Leitung
fMaer
iat und
261 Mark.
♦ Hartem od, 19. Juni 1911. Am Samstag kehrte der ,Wunderdoktor" Dikomeit nach verbüßter Strafe hierher zurück. Er wurde am Bahnhöfe von einer zahlreichen Menschenmenge begrüßt.
» Gudensberg, 19. Juni 1911. Tie Grisie- Gudensberger Kleinbahn-Aktiengesellschaft, die hier ihren Sih hat, hat 1910 einen Reingewinn von fast 420Ö0 Mark erzielt. Es kamen aus 600000 Mark Aktienkapital diesmal 6 Prozent Dividende. Der Erneuerungsfonds i auf zirka 27000 Mark, der SpezialreservefondZ au 3000, der Bilanzreservefonds aus 19000 Mark gebracht. Die Betriebseinnahmen betrugen 93358 M., die Zinsen und sonstigen Einnahmen zirka 700 Mark. Tie ^Betriebsausgaben beliefen sich auf 48 ICO M., sonstige Ausgaben auf 4573 Mark. Tas Unternehmen zeigt im ganzen eine steigende Tendenz.
* Fritzlar, 19. Juni 1911. Die Umsatzsteue auf Immobilien hat dem Kreis Fritzlar eine reich« Einnahme gewährt. Während man nur au 8—12000 Mark rechnete, ergab die Steuer — wohl infolge besonders regen Immobilien-Verkehrs, über 20000 Mark. — Die neu ciugesührte Hundesteuer brachte dem Kreis 4300 Mk.; davon entfallen aus Gudensberg 374 jJt., Fritzlar 759 M. und Wabern
△ FraÄrnberg, 19. Juni 1911. Dem Dichter des bekannten LiedeS »König Wilhelm saß ganz heiter", dem in Brandenburg gestorbenen Sanitäts- rat Dr. med. Wolrad Kreusler, wurde gestern in seinem HeimatSorte, dem benachbarten Sachsenhausen in Waldeck, ein Denkmal enthüllt.
* Frankenberg, 20. Juni 1911. Bei dem hier abgehaltenen Kornblumentag betrug die Gesamteinnahme zirka 2100 Mark. — Der brsherige Pächter der an die Gemeinde Bottendorf verkauften Domäne Wollersdorf, Oekonom Suntheim, hat die zur Domäae gehörigen Gebäude und einen Teil der Grundstücke zum Preise von 100000 Mark von der
>fsen aber in S. • Weimar. — mer Professor dieser Tage ad« " "errn?,
war einst die vielgefrierte Gattin eines berühmten Virtuosen. Sch. hatte ein großes Vermögen erworben und kaufte sich bamit m Rußland ausgedehnte Besitzungen. Mtt dem Reichtum des Künstlers ging es ccher mckd auf die Neige, und schließlich mußte er von neuem Konzertreisen unternehmen. Er landete dann in Berlin und kaufte in Pankow emige Grundstücke in der Maximilianstraße. Der Alkohol, dem der Künstler sett vielen Jahren verfalle« war brachte ihn immer mehr zuruck, und bald mußte er seinen letzten Besitz, verkaufen. Nach fernem.Tode stand seine Witwe ttt größter Armut da. Schnetz- kich gAe den Weg ihres verstorbenen Mannes und " ergab sich ebenfalls dem Alkohol. KuArch nun wurde d e ehemalige Schloßherrin ttt der Schonhölze? HeÄe bei Berlin beim Holzdiebstahl ertappt und von der Polizei festgenommen.
Handel nud Industrie.
♦ Berlin, 19. Juni 1911. Ter heutigen Börse legte die Versteifung des Ultimogeldes Zurückhaltung auf. Montanwerte fest, Elcktrizilätswerte lagen still. Schiffahrts-Aklien behauptet. Bank-Aktien anfangs still, später lebhafter.
Märkte.
' Frankfurter Getrcideniarktbericht vom 19. Juni Ter Markt verlief saft rollständiz geschästslos. Land- weizen war nicht beachtet und rufolgedrffen ohne Preis. Fremde Weizen waren unverändert, doch hielt die allgemein« Zurückhaltung an. Landroggen wurde etwas gehandelt. Gerste ohne Geschäflsbelebung. Hafer in guten Qualiiäleu weiterhin gefragt und leicht verkäuflich. Mais in gesunder Beschaffenheit knapp und gefragt. Mehl still. Futterartiket ruhig. Es notierten stach Qualität und Herkunft: Weizen, hiesiger und Wetterauer 21.00- 00 00 M, auf dem Land« adgehoit 20.25 - 20.50 M., kurheffischer 21.00—00.00 M. norddeutscher 21.00-00.00 M„ vimetit. Redwinler 00.00 - 00 00 M., Kansas 00.00-00.00 M., russischer Nicolajeff 21.85-22.00 M., SaronSka 21.75—22.10 M., Ulfa
vermischtes.
* Das Auf und Ab des Lebens. Ein in feinem Wechsel des Schicksals tragisches Leben ist der früheren Schloßherrin Sch. zuteil geworden. Frau Sch.
M 158.
Mtnslag d» 20. 3««l l»U
58. rahrgang.
aber anscheinend gestört.
* Tiefenort, 20. Juni 1911. Am Sonntag fand hier das wohlgelungene Gruppenfest der Militär- vereinsgruppe Vacha statt. Tie Festrede hielt Ober- amlsrichter Schwarz-Vacha.
* Gehaus, 20. Juni 1911. Für tue Errlchtung einer Kinderbewahranstalt im sog. .unteren Schlosse* bewilligte der Gemeinderat eine namhafte Summe. Ter in Frage stehende Raum soll auch das Ver'ammlungslokal für die hier bestehenden Der eine wie Frauenvereür, Jungsrauenverein, Jüng- ltnasverein, dienen. Ja demselben Hause ist auch di« Wohnung für bi« Krankenschwester. In einem Kc llcrraum bi findet sich eine öffentliche Badeanstalt.
* Ans Thüringen, 20. Juni 1911. In Walter-Hausen hielt der Verband der Thür. Ortskrankenkassen seine diesjährige ordentlich« Generalversammlung ab. Dem Verbände gehören zur Zeit 81 Kassen an mit zusammen im Durchschmtt 201730 Mitgliedern. Leider steht noch eine ganz« Reihe OrtS- krank.'nkassen dem Verbände fern. — In Schwölle wurde eine Frau durch den einstürzenden Abort, e:n freistehendes Holzhäuschen, erschlage«. — Die Zahl feer Brauereien iu Thüringen ist von 493 auf 430 zurückgegangen; die Biererzkugmtg hat um 19 Pro-., der Mal,verbrauch um 10 Proz. abge- «<mwl — Durch das Wohnhaus des Ritterguts
Literarisches.
Religiöse Erneuerung durch die Uebung der sechs aloh- 8 sianischen Sonntage. Bon Th. Temmmg, Retlor.
64 Seiten elegant broschiert 15 Pfg-, bei 30 Stück 13 Psg. Verlag von Butzon & Bercker, Kevelaer, Rhld.
Bon dem Gedanken ausgehend, daß wir eine Uebung um so andächtiger verrichten, je genauer wir unsere Absicht bestimmen, läßt Verfasser den Bemcher deS Büchleins an jedem einzelnen der sechs Sonntage einen bestimmten Vorsatz fassen, in welchem-Sm«« er die heutige Uebung vollbringen will. _ Dieser Vorsatz wird dann in der Betrachtung begründet. Die je- wellige Betrachtung aber ist in die Vorbereitung und Danksagung verwoben, so daß sie nicht übergangen werden kann, wie dies sonst leicht geschieht, wenn sie getrennt steht. Bei dem gediegenen Inhalte und de», sehr niedrigen Preise möchten wir da» Buchlein besonders den Jugendvereinigungen empfehlen. K.
Aloysius-Büchlew, enthaltend die Andacht der sechs aloysianischen Sonntage, Gebete, Meß-, Veicht- und Kommunionandacht zu Ehren des heiligen Aloysius, nebst einem Tugendspiegel für die Jugend. Bon ?. Bonifacius Gatterdam, O. 8. B. Mit 2 Lichtdruckbildern. 144 Seilen. Gebunden in Einbänden zu 60 Psg. und t;8f)er. Einsiedeln, Verlagsanstalt Benziger & Co., A.-G. Das Büchlein adressiert sich an die heramv.,chsende Jugend. In Anlage und Ausführung verrät es den Versasser als ebenso kundigen wie eifrigen Jugenkheel- forger. Der erste Teil desselben bietet auf leben der sechs Aloysius-Sonntage eine kurze praktische Lesung ein Tugendbild aus dem Leben des Heiligen. Den zweiten Teil bilden verschiedene Gebete, sowie Meß-, Beicht- und Koinmunionandacht zu Ehren des Jitgend- patronS und ein Tugendspiegel.
Anleitung zur würdigen Feier der sechs aloyfiauischr» Sonntage. Von Leopold von Schutz, Kaplan in Aachen. 96 Seiten. Broschiert 20 Psg., in Partien billiger. Einfiedcln, Berlagsanstall Benziger & Co., B.-G.
Ein Schrislchen, das in feder Hinsicht so recht für die Massenverbreitung geschaffen ist. Es bietet den nicht zu unterschätzenden Vorzug, daß es eine gediegene praktische Anleitung vorausschickt, welche die Ausführung der einzelnen Sonntagsbetrachtungen wesentlich erleichtert.
z. Blatt.
druck tmb Verlag der $*lba«r Actirndr«cker«l i* 8*16«.
* Homberg, 19. Juni 1911. Hier hat ein Lehr- junge einer hiesigen Jnstallationsfirma 800 Mark in Obligationen verloren. Die Wummern der Wertpapiere wurden an bett Kassen sofort gemeldet
Amt Seif- und Umgebung. M. »i au. M-
* Dermbach,20. Juni 1911. Der rätselhaft« kirmes am Sonntag und Atontag hatte ihrem Fund in der Felda, von dem wir berichteten, allen Renommee wieder einmal alle Ehre gemacht, hat jetzt seine Austlärung gefunden. Beim Absuchen Fremde kamen in dichten Scharen hier an. Unter des Wassers an der Stelle, wo daS Kistchen her- ,hnen zogen die Schuälmer in ihren bunten, schonen ausgefischt wurde, welches angeblich eine Kindesleiche I Kostümen die Blicke aller Festteilnehmer auf sich enthalten haben sollte, sand man einen — Hunde-1 unfe mit großem Interesse und lautem Betfall kadavcr wurden die von ihnen aufgesührten eigenartigen
* Motzlar, 20. Juni 1911. Der Gemeinderat Ratiouallänze bewundert, sodaß sich, wenn ein sog. hat mit 5 gegen 1 Stimme die Erbauung einer ,SchwäImer" getanzt wurde, ein großes Gedränge Hochdruckwasserleitung beschlossen, nachdem uni feen Tanzboden bildete. Am Montag fand die sie vor etwa 14 Tagen in einer Gemeindeoersamm-1 altgewohnt« Spritzenprobe mit nachfolgendem, von lung mit 1 Stimme Mehrheit abgelehnt worden I öer Stadt gegebenen Frühstück statt.
roar. — Seit dem 13. d. Mts. ist mit der hiesigen 1 - ------------ n‘ -t
Postaaentur eine öffentliche Fernsprechstelle verbunden.
* Stadtlengsfeld, 20. Juni 1911. Hier tst abermals ein Einbruchsdiebstahl versucht worden. Der Täler hatte bereits Sle ne aus der Wand einer Werkstatt gebrochen, wurd« dann
21.90-22.25 M., Taganrog 20.00—22.25 M., La Plata 21.90—22.25 Mk., rmnän. 21.75—22.00 Mark, Walla Walls 00.00-00.00 M. — Roggen, hiesiger, 17.40 bis 17.50 M., auf dem Lande abgeholt 17.00—17.15 Mk., Mälzer 17.60—17.75 M. russischer 17.00—17.40 M. rumänischer 17.00—17.25 M. — Gerste, hies. 00.00 bis 00.00 Mark., Pfälzer 00.00-00.00 Mk, fränkische 00.00-00.00 M., Riedgerste 00.00-00.00$1., ungarische 00.00-00.00 M., Futtergerste 14.20-14.60 M- — Hafer, hiesiger und Wetterauer 19.50 Mk., kurhess. 18.75-19.50 Mk., bayer. 18.75—19.00 Mk La Plata 17.25—17.75 Mark, russischer 18.15-19.75 Mark. - Mais (Mixed) 00.00- 00.00 Mark, Donau- mais 14.75-15.00 Mark, La Plata 15.25-15.-0 Mark, Odessa 13.74—14.25 M., Emquantiue 15.25—15 50 M. — Alles per 100 Set Io netto, effektiv loko hier. — Mehl: still. — Es notieren je nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 30.25—30.50 M., iüdd. Nr. 0. 30.25-30.50 M., hiesiges Nr. 1 28.2a -28 oO M. süddeutsches Nr. 1 28.25 -28.50 M., diesiges Nr. 4 25 25-25.50 M., süddeutsches Nr. 3 25 2o—25.50 M., hiesiges Nr. 4 22.25—22.50 M., süddeutsches Nr. 4 22.25 - 22.50 M. — Roggenmehl, hiesiges, Nr. 0 22.25 bis 22.50 M„ do. Nr. 01 24.25—24 50 M., do. Nr. 1 23.25-23.50 Mk. Alles per 100 Silo inklusive Satt loko hier. - Futterartikel: ruhig — Weizen- ; Aalen 11.10—11.30 Mk., Weizenkleie 9.75—10.2o Mk., Noggenkleie 10.25—10.50 $l„ Weizen-Futtermehl 13.75 —14 50 M , Biettreber, getrocknet, 11.75—12 00 Li., Malzkeime 11.50—12.50 M., Rapskuchen 12.a0—13.00 SW, Palmluchen 11.70—12 50 M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von 10000 Kilo.
” Frankfurter amtliche Notierungen der Biehmartt- preise vom 19. Juni 1911. Anstrikb: 1190 Rinder, 468 Ochsen, 50 Bullen, 672 Färsen und Kühe, 23a Kälber, 269 Schafe, 1959 Schweine. Preise sur 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen: a. vollfletsihtge, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 vchhre alt (Lebendgewicht) 52-57 Mark, (Schlachtgewicht) 95—98 M., die noch nicht gezogenen haben (ungeiocht) iLebendgewichl) 00—00 M., (Schlachtgewicht) 03-00 Mark, b. junge fleischige nicht ausgemattete und ältere ausgemästete (Lebendgew.) 46—51M., (schtachlg.) 83—93 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere (Lebendgew.) 41-45 Ai., (Schlachtgew.) io—83 Mark, d. gering genährte jeden Alters (Lebendgew.) 00-00 M., (Schlachtgew.) 09-00 M. B. Bullen: a. vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 47-51 Mark, (Schlachtgew.) 78-8a M., h. vollfleischige jüngere ,Lebendgewicht) 40-43 Mark, (Schlachtgew.) 66—71 M., c. mäßig genährte lungere und gut geiiährte ältere (Lebendgewicht) 00 - 00 Liark, (Schlachtgew.) 00-00 M., d. gering genährte (Lebdgew.) 00-00 M., (Schlachtgew.) 00 -00 M. C. Färsen und Kühe: a. vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (gebenbgeto.) 44—aO Mark, iSchachtaew.) 79—89 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachhvertes bis zu Jahren (~Dgcu>.) 44-47 M , (Schlachtgew.) 82-84 M., c. 1) roentg gUi entwickelt« Färsen (Lebendgew.) 40—43 M-, (Schlachtg.) 77-83 M., bo. 2) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe (Lebeubgew.) 36-43 M., (S-dlachtgew.) 67—68 M., d. mäßig genährte Kühe u. Färsen (Lcbenbg.) 30-35 M., (Schlachkg.) 60-70 Dl, e. gering genährte Kühe und Färsen (Lebeubgew.) Mk-, (Schlachtgew.) 55-66 M. D. Gering genährte» Jungvieh (Fresser) (Lebeubgew.) 00-00 M., tSchlachtg-! (€0-00 $1. Kälber: a. Toppelender feinste Masi (Lebendgew.) 00-00 M., (Schlachtgew.) 00—00 Mk. b. feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste Saugkälber 'Lebendgew.) 58—62 M., (schlachtgew.) 96 —103 M., mittlere Mast- und aute Saugkälber (Lebendgew.) 53-57 Mk., (Schlachtgew.) 90—97 Mk., d. gering« Saugkälber (Lebendgew.« 48 — 52 Mk., (Schlachtgew.) 81-88 Mk. Schafe: A. Stallmastschafe: a. Mast- tamnter und jüngere Mastyämmel (Lebendgew.) 41—42 Mk., (Schlachtgew.) 86—88 M., b. ältere Masthämmel und gut genährte Schafe (Lebendgewicht) 35—00 M., (Schlachtgew.) 83—00 Ni., c. mäßig genährte Hammel und Schafe (Merz-Schafe- (Lebendgewicht) 00 —00 M., (Schlachtgwicht) 00—00 Mark, d. Marschschafe oder Niederungsfchase (Lebendgew.) CO—00 M., (schlacht- qew.) 00-00M. B. Weidmastschafe: —. Schweine: k. vollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht Lebendgew.) 47-49 M, (Schlachtgew.) 61-63 M., b. vollfieischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 47—471/» M., (Schlachtgew.) 60 - 61 M., c. vollfieischige Schiveine von 100—120 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 47—49 M., (Schlachtgewich t.) 59 — 61 d. vollfieischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 47—49 M., (Schlachtgew.) 58— (io Mark, e. Fetllchweiue über 150 kg Lebendgewicht Lebdgew.) 00 -00 M., (Schlachtgw.) 00 -00 Mark, !. unreine Sauen und geschnittene Eder (Lebendgew.) 00 - 00 M., (Schlachtgew.) 00 -00 M. — Das Rinder geschäst wickelt« sich glatt ab. ES wird ausverkauft. Der Handel bei Kälbern war gedrückt» bei Schafen ruhig, es wird aber boch geräumt. Der Schweine- markt verlief mäßig rege unö hinterläßt Ueberstand.
,, । in Hohenölsen bei Weida geht die Landes«
Aus dem Nachbargebme. I grenze von S.-Weimar und Reuß L L. Dadurch
_ . m I erklärt er sich, daß einige Kinder der Besitzers
b t;:' _
•er Neuzeit entsprechend hergenchtriesWohnh I Dienstag Erdbeeren brachte und am SonnetS« zuf. Beim Nähertreten Heft üb-r der^ür. rooate, in Hirschroda bei
Armenhaus.' Neugierig gemacht, steh man i » Die Postkarte kam rechtzeitig in dre
ßch auch einmal das Innere an ) rvu' «st°urtt ? »S Soll man nun die Post oder den «an da über die P?os«fformehr bewundern?
»hre einer solchen Gememde, die für die Wohnraumt l n
ott Aermsttn im Orte so sorgt! Gewöhnlich sind I -----------------------
fe^ThnOrk. Auch in dem kleinen Rhöndörschen aus Sbrrhesfen u. den Hess. Ämtern. 8ch-chen beiGrisseld macht das fr-undlich «flau»! , ^„baro. 19. Juni 1911. Anläßlich des tieile Armenhaus emen recht netten Eindruck aus @t^tung8f^fte8 der Teutonia hat der histo- »ie Touristen; hier herrscht noch Schwan vor der Schwanenapotheke über Nacht
schammg, daß di« armen Leute auch Menschen sind. I NEr eiu himmelblaues Kleid bekommen. Der Manch« Gememde möge sich an ^ engenannten Orten I Feier des Tages schön dekorierten
«in Beispiel nehmen. Die Befürchtung, daß der An-1 ^cn^tUm^t ti5ßt stolz Teutonenkouleur.
«rang in die Armeiihäuser zu 6^°^ "'brden würde, Fronkeubera, 19. Juni 1911. Dem Dichter xvenn sie menschenwürdige Wohnungen enthalten, ist 1 völlig unbegründet; denn heutzutage will niemand ohne" Not inS Armenhaus. Ein Beispiel bieten auch hier dir obeugenannten Orte.
* Schlierbach bei Wächtersbach, 18. Juni 1911. Die Maul- und Klauenseuche ist hier aus- gebrochen. liebet Schlierbach wurde daher bte Sperre verhängt. — Beim Heuheimholen rannte sich hier die Ehesrau des Malers Kistner bte Heugabel in den Kopf. Die Gabel drang unmittelbar über dem Auge ein und kam in der Schläfengegend wieder zum Vorschein. Nach Anlegung eine?\ y)Iunu|luai. jUlll vttl|S „„„
verbände« wurde bte Schwerverletzte ins Lanbkranlen I @eme,nj)e Botteudorf erworben, haus zu Hanau verbracht. Die Verletzung soll»J - -
lebensgefährlich sein.
Die Macht des Gewissens.
24j Raman von Erich Friesen.
Doch Virginia hört gar nicht mehr auf st«. Roch immer Ruth anWidenb, murmelt sie halb für sich:
Jetzt versteh« ich auch jenen Bläk unter bet Eiche, jenen Blick, bet mich so sehr erschreckte; versteh«, warum ihr vorgestern abend beide fort wart. Oh —' ste dlückr die Hände an die Schläfen, als wolle sie das heftig pochend« Blut besänftigen — „ich bin ganz Itmfto! Mir ist zu Mute, als habe man uns de- tetbigt, tödlich beleidigt!^ *
„Nach und nach tauchte in den Köpfen der beiden Bäirr der Gedanke auf, die Kinder könnten späterhin, toem; fie erst groß wären —"
Mit einem Ruck machte Virginia ihr« Hand frei. Ihre Wangen brennen, während die Lider gesentt find, als schäme fie sich des nun Kommenden.
.Dein Erstaunen ist nur natürlich", fährt Frau Forster zärtlich fort. „Aber höre »eitet! Die beiden Gäter wünschten also ,ihre Kind« möchten dereinst em Paar »erb«/ .
Noch immer schweigt Birg«». .
„Ich wußte um bett Plan. Dein Batet starb, als bu noch ganz klein warft. Auf dem Totenbett versprach ich ihm, wenn bu erwachs« sein würdest, eine Begegnung zwischen dir und dem jungen Lord Dmiald herbetzuführen. Vor einiger Zett schrieb ich nun an ihn und lud ihn zu uni ein/
„Das hättest bu nicht tun sollen! Ich begreife dich nicht, Mama!"
„Du mußt mir schon erlauben, allein nach bestem Wissen und Wollen zu handeln, mein Kind", erwidert Frau Forster gütig, aber fest. „Ich hielt ei eben ph_ richtig. Ich lud Gilbert Donald ein, ohne zu wissen, daß er von dem Plane der beiden Väter Keuulnis habe. In seinem heutigen Brief schreibt er jedoch, daß er darum wußte. Um nun, wie jeder «idere Mann, ganz frei um die Liebe deS Mädchens Serben zu können das — Was ist dir, mein Ktndr
" Virginia ist aufgesprungen. Mit glühenden Wangen und abwehrend ausgestrecklen Händen steht sie vor der Mutter.
„Bitte, nicht weiter, Mama! Ich weiß genug. Ich hätte die Geschichte gar nicht zu ersahren brauchen/ beim selbstvechändlich wird Lord Gilbett Donald mit nie wieder unter die Augen treten. Laß mich! Der Herr mißfällt mir — ich kann ihn nicht leiden — ja, ich hasse, ich verabscheue ihn!" Leidenschaftlich erregt, sich überstürzend springen die Warte von Virginias Lippen. Jetzt atmet sie tief auf und ist im nächstrn Augenblick zur Tür ihnaus.
Verblüfft schüttelt Frau Facher den Kopf. Dann vergräbt fie das Gesicht in den Händen und gnibelt — lange, lange. . .
16. Kapitel.
Mehrere Tage vergehen, bevor Frau Facher Lord Donalds Briefe beantwottet. Endlich nach vielem Ueberleg«, nach manch schlaflos verbrachter Nacht entschließt sie sich dazu. — Zuerst drückt sie ihr lebhaftes Erstaunen, ihre Empörung und ihren Aerger über bett unverantwortlichen Scherz aus. — Dann erklärt sie, daß sie Gilbert verzeihen wolle, da sie nicht so ohne weitere« dm Herzenswunsch ihres verstorbenen Gatt« beiseite werfen könne.
„Leider —", so lautet der Schluß des wohlüberlegten BttefeS — „leider sieht Virginia die Sache in anderem Licht. Sie haben sie zu tief verletzt, Lord Donald. Sie »eigert sich, jemals Wieder Ihren ober Herrn SkottS Namen zu hör«.
„Wenn Sie meine Tochter wirklich lieben und sie für wert halten, Ihre Gattin zu werden, so überlassen Sie alles der Zettl Sie wird hoffentlich Virginias verletzt« Stolz besänftig«.
„Dürfte ich mir jetzt noch ein Wort erlauben, so ist eS das, baß ich lebhaft wünsche, Ruth Harrison möge glücklich werden. Ruths Neigung zu Ihrem Fr«nd« Armin Skott ist tief und wahr, und aus ver- schiedmm Anzeichen glaube ich bemertt zu haben, daß auch Ihr Frmnb seine Braut wahrhaft liebt Sollten pekuMre Sorgen da- HindemiS zwtschm einer
baldigen Vereinigimg der beiden sein, so bin ich gewillt," das meinige dabei zu tun. Vielleicht helfen Tie Herrn Skott.
„Ich hoffe bald von Ihnen zu hören, wenn auch vorläufig ohne jede Anspielung auf Ihre Wünsche betreffs meiner Tochter.
Ihre ergebene Edith Forster."
Erregt, leidenschaftlich stößt sie die letzten Worte hervor.
Frau Forster schüttelt traurig den Kopf. Tann wendet sie sich za Ruch, die wie geistesabwesend zum Fenster hinaus ins Weite starrt.
„Laffen Sie uns für kurze Zeit allein, liebes Kind!"
AlS die Tür sich hinter Ruth geschloffm, eilt Virginia auf ihre Mutter zu.
„Ich begreife nicht, was du über diese Angelegenheit noch zu sagen hast, Mama!" ruft st« heftig. „Keine Entschuldigung kann die Tatsache hinweg- wischen, daß unsere Gäste sich über uns luftig gemacht haben. Wahrscheinlich «tfmnt sich Lord_ Gilbert Donald —* hier kräuselt ein bitteres, verächtliches, dem lieblich« Gesicht sonst ganz fremdes Lächeln Virginias Lippen — „wahrscheinlich mifinnt sich Lord Donald, daß wir bisher arm wat« und erst seit kurzem „salonfähig" geword« sind. Nie hätte er sonst einen so häßlichen, eines Ehrenmannes unwürdigen Scherz gewagt. Pah, was macht es schließlich aus —", fährt sie mit forcierter Gleichgiltigkeit fort, „der unpaffmde Scherz fällt auf die Herren selbst zurück. WaS mich einzig und allein betrübt, ist, daß Ruth, meine gute Ruth, die ich wie eine Schwester liebte, mit der ich alles, alles hätte teilen wollen, daß Ruth mit im Komplott war, daß sie —"
„Laß Rath vorläufig aus dem Spiel, Virginia!" unterbricht fie Frau Forster sanft. „Ich habe dir noch etwas anderes mitzuteilm/
„Noch etwas, Mama? Roch etwas?"
„Ja. Du sollst erfahren, weshalb Lord Donald auf jen« schlecht« Scherz verfiel/
Virginia schreitet langsam zum Fenster. Wie mechanisch nimmt sie aus einer Vase eine der duftenden Rosen und zerpflückt die Blätter. Unwillkürlich gedenkt sie dabei der Rosenknospe, welche sie beim Abschied Armin Skott — nein, Lord Donald gegeben. Ihre Lippen kräuseln sich unmutig.
„So sprich, Mama!" sagt fie mit unnatürlicher Ruhe. „Aber bitte, recht schnell! Und bedenke dabei, daß nichts, was Lord Gilbett Donald femechin tut oder läßt, mich irgendwie berührt! Ich kenne beide Herren nicht mchr/
Frau Forster blickt eine Zeitlang schweigend vor sich hin Sie weiß nicht recht, wie sie beginnen soll. Ihre kleine Tochter erscheint ihr auf einmal so verändert, so erwachs«, so —
„Erinnerst du dich noch deines Vaters, Virginia?" fragt sie plötzlich, mit raschem Entschluß auf ihr Ziel lossteuernd.
„Mein lieber Papa?" Gewiß! Warum?"
„Er starb, al? du noch ganz klein warst, mein Kind."
„Ich weiß. Aber ich sehe ihn noch ganz d«tlich vor mir — bas freundliche Lächeln, den langen, blonden Schnurrbart, dir guten, hellen Augen. Bitte, Mama, bringe dieses teure Andenken nicht mit jenen beiden Männern in Verbindung!"
„Doch, mein Kind, doch! ES gehört dazu."
Virginia senkt den Kopf. Um ihren Keinen Mund zuckt es wie verhaltenes Wein«.
Da schlingt Frau Forster dm Arm um die Tochter und geleitet fie zum -Sofa.
„Dein Vater', hebt sie sanft an, sich neben Vir- ginia setzend und die Heine bebende Hand fest in der ihren haltend, „dein Vater und der verstorbene Lord Henry Donald waren Jugendftmnde. Lord Donald hatte nur einen einzigen Sohn, dein Vater nur eine einzige liebe Heine Tochter. Folgst du meinen Wor- ten, mein Kind?"
.Ich folg«.'
(Foflsetzung folgt.)