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Mittwoch -e« 26. April MI-

58. 3abro«ng.

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W Zeitung«

2. Blatt

Druck und Verla- k« zutdarr Xdietiörudertl m Hulda.

Danzig

Berlin

In de«

Mai 203.00

«eflflmeiK «nb Stvzeigeuteil.

Kieiues Fenittetou.

Amt Geisa und Umgebung.

* Meselbach, 26. April 1911. Eine Vereinigung I hiesiger Handwerker errichtet gegenwärtig auf dem der Gemeind« gehörigen Zimmerplatze ein D a m p f. I äaewerk.

* Dermbach, 26. April 1911. Tie hiesigen I Milchproduzenteu haben die Milch-, Rahm- und Butterpreise erhöht. Der Liter Milch kostet -ortan 20 Pfg-, der Rahm 1L0 Diack und der I ■ fieiS für das Pfund Butter ist auf 1.30 Mark estgcsetzt.

♦ AuL Sachseu-Wrimar, 26. April 1911. Auf Veranlassung des GroßherzogS bestimmt das StaatS- ministerium, daß am Freitag, den 28. ds. Mts. anläßlich der Taufe der am 20. v. Mts. geborenen Prinzessin bei Unterricht in allen Schulen des Ätndes ausgesetzt wird.

* Orchsen, 26. April 1911. Die Gewerkschaft Heiligenmühle beabsichtigt innerhalb der Flur Oechsen von dem Basaltbruche am Schorn nach dem auf dem Valentin Kirchnerscheu Grundstücke zu errichten­den Schotterwerke eine Drahtseilbahn und in Verbindung mit dieser eine Fernsprechleitung anzu­legen.

• Kaltennordheim, 24. April ICH. Zu dem am | 18. und 19. Juni d. I. in Kaltenlengsfeld statt­findenden 2 Brzirksturnfest des Rhönbe­zirks, verbunden mit Fahnenweihe des Salten» rengsfelder Vereins, werden jetzt schon Vorberei­tungen getroffen.

♦ Aus Thüringen, 25. April 1911. Die katho­lische Bevölkerung Thüringens hat in den letzten Jahrzehnten ganz erheblich zugenommen trotzdem die überwiegende Mehrzahl der Kinder aus den leider recht zahlreichen gemischten Ehen prote- ftantisch erzogen wird. So läßt sich nachweisen, daß die Katholiken zunahmen in den Jahren 1900 bis 1905 in Sachfen-Weimar um 3820, in Sackfin- Meiningen um 685, in Sachsen-Altenburg um 720, in Koburg und Gocha um 534, in Schwarzburg» Rudolstadt um 353, in allen thüringischen Staaten um 6913. Bei dieser Zunahme kommt vor allem die stark« Einwanderung von auswärts in Be­tracht. Polnische Arbeiter finden infolge der Leute­not auf dem Lande in der Landwirtschaft Be­schäftigung. Außerdem werden zu Bahndauten und Kanalisationen polnische und italienische Arbeiter herangezogen.

Aur Gberheffen u den Hess. Aemtern.

△ Marburg, 24. April 1911. Eine der reich­haltigsten Attertümer-Sammlungen ist diejenige des hessischen Geschichtsvereins im hiesigen Landgrafen- Schlosse. Die Altertümer, die ans allen Tellen Hessens stammen, sind seit einiger Zeit hier geuibnet in den großen Parterreräumen des Ostbaues des Schlosses untergcbracht und können täglich besichtigt werden. Auch Vas Szepter der ehemaligen Universität Fulda ist dort zu sehen.

* Fraukenberg. 26. April 1911. In den ersten Tagen be-ä Mai wird Herr Regiernn-s» baumeister a. D. Spannuth von der Kantinen, taten Eisenbahn-Bau- und Betriebs-Gesellschaft zu Berlin in Bad W-ldungm ei-'treffen, um von dort aus die Vermessungen für die geplante Bahn Bad Wildungeu—Frankenau vornehmen zu lassen. — Dem Landwirt Joh. Tripp zu Ernsthausen und der.r Landwirt Heinrich Figge zu Höringhausen ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden.

* Kirchhain, 25. April 1911. Im Walde bei Langenstein wurde ein Mann namens Sack beim Wildern ertappt und nach heftiger Gegenwehr festgenommen.

Hafer

163 (+ 8 )

183 (4- 9 )

Lmzer Getreibe-Vochenbericht der Preisberichtsstelle des deutschen Landwirtschaft' rats vom II. bis 24. April 1911.

Haube! und Industrie.

♦ Berlin, 25. April 1911. Trotzdem verschiedene Meldungen an bet Börse heute den Markt günstiger

xeinflujten, machte sich die Nähe des Ultimo doch xmedbar. Auf dem Montanmarkte prägte sich die .urückhaltung besonders aus. Auch Schiffahrts- atiien lagen flau. ElettrizüLtswerte schwächer.

Ausland.

** Der Skodarummel in Oesterreich.

verm'rs chtes.

* Der füugste Gefreite der deutschen Armee ist zurzeit der Erbp^oßherzog von Mecklenburg-Schwerin, der am 22. b. M. ein Jahr alt wurde. Der Groß­herzag empfing an diesem Tage den Kommandeur des Grenadierregiments Rr. 89, der die Gefreiten­abzeichen für den kleinen Erbgrotzherzog überreichte.

* In einem Anfall von Schwermut hat sich der Assistenzarzt der Berliner Univerfitätsklinik für Haut­krankheiten Dr. Rudolf Koppel, ein erst 29jähriger Mann, erschossen. _

* Als Kirchenschänder wurde am Sonntag abend in der Michaelkirche zu Bamberg ein Fremder festgenommen, der Kerzenleuchter zertrümmert und Altardecken zerriflen hatte. Der Täter ist ein Weber aus Mannichswalde in Sachsen-Altenburg. Bald darauf wurden ähnliche Beschädigungen in der St. ; Getreukirche wahrgenommen.

I * Ein dunkles Verbrechen spielte sich auf der Chaussee zwischen Groß-Schachten und Borstel bei Stendal ab. Dort fand man den Postaushelfer Kuhl neben seinem Fahrrad blutend und ohmnächtig im Chauffeegraben liegen. Der Schwerverletzte, der zwei Schußwunden in der linken Seite hatte, wurde in das Krankenhaus gebracht, wo zwei Kugeln ent­fernt wurden. Rach Kuhls Angaben traf er auf der Chaussee einen fremden Radler, der ihn zunächst vor­beifahren ließ, aber bald nachkam und ihm zurief:

I „Warum fahren Sir denn so schnell?" Darauf hob der Fremde einen Revolver und feuerte zwei Schüsse auf Kuhl ab. Obwohl beide Schüsse den Postaus- i Helfer trafen, fuhr dieser auf seinem Rade in der

Todesangst weiter, bis er ohnmächtig herunterfiel. Vom Täter fehlt jede Spur.

♦ Trtijfa, 25. April 1911. Nach Beschluß der letzten Generalversammlung wird der hiesige Turn­verein am 2. und 3. Juli fein 40zähriges Stiftungsfest festlich begehen.

A Fritzlar 26. April 1911. Tas Eisenbahn komtter Fntzlar-WolsHagen schreibt uns: In der letzten Reit begegnete man verschiedentlich der Auf­fassung, als ob das Bahnprojekt Frrtzlar- Wolfhagen, das nach 33jahrtgem Halbschlafe vor Jahresfrist ganz aufgewacht war, roieberum selig entschlummert sei. Man bezeichnete eme der- artige Behanvlung als ganz unbegreiflich. Zur Beruhigung der interessierten Krerse sei daher hier- mit darauf hingewiesen, daß nach dem Bescheide des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten „nut Rücksicht auf die große Zahl der vorliegenden dringenden Eisenbahnprojekte dem Bau der ge­nannten Bahn durch den Staat jur ße11 nicht näher getreten werden könne". Die Worte „zur Zeif find in dem Schreiben unterstrichen. Wenn schon die Einsügung dieser beiden Worte auf Ver­wirklichung tu absehbarer Zelt schließen lassen, so I berechtigt das Unterstreichen hierzu noch umsomehr. I Es ist außerdem bekannt, daß die von dem Essen- bahnminifler Ende August 1910 angeordnete Vor- Prüfung duich die Kgl. Eisenbahndlrektton Kassel durchaus günstig ausgefallen ist. Gut Dmg will aber Weile haben. Das Eisenbahnkomitee hat nun neuerdings Schritte in die Wege geleitet, um die Verwirklichung nach Möglichkeit zu beschleunigen. Hierfür ist demselben jede Uwerstützung von behörd­licher und privater Seite, die dem Projekte ia auch bislang in reichem Maße zuteil wurde, selbstver­ständlich auch fernerhin stets willkommen.

* Fritzlar, 25. April 1911. Nachdem die an I schwarzen Pocken erkrankten und die einer solchen Erkrankung verdächtigen russischen Feldarbeiterinnen etwa drei Woben im sogenannten Cholerahaur s isoliert untergebracht waren, konnten sie nunmehr nach genauer Untersuchung und Desrufeknon von Kleidern und Raumen wieder als gesund entlaßen I werden. Es darf gesagt werden, daß die Krankheit dank des energ scheu ärztlichen Eingreifens im Keime I erstickt wurde und daher ein weiterer Ausbruch nicht I zn bri.irdrten ist. — Am Weißen Sonntag gingen hier 32 Knaben und 22 Mädchen zur ersten hl. I K o m m u u i o n.

Heinrich, mein lieber alter Zunge- ®du willst verzwesseln?! Wegen dem bißchen Katarrh und dem quälenden Husten? Mach keine Geschichten fei — kauf dir lieber in der nächsten Apotheke oder Drogerie eine Schachtel Fays ächte Sodener Ml- 1*1 ueral-Pastillen und ich wette darauf, daß du alle ® Beschwerden verblüffend schnell los sein wirst.

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Bereits zu Anfang April hatte die Preisbencht- stelle des D. L. R. auf die durch Mäusefraß verursach- ten Schaden und auf die nachtMgen Folgen der Marz- TÖfte hingewiesen. Der nach dem Erscheinen des be­treffenden Berichtes eingetretene Kälterückfall hat, wie die amtlichen Berichte von Mitte April erfennen lassen, namentlich die spät gefaten und infolgedessen schwach entwickelten Saaten weiter ungünstig beeinflußt, s» daß der Stand von Weizen auf nur 2,7 gegen 2,2 im Vorjahre geschätzt wird und Roggen noch ungün- tiger, nämlich mit 2,8 gegen 2,4 im Vorjahre beur­teilt wird. Am wenigsten befriedigten die Futter- gewöchse von denen Klee die Not? 3,0, Luzerne die Note 2,9 erhielt. Die durch diese ungünstige Darstel- lung sowie durch erneute Befürchtungen wegen bet andauernd trockenen Witterung hervorgerufene Be­festigung hat auf dem Weltmärkte einen lebhaften Widerhall gefunden. Infolge der allgemein euoach» en Kauflust hat Argentinien seine Forderungen seit Ende März um 8 bis 10 Mack erhöht. Auch Rußland hta seine Preise für sämtliche Artikel, namentlich für Futtergetreide stack gefteigert und damit den Anstoß zu der auf dem deutschen Hafermackte zum Durchbruch gelangten Anfwärtsbewegung gegeben. guttergerfU behielt ihre feste Tendenz gleichfalls bet; infolge bet verspäteten Frühjahrbestellung fehlt es an den_ rufft» schen Märkten an Zufuhr und da per April noch große Verpflichtungen bestehen, so erklärt sich bas hoh« Aufgeld, das greifbare und bald fällige Ware andau­ernd bedingt. Aber auch spätere Sichten haben rm Preise angezogen, da die Vorräte im Innern Ruß­lands nicht mehr groß fein sollen rmd man infolge-, dessen «ich nach Beendigung der Feldarbeiten nur auf schwache Zufuhren rechnen zu können glaubt. Die Saitile auf dem Hafer- und Gerstenmarkte hat auch die Tendenz des bisher vernachlässigten Maises fest, werden lassen, und da die Qualität von Mixed wenig befriedigt, PlatamaiS kaum noch in Frage kommt, so wendet stch das Interesse zuletzt mehr den Odessa- und Donausorten zu, deren Preise merklich angezogen.ha­ben. Von Brotgetreide war bei knappem inländischen Angebot namenllich Roggen sehr fest; die meist schwach versorgten Mühlen bezahlten willig die im Verlaufe um 5-7 Mk. gesteigerten Preise und auch die erhohtm russischen Offerten führten zu größerem Geschäft. Auch Weizen hatte ziemlich lebhafte» Geschäft. Den stack­sten Preisfortschrttt hatte aber Hafer zu verzeichnen, indem vielfach 10-15 M. höhere Forderungen be­

lebten Tagen war in allen Zeitungen von »Skoda" Hu lesen. Es handelt sich hier um ein Werk ähnlich ivie das Kruppsche Unternehmen in Essen. Die Skodawecke in Pilsen waren ursprünglich ein Privat­unternehmen, dessen Besitzer Skoda hieß. Sie toaren die einzige Kanonenfabrik in Oesterreich und so fielen jhr fast alle staatlichen Aufträge zu. Das Unterneh­men wurde 1899 in eine Aktiengesellschaft umgewan­delt, wobei die Hälfte der Mi en im Besitze der Fa­milie Skoda verblieb. Lange Zeit vermochte das Unternehmen finanziell nicht voranzukommen, bis einige Jahre nach dem Tode seines Vaters, der junge Skoda die Leitung des Unternehmens an sich riß, es tmausgeseht verbesserte und vergrößerte. Heute ha­ben die Skodaioerke neben ihrer Armaturen- und Waf­fenfabrik ein« Maschinenfabrik, namentlich im Bau von Maschinen für die Zuckerindustrie als erstklassig gilt, eine Brückenbau anstatt, Kesselschmiede, Eism­und Metallgießerei, eine hervorragende Stahlhütte, jeine Presserei und die 1909 errichtete Tyres- und Waggonachsenfabrik; auch befassen sie sich mit dem Turbinenbau. Infolge neuer Aufträge auch aus dem

allgemeinen ein sehr ernsthaftes Blatt ist und sonst nur wohl verbürgte Nachrichten bringt. Die Ge­schichte spielt in Indien. Vier Vertreter der feinjten aftkkanischm LStvengattung, die aus den Zwingem des Maharajah Scindia in die Dschungels von Gwa­lior getrieben toaren, griffen verschiedene Eingebo­renendörfer an und töteten in einem Dorfe allein 29 Personen. Die Löwen toutben schließlich auf ganz einfache Weise mit Hilfe von Fliegenpapier toieber ein­gefangen. Durch Beobachtungen stellte ber erste Wild- Hüter bes Maharascch fest, baß bie Löwen ihr Lager in zwei Schlammhütten des einen Dorfes, das die Eingeborenen aus Furcht vor den Löwm verlaffen hatte» ,aufgeschlagen hatten. Dem Hüter gelang es eines Nachts, die Löwen in ihren Hütten einzuschlie­ßen und zu verbarrikadieren, wo er sie vierzehn Tage lang gefangen hielt und sich während dieser Zeit einen Plan für die Gefangennahme der Tiere aussann. Schließlich bedeckte er eine ziemlich große Fläche vor dm Hütten mtt Fliegmleimpapier. Als die Barri- kadm entfernt waren, sprangen die Löwen mit einem Satz aus ihren Lagem und auf das Fliegenpapier, das sich an ihren Tatzen festhielt. Um ihre Tatzen von dem klebrigen Papier zu befielen, versuchtm fle, das Papier von den Tatzm zu leckm, das stch jedoch jetzt an dem Gesicht festsetzte, sodaß Urnen in kurzer Zett Nase und Augm zugeklebt warm. Schließlich wAzten sich bk Tiere auf dem Bobm und toaren in kür« Zeit vaisständig mtt Fliegenpapi« bedeckt. Jesfl toat es eine Kleinigkeit für den Hüt« und seine Lmte, die Time zu fangen und mit Stricken zu bin- dm. Hebet stacke Stangen gelegt, trug man bie Lö­wen bann nach Gwalior zurück, wo sie Wied« in bk Zwinger gesteckt würben.

— Wieviel Pfiavzenartm kennen wir? Hierüb« schreibt der Prometheus (Verlag von Rudolf Mücken­berg« in Berlin W. 10): Vor ungefähr 2200 Jahren kannte Theophrast«» etwa 500 verschiedene Pflan­zenarte«, und 300 Jahre spät«, zu Anfang unser« Zeitrechnung, zählte Dioskoride» d«en ungefähr 600. Um da» Jahr 1650 kannte Bauhin 5266 Pflanzenarten «nd auch Lmn4 konnte um die Mitte

Azetylengranaten haben, da sie sich gut bewahrt habe«, mehrere Vorzüge aufzuweisen. Erstens haben sie eine Lichtstarke von 3000 Kerzen und brennen mindestens 3 Stunden. Sie gestatten also ber Besatzung des Kriegsschiffes, bie gesamte Um- gebung auf der Wasseroberfläche bis in die genau­esten Einzelheiten zu beobachten. Was aber noch von größerer Bedeutung ist, ist der Umstand, daß sie von dem eigenen Kriegsschiff weit weggeschleudert wer­den. hp.

— Die Wirkungen des Vogelschutzgeptzes machen sich berettS deutlich bemerkbar. Nachdem nunmehr der für die Drosseln und manche andere Vögel so verhängnisvolle Dohnenfang seit drei Jahren nicht mehr betrieben worden ist, ertönt jetzt überall wieder bet herrliche Schlag d« Königin ber Sänget unter dm deutschen Waldvögeln, der Singdrossel (Turdus musicus). Im letzten Jahrzehnt war diese Drosselart in solchen Gegenden, in denen der Doh- nenftieg die Ränder der Waldungen und Feldgehölze durchzog, selten« geworden, und es gab bereits Striche, in denen der herrliche wilde Schlag des vielstrophigen Liedes dieses auch in seinem Feder- kleide hübschen Bogels kaum mehr zu hören war. Da nun die Zeit der schlimmste» Verfolgung für t7n vorüber ist, beginnt er wieder überall sich einzu­stellen, und seine melodischen Weisen ertönen früh am Morgen und in der Dämmerung des Abends durch die linde Frühlingslust. Die Aufregung, welche der Freunde des Dohnenfcmges und besonders ber Berufsjägerei wegen der ententn^ren Nebeu- einnahmm aus dem —os des Fanoes " ' bemach- tiat hatte, ist, wie vorauszusehen war, rasm ab"e- flaut. Von einer Zunahme des auf dem

durch das nette Gesetz erlaubten Bogelberde ift kaum etwas zu bemerken. Die Vogelfreunde aber find der Mehrheit des ReichstaaeS dankbar, di? danw'? trotz edler Anfeindungen fest geblieben fft und uns durch das gesetzlich eingeführte Verbot des Dohnen» sanges uno der Singdrossel die Erhaltung eines der kostbarsten Raturdenkmr!-: des beurfAru Wal­des dauernd gesichert hat.

Deutsches Reich.

+ Dir fortschrittliche BolkSpartei ind die Schutze wlle. Der bekannte Pfarrer Rorell hat vor kurzem «klärt, daß außer ihm noch 9 Mitglied« der fort­schrittliche« Reichstagsfiatlion aut dem Boden bes Schutzzolles ständen. Demgegenüber erinnert bie .Süddeutsche nationalliberale Korrespondenz daran, daß d« fortschrittliche Abg. Kämpf im Reichstage festgestellt hat, sämtliche Mitglieder der fonschntt- lichen Volkspartei ständen auf dem Standpunkte des Programms, baß bie hohen Schutzzölle allmählich beseitigt »»erben müßten Wer hat nun recht.

* Familiemmtetstiitzung für Reservisten. Die Heeresverwaltung erläßt so gende Bekannt­machung :

„Die zu ein« Landwehr- und Reserveübung ein­berufenen Mannschaften, welche für ihre Familie «ine Unterstützung zu beanspruchen gedenken, kön­nen auf eine solche ur dann rechnen, wenn d« An- faag nach § 1 Abs. 8 des Gesetzes detr. die Unter­stützung von Familien der zu Friedeusübuvgeu ein» berufene» Mannschapen vom 10. Mai 1892 innerhalb vier Woche» nach Beendigung der Hebung ge­stellt ist. Spätere Anträge werden fortan stets ab­gelehnt werden. Es ift auch gestattet, schon vor An­tritt der Hebung um Bewilligung der Unterstützung zu bitten, damit diese während ver Uebungszeii zur Aus­zahlung an bie Familie ber Hebungpflichtigen gelangen

** Sozialdemokratische Aibeiterbesteuerung. Die Meldung, daß stch bie sozialdemokratischen Gewerk­schaften mit dem Gedanken tragen, eine besondere «roße gewerkschaftliche Kriegskasse zu schaffen, Vie aus Beiträgen der Mitglieder sämtlicher Zeu- tralverbände, die der Generalkommission bet Ge­werkschaften angeschloffen sind, aufgebracht werden soll, veranlaßt die nationalliberale .Korrespondenz' zu folgender rechnerischer Ausmachung, bie zeigt, wie die Roten ihre Arbeit« „besteuern". Die Korrespondenz' erbtickt in dem neuen Plan, der «ine Extrasteuer von 5 Pfg. pro Woche vorsteht, eine

„abermalige Steigerung der sozialdemo­kratischen Belastung der Arbeiterschaft, die, prozentual gemessen, vorher schon bei weitem das übet» steigt, was Staat und GeseUichast selbst von ihren reichsten Bürgern und den höchsten Einkommen ver­langen. Man hat ausgerechnet, daß die gewerlschast- lich« Belastung eines sofialdemokralisch organisierten Arbeiters jetzt schon, gering gerechnet, 1 Mk. die Woche beträgt; bas bebeutet, wenn man ein Durchschnitts­einkommen von 1000 Mk. zugrunde legt, eine direkte Einkommensteuer von 5,2 Prozent! Rechnet man hierzu noch die Steuern sür bie politische Organisation mit mindestens l’/s Mk. monatlich, also 18 Mk jähr­lich, so ergibt sich eine Gesamtbelastung von 7 Prozent, während bekanntlich die preußischeStaats- einTommen{teuer selbst bei den höchsten Einkommen Nicht über 4 Prozent hinausgeht! Dazu soll nun noch die neue Belastung von 5 Pfg. die Woche treten, so daß man wohl berechtigt ist, zu sagen, daß bie Steuer­last, bie Staat und Gemeinde ihren Bürgern auf« «legen, geradezu verschwindend gering ist gegenüber den Abgaben, die die Sozialdemokratie und die ihr an» geschlossenen Gewerkschaften von den Arbeitern fotbent".

willigt wurden.

ES stellten sich die Preise für inUnbW» ®etretb< am letzten Markttag« in Mark ptolOOOfitlogr. len-rch Qualität, wobei das Mehr (4-) brzw. Weniger (—) gegenüber der Borwoch« in Klammern () txigefügt ist

wie folgt:

Weizen Roggen

— Gänseblümchen. Wenn der Frühling kauiii einen Einzug gehalten hat und laue Winde wehen, tcht plötzlich die Wiese voll weißer Blümchen, denen >ie deutsche Volkssprache die Namen Gänseblüm­chen, Maßliebchen und Tausendschönchen angedichtet hat, während sie der Botaniker Bellts perennis nennt. Niemand sieht sie kommen; scheinbar über Nacht sind sie zu Tausenden da, alle fein und nett herausgeputzt, eine grüne Rosette von länglichen Blättern am Grunde, jede einen glatten, schwanken Stiel, an dessen Spitze der weiße Stern mit dem 'ßoldenen Herzen sitzt. Das liebliche Blümchen ist immer fieuudttch, immer hold und sieht in dem dürf­tigsten Stückchen Rasen so aus, als wäre sie nur femettoegen da, um ihn herauszuputzen, ihn zu schmücken und ihn weniger fühlen zu lassen, daß ihn die anderen Blumen vergessen haben. Mit jedem Plätzchen zufiieben, mtt dem Sonnenschein äuf gutem Fuße, im tropfenden Regen sanft ge­beugt, der besseren Zetten geduldig harrend, so sicht hie kleine M«me auf allen Wiesen, meist unter bie anderen Blumen gemischt, ober an dem Wegrand .sitzend, immer die weißen, oft zart rötlichen Blüten x>em hellen Tageslicht erschlossen, das leuchtend auf '>er goldigen Mitte der Blüte liegt. Das Gänse- Kumchen gehört zu den Korbblütlern oder Kompo- f!-En, und^sein Köpfchen bestcht ans weißen oder "E«hen «irahlenblüten, die auf goldgelben Blü- ckenbvden stchen. Die Pflanze hat ihre Blumen fast

Bereitschaft, und es kommt nicht Jatc» vor, daß sie, trotz Aprilschauern und zeitweilig tretbenden Schneeflocken ihre Sterncben erschließt, Klch zu Weihnachten oder zu Neujahr ihr Sträuß­chen Uber dem schneefreien Boden hält wie einen letzten Abschiedsgruß ans längst vergangenen besse­ren Tagen.

— ©ne Löwenjagd mit Fliegenpapi«. Eine pack nach Münchhausen schmeckende Geschichte einet Löwenjagd mit Fliegenpapier bringt in seiner Don- flerstag-Rummer d« »Evening Standard"', d« im

201 ( + 4 ) 156 (- - 7 ) Fmnifurt 215^+2* 162 ( + >> <±3?

München 223 ( 4- 2 ) 184 ( + 6 ) 177 -f- 5 ) Weltmarktpreise: Weizen: Berlin ---- -

(J- 1.75), Budapest April 216.60 (4° 10.65Y ^»ris Apnl 21(— 0.00), Liverpool Mm 155.90 (+ 605) Mtzeago Mai 140.30 (+ 6.05). Roggen: iikrlm Mm 158^0 1 2 751 SSater* Berlin Mai 163.50 (4~ 6.00) Mk. Futtergerste Hamburg April 113.00 Mk. (4- 3*>’«) Mal Juni 112'/. (4- 4st,) per 1000 Kilogramm.

AuSlande haben sich die Hoffnungen auf ungeheuren Gewinn so Derbreiiet, daß alle» Skodaccktten taufen trollte. In wenigen Wochen stiegen sie von 3 20 auf 83 7. Durch ein Börsenmanöver seitens der Bankiers, bk Lieferungen übernommen hatten, kürzte« die Sksdaaktten in einem Tage von 837 auf 730. Hängen Reiben dabet die kleinen Leute, toä|renb dk Machet ungezählte Millionen einsteckm.

des 18. Jahrhunders nut 8551 v«schiedene Pflanzen- arten anfnhren. Schon 1819 aber zählte de Can dolle allein 30000 vttschteSene Phauerogamen, b. h. Blüten tragende Pflanzen. 1845 kannte Lindley deren etwa 80000, und im Jahre 1885 gab Duchartre die Zahl d« bekannten Phauerogamen mit 100000 an; an Kryptogamen, d. h. sich durch Sporen sortpflanzen» den Gewächsen, zählte er 25000. Sieben Jahre später wurde von Saccardo die Zahl der bekannten Pflanzeuarten mit 174000 angegeben — darunter über 105000 Phaneropamen —, und heute gibt Pro­fessor Charles P. Beffcy von der Universität Neb- raska die Zahl der Pflanzenarten, die den Botani- kern ziemlich allgemein bekannt sind, mit ungefähr 210000 an. Wie bescheiden nimmt sich demgegen­über die von Linnö angegebene Zahl von 8551 Ar­ien aus. Und doch find die 21000» vielleicht nicht viel mehr als die Hälfte des PflanzenreichtnmS der Natur, denn Beffey glaubt, daß die Gesamtsumme aller auf der Erde existierenden Pflanzenarien un- acsähr 400000 beträgt.

— Eme ,Leiichtpiftole" für uns« H««. Vor kurzer Zett ift eine Leuchtvilwle eiugeführt worden, durch die eme Beleuchtung des Schlachtfeldes zur Nachtzeit möglich fft. Durch eine Art großer Pi- f:iü- werden Leuchtgranaten in bie Hohe geschleu­dert, die 8 bis 10 Sekunden lang leuchten und einen Lichrschem von 3000 Kerzen über einen Umkreis pon 500 Meter Verbretten. Es ist dadurch de» Schützen die Möglichkett gegeben, die Stellung dec femdlichen Truppen auch zur Racktzett gut zu er­kennen und das Zklobjeft zu treffen, feine ähnliche „Leuchtkanone" ist gleicherweise bei der Marine «- probt wordeu. Hier handelt es sich um Azetylen- granaten, die vom Schiff aus ins Wasser geschleude-» werden. Das Geschoß «tthalt eine Kammer, bk mit Calcium Karbid gefüllt rst, und die so eingerichtet ist, daß das Wasser in sie einbringen kann. Dtt Granate wird nun in das Wasser geschleudert, wo­durch sich da» Mass« mit dem Karbid chemisch v«- bindet und bekanntlich das AzethlengaS hervor- brinqt. Die Granate steigt wieder an die Wasser- Oberfläche, und bildet so die Lichttprell«. Dies«