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JV5 103.

tamstag ötw 6. Mai |9U.

58. Jahrgang.

Leitung

1 Blatt.

Vr»ck und Verlag der Sulbatr Acttendruckerel in Zulda.

Äus TQ?eff und Nissen

Allerlei

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Und derselbe Verstand behauptet ferner: der Raum des Weltalls muß einmal ein Ende, eine Grenze haben

Experiment. Ueberdem hat der französische Natur­forscher Paul Becquerel Versuche mit Samenkörnern angestellt, die nachweislich ein Alter von 25 bis

War das Gebiet des Waldes im Laufe der Rett 5^» geworden, f» wurde anderseits die Ausnutzung -er Waldes immer ausgiebiger. Richt nur blühten Ko. Handel und Holzindustrie auf, auch die Nachfrage »ach Nebenerzeugnissen, wie Harz, Kohle, Pottasche vaym inehr und mehr zu. Die Inanspruchnahme de» Walde» für Viehzucht zeitigte manche Auswüchse, so das Streuerchen, das im Mittelalter ganz unbekannt war. Hirten schufen sich größere und bessere Weide- xüchen einfach durch Anzünden von Waldtrllen. Hinzu

nannte er Reu-Spanien. Er selbst herrschte als unumschränkter Statthalter. Daun aber wurde er auf die militärische Leittmg unter der Herrschaft eines Vizekönigs beschränkt. 1535 hatte Cortez mit der Er­oberung Kaliforniens die Erwerbung des Landes für Spanien beendet.

In der großen Kolonie setzte jetzt die übliche spa­nische Kolonialverwaltung, ein brutales System der Ausbeutung, ein. E» galt möglichst viel au8 dem reichen Lande, besonders an Edelmetallen, herauszu­holen, für das Wohl der Einwohner geschah nichts. Tie Eingeborenen wurden trotz ihrer UÄberza^l fast zu Sklaven der Weißen. Die hohe Kultur der Azteken schwand immer mchr. Bis ins 19. Jahrhundert ge­lang es dm Spaniem, ihre verderbliche Politik zu be- treibm. Da fetzte die Reattion ein mit einer vernich- tenden Gewalt. Sett 1813 siel eine südamerikanische Kolonie nach der anbem vom Mutterland- ab, das nicht die Kraft hatte, sich dagegen zu wehren. 1821 begann auch Mexiko sich zu regen. Unter dem Kaiser I t u r b i d e proklamierte er feine Unabhängigkeit. Aber schon 1823 wurde dieses erste Kaisertum gestürzt und eine Bundesrepublik auSgemfen. Damit war aber noch nicht das hmtige Mexiko geschaffen. Im Norden hatte die neue Republik an dm Vereinigten Staaten einen bösen Nachbar. 1835 erwarben diese Texas. 1848 folgten Nm-Mexiko, Arizona, Colorado, Utah, Nevada und Kalifomim. Damit war Mexiko auf sei­nen heutigen Besitzstand beschränkt. Nach einigm Jah- rcn ruhiger Entwickelung kam es in den sechziger Jah- ren zu großen Umwälzungen. Napoleon III. hatte seine Hand im Spiele. Er suchte dm Krieg der Nord- und Südstaatm der Union zu benutzen, für Frankreich HandelSvortetle in Mexiko herauszuschlagm. 1863 nahmm die Franzosm die Hauptstadt Mexiko ein. Un­ter ihrem Drucke wählte die Nationalversammlung den |

— und doch gesteht er selber ein: da» kann nicht fein, denn — waS sollte jmseits dieser Grenze sich befinden? Dieser Blick in die Ewigkeit von Zeit und Raum ist auch den Laien verständlich, ohne

liche Einflüsse vollständig ab, die Lebenskraft ent­flieht. Aber auch, wenn schädliche Einflüsse fern­gehalten werden, übersteigt die Keimkraft selten die Dauer von 20 Jahren. -m

waren dies Samen, die eine harte, derbe Schale hatten und obmdrein gut verwahrt warm. Jeden-

.Das Absengen von Grasflächen und An­zünden von Hecken scheint in unserem Hessen­lande eine alte Unsitte zu sein. Das Abbrennen von Gras, Heide, Buschwerk auf Wiesen und Trieschen an dm Wäldem wurde am 22. April 1645 bei Leibes- stras« verboten. Auf Anzündm von Feuer und Ta- bakrauchen im Walde bei trockmem Weller stand Zucht­hausstrafe. Wie mild erscheinen dagegen unsere heu­tigen Verordnungen, dmen meist nicht einmal der nö­tige Nachdruck gegeben wird! Sorgfältige Regelung

kam« noch KriegSvecheerungm und manchettei schäd­lich« soziale Einflüffe. W

Diese eingerissenen Mißstände veranlaßtm etwa vom 15. Jahrhundert ab die dritte Stufe des Wald- schutze». E» beginnt die Zett der Forst- und Waldordnnngen, di« zunächst nur daraus aus- gtngm, die schädlichm Einflüsse zu beseittgm die dahin geführt hallten, dm deutschen Urwald bei Sie­bte und der Sage in verlichtete und verheidete Be- < stände »u verwandeln und diktiert warm durch die Sorge um zukünftigen Holzmangel. Die erste althes- fische Jagd- unb Forstordnung erging am 3. April 1532. Sie beschäftigt sich besonder» mit der Ersparung von Bauholz. Bi» dahin be­nutzte man zum Baum lediglich Eichenholz. Jetzt wurde für die Gebäude, wenigstens für die auf dem Lande, eine feste Anzahl von Säumen bestimmt 20 Stück für das Wohnhaus, 15 für die Scheunen, 5 für Stallung. Der übrige Bedarf an Holz sollte durch andere Bäume, sog. Urholz, gedeckt werden. 1717 wurden die Zimmermeister ermahnt, nicht mehr zu veranschlagm, als notwendig sei. Seit 5. September 1735 warm in jedem Otte 2 oder 3 Zimmermeister vereidigt. Die Verfügung vom 15. September 1734 ordnete an, daß im Falle eines Nmbaues vorher durch Beamte festzustellen sei, ob nicht wmigstms der erste Stock au» Steinen gebaut werden könne, wieviel Bu- chm, Sannen und anderes Holz außer Eichen verwen- det toerben könnten. Statt mit Schindeln sollte mit Ziegeln gedeckt werden. Die Grebenordnung (Bürger­meisterordnung) vom 6. November 1739, die alle bis dahin ergangenen Waldordnungen zusammenfaßte, ver­fügte, daß ohne Genehmigung die Zahl der Wohnhäu­ser nicht vermehrt werden dürfe. Viele Setfügungen beschäftigten sich mit der Abgabe von Brennholz. Nur solche Stämme sollten geschlagen werden, die von den Forstbedienstetm angewiesm wärm. Vom End« de» 18. Jahrhunderts ab findet man wiederholt Hin­weise auf Steinkohle als Brennmaterial. Sogar die | Zahl von Backöfen in den Ottschastm beschränkte man. Hopfenstangen dursten nur aus Erlen, Weiden, Aspen und anderem Urholze bestehen. Sie zu verbrennen, war untersagt. Zu Plankenzäunen sollte kein Holz mehr abgegeben werden. Den Aemtem im Für­stentum Fulda wurde bei Androhung von 50 Talern Strafe aufgegeben, auf die Anlage lebendiger Hecken statt der Plankenzäune zu halten. Die Holz­ordnung von 1593 bestimmte, daß Wein- und Bier­fässer nicht außer Landes verkauft werden dürften.

Sehr hatte ©trafen wurden für Baumfrevel festgesetzt. Durch Verordnung vom 22. Februar 1724 war allgemein den mutwilligen Baumfrevlern neben Bezahlung der beschädigten Stämme 20 Taler Strafe oder 1 Jahr Zuchthaus, im Wiederholungsfälle Pran- gerftrafe mit Rutenpeitschen und ewige Landesverwei- fung angedroht.

liegender Samen seine Keimkraft schon sehr bald verliert, der Same stirbt eben durch allerlei schäd-

135 Jahren hatten. Nur ganz wenige von jenen, die über 80 Jahre alt waren, hatten ihre Keim­kraft unvermindert erhalten, und ausschließlich

Bestände herau»gehauen. War da» auch nicht ratio­nell, so war e» doch der Erhaltimg de» ursprünglichen Pflanzenbestandes dienlich.

Ganz ander» wirkt der heute vorherrschende Kahl­hieb. Indem alle auf einer Fläche sichenden Hölzer geschlagen und abgeräumt und nur wenige besonders etttagSteiche Holzatten nachgezogen werden, ver­schwinden nicht nur die Waldsträuchet und traut» artigen Pflanzen, denen die Lebensbedingungen ent= zogen werden, und mit ihnen die durch Lebensgemein­schaft an fie gebunbenen Tiere, sondern auch die we­nig Ertrag versprechendm Bäume, Ahorn, Eberesche, Linde, Ulme, Holzapsck und Holzbirne, Kirsche, Els­beere, Mchlbeere usw. An solchen Stellen erinnert später dann kaum noch ein Baum an die früheren Waldverhältnisse. Der ganze Charakter der Land­schaft wird verändert. Eintönig tritt an Stelle der Mannigfaltigkeit, reine Bestände von Ftchtenhochwald ensstchen in unserm Heffenlande, das früher ein Ge­biet ausschließlichen Laubwaldes war. Der Flanter- bettteb ist im 19. Jahrhundert rationell ausgebildet! zum sogenannten Fern elf chlag. Er wird vor-! zugsweise in Gegenden angewandt, die eine andere Art der Bewirtschastung ausschließen, besonders in den sumpfigen Niederungen der Flüsse, in den soge- nannten Auewäldern. Ein hervorragender Auwald, der plendemd bewirtschaftet wird, ist die Keine Bulau bei Hanau an der Kinzig und deren Altwässern. Da, wo sonst plendemde Bewirtschaftung vorgesehen ist, war entweder die Schwierigkeit der Bewirtschaftung maßgebend, oder es wirkten ästhetische Rücksichten. Sache der naturwissenschastlichen Vereine ist eS, in Verbindung mit dem Bezirkskomitee für Naturdenk­malpflege und dem Verein Naturdenkmalschutz auf Grund deS Ministerialerlasses eine gewisse R ist! sicht- nähme auch auf Flora und Fauna zur Geltung zu bringen. Pflanzmstandorte, die wegen der Seltenheit der Pflanzenwelt als Naturdenkmäler anzusehen sind, gibt es in den hessischen Wäldern noch verhältnismäßig | viele. Es muß danach gestrebt werden, die wichtigsten I von ihnen unter Schutz zu stellen. Die Schönheit des Waldes wollen wir schützen helfen, damit wir dank­baren Herzens mit dem Dichter singen und sagen können:

Wer hat dich, du schöner Wald, Aufgebaut so hoch da droben? Wohl den Meister will ich loben. So lang noch mein Stimm erschallt!

österreichischen Erzherzog Maximilian zum Kai­ser. 1864 erschien dieser im Lande und suchte unter Mithilfe des französischen Marschalls Bazaine >er re­publikanischen Armee Herr zu werden. Jetzt aber tra­ten die Vereinigten Staaten für Mexiko ein gemäß dem 1823 vom Präsidenten Monroe ausgesprochenen Grundsatz: »Amerika den Amerikanern!" Napoleon III. hiett eS jetzt für geraten, abzuziehen. Er überließ Kaiser Max seinem Schicksal. Heldenmütig kämpfte । dieser weiter für feine Krone. Aber er erlag der repu­blikanischen Uebermacht. Ein Opfer von Napoleons politischen Phantasien und des republikanischen Hasses, । wurde er 1867 standrechtlich erschossen. Das zweite Kaisertum Mexiko? hatte ein rasches Ende ge­sunden . Von neuem wurde die Bundesrepublik aus- gerufen, die aus 30 Staaten besteht. Bis 1877 hatte i die Entwicklung der Republik viel unter Parteikämpfen zu leiden. In jenem Jahre wurde der noch jetzt am­tierende Präsident Porfirio Diaz gewählt, dem es gelang, Ruhe und Ordnung zu schaffen. An Re­volutionen hat es fteilich bisher auch nie gefehlt. Und jetzt scheinen sich ja die Dinge wieder bedenklich zuzu- spitzen. Am bedenklichsten ist dabei die Mobilmachung der Union. Wenn auch jetzt erklärt wird, man habe keine Absicht auf Gebietserwerbungen, so wird man sich doch jederzeit auf Ueberraschungen gefaßt machen müssen. Die Union lehnt jede Einmischung Europas in die inneren Angelegenheiten eines amerikanischen Staates nach Monroes oben erwähntem Grundsatz ab. Sie selbst greift ein, falls es gilt, ftemdes Kapital zu schützen, und dieses ist in Mexiko zum größten Teil in ihren Händen. Dieser Richtung der Vereinigten Staaten-Politik kommt noch die Tendenz zur Festsetz­ung in Zentralamerika wegen des Panamakanals ent­gegen. Gelange ei der Union, in Mexiko noch mehr Einfluß zu gewinnen wie bisher, vielleicht sogar Land- o6teitungen zu erhalten, so würde ihr Einfluß in Zm- tralamercka zum Schaden Europa? noch größer wer­den. Wenn also auch augenblicklich keine bireften Ab­sichten auf Erwerbung in Mexiko vorliegen, so ist e» nicht die Art der Unionspolitik, die Schwäche eines Nachbarn ungenutzt vorübergehen zu lassen, lieber kurz oder lang würde sie es schon verstehen, einen Vorteil für sich herauszuschlagen. Und neben englifchem wäre es besonders deutsches Kapital, das dadurch schwer ge­troffen würde. In diesem Sinne ist es nur zu wün­schen, daß es der mexikanischen Regiemng bald gelingt, ohne die „freundliche" Hllfe der Bereinigten Staaten Ruhe und Ordnung wieder herzustellen.

Die geschichtliche Entwicklung der Bereinigten Staaten von Mexiko.

Von Heinz Manihe. Nachdruck nicht gestattet.

Seit wenigen Wochen lenken die Nachrichten, welche aus dem südlichen Teil Nordamerikas kommen, die Aufmerksamkeit auf das schöne Land, welche» schon eimnal im Mittelpunkte des europäischen Interesses stand — damals, als es einem deutschen Kaisersohn das Leben kostete.

Seit 1492 Christoph Kolumbus amerikanisches Land entdeckt hatte, erfolgte Schlag auf Schlag die Ausschließung und Besitzergreifung des neuen Erdteils durch Europa. 1502 wurde von Kolumbus zum ersten­mal das Festland bttreten, nachdem er bis dahin die Inselwelt der Antillen für Spanien in Besitz genom- mm hatte. Vorher schon waren in Südamerika die Küsten von Venezuela und Brasilien entdeckt worden. 1515 fanden die Spanier die Mündung des La Plata. All diese Unternehmungen erstreckten sich nur auf die i wi™ unv wtawi« yui. «uvu^u iwun. Küstengebiete der entdeckten Länder. Die folgenden j falls hat ^Becquerel sestgestellt, daß im^ Freien Jahre brachtm aber eine große Entwicklung, die zur Ä

Gründung eines ausgedehnten Kolonialreiches führte.

Im Jahre 1519 landete an der Westküste des heu­tigen Mexiko eine kleine Flotte von wenigen Schiffen. Das war Ferdinand Cortez mit einer Keinen Tmp- nmmacht von ca. 800 Mann und 14 Geschützen. Wenige Tage vorher war die Heine Schar von Kuba abgefahren. Hier war Cortez, der Führer dieser Ab- tellung der spanischen Besatzung von Kuba, mit dem Gouverneur in Konflikt geraten und hatte einfach die Insel verlassen. Jetzt stand man vor einem ganz un­gewissen Schicksal. Aber Cortez war ein kühner Aben­teurer, wie geschaffen für eine derartige Lage. Eins seiner Schfffe schickte er in die Heimat, dem Könige zu melden, daß er ein neues Land besetzt und dort die Stadt Vera-Cruz gegründet habe. Dann versenkte er seine übrigen Schiffe, um sich und seinen Leuten den Gedanken an das Zurück abzuschneiden, und zog I ins Innere des Landes einer ungewissen Zukunft ent­gegen. Hier stieß die Heine Streitmacht bald auf das Reich der kulturell ungemein entwickelten Azteken, un­ter ihnen König Montezuma. In heißen Kämpfen, angestachelt durch die reichen Mineralfchätze des Lan­des, gelang es Cortez, das Reich zu stürzen. Gleich­zeitig überwand er noch eine ihm von seinem früheren Gouvemenr nachgefchickte Strettmacht. Das Land

— Die Lebenskraft des Wanzensamens. In den egyptischen Königsgräbern fand man auch Weizen- lern er, die somit über 8000 Jahre alt waren, und es wurde seinerzeit behauptet, daß einige dieser Körner trotz der enormen Zeitdauer ihre Lebens­kraft beibehalten hätten und „angegangen* feien, als man fie wieder einpflanzte. Die Wissenschaft begegnet dieser Angabe mit einem berechtigten Zweifel. Kein Gelehrter weiß etwas von diesem

— Ein Blick in die Ewigkeit. Unser sog. „Ber- stand" ist ein merkwürdiges Ding. Er behauptet z. B., es muß einmal einen Anfang aller Zeiten ge­geben haben, und doch sieht er ein, daß das nicht stimmt, denn — was sollte vorher gewesen sein?

I Wir sind damit bereit» bei der letzten Stufe beS Waldsch^s« angelangt, bei der S t u f e d er ratio­nellen Pflege. Solange der vorhandene Wald unerschöpflbch zu sein schien, dachte niemand an eine Schonung oder gar Nachzucht der Bäume. Den ersten Spuren einer Art von Waldkultur begegnen wir tu Hessen in der Holzordnung vom Jahre 1593. Jeder, der Eichenbauholz oder Faßfelgen und Speichenholz erhielt, sollte für jeden Stannn zwei Bäume oder toe- nigstenS einen Baum an dieselbe Stelle setzen. Auch sollten Stellen, wo das Wild keinen Schaden tue Eicheln nachgesäet werden. Im Jahre 1629 erging die Anweisung an alle Gemeinden, Eichenkämpe an= zulegen und daraus junge Bäume an passende Stellen & Pflanzen. Und zwar sollte jeder Hausmann 3 ,ver verheirate« wollte 4 und jeder Fremde 5 Eichen Pflanzen- Drei Jahre mußte jeder für das Forikom- men der Bäume einstehen und sie gegen Beschädigung durch Vieh mit Dornen umgeben. In der Ordnung vom 22. Febmar 1724 ist die Bestimmung bemerkens­wert, daß niemand da» Bürgerrecht in Städten und Dörfern erlangen könne, der nicht mtitbeften» 5 Obst- bäume auf seinem eigenen oder Gemeindegrund oder 3 Eichen, Buch«, Hainbuchen, Pappeln, Eschen oder andere dergleichen Bäume in den Gemeindewaldungen

, Aw»,den verschiedenen Pflanzordnungen entwickel- ten sich im Laufe der Zeiten die Betriebsarten. Da- bei ist vor ollem die Art der Schläge von öebeuhmg S? 8T L^rhundert herrschte der regellose KrchungSreife Stämme tour« öen je nach Bedarf einzeln oder horstweise au» dem

daß sie fteilich wissen, sich dabei auf philosophischem Gebiete zu bewegen. Aber eben der leichten Ver­ständlichkeit, der logischen Widersprüche wegen, die man so klar erkenn!, lohnt es sich, dieses Teilchen Phi­losophie in's Volk hineinzutragen: So viele tausend Menschen dünken sich gescheit, tlug, unfehlbar, sie bauen auf ihren «Verstand*, der alle Naturrätsel durchdringt, der die Gottheit leugnet, und doch, wie armselig ist eben dieser ihr Verstand, da er selbst bei der anscheinend so einfachen Frage nach den Grenzen von Zeit und Raum sich in die Wider­sprüche verwickelt und nicht weiß, wie er sie lösen

jz Die Einführung der Lchntzpocken- impfung im Fuldaer Lande.

Wie die ,Fuld. Zig/ in ihrer gestrigen Rümmer berichtete, hat am letzten Samstag im Ministerium des Inner« eine Schutzpockenkonserenz stattgesunden, ift welcher die beratenden Regierung»- und Medi- itnalräte der Monarchie und Vorsteher der Impf« an stallen die Frage, ob und inwieweit eine Ab­änderung des Reichsimpfgesetzes zulässig erscheine, nach eingehender Erörterung einstimmig verneint tznd die Schutzpockenimpfung als das unentbehr­lichste Mittel zur Verhütung der so sehr gefürchteten Krankheit erkannt haben. — Diese Mitteilung ist angesichts der zurzeit in unserer Stadt ausgetretenen Pockenerkrankung von aktuellem Interesse. Nicht unvergessen soll bei diesem Anlasse »ber bleiben, daß wir die vor hundert Jahren er­folgte Einführung der Schutzpolftnimpfung im Fuldaer Lande einem hochverdienten Fuldaer Arzte, dem GcheimenMedizinalrat Dr.JosephSchneider (Großvater des Herrn l)r. med. Gustav Schneider dahier und Vater des verstorbenen Geheimen Sani- tätsrateSDrHustus Schneider) verdanken. Interessant st, was der Letztere in feiner geschichtlichen Ab- harrdlung «Fulda und das Rhöngebirge im 19. Jcchr« hundert" darüber zu erzählen weiß.

- »Aus Vorstellung meines seligen Vaters, der hier Arzt und gleichzeitig Phystkus de» Amtes Großenlüder war, daß der Zwang zur Impfung Notwendig sei, erklärte der Großherzog (Karl von Dalberg, der damalige Regent), er müsse seine Zu­stimmung versagen, da man Wohltaten dem Volke nicht aufzwingen dürfe. Darauf erinnerte ihn Schneider daran, daß auch die Kirche, deren hoher Würdenträger er sei, ihre Glieder dazu zwinge, die Taufe und die übrigen Gnadenmitteln zu empfangen. I Dies schlug durch und die obligatorische Impfung Wurde eingeführt, welche der damals allgemein ver­heerenden Biaiternseuche endlich ein Ziel setzte. Der beredte Anwalt dieser hochwichtigen sanitären Maß­regel erhielt von Dalberg die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft-

sollt Also auch der Menschenverstand hat seine Grenze, unb wohl dem, der es gelernt hat, mit Hilfe des Glaubens sich über alle Zweifel hinweg- znsetzen. Dann hat er auch Frieden und Ruhe. Denn wahrlich, wer in seinemVerstande wollte die Gren­zen der Ewigkeit finden, der würde sicher, wie so mancher schon in geistige Umnachtung verfallen, nd

— Der Rettich ist wieder da! Der gute Freund unseres Diagens! Ja, das ist et! Man sollte ihn .auffreffen" vor Liebe! Leider findet er nicht über» I all d« Liebe, die ihm gebührt. In Suddeutschland weiß man den Radi am besten zu schätzen. Dort ist er an jedem Biertisch zu finden, aber auch auf jeder Abendtafel in der Familie. Besser ist es frei­lich, ihn außerhalb der Mahlzett zu verzehren. Dann hält er Kehraus im Magen, aber seine Weise: unaufdringlich, still und mit Bedacht. Er erneuert das Blut, schafft dadurch ein wohliges Gefühl und heiteres Gemüt. Ergo: man esse recht oft einen Rettich! Früher wurde der Rettich weit mehr ge­schätzt als jetzt, man machte sogar Rettichkuren, die durchaus nicht übel sind. Der genügsame Spanier speist sehr ost überhaupt nichts anderes als Rettich und Brot. Und die alten Römer? Sie ließen sich Rettiche aus Germanien schicken, die hier wild wuchsen so groß wie Kindesköpfe. Es war ihr erster Jm- portarilel au8 dem deutschen Barbarenland! »ak

— Raffinierte Probe. A.: (im Wirtshaus) „Wa­rum trinkst du denn nicht noch ein Glas Bier?' B.: ,Ach ich traue mich nicht. Ich muß immer, wenn ich heimkvmme — zur Probe, ob ich nicht zu viel getrunken — eine Nadel einjädeln!"

Die Gefahren, die dem Walde drohen, so führte der Redner aus, sind nicht nur äußere, bedingt durch die Waldbesucher oder durch die wittschastllche Entwicke- ll-ng, wie die schädlichen Abgase industrieller Werke. In gewisser Weise kann der Wald auch durch Maßnah-1 m > " m TaT'C"”"»-"'J?—?

mm der Forstverwaltung selbst aefdjäbiat werden in- § e" verschiedene Forst- unb

dem nämlich der romantische Wald zum brofaifd)«! o"lt be£\^in}iei£fn

!v»rst umgewandelt und nur als Holzproduzmt getnür= mukm dm wollte,

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r , I flachen war eine unferm Hessenlande eigentümliche Be-

Veil^u/ÄE" $ Valdschuhes im triebsatt. Es ist zu bedauern, daß man ihr nicht ans

w ^Enng- Bis m das j geschichtlichen Rücksichten und zur Erhaltung ber Ianb=

^c l des dem ^n *»£ stttWbh2BaIh albten wirtschaftlichen Eigenart und Schönheit mehr Scho-

riX trs^em um das nung angedeihen läßt. Es verschwinden nicht nur all-

bas ZeEer der gwßen Rodungen be- mählich dir herttichen HuloEichen und -Buchen, die

gönnen hatte. Urwälder, wenig zugänglich und Ge- auf den freien Flächen ihre Sonderart in der Eni-

rnoKii '"oucherle, Art bergend, fanden sich weitab vom Wicklung einer staMchen Krone bei vechältnismäßig besonder« auf den Hohen der Ge-1 kurzem Stamm entfalten konnten, die hohl geworden l ^lL als Zufluchtsstätten gegen die An- noch manchem Höhlenbrüter unter unfern Sinovö- S ^mde und zur Lichlingsbeschäf- geln Unterschlupf boten. Es verschwinden auch^die

ausgLsucht. Zu Zwe- Kopfhölzer der Hainbuchen und Weiden. So kommt cken des Jagdschutzes entzogen die Landes- oder es, daß auch der Wiedehopf, der gerade diese Flächen Gruadhcrren fte der afigeinau fanft mi Mittelalter Herr- mit seinem Gaukelspiel belebte, zu einem seltenm Na­schenden sorglosen und ruckpchtslofen Ausbeutung. Als turdenkmal unserer Heimat geworden ist Forste oder Bannwälder wurden fie abge- 1 ‘ - - — - - - - vrenzt und unter Aufsicht gestellt. Hierin treten uns die erften Spuren eines Waldschutzes entgegen. Das Wort -Forst" ist ursprünglich gleichbedeutend mtt Wald­schuh. Rücksichtslos genutzt aber wurde das Holz, der weitauszedehnte, zusammenhänaende Wald, der nicht nur Brennstoff liefern mußte, nicht nur Bau- unb Werkholz für Gebäude und Geräte, die noch vorzugs­weise au» Holz bchanden, der auch den Raum berge» hcn mußte für die weitere Ausdehnung des Siedlungs­gebietes. Die schrankenlose Erweiterung der deutschen Kulturflächeri während des großen RodezeitalterS von 600 bis 1300 ging hauptsächlich auf Kosten be» Wal- be». Die von Wald bedeckten Flächen nahmen immer mehr ab. Das führte gegen Ende de» Mittelalters wi e.nem weiteren Schritte im Sinne des Waldschuh«,

'r”6,0 U erIafftn wmden gegen Dti n Roden de« Walde».

^,^^"Enis drans allmählich durch, daß die noch porhanbenen Wälder erhalten bleiben müßten daß Rw betfd6en noch auTaÄdU jiuiiTinDen Durften,

** Der Schutz des Waldes in Hessen.

Bei ber Feier des 75jährigen Bestehen» für Statur» ^el hat dessen Geschäftsführer, Prof. Dr. v ch a f e r im Rahmen eines längeren Vortrages über >en Schutz des Waldes im allgemeinen auch den Wald- chutz m Hessen in so interessanten Ausführungen be- prochen, daß wir unsere Leser mit ihnen gern be- könnt machen möchten.