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58. Zahlgang.

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Iein Mann, der Sozialdemokrat oder Anar­chist gewmden wäre, durchaus Vortragender Rat im ? - f- -1- f 9tT3 1M Xött

5840Fr.V. 6016 1999 All. 10633

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Zweitens bleibt mir unverständlich, wie die wohlversorgten Wortführer des Unglaubens von

3445D.Bp.7804 2 554 Ml 8734 4919 Freis. 1663

nahmen.

In Oesterreich hat der Ausgang der Wahlen einen Wechsel im Ministerium zur Folge gehabt. Außer dem Handelsminister Weißkirchner und dem Eisenbahnminister Glombinski hat auch der Minister­präsident Frhr. v. Bieuerth seine Entlassung genom­men. Das Kabinett in seiner Gesamtheit ist nicht demissioniert; Frhr. v. Gentsch, der Nachfolger Frei- Herm u. Bieuerth, will mit dem bisherigen Ministe­rium in seiner jetzigen Gestalt die Geschäfte weiter füh- rai. Ob ihm das gelingen wird, ist eine andere Frage, denn die ganze politische Lage ist noch ziem­lich verwarren. Im Lager der „Sieger" herrscht ziemliche Kopflosigkeit, weil man sich der so plötzlich u«gestalteten politischen Situation nicht gewachsen fühlt. D«S neue Kabinett dürste übrigens kaum über tine sichere Mehrheit verfügen, wenn, wie es den An­schein hat, die Christkich-Sozialen sich zur Opposition schlagen.

Wir halten es mit den alten Aposteln, die Nicht sich selbst gesandt hatten, sondern von dem Erlöser gesandt worden waren. Es gibt jetzt leider viele Leute, die es bester wissen wollen, als Petrus und Paulus und die anderen Abgesandten des Auf­erstandenen. Es tun sich mit großem Geräusch und starkem Anhang moderne „Apostel" ans, die das predigen, was ihnen einfällt. Nun haben wir ja bei uns zu Lande volle Glaubens- und Gewissens­freiheit, auch Preß- und Redefreiheit. Man kann niemand hindern, so „aufgeklärt" zu werden, wie es ihm gut scheint, und wer sich selbst für einen ,Höheren" Apostel hält, aks die alten Apostel, der kann in Büchern oder Versammlungen feine Mei­nung frei äußern. Nur 2 Dinge bleiben mir unver­ständlich:

Erstens: wie ein Mann, der weder an Christus Noch an einen persönlichen Gott glaubt, durchaus ein Pfarrer und Prediger in einer christlichen Kirche bleiben will. Das ist so ähnlich, als wenn

4345 Ml.

8121 „

6706 „

2 565 „

3059 „

Als «och wenig« gefestigt bezeichnet die ,Frankf. Ztg/ die 14 Wahlkreise, in denen das ~ ‘ 1907 erst in der Stichwahl siegte. _ . von ihnen erhielt es bei der Hauptwahl 40 dis 50 Prozent aller abgegebenen Stimmen, während es in vier dieser Wahlkreise untet 40 Prozent der ab­gegebenen Stimmen aus sich vereinigte. 1907 stellte ich hi« das Zahlenverhältuis folgendermaßen (die eingeklammerten Ziffern zeigen den Prozentsatz der Zentrumsstimmen zu den Gesamtstimmen an):

werden kann:

Köln-Land . . .

Mülheim - Gum-

merSbach . . .

Nachwahl 15.2.10.

Krekld . , . .

Rosenheim . . .

Kronach ....

Schweinfurt « .

Augsburg . . .

Konstanz. . . ■ Schopfheim-Walds

Hut . . . . .

Lahr-Wolfach . .

Kehl^Offenbnrg .

Gebweiler . . .

9890 Rsp. 6023

451 Kons. 4 935

Polen 8497 6471 NU. 13909 7246 „ 14872 die Zentrums«

Köln-Stadt . .

Düsseldorf . .

Essen .... MoerS-Rees . . Germersheim . Zweibrücken. . Würzburg. . .

Jmmenstadt . - Donaueschingen. Freiburg - Wald­kirch ....

Retchenbach-Nen- rode . . .

Groß - Stichle»- Kose! . . .

Osnabrück . .

Unpolitische ZeitlSuse.

(N.) Berkin, 29. Juni 1911.

(Rachdruck verboten.)

Zunächst allen Leser und Leserinnen, die Peter ober Paul oder Petra oder Paula heißen, einen schönen Glückwunsch zum Namenstag e. Möo^n sie sich des hohen Namenspatrons nach besten Kräf­ten würdig erweisen!

Ztr. 27 910 Soz.

„ 19958 „

„ 20238 „

„ 15964 „

„ 14996 „

„ 12848 „

„ 10568 „

„ 16961 „

„ 14327 ,„

' „ 13 436 „

„ 11495 „

„ 11849 „

. „ 6 843 ,,

Ziemlich überraschend, wenn auch nicht unerwar­tet kam der Sturz de» Ministeriums Monks in Frankreich. Dar Ministerium galt von allem Anfang an als ein Verlegenheitsministerturn und hat in der kurz« Zett seine» Bestehens unaufhörlich mit inneren Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Die Situation des Kabinett» Moni» wurde unhaltbar mit dem jähen Tode be8 KriegSmintsterS Berteaux, der die Säule des Ministeriums war. Seinem Nachfol« g«, Goiran, iwtr es vochehalten, den Stein des An- :oße» zu bilden, an dem da» Schffflein Monis schei­tern sollte. Die eigmüiche Ursache des Sturzes ist indessen darin zu suchen, daß die Freunde einer Wahlreform zugunsten b« Proportionalwahl neulich r der Kammer einen Erfolg errangen. Die Folge war daß die Rsdikalen von der Regierungsmehrheit bei bet ersten sich bietenden Gelegenheit zur Oppo- ition übergingen und damit das Schicksal Monis be- iegelten. Inzwischen hat Monis in bet Person de» bisherigen Finanzministers Caillaux bereits einen Nachfolger erhalten. Auch bte bisherigen Minister Cmppi und Dckcaffö werden dem neuen Kabinett

angeböten. ____ „

In England brachte die verfloffene Woche die Krönung Königs Georg. Die mit großer Pracht abgehaltenen Feierlichkeiten find in harmonischer Weife verkaufen. Wir Deutsche dürfen mit Freude und Genugtuung Tenftafieren, daß dem deutschen Kronprinznkpaar sowohl von amtlichen Kreisen wie von der Bevölkerung ein recht herzlicher Empfang zuteil wurde. T

Auf dem Balkan ist die Situation trotz aller Vorstellungen her Mächte und trotz allen Entgegen­kommens bet Türkei äußerst bedrohlich. Auch die Reise des Sultans hat nicht den erhofften Erfolg ge- habt. Die aufftändischeii Albanesen haben sich nicht unterworfen, sondern sie haben im Gegenteil die Tür­ken wiederholt angegriffen. Die eigenlliche Ursache bet Halsstarrigkeit der Albanesen ist offenbar in der Unterstützung zu suchen, die Montenegro ihnen ganz offenkundig gewährt. ES scheint, daß die Türkei die Geduld verliert. Der tückische Oberbefehlshaber in Albanien hat die Weisung erhalten, die Mbanesen nachdrücklichst zu verfolgen und, wenn nötig, auu) die montenegrinische Grenze zu überschreiten. Dieser Beseh! kommt, wenn er zur Tat wird, einer Kriegser­klärung gleich. Wenn Mmckenegro sich bisher allen Mahnungen der Mächte gegenüber verstockt gezeigt hat, so trägt daran ganz unzweifelhaft die zweifelhafte Haltung Rußlands in der Balkanfrage die Schuld. Montenegro rechnet offenbar damit, daß es von Ruß­land nicht im Stich gelassen wird, sonst würde es kaum die Keckheit haben, sich dem Willen der Mächte zu widersehen. Aber etwas mehr Entschiedenheit seitens der Mächte täte doch Rot. Das Zuwaften nützt nichts, sondern macht die Situation nur noch gefährlicher.

In Bulgarien hat König Ferdinand eine recht unangenehme Ueberraschung erlebt. Bei der Er­öffnung des neu gewählten bulgarischen Parlaments, in dem die Negierung eine überwältigende, Mehrheit besitzt, kam es zu heftigen Lärmfzenm, die ihre Ur­sache in dem Protest der Opposition gegen die Eröff­nung der Sobronje durch König Ferdinand hatten. Die Opposition suchte den König zu hindern, die Er­öffnungsrede zu halten. Die Mehrheit scharte sich je­doch um ben König, der dann feine Rede halten konnte. Die Angriffe hoben sich mehrfach wiederholt: einer der Oppositionellen ging fogar so weit, daß er den König des Meineides bezichtigte und et» Tadels- Votum gegen ihn beantragte.

JnMargkko ist die Lage unverändert. Fran­zosen und Spanier fahren unentwegt fort, sich in Ma­rokko häuslich einzurichten. Doch scheint sich zwischen den beiden Rivalen eine gegenseitige Nachgiebigkeit vorzubereiten. Die Franzosen hoben wenigstens ihre Truppen, die sie in der Nähe der svanischm Stellung bei Alkaffas postiert hatten, zurückgezogen.

D« Großblockkalkül bet »Franks. Ztg/ geht mm dahin:

Man tarnt in solchen WaWreisen (in denen die Nationalliberalen den Ausschlag geben) nur mit einer Niederlage de» Zentrums redeten, wenn schon der llebergcmg der Hälfte der nationallibera­len Stimmen auf die Sozialdemokratia genügt, das Zentrum z» Fall zu bringen. Solche Fälle dürsten ht Köln-Land und Krefeld eintreten, wo mit einer starken Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen zu rechnen ist. Gut begründete Aussicht be» ieht also, das Zentrum in Köln-Land, Krefeld, Schweinfurt, Konstanz, Schopfheim, Waldshut, Lahr« Wolfach, Kehl-Offenburg und Gebweiler zu Fall, zu bringen. Von diesen acht Wahlkreisen würden dann drei (Köln-Land, Krefeld und Gebweiler) der Sozial­demokratie, biet (Schweinfurt, Konstanz Schopfheim Waldshut und Kehl-Offenburg) den Rationalliberalen und einer (Lahr-Wolfach) der Fortschrittlichen Volks. Partei zufallen.

# Die Festigkeit -es Zentrmns- turmes.

Die »Franks. Ztg/ macht in R . 165 ans Grund des wahlstatistffchen Ergebniffes der letzten allge­meinen Reichstagswahlen von 1907 eine Rechnung

Z. 17 859(40%) k,. 15 661 Ml. 10 844 „ 29259(41,,) „ 25 339 „ 14664

39634(42») 16 358(48») 8485(44») 12467(41»,) 10022(40») 12013(48») 11911(49») 13 495 (44 „)

6955(30») 7406(35») 13 559(37») Hamm-Soest . . » 12789(33») Wenn in diesen Wahlkreisen nennet geschlossen auftreten würden, dann fei das Zentrum zu werfen, „e8 dürfte* — so meint die Arcmkf. Ztg.- - »demnach fraglich sein ob das Zentrum auch nnr einen von dresen 14 Wahl­kreisen zn halte» vermag".

Allerdings: Wen» . . .!

Man soll im übrigen nicht prophezeien, denn, so meint selbst die ,Franks. Ztg/:

„Der Zentrum» türm muß schon noch stärkere« Belastungsproben aU denen, welche ihm durch die ReichSstnanzreform deS schwarz-blanen Blocks auserlegt wurden, ausgesetzt werden, um ernstwch tnS Wanken -u geraten. Das haben deutlich genug dtrienigenNach- wahlen bewiesen, die nach der Annahme der Reichs finanzreform in solchen Wahlkreisen stattfanden, dteals unbezwingbare Zentramsburgen gatten nnd auch weiter­hin zu gelten haben."

Sehr richtig l Die bisherigen Nachwahlen haben dem Zentrum — von Jmmenstadt (Allgäu), wo besondere Verhältnisse herrschen, abgesehen — keines, wegs geschadet, man konnte eher da» G egen teil nachweisen, während die Liberalen etn Mmidctt nach dem andern an die Roten verloren. Doch das ist nach Ansicht der ,Frankf. Ztg/, deren Herzens Sehnen muh dem Großblocke geht, wohl ztemlrch gleich Ob rot, ob liberal, in der Kulturgemem- schaft veS Großblocks sind alle Katzen grau.

Wendung an ihrem Gedenktage, daß tetr oas 11 sionswerk unterMtzen.

Auch heute muh es noch Apostel geben, bte in alle WAt gehen und alle Völker Ich««. Heute erst

vesHcher Reich.

.:. Die Vorarbeiten für den wwt Etat ßhrritsk tüchtig voran, sodaß da» Reichsschatzamt Ende Juli alle Voranschläge erhalten wich. I« ^tnzelnen Ressorts scheint man jetzt wieder au» dem Vollen schöpfen zu wolle» da die Wmm^n M bessern; das Retchsschotzamt soll nur einige Schock Rotstifte kau­fen und tüchtig obstreichen.

* Der Krach im .Haus«bunt». Boickier Ludwig Delbrück, do» bekannte HetralhouSmitgüed, ist aus dem Hanfobund ausgetreten. Delbrück ist beim

alle Welt gehen und alle Völker leh««. Perne recht, denn wir stehe» im Zeitalter des D e rU H S und der Kolonien. D« »-mi^lbarchom Er-

Märtyrertum reden können. Am heutigen Tage, wo wir an die Kreuzigung Petri und die Ent­hauptung Pauli denken, klingt tote verletzender Hohn? wenn ent Mann, der 6000 =M, Ruhegehalt bezieht und reiche Honorare von feinen Freunden in Aussicht hat, als „Märtyrer" bezeichnet wird.

Ach, die Apostel Christi hatten es doch etwas schwerer, als die modernen Apostel des Freidenkr- tums!' Ehe sie ihr Blut vergossen, hatte» sie unge­heuere Mühsale auf ihren beschwerlichen Reisen $n überwinden, die aufreibendste Arbeit zu leisten fn der allmähligen Bekehrung, der Sammlung mtd Ordnung und Versorgung der weit zerstreuten, meist schwachen und armen Gemeinden, und obendrein die wiederholte Einkerkerung mit Rutenstrafen und Todesandrohung zu ertragen. Wi» wissen ja alle, wieviel aufreibender die Tätigkeit eines Missio­nars im fremden Lande ist, als die Ausübung des geistlichen Amtes in einer geordneten Heimatsge­meinde. Mer was die Apostel seiner Zett zu (etilen und zu dulden hatten, das geht noch wett hinaus über die Last eines Misstonars in der Neuzett.

Auch vom rein menschliche« Standpunkt aus betrachtet rft die Wirksamkeit der Apostel, bte das Kreuz in die verstockte damalige.Wett trugen und mit ihren unglaublich geringen Hilfsmitteln m die gewaltigsten Hindernisse Bresche legten, beiMN- derungswert ttn höchsten Grade. Wer all ihre Rei­sen und Arbeite», die Mühsale und Serben, dteErck- taufchunqen und die Unverdrosienhett sowie süftretz- lich die erzielten Erfolge an seinmi AtM voricher- gchen läßt, der muß staunen über die Kraft de« Kör­pers und des Geiste», bte tn diesen von Natur so einfachen Leuten sich entfaltet hat.

Qu dieser Bewunderung müssen alle Christen noch innigste Dankbarkeit fügen Wenn wn uns freuen an dem Segen, den das Christentum den Völkern, den Familien, den einzelnen Herzen ge- bracht, so wollen wir nicht vergess«:, daß me Aposwl uns diese Wohltat vermittelt haben, m erster Lime die beiden Apostelfürsten: der erste Papst und der erste unb größte Kirchenlehrer.

Die Dankbarkeit gleicht einem Scheck, der (einen wahren Wert erst durch die Einlösung erlangt. Was

2259 » 9863

6282 » 10519

Aber auch diejenigen Christen, die anders be­nannt sind, gehören den beiden Apostrifürsten an. Was am 29. Juni gefeiert wird, ist mehr als em Heiligenfest. Es ist ein G r u n d f e st der .Kirche. „Eine heilige, katholische und apostolische Kirche". Zu Pfingsten trat der katholische Charakter der Kirche in den Vordergrund. Heute erkennen und bekennen wir auss neue, daß die Kirche a p o st o- lisch ist in ihrer Entstehung und daß sie aposto­lisch bleiben soll in dem treuen Festhalten an der Autorttät des hl. Petrus und an der Lehre des hl. Paulus. Auch nach fast 1900 Jahren gilt noch das Wort: Wer euch hört, (die Apostel), der hört

auf, um den »Z entrum Sturm auf seine Widerstandsfähigkeit zu untersuchen".

DaS Frankfurter Blatt deS Großblocks kommt zu dem Ergebnis, daß der Zentrumsturm »durch- ; auS nicht so fest gefügt" sei, »wie e» das Zentrum ; glauben machen" möchte. 25 von seinen Wahl- , helfen, d. h. ein Viertel seine» jetzige« Besitz« ( standeS, seien »stark bedroht", und »in 20 von diesen Wahlkreisen eröffnen sich den liberale» Par« : teien und der Sozialdemokratie die besten Aus­sichten, daS Zentrum zu werfen".

Im einzelne» lautet die Rechnung der ,Fraskf- Ztg/ also: Bei den allgemeinen Reichstagswahlen von 1907 eroberte daS Zentrum, abgesehen von einigen Wahlkreisen ht Elsaß-Lothringerr, von beten Abgeordnete» man nicht genau weiß, ob es »Pro­testler oder rein Klerikale" sind, 101 Reichstagssitze. Von diesen Mandaten holte eS sich 87 schon bei der Hauptwahl. In 14 Wahlkreisen ist es chm dagegen erst in der Stichwahl gelungen, das Mandat zu erobern. Von de« 87 Wahlkreis«^ tn denen das Zentrum 1907 schon im ersten Wahl- gange Sieger blieb, vereinigte es auf feinen Kandt- buten ht 12Wahlkreisen mehr als 90 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Es sind das 4 rhein­ländische, 5 westfälische, 1 ostpreußischer, 1 schlesi­scher und 1 württembergifcher Wahlkreis. In wet­teren 14 Wahlkreisen betrag die Stimmenziffer des Zentrums 80-89, in 22 Wahlkreisen 70—79 und in 21 Wahlkreisen 60-69 v. H. aller abgegebenen Stimmen. Auch hier kommen neben Süddeutsch­land hauptsächlich die preußffche« Provinzen Rhem- land, Westfalen und Schlesien in Betracht.

Bezüglich dieser Wahlkreise bemerkt die .Frank- ^vorstehend anfgesührten Wahlkreise (da- runter auch Fulda) dürften aller Wahrscheinlichkeit nach auch bei den bevorstehenden Reichstagswahlen dem Seatrum wohl schon im ersten Wahlgange zufallen, ie find e», die den eigentlichen Zentrumsturm bilden, die eigentlichen einstweilen noch unerschutterlil^n Hochburgen des Zentrums. Gesagt werden muß dabet allerdings, daß dem Zentrum in den weitaus meisten dieser Wahlkreffe bisher gar kein ernsthafter Gegen­kandidat gegenübergestanden hat. Die gegnerüchm Parteien des Zentrums begnügten sich in diesen Wahl­kreisen mit Zählkandidaturen. Sollten aber bei bat nächsten Wahlen dem Zentrum hier und da ernsthafte Kandidaten gegenüber gestellt werden, so wird e$ doch kaum in einem dieser 69 Wahlkreise g-lmgem das Zentrum aus dem Sattel zu hebe«. Zweifelhaft kann nur sein, ob es gelingen könnte das Zentrum in diesem ober jenem Wahlkreise in die Stichwahl zu drängen.

„Anders aber", so kalkuliert das Großblock, blatt weiter, „verhält es sich schon mit 18 Wahl- kreisen, in denen das Zentrum bei den Wahlen 190/ nur mit 50,1 bis 57 Proz. aller abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgange stegte." Hier durfte das Zentrum „bei den bevorstehenden Wahlen aller Wahrscheinlichkeit nach durchweg in die Stichwahl gedrängt werden." Es find das folgende Wahlkreise, in denen 1907 dem Zentrum „ernsthafte Gegner" gegenüberstanden:

Rosenheim (Bayern), Konstanz, Unterwesterwald- St. Goarshausen, Neuwied (Rheinland), Kronach, Schopfheim-Waldshut, Gebweiler (Elsaß-Lothringen), Kitzinqe» (Bayern), Köln-Land, Krefeld, Augsburg, Lahr-Wolfach, Rattbor, Straubing (Bayerns Schwem- surt (Bayern), Kehl-Offenburg (Babew, Mül heim - Gummersbach, Pfarrkirche».

Als sicher nimmt die .Franks. Ztg/ an, daß das Zentrum von diesen 18 Wahlkreffen wenigstens in folgenden zwölf in die Stichwahl gedrängt

kehrsmittel der Neuzett in den Dienst der gchellt werden. Die Missiona« kEenjDett jau - areifen, ohne den notwendige» Rückhalt einzubutzen. Freilich erfordert die Benutzung oller moderne« Verkchrsmttel und sonstiger Hllfsmtttel G e l d, da bietet sich den dankbaren Christen der einfache Weg, sich als Helfer des Apostolats gu betätige». Also hinein in die Missionsvereine; auch die Kinder schon in den Kindhett-Jesu-Verem. Aus ben Viennigen vieler kleiner Leute werden große Summen, die das Reich Gottes auf Erden aufbauen helfen. Wtt dürfe» u»s nichtzergeLDen KuS haben die proteftantiscken WettbÄverber s2r reiche Geldmittel, welche die tticholischen Missw !2 ÄLe zu schiebe» drohei^ und zweckens fft unser Vaterland jetzt 'S Kolonialreich ?e-

LSs Glaubens In unser» äolonreu zu Wen.

So wett meine ^-0^» mochte

'ch u°ch OTenQUfff^aWat des S^isters, der hcL Dabei läßt sich wirk- TiA noifi überlegen, ob und tott auch der rmsoche K-«anckmÄ Apostel spiele» tont in seiner F-« mille. in seiner Bekanntschaft, in seiner Gemeinde. Durch ein gutes Wort zur' rechten Zett und vor allem durch ein gutes Beispiel.

wochen-Rundschau.

[:] Fnlda, 30. Juni 1911.

Die beiden Häuser des preußifichra Landtag» sind am Mittwoch in die Ferien gegangen. Die letzte Sitzung des Abgeordnetenhauses wuchs sich pi einer großen Radausihuug aus. RattonaNiberale, Frei­sinnige und Sozialdemokraten Hand in Hand machten durch die unsinnigste Obstruktion jede» wettere «Er­handeln unmöglich. Durch die fadenscheirckg^i Ge­schäftsordnungs-Debatten zwangen sie den Präsiden­ten, die Sitzung zweimal zu unterbrrchm und neue Sitzungen anzuberoumen. Bei der dritten Sitzung machte ihnen der konservative Graf Pappeuhrim die­ses Verhalten zum Vorwurf unb sagte, sie handelten unter dem unheilvollen Einfluß des als Krakehler be­kannten fozialdemokrattfchen Abg. Hoffmann. Ein Jndianergcheul, durchsetzt mit Ausdrücken, wie: Ge­meinheit, Flegelei, durchtobte de» Saal. Dem Prä­sidenten warfen sie Mogelei vor. Nachdem sie so eine Zeitlang ihre „Bildung" aller Welt geoffenbart, er­folgte plötzlich die Mckteikung, daß der Reichskanzler um 5 Uhr die Session schließen werde. Darauf neues Toben der gesamten Linken, dem erst bte Schließung der Session ein Ende machte. Kurz vor Toresschluß kam noch) der steisinnige Wahlrechtsantrag im preu­ßischen Abgeordnetenhause zur Besprechung. Aber die freisinnige Mtion endete mit einem Fiasko für die Antragsteller, beim der Antrag wurde durch ein in­direktes Verschulden der Nationalliberalen abgelehnt. Diese beantragten zu beiden Tellen des Antrages Ab­änderung. Die Konservativen, welche von ihrem Standpuntte aus den Antrag werfen wollten, b«- kämpftm den nationalliberalen Abänderungsantrag, sodaß dieser ab gelehnt wurde. Nun waren die Na- twnaUiberalen nicht mehr in der Sage, für dm frei­sinnigen Antrag zu ftimmm, und da auch die Kon- servativm geaen den freisinnigen Antrag stimmten, fiel der ganze Antrag. Das Zentrum stimmte für den freisinnigen Antrag, foweit er sich auf das Reichstags- Wahlrecht bezieht, lehnte ihn aber hiusichllich der an- derwellen Wahlkreisemtellung ab.

Durch die Verurteilung des steireligiöseu Kölner Pfarrers I a t h o ist die evangelffche Kirche in einen peinlichen Kampf hinein geraten. Daß die Amtsmt- fehung berechtigt war, kann kein gläubiger Christ be- zweisekn. Ein" Mann, der den Gottesbegriff Christi ablehnt, der offen erklärt, daß er ohne Jesus auskom- men könne und für den Christus nur die „Idee des Genius der Menschheit" ist, gehört nicht auf ben kirchlichen Lehrstuhl. Für das Christentum fann eine solche Reinigung nur von Vorteil sein, wenn sie auch gleichzeitig bebauerlicherweife durch das Aergernis, das der Welt gegeben wird, zur weiteren Entchristli- chung beiträgt Der ganze liberale Blätterwald hallt natürlich wieder von ben Entrüstungsstürmen, bie au: liberaler Seite inszeniert wurden. Blätter, die von kirchlichen Dingen kaum eine Ahnung haben, unb die jede Gelegenheit benutzen, dem Christentum eins aus­zuwischen, sind dabei die größten Schreier, sie tragen bie größte Entrüstung zur Schau darüber, baß man es wagte, einen Geistlichen wegen feines „Glaubens" dis Amtes zu entsetzen. Man sieht, genau derselbe Rummel wie seinerzeit bei der Borromäusenzyklika u. dem Modernisteneid, wo gleichfalls die, die die ganze Sache am wenigsten anging, den Mund am vollsten

Hilst die Verehrung und Bewunderung der Apostel, wenn man nicht stramm und treu zur apostoit« scheu Kirche steht? Und da bk Apostel Mtfsio- n a r e waren, so ergibt sich die besondere Nutzan«

17310 Ml. 7711

8538 „ 11218

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königlichen Ministerium bleiben wollte. Als in den siebziger Jahre« bk Maigesetze fabriziert wurden, da machte man auch für Preußen ein Gefetz über den Austritt aus der Kirche. Es war längst nicht das schlechteste der damaligen Gesetze: Viel­leicht hatten die Kultnrkämpfer vow damals den Hnckergedanken, daß recht viele „Katholiken" von dem regulierte» Ansgangswege Gebrauch machen würden. Es kam ftettich anders- die Austrittsbe­wegung wurde zettwellig von den sozialdemokratischen Agitatoren in Fluß gerächt zum Schaden für die protestantische Landeskirche. Darüber empfinden wir jedoch durchaus keine Schadenfreude. Im Gegen- tefl halten wir es für ein Unrecht gegen Frau unb Kinder, wenn ein Mann, der in feinem Glaube» unb religiösen Leben in Verwirrung geraten ist, das Tischtuch zwischen feiner Kamil« und der Kirche zer­schneidet und so auch seine RachkomuMN um den Segen des chrfftlichen Glaubens bringt Es ist auch schon leichtsinnig. Wenn er durch einen Austritt sich selbst dir Rückkehr zum Glauben und zur alten religiösen Uebung erschwert; beim wer vom Glau­ben zum Unglauben sich „entwickelt" hat, der kann bei wetterer Ausbildung seines Denkens und ^uh- lens auch seine Berirrange» überwinden unb Heim­weh nach dem alten Frieben bekommen. Anbers liegt aber die Sache bei Predigern des Unglaubens, bie ihre Stellung innerhalb der Kirche und die Amts­mittel, die ihnen s-Z. im Vertrauen übertragen wor­ben snrb, dazu benutze«, um bte Grundlagen dieser gCben Kirche zu untergraben. Das ist kein lauteres orgehen mehr. Wer ei« Amt erhalten hat unter einem gewissen Gelöbnis, der muß das Amt nieder- legen, wenn er das Gelöbnis nicht mchr halten will oder kann. Wie würde man über einen Offi­zier oder auch über eine« gewöhnlichen Soldaten denken, der bk Uniform dazu benutzt, um sich freien Eingang in die Kaserne und Gehör bei ben Soldaten m sichern und dann die Leute zum Antimilttarismus verführt? Der Apostel des Unglaubens soll den Ornat eines christlichen Apostels ablegen.