster schluckt tapfer eine Träne hinunter. „— und würdest dich doch einsam fühlen, Kind.
Sirginia läßt dir Arbeit in den Schoß finken und hebt den Kops. Sie hat stch sehr verändert. S)a8 Gesicht ist schmäler und bleicher geworden; die sonst so lachenden braunen Augen blicken tiefernst, fast ftreng.
„Gewiß habe ich daran gedacht", erwidert fie ruhig. „Aber du wirst nicht mehr vereinsamt sein, als wenn ich — Lord Donald geheiratet hätte."
„Doch — dann könnte ich dich manchmal besuchen —"
Und würdest dich doch einsam fühlen, Mama."
Frau Forster seufzte.
„Ach, früher warm wir auch arm und doch glücklich, mein Kind!"
C damals!" Ein wehmütiges Lächeln umspielt Virginias Lippen. „Damals war alles mders.
„Was ich tat, geschah für buh, mein Kind!
Ich weiß es, Mama."
'Virginia, du hast mich nicht mehr lieb!" schreit die arme Mutter auf.
.Doch, Mama, ich habe dich noch lieb. Aber hier — sie beutet auf die Brust — „ist etwas tot m mir." '^*4