uloaer W
z parzrler in Znlda. Wochenbeimge: .Illustrierte Somtagrzewmg"
Fulda, Mittwoch den 26. April 1911
38. Jahrgang
Erstes Blatt
M 94.
hat er es in
?
1
Oheim als Trauzeuge fungieren.
W '
Vrrantw. ReLaktrurr «ark Schütter
und mit seinem Komteß Isolde
*
Ein stürmischer Novembertag brach an. In den gewaltig« Kronm der alten Büume heulte der Sturmwind und trieb mit den Millionen von Schneeflocken sein mutwilliges Spiel. Die Allem und freie» Plätze des toeittn Parkes von Eberstein hatte der Schnee mit einem Leichmtuche bedeckt. Alles Leben in der Natur war wie erstorben. Di« Tiere hatten flch vor dem eiflgen Hauche des Nordwindes tn ihre geschützten Verstecke geflüchtet. Im Schlosse herrschte reges Lebm. Die Diener liefen beschäftigt hin und her. Die Freitreppe war mit Blumen und Gir-
GPHetAt »glich mtt «urnahme der Som- tt»dZei«rta-e°vt«rtel- jährlicher Verngspreis »hu« vringerlohn »ad vestellgeldlnMdaso« wie «ufloätts 1.50 Ult
der ganzen Kampfzeit fortwährmd ausreichend besetzt find, um jeden Zweifel an der Beschlußfähigkeit des HmiseS zu ersticken. Die Obstruentm werdm natürlich tn jedem Augmblick, wo die Mehrheit Lücken austveist, dieAuSzählungherbei- zu führ en und zugleich durch das Verlass« des Sitzungssaales die Beschlußunfähigkeit herbeizuführm such«. Wenn diese Taktik von mehrstündig« Dauerreden unterstützt wird, so kann eS, wie sich 1902 gezeigt hat, auch dahin kommm, daß die Mehrheit einmal im Parlammtsgebäude übernachten muß.
Gerade »egen der andauernden Sicherung der Beschlußfähigkeit ist es von hohem Wert, wmn die N a- tivnalliberalen, die sich der Verständigung über di« Verstchemngsordnnng in der Kommission angeschlossen habm, auch im Plmum bei der Stange der positiven Arbeit bleiben. Geschieht das, so wird die Wiederherstellung der Arbeitsgemeinschaft auch auf die Wahlkämpfe einen heilsamm Einfluß haben. Solltm aber bei dm Nationalliberalm wider Erwart« die Hetzpolitiker im mtscheidmdm Augenblick wieder die Oberhand behaltm, so würde eine erdrückmde Verantworwng auf beten Schultern fallen, — nicht bloß die Verantwortung für das Scheitern der wohltätigm VersichemngSreform mit Einschluß der Witwm- und Waismversorgung, sondern auch gar die volle und dauernd « Spaltung des Volles in einem verneinenden Groß- block und in einem auf das Zentrum und die Rechte beschränkt« Arbeitsblock.
Kapitän Traugott berichtete tn Kürze über seine gemachten Erfahrungm. „Es lag uns nämlich viel daran, fefizustellm, ob dieser Graf Edwin und mein Schiffsgast Barbeno ein und dieselbe Person sind Zu diesem Zwecke reiste ich nach Kronberg. Dieser Ort ist nämlich «in Städtchen, in dessen Nähe Schloß Merstein liegt. Im Hotel „Zum Reichsadler' nahm ich Absteigequartier. Als ich des abends im Gastzimmer saß, hörte ich aus dem Nebmzimmer, dessen Tur offen stand, eine lebhafte Unterhaltung. Plötzlich sagt« eine Stimme: „Aber Herr Graf was haben Sie denn da für einen seltsamen Ring? Das ist ja ein wunderbares Ding.' — Sie könnm gar nicht glaubm, wie erregt ich wurde. Ich strengte mein Gehör aufs Aeußerste an, um die Stimme desjenigen zu hörm, der als Graf angeredet wurste. Ich hörte: „Das glaub« ich Jhnm gem, Herr Doktor, daß Ihnen dieser Ring wunderbar vorkommt. Sehm Sie mal hin! Ein Panther, der von zwei Schlangm gefaßt wird. Die Augm der Schlangm sind echte Rubin«. Dm Ring erhielt ich in Südamerika von einem alten Indianerhäuptling.' — Das war ja Barbmos Stirn- mel Was mich in meiner Vermutung noch mehr bestärkte, war der Ring. Es war derselbe Ring mit dem et auf dem Schiffe nicht wmig Aufsehm erregt«.' —
„Und dm er dem unglücklichm Eskobedo geraubt hatte', rief der Detektiv aus. „Jetzt habm wir ihn. Barbmo ist nicht nur ein Mörder, sondcm auch ein Erbschleicher und ei» ganz gefährlicher Betrüger. Meine Herrm, jetzt heißt es schnell handeln damit er uns nicht noch im letzt« Augenblick entwischt. Ich habe nunmehr wettet nichts nötig, als mir ein« Haftbefehl auSstellm und ihn verhaft« zu laffm '
„Das geht denn doch ni$t so schnell, mein lieber Smnor', warf Mortimer ein. „Bacheno muß überrascht werd«, so daß wir dann leichte Arbeit habm ihn zum Geständnis zu bringen. Wtt müffm gemeinsam handeln. Jetzt, wo wir alle dasftlbe ZiU öor.Jin8 kann ich Ihn« auch von dem Mann erzählen dessen Stelle Bacheno zurzett einnimmt.' Der Lord ^erzMe nun dem erstaunt« Detektiv die
landm festlich geschmückt. In dm weiten Korridor« standen die herrlichsten Blum« und Blattpflanzen. Alles war aufs prächtigste geschmückt. Der 18. November war es ja, der Tag, an dem Graf Edwin von Eberstein seine lichreizmde Koustne Isolde heiratm sollte. Die Trauung war auf 11 Uhr vormittag- festgesetzt. Sie sollte mit Rücksicht auf den leidmdm Zustand des greis« Schloßherrn Im Speisesaal statt- find«. Dieser war in eine Kapelle umgewandelt und auf das prächtigste geschmückt wordm. Auf Btt- tm bet Braut hatte man nur Baron Rottenburg mit seiner Familie zum HochzettSfeste geloben. Auch Lord Mottimer, der inzwischen auS Nizza eingetroffen war, sollte am Feste tellnehmm
befand sich auf ihrem Zimmer und kleidete sich mit Hilfe ihrer Kammerzofe an. Was wat in den wenigen Tag« aus dem Mädchen geworden. Nicht mehr das liebteizmde, ftöhliche Kind, in deffm Gegenwart auch der vetdtoffmste Mmsch heiter wurde. Hier stand ein Wesm, wie aus tattern Stein gemeißelt. In d« strengen, herbm Züg« schim kein Lebm zu herrsch«. Sie hatte für nichts mehr Interesse. SBit- lmloS ließ sie alles mit sich geschehen. Zuweilen warf fie einm Blick nach der Wanduhr, und jede» Mal ging ein Zittern durch ihren Körper. Da tiat Gräfin Cäcilie und Bianka Rottenburg ins Zimmer. Diese umarmte ihr« Frmndin herzlich und küßte fie. $a schien «S, als ob sich Isoldens Mund zu einem verzwetflungsvollm Schreie öffn« wollte. Aber so» fott erstarrte wieder jede Gefühlsregung in ihr. 1
(Fortsetzung folgt.) >
wollen und „darauf tarn es ihm an", aber bewiesen hat er es in keiner Weise. Er hat einige Sätze' aus den Stimmen aus Maria-Laach angeführt, die sich in keiner Weise auf den von Professor Dr. Küster im Herrenhause behandelten Eid beziehen, die auch gar nicht auf ihn bezogen werden können. Willkürlich hat er, um — vielleicht bei ben in diesem Punkt geeicht«, Lesern der,Täglichen Rundschau' — den Schein zu wahren, die Worte eingesügt: „Aber doch eidlich.^ Und nun stellt sich auch noch heraus, daß derselbe^ Pater Beßmer, der besonders als Zeuge für die Anq schuldigung gegen die Stimmen aus Maria-Laach an* gerufen wurde, in denselben Stimm« genau da» Gegenteil gesagt hat von dem, waS Professor Dr. Küster mit seinem Zitat beweisen wollte. Es nähme; sich köstlich aus, wollt« wir nach diesem Hereinfall des Herrn Professor Küster noch frag«: Welches ist das Organ, das die zynische Verhöhnung des Antimodevs niftenttdes sich zuschulden kommen ließ, daS die Protestanten mit dem Hinweis beruhigt hat, der Eid tonn« in einigen Jahren wieder aufgehoben werden?
no. Die „Internationale kriminalistische Beteiul»,
Je? Obstruktion
Die linksliberale Presse hat in ihrem Zorn weg« der geplantm Herbsttagnng recht deutlich mit Obstruktion gedroht.
Die Minderheit will den Reichstag an der Arbeit hindern. „Dieser' Reichstag soll gewaltsam in den Ruf der Leistungsunfähigkeit gebracht werden. Die Gesetzgebung soll ftill stehen, damit das Voll nichts anders zu seh« und zu hör« bekommt, als die Hetzartikel und Wahlredm der Agitatoren. Insbesondere will man das Zustandekomm« der Versicherungsordnung verhindern; die, ses große Werk, das den arbeitenden Klass« gewaltige Vorteile bring« würde, bekämpfen die sozialdemokratischen Dollsverführer namentlich deshalb, weil es die Verwendung der Krankenkassmgelder zur Besoldung von 4 bis 5000 Patteiagitatoren einschränken will.
Der Zorn macht offenherzig. Es ist gut, gienn die Obstruktionspläne frühzeitig öffmtlich ange- kündigt werden. Dann können sich die arbeitswilligen Parteien rechtzeitig klar werden über die Abwehrmaßregeln.
Glücklicher Weise hat sich schon eine gewisse Er- fahrungswcisheit angesammelt, da der Reichstag bereits zweimal mit einer offenen und rücksichtslosen Obsttuftion zu tun hatte. Das erste Mal, bei der lex Heintze, gelang die Bezwingung der Obstruktion »icht. Doch das zweite Mal, bei dem Zolltarif hon 3902, wurde der Ansturm der Obstruktion abgeschlagen, obschon das Obstruttionsheer damals von einem außerordentlich sachkundigen, stattnervigen und geschickt« Geiwral gefühtt wurde, nämlich vom Abg. Singer. Diesen Leiter hat die obstmktionslustige Minderheit inzwischen durch dm Tod verloren; auf der andern Seite ist fteilich auch als Verlust der Tod Eugen Richters zu buchen. Eugen Richter beharrte damals trotz aller'Verlockungen des Augenblicks auf dem demokratischen Grundsätze, daß die Mehrheit des Parlaments das Recht habe, ihren Willen zu betätigen. Er hielt die Freisinnige Volkspartei im Jahre 1902 von der Teilnahme an der Obstruktion ab. Jetzt ist die Richtersche Fraktion in die Fortschrittliche Volkspartei aufgegangen und in das Fahrwasser der Sozialdemokratie geraten, so daß sie bei einer künftigen Obstruktion dem NachfolgerSin- g e r s durch Dick und Dünn folg« wird. Ob stch von der nationalliberalen Partei noch ge- wiffe „junge" Elemente der rosaroten Obstruktionssahne anschließen werd«, bleibt abzuwarten.
Aber alles das fällt weniger ins Gewicht, als die erfreuliche Tatsache, daß der Reichstag -ms Anlaß der Zollkäinpfe seine Geschäftsordnung wesentlich verbessert hat zu dem Zwecke, der Mehrheit auch die Verabschiedung einer umfang- ceichen Vorlage zu ermöglichen. Damals hat es viel Kraft und Zeit erfordert, um erst die nötigen Ab- fvehrmaßregeln gegen die böswillige Verschleppung in die Geschäftsordnung zu bringen. Es handelte sich namentlich um 3 Punkte: 1. die Geschäftsordnungsdebatten, die nur zur Zeitvergeudung in Gang gesetzt werd«, zu v e r h ü t e n, 2. die namentlichen Abstimmungen technisch so umzugestalten, daß sie ein« geringerenZeit- a u f w a n d erfordern, und 3. die Zusammenfassung von verschied«« Paragraph« oder Positionen bei der Debatte und Abstimmung zu ermöglichen. Da diese Reformen der Geschäftsordnung heute noch in Kraft find, so wird sich dir Versicherungsordnung mit ihren 1700 Paragraphen ebenso gut durchsetz« lassen, wie damals der Z-olltarif mit seinen paar tausend Positionen, wenn nur eine entschlossene und ausdauemde Mehrhett vorhanden ist.
An die W i l l e n s k r a f t und auch an die Körper kr a f t der positiv« Mehrheit werd« fteilich große Anforderungen gestellt, und zwar um so größer, je geringer das numerische Uebergewicht der Mehrheit ist. D«n es ist unbedingt notwendig, daß die Bänke der arbeitswilligen Partei« während
gelernt zu haben. Statt sich Jelhft die nötige Information zu verschaffen, verlaßt et sich auf einett Wieland, und richtet seine Anschuldigungen an di« Adresse der Jesuitenpatres Beßmer und Zimmermann mit einem unglücklichen Erfolg, wie gegen den Osservatore Romano. Was Pater Beßmer im Jahr« 1907 geschrieben, kann sich in keiner Weise auf den erst drei Jahre später vorgeschriebenen Antimodernisteneid beziehen. Mit diesem Eid beschäftigt sich Pater Beßmer in den Stimmens ans Maria Laach in zwei Artikeln (Jahrgang 1911/ zweites und drittes Heft) unb schreibt S. 263:
Der Heilige Baler hat tn der Eidesformel der gesamten unter seiner Obhut lehrenden Kirch« die Norm vorgeschrieben, wie sie zu unterrichten habe. Niemals nber kann die gesamte Kirche einen Irrtum lehren. So haben wir die absolute sichere Gew ähr d er Wahrheit all' der Lehren, welche im Eide beS Motuproprio beschwor« werden.
Damit fällt bi« Behauptung, als ob nach P. Beßmer „ganz beq :cm nach einig« Jahren der Eid wieder aufgehoben werd« könnte," in stch zusammen. Aehnlich verhält eS stch mit der Behauptung hinsichtlich der Ausführungen deS P. Zimmermann, denen Prof. Küster eigenmächtig als Anmerkung „aber doch eidlich' zugefügt hat, ohne dies genügend zu kennzeichn«. Bei P. Zimmermann handelt et sich, wie sich aus dem ganzen Zusammenhang ergibt, um kirchliche Entscheidungen, die nicht mit dem Aufgebot der Unfehlbarkeit getroffen werden, denen gegenüber aber wahre innere Zustimmung, wenn auch nicht unbedingt, nötig ist. Von dem Anti- mobernifteneib findet sich in seinen Ausführungen kein Wort. Mit Recht betont die Germania (Nr. 93):
Es ist eine willkürliche Behauptung deS Her« Professor Dr. Küster, baß das kirchliche Lehramt zu jeder Zeit (!) Entscheidung« rückgängig mach« könne, an die die katholischen Theologen eidlich (!) gebunden seien. Das hat Professor Dr. Küster beweis«'
Deutsches Reich.
** Berlin, 25. April 1911. Der Kaiser besichtigte das Linienschiff „Erzherzog Franz Ferdinand" des vor Korfu Itegenben österreichischen Geschwaders. — Gleichzeitig mit dem Generalfeldmarschall v. H a Ij n t e begeht auch der frühere preußische Kriegsminister, General der Infanterie z. D. Bronsart v. Schellendorf in Marienhvs bei Krakow (Mecklenburg-Schwerin) den KOjahrig. Gedenktag feines Eintritts in das preußische Heer. — Die Nachricht von einem beabsichtigten Rücktritt des Statthalters der Reichslande Grafen von Wedel und des Unterstaatssekretärs Zorn von B u- l a ch wird von der „Straßb. Post" als erfunden bezeichnet. — Einheitliche Formulare nach Maßgabe der den Zuwachssteuerbestimmun- g e n beigegebenen Muster find in der Reichsdruckerei erhältlich. Bestellungen sind an die Drucksachenverwaltung der Reichsdruckerei zu richten. — Der Reichsanzeiger veröffentlicht das Reichs bebe st euerungsgesetz mit dem Datum vom 15. April 1911. — lieber die Verleihung von Kohlenabbauberechtigungen an Private befindet sich ein Gesetzentwurf in Vorbereitung. Der Entwurf soll Bestimmungen enthalten, unter welcher Voraussetzung und in welchem Verfahren ein Privater das Recht der Auffuchung und Gewinnung von Steinkohlen erwerben kann. — Die Delegiertenversammlung des Gesamiverbandes der E v. Arbeitervereine Deutschlands findet vom 6. bis 8. Juni ds. Js. in Leipzig statt. Prof. Dr. von Wenckstern (Breslau) spricht über Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie, der Vorsitzende Dr. Weber erstatttt dm Bericht. — Dem Abeord- netenhause ist die Sekundärbahnvorlage zugegangen, die insgesamt 263 376 000 Matt anfor- dett zur Erweiterung u. Vervollständigung des Eism- bahnnetzes unb zur weiter« Förderung des Baues von Kleinbahn«.
c. Abgeordneter Freiherr v. Hertling ist erfreulicherweise wieder völlig genesen. Er hat bereits die Heimreise nach München ankreien können.
+ Der neue Kommandant der Schutztruppe für Südwestafrika. Major v. Heydebreck Ist jetzt anstelle des Obersten von Estorff, der bekanntlich vor kurzem in die Armee' zurücklrat.
gung", die gegenwärtig in Berlin tagt, befaßte stch auch in eingehender Weise mit dem Vorentwurf beS zukünftigen Strafgeietzbuches. Die meisten Redner, in erster Linie der hochangesehene Kriminalist Geh. Justizrat Prof. Dr. v. Liszt, erklärten, daß der Entwurf trotz mancher Schwächen und Fehler eine Reihe von groß« Vorzügen aufroeif« und insbesondere eine geeignete Grundlage für ein weiteres Arbeit« bilde. Der Entwurf hat eine Reihe von kriminalpolitischen Forderung«, die von unseren besten Knminalisten feit langer Zeit erhoben werden, in weitem Umfange berücksichtigt, wie die bedingte Verurteilung, die Rehabilitation, die besondere Behandlung der vermindert Zurechnungsfähigen, die Maßregeln für Trunksüchtige usw. Dem freien richterlich« Ermessen ist der größte Spielraum gelassen, eine Tatsache, die besonders lobend hervorgehoben wurde. — Auch mit der einheitlichen Regelung deS Strafvollzuges befaßte sich die Vereinigung und macht« hier eine ganze Reihe humaner^ Vorschläge. So sprach fie sich u. a. gegen da» Haupthaar« unb Bartabschneiden bei den Zucht»!
als er ihm Mitteilung von dem Attmtat auf Warr« »rächte, da sprang Verona vom StuUe auf. „6a- rambal Niemand anders als dieser Barb«o hat di« Tat verübt. Sag« Sie doch, SemwreS, wer hätte hier in Nizza an dem Tode des Graf« Interesse? Wer? — Nur Barbmo, der erfahr« hab« wird, daß Warren und Edwin von Eberstein ein und dieselbe Person sind. Pass« Sie nur auf, daß ich recht habe. — Also morgen kann ich dm Her« Grafen sprechen? — Das ist gut. Für heute muß ich mich aber empfehlen. Mit Ihrer gütig« Erlaubnis werde ich mich morgm vormittag einfinden.'
Am nächstm Tage begaben sich der Lord und Kapitän Traugott nach dem Hotel de Di«, um den Baron abzuholen. Es war rührend anzuschaum, wie die Freunde sich in aufrichtiger Liebe und Zuneigung umarmten. Freudig« Herzens kehrten sie nach dem Hotel zurück, das Edwin Warren solange nicht ge- sehm hatte. Der Rittmeister hatte die furchtbare Verletzung gut überstand«. Er sah wieder wohl unb gekräftigt gus, dank der Wege, die ihm zuteil gewor- dm war. Eine gewisse Fröhlichkeft und Lebms- lust war über d« Rittmeister gdommen. Er scherzte und lachte wie ein Kind. Freilich, als et erfuhr, was sich alles während seines Krankenlagers ereignet hatte, wurde er traurig. Sein Herz wurde von einem tief« Weh erfaßt. Er hätte aufschreien mögm vor großer Seelenpein. Wie hatte er sich geftmt, fein geliebtes Mädchm begrüß« zu könnm, und jetzt sollte er es verlier«, für immer! Die Freunde gab« sich di« größte Muhe, ihn zu tröst«. Aber erst nach langem Zureden gelang ihn« dies. Ja, Edwin begann wieder zu hoff« und drängte mit aller Macht auf eine sofortige Abreise.
DaS ging aber nicht so schnell. Erst wollt« man sich mit Verona besprech« und dann handeln. Gegm Mittag meldete der Kellner dm Beamt« Eingehend wurde der Plan erörtert. Die Führung Übeckießm unsere Frmnde dem erfahr«« Detektiv, der mtt aller Umficht ans Werk ging.
mit der Führung der Schutztruppe für Südwestafrika beauftragt worben. Herr v. Heydebreck gilt als einer der erfahrensten und fchneidigsten Afrikaner. Er ist hervorgegangen aus dem 2. Garde-Feldart.-Regiment und gehört bereits feit dem Jahre 1896 der Schutztruppe für Süd- westasrika an.
0 Der Privatbeamten - Verficherungsgefetzentwurf ist im Bundesrat so wett gefördert, daß der Reichstag ihn bei feinem Zusammentritt bereits vorfinden wird. Ob es möglich fein wird, noch vor Pfingsten eine erste Lesung vorzunehmen, erscheint zweifelhaft, oa der Reichstag zunächst die zweite Lesung der Reichsverstcherungsordnung erledig« will.
* .Dreierjuriften' in Preußen. Zu Richtern soll« nur hervorragende Juristen aufrucken. Wen» Diejenigen Referendare, feie in der Prüfung nur mittelmäßige juristische Kenntnisse offenbarten, von der Richterlaufbahn ausgefchloff« werden, so finden die noch jungen Leute wohl noch einen ihnen zusagenden Berus. Härter ist es, wenn auch unter den Assessoren noch eine Aussiebung erfolgt, wie es tatsächlich der Fall sein soll. Unlängft wurde mitgeteilt, in b« Oberlandesgerichtsbezirlen Hamm, Düsseldorf und Köln fei 23 Assessoren eröffnet worden,daß sie auf Anstellung nichtzu rechnen hätten. Jetzt erfährt die ,Berl. Zig/ aus guter Quelle, baß die gleiche Eröffnung auch einer großen Anzahl von Assessoren anderer Oberlandgerichts- bezirke zuteil geworven sei.
= Professor Tr. Küster und der Modernisteneid. In der Antlmodernisteudebatte des preuß. Herrenhauses halte ber Marburger Professor Küster gesagt, „baß in bem .Osservatore Romano" — ich glaube nicht zu irren, baß es biefe Zeitung war — ausgesprochen würbe, bie Evangelischen könnten sich tröst«; man könnte ja ganz bequem nach einigen Jahren den Eid roieber auf heben". Der ,Osservatore Romanw hat darauf erklärt, baß er niemals eine betartige Aeußerung getan habe. Professor Küster teilt jetzt ber .Täglichen Rund- schaw mit,
seiner in Rede stehenden Behauptung habe ein Bericht über einen Vortrag zugrunde gelegen, den der ' modernistische Kaplan Konstantin Wieland aus Neu- Ulm im März vieles Jahres in Berlin über den Anti- modernisteneid gehalten hat. Professor Küster erklärt ferner auf Grund von Mitteilungen deS Kaplans Wieland, daß die Siesten, welche die Grundlage jener Angaben Wielands bilden, sich an verfchiedenen Stellen der Zeitschrift „Stimmen aus Maria Laach' fänden. Unmittelbar nach Erlaß der Enzyklika Pascendi und des Syllabus von 1907 hab« der Jesuit Beßmer in jener Zeitschrift geschrieben:
„Dieser Verstandsgehorsam (nämlich päpstlichen Lehren gegenüber, bie nicht ex cathedra erfolgt sind) ist eine aus religiös« Gründen geleistete Zustimmung, der stillschweigend die Bedingung zugefügt ist: falls sich nicht später das Gegenteil als richtig heraus stellt!'
Ferner: „Freilich lehrt der Heilige Vater verhältnismäßig selten durch Kathedralentscheidungen. Er kann von seinen Kindern, auch von den Gelehrten, Glaudensgehorsam verlangen, selbst da, wo er kein decernimus et definimus spricht.'
Alles das bestätige ein Jesuit Zimmermann in Heft 1 des lausenden Jahrganges in einem Artikel „Wahrheitssinn" : „Es ist der Wahrheitssinn, der uns antreibt, dem kirchlichen Lehramt . . . auch dann uns innerlich zu unterwerfen, wenn es nicht mit dem feierlichen Aufgebot der Unfehlbarkeit redet. Wir unterwerfen uns dann nicht unbedingt (Anmerkung: aber doch eidlich!), nicht unter Ausschluß ber Möglichkeit, daß letzten Endes etwas anderes das Richtige sein könne, nicht assensu fidei — denn das Lehramt übernimmt keine unbedingte Gewähr, aber wir unterwerfen uns doch mit wahrer innerer Zustimmung."
Damit sei gesagt, daß zwar das Lehramt sich in keiner Weise binde, vielmehr jederzeit das Gegenteil des Bisherigen aufstellen könne, dagegen vom Klerus eine eidliche Unterwerfung unter seine Dekrete verlange.
Her Prof. Dr. Küster hatte also den Osservatore zu Unrecht befchuldigt. Aus feinem Hereinfall scheint er aber immer noch nicht die nötige Vorsicht
Der Erbe von Eberstein.
35] Roman von Edmund Nowak.
„Ja, was soll denn das alles, mein Lieber?' fuhr ihm Kapitän Traugott ärgerlich in bie Rede. Was habe ich denn mit Ärem Kerl zu schaffen. Vor allem aber: Wer sind Sie denn, mein Herr?"
„Ach so, ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt. Bitte mir meine Ungezogenheit nicht übel zu nehm«. Mein Name ist Scipio Verana, Detektiv der Geheimpolizei in Quito."
Als der Kapitän und Morilimer d« Ramm Verana vernahmen, sprangen sie wie eleltrifiert von ihren Sesseln auf.
„Verana! Sie find also der Detettiv Verana!' ries Mortimer aus. „Dank dir, Allmächtiger. Nun kann noch alles gut werden. Sennor Verana, Sie sind ja der rettenbe Engel, nach dem wir uns so sehr gesehnt hab«. Jetzt, wo Sie da sind, dürsten wohl Äarbenos Stund« gezählt sein.'
„Mein Herr! Was wissen Sie von Barbmo?' fragte erregt der Detettiv. „Wo ist der Mörder Es- kcbedos. Keimen Sie seinen Aufenthalt?"
„Ob ich ihn kenne?" erwiderte Mortimer. „Ms- sen «,«, wo Ihr Flüchtling weilt? — Miguel Bar- ben°.ut der Graf Edwin auf Schloß Eberstein in Deutschland."
„ nein, Sie müssen sich irr«, mein Herr. Unmöglich kmm dieser verruchte Mörder mtt dem genannten Grafen Eberstein idmtisch sein. Ich weiß eS genau, daß Miguel Barbmo ein Spanier ist. Ach, wmn ich ihn scheu könnte, so würdm alle meine Zweifel beseitigt fein. Ich kenne Miguel Barbeno sehr gut und war sogar mit ihm befreundet. Ich hätte nie geglaubt, daß dieser elegante Spanier mtt dem eiimehmenden Wesen zum Möcher werd« könnte."
„Und doch fft es so, wie ich sagte, Sennor Verana. fragen Sie unfern Kapitän. Er wird Ihnen meine Behauptung nur bestätigen könnm.'
Jgeer s» l aussen: vir ei»
▼ fpaltige Petit jeileoixi
jL 4b 4k 4Mb- 6er« Rau® 15 Pfg.
B M Reklamtndieprtitzeile
■ 9 II II S i pks., bei wieder. 49 Kj | I B y| H il 81 II jungen »irb entspr.
Verlag der Fuldaer Ak-
monatsMtage: „Fuldaer GeschichtrblÄter" Fernsprecher Ur. 9.
Ij