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Fulda, Dienstag neu 25. April 1911
Erstes Blatt.
veutscher Reich
Leitartikel ötbmet
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»ijrt-en: Mr cm- fpalttgepetttzeiieoder deren Kaum jS pfg. SeNamendiepetitzelle
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Rotationrdrucknst Verlag der Fuldaer Ak Ilendruüerei in Auldt Fernsprecher Nr. 9.
einiges zu.
Gräfin schritt nach gäbe ihres Rittmeister
t Berkin, 24. April 1SH- Das Österreichisch- ungarische Geschwader .ist gestern vormittag ii den Hasen von Korfu emgelaufen. Etwa 40 Offiziere des Geschwaders wurden vom Kaiserpaar der Achilleion-Terrafle empfangen, woraus der Sree genommen wurde. Am Abend war beim Kaiser- - - --------—*' Souper und Tanz. —
>nke, Generaladjntant woch sein 60. Militär-
93.
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nicht erwartet, daß die .
Äian nrrrd also bald em Parteidenkmal er
richten müssen, denn in der Zollfrage kracht es in der Partei schon schr stark.
ittltbat diese Meten Westen tntole-
einm Herrn vor sich.
„Was gibt es denn hier?" fuhr er den Fremdm Wenn Sie den Kapitän Traugott suchen, tch
erledigen."
Cäcilie ließ ihre Tochter allein. Diese beut Schreibtisch, um die schwerste Aufi ScfienS- zu erfüllen, die Verlobung mit Warren zu lösen. Manche Träne fiel
Ausland.
** Neber den liberalen Sieg bei der Landtags- Nachwahl in Mödling herrscht bei den österreichi« schm Liberalm großer Jubel. Sie haben keine Ursache zu einer besonderen Freude, so wenig wie die Freunde der Christlich-Sozialen Ursache zu Befürchtungen haben. Der Wahlkreis Mödling war vorher vom Mödlinger Bürgermeister jahrelang erhalten worden, »veil ihm aus persönlichen Gründen auch politische Gegner ihre Stimme gaben. Er ist nach, seinem Tode verloren worden, weil die Freisinnigen und Sozialisten zusannnengingen und einen geradezu unerhörten Wahlterrorismus ausübten, sodaß die Christlich-Sozialen nicht einmal ihre Wahllokale betreten konnten und das Feld räumten. Selbst der Kandidat mußte flüchten. Oder sind das Siege des liberalen Gedankens? . .
t Kundgebung gegen den belgischen Ministerpräsidenten. Der Ministerpräsident Schollaert weilte am Samstag zur Eröffnung einer Kunstausstellung in Antwerpen und wohnte abends einem Festmahl in einem Gasthof in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhoses bei. Mehrere Sozialisten be- nutzten die Anwesenheit des Ministers, um eine Kundgebung gegen das Schulgesetz zu veranstalten. Der Parteisekretär hielt von einem Karren herab
34] Roman von Edmund Nowak.
„O, ich fühle mich ganz wohl, liebe Mama. Nur ein wenig müde bin ich. Wenn Du es gestattest, möchte ich etwas ruhen."
„Gut, mein Kind, ruhe ein wenig. Dann kannst Du mit mir nadj Kronberg fahren. Ich habe dort
stehen, daß ich es nicht hätte ertragen können, wenn Edwin g^iorben wäre. Nun kann alles wieder gut werden."
Mortimer und der Kapitän waren bei ihrem Hotel angelanzt. Als ste die Terrasse betraten, übergab der Kellner dem Lord einen Brief. Als dieser die Adresse ka», wurde er stutzig.
„Bitte, Herr Kapitän, mir auf mein Zimmer zu folgen, und Sie, Jean, lassen mir für die nächste Stunde keinen Menschen vor. Weder der Kapitän noch ich find für niemand zu sprechen,"
Erregt trat Bothwell mit Traugott in sein Zim- 'mcr.
„Bitte, nehmen Sie Platz, Herr Kapitän! Ich chabe hier einen Brief aus Kronberg. Die Adresse ist von einer Dame geschrieben und an Rittmeister Warren gerichtet. WaS mag das nur zu bedeuten buben? Ich wüßte wicklich nicht, daß Edwin in Kronberg irgend welch« Beziehungen hätte. Er kennt es ja gar nicht.--Doch halt! Daß ich auch so
blind sein konnte! Habe ich Ihnen nicht von meiner Vermutung erzählt, daß sich zwischen Komteß Treu- marck und Warren ein Liebesverhältnis entsponnen haben muß? — Es kann also nur von ihr der Brief sein. Rur weiß ich nichts ob ich in diesem Fall« den Brief öffnen darf, umsomehr, als Edwin bereits morgen das Krankenhaus verlafsm wird."
„Ich meine, daß Sie eg ganz ruhig tun können", ließ sich der Kapitän hören. „Er hat Ihnen ja di« Vollmacht gegeben, seine Korrespondenz zu erledigen. Und dann, mein lieber Lord, tonn der Brief irgend etwas enthalten, toai unferm der Schonung noch schr bedürftigen Freund« schaden könnte."
Dieser Einwurf de» Kapitäns war für Mortimer ausschlaggebend. Er öffnet« den Brief und laS.
„HiTNmltscher Vater, nur da« nicht! Herr KapitSn, was ich vermutet hatte, ist also doch wahr. Isolde und Edwin lieben sich nicht nur, sondem die Armen find sogar verlobt."
„Warum sagen Sie di« Armen. Freuen Sie sich
„Das schon, mein lieber Herr Traugott. Ich freue mich ja unaussprechlich darüber. Aber, aber! Den beiden droht eine furchtbare Gefahr. Jetzt heißt es handeln, schnell handeln, ehe eS zu spät wird. Doch hören Sie, mein Freund, waS die Komteß an ihren Verlobten schreibt:
Mein inniggeliebter, mein guter Edwin!
Mit wehem, von Schmerz zerrissenem Herzen schreibe ich diese Zeilen an Dich. Geliebter! Wie tief ungliMch war ich, als mich das Telegramm meines wdkranken Großvaters heiimief und ich von Dir nicht hatte Abschied nehmen können. Hätte ich je geahnt, daß unser Zusammensein in dem Dörfchen das letzte in unserem Leben sein würde? Edwin! Ich nehme Abchted, Abschied auf immer. Ich weiß, daß ich nicht lange mehr leben werde. Denn Dich verlieren, mein Herzensguter, ertrage ich nicht. Ich werde dahinstechen, wie das Pflänzchem das des Lichtes, der Lebenswärme entbehrt. Der Wille meines Großvaters ist es, daß ich seinen Enkel heirate. Die Pflicht des Gehorsams, der Dankbarkeit zwingt mich zu diesem furchtbaren Opfer. Immer näher rückt der Tag heran der mich für immer an einen Menschen fesseln wird, der mir das Liebste und Kostbarste hier auf Erden, meinen Edwin geraubt hat. Mehr tnniggeliebter Edwin! Ich gebe Dich frei. Werde an der Seite einer andem glükflich! Mr beide sollten e» nicht werden. Der 18. November wird der Tag sein, an dem sfth mein Schicksal wenden wird, wenden zu einer dunklen, tief unglücklichen Zukunft.
Lebe wohl und nimm den letzten Gruß entgegen von Deiner Dich nie vergessenden Isolde."
„Nun^ was sagen Sie jetzt dazu? Können wir so ruhig zusehen, daß dieser raubgierige, lüsterne Geier dies« unschuldig« Taub« raubt?"
„Um Gotteswillen, nicht einen Augenblick bfirfen Wir müßig sein", erwiderte der Kapttän. Welches Datum Haden wir denn heute?--Da hatten wir
ja noch zwölf Tage vor uns. Warte nur, mein lieber Barbeno, wie ein Ungewitter wollen wir auf dich loSfchhren und deinen verrufen Krallen das edelste und beste ^Mädchen, da» ich kenne, entreißen.
Doch was ist denn da» für ein Lärm auf dem Kop- ridor?"
„Ich bedaure sehr! Der Herr Kapitän ist für niemand zu sprechen. Er hat strengsten Befehl gegeben, keinen Menschen vorzulassen', hörten die beiden Freunde den Kellner rufen. Eine aufgeregte Stimme entgegnete: „Ich muß ihn aber sprechen, und wenn ich mit Gewalt erbringen sollte. Ca- ramba, wollen Sie jetzt Platz machm oder nicht?"
„Herr Kapitän, gehen Sie doch mal hinaus. Der Kerl ist noch imstande, den Kellner durchzuprügeln.'
Kapitän Traugott öffnete die Tür und erblickt«
geteilt wirb."
Bei einer „Teilung" sprechen schließlich aber auch noch andere Länder mit, als Deutschland und Frankreich. Welch einen Sturm unter den Weltmächten diese einfache Austeilung Hervorrufen würde, kann man sich vor stellen, wenn man die Lage vor der Marokko-Konferenz bedenkt. Ein kleiner Weltkrieg wäre die Folge. Aber das macht den Alldeutschen nichts auS. Sie verkaufen ja die Panzerplatten dazu. — Der Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg ist übrigens aus dem Bunde der Alldeutschen ausgetreten, weil er sich durch eine Erörterung der Welfensrage ar dem letzten Verbandstage beleidigt gesühtt hat.
Ein volles Jahr schon hat die Verschmelzung der drei lmMideralcn Gruppen in die Fortschritt« trche Volks parier standgehalten. Das ist eine fo überraschende und „erhebende" Tatsache, daß ihr der Abg. Müller-Meiningen einen jubilierenden .......Im Freisinn hatte mau woh' ie Fusion fo lang« halten würde.
Westen nicht so tolerant gegen die gangen wird, so wollen wir nicht chem vergelten". Wie gänzlich ui imng ist, als sei man im katyolis. rant gegen die Protestanten, ist bereit- betont worden. ES gibt katholische Städte genug, die schon beim Vorhandensein einer ganz geringen Zahl von evangelischen Schülern diesen auf städtische Kosten Reli- zionsunterricht erteilen lassen. Der intolerante" Besten läßt sogar dann schon protestantischen Religionsunterricht geben wenn auch nur 2 evangelische Schüler vorhanden sind. Jedenfalls besteh! in der überwiegend katholischen Stadt Fritzlar die Tat- äche, daß die fünfllasstge städtische Lateinschule von mrchschnittlich 2 bis 8 protestantischen Schülern beucht wird und daß kotz dieser geringer Anzahl die Stadt jährlich 240 Mack an den evangelischen Pfarrer bezahlt, um den wenigen Schülern Religionsunterricht zu geben. Man zeige uns auf evangelischer Seite ein Gegenstück zu diesem weitgehenden Entgegenkommen einer Stadt des Westens. Map kann nur aufrichtig wünschen, dte Stadtväter von Landsberg möchten im Hinblick auf den Westen „Gleiches mit Elei-
* Zum Fall Landsberg. Die Stadtverordneten von Landsberg haben rS übgelehnt, den 48 katho- tschen Kindern an den städtischen höheren Schulen Religionsunterricht erteilen |u lassen, und der Herr Oberbürgermeister Ancker, der zwar anderer Meinung als die Stadtverordneten war, meinte: „Wenn im
♦* Die Beisetzung de8 Kardinals Lrdochowski in ©liefen. Nach einer offiziösen Meldung der,Stöbt. Ztg/ ist die Ueberführung der Leiche des Kardinals Ledochowski in 14 Tagen etwa zu erwarten. „Es kommen für diesen Alt lediglich die bestehenden polizeilichen Vorschriften in Anwendung. Anders sieht eS aber mit der Beisetzung des Kardinals im ®ncfenet Tom. Kardinal Ledochowski hat bei Leb- Men auf feine Stellung als Erzbischof von Pofen und ©liefen formell verzichtet, es ist ai o fraglich, ßb die Kabiuettsordre vom Jahre 1836, die den Erzbischöfen das Ehrenrecht verleiht, im Dom bet« gesetzt zu werden, Anwendung finden kann. Es scheint vielmehr eine besondere landesherrliche Genehmigung notwendig zu sein. Bisher ist ein solches ©csuch nicht gestellt worden. Es ist aber cmzu- nehmen, daß dies noch nachgeholt wird und daß die preußische Regierung ihm fiattgibt unter der Vor- gussctzung, daß jede Kundgebung unterbleibt und hie Beisetzung im Gnefener Dom m den einfachsten Formen erfolgt."
* Das Rkfereudar-Examm. Die juristischen Fakultäten der preußischen Universitäten sind vom Justiz- nmusterinm ersucht worden, sich Über den Vorschlag, hie Referendar-Prüfung durch die Einführung einer schri fliehen, unter Klausur zu leistenden Pandekten« Arbeit zu erweitern, gutachtlich zu äußern. Die Überwiegende Mehrheit der Fakultäten hat sich gegen die Einführung einer solchen Klausur-Arbeit erklärt.
* Protestantischer und katholischer Religionsuntersicht. Daß im katholischen Religionsunterricht i'mige Monate lang das Kapitel: „Mißbräuche und Irrtümer int Protestantismus" behandelt wird, geschieht nirgendwo in ganz Deutschland. Wir können das mit Sicherheit behaupten, denn, wenn es Irgendwo votkäme, würde der ganze Evangelische Wund aus seiner sehr geschätzten Haut fahren turb das Deutsche Reich von Memel bis Weh mit feinem Wntrüstungsschrei erfüllen. Umgekehrt aber geschieht 'es. Nach'dem Bericht der Blnideuanstalt Jlves- ibei in bei Mannheim wurde im vorigen Schuljahre ivoitselbst m den obersten Klassen auf katholischer i Seite behandelt: Die Gnaden lehre (Gnade und Sakramente) bis zum G bet und das Kirchenjahr und feine Fest. Den Stoff des protestantischen MekigiousunterrichtS bildete neben Katechismus, biblischer Geschichte und Liedern Kirchcngeschichte, nämlich-: 1. Zeit der Verfolgung. 2. Entstehung der Staatskirche. 3. Kirchenlehrer und P ä p tt e. 4 Mißbräuche und Irrtümer in der katholischen Kirche. 5. Das Evangelium in Tcutfchland. 6. Ter römische Papst. Man denkt wohl, mau forme den. Blinden über die „römische Kirche" nicht früh genug die Augen öffnen. Jedenfalls erscheint cs den Protestau len all right, we n r» ihrem Religionsunterricht die „Mißbräuche und Fstrtitiner der katholischen Kirche" anSgiebig le andelt werden; aber wenn man auf der Gegen« i.iic so mit den Protestanten umspringen wollte, dann wäre der „Teufel los".
bin es."
„Gott sei Lob und Dank", versetzte der Fremde. „Wenn mich dieser befrackte Jüngling noch weitet aufgehalten hätte, fürwahr, eS wäre ein Unglück passiert. Herr Kapitän, wollen Sie mir einen Augenblick Gehör schenken? Es handelt sich um eine schr wichtige Sache, die keinen Aufschub erleiden darf
„Ra, dann kommen Sie", brummte der Kapitän ärgerlich. -
Beide traten in das Zimmer zurück. Als der Fremde den Lord erblickte, stutzte er.
Der Kapitän bemerkte die». „Sie können unbesorgt Ihr Herz ausschütten. Mylord kann gan- ruhig mit anhören, was Sie mir zu sagen haben. Jetzt aber nehmen Sie Platz und legen Sie mal Io8 Unser« Zeit ist kostbar, und da können wir uns auf eine lange Unterredung nicht einlassen"
Der Fremde folgte der Aufforderung Traugott» und ließ sich In den ungebetenen Sessel nieder.
„Herr Kapitän, Glück muß der Mensch haben. Was bin ich schon in bet Wttt herumgeirrt, um bat Kerl hi finden. Doch immer vergebens. Da kam ich auf den Gedanken, mal da- internationale Nizza cmfzusuchen. Und in der Tat! Wenn ich auch nicht meinen „Freund" fassen konnte, so war mir doch da» Glück hold, all ich Sie, verehrter Herr, sand."
IFoxtsetzuM folgt,)
38. Jahrgang.
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eine Ansprache, worin er die Menge, die zum größten Teil aus Neugierigen und Radanlnstigcn bestand und in kurzer Zeit auf mehrere hundert Köpfe an« gewachsen war, aufforderte, gegen das Schulgesetz Einspruch zu erheben. Als der Minister gegen 10 Uhr das Hotel verließ, um sich nach bem Bahn« Hof zu begeben, entstand ein starker Tnmnit, bie Menge ritt: „Weg met de Kloosters! A bas la calotte." Ein Aufgebot von mehreren Schutzleuten hatte Mühe, dem Minister einen Weg sreizuhalten, aber die Meng« drängte in den Bahnhof nach, und in bet Halle wiederholten sich die lärmenden Kund« gedungen. Den Zugang zu dem Bahnsteig Haiti der Stalionsvorftand rechtzeitig abspcrren lassen, um di« Fortsetzung des Tumults und eine Belästigung des Ministers zu verhindern.
* Präsident FallldreS wird vom S. bis 12. Ma Gast des belgischen KönigSpaareS in Brüssel sein.
* • I« Frankreich scheint die Korruption bald ebenso in Blüte zu stehen wie in Rußland. Neuer«
auf den Briefbogen. Als sie die Bemerkung machte, daß sie in acht Tagen Graf Edwin von Eberstein an- gehörcn werde, wollte sie all' die erzwungene Selbft- bcherrschtmg wieder verlassen. Doch sie nahm ihre Kraft zusammen. Sie schloß und adressierte den Brief, um ihn selbst in Kronberg zur Post zu Brutgen. Dann machte sie für die Fahrt Toilette und begab sich zü ihrer Mutter, die sie bereits auf der Schloßlerrosse erwartete. Wie tat ihr die scharfe Wüilerlust wohl. Wie hätte sie auf dem Schlttten dahineilen niögnt in die wette, wette Welt, um nicht mehr wiederzukom- ,men an die Stätte, wo sie eine so traurige Zukunft erwartete.
* *
, „Na, Gott sei Lob und Dank. So weit hätten -wir mm wieder unseren Jungen." Der diese Worte Prach, war Kapitän Traugott, der an der Seite Mor- t intet» von Bothwell die Avenue blinkte in Nizza whergeschritten kam.
»Ich sagte ja gleich, daß Warren, kräftige Natur ^ieie furchtbare Verletzung überwinden wird. Richt .-wahr, mein Lord, und wie wohl er auSscch. Am liebsten wäre er heute schon mit uns gekommen. Der liebe Junge wird sich noch bis morgen gebulben müssen "
„Jetzt bin ich wieder glücklich", versetzte Lord Bothwell. „Sie kämten sich's gar nicht vorstellev, mein lieber Traugott, wie leer mir die Welt vorkam, ipk verlassen ich mich fühlte. .Ich muß Ihnen ^ge-
chem vergttten". _
)( Der Alldeutsche Verband, jener Bund der Ueberteutonen, der sich einbildet, „das politische Gewissen des deutschen Volkes" zu sein, hielt am Sonntag in Berlin eine Vorstandssitzung ab. Selbstverständlich wurde in einer langen Resolution vor der Verleihung einer Verfassung an Elsaß-Lothringen gewarnt. Der Bund sieht lächerlicherweise die einzige das Reich för- dernde Lösung der elsaß-lothringischen Frage in einer Verschmelzung der Reichslande mit Preußen, dem „Träger der deutschen Kaisertums". Die übrigen Bundesstaaten würden sich wohl für eine solche „Lösung" schön bedanken! — Auch in eine neue Marokko-Verwicklung w!l der Bund Deutschland hincinhehen. Er nahm eine Entschließung an, in der eS heißt:
Für die Verhandlungen mit Frankreich wiederholt der Vorstand die Forderung deS Alldeutschen Verbandes, das Land zwischen dem Deutschen Reiche und Frankreich zu teilen, wobei das ganze atlantische Marokko dem Reiche zufallen müßte, und er weist bat auf hin, daß die Erkenntnis von. der unbe- bingfen Notwendigkeit der Gewinnung einer deutschen Sidelungskolonie jetzt in weitesten Bevölkerung-kreisen
dings ist im Ministerium des Aeußern schon wieder eine Skandalaffäre entdeckt worden. Ein hervorragender Polfttker hat sich bestechen lassen, eine Konzession in Tunis, di« mehrere Millionen wert tft, für den lächerlichen Preis von 500 Fr. an eine Gesellschaft zu verkaufen. Das Gericht wird nun zu entscheiden haben, inwieweit jener Politiker berechtigt war, int Namen deS Staates die Konzession zu verleihen. Man erwartet sehr interessant« Enthüllungen. ,
** Eine französische militärische Sonder« gesandtschaft ist am Montag in Rom eingetroffen und überbrachte dem König ein eigen« , händigeS Schreiben des Präsidenten Fallieret mit den Glückwünschen zum Jubiläum des italieni« schen Reiches. In den Tagen vorher weilte als Spezialgefandter der Prinz von Connaught in Rom. In beiden Fällen fand eine Hostasel statt, bei der die üblichen Toaste gewechselt wurden. Freundschaft und Friede war dat Motto der Reden des König« von Italien und seiner Gäste.
* Arabisch« Plünderer. Araber plünderten toxi Fahrzeuge in den Häfen von El Weffin und El Bick im Rotm Meer, die mit Proviant für die Besatzungen in Assyr beladen waren. Ein türkischer Offizier und sechs Soldaten mürben mitsamt den Fahrzeugen gefangen genommen und ins Innere d«S Landes gebracht. Sechs ottomanische Kanonenboote wurden ausgeschickt, um bie verloren gegangenen Fahrzeuge wieder zu erlangen mit dem gletcb- zeitigm Befehl, bie Häfen zu bombardieren und bu Städte zu zerstören.
* Rußland und China. Nachdem Samstag ein« wichtige Sitzung des MinisterratS in der chinesischen Angelegenheit stattgefunden und Stolypin am Montag dem Zaren Vortrag gehalten hat, verlautet jetzt, der Kriegsminister und der Marlneminlster würden Samstag mit Generalstabsoffizieren zur Besichtigung der Truppen nach Sibirien, bem Amur- und Küstengebiet abreifen. Die Lage wird in Petersburg als ernst angesehen. China dräng? zum Krieg, beschleunige seine Vorbereitungen und überstürze die russenfeindliche Bewegung.
* Das marokkanische RevolulionSschaufpiel ist durch das Einverständnis MaderoS mit dem Beginn von Friedensverhandlungen (siehe Nr. 92) vollends zur Komödie herabgesunken, Nachdem der Rebellenführer nicht mehr auf dem Rücktritt deS Präsidenten Diaz besteht, und seine übrigen Forderungen schon von Diaz in der Botschaft an den mexikanischen Kongreß vom 1. April erfüllt sind, ist es unklar, worüber noch verhandelt werben soll. Di« urplötzliche Sinnesänderung bes RebellenführerS ist, wie man annimmt, durch seinen Vater bewirkt worden, der dte ganze Sache als hoffnungslos auf- gegeben hat und jetzt den riesigen Besitz der Familie »Madero retten will.
»rsöM tätlich mit flwsnaW 6tlwt$0;raI: ,mdL«kertage viertel- tähttichttveMrpttlr dhlevringeriohn und Vesteklgeldin^uidass- zpie aurwärtr 1-50 ilU. Veranw. Redakteur; Sdjilite?
y München, 24. April 1911. Die Mahnung der bayerischen Bischöfe an die katholischen Mttglteder de, Bayerischen Lehrervereink, an geeigneter Stelle darauf ttnzuwirken, daß die glaubens- und kirchenfeindlich« Haltung bet Bayerischen Lehrer- jätung sich ändere, ist auf unfruchtbaren Boden ge- allett Statt daß der Lehrervereinsvorsitzende und 3er Hauptausschuß des Bayer. LchrervercinS den Mitgliedern des Vereins es überlassen hätten, sich frei zu etnscheiden, ist zuerst der Vorsitzende und )ann der HauptauSschuß mit einer scharfen Befehdung der Bischöfe borangegangen. Beide haben den Sachverhalt auf dm Kopf gestellt, aus der rein religiöS-firchlichm Angttegenhett, aus einer feelfor- gerifchen Mahnung eine polittfche Aktton gemacht, einm Feldzug gegen den Bayerischen Lehrerverein und die politischen und staatSbürgetlichm Rechte der Lehrer Das Vorgehen war eigenflich sinnlos und lächerlich Allein waS sich daran knüpfte, erfordert bl« ernste Beachtung aller Katholiken und Freunde der chttstlichm Schule. Ein« lange Reihe von Lehrerkundgebungen war die Folg«, in ben für den Lchrervereinsvorfitzenden und ben HauptauSschuß des Bayer. Lehrervereins Stellung genommen und die Bayer. Lehrerzeitung gegen die Bischöfe gedeckt wurde. Nur gering ist die Zahl der Mitglieder des Bayer. Lehrewereins, welche es wagten, den Bischöfen recht zu geben und die Haltung der Bayer. Lehrer- ztg. zu tadeln. Es versteht sich ganz von selbst, daß oaS bekenntnistreue katholische Volk eine solche Situation nicht hinnehmen kann. Seine Stellung ist an der Seite der Bischöfe. Dte baherischm Bischöfe haben in der K o n f e re n z, die ste dieser Tage in Freising batten, sich mit diesem Konflikt beschäftigt. Was der Epiflopat tun, wie er dem schweren KonflM begegnen wird, liegt im Schoß der Zukunft. Das aber ist gewiß, daß das katholische Volk nicht verfehlen wird, feine volle Uebcreinftimmung mit den Oberhirten kund zu tun und ben Kampf gegen Jene aufzunehmen, welche das Recht beaiffpmchen, daß den Lehrer durch ein „partiätisches" Fachorgan der Unglaube cingeimpst wird.
** Brauufchweig, 24. April 1911. Staatsminister Dr. v. Otto tritt am 1. Mai in den Ruhestand. An seine Stelle ist der bisherige Minister des Innern v. Hartwig zum Staatsminister ernannt worden.
*♦ Rostock, 24. April 1911. Die mecklenburgische Steuergesetzgebung soll einer durchgreifenden Reform unterzogen werden. Zu diesem Zwecke werden am 15. Mai Verhandlungen in Rostock beginnen.
>es Kaisers, be nenstjubiläum.
** I« der Nachwahl im vierten Berliner Landtagswahlbezirk wurden gestern insgesamt 275 bürgerliche und 215 sozialdemokratische Wahl- jnänner gewählt. Ter freisinnige Kandidat Kreitling wird demnach mit einer Mehrheit Von etwa 60 Stimmen wiedergewählt.
Zeitung
Monatzb-ii-ge: „Mdaer Geschichtrblätter"