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Samstag -en 22. April |9U.

38. Jahrgang.

* Waer

Zeitung«

3. Blatt.

vru« tmb Verlag der Sulbatr Actlenbr»«erel in Znlba.

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Endlich wäre die sportliche Betätigung in der Altersstufe von 2 0 d i s 3 0 I a h r e n zu betrachten. Geschicklichkeit, Kühnheit uird Wagemut zeittgen jetzt die höchsten Leistungen. Auch hierfür sind die vorge­nannten Spiele zu empfehlen. Das nunmehr erlangte Können soll der weiteren Vollendung zugeführt wer­den. Bet uns in Deutschland tritt leider nur zu leicht gegen Ende, selbst schon gegen Mitte der zwanziger

Das ist dn Vorrecht der upper ten thoussand, der großen Welt und der Halbwelt, der Welt der Künstlerinnen, die durch Toilette auffallen müssen, der Welt, die in den großen See- und Modebäderu zirku­liert, ein Vorrecht, das wir ihnen gerne laffen, schon

len, und auch im goldärmeren Deutschland werden ganz erstaunliche Summen für elegante Kleider ge­opfert.

Trotzdem kann man nicht im allgemeinen der deut­schen Frau den Geschmack abfvrechen. Im Gegenteil sie ist kunstsinniger, kunstbegabter als eine ihrer aus­ländischen Schwestern; diesem Umstande verdanken wir das Künstterkleid, das nach künstlerischen Entwür­fen gearbeitet immerhin eine Ausnahme bildet; nur fehlt ihr der spezielle Sinn für die Kleidung. Viel­leicht ist sie nicht so eitel, nicht so raffiniert wie die Französin, die förmlich einen zweiten Sinn für das ihr Kleidsame zu haben scheint; vielleicht ist sie auch

Spiegel, Puderdosen, Manicureinstmmente, Salben­fläschchen, Wohlgerüche usw.

Die elegante Dame ist bei der Toilette; die einfache zieht sich an. Diejenige, die Toilette macht, vergeu­det eine Unmenge Zeit und Geld; denn der Begriff des Wortes fordert nicht nur die (Entfaltung von gro­ßem Luxus und Geschmack in den Kleidungsstücken, sondem einen beständigen Wechsel. Dem saut de lit

— Wieviel Champagner in der Welt getrunk«» wird. Durch die Revolution der Winzer wird dem Welthandel mit Champagner ein schwerer Abbruch i getan. Die bekanntesten Firmen in Reims, Eper- nah, Chalons, Ay, Adice und Mareul, wie z. B. die Firma Mumm, Moet & Chandon, Sergent, Bu- müller, Cliquet, Heidsieck, Jaqquessen, Chanoine und Röderer, die den Hauptbedarf an Champagner be­streiten, fabrizieren alljährlich durchschnittlich 50 Millionen Flaschen. Der Konsum in Frankreich be­trägt 8 Millionen, in England 4 500 000, in Ruß­land 2 600 000, in Deutschland 2 100 000, in Amerika 9 500 000 Flaschen. Zumtcil wird in den einzelnen Staaten auch eine ungeheuere Menge Sekt verbraucht, der zur Ersparung der Steuer und des Grenzzolls int eigenen Lande hergestellt wird, nichts- desto weniger aber dazu ungeheuer viel Chamvag- nerweiit benötigt. Tiefer Champagnerwein, der z. B. von bekannten deutschen Sektfirmen in unge­heueren Mengen aus^ dem französischen Charnpaa-

C L ‘ ‘ 7, Di.i Fässern, aber nicht tu flaschen, unverarbeitet nach Deutschland und den anderen Ländern. Der Konsum an Faßwein beträgt das drei- bis vierfache des Konsums an Flaschen­wein. Es muß schon jetzt als ziemlich sicher ange­sehen werden, daß der bedentende Bedarf an Cham- Pagnerwein in diesem Jahre nicht gedeckt werden kann. Das Gesamtlager an Champagnerflaschen belief sich im letzten Jahre auf 120 Millionen flaschen, die in dem Gährmagazin aufgestapelt waren, um fertig gemacht zu werden. Von den Winzern wurden die meisten Lager vernichtet, als sie noch vor dem sogenannten „degorgsmenftssich be­fanden. Dadurch sind die Produkte besonders ge­schädigt worden.

Fratteukteidnttg.

Von M. von Weser.

Toilette ist eines jener der französischen Sprache entnommenen Fremdwörter, das sich nicht vollständig übersetzen läßt und sich doch mit einer ganzen Reihe von Begriffen eingebürgert hat. Es bezeichnet sowohl die Handlung des Ankleidens, nicht des gewöhnlichen Anziehens, als das elegante Kleidungsstück selbst; es ist auch auf den Tisch übertragen, auf dem der ganze zum Putz nötige Apparat aufgestellt ist, die

teste ist. Diese werden auch noch von Heranwachsen­den Knaben mit Recht eifrig betrieben. In den initt- lern Volksschulklassen und den untern Klassen höherer Schulen ist die Auswahl der Spiele für den heran» warnenden Knaben von etwa 9 bis 14 Jahren viel größer. Nunmehr treten neben den Neck- und Kciegs- spiclen die Ballspiele in ihr Recht, in denen Parte! gegen Partei kämpft. Das Büblein kann sich nun nicht mehr in demselben Maße nach eigenem Willen bewegen, sondern der Knabe hat sich dem gemeinsamen Interesse unterzuordnen. Von den zahlreichen Ball­spielen ist für dieses Alter vor allem eines recht geeig­net, das leider zu sehr vernachlässigt wird, unser deutsches Schlagballspiel.

* Goldfuude in Deutschland.

Von R. Silvanus.

Die Goldfunde bei MalmedH in der Erfel, die in letzter Zeit viel von sich reden machten und viele Kreise interessierten, legen uns die Frage nahe, wann und wo in Deutschland überhaupt Gold m nennenswerter Menge gefunden und gewonnen wnrde.

daß eine häßliche alternde Frau in auffallender jugendlicher Kleidung lächerlich erscheinen läßt. Kleid­sam, bequem, geschmackvoll und zweckentsprechend, da­bei der Individualität angepaßt, soll die Kleidung sein.

Allerlei.

— Kirchenbau in einem Tage. Alle amerika­nischen Baurekords sind in der Stahlstadt Gary ge­schlagen worden, wo man ein Kirchengebäude in etwa 12 Stunden erbaut und vollständig eingerichtet hat. Die Baumeister waren 100 Mitglieder der dortigen Gien Park Kirchengemeinde, welche sobald als möglich ein eigenes Gotteshaus besitzen wollte. Die Kirchenmitglieder machten sich bei Sonnenauf­gang an die Arbeit, und nachmittags um 5 Uhr war das Dach aufgesetzt. Die Jnnenarbeit war auch be­reits so weit gediehen, daß nur noch wenig zu tun übrig blieb. Hunderte vonMenschen, welche von überall her zu Fuß, in Automobilen oder mit andern Fahrzeugen herbeigeeilt waren, wohnten der Auf­führung des Baues vom Anfang bis zum Ende bei. Das Gotteshaus ist ein einfacher Bau mit einen! Flächenraum von 42 zu 24 Fuß. Es ist ein Stock­werk hoch.

— Ueber die Menschen der Steinzeit hat der dä- nische Altertumsforscher Nielsen Mitteilungen ver­öffentlicht. Das schiefe Rückgrat bei jungen Mäd­chen kam schon im Steinalter vor, ist also nicht aus­schließlich ein Leiden, für welches die Schulbank die Schuld trägt. Man fand das Skelett eines Er­wachsenen nur von der Größe eines 6—8jährigen Kindes: es hat im Steinalter also auch Zwerge ge­geben. Vor Zahnschmerzen waren auch die Alten nicht verschont, die meisten der ausgefundenert Steinzeit-Schädel hatten hohle Zähne. Das Durch­schnittsalter der Steinzeit stellt sich für Männer aus 40 bis 50, für Weiber auf 20 bis 30 Jahre, ist also verhältnismäßig niedrig. Männern wie Weibern und Kindern wurde die gleiche Totenehre erwiesen, iind nichts deutete auf Vielweiberei, im Gegenteil, sie haben in verschlossenen Gruppen gelebt, und in vielen einzelnen Gräbern wurden neben dem Manne das Weib und die Kinder beigesetzt. Die Einzel- che im Steinaller erscheint somit als höchst wahr­scheinlich. Uebcrhanpt dürfte der Knltnrstandpnnkt ein nicht allzu niedriger gewesen sein.

* Körperliche Betätigung nnd Volksgesundheit.

Nichts schwächt den Körper mehr und behindert seine Entwicklung, als der Mangel an Bewe­gung. Hierdurch wird die Tätigkeit von Herz und Lunge verringert und die Ernährung der Muskulatur herabgesetzt.

. Fsss die Jugend ist dieser Zustand vor allem be- dentlich, da sie im Wachsen begriffen ist. Der Orga­nismus wird hier bei mangelnder Bewegung beson- «^"i.^f^wacht, erliegt nun um so leichter weiteren Schädigungen und bietet vor allem den verschieden­sten .Krankheitskeimen einen guten Nährboden. Hier­gegen besitzt der gesunde Körper die nötige Wehr­haft- um schädlichen Einflüssen zu widerstehen. Wo haben wir,nun den Hebel anzusetzen? In erster Linie sind alle 'Schädlichkeiten zu meiden, sodann müssen wir durch zweckentsprechende Hebungen, möglichst in fei- f$er Stift, durch Turnen und Spielen das Wachstum bes Körpers unterstützen, den entwickelten Körper auf o« Hohe der Leistungsfähigkeit halten. Es handelt sich mm nicht nur um die Ausbildung des Knochen-

,unb &er Muskulatur, sondern vorzüglich um die kräftige Entwicklung der Lungen und des Her­zens. Hierzu ist reichliche Bewegung in frischer Luft notwendig. Diese können wir aber der Jugend wie den Erwachsenen in keiner bessern Weise bieten als in den Bewegungsspielen. Die Lungen dehnen sich beim eilenden Laufe, beim lauten Rufen, die Herz­tätigkeit wird kräftiger und treibt das Blut schneller durch den Körper. Die Ermüdungsstoffe werden in­folgedessen eher weggespült, und den Körpergeweben wird reichlicher Sauerstoff geboten.

Fragen wir nun, welche Hebungen sich für die ver­schiedene n Altersstufen eignen, so finden ivir hierauf einige treffende Antworten in einer soeben im Volksvereins-Verlag in M.Gladbach erschienenen Schrift: „Wandern, Spiel und Sport" (290 S. geb. 75 Pf., in Partien billiger). Es ist leicht ersichtlich, daß sich die körperliche ipic geistige Ausbildung des Menschen vollständig der natürlichen Entwicklung der Organe anpaffen muß. Daraus geht hervor, daß die Hebungen für die verschiedenen Alters- stufen verschieden sein müssen. Eine geregelte Kör- perubung beginnt beim Kinde zumeist mit dem Be­suche der Schule. Es handelt sich in diesen Jahren darum, eine Anregung zum Wachs tu me zu geben, und d'eses geschieht durch Spiele der verschiedensten Art, welche gewöhnlich als Neckspiele bezeichnet werden Die kleinen Buben und Mädchen sollen sich in frischer Luft bewegen, möglichst nach Belieben zwar, gleich­wohl aber nach bestimmten Grundsätzen. Starke Mus- kulaturanstrengungen, Belastung einzelner Muskelpar­tien sind hierbei vollständig zu meiden, denn sie be­wirken keine Kräftigung, sondem eine Erschlaffung der noch gering entwickelten Muskulatur. Gymnastische Ausbildung widerspricht der naturgemäßen Ausbil­dung des kindlichen Organismus vollständig. Für diese Altersstufe sind ausschließlich leichte Freiübungen und Bewegungsspiele geeignet. Von passenden Neckspie­len Inären u. a. zu erwähnen: Nachlaufen, Abschla- gen. Katze und Maus, Verstecken. Bei diesen, strömt das Blltt schnell durch den Körper; das Kind vermag demnach anhaltend zu laufen, ohne übermäßig zu er­müden. Eine- eingetretene Ermüdung, die es von scklbst warten beißt, wird anderseits bald übertminben. Zu den Neckspielen treten sodann noch die Kriegs­spiele, von denen Räuber und Gendarm bas bekann-

Jahre bei vielen eine allmähliche Verminderuna des Spieleifers ein, und doch ist es sehr angebracht, Mus­kelkraft, Nervenspmnkrast, Herz- und Lungentätigkeit auf der Hohe zu halten. In der Zeit vom 30. bis zum 40. Lebensjahre treten sodann mit Recht Schnel. ligkeitsübungen in den Hintergrund, um Kraft- und Dauerübungen mehr hervortreten zu lassen doch ist hier, wie immer, von einseitiger Uebertre'ibimg zu warnen- Erst nach dem 40. Lebensjahre beginnt die körperliche Lerstungsfahlgkeit langsam nachzulassen In der Zeit werden von selbst plötzliche Ansttenaun- gen, welche leicht Atemlosigkeit infolge eines stärkeren Fettansatzes bedingen, vermieden. Neben Freiübungen und leichterem Geräteturnen sollen Dauerübungen je­doch nicht unterlassen iverden. Im Radfahren Wan- dem, Schwimmen, Rüdem und Bergsteigen 'können unmer noch namhafte Erfolge verzeichnet werden Diese sowie Freiübungen sollen, wenn möglich bis ins höchste Greisenalter (Altersriegen!) gepflegt'wer­ben, und diese Forderung läßt sich erfüllen wenn der Körper beizetten die richtige Pflege erhalten hat

Daß dieses bei unserer Heranwachsenden Jugend geschieht, liegt in der Hand von Eltern und Erziehern Wenn sie im Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit ziel- bewußt handeln, dann ist es wohlbestellt rm unsere Jugend, das Wohl von Volk und Vaterland!

verschiedenartig gewählt wird; das Toilettemachen nimmt für viele Frauen den größten Teil des Tages ein; denn auch die Auswahl ist eine schwere Arbeit, sowohl die Auswahl bei der Schneiderin, als die im Ankleidezimmer, die Beratung, welcher Hut, welche Farben zu dieser oder jener Toilette getragen werden soll. Gerade die richtige Wahl der Farbenabstim- mung ist die größte Kunst, die Wirkung einer Erschei­nung zu erhöhen; ohne feinen Farbensinn gefällt die luxuriöste Kleidung nidjt. Dieser feine Sinn kann auch dem einfachen Kleide, der Frau, die sich nur anzieht, den Stempel des Eleganten aufdrücken; es ist die ein­fache Vomehmheit, die die Dame charakterisiert. Lei­der sündigen unsere deutschen Frauen vielfach im Punkte des Geschmackes. Wennschon sie sich nicht kostbar kleiden, wenn sie auch keine größeren Summen für sich aufwenden , so sollten sie doch ihre Kleidung auf einen Ton abstimmen, sollten sich von Farbe und Form ihres Gesichtes, ihres Haares bei einem Hut bestimmen lassen, sollten ihre Gestalt nicht nach der Modeschablone kleiden, wenn die für sie ungeeignet ist. Welch lächerlichen Anblick bieten die allzu Rundlichen in grellbunten Farben, in großen Ewcreaux, in allzu- reich garnierten Kleidern, in hohen Gürteln!

Darin kann die Französin der Deutschen ein Vor­bild sein. Sie ahmt die Modevorlagen nicht flladisch nach, sie weiß sie ihrer Persönlichkeit anzupassen. Sie wählt keinen Teil ihres Anzugs, kein Band, keine Schleife ohne jenen angeborenen Schönheitssinn, ohne jenen Schick, der fiiglich Takt in der Kleidung genannt werden könnte und erhöht dadurch ihren Reiz, wäh­rend die Deutsche des Mittelstandes sich oft genug durch geschmacklose Einfachheit oder Ueberladenheit auszeichnet. Daher kommt es, daß die Franzosen als Autorität i» Geschmackssachen galten und gelten, daß halb Europa, daß die halbe Welt ihre Blicke nach Paris richtet, um seine Modeeinsälle nachzuahmen. In den Tagen nach den großen Siegen, als das nationale Bewußtsein sich in Dentschaiid mächtig regte, em- hörten sich untere Flauer: gegen diese fränkische Ober­herrschaft; warum sollten sie nachäffen, was die Fran­zösinnen öordiftierten? Die Folge hat aber ergeben, daß eine deutsche, daß eine Berliner Made sich nicht zu behaupten vermag: es fehlte ihr die Grazie, die Phantasie iu der Erfindung, der Schick. Als das Reformkleid austauchte, versprach man sich viel von dieser Neuerung für die deutsche Mode. Aber erst feit Wien, das mit Paris Hand in Hand geht, aber mit einfacheren, künstlerischen, vornehmeren Mitteln ar­beitet, das miederlose Kleid aufgenommen, ist es auch in der eleganten Welt hoffähig geivcrben. Jetzt ist sogar Paris davor: beeinflußt und bringt die Empire- unb halbl-ssen Gewänder. Aber auch hierin wird die Französin immer erst wägen, ehe sie wagt. Niemals wird man in Frankreich ähnlich Furchtbares sehen, w:e bei uns unter der Marke Reformkleid, oder bei der

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nach der Bestimmung ob für Ball, Souper, Theater L;r' Am Unionen Frau, Gegen-

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Summe:: opfern können, glauben sich entschädigen zu müsse::, indem sie von der kleinen Hausschneiderin die getragenen Kleider immer wieder auf- und umarbeiten lassen, ober dem ohnehin schon billigen Stoff durch Auffärbei: ein besseres Aussehen zu verleihen suchen. Das mag in einzelnen Fällen, wo eine tadellose Figur, persönlicher Schick, ober btenbenber Jugenbreiz Mit­wirken, gelingen. Im allgemeinen ist aber den we­niger Bemittelten den Grundsatz „wenig gut" nicht genug zu empfehlen, besonders, wo die Mode augen­blicklich mehr wechselt als je zuvor.

Toilette ist ein neues Wort; aber der Begriff ist uralt. Der Toilettenluxus im alten Rom war ein sprichwörtlicher und hat sich bei den anderen Volks- stämmen immer wiederholt. Die Kleiderordnungen im Mittelalter verbansten einem maßlosen Luxus ihre Entstehung; bas Unglaubliche an kostbaren Stoffen, wertvollem Geschmeide und prächttgem Rauchwerk wurde damals an eine Toilette gewandt, die freilich der Mode nicht unterworfen war und deshalb Jahre, ja Generationen überdauerten. Der Toilettenluxus zur Zeit der französischen Ludwige und während des Empire ist bekannt; eine Jahresrcchmmg der reichen Madame Tallien summiert sich auf 100 000 Francs für Toiletteausgaben, wobei allerdings ganze 100 Francs für Wohltätigkeit figurieren. Auf die beschei­dene Biebermeierzeit folgten wieder luxuriöse Zeiten, die unter dem zweiten Kaiserreich den Höhepunft er­reichten, wo Tausende von Francs für eine einzige Toilette gezahlt wurden. Die heutige Zeit loirb den Tagen der Kaiserin Eugenie wenig nachstehen; das sensationshungrige Amerika ist stets bereit, für die bi­zarrsten Modeneuheiten wahnsinnige Preise zu bezah-

Die Reifezeit unserer Jugend stellt nun noch höhere Anforderungen an unfern Organismus. Zu Kräftigung 3er Muskulatur nimmt das Turnen eine bedeutungsvolle Stelle ein, für die Entwicklung von Herz und Lungen Schwimmen, Stuber und Bewe­gungsspiele; Schnell- und Dauerlauf, welche auch von jüngeren Knaben schon geübt werden sollen, tre­ten in ihr volles Recht. Von fesselnden Parteispielen soll neben dem Schlagballe dem Fußball eine beson­dere Rolle zukommen. .Hinzutreten Tenis, Tambu­rinball, Faustball und Schleuderball. Für Mädchen und Knaben ist in diesen Jahren der Entwicklung vor allem die Losung: hinaus ins Freie, und das um so häufiger, je mehr sie gezwungen sind, in der Stube, im Kontor ober in Fabrikräumen zu weilen. Würde dieser Forderung mehr entsprochen, dann hät­ten wir nicht so viele Schwindsüchtige, Herzkranke und Bleichsüchtige. Nur ergiebige Bewegung ist ein Mittel hiergegen. Wie sehr sich Herz und Lungen bei jungen Leuten von 14 bis 19 Jahren entwickeln, er­sehen wir am besten aus den Leistungen; liefert doch diese Altersstufe vielfach die besten Läufer und Stür­mer im Fußballspiel. Die Spiele und sportlichen Hebungen müssen nun, wenn sie gedeihlich einwirken sollen, mtt Auswahl betrieben werden. Es soll der Grundsatz herrschen: Einige wenige Spiele, diese aber ernstlich. Hiermit kann Turnen, Schwimmen/Wan­dern und Radfahren sehr wohl verbunden werden. Letzteres wird vor allem eifrig und oft übermäßig, befonders in den Entwicklungsjahren, betrieben. Ist das Radeln für jüngere Knaben nicht sonderlich zu empfehlen, so hat es für den Heranwachsenden Jüng­ling gewiß feine Vorzüge, aber nur, wem: auf gute Haltung gesehen wird.

Man darf darum auch den Berichten über die jüngsten reichlichen Goldfunde in der Eifel wo die ausgedehnten Schürfungsarbeiten ganz überrasch­ende Resultate gezeitigt haben sollen und zu Mn- tungen und Verleihungen in großem Maßstabe cw- fnhrt haben, immerhin etwas skeptisch gegenüber- stehen, wenn auch sonst der Gedanke an ein deutsches Kalfformen m der Eifel gar nicht so übel wäre

— Europas kleinste Republik ist'nach einer Mit­teilung, die wir dem „Buch für Alle" ent­nehmen, ^nicht San Marino oder Andorra, sondern Tavolara, eine Insel, die an der Nordküste Sardiniens liegt, und die so klein :ft, daß man sie auf einer gewöhnlichen Land­karte mcht findet; ihre Bevölkerung besteht zurzeit aus sechz'g Köpfen. Im Jahre 1830 übertrug Kon:g Karl Albeft von Sardinien die Insel der yatnilie Bartoliui als unbeschränktes Eigentun:. Die Familie erklärte die Insel für ein Königreich, unb e:ne§ ihrer Mitglieder bestieg den Thron als Monrg Paul I. Er regierte volle fünfzig Jahre zur größten Zufriedenheit seiner Untertanen, und als er 1882 bas Nahen seines Todes fühlte, sprach et den Wunsch aus, baß man keinen Nachfolger wählen möge, denn Tavolara könne auch ohne Regierung auskommen. Da sich kein Thronprätendent meldete, wirtschaftete man volle vier Jahre ohne Obrigkeit. ?lber alsjm Jahre 1886 Streitigkeiten ausbrachen und die Schattenseite» des bisherigen Zustandes zu­tage traten, schritt man zur Proklamierung der Re­publik. Fünf Jahre später erkannte Italien die Republik Tavolara als selbständiges Staatswesen an. b.

— Das Tabakmonopol, das von Napoleon I. ein- geführt wurde, besteht in Frankreich jetzt hundert Jahre Man erzählt sich, der Kaiser habe auf einer Festftchkert eine kostbar geschmückte Dame gesehen

l f‘ne 8^age gehört, es sei die Frau eines Tabaffabrttanten, Bald darauf befahl der Kaiser das Monopol. 1

®te Art der Goldgewinnung ist eine zweifache; entweder totrb c§ im Bergbau auf Gängen gewon- nen, wenn es in andere Erze eingesprengt vorkommt, oder es wird aus Sand- und Kiesbänken, in denen es m Form winziger Blättchen enthalten ist, heraus- „gewaschen". Die letztere Art des Vorkommens und der Gewinnung ist die häufigere.

Wohl die größte Ausbeute an Gold wurde in: Frchtelgebirge gemacht, wo um bas Jahr 1400 die Gewinnung sowohl auf Gängen als auch durch Wäschereien betrieben wurde. Die Erträge sotten nach Angabe von damals lebenden Chronisten ziemlich reichlich gewesen sein und sich wöchentlich mitunter auf 1500 Goldgulden belaufen haben; doch nahm die Rentabilität der Betriebe bald ab, und seit einem halben Jahrhundert r:cht der Ber-bau voll­ständig. — Aehnliche reiche Ausbeute wurden in früherer Zett auch im Thüringer Wald an verschiedenen Stellen erzielt, doch versiegten hier wie dort bald die Quellen, und ein Betrieb nach den: andern ging allmählich ein. — Auch in den: zum Komgreich Sachsen gehörigen Teil des E r z g e b i r- g e s, wo im 16. und 17. Jahrhundert ausgedehnte und sehr ergiebige Goldwäschereien bestanden, hat der Bergbau längst aufgehört. — Nicht, anders er» g:»g es auch de:: großen Goldwäschen in Schlesien am Fuße bes R i e s e :: g e b i r g es, die im Mittel­alter wegen chrer reichen Erträge berühntt toarai, dw aber in der Neuzeit ebenfalls eingestellt wurden, -t-vch w:rd m neuerer Zeit noch in 'einigen schlesi­schen Kreisen Gold durch Ausscheidung ans Arsen- kresen gewonnen, und die Ausbeute betrug vor e:n:ge:t Jahren noch 46 kg jährlich.

Altbekannt ist seit alten Zeiten das Vorkommen ' utl t!liy UCT »cane sieformnew, von Gold in: Rhein, und zwar hauptsächlich | augenblicklichen Mode deL engen Rockes, auf der Strecke Basel-Mainz. Schon gegen Ende des ■ Trotzdem kann mm mrf>t im nir, 7. Jahrhunderts verlieh ein Herzog von Elsaß einem Kloster das Recht, Goldioäschen im Rheine anzulegen. Der Ertrag dieser Goldgewinnung nrußte natürlich immer ein schwankender sein, denn, da das Metall in Form von Blättchen auftritt, die mit dem Kies und Sand — zumal bei Hochwasser — in ständiger Bewegung sind, so verschiebt sich auch ständig der Goldgehalt der einzelnen Kiesbänke und erschwert eine regelrechte Ausnutzung. Der Gehalt von Gold schwankt zwischen 0,0146-—1,011 g pro i zu bequem, zu "bequem im Nachdenken, zu bequem in ,?itoitmricr. -twch rentiert sich die Arbeit des Wo der Körperhaltung, vielleicht zu sparsam. Das ist aber schens schon mcht mehr, wenn der Goldgehalt wen: ’ ' ' —~ ? !r - - - 3

ger als 0,240 g beträgt.

sind bisweilen in den Goldwäschereien am Rhein ganz ansehnliche Erträge erzielt worden, doch gmg auch hier, wie allerorts in Deutschland, die N^uktwn von Jahr zu Jahr zurück und berlor schließlich jede Bedeutung. In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts betrug die Ausbeute auf ber badischen Strecke des linken Rheinufers noch _kg, doch gmg sie bis in die siebziger Jabre auf 0,37 kg zurück. Gegenwärtig dürften wohl alle Gold- Waschereien am Rheine ruhen. Auch scheint ein» Wiederaufnahme der Betriebe, selbst wenn sie mit allen Hilfsmitteln moderner Technik versehen wür­den, bei dem schon erwähnten stetigen Wechsel ber ^Ibgruitbe gänzlich ausgeschlossen zn sein. Trotzdem ist im Rhemkres ein ungeheuerer Goldschatz enthal­ten. Man hat nämlich den Wert des Rheingoldes bet Zugrundelegung des geringsten Goldgehaltes,' für eure verhältnismäßig kurze Strecke von 123 km auf 90 Millionen Mark berechnet.

Außer dem Rhein sind auch die Sand- und Kies- bäwke vieler anderer deutschen Flüsse mehr oder minder goldhaltig, so z. B. Donau, Jll, Isar, Inn, Salzach, Eder und viele andere kleinere Flüßchen und Bäche. Fast überall haben früher Goldwäschen bestanden, aber nirgends haben sie sich haften können.

nur in einzelnen Fällen die Ursache. Gerade die nerqebiet bezogen wird, geht" in Frauen, dte durch eine Aufhäufung von Kostbarkeiten, " • - ■ -

von Aufputz und Prächtigkeiten zu gefallen glauben, fallen durch die geschmacklose Ueberladenheit ihres An. Zuges auf. Jedenfalls ist es leichter, sich gut zu klei­den, wenn eine wohlgefüllte Börse zur Verfügung steht, wenn man in ersten Geschäften kaufen, sich von ersten Schneiderinnen bedienen lassen kann, deren ge­schulter Geschmack schon selbst das Richtige für die Eigenart der Trägerin herausfindet; die uns nicht die jugendlichen Sache» anraten, die uns eher älter erschei­nen lassen, als wir sind, die nicht recht teure Zutaten an unser Kleid wenden, um es elegant erscheinen zu lassen, sondern wissen, daß die Eleganz im Schnitt, in der Schönheit der Linie bemht. Frauen, die sparen müssen und nicht für Stoff und Macherlohn bedeutende