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Zeitung

fuldaer

auf dem Lande als dringlich betonte.

Literarischer

meer.

(Fortsetzung folgt.)

Amt Geisa und Umgebung.

♦ Dermbach, 21. April 1911. Die Vieheinfuhr aus dem Kreise Hecsfeld in den 4. Verwaltungsbe­zirk unterliegt bekanntlich zur Zeit den seuchengesctz- lichen Bestimmungen. Nunmehr ist mit Rücksicht au den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche im Kreise Sonneberg auch die Einfuhr von Klauen­vieh aus dem Herzogtum Sachsen-Meiningen in bett 4. Verwaltungsbezirk lediglich auf Grund eines amtstierärztlichen Zeugnisses gestattet, daß das Vieh rei von seuchenverdächtigen Erscheinungen ist, und aus keinem solcher Orte des Herzogtums Meiningen stammt und auch keinen passiert hat, der zu einem Sperr- oder Beobachtungsgebiete gehört. .

* tzelmershansen (Rhön), 21. Aprtl 1911. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feiert heute das Georg Vühler'iche Ehepaar hier. Tie Jubiiare sind noch sehr rüstig.

Mein lieber Sohn Robert!

Du wirst Dich wundern, von mir einen Brief zu erhalten und wirft glauben. Dein alter Vater wolle wieder Geld von Dir. Mit Nichten. Ich erhalte ja monatlich von Dir die versprochene Summe, mit der ich reichlich auskomme. Es ist aber etwas anderes, was mich zwingt, Dir zu schreiben. Vor allem aber erkläre ich Dir: Das sind die letzten Zeilen, die Du von Deinem unglücklichen Vater erhältst. Lies diesen Brief und nimm Dir jedes Wort zu Herzen. Nur die Liebe eines unglücklichen Vaters zu seinem unglück­lichen Sohne hat mir diese Zeilen diktiert. Also ver­

nimm:

In dem herrlich gelegenen Tal der Ziller lag aus steilen Felsen das Schloß Behrin. Wie eine mächtige Felsenfeste blickte es in das romantische, durch die vie­len Hütten und Häuschen belebte Tal herab und ge­währte auf die gegenüberliegenden Bergriesen mit ihrem ewigen Eis und Schnee einen überwältigenden Anblick. In diesem Bergschloß lebte, fern von allem Weltgetriebe, wie ein Einsiedler der pensionierte k. k. Feldmarschall-Leutnant Ritter Hasso von Behringen. Seine Gattin, an der er mit großer Liebe hing, war o-e-r Krankheit gestorben, und das mag den sonst frohgesinnten, lebenslustigen Mann in die Einsamkeit getrieben haben . Er besaß ein einziges Kind, einen Sohn, der als Leutnant bei dem Garde- dragonerregimmt in Wien stand. Wer kannte nicht den flotten Leutnant Kuno von Behringen! Im vor­nehmsten Salon der Aristokratie wie auf den Renn­plätzen war er eine bekannte und gern gesehene Per­sönlichkeit. Bei den Vorgesetzten und Kameraden gleich beliebt und geschätzt, stand ihm eine glänzende Zukunft bevor. Da erfaßte ihn die unselige Spiel­wut. Summen über Summen verlor ec an der Spiel- batck, sodaß die ihm reichlich zufliehenden Geldmittel seines Vaters nicht mehr auslangten. Wie oft sch sich Kuno genötigt, nach Behrin zu reisen und seinem

von Behringen, der für seinen Sohn eine an Schwäche grenzende Liebe hegte, verzieh ihm jedesmal und gab gern die verlangte Summe. Daß aber die Geduld des alten Barons einmal ein Ende nehmen würde, daran dachte freilich Leutnant Kuno nicht. Eines Tages erhielt er von seinem Vater dir Aufforderung, so schnell wie möglich nach Schloß Behrin zu kommen. Hier gab e8 eine überaus ernste Auseinandersetzung, deren Folge die war, daß Hasso von Behringen sämt- ltche Schulden seine» Sohne» bezahlte, ihm aber auch

zu geben. Er heiratete eine spanische ^änzerm, in die er sich als Leutnant verliebt hatte, und ohne die er nicht leben zu können glaubte. Die ersten Wochen der Ehe waren für das junge Paar die glücklichsten. Theresa von Behringen schien mir für ihren Gatten und sein Glück zu leben. Aber da regte sich in ihr das leichte, unruhige Künstlerblut. Es behagie ihr nicht mehr die ruhige Lebensweise auf dem Lande und sie klagte über das „ermüdende einige Einerlei". Kuno gab sich die größte Mühe, seiner schönm Gattin

e Eine Preisfrage. Es dürfte in den Osterfeier- iagen kaum ein Restaurant in Berlin gegeben ha­ben in dem nicht auf der Speisekarte der .Oster­lammbraten" gestand« hätte, und gewiß haben sich die Gäste ihn gut schmecken lassen. Aber nun die Kehrseite. Dte „Allg. Fleischer-Ztg." hat festgestellt, daß in der Woche vor Ostern nur etwa 1800 Lämmer lebend und geschlachtet in Berlin eingeführt wurden. Wo mögen die vielen anderen Osterlämmer, die in den Restaurants und Privathäusem während der Oster-

Abwechselungen zu schaffen. Ein Fest jagte das an­dere. Aber alles nützte nichts. Im Gegenteil! Rach solchen überaus lebhaften Tag« wurde die Baronin noch einsilbiger, verschlossener. Da wurdest Du, mein Sohn Robert, uns geboren. Wie glücklich war ich. Jetzt glaubte ich, daß meine Gattin sich nun ändern würde. Ich hoffte, daß Du nunmehr das Bindeglied werden würdest, das sie cm Schloß Behrin mit un- löslichen Banden fesselte. Wie furchtbar hatte ich mich getäuscht. Theresa zeigte jetzt ein überaus ge­reiztes Wesen. Sie zantte und haderte in einem fort.

Dich in den Händen treuer Dienerinnen und verließ Schloß Behrin. Von einem Ott zum andern jagte, ein Land nach dem andern durchquerte ich. Aber nie fand ich Ruhe noch Rast. Die Rächte waren für mich die furchtbarsten. Während andere Menschenkinder sich dem süßen Schlummer übergaben, fand ich keinen Schlaf. Vor meinem geistigen Auge stieg die bleiche Gestalt meines Vaters auf und drohte mir. Robett, es war gräßlich .furchtbar. Tag und Rächt verfolgte mich das Gespinst Hasio's von Behringen. Um sich zu betäuben, um diesem schrecklichen Rachegott zu ent­gehen, wurde Kuno von Behringen ein Trinker. Die schiversten Weine waren ihm nicht schwer genug. Ich kehrte nach Schloß Behrin zurück und war für niemand, als nur für meinen Diener zu sprechen. Das einzige, was ich noch tat, war, daß ich tagelang in den Wäl­dern herumirrte, ruhelos tote der unselige Judas Jschattot, der seinen Herrn und Meister verraten hatte.

jern befahren war, wollte da» Geschäft nicht so recht ziehen. Für kleine Ferkeln wurden 38 bis 40 M., für 2—3 Monate alte Läufer 80 bis 110 Mark und für größere Ware 80 bis 110 M. be­zahlt. Wenn man die Futterkosten bei den teueren Kartoffelpreisen in Betracht zog, waren die Läufer billiger wie die Ferkel.

joo.

Sreltag tat 21. Mittll Mi 18. Zahrg«»».

2. Blatt.

vrxck und Verlag der Selbe« Actlendrnckertt in 5«lda.

Verschwörer sitzen. Die Erklärung« Dr. Ma- chadoS, daß eS sich um ganz ungefährliche, lächerliche Versuche ljanbele, verträgt sich nicht ganz mit den täg­lich erfolgenden Verhaftungen von Verschwöre« und mit dem vor einigen Tagen veröffentlichten Erlaß, daß dic Provinzialbehörden energisch gegen jeden vor­gehen fificn, der sich gezen die neue Staatsform cms- K. Eine Regierung, die sich wirklich im Besitz »acht fühlt, hak es nicht nötig, die inlän­dische Presse zu knebeln, die ausländi­schen zu schikanieren, immer schärfere Maß­regeln gegen Ausrührer zu ergreifen und allwöchenllich zu versuchen, das Ausland davon zu überzeugen, daß alles in schönster Ordnung sei. Man muß sehr naiv fein, um nicht hinter die Kulissen sehen zu können und festMellen, daß die alte Magenftage in neuer Form wieder auftaucht.

Um zu totff«, wie es um die Patteidisziplin steht, genügt eS, die verschiedenen Blätter durchzulesen. Man kann sich alsdann ein Bild von dem machen, wo» wir in der Kammer zu hör« und zu sehen be­kommen werden. Ich habe mich bisher noch nie mit unkontrollierbaren Gerüchten abgegeben, heute aber halte ich mich für verpflichtet, die Ansicht vieler guter Kenner der Verhältnisse wiederzugeben, um so mehr, als auch ich mich gewisser Befürchtungen nicht ent­halten kann. Diese Ansicht geht dahin, daß die nächstenWocheneineGegenrevolution bringen werd«, der« Ausgang sehr ftaglich erscheint, da dte Verschwörer in reichem Maße über das zum Kr-egführen nöttgste Matettal verfüg«, nämlich über Geld." —

Das also sind die „glänzenden" Zustände, in die das arme Portugal von gewissenlosen un­fähigen Machthabern hineingetrieben wurde. Mit welchem Jubel wurde die Republik anfangs in gewissen Kreisen empfangen, der Katzenjammer hat sich bald eingestellt. Man mag dem gestürzten König alle möglichen Fehler andichten, so uner­quicklich, unsicher und unbestimmt warm die Ver­hältnisse nie, wie sie sich jetzt entwickelt hab«.

kurz und bündig erfiärte, daß es das letzte Mal gewe­sen sei, daß et seine Schulden bezahle. Kuno wußte genau, was diese Drohung bedeutete, und zog seine Konsequenzen daraus. Er nahm sich vor, das un­selige Spick zu meiden. Und in der Tat. Es schien, als ob er feinen Vorsatz auch durchführen wollte. Leider war die Leidenschaft größer als sein Wille. Er spielte wieder. In einer einzigen Nacht verlor er 150 000 Gulden. Woher sollte er das Geld nehmen? Von seinem Vater hatte er nichts zu erhoff«. Zah­len mußte er, wollte er nicht ehrlos aus dem Regiment > — ■- <>-•—- — •>--—

gestoßen werden. In seiner verzweifelten Sage ging Die Dienerschaft war ftoh, wenn sie aus threr Ray er mm Wucherer der ihm das Geld nur gegen einen kam. , , .

öan Baton Hasso unterschriebenen Wechsel hergeben Eines Tages mußte ich geschäftlich iiach ^nnsbrut toottte. Da verfiel Kuno auf den unseligen Gedanken, reisen. Als ich nach kurzer Zett zuruckkehtte nmßt , den Namen seines Vaters zu fälschen. Wohl erhielt ich zu meinem Schreck wahrnehmen, daß Teme 3JM i er das Geld damit aber war er ein Betrüger, ein ter von Schlag Behrin verschwunden war. ^n einet) Fälschet geworden. Und das Verhängnis sollte nicht zutückgckaffenm Briefe teilte mit ine _reulofe mt{ lange ans sich warten lassen. Der Wucheret, welchem daß sie es vorgezogen habe, eine Statte zu verlaßen, der Boden unter den Füßen zu heiß geworden war, die ihr nie die Befnedtgung gewählt^ wie ihr Kunst, präsentierte dem alten Baron vor der Zeit das Papier, lerbetuf. Ich sollte nicht dm genngsten Schntt tun um dann so schnell wie möglich aus Wien zu ver- nach ihr zu forschen Denn sie hatte lebe auch die schwinden. Was sich dabei in Schloß Behrin zutrug, I kleinste Spur so verwischt, daß ich sie nie nie wwdet-

toeii? ich nicht Denn als der Diener nach Weggang sinken würde. So war ich wieder em einsamer -Dimin

h£§ Wucherers mit Briefen in das Kabinett seines geworden, unglücklicher, als ich es je war.

fierru trat fand er diesen auf dem Teppich entseelt konnte es nicht überwinden, daß em Weib so schlecht

lieoen Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein vor- fein konnte, ihren Gatten, ihr einziges Kind schnöde

Zeitiges Ende bereitet. Kuno von Behringen war zu verlassen. Vergessen wollte ich alles, glaubte

gerettet aber um welch« Preis? Sein Vater war dies zu können, wenn ich mich der Welt und ihren

das Opfer seiner unseligen Leidenschaften geworden, vielen Vergnügungen in die Arme warf. ließ

Ws dem Leutnant der Tod seines Vaters gerne!-verlieb bet worden war, quittierte er seinen Dienst, um die Verwaltung des großen Besitzes zu übernehmen. Das tragische Ende des alten Barons war für Kuno nicht ohne heilsamen Einfluß geblieben. Er verschwur sich hoch und heilig, nicht zu spielen. Und diesen Schwur hat Kuno von Behringen bis auf den heutigen Tag gehalten. Als das Trauerjahr vorüber war, beschloß

■« z-Idl«, M Ap-U «r Di- 6W ®«” '• JM« Nf b-i <i»°m

Aus Gberheffen u. den Heß. Aemiern.

Ms. Wabern, 21. April 19! 1. Dem Schuh­machermeister Johannes Löwer in Zennern (Kreis Fritzlar), ein ehrsamer Handwerksmeister in der Milte der 70er Jahre, der am 15. April d. I. sein 50jähriges Meister-Jubiläum feiern konnte, wurde von der Handwerkskammer für Kurheffen und des Fürstentu>s Waldeck der Ehren- Meisterbrief verliehen.

* Ziegenhain, 21. April 1911. Wie angekündigt, tagte hier die ländliche Abteilung des Verbandes der Lehrer und Freunde des Fortbildungs- schulwesens im Regierungsbezirk Kassel. Die Versammlung war von ca. 150 Lehrern an ländlichen Fortbildungsschulen besucht. Die König!. Regierung

Der Erbe von Eberstein.

81] Roman von Edmund Nowak.

Dem alten Grafen traten vor Freude die Tränen in die Augen. Mit sein« welken Händen streichckte er das liebliche Gesichtchen seiner Enkelin. Dann hob er ihr Köpfchen und blickte ihr in die rehbraunen Augen.

„Isolde, mein Kind, bist du wieder bei mir? Nicht wahr, du gehst nicht mehr von mir? O, tote sehnte ich mich nach dir! Wie zählte ich die Tage, Ja die Stunden deiner Ankunft. Jetzt bist du wieder da, mein Goldherzchen! Geh jetzt und mache es dir bequem. Du wirst von der Reise müde sein. Ruhe dich ein wenig aus, mein Kind, und komme dann zu mir. Und Sie, Frau Leuthold, seien Sie mir herzlich gegrüßt. Haben Sie tausend Dank, daß Sie mit meinen Liebling gesund und munter heimgebracht haben."

Die Damen zogen sich zurück. Auch Edwin verließ das Zimmer und begab sich in sein Arbeitskabinett. Kaum hatte er sich an seinem Schreibtisch niedergelas­sen, als sckn Diener eintrat.

„Was gibt's, Pedro?" herrschte er ihn an.

„Hier ein Brief, Herr Graf, den mir soeben ein alter Mann übergeben hat."

Der Graf bettachtete den Brief von allen Seiten.

„Wo ist der Mann? Hat er dir seinen Namen ge­nannt?"

„Nein, gnädiger Herr. Er gab mir den Brief und sagte, ich sollte ihn sofort dem jungen Herrn Grafen übergeben. Und als ich ihn nach seinem Namen fra­gen wollte, war et wieder spurlos von der Bildfläche verschwunden."

„Es ist gut, Pedro. Doch halt. Du kannst für abends 6 Uhr.meinen „Cäsar" satteln. Ich werde -nach Kronberg reiten. Selbstverständlich begleitest du mich."

,; Als der Diener das Zimmer verlassen hatte, schloß Edwin forgfältig die Tür. Dann öffnete er das Schrei­ben und blickte nach der Unterschrift. Kaum sah et diese, als ihm ein Fluch entfuhr. „Er wagt es also doch, sich mir wieder zu nähern! Alter, hüte dich! Wenn das Maß mir zu voll wird, zerschmettere ich dich. Doch was mag er nur wollen?"

O-fats las den acht Seiten dicht beschriebenen

war vettrttm durch die Herr« Regierung-- und Schul­rat Dr Quehl und Regiemngstat Röttger. Herr Hauptlehrer Witttch-Herleshausen kam in feinem Vor­trag Über das Thema: „Die ländliche FortbildungS- schule als Berufsschule und ihr VerhälMS zur lmid- witti'Smstlicken Winterschule,' zu dem Ergebnis, daß Lc lZidL FottbilduLschule nicht wie die Winter- chule eine landwittschastliche Fachschule sein dürfe S ein weiteres Referat über Jugendfürsorge W« M “»LÄ, "

liebenswürdige Richtigkeiten.

Es wäre z. B. viel interessanter zu erfahren, welche Auslegung die provisorische Regierung der von ihr verkündet« Preßfreiheit gibt, denn als solche kann es doch nicht gelten, daß den portugiesischen Geltungen untersagt wird, über irgend Welche Gerüchte, die im Zusammenhang mit tatsäch­lichen oder erfundenen Ruhestörungen im Norden stehen, zu berichten, ober wenn unter Androhung so­fortiger Unterdrückung verboten wird, ein Manifest >e§ Hauptmanns Paiva Concetro zu verösfent- ichen, eS werde kein« Zmsur ausgeübt, verträgt sich chlecht mit der Tatsache, daß unsere Telegramme wrchschnittlich eine Verspätung von etwa vier bis fünf Stund« erleiden, da vor Weitergabe das ^Einverständnis des Ministers eingeholt ! Wird. Ja sogar, man mutete mir dieser Tage zu, iinich über die Abfassung einer Depesche vorher jnit dem Minister zu verständigen!! Auch anderen ! Kollegen wurde ein ähnliches Ansinnen gestellt. Bei einem derartigen Verhalten darf sich die Negierung Nicht wundern, wenn wir ihre Maßnahmen mit einem 'gewiss« Argwohn betracht«. Man kann uns gewiß Nicht nachsagen, daß wir die Republik nicht mit gro­ßem Wohlwollen ausgenommen haben. Denn ihre Ankunft verhieß eine neue Aem für Portugal. Nun kommen aber Tag für Tag hier Dinge vor, die die Schwäche der Regierung zeigen.

Auch die Tumulte In den Provinzen legen ein beredtes Zeugnis dafür ab, tote „zufrieden" das Volk ist. genter muß die nicht wegzulmgnende Tatsache beachtet werden, daß im ganzen Land

Verfassung beS Königreich» Preußen. 8«. (72 S.) 40 Pfg., postfrei 45 Pfg. VolksvereinS-Ver- lag G. m. b. H. M.-Gladbach. ’

Durch Heft 12 „Verfassung des KSnig. reichs Preußen" hat dieStaatsbürger-Bibliothek einen ebenso erfreulichen wie notwendigen Zuwachs erhalten. Es fehlte schon feit langer Zeit an einer kurz« und klaren Darstellung des hier so vortreff- lich behandelten Stoffes. Der Verfasser stützt sich in der sehr übersichtlich gehalten« Schrift auf bestes Quellenmatettal und weiß mit großer Sachlichkeit gedrängte Form und leicht verständliche Ausdrucks weife glücklich zu verbind«. Ein gut durchgeführt« Sachregister erleichtert das Studium des auch gerade als Nachfchlage-Werkchen brauchbaren HefteS. Im ganzen eine gute und zweckdi«liche Arbckt. t

pflegen erfahr«« Herren nichl T»* eSJwsPSr? ohne eine Schachtel SBnbett«, Tabletten zu geh«. Wer zu WWCT Erkältung neigt hat kein beffetel

Mittel, um Hust« und Heiserkeit die durch die Anstrengung der Stimme meist noch be> sördett wird, rasch und gründlich zu vertreib«. Die Schachtel mit nahezu 400 Tabletten kostet in all« Apotheken nur 1 Mk. Niederlagen in Fulda: Kuger- Kpetüeke, Kof-tzpoißeie und ^ö»e«.Apottek«.

tätskolonne ...-------—« ■ . -. । <

den Händm'de^Her« Kreisarzt'Dr. ST liegen, I wurde der'Arm abgerissen, ein dritter fast ganz ge- d§Borsitz«de/Äckft.^Jn Fttch«szeiten leffttt | 3ur Verdesi-Affäre wird «iS Rom noch gemck- Ä“«?*"' M-nsch-u°nI-mmümg,n «■

f. to. ihre H"se. gcheimnisses zu reden. Der Beichtvater Verdesis, Pa-

~ I ter Bricarelli, hat gegen Verdefl, der ihn der Ver-

letzung des Beichtgeheimnisses beschuldigte, Klage auf

VCrnilfU't»5« , Verleumdung erhoben, ebenso gegen jene Rettungen,

* Hinrichtung. In Gleiwitz wurde am Mittwoch welche die Verlmmdung verbreitet«. Das ist lebhaft morgen der Bahnarbeiter K e m p o, der seinem Kol- $u begrüß«.

legen, dem Weichensteller B i a l l a s ans Seßnitza, -------

die Hände auf den Rücken gebunden und ihm die Kandel und ^udnstrie.

Kehle durchschnitten hatte, enthauptet. , »Uv J 1

* Der Brand im Rathaus zu Schaerbeck rft, wie & 8trijn, 20. April 1911. Die Börse zeigte jetzt feststeht, an sieben verschiedenen Heute wieder größere Lebhaftigkeit, welchen Um« Stellen angelegt worden. Die Verhaftung eines sch^ung vor allen Dingen die Haltung der Rewyorker der Brandstiftung Verdächtigen steht unmittelbar dürfe hcrbeigeführt hatte. Bald stellte sich aber gxpor . wieder eine erhebliche Abschwächung ein, die vom

♦ Die Zigeunerplage wird in einzelnen Gegenden Montanmarkte ausging und schließlich fast aue Schlesiens geradezu unerträglich. Ganz veson-1 Marktwerte beeinflußte.

berS trifft dies im Landkreise Oppeln zu wo in der Märkte.

letzt« Kreistagssttzung der Landrat zu dieser Angele« # ~~ .gll Iuf bem heutigen

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ner Herr zu werden, bat der Landrat die einzelnen I Gemeinden, zur Selbsthilfe zu greifen, beim Erscheinen der Zigeuner die Sturmglocke zu läuten und sie gemeinsam zu hertretben. Nur auf diesem Wege könne sichere Abhilfe geschaffen werd«.

♦* Ein Ballon über einem Wuldbrand. In eine eigenartige und nicht ungefährliche Lage kam am Ostermorgen der Ballon „Saarbrücken der Sek­tion „Sam-Mosel" des Niederrheinischen Vereins für Lustfchiffahrt, der mittags ^»12 Uhr in ^^tmafenS zu feiner zweiten Fahrt aufgeftiegen war. Der Ballon überflog bei prachtvollem, sonnigem Wetter das ganze Psälzerwaldgebiet und gelangte gegen 12 Uhr mittags in die Nahe von Neustadt a. d. Haardt, wo das | Haardtgebirge zur oberrhcknischen Tiefebene abchllt. In diesem Nandgebirge wütete feit dem frühen Vor­mittag ein großer Waldbrand, der über 150 Morgen Kiefernwald der Gemeinde Hambach vemichtete und erst gegen 4 Uhr nachmittags gelöscht werden konnte. Der Ballon näherte sich dem Waldbrandgebiet in west- nordöstlicher Richtung in einer Höhe von etwa 1500 Metern und befand sich bald über demselben. Von dem Ballon aus gesehen schien der Waldbrand zu beiden Seit« einer großen Straße zu wüten; die brennende Waldfläche bot ein« schaurig-schön« An­blick Da dem Ballon durch diehochindieLuft geschleuderten Funken Gefahr drohte, indem die mit 1600 Kubikmeter Gas gefüllte Kugel hatte anbrennen und explodieren können, so ging der Ballon­führer, Oberleutnant Leeb, von 2Ö20 Meter Höhe auf 2200 Meter hinauf, sodaß der Ballon den Waldbrand ungefährdet überflog. Der Ballon gelangte m 2300 Meier Höhe über die Rhetnebene, um seine Fahrt über Heidelberg ins Neckartal sortzusetz«. Von den zahl­reich« Touristen, die am Waldbrandgebiet weilten, ; wurde das Ueberfliegen des brennend« Bergwaldes .. durch dm Ballon mit Interesse beobachtet. Wie eine > silberne Kugel schwebte der Ballon in majestätischem J Fluge über das knisternde und sprühende Funken-

= Die gegenwärtige Lage in Portugal.

t lieber die jetzigen Zustände in der neuesten .Republik entwirft ein Korrespondent der ,Frankf. Ztg/, der im übrigen mit dm portugiesischen Machthabern sympathisiert, ein intereffantes Bild, dem wir folgende Züge entnehmen:

„Als ich, vierzehn Tage nach der Ecklärung der Republik, Portugal vom Süd« bis zum außeftten Morden bereiste, um mit ein Bild darüber zu mach«, lute der Regierungswechsel im Volk aufgenomm« worden ist, stieß ich überall auf dieselbe Haltung-, höchst wohlwollende Erwattung. Selbst die Kreise, die sich sagen mußt«, daß sie unter der republikanisch« Herrschaft nut zu verlier« hatten, gaben ihrer Genugtuung über d« Sturz der Monar­chie unverhohlen Ausdruck, von der überall verbrei- teten Meinung ausgehend, daß es nicht schlechter werden könne, als es in den letzten Jahr« war. Zu dieser allgemein günstig« Ausnahme gesellte sich eine Außerordentlich vorteilhafte ökonomische Konjunktur: »ie Ernten der beiden letzten Jahre wa­ten so vorzüglich, daß keine Einfuhr von Getreide Aotig war; der Handelsvertrag mit Deutschland übte seine Wirkung auf Hebung des Weinexports aus, und die Kolonialwaren, nament­lich Kautschuk, stiegen auf dem Weltmarkt bedeu­tend im Preise. Zu dies« natürlichen Um­stünden gesellte sich die Haltung der Mächte, die der Sturz der anerkanntermaßen faulen Monarchie nicht dUyitief schmerzte. So vereinigte sich alles, um der {ungen Republik ein ungestörtes Dasein irophezeihen zu können.

Allzuschnell aber hab« sich die schwachen Seiten der zur Regiemng berufenen Männer herausgestellt. Ter Minister des A«ßcren erklärte mir zwei Tage 'nach Proklamiemng der Republik, eine der erst« Maßnahmen der provisorischen Regierung werde in der Vornahme der Wahlen besteh«. Heute, g e - nau sechs Monatenachjener Erklärung, ist noch nicht einmal das Datum derselben endgültig festgesetzt. Dafür hat die Regiemng eine Reihe teils unnötiger, teils verfrühter Gesetze einge­führt, und nun macht sich im Volk eine stets wei­ter greifende Unzufriedenheit bemerk­bar, über die alle Erklärungen, die Dr. Machado uns bei dem wöchentlichen Empfang macht, nicht Hinweg­täuschen dürfen. Was uns der Minister sagt, sind