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Leitung

Aus -em Nachbargebrete.

dem

nete Bertha heiter, „ich lese das Zeug stet» mit Ver» gnügen; der Stil ist meist so lächerlich wie der

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gekommen, daß vir

>Iich« Schmeichelet« uns«. Bedank« mit

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„Wir! Du tonn« wir bod

Wie kannst Du Dich darüber ärgern?* mtgeg-

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volkswirtschaftliches un- Soziales.

gk. Falsche Berichterstattung über die christ­lichen Gewerkschaften. Die .Sozialpolitische Chronist — Scparatabdruck auS dem Archiv für Sozialwiffenschast und Sozialpolitik — hat eine Darstellung der deutschen Gewerkschaft-, bewegung im verfloffenen Jahr gebracht, worin folgende Unrichtigkeiten enthalten find:

JW 98.

Montag den 1. Mak

58. Jahrgang.

2. Statt.

m»h Verlag ht -atdaer rlcttendruckerei ü zalöa.

• Alsfeld, 30. April 1911. Hier ist mit Bau einer Volksschule begonnen worden, welche außer einem Schülerbad auch ein allge­meine» Volk-bad enthalten soll, da» auch im

ein Unglück, vermögmd zu chm ist sicher, daß Männer ung nähern."

„Bertha, la- un» ein« raten!* rief Eveline leib« btr den Schleier nehmen, d stens dem viel« Leid der !

Da lacht« di« brünett« tut man nur mit 80 Jahr«

.Di« christlich«« Gewerkschaften hab« im vergangen« Jahr« kein, wesentliche Zunahm« an Mitgliedern zu verzeichn«. Man nimmt an, daß di« Zahl von 280000, die End« 1909 Vorhand« war, uw «Uva 6000 Mitglieder gestiegen ist."

Diese falsche Angaben find durch mehrere Korrespondenz-Bureaus weiter verbreitet und von einer großen Anzahl Tageszeitungen unbesehen nachgedruckt worden. Schon im Januar ist in der Preffe die Tatsache mitgeteilt worden, daß die christlichen Gewerkschaften im Jahre 1910 ihre Mitgliederzahl um 32—35000 gesteigert haben. Die Redaktionen der „Sozialpolitischen Chronik" wie alle andern Blätter, die die Falsch­meldung abdruckten, müssen äußerst weltftemd sein und oberflächlich arbeiten, daß sie trotzdem nachher solche falschen Angaben verbreiten.

1] Humoristische Erzählung von W. Borgmann-

Am 11. November um 11 Uhr vormittag» im Jahre 1898 saßen zwei junge Mädchen hinter herab» gelaßenen Jalousien in ihrem elegant ausgestattetm Zimmer. Die Brünette war mit einer Handarbeit beschäftigt, die zum Namenstag des Vater» fettig sein sollte; die Blonde, ihre Kusine, durchflog dir Zet» tung, warf aber plötzlich di« Blätter unwillig aus dm ziettichen Tisch.

„Was hast Du Eveline?* fragte die Arbeitende, ihre dunklen Augen von der Stickerei hebmd.

„Die Polizei sollte doch mdlich dagegm einschret» ten!* schmollte die Blondine.

„Wogegen?"

„Fast jede Nummer der Zeitung enchält solch« ab- geschmackte Heiratsgesuche. Da sich nur, Bettha, heute wieder „elf* hintereinander!*

er sich nur in btt sogenannten guten Gesellschaft be­wegt.*

„Wie grenzlo» unverschämt!* erklärte Eveline un« mutvoll.

„Deshalb kben gesällt mir da» Inserat*, toibee» sprach Bettha. „Aber nun kommt das Beste!" Und ste la» zu (Snbeij „Bekanntlich gleicht jede Ehe eine» Lotteriezichung. Sollt« daher Damm der obmbvi zeichneten Gattung Lust zu spiel« verspürm, so mA» gen sie auf da» So» B. 1. setzen, Adressen nimmt di» Expedition dieser Zeitung an.'

Und in demselben Atem richtete di« Vorleserin an ihr Gegenüber die Frager^ „Wollen wir da» Sol spielen, Eveline?*

„Im Grund« könnm wir Gott bauten, Bettha daß wir noch zeitig genug dahinter tarn«, weshalb Arthur und Felix un» dm Hof machten."^

„Sprich nicht mehr von ihn«', gab Antwort, ohne ihre Arbeit zu unterbrechen.

Ganz erschrocken ließ diese die Arme sinken:- .Abe« Bettha! Wa» würde Dein Baier sag«?"

„Er darf» natürlich vor der Hand nicht wissen, später soll er darüber lachen.*

„Willst Du mich kompronüttterm, Bettha?"

„Haben wir so wmig Witz, liebe Eveline? Wir zichm Papa'» Dimer, unfern täten Braun, ins Ver­trauen, er muß unfern Brief unter der Chiffre B. L. an di« ZeitungS-Ervedttion trag« und bei dem Ren­dezvous, da» totr dem Herrn Doktor bewillig«, in unfertt Nähe bleiben.'

immer: totr; Beide zusammen schreib«?"

t aber begleitest mich zu bem

„Weshalb unwürdig?" sagte Bettha rasch. „Die Leute sind ganz verständig. Ste wollen sich nicht in NahrungSsorgm stürzm." Die wohMngende Sttmme der Sprecherin hatte bei diesen Wottm eine heisere Färbung angenommen; die schwarzbraun« Augen sank« wieder aus di« Perlen, die ste mit hastigem Finger zu Blumm und KnoSpm aneinanderreihte Auch Evttine hatte dm Blick niedergeschlagen und stützte da» kleine Kinn tu di« Hand. Beide Mädchm dachtm an dieselbm Ding« und dieselbm Person«. Nach einer Pause begann die Blond«:

7 I

4« Die Borteile der Reichsversiche­rungsordnung.

Morgen beginnen die Beratung« de» Reichstag» über den in der Kommiffion erledigten Entwurf der Reichsverstcherungsordnung.

Mit einer wahr« Lttdenschast ist die Sozialdemo­kratie in den letzt« Tag« bemüht gewesen, dm Ent­wurf, weil er eben mtt der vielfach üblich« Aus­nutzung der Ehrenämter in der Versicherung für so­zialdemokratische Parteizwecke aufräumen will. In der Oefmtlichkeit berunterzureiß« und ihn auch in sein« sachlichen Sei ft ungen herabzufetzen. E» dürste daher sehr angebracht fein, in letzter Stunde noch einmal kurz zusammenzustell«, wa» der umfang- reiche Entwurf nach dm Beschlüff« der Kommiffion bringt, welche Vorteile er gegenüber dem bis­herigen Rechtszustand aufzuweis« hat.

Zunächst ist festzustellen die Erweiterung des Personenkreises. An

sieben Millionen Menschen mehr werd« der sozial« Versicherung unterstellt. Auf dem Gebiete der Krankenversicherung ist die VerstchetungS- vflicht ausgedehnt worden auf die landwirtschaftlichen Arbeiter, die Dienstboten, auf die unständig beschäf- tigten Arbeiter, die im Wandergewerbe Beschäftigt«, die Hausgewerbetreibendm und Heimarbeiter, Per­son« der Schiffsbesatzung, Handlungsgehilfen und -lehrlinge, Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken, Büh­nen- und Orchestermitglieder ohne Rücksicht auf dm Kunstwett der Leistungen sowie auf Lehrer und ®r- Sicher an nichtöffentlichen Schulen und Anstalt«, so­fern der Jahresgehalt 2000 Mack nicht übersteigt. Kleingewerbetreibende, Landwltte, Familien angehö- ttge des Arbettgebers können der Versicherung frei­willig bettreten. Die

Leistungen werden erhöht.

Nach dem bisherig« Rechte werden die Barlefftungm der Krankmkaffm bemess« nach dem durchschnittlich« TageSmtgelt derjenigen Klaffen von Verstchettm, für welche die Kassen errichtet sind, bis 4 Mack für dm Arbeitstag; die Kommiffion fetzte einen Satz von 6 Mark fest, was eine Erhöhung des Krankengelde» beb«tet. Durch das Statut kann dieser Satz auf 6 Mack erhöht werden, und der Tagesentgelt und da» Krankengeld nach der verschieden« Lohnhöhe der Ver­sicherten abgestuft werden. Erfordert die Art der Krankheit eine besondere Behandlung, so soll dies« dem Kranken in einem Krankenhause gewähtt toerben. Die Kaffe kann In Zukunft Hilfe und Wartung auch durch Krankmpfleger ober Krankenschwestern gewäh­ren; in diesem Falle barf das Krankengeld nur um höchsten» ein Viertel gekürzt werden, während die Vorlage die Hälfte abziehm lassen wollte. Di«

Krankenhilfe

ist, wie bisher, auf die Dauer von 26 Wochm zu ge­währen, sie kann jedoch durch die Satzung auf ein volles Jahr ausgedehnt werden. Statt der Hälfte des Grundlohnes können drei Viertel des­selben als Krankengeld gewährt werd«. Durch Satz­ung kann für kleinere Heilmittel ein Höchsibetrag fest­gesetzt und auch für größere Httlmittel ein Zuschuß gegeben werden. Die Kasse kann bei der Kranken­pflege noch andere als kleinere Heilmittel, insbeson­dere Krankenkost zubilligen, was bisher auch nicht möglich war. Die

Wochen- und Familienhilfe ist erweitert worden. Wöchnerinnen können ein Wochengeld bekommen in Höhe des Krankengeldes für acht Wochm. Mit ihrer Zustimmung tritt an Stelle des Wochengeldes Kur und Verpflegung in einem Wöchncrimienheim. Auch Hauspflegetinnen können bewilligt werden; ebenso Schwangerngeld und Hebammendienste. Familienhilfe kann zugebilligt wer- ben versicherungsfreien Familienmitgliedern sowie den Ehefrauen der Versicherten Wochenhilfe. Auch Sterbe­geld beim Tode des Ehegatten oder eines Kindes des Versichert« kann durch die Satzung zugebilligt werden. Einen weitem Vorteil bringt das Gesetz dadurch, daß es dem wegen Erwerbslosigkeit ausscheibenden Ver- sichetten den Anspruch auf Regelleistung wahrt.

Auf dem Gebiete der Unfallversicherung ist von Bedeutung die

Ausdehnung der V ersich eru n gs p flicht auf Betriebe zur Beförderung von Personen oder Gütern, oder zur Behandlung mit Ware, to«n ste mit einem kaufmännisch« Unternehmen verbünd« find, auf

fiskalisch« „Kälbergrund' an der Wartburg der Bauspekulation geopfert »erden solle. — Ja Jena wurde« zwei Studenten wegen Beleidt- gung von Schutzleuten zu 100 und 170 Mark Geldstrafe verurteilt.

* Born EichSfeld, 60. April 1911. Al» die Mannschaften der 6. Batterie de» Artlllerie-Regi- m«t» in Verden von dem schweren Brandunglück erfuhr«, da» ihr« vorjährig« Quartierort Linda« im Harz heimgesucht hat, veranstalteten fie efc« Sammlung und sandten durch ihr« Hauptmai» 50 Mark ein. Tin Bravo! den wacker« Soldat««.

auf Richt»: je mchr Bedenk« die «NM« laut werd« lieh, desto mutwilliger und aufgeräumter ward sie, Al» im« da» Unternehmen, welches der Brünette X dm Kopf gefahren, «blich mtt der Bezeichnung um moralisch belegt«, da Betcha jeder möglich« Gefah, desselben durch die Anwesenheit Braun'» bd dem RmdezvimS vorgebeugt glaubte, rief die jugendlich« Keckheit« „Unmoralffch? Alt« Schulmeister! 6tg unbefangener Sinn darf alle» wag«!'

„Der Mann muß un» flit leichtfertig« Personen halten!' warf Eveline immer schüchtemer M

(Fortsetzung folgt.)

Aus Vberheffen u. -en Hess. Aemtem.

Fin Straßenraub bei Marburg.

△ Marburg, 30. April 1911. Gestern nach* mittag gegen 4 Uhr wollte der bei der Baufirm- Weishaupt beschäfttgte Bautechniker Karl Mauß von hier, ein etwa 22 Jahre alter Mann, etwa 350 Mark Arbeitslohn nach den Steinbrüch« bei Niederweimar bringen. Auf dem Wege t>ow letzterem Otte, bis wohin er die Bahn benutzt hatte, nach dem Walde, wo die Steinbrüche liegen, trat tim plötzlich ein jun^r Bursche entgegen und schoß ihm eine Kugel in den Leid, M. stürzte sofort zu Boden, als er die Auge» wieder aufschlug, feuerte der Räuber ein« zweite« Schuß auf chn ab, der ihm den vor das Gesicht gehaltenen linken Arm zerschmetterte. Um feit? Leben zu retten, warf M. jetzt sein Geld hin, bat )er Räuber an sich nahm und in den nahe« Wald verschwand. Der Ueberfallene war dann» nachdem er längere Zeit bewußtlos gelegen, noch mstande, fick in die Nähe de- Steinbruches zn chleppen und um Hilfe zu rufen, die Arbeitet eilten nun herbei und tragen den Verletzten nach Giffelbero wo ihm ärziliche Hilfe zuteil wurde, LS erfolgte dann die Ueb«führung in die Mar- >urger Klink, wo durch eine Operation di» Lebensgefahr beseitigt wurde. Die von der Gen­darmerie aufgenommene Verfolgung, führte i» einer Verhaftung, die aber wieder rückgängig gemacht werden mußte. j

Amt Geisa un- Umgebung.

* Vacha, 30. April 1911. Bet der Beerdigung de» plötzlich verstorbmen Syndikus der weimarischsr Handwerkskammer, Dr. Raemmler in Weimar war« die Handwerker de» 4. Verwaltungsbezirk« durch da» Mitglied der Großherzoglichen Hani» werkSkammer, Herrn Hoftapezierer Wtlh. Köberich vettreten. In ihrem und im Namen der Handl wttker-Vereinigung de» 4. Verwaltungsbezirkes wurden Kränze am Grabe niedergelegt.

* Stadtlengsfeld, 80. April 1911. Die Arbeiten am hiesigen Schachte geh« rüstig weiter; e» find schon viele Familien (Beamte und Arbeiter) hierher gezogen, sodaß fast keine Wohnung mehr zu bekom­men ist.

• Tiefenort, 30. April 1911. Von den hiesige« Jagdpächtern wird zurzeit Klage über mehrere roll* dernde Hunde geführt, weiche der Jagd große« Schaden zufügen. — Gendarmerie-Wachtmeister Sü$t ist feit einiger Zeit im Besitze eines Polizeihun­de», welcher von vorzüglicher Abstammung ist und d« Namen „Hellmut von der Grayenbnrg" trägt,

♦ Dorndorf, 80. April 1911. Vor einigen Tage« wurden nach der,Rh.«Ztg/ in der hiesig« Che­mischen Fabrik 60 Rutheuen al» Arbeite» eingestellt. Am Straßenbau vom Orte nach bei Chemischen Fabrik find 40 Kroaten tätig, so daß also insgesamt 90 ausländische Arbeiter hier be­schäftigt werden. — Belm Ausladen von Materia­lien kam auf dem hiesigen Bahnhof ein Psett» zwischen zwei Güterwagen und wurde tödlich ver­letzt. Der Knecht trug leichtere Verletzungen davon.

* AuS dem Eisenacher Oberlande, 80. April 191L- Der Kalibergbau im Großherzogtum Sachsew der sein« Schwerpunkt im Eisenacher Oberlande ha( erzielt nach amtlicher Arroabe eine Gesamtfvrderung, die 10,8 Prozent der gesamten deutschen KaligeroIn­nung beträgt.

Winter b«utzt werd« kann. Der Entwurf zu dem all« Anforderung« einer neuzestlich« Schule ent- sprechenden Neubau stammt von einem gebormen Alsfelder, dem Oberbaurat Klingelhöffer-Darmstadt.

* Rhina (Kreis Hünfeld), 30. April 1911. Ein schrecklicher Unglücksfall ereigntte sich in unserem Dorfe. Die Witwe Susann» Hofmann befand sich in Begleitung eine» ihrer Kinder in der Nähe der Haunbrücke, als ein Automobil angefahren kam. Während das Kind bei Sette sprang und so vor einem Unfall bewahrt wurde, rannte daS Automobil die Frau um. Diese wurde dabei so schwerverletzt, daß sie nach einigen Stunden starb. Inwieweit den Automobilbesitzer ein Verschulden an dem Un­fall trifft, wird die gerichtliche Untersuchung hoffent­lich feststellen.

* Rotenburg, 30. April 1911. Die Wasserleitung in Breitenbach bei Bedra geht bet Vollendung ent­gegen. Da auch Gttfershausen mit ben Vorarbeiten der Wasserleitung begonnen hat, und in der Ge­meinde Hornel die Wafferleitungsarbeiten bereits zur öffentlichen Ausschreibung gelangt sind, werden bald alle Orte unseres Steife» mit dieser zeitgemäßen Einrichtung versehen fein.

* «schwege, 30. April 1911. Der Titel Stadt- ältester ist Herrn Rentner Ernst August Döhle, dem früheren längjährigen ersten Beigeordneten der Stadt Eschwege, in Anerkennung seiner hervorragen- d« Verdienste um die Stadt verlieh« worden.

* Kassel, 30. April 1911. Das Kgl. W i li Helms-Gymnasium begeht vom 6.—7. Ma» die Feier seines 25jährigen Bestehens. — Der den Veteranen bewilligte Ehrensold von 25 Mk. wird am 10. Mai zur Auszahlung gelangen. — Bei einem polizeilichen Streifzug durch die Ge­bäude der Backsteinfabriken Holländischen Tore wurden neunLandstreicher festgenommen, die sich dort eingenistet hatten. — Ein aus Kassel, gebürtiger Hofgeismarer Dragoner, der nach hier deflettiert, festgenommen und nach seiner Garnison geschafft werden sollte, entfloh und ist spurlos verschwunden. — Zu Kassels Jahrtausendfeier im Jahre 1918 empfiehlt ein Einsender im „Hessenland" die Errichtung eines steinernen Aussichtsturmes auf der Höhe des städtischen Parke» Schönfeld.

* Aus Thüringen, 30. April 1911, Die Weima-rische Prinzessin ist am Freiürg abend in Anwesenheit einer glänzenden Hofgesell- schäft in der' Schloßkapelle zu Weimar auf die Namen Sophie, Louise, Adelheid, Marie, Olga, Klara getauft rootben. — In Eisenach ge­langten die ersten Briefmarkenautomaten zur Ausstellung. — Für das jetzt im Reuterhaus untergebrachte Richard Wagner-Museum in Eisenach will ein neugebildeter Wagner- Museumsverein einen eigenen Bau schaffen. — Das großh. Staat-Ministerium stellt fest, daß die in der auswärtigen Preffe erörterte Nachricht falsch sei, nach welcher der idyllische, staats-

„Also l«b«faM eh Doktor!" unterbrach ®i sich selbst und fuhr geschwind fort ga lesen» „ tot Lebensgefährtin em« Dam« von Gstsi f Schönheit und obligatem vermög« — Eigmfcho di» q Heber noch nte vereint «getroffen, obg

Mich empört schon", zürnte Eveline, „die stchmd« Phrase: „Auf diesem nicht mehr ungewöhnlich« Wege!" Welcher Mann von Ehre, welche» Mädch« kann solchen Weg einschlag«, um Siebe zu finden?"

„Liebe?" seufzte Bertha leise; fuhr jedoch schnell in munterem Tone fort: „Wenn wir aufrichtig sein «vollen, Eveline, weshalb besuch« wir Bälle und Ge­sellschaften? Nur des Tanzen» und der Unterhaltung weg«? Oder haben wir d« gehttmm Wunsch, auf Mefem auch nicht mehr ungewöhnlich« Wege Mm- scheu kenn« zu lernen, die uns tiefer interessier«?'

„Das kann uns niemarib verarg«, Betthal'

„Darfst Du also dm Stab über Seide brechen, die »ffener zu Wecke geh«? Ich glaub« wirklich, viele dieser .Zeitungsgesuche sind grundehrlich gemeint, w«n auch manche auf Foppereien hmauslaufen.'

-Sicher die Ehrlichst«", gab Eveline zu, „aber zugleich die Umvürdigstm find di«, welche so unh so Mel Vermög« als Bedinauna stell«.*

gab Bertha zur zu unterbrech«. „Es ist fein. Kein reiche» Mäl> sich ihr au» wahrer Neig­

„Wenn Archur und Felix unsere Herz« täusch« konnten, fiel Eveline erregt ein, dann find alle Män­ner schlecht!"

Sanft entgegnete dl« ander«:! „Hast Du nicht ein« Vater gehabt,unb habe ich nicht noch ein«, — der —*

„Ich meine die junge Gmeration!" unterbrach Eveline.

„Wir woll« künftig nicht für schöne Köpfe schwäv- mm", bemerkte Bertha. „Weißt Du, wa» meine selige Mutter mir auf dem Totenbette sagte?"

. „Nun?'

„Wmn ein Mann Dir einst von Siebe spricht ver­gleich ihn mit Deinem Vater. Ist er brav und gut wie der, bann gib ihm getrost dein Wort. Aber hast du ben leisesten Zweifel an feinem Charakter, bann sage Nein. Hoffe nte, baß er Fehler, die Du an ihm bemerkst, au» Siebe zu Dir ablegt. Prüfe ihn g«au, ob er sich nicht verstellt. Nur d« wähle, der Dir sein ganze» Ms« off «bart, ehe er Dein Gatte ist!' — Das Mädchm hielt ein« Augmblick inne, dann sprach sie sinnend toeiterr „Ich habe oft an diese Ermahnung meiner selig« Mei gedacht, toemt ich mit Arthur zusammmtraf, und j« mehr mit sein Neußer« gefiel, um fo banger ward mein« Seele. Eine innert Stimme warnt« mich vor ihm.'

Eine Pause trat ein. Bertha ließ di« Nadel ruhen, bragte sich über dm Tisch und blickt« in di« Zeitung, di« Evelint mttüstet »«geworfen. Auf einmal klang ibr hell« Sach« von neuem: und leb­haft fragte sie bi« zusammmzuckende Blondine: „Hast Du denn dies« broBigt Aufforderung gelesen?"

„Du mußt st« hör«!" Und nachdem oec lockige SchwaAopf noch einmal aufgejauchzt, la» der schri- mische Mund:; _®n Mann von sich« dreißig Jahr«, Besitz« eine» akademischen Grade», der

da» Dekoratmrgewerb« He Apochekm, dm Betrieb der Badeastalten, auf StemzerfteinerungSbetriebe, auf die Binnenfischerei, Fischzucht, Teichwirtschaft und die Eisgewinnung. Dazu kommt, daß Betriebebe­amte mtt einem Einkommen bi» zu 5 000 Mk. der Versicherung unterroorf« werd«, bisher nur die bis 3000 Mk. Von großer Wichtigkeit ist die von der Kommission eingesetzte Bestimmung: Durch Beschluß des BundeSrat» kann die Unfallverficherung auf be­stimmte

gewerbliche Berufskrankheiten ausgedchnt werd«; ebenfo auf kleine Untern«!* mer mtt nicht übet 8000 M. Einkommen oder nicht mehr al» zwtt Gehilfen. Die Rente beträgt, wie bis­her, bei völliger Erwerbsunfähigkeit zwei Drittel de» JahreSarbeitSverdimsteS. Di« Kommission hat jedoch eine

Rentenverbesserung durchgesetzt. Während nach dem geltmb« Rechte nur ber Verbimst bl» 1500 Mk. voll angerechnet wird, ge> schicht da» in Zukunft bi» zu einem Betrage von 1800 Mk. Der darüber hinauSgchmde Verdienst wttd bei Berechnung der Rente mtt einem Drittel angerechnet. Es tritt also mich bei der Unfallversicherung ein«

Erhöhung der' Leistungen ein. '

Jrn Bereiche der Jnvallbenverficherung tritt eine ähnliche

Erweiterung der Bersicherung»pflicht ein rote bd'ber Krankenversicherung. Ihrer Ausdeh­nung auf die Hausgewerbetreibenden hat die Regierung im Hinblick auf die schwierigen Verhält­nisse dieser Berufsgruppe wiberfprochm. Es bleibt je- doch dem BunbeSrat überlass«, ble Versicherungs- Pflicht bafür anzuordnen, ebenso wie für k l e i n e B e- triebSunternehmer. Die Versicherungsberech­tigung nichwerstcherungSpflichttger Personen ist er- weitert worden. Durch die neuen Bestimmungen über die Berechnung des Grundlohnes wird ein großer Teil der Versichert«

einer höheren Klasse zugeführt und sie erhalt« höhere Stenten. Ein« Herabsetzung der AlterSgrmze auf 65 Jahre war nicht zu errttch«, da die Regierung sie mtt dem Hinweis auf die Belastung (29 Millionen) ablehnte. Es wurde jedoch eine

freiwillige Zusatzversicherung eingeführt, nach der fich jeder Vetstcherungspflichtige und Verstchemngsberechtigte eine höhere Rmte sichern kann. Das wichttgste ist die Einsuhung der Witwen- unb Waisenversicherung. Wie bei allen Sozialgesetzen mußte auch hier klein angefangm werd«. Da die Ge­währung von Rmtm an alle Witwen 235 Million« kosten würde, so werd« nur die Invalid« Witw« Rmtm erhalten. DaS Reich zahlt zu jeder Rente ein« Zuschuß von 50 Mack, zur Waisenrente 25 M.

Diese kurz« Angabm mögm vorerst gmügm, um die großeBedeutung der Versicherungs­reform für die Attbttterschast darzutun. Der Haupt- wett der Reform liegt in der beb«t«ben Erweite­rung bet Versltzerungspfllcht unb in ber Erhöhung bet Stiftungen ber verschieben« Verficherunaen sowie In bet Einführung ber Wit- wen» und Wais en versichern ng. Für viele Million« Arbeiter unb Bedürftige wird Vorsorge ge- ttoff« in einer Wttse, rote es bi»h et kein Staat ber Welt fettiggebracht hat. Die Mehraufw«. bung«, ble auf Grund ber neuen Versicherungsreform erwachs«, reichen an 140 Millionen Mack heran, so baß künftig im Deutschen Reich alljährlich eine

Milliarde Mack für die Sozialversicherung geleistet wirb. Angesichts tiefer Ziffern kann bie Kri­tik bet Sozlalbemokratie nicht anders bezeichnet wer­den als ein Ausfluß krankhafter Nörgelsucht!

Eh« zu vetredm, und man fünbtat« schwer, wollte man au» solch« banal« Gründen tn» Kloster gehen. Ja, könnt« totr aufrichtigen Herzen», mit wirklichem Beruf« erfüllt, un» dem Herrn opfern wahtüch rolr wär« glücklich zu Preis«. Aber wch« baten, die ohne Beruf sich dem klöstettichm Leb« gewidmet hab« sie hab« «in« sehr schwer« Bürd« auf fich genommen^ di« meisten» erst mtt dem Tod« von ihr« Schulte« genommen wird.*

v. -mA d« Srfahnm» bi« wir gemacht?" wandte dl« Blond« et*,

Dl« Srfa-ru« Iß heilsam, sehr feilfam', er-