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Zeitung

Tuldaer

Amt Geisa tut» Umgebung.

glatt durch.

.1. Kinder hatten beobachtet, wie der lw. ... die Kirche ging und haben dann auch gesehen, wie er mit einem in ein Taschentuch ein­gewickelten Gegenstand unter dem Arm das Dors nach Teistungen zu verließ. Die Verfolgung deS Kirchenräubers war bis jetzt ohne Erfolg.

finden sollte.

* Dermbach, 18. Juni 1911. In der Nähe der

Schäfer-Völkershausen.

* Aus Thüringen, 19. Juni 1911. Die Vertreter ans dem Kasseler Verbandstage des Verbandes der Deutschen Steinbrucharbeiter trafen mittelst Extrazu­ges in Heringen'ein zur Besichtigung der Berg­werke „Wintershall" und Heringen. — Die Univer­sität Jena hat gegenwärtig wohl über 2000 Stu­dierende, aber noch keine 2000 immatrikulierten Stu­denten. Sollte sich nächstens der 2000. immatrikulierte Student finden, so will man auch ihn ehren wie seinerzeit den 1000. Studenten. — Die Gemeinde Kostitz soll mit ihren Bewohnen, von Sachsen-Wet- mar an Sachsen-Meiningen abgetreten werden. Der zuständige Bezirksdirektor wurde beauftragt, die Ge­meinde hierüber zu hören. — Der Kreistag der Graf­schaft Hohenstein beschloß die Errichtung einer N eberlandzentrale, die die Kreise Nordhau­sen Grafschaft Hohenstein, Blankenburg und Jlefeld, sowie Teile des Kreises Worbis und des Fürstentums

~ ’ " r". Zur

** Vacha, 18. Juni 1911. Hier trafen dieser Tag« Geheimer Staatsrat Dr. Paulßen und mehrere höhere Regierungsbeamte rin. Die Herren fuhren nach Butt­lar weiter, von wo aus eine Besichtigung der im Bau

zu gewinnen.

* Stadtlengsfeld, 16. Juni 1911. Der eifrigst ge suchte Wilddieb Klotzbach von hier treibt ei mit der Dreistigkeit und Verhöhnung seiner Verfolge-, immer toller. So hat er jetzt an der sogenannten Hirtentränke bei Dermbach ein Plakat angebracht auf. dem er der Bewohnerschaft von Dermbach und Um-, geaend Offerte über Wtldbezug macht S» offeriert ec u. a. das Pfund Rehrücken zu ,40 Pfg-, das Pfund Rehkeule zu 45 Pfg. usw. Die Käufer bezw. Reflettanten — so schreibt er — sollten sich abends zwischen 6 und 7 Uhr an der PauluShöhle um weit von Glattbach einfinden. Sollte er nicht selbst an besagter Höhle sein, so heißt es am Schlüsse sei­ner mit der Unterschrift „Christian Klotzbach« verseh^ neu ziemlich umfangreichen Offerte, so wäre bestimmt sein Vertreter da und bewirke den Verkauf. Man sieht wieder, daß Klotzbach im Zynismus den Rekord schlägt.

* Völkershausen, 18. Juni 1911. Die Arbeiten i zum Bau der hiesigen neuen Schule sind vergeben । worden. Für die Maurer- und Zimmerarbeiten wurde der Firma Geb. Groß-Vacha, die 19 746 Mk. gefor­dert hatte, der Zuschlag erteilt, gleichzeitig wurde ihr auch die Ausführung der Klempner- und Schlosserar­beilen zum Preise von 958 Mark übertragen. Die Schreiner- und Glaserarbeiten erhielten Gotthardt und Walther-Völkershausen zum Preise von 3558 Mark, die Maler-Arbeiten zum Preise von 598 Marr

Deutscher Reich.

-♦ Anerkennung der katholischen Geistlichen. Au' dem Evangelisch-sozialen Kongreß, der m düsen Tagen in Danzig versammelt war, sprach SVhntfteml- direktor Dr. Thiel über das beliebte Thema: „Dee Landflucht«. In der Debatte hob ein Redner die günstige Lage der vier ermländischen Kreise hervor und führie sie auf die glückliche Verteilung des Grundbesitzes, namentlich das Nebergewlcht des bäuerlichen Grundbesitzes int Ermland zurück. Dar- auf erklärte Gras Dohna-Finkenstein nach dem Be­richt der .Deutschen Tageszeitung', die Tatsache, dal in den vier ermländischen Kreisen dte Bevölkerung nicht ab-, sondern zugenommen habe, liege weniger daran, daß dort der kleine Grundbesitz überwiege, sondern daß dort seit Jahrhunderten die katho­lischen Geistlichen mit großer Liebe gerstrge und wirtschaftliche Arbeit für die Be- völkerung geleistet hätien. Auch auf evangeltscher Seite solle man noch mehr nicht nur materiell, fort« beut auch geistig für das Volk zu sorgen suchen. — | „Wir nehmen von dieser Anerkennung«, schreibt daz die ,Erml. Zeitung', Dank Kenntnis, um mehr, als der ermländische Klerus sonst durch An- erkennungen nicht gerade verwöhnt ist und seine Bestrebungen zur geistigen und wirtschaftlichen Hebung des Volkes bei den staatlichen Behörden nur in sehr bescheidenem Maße unterstützt, ost gentig sogar gehemmt werden.«

□ Katholischer Lrhrerverbattd des deutschen Reiches. I Das katholische LehrervereinSwe en Deutschlands ist I in ein Stadium erfreulichen Wachstums getreten. Während der katholische Lehrerverband 1890 nur 649 und 1910 erst 9684 Mitglieder zählte, betrug seine Mitgliederzahl Pfingsten 1910 bereits 18 662. I Von diesem Zeitpunkte ab hat sich eine noch leb- I hastere Auswärtsbewegung gezeigt. Vom 1. Apr 11911 hatte der Verband 19674 Mitglieder, das ist

+ Buttlar, 19. Juni 1911. Das hiesige Kalt- werk beginnt mit der Errichtung eines ElektnzttätS- werkes, das dem Geisaer Elektrizitätswerke eme un- angenehme Konkurrenz bereiten könnte. Vorerst find zwar die Landleute wegen des Kostenpunktes dem elektrischen Lichte wenig geneigt. Obwohl man sich von Geisa aus alle Mühe gibt, eine Uederlandzen- träte zu errichten, war es bisher mcht möglich, weder ein Dorf des Amtes Geisa noch eines nn Kreise Hünfeld für die Abnahme von Licht und Kraft

Spaziergänge machen; so in südlicher Richtung durch malerische Rhöndörfer nach Wüstensachsen; in süd­lich« Richtung nach der Bahnstation Tann, je zwei Stunden Wegs. Rach südwestlicher und westlicher Richtung führen idyllische Wege durch stille Wiesen­gründe, Laub- und Tannenwälder nach dem Tan- nenfelskopf und weiterhin nach der Milseburg (zwei­einhalb bis drei Stunden Wegs, Bahnverbindung). — In südöstlicher Richtung bietet sich eine der dank­barsten Touren über Forstpokal (mit frischem Lauf­brunnen) nach Billftein. Wahrend eines ein- bis zweistündigen Marsches auf sanft ansteigendem Wege genießt man paradiesische NaturfchonheUen (zur entsprechenden Jahreszeit auch Beeren m Fülle), am Endziel schaut man ein unabsehbares Stein- aeröll, vulkanischen Ursprungs, den B i l l st ein, mit einem griechischen Aussichtstempel gekrönt. Bon hier wandert man über das Plateau der hohen Rhön. Der Weg ftihrt durch Fichtenschlage über das borstige Gras der Bergwiesen nach dem Höhen- luftkurort Frankenheim; von dort läßt sich der Rück­weg nach Hilders über den Ellenbogen und das Rhonhäuschen nehmen. Der Weg zieht aus der Höhe hin. An den genannten Punften genießt der Wanderer prächtige Ausblicke ins Weimarer- und Thüringerland. Viele andere Wege, ebenso dankbar und schön, führen in jede Richtung. Dem Wanderer erwächst, wenn er chrer Schönheiten sich erfreut, um so mehr Genugtuung, sobald er sie auf seinen Streif­zügen selber entdeckt hat."

Aus dem Nachbargebiete.

♦ Tann, 18. Juni 1911. In der Konkurs, suche „Tanner Jndustrlewerke" (Wilhelm Röser) fand vor dem Amtsgericht m Hilders die erste Gläubigerversammlung statt. Der Konkins- vermalter, Privatsekretär Dehnhardt, der vom Ge- richt bestellt war, wurde anerkannt. Ferner wurde ein Gläubiger-Ausschuß gewählt. Die Passiven dürsten sich auf ca. 300000 Mark belaufen.

* Gelnhausen, 18. Juni 1911. Bei der im Namen des Kreisausschusses vom hiesigen Landrate veranstalteten Sammlung für die Geschädigten beim Unwetter am 29. Mai sind bis jetzt 4351,87 Mark eingekommen.

* Hana«, 18. Juni 1911. Die Hanauer Männer- gesangvereine haben sich nach längeren Besprechungen und Beratungen zu einem Verbände zusammenge­schlossen, derben Namen „Vereinigte Hanauer Gesangvereine« führt.

* Treffurt, 18. Juni 1911. Aus der Strecke Heyerode-Treffurt ist für die Hin- und Rückfahrt am Nachmittag je ein neuer Zug (das !ü"fte Zug- paar) eingelegt worden. Die Reststrecke Muhl- Hausen-Heyerode ist jetzt soweit fertig, daß der Verkehr jür Arbeitszüge auf der ganzen Strecke schon in vollem Gange ist. Am 23. d. M. finöet die landespolizeiliche Abnahme nnd am 30. d. M. die feierliche Eröffnung der Gesamlstrecke Mühl- Hausen—Treffurt statt.

— Eine Fahrt im Luftballon. Vom Luftballon aus einmal auf die liebe Erde hinabschauen zu können, mag in unserer Zett der Luftschiffe und Flugmaschinen gewiß der Wunsch vieler Menschen sein. Doch gibt es jedenfalls noch mehr Menschen, die um nichts in der Welt zu bewegen fein würden, einmal mit „aufzusteigen". Sie machen sich ganz falsche Vorstellungen und beurteilen die Empfm- dungen eines Lustschiffers von ihrem Standpunft auf Erden aus, wenn sie so einen Ballon ettttge hundert Meter hoch dahin schweben leben. Dte

Kali gibt weiche, Natron feste Seifen. Man kann deshalb auch flüssige oder Schmierseife — die aus­gezeichnete reinigt und zugleich desinfiziert — m eine feste Seife umwandeln, indem man sie tit Wasser löst und dann Salz zusetzt. Es entsteht hier­bei ein flockiger Niederschlag, den man abtrennt und zusammenpreßt. Fügt man vorher etwas Par­um dazu, so hat man auf billigste Weise eine vor­zügliche wenn auch nicht gerade elegant geformte Toiletteseife. In den Fabriken wird bergt. Seffe in verschiedenen Preffen geformt. Soll die Seife durchsichtig sein, dann wird sie erst nochmal in Spiritus aufgelöst und der Spiritus abdestilliert. Ein prächtiges von dem bekannten Hausarzt Prof. Hebra herrührendes Haar-Reinigungsmittel ist der „Kaliseifenspiritus«, eine Auflösung von Schmier­seife in Spiritus, die auch gegen Haarkrankheiten äußerst wirkungsvoll ist. Die außerordentlich schäu­menden Shampooingwäffer sind nicht anderes als solche Lösungen.

— Freimilch statt Illumination. Eine origi­nelle und gemeinnützige Art, den Krönungstag Kö­nig Georg von England zu feiern, hat der Stadtrat von Montreal in Kanada gewählt. Er hat der „Na­tionalzeitung" zufolge beschlossen, das Geld, welches sonst bei derartigen Gelegenheiten auf Fetterwerk und Illumination verwendet wird, zur Stiftung einer Anzahl Milchdepots zu gebrauchen, wo an dte Armen der Stadt regelmäßig Frermrlch verteilt werden soll. In Montreal, wie in vielen großen Städten war es bisher für die Armen sehr schwierig gute Milch für ihre Kinder zu erhalten. Der Stadt­rat ist der Ansicht, daß er durch diese soziale Tat tnt Namen des Königs den Monarchen besser ehrt, als durch eine kostspielige und zwecklose Illumination auf Kosten der Stadt. Eine Ansicht, der man ohne weiteres zustimmen kann.

— Vom Kaserueuhos. Unteroffizier: „Schulze, wenn Schiller gesehen hätte, waS es heißt, Sie em« zuexerzieren — dann hätte er auch noch einen „Kampf mit dem Rhinozeros« gedichtet!"

Es handelt sich hier tticht um eine den Jesuiten eigne Lehre, sondern um ein von dem Jesuiten tzehmkuhl auf einen speziellen Fall angewandtes Moralprinzip. (Die Ueberschrist „Der Fahneneid und die Jesuiten" ist also irreführend.) Dieses Moralprinzip, das nicht einmal der katholischen Lehre eigentümlich ist, sondern von allen, die sich zum Christentum, )a auch nur zum Naturgesetz bekennen, anerkannt wird, lautet: Du sollst Gottmehrgehorchen, alsden Me ns ch e n!

Auch der katholische Soldat kann in die Lage kommen, wählen zu müssett zwischen Gottesgebot und Menschengebot in Fällen, wo beide sich schroff

Unsinn, Wohltat Plage", sagt Gothe — wenn es blindlings und einseitig durchgeführt wird. Gelernt haben die Herren Antiultramontanen daraus nichts, sie sind viel zu abgeschmackt, um von ihren ihnen liebgewordenen Vorurteilen zu lassen. Was der katholische Soldat vom Fahneneid zu halten hat, das sagt ihm übrigens stets der Militärgeistliche, das kann er lesen in dem vom Kriegsministerium empfohlenen Büchlein „Wer da?" von Pater Se- chastian von Oer.

Auch darüber, was den Militardlenstpflichtigen bei den Rekrutenexerzitien beigebracht wird, regte sich bei dieser Gelegenheit mit unseren antiultra­montanen Kreisen die „Köln. Ztg.« auf. Jeden­falls bringt man den Rekruten in den Exerzitien -........ v------, . . , . . .. bessere Grundsätze bei, als ihnen die Sozialdemo-

«ud evident gegenüberstehen und es sich Nicht um I ^en, die Freunde und Verbündete der National- Kleinigkeiten handelt, sondern um ernste und schwer-1 liberalen in ihren Blättern und antimilitaristischen fchwiegende sittliche Verpflichtungen. In solchen Schriften und Liebem beibringen.

Fällen verpflichtet der Fahneneid nicht, oder rich- Die innere Unwahrhaftigkeit solcher antiultra- ffger: solche Fälle können dem Fahneneid gar nicht I mon{cnur Angriffe auf die Katholiken läßt stets in Unterstehen. Denn es ist selstverständlich, daß ein e}nen Wust von Haß und Unehrlichkeit blicken, der tzid, d. i. die Anrufung der Autorität Gottes zur immer nieder beweist, was wir zu erwarten hätten, ...... m~ri—tocntt biefe Geister einmal freie Bahn bekämen.

M7 Mitglieder. Während in einigen Bezirken alle | Fremde in d oder fast alle katholischen Lehrer dem Verband an- gehören, ist in anderen Bezirken die Zahl der Fem- tehenden noch mehr oder weniger groß. Am chwieriasten liegen die Verhältnisse tn Bayern und aden. Insgesamt find 22480 katholische Lehrer Deutschlands im katholischen Lehrerverein oraam- fiert. Neue Anschlüffe an den Gesamtverband tehen in sicherer Aussicht. In nächster Zett er- cheint für die VerbandSmitglteder ein Reise- und Handbuch, das über alle Verhältniffe, insbesondere auch über erzielte Vergünstigungen unterricht^ und allen Mitgliedern kostenlos geliefert wird. Be on-. (ac rodter tion roo aus eine »qimitguna। w» ««.

deren Anklang hat die von der Verbandsleitung b iffcnert Eisenbahnlinie Wenigentast-Oechsen statt­eingerichtete Kollektiv-Haftpflichtversicherung der Ver- foHte

bandsmitglieder gefunden. Vorsitzender des Ver- * $erw6e* 18 gunl 19n. In der Nähe der bcmbeä ist Rektor Kamp'Bochum, dem em gesch f ^enmühle wurde ein Kistchen aus der Felda ge- sührender Ausschuß zur Sette steht. das die Leiche eines neugeborenen Kindes ent-

* Stuttgart, 16. Juni 1911. Während der I $aßen fon Beim Herausnehmen aus dem Was- Ausschuß der Zweiten Kammer, der die Ge-1 brach aus dem Kistchen der Boden heraus und sein

baltserhöhuna der würltembergischen Be- gn$nlt schwamm davon. — Dem hier beiin Schulneu- amien, Geistlichen und Lehrer beraten hat, nicht bau beschäftigten Polier Wilh. Deichmuller platzte nur die von der Regierung vorgeschlagenen Ge-I beim Heben eines schweren Steines eine Ader, sodaß Haltsstufen größtenteils gutgeheißen, sondern sie er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. _ auch noch teilweise erhöht hat, haben es die -1- 19 191L Das biefim

Nationalliberalen, Volksparterler und Sozial- demokraten über sich gebracht, den aus die ka- tholischen Geistlichen entfallenden Teil der' Bezüge um 20000 Mk. zu kürzen. Das Zentrum hatte daher in der zweiten Kammer den Antrag gestellt, die bei der Aufbesserung vom AusMß gestrichenen 20000 Mk. wieder einzusetzen. Die Liberalen drohten jedoch, sie würden diesen An­trag als Verschleppungsversuch feilens des Zen- trums betrachten und dann auch gegen die von sämtlichen Parteien zugesagte En bloo-Annahme ich stemmen. Dem Zentrum würden dann auch die bei der Eiazelberatung gemachten Abstriche in die Schuhe geschoben werden. Diese Er- wägungen stellten das Zentrum vor ein schwie­riges Dilemma. Nur um dem Vorwurf der Verschleppung der notwendig gewordenen Gehalts- ausbesserung entgegenzutreten, hat sich das Zen­trum entschlossen, seinen Antrag zurückzuzrehen.

Die Gehaltsordnung ging darauf, wie gemeldet.

Empfindungen sind aber ganz anders. Zunächst . hat man überhaupt nicht das Gefühl, daß man „auf- । teigt, sondern daß die Erde in die Tiefe sinkt, wah­rend es einem vorkommt, als ob man ruhig bleibt, wo man ist. Und ferner: Der Wind, der da unten gar mächtig die Bäume bewegt, erscheint plötzlich ganz verschwunden. Dies ist leicht erklärlich, denn »er Wind treibt den Ballon und der Ballon fliegt dorthin, wo auch der Wind hinweht. Nichts ist da, dem der Wind Widerstand bieten könnte. Der Ballon selbst tut's nicht, denn er schwimmt ja eben in und mit der Luftströmung. Die photographi­schen Aufnahmen aus dem Luftballon, wie sie jeder gewiß schon gesehen hat, geben kein rechtes Bild, weil sie nur kleine Teile darstellen. Die Erde aber erscheint keineswegs wie eine große, flache, typogra­phische Karte, oder gar wie eine Kugel, sondern da man den Horizont immer im gleichen Niveau mit dem Auge erblickt, auch wenn man noch so hoch steigt, wie eine ungeheure Schüssel, bereit tiefster Mittelpunkt direkt unter der Gondel liegt, und bereit Rand der Horizont ist. Jedenfalls also braucht sich niemand zu ängstigen und vor Schwindelan- fällen zu fürchten, wenn er veranlaßt wird, einmal mit aufzusteigen. mo.

— Die Verschiedenheit der Seifen. W,r Kultur­menschen erblicken in der Seife einen der wichtigsten Bedarfsartikel, denn wohl keiner wird soviel und so vielseitig angewandt wie die Seife. Als Toilette­seife diente sie zur Reinigung des Körpers, als Kern­seife zur Reinigung im Haushalt, dazu kommen noch die besonderen medizinischen und kosmetischen Seifen usw. Wenig bekannt ist aber, wie die Ver­schiedenheit der einzelnen Seifen zu Stande kommt. Nach Plinius haben schon die alten Deut­schen eine feste und eine flüssige „Salbe" herge­stellt, indem sie die Holzasche mit Fett verkochten. Je nach Art der Asche wurde die Salbe steif oder weich. Noch vor einigen Jahrzehnten fertigte man sich auf dem Lande die Haushaltseife auf bte gleiche Weife an. Die modernen Seifensieder verwenden freilich nicht mehr die Asche, sondern gleich das in dieser enthaltene wirkfame Aetzkali oder Aetznatron,

r. Statt.

Druck und vertag der Zuldaer Hdienbtudetel in znlda.

m irr.

Montag tat 19. 3u«i Ml

58. rahrgang.

----- „Der Fahneneid der Jesuiten", i ^LA^rn schon Verpflichteten; diese hat-1

Unter diesem Titel veröffentlicht die „Kölnische je» selbst bei begründetem Zweifel an der Gerechtig- ßeitung" Nr. 632 eine Zuschrift, in der folgende {ett der Sache zu gehorchen.

Stelle aus der Moraltheologie des JesuttenpaterS Die „Köln. Ztg.« will mtt Inangriffnahme die- A. Lehmkuhl zitiert wird: fer Frage auf lernen Fall der Wahrheit dienen.

„Wenn einem Soldaten etwas befohlen würde, ^)as Interesse, das sie daran hat, ist lediglich das, was so wahrscheinlich ungerecht wäre, daß er ben Ge- ihrer antmltramontanen Leidenschaft zu dienen. Es horsam verweigern könnte, oder wenn er, durch bie I [fegt ein Stück Volksverdummung m dieser Schuld eines Vorgesetzten, solchen Gefahren für die mra$i3. Als vor einigen Jahren der „Hauptmann Seele ausgesetzt würde, daß eher der Sotdatenflanv 1 b0R ^gpenit« mtt einer Hauptmannsuniform ein auftuheben fei, als länger in der nächsten Gelegenheit Soldaten und den Reserveleutnant, Bürger- ihr Sünde M verbleiben, W Me Wch übernom P Köpenik, düpierte und die Rathauskaffe

fc to Ä ÄÄ Ä L" tA». d. Ule mm. 1-8- 1-N- »i-b mm.

Mch denVmständen entsprechend desertieren muß. Ja, scharfe Krttiken über den Gehorsamsbegriff beim wenn jemand zum Militärdienst gezwungen wird, muß I Militär. Man wollte der vernünftigen f r e t e n -»wogen werden, ob der Zwang ein gerechter ist, oder ^Entschließung der Soldaten mehr Spielraum ök> nicht wegen ungerechten Zwanges der Gid ein un-1 gelassen wissen, gegenüber einem rein außer- ?Kiger sei, ober eine gewichtige Ursache, sei es i«/ |f{(6eit Subordinationsbegriff, der bekanntlich mit ientalreftiivion, fei eS zum Scheineid (nicht wie die I Fahneneid eng zusammenhängt. Geschehen ist

uschnfl an bie ftdl«. 3tg.' OTaeUieben fre«^ nichts. Aber auch die antijesuitische

abe^UnP(Sei)tbud> der B^raltheoiogie, Herder in Frei-1 und daher moralisch so hoch stehende Welt hat dabei bürg (Vaden? 1910, 1,.. Aust, l 568,4). Im Anschluß I gemerkt, daß das beste Prinzip zum Blöd sinn daran Keibt c4: .Die Entscheidung darüber, ob, wann! und zur Farce werden kann — „Vernunft wird u,ib wie d>« Seele bei Soldaten, und zwar des ®e« - - "" ' "" " 1

UKiueu fc gue wie iehen Ofstztcri geiShrdet wird, steht de n Beirhtvü.er. Bischt- oder ’Vavft pi".

unterstehen. Denn es ist selstverständlich, daß £gti>, d. i. die Anrufung der Autorität Gottes Bekräftigung meilfchlicher Worte oder Verfprechun-1 gen, nicht zur Beleidigung Gottes verpflichten kann. I Eine solche eidliche Verpflichtung zur Sünde hieß im I Grunde den höchsten Kriegsherrn, dem der Eid gilt, I die größte Schmach antun. Wenn daher eine Moral-1 theologie lehrt: bis zur Begehung offenbarer U n« > derechtigkeiten erstrecke sich die Verpflichtung I des Fahneneides nicht, dann wird sie da­durch nicht staatsgefährlich, noch auch feindlich gegen I das deutsche Reick, noch verleitet sie die katholischen Soldaten zur Jnfiibordinaiion, noch behauptet sie, daß der deutsche Soldat 51t Una-n Migketten ange-1 halten oder zum Abfall von feiner Religion ge- (’ toungen werde. Trotzdenr darf sie aber und muß

ie von allen schwer ungerechteir Veroewaltigungen I m den höchsten Gütern des Menschen sprechen. Soll­ten das selbst nur angenommene Fälle sein, so I Würden durch solche die normgebenden Grundsätze I xrklärt — und das ist die Hauptausgabe der Moral­theologie. Und doch sind ähnliche Fälle nicht so ganz in das Reich der Einbildung zu verweisen. Aus den jüngsten Jahren sind Fälle erinnerlich, wo katholische Offiziere in Frankreich, als sie befohlen wurden, Kirchen gewaltsam zu erbrechen, den Ge­horsam verweigerten, und eher ihren Degen ab- gaben, als sich zu solchen Ungerechtigkeiten gebrau. chen zu lassen. Ist es so ganz unmöglich, daß sich ein Beispiel wie das des hl. Mauritius und der thebäischen Legion wiederholte, welche sich lieber niederhauen liefe, als dem Befehl nachzukommen, an den heidnischen Opfern vor der Schlacht teilzu- nehmen? Waren alle diese Christen durch ihre Weigerung meineidig? —

Was nun die Bemerkung betrifft, die Entschei- d-,na über Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit von militärifchen Befehlen „steht dem Beichtvater, Bi- fchof oder Papst zu", fo findet sich davon in der Lehmkuhlfchen Moraltheologie keine Silbe. Eine Entscheidung pflegt in zweifelhaften Fällen zu geschehen. Nun sagt aber grade Lehm­kuhls Moraltheologie, daß in zweifelhaften Fallen S)ar wohl etwaige Freiwillige sich vorher über die erechtigkeit oder Ungerechtigkeit eines betreffen-

V. K. Höhenluftkurort Hilders in der Rhön.

Ein guter Kenner des Ortes und der Umgegend, der Maler und Photograph A- B-, zur Zeit in Offen- hach a. M., äußerte sich in folgender Weise über den Luftkurort Hilders i. d. Rhön:

„Hilders gehört seiner malerischen Lage nach zu den schönsten Punkten der Rhön und erfreut sich als Luftkurort einer von Jahr zu Jahr steigenden Frequenz. Immer größere Scharen von Touristen durchstreifen die nähere und weitere Umgebung von Hilders. Botaniker und Maler sind eifrigst auf der Suche, das ihren Studienzwecken in Flora und Naturschönheiten Dienliche sich nutzbar zu machen. Selbst vielgereiste und verwöhnte Sommergäste ver­bringen zum Nutzen für Körper und Geist hier gern Ihre Ferienzeit, wozu ganz besonders die behaglichen, hllen Anforderungen entsprechenden Gasthöfe ihr bestes beitragen.

Wie an selten einem Orte, sind die herrlichsten Uussichtspunkte auch den bequemsten Bergsteigern leicht erreichbar; ein stetig säuselndes Lüftchen macht das Atmen zur Lust. Die lästige Fliegenplage fft felbft im Hochsommer unbekannt.

Ueberräschend und unvergleichbar ist die Höhen- f-ernsicht von der Ruine Auer s b erg, in einer alben Stunde bequem erreichbar. Der Blick um- . afet ein Panorama, das vom Süden zum Norden ich ausdehnt. Großzügige Linien und Flächen n lebhafter Abwechslung zeigen sich. An den 5ängen der Bergreigen ziehen sich schattige Buchen- ünd Tannenwälder hinab, zwischen betten grünfar* üge Matten bis zu den Bergeskämmen wie Tep- nche sich ausbreiten, den ganzen Sommer über von peidendett Ziegen- und Kuhherden belebt. — Zwi- chen Talebenen und Wäldern liegt ein fruchtbares, 8~iettn auch mühsam zu bebauendes Ackerland, an das ch weiter saftiggrüne Talwiesen reihen, vom klaren orellenreichen Wasser der Ulster durchrauscht.

An diesem Flüßchen entlang, das seinen Lauf Hördlich ins Werragebiet nimmt und zuweilen recht H>ild wird, lassen sich ebenso schöne wie anregende

* Tttderstadt, 18. Juni 1911. Ein »ttroegener --- -- T

Diebstahl wurde in derIkirche zu Gerblingerode Schwarzburg-Sondershausm umfassen soll . bei Tuderstadt verübt. Ein Opferkasten wurde von Durchführung des Projekts soll eine Anleihe bon_2y2 einem etwa 50jährigen Handwerksburschen mit j Millionen Mark aufgenommen werden. — Aus W 0 n-