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Samstag -en 18. März 1911.
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4. Blatt.
Druck Hirt Verlas der 5«!daer Bittendrucker in $ul6e.
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°klue T?eCf und TPiffen
Bestandteile enthalten. Diese Elemente entnehmen die
Chemiker Justus Liebig, den wahren Grund für die Wicksamkett der Düngung zu entdecken. Chemische Untersuchungen ergaben, so entnehmen wir dem höchst interessanten Werkchen Dr. W. Mecklenburgs, Grund» begriffe der Chemie (Leipzig, Theod. Thomas. Preis 1 Mk.), daß alle Pflanzen außer ihrem Gehalt an Kohlestoff unb Sauerstoff immer noch einige andere Eleniente, von denen vor allen Dingen Stickstoff, Kalium und Phosphor zu nennen find, als wesentliche
Ganz sicher ist es, daß die Lektüre anwidert, weni- ger stcher schon, daß fie ab und zu anzieht carn be- !»"' bat fle Mw 124.
D'e dreiste Unwiffenheit des Propheten, seine Ent- »tcllung der aus Bibel und aus dem Talmud zusam- mengeholten Erzählungen wirkt geradezu abstoßend Gewiße Episoden des Alten Testamentes, wie Ne Don Loih und den Sodomitern, von der Potiphar zieht er mit Vorliebe heran, schmückt sie in seiner Weise aus und wiederholt fie immer wieder. Jedes Wort, jedes Bild ist von einer schwülen Sinnlichkeit durchweht und überall macht sich fanattscher Hochmut, unendliche Rachsucht, brutale Grausamkeit breit. In welch lü- strrner Weise der Prophet das Paradies und seine Herrlichkeiten ausmalt, ist bekannt und braucht hier nicht näher beschrieben zu werden. An Albernheiten es mchh Von der Königin von Saba wird be- rtchtet, daß fie zu Salomon gekommen und von ihm f«erlich empfangen worden sei. Bei der Audienz sei . Iminen Saal geführt worden, dessen Fußboden von Mas gewesen sei. Da habe sie ihr Kleid hochgeschürzt, weil sie geglaubt habe, durch Waffer schreL ten z« muff«, Das ist aber längst nicht die größte Abgeschmacktheit des Welligen Buches«.
Die vaterländische Bienenzucht, worüber eine sehr beachtenswerte Denkschrift des kaiserlichen Gesundheitsamtes in Berlin wichtige Aufschlüsse gibt, läßt sich noch weiter ausgestalten. Um der Em- führung des Honigs aus fremden Ländern zu steuern um der Verbreitung des Kunsthonigs zu begegnen muß die Bienenzucht noch viel mehr als bisher gefördert werden. Es sollen nicht nur die Landwirte die Handwerker auf dem Lande, die Geistlichen, Beamten und Lehrer, sondern alle, welche Sinn und Verständnis für die edle Bienenzucht habe», dieselbe betreiben
Dieser Fürst hatte die Beobachtung gemacht, daß ferne Untertanen die Beamten nicht gehörig titulierten Dies schien ihm bedenklich und vor allen Dingen de^ magogisch. Und daß er die Demagogen bitter haßte erscheint, wenn man die Zeit um 1840 in Betracht Sieht und außerdem die absolutistischen Neigungen dreses Duodezfürsten berücksichttgt, nicht weiter verwunderlich. Um also seinen Beamten die richtige Titu- latur M verschaffen, setzte er sich, rasch entschlossen, an fernen Arbeitstisch und erließ folgendes Dekret: Seit 20 Jahren reite ich auf einem Prinzipe herum: nämlich, daß jeder Beamte bei seinem richtigen Titel genannt werde«, usw.
Wie gesagt, die deutsche Sprache verdankt dm Emgangsworten dieses Erlasses Heinrichs des Zwei- undsiebzigstm dm „Prinzipienreiter«.
Der Fürst ist längst gestorben, sein „Reich« existiert nicht mehr (es bildet heute einen Landratsbeztrk des Fürstentums Reuß j. L.), aber der „Prinzipienreiter« lebt und wird noch von unseren Kindem und Kindeskindern gebraucht werben.
ren des Tierkreises errichtet. Dm Menschm hat er aus Ton, wie ein Ebenes Gefäß geformt usw. Lieblich ist bas Meichnis vom mildm Herzm. Es gleicht einem üppigm ©arten auf schöner Anhöhe, ben ber Morgentau unb der Früh- unb Spätregen tränkt, sodaß sein Ertrag ein doppelter ist; es gleicht einem Samenkorn, das sieben Aehren bringt, jede mit hundert goldenen Körnern. Die Mmschm mit guten unb bösm Werken gleichen zwei Wagschalm; bie Schale mit ben guten Werken erhebt sich zum Himmel, die mit den bösen sintt nieder zur Hölle. Der Tod gleich der Nacht, die den Ausgang des Lichtes nur bis zum Morgen verdeckt; aber die Sonne steigt zu ihrer Zeit wieder aus ihrer Kammer hervor. Ein Posaunenswß (Sure 50) wird alle Gräber öffnen und alle Toten um den Thron Gottes versammeln. An diesem Tage wird der Himmel wie geschmolzenes Erz vergehen und die Berge werden buntfarbiger Wolle gleichen. Die I Himmel werden weggezogen wie die Haut eines Kamels. Die Sonne verlischt, die Sterne fallen, das. Meer steht in Flammen; die Hölle brennt und vor dem Weltenrichter liegt das Schicksalsbuch aufgeschlagen. Die Berge gleichen zusammengefegten Sandhaufen . . .
Gewiß sind solche Stellen recht dichterisch und zeugen von einer grandiosen Phantasie, aber man muß sie zusammensuchen. Eines seiner Bilder ist in unseren Sprachschatz übergegangen, nämlich, daß er das Kamel das „Schiff der Wüste« nennt, aber im ganzen ist Mohammed, von seinem falschen Propheteittum ganz ab- geschm, mehr Phantast als Dichter und das Mani- rierte überwiegend das Originelle.
ringem Maße nutzbar gemacht, die Hauptmenge geht mft den Ausscheidungen für Tier unb Mensch verloren, findet sich im Mist wieder unb wird bei bet
die Imker aus der Beobachtung ber geheimnisvollen unb wunderbaren Ordnungen und Gesetze öes Bienen- lebens tiefere® Verständnis für die Wunde- der großen GotteSwelt gewinnen. Ein solcher Liedbober-B>enen- züchter weiß die friedvollen Stunden zu würdigen, die er im trauten Wickel seines Bienenstandes veriebt. Und diese ideale Auffassung ber Bienenzucht möge allen Imkern zu einer Quelle wahrer Fr«,de werden!
Di- ll4 Suren pnd sehr gemifchten Inhalts und "ußecordentlich verschiedener Länge. Manche gleichen ausführlichen, fteilich oft recht wüsten Abhandlungen - °»öere/ wie die erste, Fatiha, die Eröfsnerin ge- nannt, und die letzte, die eine Zauberformel darstellt, febr kurz. Von ben Gläubigen wird ihr Wert natürlich unenmich hoch angeschlagen, ihnen ist der Koran „d^ höchste Gut«, aus seinen Motten spricht die Allmacht Gottes, denn die ©elfter, die ihn nur vorlesen hörten, wurden sogleich Moslem. Nur der Unglaube versteht den erhabenen Gehalt des Koran nicht, weil ihm, wie es in Sure 16 heißt, eine Decke auf das Auge gelegt ist Er ivenbet sich nach Sure 74 von ibm ab, wie ein furchtsamerEsel vor dem gewaltigen Löwen.
Die Feinde des Propheten teilen dieses Urteil nicht und nannten den Koran eine Sammlung alter Fabeln. Wie stellt sich mm der Unbefangene, ber Europäer dazu? Ein groß« Mann, Goethe, hat ein Urteil ge- svrochen, das glänzend lautet. Er behauptet, „daß es uns, so oft wir auch darangehen, immer von neuem antotbert, bann aber anzieht, in Erstaunen seht und am Ende Verehrung abnötigt.«
«o unerfreulich eS ist, sich durch den Wust ber 114 Suren durcharbetten zu müssen, so kann doch nicht gelmgnet w«dm, daß der Prophet schöne Gleichnisse und überraschende Wendungen zu finden weiß Freilich ost hat er sie nicht selber erfunden, sondern ans der Bibel entlehnt. So ist das Bild von der Welt- schöpsung aus dem alttestomenttichen Original entlehnt. Den Himmel hat Gott, „der Herr des Ostens und des Westens«, siebenfach geschaffen, den untersten
wassemnlöslichen Verbindungen, damtt der SR egen fle1 nicht etwa fortschwemmen könne. Die Pflanzen find nun aber, was man damals nicht wußte, nicht imstande, die nötigen Mineralstoffe aus in Wasser unlöslichen Komplexen zu benutzen, fie müssen ihnen vielmehr in löslicher Form zur Verfügung stehen. Der Mineraldünger muß also ben Stickstoff, ben Phosphor und bas Kali in Form wasserlöslicher Verbindungen enthalten. Vom Stegen werden bie' Mineraldünger trotzdem nicht weggewaschen, weil die Ackerkrume bie eigentümliche Fähigkeit hat, sie durch „Absorption« an sich zu ziehen unb ihre Wegführung mit bem Regenwaffer unmöglich zu machen. Als habet Liebig, nachdem er zu dieser neuen Erkenntnis gekommen war, einen wasserlöslichen Mineraldünger herstellte und mit ihm fein Versuchsfeld düngte, hatte er vollen Erfolg.
Die Mineraldüngung, bie eine viel bessere Aus- Nutzung b« Aecker gestattet unb darum eine sehr große nationalökonomische Bedeutung hat, ist heute ein unentbehrliches Hilfsmittel bei rationellen Landwirtschaft geworden, und Handel und Industrie haben durch Herstellung und Verkauf des künstlichen Düngers ein Gebiet lohnendster Tätigkeit gefunden.
Diese Erklänmg ber Dungwirkuug war nicht nur theoretisch von größter Bebeutung, sondern gewann" I auch praktisch eine ungeheure Wichtigkeit. Liebig sagt« sah nämlich, baß, wenn feine Theorie richtig wäre, eS nicht notwendig sei, die Düngung mit tierischem Mist vorWnchmen, sondern es müsse möglich sein, mit geeigneten Verbindungen des Stickstoffs, des Kalls unb des Phosphors direkt zu düngen; ja, diese künstliche Düngung, die mft Stoffen von mineralischem Vorkommen, mit Chlorkalium, natürlichen Phosphate» unb Chilesalpeter ausgeführt werden sollte und daher im Gegensatz zur Naturaldüngung kurz aU । Mineraldüngung bezeichnet wird, müsse, da sie die Zuführung größerer Mengen der wirksamen Dung- Prinzipien gestatte, als es die alte Art getan habe, auch von wesenttich günstigerer Wirkung sein.
Als nun aber Liebig nach dem neugewonnenen Gesichtspuntt fein eigen« zu diesem Zwecke gekauftes unfruchtbares Feld durch Behandlung mit Minerm- bünger fruchtbar machen wollte, erlitt er zu fernem großen Erstaunen einen vollständigen Mißerfolg, und es hat tiide Jahre gedauert, bö er, bei trotz deS Mißerfolges an bie Richtigkeit seiner Theorie glaubte, bie Ursache für das Ausbleiben bei erhofften Wirkung" auffanb. Der von ihm verwenbete Mineraldünger enthidt bie wesentlichen Bestandteile in Form von
Weit steht ber Koran an Einfachheit, Lieblichkeit und Erhabenhett, an poetischer Form unb Gedcmken- ifrjnnh»nter christlichen und jüdischen Religions- , „vqiunuieuc tmyuiien, xjiqc toicmaue ciuucymai uw zurück, Germanen wird er immer fremd Pflanzen dem Erdboden - im Gegensatz zum Kohlen- ^cnb£f bleiben, und auch den Orientalen den sie auS der Lust gewinnen, unb bem Sauer- < < uufteizen unb berauschen, nicht aber er- stoss, ben ihnen die Lust unb bei Regen in genügender
yeoen uno eröauen. «Menge bietet. Werden nun bie Pflanzen nach der
Reife von ihrem Standort entfernt, so wird mit ihnen auch der Stickstoff, Phosphor unb Kalium fortgenöm- men, bie bie Pflanzen aus bem ©oben en sich gezogen hatten. Der Boden wird infolgedessen arm an ben drei genannten Elementen. Im nächsten Jahre finden
* Kennt die Wis euschaft tierische Ahnen des Mensche«?
Auf diese Frage antwortet der Sozialdemokrat in Erinnerung an die Weisheit, die ihm seine Presse verzapft hat, ebenso ber Freidenker und Monistenbünd- ker mit einem Ja; die Wissenschaft dagegen — — wir betonen es — die Wissenschaft mit Nein.
Vor zehn Jahren auf dem 5. Internationalen Zoologenkongreß war es, wo der Berliner Geheimrat und Professor für Geologie und Paläontologie Dr. W. B r an c a ein mit höchster Spannung erwartetes Referat hatte über das Thema „Der fossile Mensch«, b. h. der Mensch der Urzeit, der uns durch seine Skelett- refte bekannt geworden ist. Die Antwort, die dieser Fachmann gab, lautete kurz und bündig: „Die Paläontologie (d. h. die Wissenschaft von den Lebewesen ber Urzeit) sagt uns nichts darüber. Sie leimt keine ®^ncn des Menschen.« Und im gleichen Sinne sagte damals der Kieler Gelehrte Reinke: „Der Würde der Wissenschaft entspricht es allein, zu sagen, daß sie über den Ursprung des Menschen nichts weiß.«
Das war, wie gesagt, vor zehn Jahren. Ist es nun w "em verflossenen Jahrzehnt anders geworden? Hat die Wissenschaft nach den verschiedenen Funden von Skelettstücken des Urmenschen, um diesen Ausdruck der Einfachheit halber zu gebrauchen, die jedesmal von Fall zu Fall ziemlich von sich reden gemacht, Anlaß ihre Meinung zu revidieren? In gar keiner Weise! unb das trotz ber neuen zahlreichen Funde der letzten Jahre!
Der „Prinzipienreiter"
Von W. R.
X Ans den Geheimnissen des Ackerbodens.
Wenn wir auf einem Felde Getreide pflanzen, das Getreide nach der Reife ab ernten, im nächsten Jahre wieder Getreide pflanzen, ohne zu düngen, und so eine Reihe von Jahren sottfahren, so sinden wir, daß die Ernten von Jahr zu Jahr schlechter ausfallen. Düngen wir das Feld hingegen jährlich in der üblichen Weise mit natürlichem Dünger, also Mist, Jauche und dergleichen, so bleibt die Fruchtbarkeit ues Feldes erhalten.
Jahrtausenddang hat ber Mensch in dieser Weise die Felder gedüngt, aber erst in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gelang es bem genialen
Der Koran.
Ein Skizze von Dr. Max Pollaczek.
Als Mohammed den zügdlosen Stämmen Arabiens das blutige Banner mit dem Halbmond gab endigte eine schöne poetische Periode. Arabien war' ein liederreiches Land gewesen, aber an Stelle der zarten lyrischen Poesie trat nun eine grobsinnliche Lehrdichtung unb eine sinnlich-rohe Erotik. Die Moral sank und die Unwissenheit nahm zu, denn A unb O des Glaubens unb ber Bildung wurde der Koran, das heilige Buch des Islams, ein Buch, das verderblich gewirtt hat, wie kein anderes.
Aber »periett nicht Hackel unb feine Gemeinde mit fossilen Resten auSgestorbener Affen, und wird nicht von jener Seite stets bie Behauptung in die Welt hmausvosaunt, daß auf Grund dieses Materials es möglich fei den Stmmnbaum des Menschen auszu- stellen? Gewiß geschieht das! aber dem lauten Geschrei entspricht fein positives Wissen. Dichtung und nichts als Dichtung muß dort an die Stelle des Wissens treten und blinder Glaube an bodenlose Phantastereien sichere Kenntnisse ersetzen!
Das ziemlich umfangreiche Werk ist nicht, wie der gläubige Muselmann glaubt, in einer Nacht, der „Nacht der Herrlichkeit« (Al Rabar) vom Himmel gefallen — auch nicht von Mohammed, bem Sohne Abdallahs auf Palmdlätter und Pergament niedergeschrieben wor- den. Meses m 114 „Suren«, d. h. Abschnitten zerlegte Buch entflammt wohl ber glühenden überschwenglichen Phantasie des Propheten, aber geschrie- nen worden ist es zu verschiedenen Zeiten von ver- fchiedenen Menschen nach der Tradition, und ohne Kritik haben die ersten Kalifen Abu-Behr und Ottmann diese Stucke zusammengestefft und als echt göttlichen Ursprunges hingestellt. Merkwürdig ist der aus dem Koran selbst genommene Beweis für seine göttliche ^ertimft Man beruft sich dafür auf Sure 29, wo es von Mohammed heißt: „Tu konntest ja vordem kein Buch fefeit und keines mit Deiner Rechten schreiben « Der Koran ist übrigens nach Mohammeds Angabe nicht alles, was ihm Gott geoffenbaret hat, denn an einer Stelle, die übrigens aus dem Talmud entlehnt A' wird gesagt: „Wären alle Bäume auf Erden Schreibfedem und alles Meer Tinte, so könnte man damtt doch nicht jegliches Wort Gottes niederschrd-
Allerlei.
— Der Dampfhammer „Fritz«. In Anknüpfung an bie Mitteilung von dem Abbruch des Dampfhammers „Fritz« auf bem Krupp'schen Werke in Essen wird geschrieben: Wie mir au? damaligen Zeitungsberichten noch erinnerlich ist, besuchte Kaiser Wilhelm I. zu der Zeit, als der Dampfhammer »Fritz« gebaut worden war, unter Führung von Alfred Krupp dessen Werk. Krupp erklärte die Konstruktion des Hammers und betonte besonders, daß beim Niederfallen des Bärs ein kleiner Hebel« druck genügt, ben Hammer an beliebiger Stelle halten zu lassen. Um die Sicherheit dieser Vorrichtung zu beweisen, wies Krupp den den Hammer be» dienenden Arbeiter an, seine Hand unter den Hammer auf den Amboß zu legen. Der Kaiser jedoch -sollte dieses „Gottversuchen« nicht zulassen, hieß den Arbeiter bie Hand wegnehmen und legte feine Uhr ouf ben Amboß. Als nun der Hammer aus ferner Höh- hernnt ersäufte und dicht vor dem Kompaß infolge eines Drucks festgehalten wurde, die Uhr also unversehrt blieb, nahm der Kaiser die Uhr und ichenkte fie dem Arbeiter als Belohnung für die J.ngft, bte er doch wohl beim Hinlegen der Hand auf den Amboß ansqestanden baden inaa.
P. Die Bienenzucht.
Skt Frühling steht vor ber Tür. Ueberall regt sich neues Leben. Auch im Bienenstock wird's leben- 68 ftic den Imker unb Bicnensreunb Zeit, bie Frühjahrsrevision vorzunehmen, damit bas Bienenhaus beim Beginn ber Flugzeit bereit, das Volk ben «oldenen Honig in die Waben füllen kann. Nur wer bei Zeiten auf seinem Platz ist, wirb auch im Sommer und Herbst eine reichliche, gute Ernte erwarten können.
Die Bienenzucht ist nicht bloße Sportsache wie man vielerorts glaubt. Sie hat ihre hohe völks- t s ch ° s t l i ch e Bedeutung. Der sehr erfahrene Bienenzüchter, Pfarrer Gerstung zu Oßmannstedt, behauptet m dem von ihn, verfaßten Buche: Der Bien und feine Zucht«, daß bie Bienenzucht nutzbringend sei für bie Allgemeinheit, ba in wissenschaft- «chen, besonders in ärztlichen Kreisen bie vorzüglichen Heilwirkungen des Honigs für Kinder, schnell- wachsende Jünglinge, bleichsüchtige Mähchen, Rekonvaleszenten aller Att immer mehr erkannt seien. Ferner, daß die Bienen durch Befruchtung der land- wittschastlichen Kulturgewächse beim Besuche der Honig- und pollenspenbenden Blüten großen Nutzen ber Landwirtschaft, dem Gärtner, dem Obstbaumzüchter bringen. Die Naturforscher haben ermittelt, daß ohne die Honigbiene vornehmlich bie verschiedenen Kleearten keine keimfähigen Samen zu erzeugen vermögen.
Es ist derselbe Forscher (Dr. Branca), ber jetzt in seinem Buche „Der Stand unserer Kenntnisse vom fossilen Menschen« (Leipzig 1910) bas abermals offen ans spricht. Wohl ist bas Material an fossilen Menschenresten recht ansehnlich gewachsen, aber nicht in ber Richtung, in welcher es so viele gerne gesehen hatten nämlich baß endlich Material zu dem tierischen Stammbaum des Menschen beigebracht würbe. Davon ist gar keine Rebe. Tierische Ahnen des Menschen kennt bie Wissenschaft auch heute noch ni ch t, weder unter den noch lebenden Tierarten, noch unter ben uns nur fossil erhaltenen. Um eins gleich hervorzuheben: Srauca bekennt sich zu der Annahme einer Entwicklung des Menschen aus irgendwelchen tierischen ober halbtierischen Vorfahren, aber er ist so ehrlich zu sagen, daß bis jetzt der Haken fehlt an dem man eine Stammbaumkette des Menschen auf' bangen rannte; denn was bis jetzt bekannt ist an fos- ptem Material, das ist entweder r e i n m e n s chl i ch er oder rein tierischer Herkunft, bereichert daher allerdmgs unser Wissen über ben Stammbaum mancher jiicte, aber für den Stammbaum des Menschen, de» man so sehr gern konstruieren möchte, ist das alles völlig wertlos. Da also Branca selbst gern einen „Stammbaum« des Menschen sehen möchte ilt sein Uttcil umso bedeutsamer.
Zunächst weist er jene unglückselige Theorie ab welche in ben heute noch existierenden Affenarten em en Vorfahren des Menschen sehen will. Wenn man wenigstens fossile Menschenreste gefunden hätte, bie diese» Assen ähneln! Wer das ist nicht der Fall: „Nirgends hat man bisher fossil ein menschliches Skelett gesunde», das in den gegenseitigen Größenverhcilt- niffen von Beinen und Armen an bte Verhältnisse er- iitnert, die für die heutigen Affen so überaus kennzeichnend sind: sehr lange Arme, kurze Beine. Voll und ganz sind virimehr die gefundenen fossilen Skelette in dieser Beziehung echt menschlich.« (S. 7.)
Bekanntlich ist einmal nach Kautschs des Sozial- oemokcaten Dichtung in ber Urzeit ein Marx unter ber Affenwelt von den Bäumen gestiegen und auf den gkoinos klugen Einfall gekommen, em Mensch werden wollen; leider hat Kautsch sich den hochinteressanten Beireis für diese seine Phantasie — geschenkt, fmtte der Ovttgenosse, ehe er seinen Lesern solche Bären ausbanb, d'.e Wissenschaft befragt, so hätte er sofort gefunden, was jetzt wieder Branca am Ende einer Untersuchung des Tatbestandes ausspricht:
„Co ähnlich aud, bie Anthropomorphen (Men- ,che«n;;cn) de,;-. Menschen find, und so sehr es nach den ,niedcncha!schen Untersuchungen scheint, daß wir ssssfl ihnen sehr nahe blutsverwandt fein müssen (was normens lediittich eine Konvergenzerscheinung ist und nimt auf hinweist), und so sehr wir auch
gczivnngen juid, unsere tertiären, tierischen Vorfahren (!) uns tnrzustellen. wie cs die Anthropomorphen urw- heute zeigen, — so geht doch aus der Gesamt- tiimme aller obigen Erwägungen hervor, daß Formen wie die heutigen Anthropomorphen dezw. also deren tertiär: Bsnahreu nicht in der Ahnenreihe des .Menschen stehen können." iS. 54.)
Wohl jeder Deutsche kennt ben „Prinzipienreiter" für ihren Ausbau notwendigen
aber die wenigsten werden eine Ahnung /oben, woher mehr in genug«.tar Menge vor, sie fön-
dieser Ausdruck ftmrnnt 4 ntn nicht recht gedeihen, da» heißt, die Fruchtbarkett
Es war eine der originellsten Gestalten des 19 J? JT*VS
Jahrhunderts, der es Vorbehalten blieb, die deutsche $,aL unbk verzehrt aber ihr kostbarer Besitz Sprache um ein Wort zu bereichern, das sicherlich noch • ben-e-i ßIetner‘ten roirb ti0” d'rien nur in ge- ortleben wird, wenn selbst die leiseste Erinnerung an einen Autor verblaßt ist.
Der Mann, von den, wir sprechen hieß Heinrich!^' ^et sich im Mist wieder und ber Zweirmdsiebzigste, Fürst von Reuß-Lobmsteta- > D-"« bte Felder zuruckgebracht. Ebersdorf, Mitregent von Gera.
abreichenbe Stammbäume mtt größerer ober geringe- rer Sicherheit ausstellen können. Dann fährt er fort:
I meine Egen scharf zugespitzten R biS an bre Grenze gingen, die möglich war. Aber rch habe fie ganz absichtlich gewählt, um daS, was Wir ta tsachl.ch wußten, ganz scharf zu kenn- zetchntt, gegenüber Behauptungen, wie fie Häckel tuxb brurft, bafe hnr heute schon die fossilen .wichtigen Jwrschenglteder haben, welche eine zusammenhängende .chnenkette von den ältesten Halbaffen bis zum Men- Man muß ungemein an. s p tu chSlo 8 fein mbezug auf die Gründlich. M b a 8 U K 1 4'153 e e { f -> wenn man hch »loubhaft machen will . . . Was Hackel sagt ... das ist Phantasie von Ftr? ^sschl'ch fchon bekannten zusammenhängenden fossilen. A^enke^ Menschen ist 0a? Sine
Es auf ber Hand wer den Stammbaum deS Menschen Herstellen rotff, tarnt vernünftigerweise nur vom Menschen aus nach abwärts suchen nach Mittelgliedern, an die er den Menschen anschließen kann Denn daraus kommt es doch zuletzt in allererster Linie an. Weil mm aber solche Zwischenglieder fehlen, so beginnen bte Abstammungsdichter ihre Ahnenkette von unten herauf, wobei sie natürltch erleben müssen daß chre Krite.an der wichtigsten Stelle, wo sie auf den ^$«1 ubergtetfen soll, zerreißt ober richtiger nicht "^^"uberretcht. Diese Dichtungen, wie sie sogar nnt Illustrationen in den billigsten Schundschriften ver- brettri werden und virie Gläubige finden, weist Branca mtt Recht mts dem Reiche der Wissenschaft aus. . r?'*t/atte Antwort auf die Frage: Kennt die Wis- smschast tierische Ahnen des Menschen? lautet heute genau noch so wie vor zehn Jahren: Rein, die Wissenschaft kennt keine Ahnen des Menschen
„AZcr«, so urteilt Branca über bie Häckelschen Dich- tiuigcii, „wer diese Armseligkeit der bisher bekannten Reste der foffihu Anthrapomorphen überschaut, wirb selbst, tuenn er Laie ist, ohne weiteres die Ueberzeu- gung gewinnen, daß gar keine Rede davon sein tarn, daß sie »ns ben Beweis „einer zusammenhängenden Ahnenkette« des Menschen liefern.« <S. 61)
•u^c^tcre Bemerkung zielt auf Häckel, ber ganz ener- 8»w avgeschnuekt roirb; auch bas sei bemerkt, daß »ranca au Stelle seines Buches den eigmtli- chv! >mssen»chas!lichm Arbeiten Häckels volle Gerech- tig^, widerfahren läßt, was sein Urteil übet bessel- SLh dhminfteruen nur um so vernichtender
^inen Ausspruch auf dem SÄ N^enkougr-ß 1901, wo er von dem Men- £ , , CS<if ?kasth°tte, daß er als ..ahnenloser
Gl1 • 'vahrs homo novus" dastehe dessen Sgnen unä ganz unbekannt feien im Gegensatz zu Wlebttkauern, Lchwemen, Rhinozeronten, Pferden Elefanten ufto., von denen wir auf Grund der vochan-
a['f auf ®vunb fester Tatsa-1 mit Hellen Leuchtern; er hat "ihn de» 'Gleichgewicht ^cn 6crnt? mehr oder iveniger tief ta bas tertiär hin-! wegen auf seiner Wage gewogen unb an i$m bte Tü>
Die Staatsbehörden bis hinauf zu den Ministem stehen ben Bestrebungen der Bienmzüchter freundlich und wohlwollend gegenüber und unterstützen in man- "'gfacher Weise bie Bemühungen ber Imker, dem Volke teilten Bienenhonig darzubieten. Auch das Haus der Abgeordneten hat sich schon mit der Frage beschäftigt, als der Abg. Dr. Varrenh orst mit großer Unter- Mtzung ben Antrag stellte: „Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, die Königliche Staatscegie- rung zu ersuchen, geeignete Maßregeln zur Förderung der Bienenzucht zu ergreifen.«
Neben ber volkswirtschaftlichen hat die Bienenzucht auch noch dne ideale Bedeutung, aus ber heraus -Ü».flch die Jogenannte Liebhaberei entwickelt hat, indem