38. Jahrgang.
Fulda, Montag den 15. Mai 19 U
Erstes Blatt
110.
Deutscher Reichstag
Ausland.
des preußischen Staatsmini- e. Er betonte insbesondere,
* Mexiko. Einer Meldung aus Juarez zufolge meuterte ein Teil der Truppen Maderos. Sie verlangten Proviant und Löhnung und erklär- ten Madero für gefangen. Auch forderten sie den Rücktritt seines Kabinetts. Dieser sei erfolgt. Der Anführer der Meuterer ist Or o z c o. Er soll mit dem Revolver in der Hand mit Madero verhandelt haben. Sie trennten sich anscheinend friedlich, doch wurde Madero bald darauf nach emer Konserenz der Unterführer zum Gefangenen erklärt.
7 Erscheint ISgttch mit ■ Annahme der Se.m- , n«d §eierta-e.vlerteb
Mrltch« veMgspreir eint Bringerlohn and Bestellgeld in Mda sowie auswärts t.Sü AU.
' Verant«. «rdatteuri «ar, Schütter
3S». woch««: .Muftrlerte Somtagsreituag"
fuZ Obstrük. verloren, viell7icht gar bei Gelegenheit sich selbst in ' $ größerer Anzahl daran beteiligt haben und am Ende
gar zu einer neuen Spezies .königlicher Sozmldemo- ------- traten« entwickelt haben. Die Folgen wären unabsehbar gewesen, nicht nur für die württembergische, sondern für die gesamte deutsche Sozialdemokratie. Es hätte wohl erst wieder viel Zank und Streit gegeben, aber schließlich hätte man die »Hofgänger doch gewähren lassen wüsten, wie man sie anderswo hat gewähren lasten müssen.
ns. Auf der Tagung der „Gesellschaft für soziale | Reform" sprach am Samstag Oberbürgermeister Cuno-Hagen über die Pflichtforbbildungsschulen, mit denen sich wohl das Handwerk, aber nicht die ungelernten Arbeiter ausgesöhnt hasten. Die Grobm- dusstie entzöge ihre ungelernten Arbeiter den Fortbildungsschulen. Der Redner verlangte eine Verschärfung der Gesetzgebung und wandte sich dann gegen den Religionsunterricht in den Fortbildungsschulen, i Darauf sprach Walter Classen über die Jugend-
- "i traten zwei Herren für
, .... ............... - den Fortbildungsschulen
ew Es war dies der bekannte proteftanttsche Reisepfarrer vom ostdeutschen Jünglingsbund Hartmann und der katholische Pfarrer Beyer aus
Deutsches Reich.
♦♦ Dir Arife drs KaiserpaarrS «ach England.
er (der Reichskanzler) dich, daß er drn herben Tod von deinem Lager scheucht?
Nein! — Nur Angst vor deinen Erben
Macht ihm Äug' und Hose feucht.
Hat das dentsche Volk diese schmutzisen Bubereien einer verdorbenen Phantasie noch mcht bald sattV Das Gedicht ist eine so unsaubere Gemeinheit gegen die deutsche Volksvertretung, daß rhrem Versaster eigentlich etwas aus die Hosen gehört und zwar an jenem Teil, an dem bei diesen Beuten bas Denken meistens anfängt und aufhört.
* „Dispens vom Zölibat". In kirchenfeindlichen Blättern — vor allem natürlich in der evangelisch- bündlerischen »Tägl. Rundschau" — wird eine an- gebliche Urkunde abgedruckt, in der Papst Leo XIII. am 10. Juli 1898 südamerikanische Geistliche vom Zölibat dispensiert hecken sollte . Diese »Urkunde ist selbstredend der r e i n st e S ch w i n d e l, wie das für jedm Katholiken ohne weiteres klar ist. Der Schwindel ist schon vor mehr als 10 Jahren aufgetaucht und damals entlarvt worden. m ....
--- Et« Schandgedicht aus den Reichstag enthält der ,Simplizisstmus'. Nur zwei Strophen seren mitgeteilt:
„Schon auf deinem Lotenschragen
Sah man dich dahingeftreckt.
Eigentlich und sozusagen
du — Gott fei Dank! — verreckt!
zum Siege, an besten Aufstellung neben den Konservativen fogar das sonst so arg befehdete Zentrum beteiligt war. . ....
Wichtiger noch, als die Strmmungsbilder aus dem Volk, sind die jüngsten Vorgänge im R eichstage. Dort verkörpert sich der Sammlungsg^ danke zurzest in einen A r b e r t s b l o ck, dem trotz sRnffermnnit link seinen Letzgehilfen auch die na-
Aus Rirche und 5chule.
** B-ckenheim a. M, 15. Mai 1911. Der Hochw- Kerr Bischof von Fulda tras amSamStag abend auf der Firmungsreise vom F^^kurt"rttand^dcr hier ein. Er wurde von dem Kwchenvorftand ver katholischen Gemeinde Bockenheim eaqrfangm und im Wagen in die im Kerzen- und Pflanzenschmuck prangende Elisabeth - Kirche ßdritd, roo er an dre überaus zahlreich versammelten Gläubigen eine An. spräche richtete. Am Sonntag nachmittag spendete a etwa 400 Firmlingen das hl. Sakrament derFtr- mung. Heute wird der Hochw. Herr den katholischen ReligionS. Unterricht einiger Bockenheimer Schulen besuchen und die kanonische Visitation der ! Pfarrgemeinde vornehmm. „
««Limburg, 15. Mai 1911. Herr Pfarrer Hörte r | aus Mengerskirchen, der seine akademischen Studien
Kurfürstentum Hessen und in den zum Re-. aierunasbezirk Kastel gehörenden ehemaligen ^
Vorschriften erlassen. D» angedrohte Strafe darf eine Geldstrafe von 3 Mark oder eme Haftstrafe von einem Tag für jeden Taa, an dem eme Der- säumniS stattfindet, nicht überschreiten.
4- Die Fortschrittliche VolkSpartei hat im Abge- ordnetenhause eine Interpellation emg^racht in der Mitteilung verlangt wird über dw ®nmbe der Ausschließung des russischen Studenttn Denietmus DubrowSkj vom Studium an der Berliner Universität. Außerdem wird gefragt, durch welche Organe und nach welchen Grundsätzen wurden m diesem Falle und werden im allgemeinen die politische Zuverlässigkeit und der Besitz der erforderten Sub- sistenzmittel bei Ausländischen, insbesondere russischen Studierenden geprüft? - Die Interpellation wird wohl einen neuen Zankapfel bilden zwischen Fortschrittlern und Sozialdemokraten, denn die Sozialdemokraten hatten ebenfalls, eine Interpellation beabsichtigt, aber die dazu nötige Zahl von Unterschriften nicht aufbringen können, weil bw Fort- schrittler ihre Unterschrift verweigerten, und sich von den Sozialdemokraten diesen schönen Bisten nicht wegschnappen lasten wollten.
© Ra» der Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl tut die sozialdemokratische Press«, als sei sie, wer weiß wie empört über die »reaktionäre Maste , dre gegen den roten Kandidaten Lindemann stand, aber ; hn Herzen freut sie sich. Sie kann prahlen mit 1 der erheblichen Stimmenzahl, die die Sozialdemo- ' traten aus eigener Kraft aufbrachten. Vor allem aber kann sie jetzt tüchtig räsonnrerm über alle anderen Parteien und ist niemand zu Dank,ver- pflichtet. Man übersieht daber aber, daß bte Ober- bürgerweisterwahl der Sozialdemokratie einen un« ] günstigen Ausblick für die nächsten Reichstagswahlen gewährt. Es hat sich ergeben, daß die bürgerlichen Parteien noch immer über bte Mehrheit mrsugen, wenn sie zusammenhalten, daß also den Genosten das Reichstagsmandat wieder entristen werden kann. Indessen, das sind spätere Sorgen. Vorläufig ist manchem „zielbewußten" Genosten em Stern vom Herzen gefallen durch die Niederlage des soztawemo- kralischen Kandidaten. Man stand vor bet Erfahr einer neuen Korrumpierung der Part« durch die Hofgängerei. Die süddeutschen Genosten find be- kanntlich in diesem Punkte überhaupt nicht sehr zuverlässig; hätten sie nun gar '» der schwäbischen Haupt- und Residenzstadt den Oberbürgermeister- posten besetzt, den ersten im Reich, so war« aller Wahrscheinlichkeit nach kein Halten mehr gewesen. Aus den Debatten vor der Wahl hat man ^nügsam
| die Größe der .Gefahr" ersehen können. Der Kan-
tz Aba. Arnstadt ikons.): Aus rein pravischengründen .ist es nicht möglich, den Versicherten das Wahlrecht zu Übertragen. Wegen der örtlichen Entfernungen wurden die Versicherten immer nur m emem beschrankten um jfana dasWahlrecht ausüben können. Vielleicht nur 'bin Dutzend von gemistet Seite aufgehetzte Arbeiter 'würbe wählen und die Leitung der Kasten ders Sozial -demokratte in die Hände spielen. Ur -ine solche Vertretung aber bedanken sich unsere ländlichen Arbeiter /Denn «ar ist das Ziel der Sozialdemottatie? (Ma. bei den So») Eie wollen nur festen Fuß auf dem ’&mbe fassen, was ihnen bisher nicht gelungen. ty. sLacheu und Widerspruch der So».) Unsere ländlichen 'Arbeiter sind Gott sei Dank monarchisch gesinnt. Unsere Arbeiter wissen sehr wohl, wo ihre Freunde sind. '(Lachen links.) Ich bin von allen Landarbeitern m meinem Orte gewählt, auch von den sozialdemokratisch straanisterten. (Hohngelächter d«r Soz.) Die Kranken- stasse würden sie ebenso wählen. (Gelächter links. Die Sozialdemokraten verhöhnen den vom Redner- fyult abtretenden Abg. Arnstadt, was entrüstete Kundgebungen auf der Rechten hervorruft.) v. Nach einer Rede des Abg. Korsanty (Pole) "^Ministerialdirektor Caspar seine Erklärung in aller (tonn: Eine Bestimmung wie die der 8 3" ist für die Verbündeten Regierungen Vor« 'aussetzung für die Einführung der land- .'wirtschaftlichen Versicherung und damtt der
Lehman« (So..), Motten-
< buhr (Soz.) und Mugdan (Vollsp.) halten langt Reden r über die Entrechtung" der Arbeiter.
f Damit schließt die Diskussion.
Abg. Frgter (Vp.) versucht, eme persönliche Be- merkung zu machen. Da erhebt sich bei der Mehrheit ein großer Widerspruch. Abg. Fegter strengt seine : Stimme zu den höchsten Schrettönen an, dringt aber
mit 170 gegen 103 Stimmen, § 319 mit 178 gegen 96 Stimmen, in beiden Fällen bei vier ^Haltungen, angenommen. Die Bei Handlung über bte Landkassen hatte 31/. Stunden gedauert.
§ 344 bleibt unverändert.
Nach § 345 wählen bei den Ortskrankenkassen die beteiligten volljährigen Arbeitgeber und die voll- jährigen Versichetten ihre Vertreter le aus ihrer Mitte, und zwar getrennt unter Lettung des Vorstands.
Abg. Busold (So,.) begründet einen Anttag Albrecht auf Streichung des Paragraphen und bezeichnet die Annahme der §§ 343 und 349 alS eme schmachvolle Entrechtung der Lmidarbeiter
, Vizepräsident Dr. Spahn ruft den Redner zur C1 bS" 34S^wird unverändert angenommen, ebenso eine Reihe weiterer Paragraphen, unter Ablehnung sozral- demokratischer Anträge. , ~ . =
Abg. Severino (Soz.) begründet einen Anttag aus Einjüaung eines neuen § 355, wonach der Vorstand • verpflichtet sein soll, dem Gewerbeausfichtsbeamten> aus : Verlangen Auskunft über Zahl und Art der Erkran- l^"^Ein K^o mpr o m ißantrag Schultz (Rp.) will für den Fall der Annahme dieses Antrages hinzugefugt wissen: Die oberste Berwattungsdehürde kann näheres darüber bestimmen. , „
Beide Anträge werden einstimmig angenommen, ebenso eine Reihe weiteret Paragraphen.
Di« §§ 377 ff. regeln das BerhaltmS zu den Aerzten, Zahnärzten und Apotheken. Dirie Paragraphen (bis 386) werden ohne erhebliche Diskussion
b-itsblock steht im schärfsten Gegensatz zur Sozial- KÄ ba ersterer das große Werk der Versiche- rungsreform unter allen Umstanden zustande bringen, letzere aber in ihrem Partermteresse diesen sozialpolttischen Fortfchrttt mtt allen Kräften zu ^^Eine^voNe Isolierung der verneinenden Sozialdemokratie ist freilich noch nicht eingttrtten. Dre fortschrtttliche VolkSParter ttrft «Fotze chrer Spekulation auf fozmldemokrcttrfche Wahlhilst fo stark in der Abhängigkeit von chrem robusten Nachbar zur Linken, daß sie sich zur rückhaltlosen Mtt- arbett mit den andern bürgerlSen Partmen nicht I aufschwingen kann. In der kritischen Frage der U". ° c _____i__hör hriTYrvtPi npr
** Das belgische Schulgesetz. Nachdem von den sechs KEmerabtellungen, die das Schulgesetz « bereiten haben, drei, wie angekundrgt, zu Obftruk tionszwecken sich auf lange 2Bo*e.n hmaus vertagt W^t ern- G^pe der R«hten derl bereits wähnten n e u e n S ch u l g e fe tz ent wu r fern- gebracht, der sich im wesentlichen von dem Regte- rungsentwurf einzig durch die Festsetzung höherer Gehaltssätze für da? Lehrperfonal unterscheidet, fonst aber die gleichen Vorjchristen wft! der ^eg'erunaS- entwurs enthalt. Der Kammerpräsident ordnete die sofortige Drucklegung des Antragesl an^der mtt der vollen Zustimmung der ganzen Rechtm und de? Regierung eingebracht worden ist. Der Regierung entwurf selbst bleibt nun toter Buchstabe. Jn tia- tivantrag muß geschästsordnungsmaßig erstdurch Mehrheitsbeschluß zur Verlesung und zur Beratung zugelassen werden, und da wncd die Obstruktion: von neuem einsetzen. Jedoch ist die Rechte entschlossen, es hierbei auf Dauersitzungen ankommen zu lasten und keine Beschlüste zu Geschästordnungsan ragen über die Dauer einer Sitzung hlnauszu gestattem Ob es freilich gelingen wird, aus tnefe Weise das Schulgesetz vor Schluß der Tagung unter Dach und Fach zu bringen, erscheint rweifelhast.
* Französischer Mlnisterrat Lber Marokko. I«, Poris ist am Samstag em Mmisterrat abgehalten worden, besten Verlauf dmtlich erkennm laßt, daß die Franzosen nicht daran denken, den Marsch nach Fez rinzustellen und weiter bestrebt find, bte Lage ^ möglichst bedrohlich darzustellen, um em Vorwand zum bewaffneten Eingreifen zn haben. Die Meldung besagt: . .
Im Ministerrat machte Tr^pi Mitteilung^von Meldungen, die der französische Konsul in dem 6. Mai abgesendet hat Nach diesen Meldunam ist die Lage immer bebenthch" gewotden. Der Angriff am 4. Mai konnte nur mit Muhe abgeschlagen werden. Die Verbindungen mit dem Inneren werden afle Tage schwieriger, Lebensrnittel und Munition werden knavw Der Sultan hat noch ennml i» dringendster^Forrn schriftlich um di» Unterstützung der französischen Truppen gebeten. Die Rach- richt von der militärischen Jnlnventton FrankrelchS ist in Fez von der eingeborenen Bevöllerung sowie von den europäischen Kolonien sehr fteubtg Ns'tzdnomrnen worden. Der Ministerat war der Ansicht, daß es unter diesen Umständen angezeigt sei, die sch«" srühn dem General Moinier erteilten Weisungen E bestüttgm und ihm vorzuschreiben, den M arsch der Hilsskolonue zu beschleunigen, um Fez zu entsetzen, das nur für die unbedingt notwendige Zeit besetzt gehalten werde,! soll. ~
»♦ Die Ritualmord-Jnterpellatlon in der Duma. In der Reichsduma ecklätte der »ertider des Justizministeriums bei der Beantwortung der Jnt^Pel- Mion über den angeblich von Juden an dem Christen- haben Juschtschinskt verübten Rwmlmord (vgl. Nr 109), daß sowohl das Justizministermm wie das Mi- nisterium deS Innern alle Maßregln zur Ermitte- jung der Wahrheit ergriffen hatten. Die Dringlich kett der Interpellation wurde mit 108 6^ 93 Stimmen abgelehnt und die Jnterpellatton der Kommifsion
Die Abreise des Kaisers nach England erfolgte Samstag abend von Wiesbaden aus. Die Katserm und Prinzessin Viktoria Luise trafen mtt dem Kalser in Wesel ^zusammen. Sonntag früh um 10 Uhr erfolgte die llnkunft in Vlissingen, wo bte Herr- schäften sich an Bord der ,Hohenzollern" begaben, die noch am Vormittag mit den Begleitschiffen tn See gegangen ist. AlS die „Hohenzollern« nach- mittags 6 llhr an der Grenze der britischen Tnn- torialgewäster anlangte, wurde sie von einer Dwision britischer TorpedobootSzerstörer empfangen und nach ihrer Ankerstätte bei Sheerneß geleitet. Alle Kriegsschiff- im In der Diskussion
am Hauptmast gehißt, salutwrten und feuerten den Religionsunterricht an KönigSsalut, als sich die „Hohenzollern" ihrem Anker- .... —-
platz vor Viktoria näherte. Das Kaiserpaar brachte die Rächt an Bord zn und begab sich heute vor- mittag nach London.
angenommen.
Montag: Fortsetzung.
Die sog. Saurmlrmgspolittk, welche die bürgerlichen Parteien zur gemeinsamen Wahrung der Staats- und Reichsinteressen gegen die verneinende und umstürzlerische Sozialdemokratie I möglichst zusamrnenzufasten sucht, hat m jungfter Zeit einige Erfolge zu verzeichnen.
Die Stichwahl in Greßen-Nidda lieferte den Beweis, daß unter den Linksliberalen und fogar unter den eingeschriebenen Fortschrittlern sich trotz 'aller Verhetzung und Verwirrung noch gewissenftste Leute befinden, die der Parteiparole zu Gurfften eines sozialdemokratischen Kandidaten lerne] .j Bei der Bürgermeisterwahl m Stuttgart rrgeben die Zahlen, daß wenigstens ein Fünftel der fortschrittlich-demokratischen Bürger den roten Aaiididaten, obschon er im Lammessell des Revisionismus austrat, sowohl die mittelbare, als unmittelbare Wahlunterstützung versagt hat und für heu rechtsstehenden Kandidaten eingetteten tft, um die Wahl eines Umstürzlers zum Oberhaupte der Residenzstadt zu verhüten. Diese zur Sache der Ordnung abgeschwensten bürgerlichen Demokraten gaben den Ausschlag. Sie verhalfen emms Mann
Großlichterfelde.
ns Der Deutsche Handelstag hielt am Samstag
* Berlin 14. Mai 1911 Der Chefredakteur der I in Heidelberg im weiteren Verlauf ferner Ju- Germania^Hnr Hermann t e nS r i n t, feierte am biläumsfestlichkeit eine FesN'^ng ab .^er
iit Vollenbuna seiner 60. LebmsjahreS. beutfÄe Reichskanzler, der preußische H«mdelsmmister
Der bisherige Botschaftsrat bei bet Botschaft in und das bayerische Staatsministerium waren ebe - St VetnSbu^ Gr!f vMirbach-Harff, wurde falls verireten. Der. Großherzog von Baden Si,i,d,en SUM“e A
cSie »«»gdtoiimiffkm i>« «sw* ch-.
zeugen für neue Bahnen 8 185 000 -K^sirr ^^^Mü-ttvünsche. Er betonte insbesondere, bestehende Staatsb«chnen 82 Mill, und ^ ^OOOO ^ s Deutschen Handelstage vereinten Beruss-
sür die Emru^ng ele k t rN ch e r Z u g b e f B rastloserArbett mitgewirkt haben am Auf- derung ans kn .^recken M°SZburS-Bitterfeld d l Bleibe den deutschen Männern ! und Lauban-^KomgSfeld. Der Minister ertiarre, die elektrischen Linien stellten sich billiger als die mtt Dampf betriebenen. Beim Bau werterer Nebenbahnen werde man sich nach der finanziellen Lage richten müffen. Im nächsten JZre werde sich infolge des steigenden Verkehr» die Eisenbahrckredit- Vorlage erhöhen. .
«* Dem Abgeordnetenhaus« ist ein kouferva- tiver Antrag zugegangeu, dem nachstehenden Gesetzentwurf die verfaffungSmäßige Zustimmung « erteilen: § 1. Die bisher in dem ehemaligen
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Sitzung vom 13. Mai 1911.
Die Beratung der Reichsverfichernngsordnung wird kortaesetzt bei § 343 (Landlrankenkassen). § 343 be« 'kimmtz daß bei diesen Kaffen der Vorstand durch dtt -Vertretung deS Gemeindeverbandes gewählt werden. Ebenso werden nach § 349 die Vertreter der beteiligten ArÄtgeber und dZ Versicherten durch die Vertretung des Gemeindeverbandes gewähtt, doch kam durch Landesaesetz angeordnet werden, daß zum Vorstand um» Ausschuß rote bei der Ortskrankenkasse gmiählt rorob.
Sozialdemokraten, Freisinnige und Polen bE wagen übereinstimmend die Streichung dieser Sonder bestimmungen für bte Landkrankenkaffem l Abg. Fegter (VolkSp.) begründet den steffinn^en Antrag. Die §§ 343 und 345 bedeuteten eine Entrechtung von 3 Millionen Landarbeiter. Sie bedeuten 1 Ausnahmebestimmungen gegen die Sozialdemokratie bte ‘man nicht aufs Land hinaus lassen wolle.
V 2lbg. Studien <Soz.) begründet den sozialdemokratischen Anttag. Seine Ausführungen decken sich mhall- lick mit denen des Vorredners.
). Abg. KulerSki (Pole) begründet den polnischen An-
schiedendste Verwahrung gegen die Behaupttmg em, eitten wenig imposanten Eiertanz vollfuhren,in baß es sich um ein Ausnahmegesetz, um rine Enttech- ^m sie einerfetts chr Gewissen zu entlasten suchte ‘tuttg handele. Das Gegenteil sei richtig, den ländlichen die Zustimmung zu der verschärften Dienst-
Kommando ihrer Wahlbrocherren widersprach Das ist eine traurige Halbheit; aber unter den obwaltenden Verhältniffen muß man es schon als emen Erfolg betrachten, wenn sogar drese arg umstrickten Nachbarn der Sozialdemokratie sich doch wenigstens gezwungen fühlen, durch die Zustimmung zur Dienstordnung zu bekunden, daß un Kernpunkt dieser Frage die Sozialdemokratie Unrecht hat urck die Regierung nebst den andern bürgerlichen Par- teien mit Recht gegen die himmelschreienden Mißbräuche auftteten. — Auch die p o l n, sch e Fraktwn ist bei bett fraglichen Paragraphen an der Sette der Sozialdemokratie geblieben. Das erklärt sich als Folgewirkung der hakatistischen Matzregeln. Es fteut uns, daß wenigstens bei einem der folgenden Streitpunkte (Aerztewcchl) der Porsche Wortführer (es war sogar der Radikale Korsanty) den Sozialdemokaten käftig entgegentrat und chnen vorhielt, daß sie nicht auf das Wohl der Versicherten, sondern mehr auf den Profit der von chm als Geld- und Machtquelle bettachteten Kaffe fehen. Damit ist wenigstens dem Verdacht vorgebeugt, als ob bte polnische Partei unter der Einwirkung ihres Fraktionszwanges über den Rahmen ihrer besonderen Interessen hinaus in eme allgemeine Berkum
I düng mit der Sozialdemokratie geraten konnte.
Die erwähnten Absplttterungen von der bürger-
। trat« nicht einmal den 45 er K t i o n gewagt hat.
tiea unserer Nation. Bleibe den deutschen Mannern >ie"zielbewutztt Beharrlichkeit, der wette Blick, bte zuverlässige Redseligkeit und der kuhne Wagemut, der bisher aufwärts leitete, dann werde der Wechsel der Zetten nicht hindern, daß der deutsche Handels- taq wie seinen heutigen, fo auch derernst fernen 100. Geburtstag in voller Manneskaft begeht. Der Kaiser sprach ttt einem Antworttelegramm dem Handelstag seinen wärmsten Dank au» und wünschte zugleich eine wettere segensreiche Tätigkeit im Jnttresse von Handri und Industrie.