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; 2. Blatt.
vruik wnb Verlag der ^ulbcer AetiendruLriel in Zulba.
X Die Katholiken und das Landratsamt in Preußen.
In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 17. Januar hat der Abg. Dr. Porsch den Minister des Innern darauf aufmerksam gemacht, „daß eine Uebersicht darüber, wessen Glaubens die höheren Staatsbeamten sind, für einen gesunden Ersatz un- feres Beamtenkörpers noch viel wichtiger wäre, wre »ie von ihm gegebene Statistik über die bürgerliche »der adelige Herkunft". Wir wissen nicht, ob der Minister geneigt sein wird, die so verlangte Statistik zu geben. Jedenfalls muß sie wohl außerordentlich viel Zeit beanspruchen, da augenscheinlich im Ministerium des Innern nicht die mindesten Vorarbeiten für eine solche Statistik vorhanden sind. Es ist fa immer von seilen der Regierung behauptet worden, daß es bei der Annahme zur Regierungslaufbahn und der Beförderung ganz gleich sei, ob einer Katholik ober Protestant sei. Wenn die Protestanten vorgezogen und die Katholiken zuriickgesetzt erschienen, so Ivar das immer ausschließlich „Zufall". Niemals war selbstverständlich in den Akten nachgesehen worden, ob ein Kandidat katholisch oder protestantisch war, und immer fiel ebenso selbfwerständlich die Wahl auf den protestantischen Mitbewerber, natürlich nur deshalb, weil dieser an Verdienst und Tüchtigkeit den katholischen Mitbewerber überragte. Es ist demnach wohl klar, daß int Ministerium in den Akten absolut keine Notizen über die Konfession zu finden sein können.
Umsomehr wird es dem Herrn Minister willkommen sein, wenn ihm ein Teil dieser Arbeit ab- genommen wird. Das tut die „Köln. Bztg." Einer threr Mitarbeiter hat sich der Mühe einer solchen Statistik unterzogen und legt sie der Oeffentlichkekt vor. Der Verfasser beschränkt sich einstweilen auf eine Statistik der Konfession der Landräte, berücksichtigt also nur die landrätliche» Kreise mit Ausschluß der Stadtkreise, denen frei gewählte Bürgermeister vorstehen. Auch die Einwohnerzahlen der Regierungsbezirke beziehen sich_ ausschließlich auf die Einwohnerzahlen der landrätlichen Kreise in diesen mit Ausnahme der Stadtkreise.
Provinz O st p r e u ß e n.
». Regierungsbezirk Königsberg 551000 «v. und 110000 kath. Einwodner in 14 Kreisen. Sämtliche Landräte sind evangelisch. Die Kreise Brauns- berg und Heilsberg sind überwiegend katholisch. Seit Menschengedenken ist in diesem Kreise kein katholischer Landrat gewesen.
b. Reg -Bez. Gumbinnen 522000 ev. und 8000 kath. Einwodner in 12 Kreisen. Sämtliche Landräte find evangelisch.
c. Reg.»Bez. Alienstein 756000 ev. und 121000 kath. Einwohner in 9 Kreisen. Sämtliche Land- räle mit einer einzigen Ausnahme sind evangelisch. 2 Kreise haben überwiegend kathol. Bevölkerung: Allenstein und Rössel. Auch in diesen Kreisen ist seit Menschengedenken kein kathol. Landrat gewesen.
Provinz Westpreußen.
x. Reg.-Bez. Darrzig 202000 ev. und 280000 kath. Einwohner in 10 Kreisen. Sämtliche Landräte sind evangelisch. Bon den 10 Kreisen sind 7 mit Überwiegend kath. Bevölkerung. In diesen sämtlichen Kreisen ist seit Menschengedenken kein kathol. Landrat gewesen.
b. Reg -Bez. Marienwerder 369 000 «v. und 469000 kath Einwohner. Bon den 15 Kreisen sind 9 mit überwiegend kathol. Bevölkerung. Sämtliche Landräte sind evangelisch. In sämtlichen überwiegend kathol. Kreisen ist seit Menschengedenken kein katholischer Landrat gewesen.
Provinz Brandenburg.
a. Reg.-Bez. Potsdam 1393« 00 ev. und 84000 kalh. Einwohner in 14 Kreisen. Sämtliche Land» täte s in d evangelisch.
!>. Reg.-Bez. Frankfurt a. Oder 916000 ev. und 45000 kath. Einwohner in 17 Kreisen. Sämtliche Landräte sind evangelisch.
Provinz Pommern.
a Reg.-Bez. Stettin 233008 ev. und 10000 kath. Einwohner in 12 Kreisen. Sämtliche Landräte sind evangelisch.
b. Reg.-Bez. Köslin 552000 ev. und 17000 kath. Einwohner in 12 Kreisen. Sämtliche Landräte sind evangelisch.
c. Reg.-Bez. Stralsund 181 000 ev. und 7180 kalh. Einwohner in 4 Krei'en. Sämtliche Landräte find evangelisch.
Provinz Posen.
a Reg.»Bez. Posen 299 000 ev. und 896000 kath. Einwohner in 27 Kreisen. Sämtliche Kreise haben überwiegend katholische Bevölkerung mit einziger Ausnahme von Meseritz. Bon den Landräten sind 25 evangelisch und 2 katholisch.
b. Reg.-Bez. Bromberg 258000 ev. und 399000 lach. Einwohner. Bon den 13 Kreisen haben 9 überwiegend katholisch« Bevölkerung. Sämtliche Land- räte find evangelisch.
Provinz Schlesien.
a. Reg.-Bez. Breslau 691000 ev. und 537000 kath. Einwohner in 23 Kreisen. 5 Kreise haben überwiegend katholische Bevölkerung. Sämtliche Landräte sind evangelisch.
b. Reg.-Be^ Liegnttz 805000 ev. und 178000 kath. Einwohner in 19 Steilen. Ein KreiS, nämlich der Kreis Landeshut, hat überwiegend katholische Bevölkerung. SämtlicheLandräte sind evangelisch
c. Reg.»Bez. Oppeln 135000 ev. und 1600000 kath. Einwohner in 19 Kreisen. Sämtliche Kreise haben überwiegend katholische Einwohner, mit Ausnahme von KreiS Kreuzberg. Bon den 19 Landräten sind 16 evangelisch und 3 katholisch.
Provinz Sachsen.
a. Reg.-Bez. Magdeburg 826000 ev. und 56000 kath. Einwohner in 14 Kreisen. Sämtliche Land- räte sind evangelisch.
b. Reg.-Bez. Merseburg 960 600 ev. und 11000 kath. Einwohner in 16 Kreisen. Sämtli che Laud- räte sind evangelisch mit einer Ausnahme.
c. Reg.-Bez. Erfurt 241000 ev. und 92000 kath. Einwohner in 9 Kreisen. 2 Kreise haben überwiegend katholische Bevölkerung, nämlich Kreis Heiligennadt und Kreis WorbiS. Sämtliche Landräte sind evangelisch.
Provinz Schleswig-Holstein.
a. Reg.-Bez. Schleswig 1034000 ev. und 18000 kath. Einwohner in 20 Kreisen. Sämtliche Landräte sind evangelisch mit einer einzigen Ausnahme.
Provinz Hannover-
a. Reg.-Bez. Hannover 347000 ev. und 14000 kath. Einwohner in 11 Kreisen Sämtltche Landräte sind evangelisch.
b. Reg.-Be^ Hildesheim 397000 ev. und 72000 kath. Einwohner in 15 Kreisen. 2 Kreise haben überwiegend katholtsche Bevölkerung: Duderstadt und Hildesheim. Sämtliche Landräte sind evangelisch.
c. Reg.-Bez. Lüneburg 389000 ev. und 11 0'0 kath. Einwohner in 13 Kreise». Sämtliche Landräte sind evangelisch.
d. Reg.-Bez. Stade 387 000 ev. und 14000 lach. Einwohner in 14 Kretsen. Sämtliche Landräte sind evangelisch.
e. Reg.-Bez. Osnabrück 123000 ev. und 164 COO kath. Einwohner in 10 Kreisen. Die Hälfte der Kreise hat überwiegend katholische Bevölkerung. Bon den 10 Landräte n sind 7 evangelisch und 3 katholisch.
k. Reg. Bez. Aurich 217000 ev. und 8000 kathol. Einwohner in 6 Kreisen. Sämtliche Landräte sind evangelisch.
Provinz Westfalen.
a. Regierungsbezirk Münster 576000 kathol. und 111000 ev. Einwohner in 10 Kreisen. Sämtliche Kreise haben überwiegend katholische Bevölkerung mit alleiniger Ausnahme von Kreis Tecklenburg. 8 Landräte sind katholisch, 2 Landräte sind evangelisch.
b. Regierungsbezirk Minden 390000 evang. und 219 000 kathol. Einwohner in 10 Kreisen. Die Halste der Kreise hat überwiegend katholische Bevölkerung. 6 Landräte find evangelisch, 4 Landräte sind katholisch.
c. Regierungsbezirk Arnsberg 773000 evang. und 623000 kathol. Einwohner in 18 Kreisen. Bon den Kreisen haben sieben überwiegend katholtsche Bevölkerung. 14 Landräte sind evangelisch, 4 Land- räte sind katholisch.
Provinz Hessen-Nassau.
a. Regierungsbezirk Kassel hat 22 landrätliche Kreise. Diese haben 610 COO evang. und 137000 kath. Einwohner. Drei Kr-ise haben überwiegend katholische Bevölkerung, nämlich Kreis Fulda mit 46000 Katholiken gegen 4000 Evangelische, KrciS Gersjeld mit 12000 Katholiken gegen 8C0O Evangelische und Kreis Hünfeld mit 15 000 Katholiken gegen 7000 Evangelische, sämtliche Landräte find evangelisch.
b. Regierungsbezirk Wiesbaden hat 15 landrätliche Kreise. Diese haben 379000 evang. und 287 000 kalh. Einwohner. Bon den Kreisen haben sechs überwiegend katholische Bevölkerung. Höchst, Limburg, Obertaunns- lreis, Unlerwefterwaldkreis und Westerburg. Sämtliche Landräte sind evangelisch.
Rheinprovinz.
a. Regierungsbezirk Koblenz, 228 000 evang. und 430000 kath. Einwohner. Bon den 13 Kreisen find neun mit überwiegend katholischer Bevölkerung. Bon den Landräten sind zehn evangelisch und drei katholisch.
b. Regierungsbezirk Düsseldorf, 488 000 evang. und 964000 kalh. Einwohner in 15 Kreisen. Bon den 15 Kreisen haben zwölf überwiegend katholische Bevölkerung. Bon den Landräten find sieben evangelisch und acht katholisch.
c. Regierungsbezirk Köln 95000 ev. und 478000 kath. Einwohner in 10 Kreisen. Bo» den 10 Kreisen
haben 8 überwiegend katholische Bevölkerung. Bon den Landräten sind 2 evangelisch und 8 katholisch.
d. Regierungsbezirk Trier 176000 ev. und 700000 kath. Einwohner in 12 Kreisen. Sämtliche Kreise haben überwtegend katholtsche Bevölkerung. Bon den Landräten sind 6 evangelisch und 6 ka- lholifch.
e. Regierungsbezirk Aachen 16000 ev. und 479000 kath. Einwohner in 10 Kreisen. Sämtliche Kreise haben überwiegend katholische Bevölkerung. Sämtliche Landräte sind katholisch.
Hodenzollern-Stgmartngen 3000 evang. und 64000 kath. Einwohner in 4 Kreisen. Bon den Ober- amtmännern sind 1 evangelisch und 3 katholisch.
Diese Zusammenstellung spricht für sich selber: in 21 Regierungsbezirken sind alle Landräte evangelisch, in nur einem sind sie sämtlich katholisch, in 14 sind sie teils evangelisch, teils katholisch. Sogar in vier Provinzen sind sämtliche Landräte evangelisch, dagegen in keiner einzigen sämtliche Landräte katholisch. Die erstgenannten Provinzen sind Westpreußcn, Brandenburg, Pommern, Heffen- Nassau. Von diesen hat Westprcußen eine katholische Mchrheit der Einwohner.
Das Ergebnis ist: 315 überwiegend evangelische Landkreise, "dagegen 419 evangelische Landräte,' 172 überwiegettd katholische Landkreise, dagegen nur 65 katholische Landräte. (3 Landratsämter sind unbesetzt; wie man sie anrechnen will, verschlägt nicht viel.)
Merkwürdige Ergebnisse würde auch liefern eine Zusammenstellung der Ernennungen katholischer und evangelischer Landräte in den einzelnen Jahren. Wir konnten sie nicht int ganzen beschaffen, wohl aber eine Uebersicht nach den Ernenmmgs- jahren der heute int Amt befindlichen Landräte. Diese läßt aber wohl einen Rückschluß zu.
Von den 484 heute int Amte befindlichen Land- röten wurden ernannt (von zweien ist uns das An- stellungsjahr nicht bekannt):
I» den Jahren Evangelische Katholiken 1871-1885 .... 24 1
1886-1900 .... 156 41
1901-1911 .... 238 22
418 64
Wie sich aus dieser Tabelle ergibt, sind nach Beendigung des Kulturkampfes die Katholiken zunächst wieder etwas mehr zu ihrem Rechte gekommen. Seit Beginn des neuen Jahrhunderts erscheinen die Katholiken wieder aufs stärkste zurückgedrängt.
Es ist Recht uttd Pflicht des gesamten katholischen Volksteils, mit aller Energie dahin zu streben, daß die Verhältnisse sich ändern. Diese Pflicht trifft in besonderer Weise den katholischen Adel, iveil dieser nunter noch größere Möglichkeiten für sich hat wie die katholischen Bürgerlichen. Aber auch diese habcu allen Anlaß, mit vollem Nachdruck sich ihre Stellung zu wahren. Was den evangelischen Bürgerlichen recht ist, muß den katholischen billig sein. Vor Schwierigkeiten darf ntan nicht zurückschrecken. Uebrigens haben tüchtige jnuge Katholiken, mögen sie adeliger oder bürgerliche- He-kttttft sein, gegenwärtig gar nicht so schlechte Aussichten, wenn sie nur immer etwas mehr lctften, etwas eifriger und zuverlässiger sind als ihre evangelischen Konkurrenten.
Wer nicht Landrat war, wird nicht leicht Regierungspräsident oder gar Oberpräsident. Es ist daher der reine Hohn, wenn den Katholiken vorgeworfen wird, daß sie nicht die nötigen Kandidaten böten für triefe höheren Posten. Läßt mau die Ka- tholiken nicht itt Landratsstellen gelangen, so schafft man damit selbst die Lage, daß die Katholiken nur wenige Kandidaten für höhere Posten bieten. Wer es aber zum Landrat gebracht hat, dem ist die Karriere frei, wenit er sich auch etwas größeren 2: wIrrigkeiten gegenüber befindet. Es muß daher in erster Linie das Bestreben sein, aus dem geradezu unerträglichen Mißverhältnis herauszukommen, welches bei der Besetzung der Lattdratsämter besteht, und voraussichtlich auch noch Weiler bestehen wird, wenn nicht die Katholiken alles aufbieten, um hier endlich gründlich Wandel zu schaffen.
Amt Geisa und Umgebung.
* Gehaus, 19. April 1911. Den fleißigsten und bravsten Schulkindern, etwa 30 an der Zahl, hat die Gräfin Karl zu Boineburg eine hübsche Ostersrrude bereitet. Sie lud dieselben znm Eiersuchen in den Park ein, wozu die so Ausgezeichneten sich natürlich gern einstellten.
* AuS der Vorderrhön, 20. April 1911. Die Arbeiten zum Bau der Kleinbahn Hersfeld- Heimdoldshausen, mit denen vor einigen Wochen begonnen worden ist, schreiten rüstig vorwärts. Abgesehen von dem wirtschaftlichen Nutzen, den die Bahn dringen wird, dürfte fie auch für dea Touristen landschaftliche Schönheiten erschließen, so z. B. den intereffanten Landecker, jenen Tafelberg, der nördlich der Bahn liegt, und den südlich der Bahnstrecke liefen Den Soisberg. Bon letzterem Berge aus, der übr.gens aucb einen hölzernen Turm auf dem Gipfel aufzuweiseu hat, hat man einen herrlichen Rundblick. Auf der Strecke Hersfeld-Heimboldshausen sollen errichten werden ein Bahnhof in Schenklengsfeld, die Haltestellen Sorga, Mallomes, Ransbach, sowie die Haltepunkte Schenksolz und Wehrshausen.
Aus Gberhessen u» -en Hess. Remtern.
* Reukirchen, 19. April 1911. Bei dem schönen Wetter ward» gestrige Ostermarkt außerordentlich stark besucht. Auch Fremde waren zahlreich anwesend, die namentlich den schönen Schwälmer- tanz bewunderten. Ein prächtiges Bild bot es, wie die Jugend der einzelnen Schwalmvörfcr in geschlossenem Zuge singend anrückke. Voran die hoch-, gewachsenen Burschen, dann die Mädchen, wie es alte Sitte ist. Die Händler tarnen weniger auf ihre Rechnuug als die Freunde recht völkischer Eigenart. Die nächste Gelegenheit, das Schwälmer Leben zu studieren, bietet sich hier zur Kirmes, dem dritten Pfingsttag.
A Marburg, 19. April 1911. Zu einer impo- janteu Trauerkundgebung gestaltete sich die heutige Beerdigung des auf so traurige Weise ums Leben gekommenen Landtagsabgeordneten Geh. Reg.-Rals Landrats v. Regeiein. In dem Leichenkondnkt, dem die Jägerkapelle voranschritt, bemerkte man viele anSwärtige hohe Beamte und Militärs, u. a. Oberregierungsrat Ries v. Schcuernschloß aus Raffel und General Jacobi aus Berlin, ferner waren in dem Zuge etwa 60 Kriegervereine mit Fahnen, sämtliche Feuerwehren, Abordnungen studentischer Korporationen von hier und Straßburg, sowie! Hunderte von Bürgern und Landwirten vertreten.. In Marburg hatte man bis jetzt ein derartiges Leichenbegängnis noch nicht gesehen.
* Holzhaufen (Str. Kirchhain), 18. April 1911. Gerade zu der Zeit, da im nahen Amöneburg der diesjährige Kreisfeuerwehrtag adgehalten wurde, brannte hier die Scheune des Landwirts D. nieder« Zwei Schweine wurden tödlich verbrannt.
* Ziegenhain, 19. April 1911. Das Dorh Betzigerode wird in Kürze eine Wasserleitung erhalten. Seitens der Behörden sind der Gemeind» reichliche Zuschüsse zugesagt.
* Neustadt, 19. April 1911. Nach der Uebersicht über den Geschäftsbetrieb und die Ergebniffr der hiesigen städtischen Sparkasse befanden sich am Schluffe des Rechnungsjahres 1910 1422 Einlagebücher im Umlauf. Die Einlagen betragen 1574799,73 Mk., im Vorjahre 1569986,92 Mark. Ter Reservefonds hat die Höhe von 108305,41 M. erreicht. Der Reingewinn beträgt 7328,88 Mk., die Verwaltungskosten betragen nur 1983,35 Mark.
::: tzimmclsberg (Str. Kirchhain), 19. April 1911. Ein langgehegter Wunsch der hiesigen Gemeinde und der Gemeinde Burgholz geht seiner Erfüllung entgegen, da die Verhandlungen über die Anlegung einer Haltestelle an der Wohratalbahn, zu welcher die Arbeiten in Kürze beginnen, dank dem Entgegenkommen der Kgl. Eifenbahn- direktion zu Kassel einerseits, den Bemühungen unseres verehrten Herrn Landrats zu Kirchhain und der Vertretung beider Gemeinden anderseits, für die beiden Orte günstig zu Ende geführt worden find. Die Zeichnung für die Haltestelle-Anlage liegt im Bürgermeisteramt zur Einsicht der Beteiligten offen. Wenn auch durch Anlegung dieser Bahn für den Kreis große Kosten entstehen und den Grundbesitzern ihre Felder vielfach sehr durchschnitten werden, so ist doch nicht zu verfemten, daß die Gemeinden im und am Wohratal in ihren Verhältnissen sich bessern. Die Gemeinde Himmelsberg, die bis zur Station Kirchhain eine Stunde Weges hatte, wird bis zur neuen Haltestelle kaum zehn Minuten haben; Burgholz, jetzt l‘/i Stunden, die Gemeinden Haledors und Wohra 1- 3 Stunden von der Bahn entfernt, werden nunmehr in neuzeitlicher Weise durch die Bahnanlage an den Verkehr angeschloffen.
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