Zeitung
«fuldaer
Deutsches Reich.
andere.
Rus Uirche und Schule.
Amt Geisa und Umgebung.
WrÄs und der Schweiz, em üderstcktliches
nar ab.
Im Jahre 1892 reichten selbstverständlich diese Säle nicht mchr aus, um die Menschenmenge auf- zunchmen, die alljährlich zu den Versammlungen
* QUm Kapitel der „Heuchelei". Die Finanzreform gab der hnksstehenveu Presse Beran- lassunq, ihre Künste zu zeigen im Ver hetzen und Belügen des Volkes. Es kam nicht selten vor, dak irgend eine Steuer drei- bis fünfmal fo hoch _ _ . 11» r.* in QQirf i trhFott Ynrtr
Bild über die hervorragenden 1 . Ijschen Kranlenpstege und Cbarnas grvt.
Mainz als Festftadt
her 58. Generalversammiunc, der Katholiken Deutschlands. (6. dis 10. August 1911) Mainz im April.
Rheinstrome gelegen, ver- dmgs nicht zutreffende Erhöhung „vorbereüel" --------- «.-K. i roQ^ fonnle man es den Brauereien usw. nicht allzusehr verdenken, wenn sie sich die knaUrot- rosarote „Volksaufklärung" zum Besten ihrer eigenen Tasche zunutze machten, liebet d n günstigen Geschäftsgang einiger Großbrauereren un Jahre 1910 berichtet die fozialvemokrawche .Schleswig-Holsteinische VolksztgA und bemerkt
sttömt und man mußte die Stadthalle, einer der größten Säle Deutschlands, benutzen. Unterdessen ist die am Rheinufer gelegene prächtige Halle durch Anbau von Terrassensälen ganz bedeutend vergrößert und monumentaler gestaltet worden Gegenwärtig e^ält ibr Inneres ein neues Gewand. Somit wird die 58. Generalverfamm- lung der Katholiken Deutschlands nicht nur ein ausreichendes, sondern auch ein so glänzendes ^Versammlungslokal erhalten, wie es Wohl wenige Katholikentage gehabt haben.
du mich lieben, wi "l du mein süßes, treues Weib
Isolde blieb stehe'. Ihr Antlitz bedeckte eine liebliche Röte Freude, unendliches Glück leuchtlcte aus ihren herrlichen Au.m. Jubelnd warf sie sich an seine Brust. „O, du guter, lieber Edwin", stammelte ie „ich habe dich ja gleich lieb gehabt. Ach, wie weh tatest du mir, als du mich batest, deine Fürsprecherin bei dem Mädchm zu sein. Ich glaubte nicht. daß ich darunter gemeint sein konnte. Jetzt will ich wieder fröhlich sein, weiß ich doch nun, daß deine Liebe nur mir allein gehört. Dein bin ich, dein will ich sein! Edwin, wohin du auch immer gehst, wenn auch bis ans Ende der Welt, ich folge dir als dein treues Weib, das alles mit dir in Liebe ertragen will, Freud' und Leid."
Warren hob Isoldens Köpfchen in die Höhe und bedeckte ihren roten Mund mit heißen Küsten. „Goldenes Mädchen, ich taffe dich nicht mehr von mir. Du bfft jetzt meine Braut, die ich schützen und halten werde wie das kofibaffte Kleinod. Jetzt will ich getrost ankämpfen gegen olle Hindernisse dieser Welt, weiß ich, daß mein kleiner Schntzgeist mir zur Seite steht, für mich betet. Doch eine Bitte habe ich. Wollen wir jetzt noch wenigstens unsere Liebe, unser Verlöbnis nicht geheim halten, bis ich ledig bin des drückenden Geheimnisses, das mir wie ein Schatten folgt? Habe Vertrauen zu mir, geliebtes Kind. Mit Gottes Hilfe hoffe ich bald meine Ausgabe erfüllt zu haben, und dann soll uns der Segen der Kirche für immer vereinigen."
„Edwin, ich habe Vertrauen zu dir. Ich weiß, daß" du nur mich liebst und mich immer lieb haben wirst. Alles, was du tust, ist gut, und ich bin damit zufrieden. Rur versprich mir, dich nicht in Gefahr zu begeben. Denn, du geliebter Mann, jetzt gehörst du mir."
„Habe taufenb Dank, Goldherzchen. Du sollst es nie bereuen, deine Liebe diesem „wilden Indier" ge- schenkt zu haben."
Edwin schloß nochmals Isolden in seine Arme und küßte sie innig. Sie machte sich aber frei und drohte
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Dienstag den U« 2lpril 19U-
58 3at>rrana.
2. Llüii.
Druck und Verlag ter Fuldaer Aetiendrnc'rrei in 5«ida.
stammen. Wie ich weiter erfuhr war er tn dem großen, reichen Geschäftshause Eskobedo u. Sic. als Prokurist beschäftigt und genoß da- volle Vertrauen feines Chefs, der in seiner Zuneigung zu Barbeno ,o . weit ging, daß er ihm antrug, sein Schwiegersohn zu werden Eskobedo hatte einen Sohn Manuels der in ganz Quito als Lebemann bekannt war Dessen Gelage hatten in der Hauptstadt eine gewisse Berühmtheit erlangt. In den feinsten Hotels und Restaurants konnte man Manuel Eskobedo von einer Schar junger Leute umgeben sehen, die nicht wenig seine Freigebigkeit in Anspruch nahmen. Zu den mtunften Freunden dieses jungen Mannes zählte auch Miguel Barbeno, der in der letzten Zeit überhaupt nicht von seiner Seite wich. Der alte Eskobedo sag dieses Freundschaftsverhältnis sehr gern, umsomchr, als es Barbeno verstand, sich bei feinem zukünftigen Schwiegervater ins beste Licht zu stellen. Freilich wußte bie» ser nichts von deffen liederlichem Lebenswandel, und nichts davon, daß er sich stets in Geldnöten befand. Ta war es Manuel Eskobedo, der seinem Schwager stets mit Geld aushalf. Er mußte es ja tun ba sein sauberer Freund Mitwiffer verschiedener schlimmer Streiche war und er mit Recht das Allerärgste zu erwarten haste, wenn fein Vater von ihnen Kenntnw erhielt Eines Tages erhielt Manuel von fernem Voller den Allstrag, nach Valparaiso zu reisen, um dort Ab- schlüsse auf Kaffee zu machen. Im Besitze eurer großen Geldsumme, reiste er mit Barbeno, der ihn begleiten sollte, von Quito ab. Wochen waren seit dieser Zett verstrichen, ohne daß der alte Eskobedo irgend welche Nachricht von seinem Sohne erhalte« hätte. Das beunruhigte ihn keineswegs, da er >a feinen zukünftigen Schwiegersohn in dessen Rahe wußte. Da trat ein Ereignis ein, das die Stadt Quito m nicht geringe Aufregung versetzte. Sn bet Nahe des kleinen Ortes Loja wurde in einem Wäldchen unter Gestrüpp und Steinen die halbverweste Leiche eines Mannes gefunden. Nach der furchtbaren Kopfwunde zu schließen, mußte der Unglückliche errnordet worden sein. Als man die Kleider untersuchte, fand man
‘ nichts weiter vor, als an dem einen Finger einen kost- ; baren Siegelring, der das Monogramm M. E. trug.
Ausland.
" Sieuernachläste für kinderreiche Familien zu er. wirken verfuchcu in Frankreich zahlreiche Ver einwungen, und es scheint, als ob diese Venredungen in cem an Bevölkerungsfch rund leidenden Lande Aussicht auf volle Befriedigung haben. Auf der Parser Invahden-Esvlanade vereimgten sich am SSntag einige tausend Mitglieder die,er Verein-, auna, um Propaganda für ihre Idee zu machen. £ einberufet dieser nicht vorher angemeldeten Versammlung, ^aire, KapttäutmRuyeftandwurde verbacket doch erwirkte eine Abordnung, die beim Ministerpräsidenten erschien, nicht bloß Mmres Freilassung, fondern auch das Versprechen, datz nu Wege der Gesetzgebung für jene Kategorie not- leidender % -mitten das Mögliche geicheo.n solle.
♦ Tas tückische Heer wird dem General v. d.
Goltz zur Feter feinet fünfzigjährigen Mckttmdlenft- zeit durch eine Abordnung em wertvolles Geschenk aus Gold und Silber überreichen, das einen Leucht- lurm darstellt, mit der Inschrift: Das türkische Heer ,einein Lehrer und Bildner.
vs. Geisa, 9. April 1911. Der hiesige Vor" schuß- und Sparverein e. G. tn. u. H. hielt heute seine diesjährige erste ordentliche Generalversammlung ab, die von ca. 80 Mitgledern besucht war. Der Vorsitzende de« AussichtsralS begrüßte den neuen Direktor mit dem Wunsche, daß seine Tätigkeit gesegnet sein möge. Als Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres stellte der Direktor auf Grund des Jahresberichtes fest: Der Reingewinn beträgt 12218,08 Mark, die Bilanzsumme 1162 599,72 Mark. Die Tätigkeit des Vereins ist recht rege gewesen und das Re- fultat als sehr günstig zu bezeichnen. Der Ver- ein kann stolz sein auf sein Ergebnis und mar-
ihm lachend mit dem Fmger. „Herr Rittmeister, hübsch artig fein. Jetzt müffen wir ecken, sonst verlieren wir Bianka und ihren Detter ganz aus den Augen."
Sei eilten unter fröhlichem Geplauder die Allee hinauf, und als sie das Ende des Wäldchens erreicht hatten wurden sie von Bothwell und Bianka bereits erwartet Gemeinsam begaben sie sich nach dem Gott teShause und betrachteten eingehend die herrlichen Holzschnitzarbriten und Malereien Darm wurden die Wagen bestiegen, die die Gesellschaft bald nach Nizza zurückb^achten. Als Mortimer und Edwin an ihrem Hotel anlangten, übergab der Kellner diesem em Tele- aramm. Es war von Kapitän Traugott aus Marseille der für den nächsten Tag seine Ankunft anzeigte Edwin verabschiedete sich von seinem Freunde und begab sich auf fein Zimmer. Er haste das Bedürfnis, allein zu fein, allein mit seinem ihn beglückenden Geheimnis Jetzt, nachdem er sich der Liebe ^soldenS sicher fah erschien ihm die Welt noch einmal so scyon. Was fragte er viel nach Reichtum, nach Ehre und Ruhm, batte er doch die Liebe des besten, edelsten Mädchens errungen. Für seine Isolde wollte er jetzt kämpsm und streiten. Er hatte die Zuversicht, daß ihm nach vielleicht noch schweren, heißem Ringen doch noch der Sieg zuteil würde.
Am nächsten Nachmittag traf Kapitän Traugott in Nizza ein. Am Bahnhof wurde er von Rittmeister Warren erwartet. Nach herzlicher Begrüßung bestiegen sie einen Wagen, der sie in kürzester Zelt nach dem Hotel brachte. Nachdem der Kapitän seine Kleidung gewechselt unb einen Imbiß genommen hatte, begab er sich sofort zu Edwin, um ihm über den Erfolg seiner Reise nach Ecuador zu berichten.
„Ich hatte gar nicht geglaubt, daß es mir gelingen würde, so schnell ein so großes Sündenregister Ihres Doppelgängers zusammen zu bringen. Wir haben es hier mit einem ganz gefährlichen Verbrecher zu tun, der, wie gesagt, schon viel auf dem Kerbholz hat Daß er Miguel Barbeno heißt, wurde mir von der Polizei in Quito bestätigt. Er tft kem Sudamerikaner, fondern ein Europäer, unb soll aus Spanien
dazu:
Während die Arbeiter unter den Nachwirkungen bet 'Finanzreform" furchtbar leiben, rou^en die Gewaltigen bes Alkohottap'tals trotz erheblich »erringeiten Verbrauchs ihren geheiligten Profil, eben durch die unfeltae „Finanzresorin", ganz schön zu steigern. . . . „Fürwahr!" Für einige wenige ist die Flnanzreform eine „nationale Tat"!'
O Ironie des Schicklais!M Durch ihre unvernünftige Hetze haben bte Sozialdemokraten felbft dazu beigetragen, die Stellung des von ihnen oft so grimmig befehdeten Großkapitals ui festigen. Die Schuld daran wird aber dennoch dein „schwarz-b auen Block" zugeschob n, der immer wieder die „Katz' im Haus spielen soll, die aus uftessen bat, was das „Dienstmädchen ! Sozialdemoqrazie Liberalismus" verbrochen hat
— Landsberg a. d. Warthe, 10. April 1911. Der hiesige ganz überwiegend freisinnige städllsche Magistrat und das gleichgesinnte Stadtverordneten - Kollegium haben den vollberechligien An- irag der katholischen Bevölkerung, in den Lehrplan der 46 katholische Kinder zählenden Bürger- und Mittelschule katholischen Reltgions- Unterricht auszuiiehmen, nut Der Begründung abqelehnt, „daß die Geistlichen den Moder- nisteneid geschworen heben". Was die -ands- I beiger sreisinnigen Herrschaften sich dabei gedackft haben, ist uns rätselhaft; sie wollen sich doch nicht etwa zum Richter darüber au;iver;en, tuet den katholischen Religion-»Unlerrtcht zu etlrden I habe unb wie er erteilt werden müfte v Im qatuen em nettes Pröbchen evangelischer Un- wissenheit über katholische Dinge und evangelischer „Toleranz".-Daß es sich hier übrigens nut um einen bloßen Vorwand gehandelt hat, folgt daraus, daß vor 5 Jahren ein gleicher Un- frag auch für die höhere Mäochenjch'.'le obgeiehnt worden ist. Mftqewirkl Hal wohl der bei den Freisinnigen noch nicht verrauchte ost darüber, daß d,e Katholiken des Wählt, eftes Landsberg iWarche)-Soioin bei der letzten Witz! den Ans- schlag zugunsten des fenietvatmen Adg. Amts- getichtsrales HoUfckke gegeben haben. Konser- valioe und Freisinnige hallen sich bet den Wahlen ungefähr die Woge. Ausschlaggebend sind die ! Zentrums - St im n if, früher etwa 1b00, heu.e I vielleicht 2000.
ö" München, 9. chril 1911. In Bay rn ist der kirche,feindlichen Pr le große Freude drrcUcl worben. I Der banerhd e Ku usMinister hat eincu schweren Schlag gegen bu Klöster geführt. Den meinen bat er das R ch: enlzogen, nicht nut wcllllche I Lehreriuneu ai ■i&ilbcn, sondern auch ckofter-
Kaum eine Stadt in unserem deutschen Vaterland liegt geographisch so Sunstig wie das alte Kainz für die Abhaltung einer GeneralverjamiN'
" Am^ M itWhhcln gelegen, bildet es den Schlussel Mittelbeutfchlaud und hat für wette katholische
Gebiete West- und Süddeutschlands eine gentralc Lage Deshalb war es von jeher eine behebteunb gern bevorzugte Kongreßstadt. Die lanbfftltcyen Hleize seiner engeren Umgebung, die Rroglichkett mit der Reise zum Katholikentag den unvergleichlichen Genuß einer Rheinreise zu verbinden, tragen
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einigt Mainz die Vorzüge emer modernen Stadt mitder fesseliiden Anmut, bte die abwechslungsreichen Straßenbilder vergangener Jahrhunderte
^'^Sluf die reiche Geschichte der Stadt Mainz mit I {Brent tausendjährigen Dom und den altehrwur-1 ’btgen Kirchen kann hier nicht näher eingegangen werden. Wie Nord und Süd, so reichen sich hter auch Mittelalter und 'Reuzeit die Hand. Wollte man nur eine Epoche aus der zweitansendiahrrgen Geschichte der Stadt herausgreifen, so würbe einem bte Wahl schwer fallen; sollen wir in bie Römerzech bte Zeit des heiligen Bonifatius, in die Regterungszeit der Erzbifchöfe Bardo und Willigis zuruckgehen, ober auf bie reiche Geschichte der Kurfürsten, die Zeit eines Gutenberg, die Nöten des 30fahrtgen Krieges unb der Franzosenzeit näher eingehen?
(Ls ist das fünfte Mal, baß die Stadt Mainz die Ehre hat, den Katholikentag in ihren Mauern zu beherbergen. Als 1848 der „Volker-1 frühlina" neben manchem später als unsinnig Erkannten auch wertvolle Rechte und Freiheiten für das deutsche Volk gebracht hatte, da beeilten sich auch die Katholiken, „bie neu errungene Freiheit der Versammlung und Vereinigung, der Rede und Presse, mit Entschlossenheit in bie Hand zu nehmen unb sich ihrer zugunsten ber ^ehSfim und I der Kirche zu bedienen", wie es in dem Bericht über | die erste Generalversammlung heißt.
An äußerem Umfang konnte sich bie erste Generalversammlung, bie in Mainz stattfand, mit denen von heute zwar nicht meflen; aber eine Reihe glänzender Namen — sei es, daß sie damals schon ober daß sie später glänzten — waren vertreten. Wir neunen nur Professor Ritter von Buß, ber ber Versammlung präsidierte, Frhrn. v. Andlaw, Bccktzer Baudri, "Döllinger, Förster, der spätere Fürstbischof von | Breslau, Reichensperger, Roßhirt, Lassaulx, Dr. Sepp, Beda Weber, Heinrich, Moufang, und vor allem der Mann, den der diesjährige Katholikentag besonders ehren soll, Freiherr Wilhelin Emmanuel v. Ketteler, der damals Mitglied ber Frcmk- furiev Nationalversammlung war. Dieser weitt toauenbe Kirchenfürft bezeichnete tm Jahre 1848 als die schwerste Frage, die bei allen gesetzlichen Bestimmungen, bei allen Staatsformen noch nicht gelöst ist, die soziale Frage. Trotzdem man in den ,-°3 Jahren, die seitdem verflossen sind, unermeßliche ! Rühe auf diese Frage verwandt hat, gelöst ist sie mch heute noch nicht.
Schon 1851 tagten die Katholiken abermals in Mainz Es war die fünfte Versammlung, und sie fand vom 7. bis 10. Oktober unter dem Vorsitz des Oberlandesgerichtsrats Ritter v. Hartmann aus Linz a D. statt. Dann dauerte es 20 Jahre, bis unmittelbar vor Ausbruch des Kuiturkampses int ftabre 1871 wieder eine Generalversammlung, die 21., vom 10. bis 14. September in Mainz unter dem Vorsitz des ©tabtrats Baubri ans flöht abge- halien wurde. Damals genügte für die Versammlung noch der Saal des „Frankfurter Hofes"; die Ausschüsse hielten ihre Sitzungen im Prieftersemr-
Aus dem Nachbargebiete.
♦ öfinfdb, 10. April 1911. In Habel schwcrdf k Schlesien, hat vor kurzen die Lehrerprüfung ves ersten Ostmarkenlursus stackgeiunden, der zu Hünfeld 1905 gegründet worden war. Von den 25 Prüflingen bestanden 20, barunter bie 1 Braun-Amöneburq, Deppe-Duberstad", Flecken Reuies (Freigericht, Gerbard-Rasvorf, Hoymann- Oberufhausen, Sondergeld - Oberufhausen, totitv- Somborn, Waider-Dammersbach, Werner.-uahi. Die Lehramtskandidaten werden ivahrschemlich oe.^ östlichen Provinzen überwiesen, worüber da? Vimisterium entscheidet.
* Hanau, 10. April 1911. Der wegen Morde- zum Tode verurteilte Zeug^eldwebel Muller ver, richtete auf Vas ihm zustehende Rechtsmittel bu Reo fion. Bei der erwähnten neuen Untcr]u\inig über Landesverrat handelt es sich um eine der Selbstbezichtigungen Älüllers, die pflichlgemaft unter, sucht werden mutzte, sich aber als harmlos heraus? 1 gestellt hat. - Ratsaffeffor Kep pler ist als zwecke, Bürgermeister von Sonneberg gewählt wäre en.
* Offenbach, 10. April 1911. In einer hiesige, Portesimllefabnk wurden feine Lederwaren tm Be, trage von annähernd 1000 Piark gestohlen. miitmatzliche Täler wurde verhaftet die, Deb,
stahlsasfäre sind ohne Zweisel noch eine Anzahl Hehler verwickelt, nach denen die Polizei fahndet Ter größte Teil der Sachen wurde m Franksurs untergedracht. •
• Frankfurt, 10. April 1911. Im Kampf, mit nächtlichem Gesindel entlud sich de, I Dienstrevoiver eines hiesigen Schutzmann.. Di, Ladung drang einem anderen Schutzmann^ >u de, Unterleib und verletzte ihn schwer. - den, Milchkrieg glauben sich die Landwirte den Sieg ruschreiben zu dürfen. In emer Resolution be< grüßten sie es auf einer Versammlung .mit GermK tuuna, daß der Kampf um den erhöhten Mrlchpreis mit Erfolg durchgesührt ist, und forderten all, Landivirte auf, unter allen Umstanden an dem be< willigten 'Mehrpreis sestzuhalten". Fermr wmd, beschloflen, den Kamps um den erhöhten Mckchpreis
I auch auf Homburg und Oberursel auszudehnen.
* Mainz, 10. April 1911. Infolge emes gering- iüaiaen Tachsluh.brandes entstand hier ras Alarm- geriicht, die'Mainzer Aktiendraueret stehe 'N Flammen. — Die hiesigen Holzarbeiter kun- öigcii ab 1. Mai den seit 1906 bestehenden Taris- vertrag. Die neuen Forderungen gipfeln m dem Verlangen auf vierjährigen Vertrag, Lohnaufbesserung und Verkürzung der Ardeitszeif um zwei Stunden
in Der Woche. ,
* Mainz, 10. April 1911. Bei dem tm Haupt« bahnhofe wohnenden Reg.»Rat Barzen stürzte das 16jährige Monatsmädchen Michel beim Fensterpuhen aus dem 2. Stock ab, durch« schlug das Glasdach des Bahnhofes und siel aus den Bahnsteig, wo c3 lot liegen blieb.
* Schweinfurt, 10. Aprck 1911. Der Kohlenlader Johann Fehn wurde am hiesigen Hauptbahnhof von ber Maschine eines Rangierzuges erfaßt und au die Kohlenladerrampe gepreßt, wöbet ihm der Brustkorb eingedrückt wurde. Der Tod trat nach einer Stunde ein.
licke Lehrerinnen für ben eigenen Bedarf I
itfhen Wollen sie einmal eine Lehrkraft M oas I p- , ‘ in irgendeiner staatlich aueifannten I Anstalt ausbilden lassen, dann brauchen M«1)11 ministerielle Genehmigung, und die wenigen S.o _er, I öenen das Recht, Lehrerinnen auszubtlden gelaffen ut m-.rfpn dies kür das eigene Haus nur tn einem tft, duNfn dies sur o » v Klöster sind
lirfce Wunde di« trän ihnen fchlagt. «)enn ,a . d.e klchtcrlichen Anstalten blühen sollen, nmtz inner- h rn ves Klosters beständig eine größere Anzahl ßie besten ausgewählt weiden können. Halte viet uL; iLr Rtnnt einen 'Jtacbteil davon? Richt der Ä’iSwÄ'wÄSS einriae Lehriraft Verwendung finden. Richt genug.
aenait so wie die in den weltlichen Anftacken vor aebilte en Kandidatinnen abzulegen haben, d e Klöster find zudem einer Aussicht unterworfen, wie ie in keiner staatlichen Anstalt möglich wäre. Es ft dort sozusagen ebne behördliche Genehmigung '^eder einen Schritt zu inicheu, noch
m tun erlaubt. Trotzdem weiden diese AnstaIten noch private" genannt. Privat ist nur das Ausbringen sämtlicher Kosten, öffentltcy dagegen alles
♦ Ter 16. af gemeine Eha-itartag wird vom 25. bis 28. September in Dresden stattsinben. Zur Abhaltung seiner Tagung in Dre-den war Dct Cbarftasverband sowohl vom Herrn Bischof Dr. Sck'äser als auch von der AuSstellungsleckung der Internationalen Hpz eneausstellung, die von Mai bis Oktober stattsiildet, und dem «penn Dbetbürger- meister von Dresven eingeladen worben. Dieser Einladung wurde seitens des Verbanves umso freu- diger entsprocheii, als neben den Beratungen des Charckasiagcs bte große Hygwncausftelhing dea ] EharitaLfrenndeu die neuesten i,ort,chritte au dem acivalligen Gebiete der Hygiene, das sich mit der Charitas so vielfach berührt, ,n Schrift und Bckd zeigen wird. Die Vorbereitimgen des Charitas- laaeS liegen in der Hand eines besonderen Orte- aws.chilftes, an besten Spitze als,Ehrenvorsttzender der Hochw. Herr Bischof Dr. Alois Schäfer von Dresden steh!. In der Jntervalwnalen Hygiene- ausftcUung werden bte Charitasfreunbe vor allem SbtnaKM >«»-», >" '.»rtejet s » » mckerstützt vom Charitasverbande und bcn kranken- pfleaenden religiösen Gciwstenschaften T-ntschlands........... _____
_ . ... - — —em 1 «hielt im Thür. Verband immer noch mit an
SUS 1ÖCV Spitze." Mit diesen Worten des neuen
Ver Erde von Eberstein.
24] Roman von E d uuinb R owak.
„Komteß, Sie tun mir zu viel Ehre an. Was ich einmal getan habe, ist gewesen und war meine Pflicht. Nichts gibt mir das Recht, meine Hand nach dem Kleiiwb auszustrccken, das für mich unerreichbar tft ohne deffen Besitz aber mein ferneres Leben duster und traurig sein wirb. Gnädigste Gräfin, ich habe großes Vertrauen zu Ihnen. Ich liebe ein Wesen nut ber heißen reinen Liebe, die ntein Herz empfindet, freilich hofftiungsloS. Dieses Mädchen, die edelste Frauengestalt, bie ich je gesehen unb kennen gelernt habe, e8 ist für mich unerreichbar. Wenn mir jemand Herfen wollte, dies flleinob zu erringen, wie wollte ich Ihm ewig dankbar sein. Gnädiges Fräulein, Sie kennen das Mädchen unb vermögen viel bei ihm. Sagen Sie, daß Sie mir helfen wollen. Legen Sie rin gütiges Wort bei ihm ein, unb vielleicht kamt ich noch einmal glücklich werben."
Als Edwin Isolde bei ben letzten Worten anMktte, erschrak et heftig. Das Mädchen wat bleich wie bet Tob geworden. Jeder Blutstropfen schien aus ihrem Gesichtchen gewichen zu sein. Schon wollte er besorgt fragen, ob sie sich unwohl fühlte, als es müde von ihren Lippen kam: „Herr Baron, ich werde Ihnen wohl kaum helfen können. Wie soll ich bas Mäbchen kennen, nach besten Besitz Sie streben? Doch eiten wir. Bianka unb Lord Betzwell sind uns schon aus dem Gesichtskreis gekommet'.."
„Sie weichm mir aus, gnädigste Gräfin. Wohl kennen Sie bie Dame, unb wenn Sie mit nicht helfen wollen, so fragen Sie sie wenigstens, ob sie mein heißgeliebtes Weib werben will."
„Gut, Herr Baron, Sie sollen Ihren Willen haben. Wie beißt also bie Dame?"
„Die Dame, bte ich so aufrichtig liebe unb verehre,' nach beten Besitz ich mich sehne, heißt Jsolbe Gräfin von Tremnarck", kam es leise von Edwins Kippen. „Isolde, bu mein süßes Lieb, sag, willst