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Dienstag dkn 30. Mal Ml.
38. Jahrgang.
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U Leitung
2. Blfltr.
vruck und Verlag der Fuldaer Aettendrnckerel in Fulda.
Deutsches Reich.
* Zweiter Sozialer Kursus für Kaufleute. Innerhalb des Detailhandels vollziehen sich m «afchem Tempo und großem Umfange tief einschneidende Umwälzungen. Warenhäuser und Konsumvereine nehmen an Zahl zu und gewinnen im einzelnen an Umsatz. Hausierhandel, Abzahlungsge- chäste, Wanderlagcr, heimlicher Warenhandel usw. ragen zu ihrem Teil bei zu den Schwierigkeiten, in >enen sich der Detailhandel befindet. Neue Ge- chäftsfornlen entstehen, jeder Tag schafft neue Ge- chäftspraktiken; eine starke Kapitalkonzentration Macht sich bemerkbar. Unter diesen Umständen sind Ausnutzung der Gesetzgebung und der Selbsthilfe notwendiger als je. Voraussetzung für eine richtige Anwendung dieser Staats- uiid Selbsthilfe, für eine Vorwärtsentwicklung des Standes ist die sozial e, wirtschaftliche Schulung der Standesan- tzehörigen. Dazu gilt es, besonders tloch eine Reihe von führenden Standesmitgliedern heranzubilden, die die Träger der Standesbewegring werden. Denn die Organisationsfrage ist zum Teil eine Personenfrage, abhängig von einer tüchtigen Leitung. Als Mittel, um diese Ziele zu erreichen, sind vor allem geeignet soziale Kurse, die in systematischer Weise in Vorträgen die wichtigsten Standesfragen behandeln. In den Jahren 1908 und 1909 hat der Volksverein für das katholische Deutschland bereits soziale Kurse für den Kaufniannsstand abgehalten. Dieses Jahr soll in der Zeit vom 20. bis 24. August der Kursus wiederholt werden. Die aktuellsten Gegenwartsfragen des Detailhandels werden in Referaten und Diskussionen behandelt werden. Zu diesem Kursus ergeht hiermit an die Detaillisten freundliche Einladung. Gebühren werden nicht erhoben. Nur die Aufenthaltskosten sind zu bestreiten. Tie Zentralstelle des Volksvereins ist bereit, Wohnung mit ob. ohne Pension zu vermitteln. Ausführliche Prospekte stehen zur Verfügung. Anmeldungen werden erbeten an das Volksvereinshaus M.Gladbach.
* Lindau am Bodensee, 27. Mai 1911. Auf dem diesjährigen ordentlichen Berufsgenossenschafts tag, der hier heule unter zahlreicher Beteiligung von Delegierten aus ganz Deutschland zusammentrat, fand einstimmige Annahme ein Antrag, die Verbündeten Regierungen zu bitten, unter Hinzuziehung von Jndustrievertretern Verhandlungen einzuleiten, um die Uneinheitlichkeit im tech- nischen Verordnungswesen zwischen den einzelnen Bundesstaaten zu beseitigen
58. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands in Mainz (6. bis 10. August).
Anträge für die 58. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands mögen baldigst bei dem ersten Vorsitzenden der Rednerkommission, Dr. Bendix, Domkapitular, eingereicht werden. Anträge, die später als vier Wochen vor dem Beginn der Versammlung, d. h. nach dem 9. Juli, einkommen, können aus Beratung nicht rechnen.
Ausland.
** Der neue Leiter der Geschicke Mexikos wird ohne Zweifel Francisco Mader o, der Führer der mexikanischen Aufständischen sein. Er wird zivar vorläufig nur als „Berater" der provisorischen Regierung in die Hauptstadt einziehen, aber es ist wohl sicher, daß er bald zum Präsidenten gewählt werden wird. Francisco Madera gehört zu einer der reichsten Familien des Landes, die riesige Güter und wertvolle Minen besitzt. Er hat in Fraickceich rmd Nordamerika eine vorzügliche Erziehung genossen. Nachdem er dann eine Zeitlang die Plantagen seines Vaters venvaltet hattte, widmete er sich dec Politik. Er schrieb ein Buch gegen Diaz, das großes Aussehen erregte. Daraufhin stellte ihn die demokratische Partei am 15. April 1910 als Präsidentschaftskandidaten auf. Diaz begmm nun feinen Gegner zu fürchten und ließ ihn verhaften, seine Familie und seine Anhänger aber auf jede Weise verfolgen. Nach den Wahlen entfloh Francisco Madero und stellte sich an die Spitze der Aufständischen, die ihm nun zu einem glänzenden Siege verholfen haben.
♦♦ Montenegro gibt »ach. Die montenegrinische Regierung hat eine Kommission an die albanische Grenze entsandt, die auf die dortige Bevölkerung beruhigend einwirken soll.
Aus dem Nachbargebieie.
* Heesfeld, 28. Mai 1911. In der Gemarkung Petersberg wurde ein etwa 26jähriger junger Mann erschossen aufgesunden Nach den sofort angestellten Ermittelungen handelt es sich um einen auf dem Hose Kühnbach bediensteten, aus Rotensee gebürtigen Knecht, an dem in den letzten Tagen Anzeichen von Geistesgestörtheit wahrgenommen worden sind.
O Langenselbold 6. Hanau, 28. Mai 1911. Zum Andenken an einen Besuch des Turnvaters Jahn in Unserem Ort im Jahre 1848 wurde heute hier eine Jahn-Gedächtnistasel feierlich enthüllt.
* Eschwegk, 28. Mai 1911. Im Kreise Eschwege wurden im vorigen Jahre 8317 Stück Sperlinge eingefangen und an die Bürgermeister der beit. Orte abgeliefert. Es wurden dafür 332,60 Mark Fangprämien bezahlt, in deren Bezahlung sich Kreis und Gemeinden teilen. — Die Stadtverordneten bewilligten 73 500 Mark zur Errichtung einer neuen Tnrb >n enanlage in der städtischen Schloßmühle, um mehr Kraft für das städtische Elektrizitätswerk zu erhalten.
* Biebrich, 25. Mai 1911. Der Lehrer Galler von hier hatte sich geweigert, das Amt eines Armenpflegers auzunehmen mit der Begründung, daß fr Junggeselle sei, sich aus eine Prüfung vorbereiten stmsse, und daß ihm im Falle der Annahme des Amtes die Wohnung gekündigt würde, weil fein Hausherr dm Verkehr der Annen in seinem Hause nicht wolle. Die Htadtverordneten beschloflen aber, den Lehrer wegm der Nichtannahme des Ehrenamtes der Bürgerrechte auf die Dauer von drei Jahrm für v e r- !u st i g zu erklären und ihn zu einer höhem Steuer »eranzuziehm. Die von Galler dagegen eingelegte Be- chrverde wurd- in allm Instanzen, zuletzt vom Ober- erwaltungsgericht, zurückgewiesen, weil die vorge
brachten Gründe fiic die Verweigerung der Annahme des Armmpflegeramtes nicht stichhaltig genug seien.
n. Darmstadt, 28. Mai 1911. Der Grotzherzog empfing gestern im hiesigen Residenzschlosse das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für kaufmännische Erholungsheime bestehend aus dem Präsidenten Baum-Wiesbaden, Kommerzienrat Dr. Bamberger-Mainz, Landtagsabg. Kommerzienrat Mollhan-Mainz und Kommerzienrat Fehr-Flach-Wiesbaden in Audienz. Die Herren erstatteten eingehenden Bericht über die Zwecke der Gesellschaft sowie über den gegenwärtigen Stand des Unternehmens. Gleichzeitig gaben sie von der Absicht Kenntnis, in allernächster Zeit ein großes Erholungsheim im Großherzogtum Hessen zu errichten und ersuchten den Großherzog um lieber« nähme des Protektorats über dasselbe. Ter Großherzog brachte dem gemeinnützigen Unternehmen volle Sympathie entgegen und erklärte sich mit Freuden bereit, das Protektorat über das hessische Heim zu übernehmen; auch stellte er die wirksame Förderung des Unternehmens durch die hessische Regierung in Aussicht. Bei der Auswahl des für das hessische Erholungsheim zu bestimmenden Ortes wird man voraussichtlich zwischen Bad Salzhausen und Lindenfels zu entscheiden haben. Nach der Audienz beim Großherzog wurde die Deputation von den Ministern des Innern und der Finanzen empfangen, die gleichfalls dem Unternehmen die weitgehendste Unterstützung des Staates zusicherten. Kommenden Dienstag werden die Mitglieder des Präsidiums bezw. der Baukommission der Gesellschaft sich nach Bad Salzhausen begeben, um eine Lokalbesichtigung vorzunehmen. Hessen wird wohl der erste Bundesstaat sein, in dem ein kaufmännisches Erholungsheim errichtet wird.
* Ans Franken, 28. Mai 1911. Im Neubau der Firma Kunkel L Co in Aschaffenburg brach der Kaufmann Moses Stern durch dcn Boden des Parterreraumes und fiel in das Souterrain, wobei er innerliche Verletzungen davontrug. — Der bewährte Aschaffenburger Polizeihund „Rolf" konnte in Lohr eineZigeunerbcnde als Urheberin umfangreicher Wäsched>ebstähle ermitteln. — Schneider Georg Fath in Lohr am Main, der Mörder seiner beiden Knaben, ist vom Untersuchnngs.Richter vernommen worden. Tie Schandtat entpuppt sich immer mehr als ein wohlüberlegrer, mit erstaunlicher Kaltblütigkeit verübter Mord. — Die Stadtverwaltung in Würzburg hat mit Rücksicht auf die Mißstände, die nach dem schweren Wagenunfall am Ostersonntag zutage getreten waren, den Ankauf eines Kran- ken-Automobils beschlossen.
* Kissingen, 29. Mai 1914. Das Fränk. Volksbl. schreibt: An der sogenannten „Eiringsburg" unweit Amshausen südlich von Kiffingen hat das K. General-Konservatorium der Kunstdenkmale und Altertümer Bahems bereits im vorigen Jahre sowie neuerdings Grabungen vornehmen lassen, die eine überraschende Aufklärung brachten. Der im Süden vom Löllbach, nördlich und westlich von der Saale umfloffene Bergrücken trug in frühgeschichtlicher Z-cit eine Befestigung bestehend aus einer starken Trockenmauer (Mauer ohne Mörtel) mit vorliegendem Graben. Im Osten liegt das Tor, wie bei vorgeschichtlichen Wallburgen durch Zurückbiegcn der Mauerflanken gebildet. Das Tor sowie größere Partien bet Trockenmauer wurden freigelegt; sic sind meist noch anderthalb Meter hoch erhalten und sollen mit Mitteln des K. Badckommifsariats dauernd erhalten werden. Die ganze Anlage zeigt noch viele Anklänge an vorgeschichtliche Befestigungen und ist (auch nach den Funden zu schließen) in fränkischer Zeit entstanden.
Amt Geisa und Umgebung.
* Geisa, 30. Mai 1911. Vor kurzem war, wie mitgetellt, unter dem Mischbestand der Ulster eine ansteckende Krankheit ausgebrochen. Die Vetertnär-Untersuchungsststion in Jena hat Forunke- lose festgestellt. Vor dem Genuß der Fische wird gewarnt. DaS Bürgermetsteramt hat fich auch an die Fischjagdpächter mit dem Ersuchen gewandt, den Bestand der Fische in ihren Gewässern einzufangen und zu verbrennen.
* Vacha, 30. Mai 1911. In die Werra und Oechse wurden am Samstag 10 000 Stück halbwüchsige Aale eingesetzt, welche vom Deutschen Fischeretverein geliefert worden sind. Die Aale hatten eine durchschnittliche Länge von etwa 22 Zentimeter; fie waren in 2 Kisten verpackt und hatten ein Gesamtgewicht von 2 Zentner.
* Dermbach, 30. Mai 1911 Die Pfingst- feiten beginnen in allen Schulen am kommenden Samstag; die Schulen sind also am Freitag, den 2. Juni, zu schließen. In den Volksschulen beginnt der Unterricht am 12. und in den höheren Schulen am 13. Juni wieder. Nach Wiederausnahme des Unterrichts ist der Geburtstag des Großherzogs, der in die Ferien fällt, durch Veranstaltung einer Schulfeier zu begehen. — Trotzdem ein Teil des hiesigen Bezirks wegen der M a u l- u. Klauenseuche gesperrt ist, war der Auftrieb zum letzten Markte doch lebhaft. Es waren einige hundert Tiere zugetriebeu, der Handel gestaltete sich recht lebhaft und die Tiere fanden guten Absatz.
*A«8Thüringen,30.Mai 1911. Die Thüringer Lehrerversammlung im Herbst nächstenJahreS wird, wie jetzt feststeht, in Saalfeld abgehalten werden. — ®« Gattin des in dem ganzen Kali- industrie-Bezirk bekannten BetriebssührerS Everts- busch in Dietlas ist plötzlich einem Herzschlage erlegen. — In Unterwalbbehrungen wurde ein Stein gefunden, welcher nach sachverständigem Gutachten als historisches Altertum bezeichnet wurde.— Aus Anlaß deS 250jährigen Kirchenjubiläums der Gemeind« ft» Ruhla hat der Großherzog von Sachsen-Weimar ein wertvolles Kirchenfenster gestiftet, dar die Darstellung der Sage vom hartgeschmiedeten Landgrafen in künstlerischer Glasmalerei zeigen wird. — In Herleshansen verbrannte eine Frau sehr schwer infolge Explosion einer Spiritusapparates. — In Eisenach wurden zwei 18jährige Burschen beim Fangen von Singvögeln erwischt. — Binnen wenigen Tagen wurden in der Flur von Apolda von zwei Männern 1100 Hamster gefangen. — Am Spritzenhaus in Kälberfeld fing sich im Zaun ein Rehbock mit dem Gehörn so, daß er nicht wieder los kommen konnte. Der Bock wurde abgestochen und nach Wntha an den Jagdpächter abgeliefert.
Aus Gberheffen u- den Hess. Aemtern.
* Marburg, 30. Mai 1911. Den Privalbozenten ber hiesigen theologischen Fakultät, Sic. Walther Bauer und Sie. Horst Stephan wurde das Prädikat Professor verliehen.
* Wetter, 30. Mai 1911. Am Sonntag wurde dahier unter zahlreicher Beteiligung von Gästen aus Stadt und Sand bas erste Bezirksfest des ersten Bezirkes des Turn-Gaues Hessen abgehaltcn; 67 Turner errangen den Eichenkranz. Mit 79 Punkten erzielte den 1. Preis Martin Textor-Marburg (T.-V.).
O Schröck, 29. Mai 1911. Heute nachmittag gegen 3 Uhr stürzte die Frau des Steinhauers Friedrich Nau aus einem Schalter des oberen Stockwerkes ihres Hauses und siel so unglücklich mit dem Kopse auf einen Umfassungsstein der Dungstätte, daß sie sofort starb.
* Hartenrod, 30. Mai 1911. In den nächsten Tagen wird der Heilkünstler Dikomeit, der, wie bekannt, wegen verschiedener Vergehen bestraft worden war, aus dem Gefängnis entlaßen werden. Sein Gehilfe Zimmermann ist bereits vor einiger Zeit entlassen worden. Außer dem großen Gebäude, welches die beiden zu ihrer Praxis inne hatten, hat Zimmermann im Saufe dieses Frühjahrs noch eine Villa neben dem Heilinstitut erbauen lassen. Wie verlautet, werden sie das Geschäft wieder weiter betreiben.
* Klcin-Englis b. Fritzlar, 30. Mai 1911. In der Nacht zum Montag brach auf dem Gute des Gutsbesitzers R. Rusche Großfeuer aus. Im Nu verbreitete sich bas Feuer über die vor 2 Jahren neu erbaute Scheune, zerstörte sie vollständig, sprang dann auf den angrenzenden Kuh« und Pferdestall über und legte ihn in Trümmer. Seiber sind 6 wertvolle Kühe mit verbrannt, und nur mit großer Gefahr konnten die anderen Tiere gerettet werben.
* Fritzlar, 30. Mai 1911. Der Naturapostel Anbreas Schneider aus Weimar hatte sich dieser Tage hier eingesunden und hielt einer großen Zuhörerschaft von einer Holzbaracke aus einen begeisterten Vortrag über naturgemäßes Sehen. — Oberarzt Dr. Ströhlein hier ist als Stabsarzt nach Glatz in Schlesien versetzt. An seine Stelle tritt ber Oberarzt Dr. Rühle von Silienstern bes Jnf.-Regts. 82.— Die Gebäude für das neue Proviant-Amt sind im Rohbau fertig, der innere Ausbau wird mit Eifer ausgeführt, sodaß die Eröffnung am 1. Juli erfolgen kann.
vermischtes.
— Moderne Malerei. „Was stellt denn dicS Bild eigentlich vor?" — „Aber, meine Gnädigste, hab' es vor zwei Jahren gemalt und soll das heute noch wiffen?"
Handel und Industrie.
* Berlin, 29. Mai 1911. Der Geschäftsverkehr und die Stimmung an der heutigen Börse waren schwach. Während Elektrizitätswerte gute Haltung zeigten, lag der Bankenmarkt teilweise ruhig. Am Bahnenmarkt standen Kanada-Aktien im Vordergründe.
Märkte.
* Frankfurter Getrcidemarktberlcht vom 29. Ma!. Bei fast vollständig unveränderten Preisen war fast gar kein Geschäft. Landweizen war trotz kleinem Angebot nut wenig beachiet. Landroggen kaum beachtet. Fremde Weizen waren in naher Ware mehr bevorzugt. Gerste und Futterware gut gefragt. Hafer bei guter Konsumfrage fest und in schweren Qualitäten bevorzugt. Mais fest. Mehl und Fulterartikel ruhig. Es notierten je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer 2100—21.25 M , ans dem Lande abgeholt 20.50-20.75 M., kurhessischer 21.00-21.25 M. norddeutscher 21.25—21.50 M., Amerik. Redwinter 00.00 — 00.00 M., Kansas 00.00—00.00 M., russischer Ricolajeff 21.85-22.00 M., Saxonska 21.75-22.10 M., Ulla 21.90-22.25 M., Taganrog 22.00—22.25 M., La Plata 21.90—22.25 ölt, rumän. 21.75—22.03 Mark, Walla Wall» 00.00—00.00 M. — Roggen, hiesiger, 17.75 bis 00.00 M., auf dem Lande übgeholt 17.00—17.25 Mk., Pfälzer 17.75—17.85 M. russischer 17.90-18.20 M. rumänischer 18.00—18.25 M. — (8 erste, hies. 00.00 bis 00.00 Mark., Pfälzer 00.00-00.00 Mk, fränkische 00.00-00.00 M., Ried geäste 00.00-00.00 M., ungarische 00.00-00.00 öl., Futtergerste 15.00—15.50 M. — Hafer, hiesiger und Wetterauer 18.50—19.50 Mk., kurhess. 18.75-19.50 Mk.. bayer. 18.75-19.00 Mk., La Plata 17.25-17.75 Mark, russischer 18.15-19.75 Mark. — Mais (Mixed) 00.00-00.00 Mark, Donaumais 14,75-15.00 ölarf, La Plata 15.25-15.50 Mark, Odessa 13.74-14.25 öl., Einquantine 15.25-15.50 M. — Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: ruhig. — Es notieren je nach Qualität! Weizenmehl, hiesiges, 9lr. 0 30.50—30.75 M., siidd. Sir. 0. 30.50 -30.75 M , hiesiges Rr. 1 28.60 -28.75 Öl. süddeutsches Nr. 1 28.50-28.75 M-, hiesiges Nr. 3 25.50-25.75 öl., süddeutsches Nr. 3 25.50—25.75 öl., hiesiges Nr. 4 21.50-21,75 öl., süddeutsches Nr. 4 21.50—21.75 M. — Raggenmehl, hiesiges,Nr.0 25.75 bis 26.25 M., da. Nr. 01 24.75—25.25 M„ do. Nr. 1 23.75—24.25 Mk. Alles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. — Futterartikel: ruhig. — Welzen« ichalen ll.10-li.30 Mk., Weizenkkele 9.75—10.25 Mk., Roggenlteie 10.25—10.50 Öl., Weizen-Futtermehl 13.75 —14.50 öl., Biertreber, getrocknet, 11.75—12.00 M„ ölaljteinte 11.50-12.50 öl., ''Rapskuchen 12.50—13.00 Öl., Palmkuchen 11.70—12 50 M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von 10000 Kilo.
* Tie Radsrrnsahrt „Quer durch Deutschland" von Breslau nach Aachen, die ber Radfahrbuud Union veranstaltet hat, fand am. Samstag in Bingerbrück ein vorläufiges Ende. Auf der Strecke Mavnheim- Köin wurde den Fahrern die Weilerfahrt in Binger« brück verboten, weil zum Befahren der Straßen in Preußen keine landespolizeiliche Genehmigung cingeholt war.
* Eine entmenschte Stiefmutter. In Siedow bei Pilsen sperrte die Hausbesitzersgattin Brecha ihre fünf kleinen Stiefkinderim Hauseei n und l e g te Feuer an. Das Haus brannte nieder, doch tourben die Kinder gerettet. Die Frau wurde verhaftet.
* Um Pelze im Werte von fast hunderttausend Mark ist im Laufe der-letzten Wochen ein Berliner Pelzwareugeschäst bestohlen wardcn. Der Haupttäter ist eilt Hausdiener, namens Paul Quiecam, der das Vertrauen des Geschäftsinhabers gröblich täuschte und mit Hilse einer großen Zahl van Helfershelsern die kostbaren Waren veräußerte. Nicht weniger als 2 5 Perso ne n gerieten in dieses Treiben hinein. Die Haupttäter planten zuletzt, da die Entdeckung auf die Dauer nicht ausbleiben konnte in ber Stacht zum 26. b. Mts. in das Geschäft einzubrechen und wegzuschleppen, was noch zu haben war. Bevor cs jedoch zur Ausführung dieses Planes kam, setzte die Kriminalpolizei die ganze Gesellschaft hinter Schloß und Riegel So groß war das Vertrauen des Geschästs- inhabecs zu Quieram, daß er bis zuletzt an feine Schuld nicht glauben wollte.
* Ein raffinierter Lebensvcrsicherungs Schwindel wurde durch einen Beamten dec Lebensversichemngs- gescllfchaft „Janus" in Berlin aufaedcckt. Bei ber genannten Gesellschaft erschien ein Heilgehilse und erklärte, baß sich eine Frau W. aus 4000 Mk. versichern wolle. Durch ein geschickt angelegtes Manöver gelang es bem Vertrauensarzt eine gesunbe Frau W. vorzu- führen, während die, auf deren Name der Versiche- rungsantrag ausgefertigt wurde, schwer krank war. Die ungewohnte Eile, die der Heilgehilfe aber bei der Abschließung ber Police an ben Tag legte, fiel im Büro auf. Man stellte Nachforschungen an, und so kam ber Betrug an ben Tag, ber zur Verhaftung ber Beteiligten führte.
* TodeSsturz cineS Schwimmlünstlers. Ter siebzehnjährige Hanbelsschüler Csipesala in Budapest unternahm mit polizeilicher Bewilligung einen Sprung von ber Elisabethbrucke in die Donau. Csipesala sprang von einer Höhe von dreißig Bieter in die Donau, kam aber zum Entsetzen der Mcnge nicht mehr zum Vorschein. Alle Rettungsversuche waren vergeben-. Csipesala war ein Bluster im Wettschwimmen, der bereits mehrere Preise gewonnen hat.
* Eine Studienreise durch Europa veranstaltet die Handelskammer in B o st o n in diesem Sommer. Die Amerikaner, ungefähr hundert an ber Zahl, werben sich mit bem Studium von sozialen Aufgaben besoffen, wie zum Beispiel mit den in Deutschland so hoch entwickelten Arbeiterfürsorge- und Schutzeinrichtungen, dem kommerziellen und industriellen Unterrichtswesen, der Kranken- und Kindecfürsorge und den baupolizeilichen und hygienischen Einrichtungen, auf welchen Gebieten Deutschland bekanntlich bahnbrechend ge- tvirft hat.
* Goldftmde ht Bolivia. Zwei Iren namens Steven und Patrick Odondghue warm vor einigm Jahrm nach Nordamerika aus gewandert und kommen jetzt nach vielen Versuchm, ihr Glück zu machen, mit einem Sack Gold <m8 Bolivia zurück, wo sie eine im Jahre 1901 aufgegebene Goldmine für 20 000 Mk. kauften. Die Mine stellte sich aber als noch sehr gold- haftig heraus. Die Brüder bekamen bereits 5 2 Mtl- lionenMart dafür geboten, fie lehnten jedoch dieses Anaebot ab. da fie die Mine selbst ausbeuten wollen.
• Frankfurter amtliche Notierungen der Viehmarktpreise vom 29. Mai 1911. Austrieb: 1129 Rinder, 538 Octyen, 57 Bullen, 534 Färsen und Kühe, 881 Kälber, 225 Schafe, 1873 Schweine. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachlivertes höchstens 7 Jahre alt (Lebendgewicht) 51—58 Mark, (Schlachtgewicht) 93—100 M., die noch nicht gezogenen haben (ungejocht) (Lebendgewicht) 00—00 M., (Schlachtgewicht) 00—00 Mark, b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete (Lebeudgew.) 47—50 M., (Schlachtg.) 85—91 öl., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere (Ledmdgew.) 42 -46 ÖL, (Schlachtgew.) 77—85 Mark, d. gering genährre reden Atters (Lebendgew.) 00-00 M., (Schlachtgew.) 00-00 M. 8. Bullen: a. voll fleischige, ausgewachsene höchsten SchlachlwerteS (Lebendgew.) 46—43 Mark, (Schlachtgew.) 76-80 öl., h. vollfleischige jüngere -Lebendgewicht) 43 —44 Mark, (Schlachtgew.) 71—73 ÖL, v. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere (Lebendgewicht) 00 - 00 Mark, (Schlachtgew.) 03—00 öl., d. gering genährte (Lebdgew.) 00-00 ÖL, (Schlachtgew.) 00 -00 M. C. Färsen und Kühe: a. vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 46 —50 Ölart, (Schachlgew.) 83—89 M , b. vollslerfchige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren (Ldgew.) 44-48 M., (Schlachtgew.) 82-86 M., c. 1) wenig gut entwickelte Färsen (Lebmdgew.) 42—45 ÖL, (Schlachtg.) 81—87 M., bo; 2) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe (Lebendgew.) 37—43 8)1., (Schlachtgew.) 69—80 ÖL, d. mäßig genährte Kühe u. Färsen (Ledendg.) 30-35 M., (Schlachtg.) 60 -70 ÖL, e. gering genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.) 20 —2a ölt, (Schlachtgew.) 46—57 ÖL V. Gering genährtes Jungvieh (Fresser) (Lebendgew.) 00—00 öl., (Schlachtg.) (CO-00 ÖL Kälber: a. Doppelender feinste Masi (Lebmdgew.) 00—00 ÖL, (Schlachtgew.) 00—00 Mk. b. feinste Mast- (Bollmilchmast) und beste Saugkälber (Lebendgew.) 60—64 M., (Schlachtgew.) 100—107 öl., c. mittlere Blast- und gute Saugkälber (Lebendgew.) 55-59 Ölt, (Schlachtgew.) 93—100 Mk., d. geringe Saugkälber (Lebendgew.) 51—54 Mk., (Schlachtgew.) 88-92 Mk. Schafe: A. Stallmastschase: a. Mast- lämmer und jüngere Masthämmel (Lebendgew.) 42—43 Ml., (Schlachtgew.) 88-90 öl-, b. ältere Masthämmel und gut genährte Schafe (Lebendgewicht) 00—00 M, (Schlachtgew.) 00—00 ÖL, c. mäßig genährte Hammel und Schafe (Merz-Schafe) (Lebendgewicht) 00 —00 M., (Schlachtgwicht) 00-00 Mark, d. Marschschase oder Aieoerungsschaje (Lebmdgew.) 00—00 öl., (Schlachtgew.) 00—00öl. B. Weidmastschase: —. Sch weine: a. vollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 47-48V- öl, (Schlachtgew.) 60-62 ÖL, b. vollfleijchige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 47-48 öl., (Schlachtgew.) 60-61 ÖL, e. vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 46—48 M., (Schlachtgewicht.) 59—61 öl., d. vollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 47—48 M., (Schlachtgew.) 59— 60 Mark, e. Fettschweine über 150 kg Lebendgewicht (Lebdgew.) 00 -00 öl., (Schlachtgw.) 00 -00 Mark, f. unreine Sauen und geschnsttme Eber (Lebendgew.) 00-00 öl., (Schlachtgew.) 00-00 öl. — Von den Schwemm wurden am 29. Mai verkauft: a. Lbdgcw. zum Preise von 49 Mk. 15 Stück, von 48'/. Mk. 32 Stück, von 48 M. 263 Stück, von 47'/, M. 109 Stück, von 47 Mk. 72 Stück, von 46'/, Mk. 4 Stück, von 46 Mark 12 Stück, von 45'/. öl. 9 Stück; b. Schlachtgewicht zum Preise von 64 M. 1 Stück, von 63 öl. 11 Stück, von von 62 ÖL 87 Stück, von 61 öl. 163 Stück, von GO1/. ÖL 6 Stück, von 60 Mk. 388 Stück, von 59 M. 72 Stück, von 58 M. 10 Stück. — Rinder und Schweine werden bei sehr flottem, Kälber bei lebhaftem und Schafe bei ruhigem Geschäft ausverkaufL
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Dr. M. SehuUe-Kahle,«, Nervenarzt