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Zeitung

« fuldaer

Deutsches Neich.

In

Rus Mrche und Schule.

*

demokratischen Partei angehort, könne daher nach

Gelegenheit zeigen,

cmzutreten.

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scharf darf man über Pannen am Motor oder an den Spanndrähteir ufto. urteilen; das Material hat oft verborgene Fehler, und der kunstvolle Mechanismus hat seine Tücken. Aber Ivenn einer mit einer mangel- haften Kühlvorrichtung abfährt, wegen des heitzgelmi- fenen Motors landen muß und dann den Einbau em er besseren Kühlvorrichtung in Aussicht stellt, so scheint doch die Vorbereitung zur Fahrt nicht mit dem rechten Eifer betrieben worden zu sein. Die Herren Flieger mißten sich jedoch bewußt sein, daß bei einer 1° pomphaft angekündigten Wettfahrt nicht bloß ihre Ehre sondern die Ehre Deutschlands auf dem Spiele steht. Wer sich vor den Augen der ganzm Welt als Vertreter der deutschen Flugkunst zeigen will, der muß rechtzeitig alles tim, was in seinen Kräften, steht, um mit dem allerbesten Material und in der besten Form

und sachlichen Hilfsmittel behaglich die Windstille und das Tageslicht abwartet. Ob der „formelle Start nicht noch zu Streitigkeiten führt? Jedenfalls ist eS ein Glück, daß wir die Nachwirkungen dieses KnftsS nur unter uns Deutschen auszutragen haben. Bel einem internationalen Wettbewerb hätte eine solche ■ Vorspieoelung eines Starts zu schlimmen Aergernis- fen geführt. Für die Zukunft sollte man die Be- dingungm so klar und zweckmäßig machen, daß für derartige Winkelzüge weder Arznei noch Raum bleibt.

Im übrigen halte ich es für ganz gut, daß die Anforderungen an die Flieger nicht gar zu hoch ge­spannt find, rmd daß man für jede Etappe einen „Ruhetag" eingelegt hat. Mit Uebereifer ist auf die­sem ungeheuer schwierigen und gefahrvollen Geoiete nichts zu machen. Auf dem Berliner Flugfelde war in der Woche vor dem „Rundflug" schon ein Ueber­eifer ausgebrochen, indem der eine den Höhenrekord des andern krampfhaft zu überbieten suchte — bis der Flieger Schendel bei einem tollkühnen Höhenflug einen Todesstucz tat. Vorläufig kommt es mehr aus die Sicherheit im Fliegen an, als auf die Fipig-

keit in Akrobatenleistungen.

In der Hoffnung, daß die Flugkunst Fortschritte mache, betrachte ich die Veranstaltung mit Sympathie — trotz aller unangenehmen Begleiterscheinungen. Nächstens sollte man bei solchen Sachen die überlaute und aufdringliche Reklame fern halten Die große Trompete hatte es auch fertig gebracht, zum «tart- morgm hunderttausend und einige Berliner auf die Beine zu bringen, was dann wiederum von den be- teiligten Zeitungen als glänzender Erfolg aufge- baufcht wurde. In Berlin sind die neugierigen Mas­sen sehr leicht mobil zu machen Namentlich zu einem Schauspiel in der Sonntagsfrühe; dann mischen sich die durchschwärmenden Sonntagsbummler mit den feiertäglichen Frühaufstehern. Ich habe mich natür­lich nicht auf das Flugfeld locken lassen; denn nn Grunde ist dort nichts rechtes zu scheu. Das A b - fahren der Flugzeuge ist ja gar nicht entscheidend; auf chre Schicksale im V erlaufe der Fahrt kommt es an, und davon kann man natürlich erst nachträg­lich etwas erfahren. Die Neugierde ist menschlich, aber selten vernünftig.

elften Stunde von der Vereinbarung zurück, weil in Paris eine deutschfeindliche Hetze einsehie, die haupt­sächlich mit der Verdächtigung arbeitete, daß die bo- en Deutschen den überlegenen französischen Fliegern die militärisch höchst wertoollen Geheimnisse ihrer Kunst abgucken wollten. Das war nicht schön, aber ich bedauere die Sprengung des internationalen Aus- chusses nicht Es ist ganz gut, daß Deutschland erst einmal für sich allein seinen Fortschritt in der Flug­kunst erprobt. An dm Ergebnissen des ersten Flug­tages Berlin—Magdeburg sieht man ja schon, daß wir zur Zett für eine internationale Parade noch nicht so recht „in Form" sind.

Auch die begeisterten Frmnde des „Deutschen Rundfluges" werden an dem kritischm Sonntag in den Seufzer eingestimmt haben: Viel Geschrei und wenig Wolle! Die Reklame hat gewaltig gearbeitet. „Ueber 400 000 Mk. an Preisen!" hieß es überall. Wer ein Flugzeug und einen Führerschein besaß, mußte sich zur Teilnahme gereizt Mm. An Zett zur Vorbereitung hatte e8 nicht gefehlt. Bon Rechts wegen hättm an dem Startmorgen ein paar Dutzmd Flugzeuge in der sorgfäligstm Aufmachung fahrberett dastehen müffen. Daß nur siebm rechtzettig abfuhren, war schon ein Zeichen von Schwäche Und wenn von den sieben nicht wmtger als sechs unterwegs das eine cder andere Malheur hatte, so ist doch noch manches faul im deutschen Fliegecstaate. Wind und Wetter warm allerdings nicht mehr so schön, wie in den vorangegangmen warmen und stillen Tagen; doch waren die Mttörungsverhältnisse auch nicht ungs- wöhnlich schlecht. Wenn bei diesem mittelmäßigm Wetter nur ein einziges Flugzeug 140 Kilometer durchzuhalten vermag, so find wir noch weit entfernt von einem zuverlässigen Erkundigungsmittel für Kriegszeitm, geschweige denn von einem Beförde- rungsmittel.

Aufgefallm ist mit, daß mehrmals Benzin­mangel als Ursache von Notlandungen angegeben wird. „Dersehmllich" war der Benzintank nicht ge­hörig gefüllt wordm. Das dürste doch eigerttlich in dem Lande der deutschen Gründlichkett und der preu- ßischen Strammheit nicht vorkommm In dm Flie- gerschuppen darf der Schlendrian durchaus nicht Fuß fassen Man muß dort mehr an das Benzin denkm, als an die Flüssigkeiten in der Kantine. — Nicht so

Eine wunderliche Nmerung bei diesem Rundflug ist der sogenannte formelle Start. Es war vorgeschrieben, daß die Beteiligung an einer Etappe nur dann angerechnet werdm kann, wmu an dem be­stimmten Tage gestartet worden ist. Für die Etappe Berlin—Magdeburg mußte also noch im Laufe des Sonntags gestartet werdm. Run wollten aber einige Flieger noch bis Montag warten. Das leitmde Ko­mitee wollte bei der dünnen Beteiligung die Nach­zügler nicht gern miffen. Da verfiel man auf ein Auskunftsmittel, das dem geriebenstm Rechtskonsulen­ten Ehre" machen könnte. Die betreffmden Flieger stiegen am Sonntag abend auf; chre „Abfahrt" wurde reaelrecht gebucht. Sie machten in der Luft einen schönen Bogen und kehrten dann auf das Abfahttsseld zurück. Die Rückkehr wurde als „Zwischenlandung betrachtet. Nach der nächtlichen „Zwischenlandung" wurde am andem Morgen nach Belieben die wirk­liche Mfahrt angetretm, die nun „Weiterfahtt" hieß. Wenn ich Schiedsrichter wäre, würde ich diefm „for­mellen Start" für eine unzulässige Umgehung der Vor- schristm erklärm. Zum Wesen der zuläffigen Zwi­schenlandung gehört, daß die Stelle zwischen dem Startpmckt und dem Zielpunkt liegt. Wer wegm schlechten Wetters oder der Dunkelhett seine Fahrt unterbrechm muß, ist in einer fremden Gegmd viel ungünstiger gestellt, als sein Koickurrent, der nach einer scheinbaren „Abfahrt" die Maschine wieder in dm Stall sckiebm läßt und inmitten aller persönlichen

M 136.

Samstag den 17. 3uni 1911.

58. Jahrgang.

wochen-Rundjchau.

[:] Fulda, 16. Juni 1911.

Würzburg, 15. Juni 1911. Angewiesen wurde Kaplan I. Schenk in Stadtschwarzbach in gleicher Eigenschaft nach Dettelbach. Milder

■

Unpolitische ZeManse.

<N.) Berlin, 14. Juni 1911.

cNachdruck verboten.)

Der „Deutsche Rundflug 1911" ist im Gange. Der Anfang war schwach. Am vorigen Wonn- tfln früh sollten nach den lallten Ankündigungen 21 Flugzeuge von Berlin nach Magdeburg losgelassen »erben. ® Es fuhren aber zur festgesetzten Zett nur k ab und davon vermochte nur 1 (sage und schreibe -ins) dir Strecke von 143 Kilometern m einem «uge zurückzulegen. Die übrigen mußten wegen die­ser oder jener Panne eine ober mehrere Zwischen­landungen vornehmen. Nachdem im Laufe des Sonn­tags ober am Montag noch etliche Nachzügler von Berlin aufgesttegm waren, kamen schließlich 9 Flug­zeuge in Magdeburg an Tie Fahrzeiten schwanken von 2 Stunden 7 Minuten bis 63 Stunden 28 Mi­nuten. t ,, , .,

Eine Schwalbe mußte also an den ersten beiden Tagen ben Sommer machen. Die zweite Etappe Mag- beburg—Schwerin (176 Kilometer) ließ sich etwas besser an. Es kamen zwei Flieger in der sehr guten Zeit von 1 Stunde 54 oder 59 Minuten nach Schwe­rin, ein britter in 2 Stunden 38 Minuten.

Bei der Landung in Magdeburg ist ein Flieger ab- geslürzt und hat sich eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen Auf dem Landungsplatz in Schwerin drohte sich das Pariser Unglück zu wiederholm, indem ein absteigender Flieger mit sausender Schraube au eine Gruppe von hervorragenden Zuschauem zuschoß. Zum Glück geriet das gefährliche Flugzeug mit einem Flügel an ein im Wege stehendes Automobil und wurde dadurch gegen einen Schuppen abgelenkt. So gab es dort nur Materialschaden, aber keinen Leibes- schaden. Zu gleicher Zeit traf aus Italien die Mel­dung ein, daß der deutsche Flieger Frey, der sich an dem Wettflug Rom—Turin beteiligte, in einer oben Gegend abgestürzt und mit gebrochenen Gliedmaßen 12 Stunden hilflos liegen geblieben sei.

Da der Deutsche Rundflug noch bis zum 7. Juli währen soll, so haben wir uns noch drei Wochm lang auf Unglücksnachrichten gefaßt zu halten.

Bekanntlich war zuerst ein internationaler Ruudflug geplant. Die Franzosen katen aber in der

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" I Winzer über die Abgrenzung des Weuchaugebietes pacrn bestraf zu w Unabhängigkeit

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I hpa Devortements Aube toeaert des Maroklos anguiu, si» rirhmma

Ausland.

** Die Arbeiterschutzgesehgebuntz in der Lchwelz. Das Kranken- und Unfallversich erungS' g e s e tz ist vom Nationalrat mü 136 gegen 12 Stim­men vom Ständerat einstimmig angenommen worden.

* Der amerikanische Senat hat eine Gesetzes' Vorlage angenommen, durch die eine direkt Wahl der Senatoren durch Volksabstimmung eingeführt wird.

dagegen, daß Spanien sich frivol über diese Wie hrn- wegsetze. Man muß sagen, diese Entrüstung sicht den Franzosen ausgezeichnet. Die Spanier scheinen sich aber nicht viel daraus machen zu wollen, ob­schon Frankreich auch seine marokkanischen Puppen zu Protesten veranlaßt hat. Sie berusen sich, wie die Franzosen auf die Verträge. Bei den Machten hat Frankreich über das Vorgehen Spaniens Be­schwerde geführt. Mittlerweile hat der General Moinier Mekinez fast ohne Kampf besetzt

In I t a l i e n hat die Regierung bei den Kam­mern eine Wahlreformvorlage eingereicht, wodurch § das Wahlrecht bedeutend erweitert wird. Abgeord- j nete der äußersten Linken brachten einen Antrag ein, die Regierung aufzufordern, eine energische mter- nationale Aktion für die Anwendung des Artikels 23 des „Berliner Vertrags" auf Albanien her­beizuführen; der Artikel bringt die Einführung ähn­licher Reglements, wie sie für Kreta bestehen, auch für andere Teile der Türkei vor. Der fmhere Mi­nister des Aeußeren Giueardini verlangte energischere Wahrnehmung der Interessen Italiens auf der Bal­kanhalbinsel und in den Mittelmeerlandern Afrikas und verbreitete sich über die Bündmsverhaltnifle Italiens, wobei er zwar für die Erneuerung des Dreibundes eintrat, sich aber ziemlich skeptisch da­rüber äußerte. Minister Marquis San Giuliano sprach sich sehr friedliebend und dreibundfreundlich aus und lobte insbesondere das Verhältnis zu

)(Der amerikanische Schiedsvertragsentwurf den der deutsche Botschafter in Washington, Gras Bernstorff, für die beui . : Regierung erbeten und nach Berlin abqefandt hatte, ist mittlerroetU im Auswärtigen Amt eingetroffen. DerEnt- wurf wird gegenwärtig einer Prüfung unterzogen. Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen haben bisher nicht stattgefunden.

Maßgabe des 8 44 DL des Volksschulunterhaliungr- gesetzes von der Zugehörigkeit zu dieser Behörde au»- geschlossen werden, da es sich der Achtung des Air- ehens und des Vertrauens, welche die Mitgliedschaft eines Schulvorstandes erfordert, unwürdig mache.

* Die Polen in Rheinland-Westfalen. Nach einer Mitteilung des „Narodowiec" haben alle pol­nischen Vereine in Rheinland und Westfalen eme Beteiligung an der Fr onlerchnam s pr o z es- sion abqelehnt, wett sie dabei nicht pol­nisch singen dürfen. — Die „Germania bemerkt hierzu: „Wenn diese Nachricht richtig sein sollte, so wäre ein solches Vorgehen der polmscheu Vere ne tief zu bedauern. Es wird daraus in akacholischen Blättern nicht mit Unrecht der Schluß gezogen, daß die Polen ihre Nationalität über die Religion stellen.

* Dritter sozialer Kursus für Kaufleute. Für den dritten sozialen Kursus für das katholische Deutsch­land in diesem Jahre vom 20. bis 24 August in MGladbach veranstaltet, ist das genaue VortagSP.o- gtamm in nachstehender Weise festgesetzt:

Sonntag, 20. Aug. Abends 8‘.» Uhr: Der Au,bau unserer heutigen Bolkswirtschast unter besonderer Be­rücksichtigung^ des Handels lErgebnipe der Berufs- und Betriebszählung von 1907).

Montag, 21. Aug. Borm.: Die wirtschaftlichen Jnterefienbeztehungen zwischen De atthandel und den andern Erwerbsständen. Die Erziehung der Kaufn, Nackm.: Der gegenwärtige Stand der Gesetzgebung mnnnflen des Detailhandels, unter besonderer Berück­sichtigung der Wirkungen des Gesetzes zur Bekämpfung beS äS, Ä”eSm.: Neues zur Frage bet Warenhäuser und Konsumvereine (die Vesirebungen aus Einsühmng einer Umsatzsteuer usw.); Nachm.. Die Förderung des Detailhandels durch die Gememden.

Mittwoch, 23. Aug Borm.: Die Kredit- und Zahlungsverhältnisse im Detailhandel ^Wirkungen der Kartelle und der Konventionen des Großhandels auf : L DetallhanL; Nachm.: Ziele und Wege ber

, d» Snoairn« '6x‘,aä«"'Pe” b««»

wirtschaftliche und soziale Schulung; Nachm.. Furforg« " für den kaufmännischen Nachwuchs. (Jugendfürsorge, = gesetzliche Regelung des Lehrlingsweseus.)

Wie das vorstehende Programm zeigt, werden in der Regel zwei Vorträge gehalten. Die Diskussion schließt sich an die Vorträge am Als Teilnehmer sind vor allem jene Detaillisten eingeladcn, die oeabstchtigen, in der Standesbewegung des Detailhandels an leiten­der Stelle mitzuarbeiten. Den Detaillistenorgamsatw- nen ist dringend zu empfehlen, oemeimmtzlg denkende Mitglieder zu dem Kursus zu entsenden Gckchrm werden nicht erhoben; die Ausgaben beschranken sich lediglich auf Reise und Aufenthaltskosten. Amneldun- oen sind möglichst bald an das Volksvereinshaus zu M.Gladbach zu richten, von wo gern weitere Auskunft

tata ®ebUta ÄeDen, sobald die Ordnung i LKher beraestellt ist. Dabei macht es gleichzeitig ; Mime, ein möglichst taßes und kostbares Stückes «and»» m besetzen. Auch dann halt es sich getteu an A französisches Vorbild, daß es behauptet, e§ eile dem Sultan zu Hilfe.

Vchutzvefoyiene ermorver im«» i^i Die Franzosen schönen kein rechtes Eftann

cht spielt sich Frankreich auf einmal als ben Humor zu haben, der in di^er Sache li . der Alqeciras-Akte auf und protestiert Sie Protesti ere n mit großer Entastung und

- - - - • ...... — 1 J«. das frivole Spanien verletze Recht und Mo-

das Schmählichste. Ja, man hat dm Mit bei den Mächten Protest erheben zu wollen über die Verletzung der Algecirasakte durch Spanien.

Wir möchten gern die Gesichter sehen, die man m den europäischen Kabinetten macht, wenn man die Beschwerde Frankreichs zu Gesicht bekommt Soll man nun Spanim drohend zur Ordnung rufen und es nötigenfalls zwingm. seine Beute fahren zu * Das kann man doch nicht wohl, nachdem man Frank- ! „ich hat gewähren lasten, oder man mußte sich zu dem I Grundsätze bekmnm: was dem Großen erlaubt ist, wird dem Kleinen nicht erlaubt. Spanim verlaßt sich auch wohl darauf, daß die Mächte bereits Ver­druß genug von Marokko gehabt habm, als daß sie Neigung verspüren sollten, durch scharfes Vorgehen neue Verwicklungen heraufzubeschworm. Da schließ­lich wohl niemand einzugreifen Lust haben wird, kann Spanien die Sache mit Frankreich ja allem ans- machm Und da dies keinen Krieg wird heraufbe­schwören wollen, der zu unübersehbaren Verwicklungen führen und ihm schließlich die marokkanische Beute wieder entreißen könnte, so wird es am Ende über Proteste und Drohungen wohl nicht hmcmsgehen un der Schluß dürfte sein, daß S P a n i e n und F r a n k- reich sich brüderlich verständigen. Spanim be­hält einstweilen ein Stückchen von der Beute, wahrend Frankreich die große Masse einsteckt

In Frankreich ist man natürlich gleich mit dem Verdachte bei der Hand, das böse Deutschland stecke hinter Spanien. Wie andere Machte, so mag auch Deutschland seinen Spaß an dem verwegenen Spanien haben, aber daß es dies zu sein em, verwege­nen Vorgehen angestachelt haben sollte, erscheint wenig glaubhaft. Angeblich hofft Spamen auf eine ver­mittelnde Haltung Deutschlands. Dies wird sich aber I in der kitzlichm Sache schwerlich auf eine ,-Bermitt- limg" einlassen, bei der es sich selbst Verdrießlichkeiten zuziehen könnte. Mag zunächst einmal Frankreich, das so frivol mit der Algecirasakte umgesprungen ist, zusehen, wie es sich mit Spanien verständigt, ohne daß die übrigen Mächte sich beschwett fühlen.

I In unserer „nationalen" Preste, die schon immer geschrieen hat, Deutschland solle in

Der „Hansabund" hat in der vergangenen Woche seine Tagung gehalten, und wenn die Ta­gung auch wenig Klarheit gebracht hat uber das, ö l'5.. 7s________itnotprlet bat der

2. Blatt.

« und Verlag der Fuldaer Aetiendrnckerei

i« $ul>e.

** Sozialdemokratische Schulvorstände. _

vor unqeiegenyeucu , einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts ist

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Iaert'j.9 es bot. «uf feinen MinMerpqlM s« »«• te “lUtae'®j£ ’b”e »»‘Stanten Watisbütgern Em

nuna aum wum guus-.. ö------ ' i Abgeordneten des Departements Aube wegen des

was die Herren eigentlich wollen, zweierlei hat der M^enzungsdekrets interpMert wurde, und es ver- Berlauf klar unb deutlich erwiesen: Der Hansa- teibigt(,; erhielt von d« Kammer enr Bertrauens- bund ist eine linksliberale Organisation, und seine bofunL Mehr als die Champagne erhalt aber M a- Stellunanahme zur Sozialdemokratie ist mehr. als si. 0 {l 0 Land in Aufregung. Spamen hat sich »toeibeutig Sämtliche Redner machten Wahlstim-1 bekanntlich herausgenommen, die Hafenstadt Larrasch munq nur für freisinnige und iunMberale Leute^ besetzen und gegen Elksar vorzugehen, wo bret Aeußerst bezeichnend war der Beisallslarm, der ftch spanische Schutzbefohlene ermordet worden sem erhob als ein Redner gegen den Religionsunter- U^n. Jeb" f:x richt in ber Fortbildungsschule zu Felde zog., AN- ;

tireligiöse Instinkte! Mit der Sozialdemokratie will es der Hansabund iiicht verderben. Zwar will I Herr Rießer sie „bekämpfen", aber nicht durch Eini­gung des bürgerlichen Lagers, sondern dadurch, daß er sie „zur Mitarbeit im Staatsleben, insbesondere auch in den Parlamenten heranzieht". D,e Samm­lung aller Parteien gegen die Sozialdemokratie hat der "Vorsitzende des Bundes, Geheimrat Rießer, ein­fach als „Sauimlung aller rückständigen Elemente bezeichnet und selbst eine Stichwahlparole gegen­über ber Sozialdemokratie abgelehnt. .Der „Ulk brachte vor einigen Tagen ein Bild, worin der Han-. sabund als Bulldogge dargestellt wird, der den dem deutschen Michel auf ber Brust lastenden Kater „Bund ber Laubwirte" verjagen soll; ob der deutsche Michel aber lieber unter einer Bulldogge stöhnt als unter einem Kater lassen wir dahingestellt.

Im Reichslande hat der Parteitag der elsaß-lothringischen Zentrumspartei eme Resolution gegen das Reichszentrum angenommen. Die Zeu- trumsfraktion des Reichstages war ja angesichts der Stimmungen im Reichsland und der dort herr­schenden Mißverständnisse darauf gefaßt, daß ihre Zustimmung zu dem Verfassungskompromiß ihr vorläufig erhebliche Schwierigkeiten m den dortigen Reichs-Wahlkreisen machen würde. Sie hat mit vollem Bewußtsein den Parteivorteil hintaugesetzt, um unter eigenen Opfern einzutreten für em Gesetz, das sie als vorteilhaft für das ganze Reich unb ba§ . unb lobte insbesondere das wrcaitnis zu Reichsland selbst erkannt hatte, vorteilhaft deshalb Oesterreich, aber die Jntegrftät der Türkei wollte er weil es denjeiiigen Fortschritt brachte, der zur Zeit I antasten. Das Jubiläum des Königreichs überhaupt erreichbar war, unb weil es eme brauch-1 Folien hat nach seiner Ansicht bewiesen, daß es sich bare Grundlage schuf für ben künftigen wetteren A^ung unb Sympathien erfreut. Ueber die Ausbau der Autonomie von Elsaß-Lothrmgen. Nach- c-^eresten Italiens in Tripolis und Kyreaneika dem die Zeiitrumsftaktiou so nach bestem Gewissen ' $ ber Minister mit der durch die Rücksicht ihre Pflicht getan hat, muß sie geduldig abwarten, ^^ankreich und andere Konkurrenten gebotenen bis die Freunde in Elsaß-Lothringen sich MM rich- J^ckhaltung so aus, daß die Kammer ihin Beifall tigen Verständnis der politischen Sage und zur un-1 befangenen Würdigung ber beschlossenen Verfassung I ^as offiziöse Wiener Fremdenblatt ermahnte durcharbeiteu. Sollte inzwischen die Zentrumsfrak- ^r-tich die türkische Regierung ernsthaft, timt hier ober da eine Einbuße erleiden, so muß I be, ® „„haltbaren Zuständen in Albanien em Ende man das himiehmen und sich damit trösten, daß die I machen und die Gewaltmittel im eigenen Interesse Opfer auf den Altar des Gemeinwohls gebracht wor-1$ „ beruhigende Maßnahmen und Mittel zu er-

Reichsratswahlen stattgefunden , Die ftnb, hne bon Saloniki in Uesküb emgetroften und dort mit gmDet ben Slrm gUen ° ' w T Spanien

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«xr1 ** ■* * feindlichen Gemeindeschulen erfreueu. Das paßte i Besten gehabt Unter allerlei Vorwänden ist es den Liberalen unb Sozialdemokraten nicht die ver o Marokko eingedrungen und hat sich

eint gegen das Gesetz ansturmten " wirklichen Herrn des Landes, den Sul an aber

große Mehrheit des Lande» bmter bei H U seinem willenlosen Werkzeuge geu>acht. Die

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und bereiteten dem Gesetze Schwierigkeiten ^schol- laert zog es wr, auf fernen Ministerposten