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3# 88.

Samrtag »en N mär;

88. Jahrgang.

" Tuldacr V

Zeitung«

4. Blatt.

tinb Verlag »ar §ulbaer Acilenbrucker^ i* Fulda.

erstere durch Zusatz von Kuhbutter. Die Folge war,

inan betend in der Grabeskirche und hier wurde auch

kett der einzelnen Bakterien nicht weiter gediehen seien.

btr und dergleichen mehr Zugleich übernahm der

gOKuro v«rzrcht«tr gern auf den Ruhm. Vockäiupfer des MoocruiSMSs $u sein. So können wir an Antonio

wShnlich in einer deutschen Herberge, deren cs in Ve-

Revue" veröffentlicht Eli M e t ch n i -

2» der

kl

Forw.zzaro in Frieden zurinkdenken fil8 an einen Mann, der Zwar gestrauchelt ist, aber den rechten Weg wieder- geftuiden Hal.

jede, dec Milchbuttec oder dem Butterschnialz ähnliche Zubereitung anznseheir ist, deren Fettgehalt nicht (wie bei der Kuhbuttcr) ausschließlich der Milch entstammt. Verboten wurde die Vermischung von Butter mit Margarine. Ferner muß der Margarine, um sie leich­ter erkennen zu tonnen, bei der Fabrikation das un­schwer naä»zuweisende Sesamöl zugesctzt werden.

Würde heutzutage die Kunstbutter nach der Me­thode ihres Erfinders bezw. aus unbedingt einwand­freien Skohmaterialien hergestellt und so wirtlich für billiges Geld ein erstklassiges Voltsnahrungsmittel ge­schaffen, so luäre dagegen nichts einzuwenden. Nicht zuletzt durch die immer schärfer werveude Konkurrenz verursacht, erfuhr aber die Darstellung der Margarine bald eine wesentliche Veränderung. Die Halbmonats­schrift „Natur und Kultur", herausgegeben von Dr. Völler, München 23 bringt darüber interessante Aus- fiihrungen: An Stelle dec guten Rohstoffe traten viel­fach solche zweifelhafter Herkunft und vor allem aus den Vereinigten Staaten, Austtalien, Uruguay und Argentinien lourben schwer zu kontrollierende Fette bezogen. Es kommen als Ersatz des Oleomargarins üezw. als Zusätze jetzt vorwiegend in Betracht: Neutral lard (Neutralschmalz), gereinigtes Schweine­schmalz, Bm'mwollsamenöl (Kottonöl), oder der fest« Anteil desselben, das Baumwollsamenstearin oder Kot­tonstearin, Sesamöl, Erdnußöl (Arachisöl), Palm- kernöl, Palmöl, Kokosöl und dergleichen Fette. Viel­fach wird die Herstellung des Oleomargacins aus Talg vollständig umgangen und dieser nur mit ent­sprechenden Zusätzen von flüssigen Deien direkt zur Verfertigung der Margarine verwendet.

Wird z. B. die Kunstbutter aus Fett von Tieren fabriziert, die mit ansteckenden, auf den Menschen über­tragbare Krankheiten — Milzbrand, Rotz usw. — be­haftet waren, so ist die Möglichkeit gegeben, daß das fertige Produkt gesundheitsschädlich wirkt. Die Hebet« tragung der sogen. Jnvasionskrankheiten könnte dann erfolgen, wenn wie das schon beobachtet wurde, daS Fett Vmldwurm.eier enthält oder aber durch Fahrläs­sigkeit trichinenhaltige Muskelreste in das zit verar­beitende Schweinefett gelangen. Doch muß man ge­rechterweise betonen, daß die Möglichkeit der Krank­heitsübertragung auf genannten Wegen auch bet an- öeren Nahrungsmitteln nicht ausgeschlossen ist. Jedm- falls wird die Margarine nicht mehr oder weniger „verpantscht" als viele andere zur Ernährung und zum Genuß bienenbe Stosse.

Natürlich ließ sich bet Schisfsherr für seine Lei­stungen lmd Mühewaltung ordentlich bezahlen, und im 14. und 15. Jahrhundert mußte jeder Pilger die für damals sehr große Summe von 25 bis 30 Dukaten anlegen. Betten, Decken und einen Teil der Lebens­mittel mußte der Pilger selbst mitbringen. Die Zeit bis zur Abreise verbrachte der deutsche Reisende ge-

kung der Rikchsänre-Bakterien, die er nun zwölf Jahre au sich erprobt hat. Das Interessanteste ist wohl, was Metchnikoff über sich selbst sagt. Es ivar ihm nicht vergönnt, am Patienten Experimente über die Heilwirkung der sauren Mlchpräparate zu machen, wohl aber hat er sich selbst als Bersuchsper- so» benutzt.

Metchnikoff stammt, wie er erzählt, ans einer Fa- inilie, deren Angehörige alles andere als langlebig sind- trotzdem hat er es auf 65 Jahre gebracht, und er­freut sich noch einer völlig ungeschwächten Arbeitskraft, die er hauptsächlich auf die Lebensweise zurückführt, die er vor zwölf Jahren angenommen und seitdem bcibehalten hat. Als 53jähriger war Metchmkoff durch das .stiicksastftrber außerordentlich geschwächt und per- schlcdene Ehemikalicn, mtt denen er sein« Herztätig- keit zu Hilfe Immen wollte, hatten seinen Zustand noch verschtmMert; er versuchte verschiedene Heilme­thoden, aber bot die, die hauptsächlich aus der Anwew bung der M ikchs mi re Bakterien beniht, die man des­wegen beinahe als „Bazillus der Langlebigkeit" be­zeichnen kann, hatte Erfolg. Retchnilofs strich zunächst die alkohelij ch^n Getränke und rohe Nahrungs­mittel von seiner Speisekarte, setzte feine Ration an Fleisch aus 100 bis 150 Gramm täglich zurück und ernährte Ach zum größte« Teile von s a u r e c M i l ch, die mit dem bulgarischen Mllchsäurrbazillus behandelt war. Außerdem fügte er seiner Nahrung Datteln (wegen ihres Zuckergehalts) zu. Hierdurch, so be- hmchtet er mtn, hat er die verschiedensten Alterserschei­nungen, hauptsächlich die Arteri enverkalku» g,

Völlig kugelsichere Panzer zum Schutz des einzel­nen Mannes gegen die Projektile der Handfeuerwaffen find mehrfach koiistruiert worden. Mer sie sind leider sämtlich unverwendbar, da sie alle wegen ihrer Schwere und ihres harten Materials den Soldaten an der freien Bewegung zu sehr hindern.

Man hat Metchnikoff mehrfach nachgesagt, er be­haupte, daß er im Genuß saurer Milch ober Milch­säure-Bakterien in anderer Form den einzigen Heils- Weg zur Erreichung eines langen Lebens sähe. Dage­gen verwahrt sich dec Gelehrte entschieden. Ec sagt weiter nichts, als daß der Genuß von Milchsäüre- Baktecien vocläustg zu empfehlen sei, so lange man nichts Besseres zur Bekämpfung der schädlichen Darm­bakterien kenne und die Forschungen über die Tätig-

X Was ist Margarine?

Trotz der enormen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Margarine, von der in Deutschland jährlich in etwa 80 Fabriken zirka 100 000 Tonnen zu je 1000 Kilo erzeugt werden, wissen wohl die wenigsten, was Mar­garine, die „Butter des armen Mannes", ist.

Sie verdankt ihre Ensstehung einer Anregung Napo­leon III. Dieser setzte nämlich In den 1860er Jahren einen hohen Preis auf die Herstellung eines billigen, schmackhaften und bekömmlichen Ersatzmittels für But­ter aus. ES gelang dem Chemiker Möge MouritzS, welcher im Jahre 1861 in Poissh bei Paris eine Fab­rik betrieb, 1869 ein tatsächlich sehr butterähnliches Erzeugnis zu erzielen. Als Ausgangsmaterial nahm er zunächst Rindertalg (außerdem Hammel-, Zie­gen- und Himtalg). Die Fette wurden durch Aus­pressung von ihrem Gehalt an unverdaulichem, nur zur Kerzensabrikation geeigneten Stearin und dem Palmitin befreit. Es blieb eine halbflüssige, ölige Masse zurück, auS der das sogenannte Oleomar- garin ausgeschieden wurde. Dieses Oleomargartn bildete das Rohmaterial für die Margarine; ersteres

zog der Mt den Pilgern weit entgegen und half ihnen schon auf der Reise mit Rat und Tat. Wenn Jeru­salem in Sicht kam, glitten die berittenen Pilger auS den Sätteln und warfen sich nieder. Das Te Deum laudamus durften sie aber wegen ihrer mohammedani­schen Begleiter nur leise murmeln. Sofort beim Ein­züge wurde die Grabeskirche besucht und erst dann ver­teilten sich die Pilger in ihre Herbergen. Am nächsten Tage wurden unter Führung der Franziskaner die hei­ligen Stätten besucht und Ausflüge nach Bethlehem, zum Toten Meere und zum Jordan gemacht. Weiter kaute sich ein Pilger nur selten.

Jeder Pilger betete an den heiligen Stätten für seine Lieben daheim und berührte die Stätten mit den Geschenken nub Andenken, die er ihnen mitbringen wollte und die man ihm häufig zu diesem Zwecke mit-

Fürst eine wahre Schiffsladung voll guter Sachen ein- feufte, begnügten sich Bürger und Edelleute mit soli­den Eßwaren, Ingwer, einem Bettvorhang, „welschen" Kleibern, lebenden Hühnern und etlichen Flaschen Wei­nes. Aermere gaben es noch bescheidener.

War endlich die Zeit zur Abfahrt gekommen, so wurde auf dem Schiffe die große Pilgerflagge gehißt, ein rotes Kreuz auf weißem Grunbe. Etwas niedriger wehte die Flagge Venedigs, weiß mit dem roten Lö­wen, bann die des Papstes, himmelblau mit den Schlüsseln, und endlich die des Kapitäns, die wir heute „Kontorflagge" nennen würben. Unter Kanonen- bonner und Musik ber Spielleute stach man in See und oazu sagen die Pilger bas alte Lied:

„In Gottes Namen fahren wir. Seine Gnade begehren wir. Nun helfe uns die göttliche Kraft Und das heilige Grab. Kyrie eleison!" Dir Meerfahrt dauerte auch unter den günstigsten Umstünden sechs bis sieben Wochen und brachte viele Leiden. Der Raum war sehr eng, die Luft im Schiffe schlecht, die Hitze arg. Steinhart war das Brot, übet= riechend bas Wasser, und beides wimmelte von Wür­mern. Dazu drohten häufig Ueberfiitte von Korsaren. Freilich brachte die Fahrt, da man sehr viel anlegte, auch reiche Abwechselung. Täglich wurde mehrfach Gottesdienst gehalten. Näherte sich die Reise ihrem Ende, bann wurde fleißig Umschau gehallen und man versprach wohl dem Mattosen, der zuerst die Küste entdecken würde, ein Trinkgeld. Das war eine Freude, wenn der ersehnte Rus erscholl. Lobgesänge wurden angeftimmt und ein Geistlicher hielt eine Predigt über die Wanderung Unserer lieben Frau. Nicht leicht war die Landung durch die Brandung von Joppe, wie man für Jaffa sagte, waren die Pilger aber aus dem Boote gestiegen, so knieten sie nieder, küßten den Boden und schmückten Hut und Gewand mit Muscheln, dem ur­alten Pilgerschmuck.

Die Mohammedaner verhinderten die Pilgerfahr­ten nicht, aber sie erhoben für die Erlaubnis zu lan­den, für das freie Geleit, für den Zutritt zur Grabes­kirche usw. sehr hohe Abgaben. So lange bis alles geordnet, bezahlt und verzeichnet war, wurden die Pll- ger in Höhlen und Gewölben am Strande elngefberrt Dann aber begann unter militärischer Begleitung der Zug übet das Gebirge. Die Wohlhabenden ritten auf fefeln, die sie für teures Geld erstanden hatten, die ärmeren und auch die frömmeren gingen, manche so- gor barfuß. In Jerusalem diente, wie auch noch jetzt, das alte Franziskanerkloster als Herberge, und häufig

der; die Zuckerstoffe, die sie benötigen, find aber in den Teilen des Darmes, in denen der Kampf zwischen ihnen und den Fäulnisbatterien borgest, gewöhnlich nicht vorhanden, well sie oberhalb dieses „Kampf­platzes" vom Darm bereits aufgesogen worden sind. Nach den Untersuchungen von Albert Berchelot sind Datteln besonders geeignet, dem Körper solche Zucker­stoffe zuzuführen, die auch weiter abwärts in den Darm gelangen und doch die Milchsäurebakterien ernähren können. Bisher ist es nicht gelungen, irgenb ein Prä­parat aus Milchsäurchattecien herzustellen, in dem aus Datteln gewonnene Zuckerstoffe bereits vorhanden sind. Metchnikoff hat aus diesem Grunde die Datteln fctbft auf seine Speisekarte gesetzt.

Besonders interessant ist die Wirkung des „Bazillus der Langlebigkeit" auf sogenannte „Bazillenträger". Es gibt, wie in letzter Zeit von verschiedenen Aerzten festgestellt worden ist, Menschen, deren Körper die Er­reger des Typhus, der Cholera, der Genickstarre oder anderer gesährl. Infektionskrankheiten beherbergt, ohne daß dec Träger dieser Krankheitskeime irgendwie durch sie geschädigt wird. Für seine Umgebung ist em sol­cher Mensch natürlich eine große Gefahr. Man kann nicht daran denken, ihn zu isolieren, denn er kann jahre­lang die Bakterien in sich beherbergen. Die Anwen­dung von Milchsäurebatterien hflst in diesem Falle nach Metchnikoff ziemlich sicher die schädlichen Keime zu vernichten.

Allerlei

— Ein neues Licht. Ein allem Anscheine nach völlig gelungener Versuch ist mit der Einführung eines neuen Lichts in der Markthalle in Mona gemacht worden. Es handelt sich um das sogenannte Moore- Licht, das nach seinem amerikanischen Ersindei Moore so genannt wird und jetzt zum ersten Male in der Welt öffentliche Verwendung in größerem Maß­stabe gefunden hat. Das Licht baut sich auf dem Prinzip der Geißlerschen Röhren auf: hochgespannt« Wechselströme durch mehr oder weniger luftleere Röh­ren zu fenben. Es handelt sich um ein aus sich selbst berausstrahlendes Licht, das keinerlei Träger (Glüh­lampen) oder des Verbrennung ausgesetzten Kohlen- stöbe bedarf, ein schon fast kaltes Licht, das nur wenig Energie in Warme umsetzt. Ausgaben für Lampen und Kohlenstifte fallen also gänzlich fort. Ein zahl­reiches Publikum beobachtete das noch nie gesehen« Schauspiel, das sich bei der Inbetriebsetzung der neu­artigen Lichtanlage bot. Die Ladung des den Raum der Martthalle durchziehenden 122 Meter langen GlaS- rohres mit Elektrizität und das vorherige Ausvumpen nahmen ettoa eine Stunde Zeit in Anspruch. Dann huschten flehte Lichtwellen durch den weiten Raum, allmählich wurden sie immer länger .unb durchleuchten­der, verdichteten sich intensiv und durchfluteten schließ­lich das ganze Rohr, das zirka 7500 Kerzen Licht ausstrahlte. Die Einrichtung verbrauchte etwa 8,8 Kilowatt Elektrizität pro Stunde, also für ungefähi 106 Pfennige. Wie man hört, haben bereits zehr Warenhäuser derartige Lichtanlagen bestellt, ebenft sollen der Elbtunnel in Hamburg, zahlreiche Licht­spieltheater und Konzerthäuser in Hamburg und Al­tona mit Moore-Licht aus gestattet werben.

der eingangs erwähnte Ritterschlag erteilt.

Viele Pilger starben, von Hitze und Strapazen da- hingerasst, die aber wieder das Schiff erreichten, san­gen dort froh den Ambrosicmischen Lobgesang und das beim Abschied übliche Piigerlied: „Nunc dimitis ser= mim tuiun, dominel" „Nim entläffest Du, o Herr, Deinen Dimer im Frieden, benn meine Augen haben Dein Heil gesehen!" Und groß war die Freude und festlich der Empfang, wenn sie in ihre deutsche Heimat zurückkchcten.

— Die „Ufonen". Dieses Wort klingt beinah« wie ber Name einer deutschen Studentenverbindung; in Wirklichkeit aber hat es eine andere Bedeutung. Es ist dazu bestimmt, den Bewohnern bet Vereinigten Staaten einen Mangel zu ersetzen, den sie soeben mit Schaudern an sich selbst entbedt haben. Sie haben bemertt, daß sie keinen eigenen Namen haben. Alle anderen Völker der Welt haben einen eigenen VolkS- namen, nur die Bewohner ber Vereinigten Staaten wissen nicht, wie sie sich anreden lassen sollen. Uankees? Dieser Name Hingt nun einmal beleidigend. Ameri­kaner? Das Hingt zu blaß; auch würde sie es_ mit den Feuerländern und Patagoniern auf eine Stufe stellen. Nordamerikaner? Dieses Wort Würbe auch dir Eskimos an der Behringschen Meerenge umfassen. Man hat lange gestritten, wie man sich aus dieser Ver- legenhrtt helfen soll. In den Debatten der Newyorker Zettungen scheint nun das Wort „Ufona" den meisten Beifall zu finden. Wie alle mobemen geheimnisvoll klingenden Wörter tft es dadurch zustmbe gekommen, daß man die Anfangsbuchstaben einer Wortgrupve zu einem neuen Wort vereinigt hat: „Ufona" enthält ganz einfach die Anfangsbuchstaben von „United Staa­tes of NorthAmerica" (Vereinigte Staaten Nordame­rikas). Diese Bezeichnung befriedigt zwar das New- Yorker Publikum nicht ganz, aber ehe sie. ine bessev finden, müssen sie sich mit ihr zufrieden gel-du.

Pilgerfahrten in alter Zeit.

Von Dr. M. Pollaczek.

Heutzutage ist es leicht, ins heilige Land zu gelan­gen. In wenigen Tagen bringt das Dampfschiff den Pilger nach Jaffa und von dort trägt ihn das Dampf­roß nach Jerusalem. In früheren Zeiten aber brachte eine Reise dorthin viel Gefahren und Beschwerden, unb nur aufrichtige Frömmigkeit, wahre Sehnsucht, die heiligen Stätten zu sehen, vermochte den Entschluß zur Pilgerfahrt zu reifen. Beim Abel kam vielleicht noch ein anderer Umstand dazu. Sie wollten am Grabe des Erlösers um Mitternacht zum Ritter geschlagen werden, denn dieser Ritterschlag galt für die erhabenste Weihe des Rittertums.

Meist fuhr man über Venedig. Dort gab es bann gewöhnlich zweimal im Jahre, zu Frühlings-Anfang unb zu Sommers-Ende, Schiffsgelegenheit. Zum Transport wurden große Galeeren, b. h. Schiffe mit Rudern unb Segeln, benutzt. In den schriftlichen Pas- fagieroedrägen wurde leicht mehr zugesagt als gehal­ten. Danach sollte z. B. der Patron jedem Reisen­den somid so viel Kubikfuß Raum gestehen, ihn für bas Zehrgeld ordentlich beköstigen, für frisches Wasser sorgen, für Mannschaften unb Waffen gegen Seeräu-

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kosf, Direktor unb Professor am Institut Pasteur in 1 nedig mehrere gab, so „Zur heiligen Dreifaltigkeit", Paris, einen neuen Aussatz über die segensreiche Wir- ■ .Zum heiligen Georg", „Zum Spiegel" u. a. Je nach 1 Vermögen rüstete sich der Pilger ans, während ein

= Antonio Fogazzaro.

Antonio Fogazzaro, „ber italienische Dickens", ist gnfangs dieser Woche, 69 Jahre alt, in Btcenza ge­storben. „Dieser Mann hat viel von ber Religion ge­sprochen, vom Glauben unb von den Wecken. Er war kein Bischof, der von seiner Kanzel lehrte; er war kein Prophet; er konnte, da er viel redete, vick irren; er konnte Sätze unb Gedanken hervorbringen, die die Kirche zu verurteilen Anlaß hätte. Der wahre Er­halt feines Wickens war nicht, thealogisihe Streitfra­gen auszurüttel», über die er straucheln konnte; er be­zweckte vielmehr, die Gläubigen aller Staude unb Be­rufe wieder zum (Seifte des Evangeliums zurüchuru­fen, den religiösen Wert dieses Geistes zu bemessen, trenn er im Leben, in den Gefühlen unb in den Wer­ten btr Menschen Gestalt annimmt. Er betonte im­mer seine kindliche Unterwürfigkeit unter die Autorität der Kirche, unter den Apostolifthen Stuhl des BsskhofS von Rom. Wenn er noch lebte, bann würde er sich rühmen, der Welt dafür ben Beweis und ein Beispiel Zu bieten." Die Worte stammen aus Fogazzarr-s letztem Werke „Letla", dem Roma», der dem so viel besprochen«! „I! Santo" (der Hcllige) folgte. Man kann sie als eine Eelbstcharattersstik des Dichters neh­men, als ein offenes Bekenntnis seines Irrtums, der die Jndexkvkigregatiou bewog. „U Santo" zu ver­urteilen.

JvS«H-aro war ein Mann voir hoher künstlerischer Begabung, der seine eigenen Wege in seiner Kunst ging, dec durch die Kraft seiner Gestaltungsgabe, seiner Empsuugstiefc und seinem Humor ebenbürtig neben dem größten modernen ttalienischen Romandichter Ga­briele d.Annmizio seinen Platz behauptet. Er war ein Idealist, der gekämpft gegen ben einbrragenbeu Na­turalismus in der Kuirst,der die Blitze seiner Rede schleuderte gegen Materialismus und Skeptizismus, wie er nach den Jahren der Einigung üppig ins Kraut ichoß.

Seine dichterische Lausbahn eröffnete Fogazzaro mit einer Gedichtprobe an den Komecsce, es folgte die reizende VecStwvelle „Miranda", die in Deutschland Aufsehen erregte, als sein Vaterland dem jungen Poe­ten noch kein Gehör scherrtte. Den Höhepuntt des künsi- lerif'hen Schaffens erreichte et mit dem Roma» „Da nicllc J&odl5". Im Jahre 1895 erschien bann der erste Teil jener Triologie, die ein gewisses Ein lenken in die verschwormnene reformkatholische Bewegung des neuen Italien erkennen ließ. „Piccolo mondo antico" (die Kl ein wett unserer Väter) und der fünf Jahre später folgende Band „Piccolo mondo moderrw" (Die Kleinwelt unserer Zeit) waren die Borläuser zu dem „Jl Santo", der beit Dichter für eine Zeitlang zum erklärten Liebling aller derer machte, die dem „Ultca- mordaniSmus" gern etwas am Zeuge flicken wollen. Amh gut kachstische Kreise ließen sich anfangs von dem glänzenden Werk blenden, selbst eine ber ange- schendsten katholischen Zeitschriften Deutschlands hatte dem Roman ihre Spalten geöffnet, bis ber Spruch dec

* Ter Bazillns der Langledtgieit.

'S -Aue TMf und Ibissen.

wurde nämlich nach Art ber Butter mit Wasser und frischer Milch bmchgeknetct, gesalzen, gefärbt und un­ter der Bezeichnung Kunstbutter ober Margarine, auch wohl als Marine- ober Sparbutter, Butterine usw. in ben Verkehr gebracht. Nach bem Verfahren des Er­finders hergestellt, entsteht eine ber Kuhbutter sehr ähn­liche Zubereitung, die sich in Farbe unb Konsistenz kaum, im Geschmack unb in ber Verbaulichkeit nur wenig von der Naturbuttcr unterscheidet. Der Mar- 1 garine fehlt jedoch bet hohe Gehalt der Butter an löslichen, flüchtigen Fettsäuren, die je nach Viehrasse, ! Fütterung unb Haltung usw. ber Tiere in ber Menge

auch in ber Butter verschieden sein können.

Wie leicht erklärlich, wurde die Margarine schleu­nigst von spekulativen Händlern zur Verfälschung der Naturbutter benutzt, und umgekehck verbesserte man

vermieden, und der lefcte Grund hierfür sei die Ber- ändecung feiner Eingeweidebstterien durch die Hinzu- fügung bet Mchsänrebatterien. Unter ben Dacmbatte- rio* jinb einige besonders bedenttich, nicht nur als Faulniserreger, sondern weil sie die unangenehme UgenfcfHift hckben, Gifte zn erzeugen, die de» Körper schadrge^z. D. Indol und Phenole, die zwar nur in 1 cnP'chen, aber ganz langsam schädi-

eer.b wfen hüupffachüch auf die Arterien, die Le- b«, die Rieten wnb das Gehirn. Bei der gewöhnlichen Ernährung werden mut bie schädlichen Eingeweidebak- ienen mttentahri. Durch Nahrungsmittel, die Mllch- säurebattenerr enthalten, kann ihr Wachstum aber be­deutend eingeschräntt werden. Es sind »icke Präparate im Handel, die dem Körper diese nützlichen Milch- Iäutebafterien Krführrn sollen, häufig aber bleiben sie rotz regelmäßiger Anwendung wirkungslos. Ein Grund jittfür ist, daß die Milchsärtrebaktecien im Darm ab- lerden, wenn sie nicht bie nötigen Nahrungsmittel vor­finden. Zur Erhaltung des Lebens brauchm sie Zu-

Kngerfichers Panzer.

. In der Zeitschrsst „Schutz und Waffe", Verlag von I. Neumann, Neudamm, plaudert W. Kabel in fesselnder Weise über das Thema des kugelsicheren Panzers. Wir entnehmen dem Aussatz folgendes:

Die Idee, einen kugelsicheren Panzer erfinden zu wollen, hat bereits zahlreiche Menschen unglücklich ge­macht. Der erste, der sich nach Vervollkommnung der Schußwaffen an diese Aufgabe wagte, war der eng­lische Waffenschmied W i l f on. Dieser bot im Jahre 1810 dem englischen Kriegsministerium einen von ihm erfundenen ttigelsicheren Panzer an^ ber ein so leichtes Gcwicht haben sollte, daß jeder <solbat ihn bequem unter ber Uniform tragen könne. Gleichzeitig erbot er sich, seine Erfindung am eigenen Leibe ausprobieren zu lassen. Das Kriegsministeriuin ging auf dieses An­erbieten wirklich ein. Auf dem Hofe einer Londoner Kaserne wurde» bann auf den mit dem Panzer be­kleideten Wasserifchmied im ganzen fünf Schuß aus verschiedenen Euifernungeu abgegeben. Die ersten vier Gewehrkugeln taten Wilson nicht ben geringsten Schaden. Da wollte es das Unglück, baß das fünfte Bleigefckwß genau die Einschlagstelle eines der frühe­ren Gescyofse traf, ben dort bereits halb zersiörteii Panzer, der aus. einer filzigen Masse bestand, durch­bohrte und dem uuglücklicheil Erfinder in die Lunge drang, eine Verletzung, der Wilson wenige Tage spä­ter erlag. Genau dasselbe Schicksal ereilte 1845 in Paris einen Frairzoien namens Durieux. Auch er wurde durch die ffchste der auf ihn abgefeuerten Gewehrkugel» getötet.

Besonders zahlreich wurde» die Erfinder angeb­lich tugelücherec Panzer aber erst mit der Umgestaltung der Hansfeuerwasfen zu Hinterladern und der damit verbundenen stirkeren Durchschlagsfähigkeit der Ge­schosse. Wieder war es ein ©nglänber, der eine Zeit lang viel von seiner Erfindung eines absolut kugel­sicheren Schutzschildes reden machte. Dieser Schutz­schild soll tatsächlich außerordentlich leicht unb dabei vollkommen biegsam gewesen fein. Schließlich sollte bie Erfindung m Gegenwart der Königin Vittoria er- , probt werden. Bei dieser Vorführung im Juni 1882 ließ Walker, so hieß der Konstruttenr, auf noch kürzere Distanz, als dies früher geschehen war, auf sich schleßcn. Zum Entsetzen der Anwesenden aber sank er gleich auf ben ersten Schuß lautlos zu Boden. «Sofort nahmen sich einige anwesende Aerzte seiner an. Aber jede Hilfe kam zu spät. Die Kugel hatte zwar ben Panzer '.richt durchbohrt, die Wucht ihres Anpral­les, die gerade das Herz traf, war aber so groß ge­wesen, daß eme Zerreißung des Herzmuskels ftattge-- funben hatte. Hiermit war bie Walkersche Erfindung natürlich für alle Zeiten erledigt.

Im Herbst 1889 wurde in Genua ber italienische Leutnant Angerra, ber einen kugelsicher gefütterten Uniformrock konstruiert hatte, von seinem Freunbe bei Versuchen mit dieser Erfindung erschossen. 1891 fand der auf einer Pariser Varitö-Bühne mit einem kugel­sicheren Mantel austretende frühere holläiidifchc Offi­zier Graf Elgerland den Tod, ebenfalls infolge fchlechtec Verarbeitung des kugelfesten Stoffes. Schließlich sei auch noch der deutsche Schneidermeister Dome erwähnt, der mit seiner Erfindung, für die er feine ganzen Ersparnisse geopfert hatte, auch keine Reichtümer erwerben sollte, vielmehr durch die über­standenen Entbehrungen unb Aufregungen schwind­süchtig wurde und in bitterster Armut starb.

JnderkonsceMtion der katholsschen Weit und auch dein! ^ron bie Verpflichtung, di? Pilger selbst nach Je- Dich.rr fdbii die Augen »TPirie unb auf den adschuffi- ru|a[eItI geleiten, für sie mit den mohammedanischen gen^scg zeigte den kr Poet K^MMN tE i Behörden zu verhandeln unb die üblichen Abgaben fogazzaro har nicht gezögert, sich dem kirchlichen > T^ren zu bezahlen. Das waren die hauptsächlich- Lehramt Pi rmtenverft>n Ec nahm^ ainttdeni-otho- afcr lauge nicht alle Bedingungen des Ver- Itfeiifembtm rasch bie Freude an seiner Straft. Fo- ‘ ftngC§ u

gegeben hatte. Man badete auch, und zwar in voller, ........... VM1. ......... uvia„ luuli

Kleidung im Jordan, und tauchte kleine Glocken ein,: daß von vielen Seiten, natürlich am energischsten von bie man bann in Deutschland aufhängte. Wie noch den geschädigten Landwirten, lebhafte Klagen ertön- heute, nahm man Jorbanwasfer mit, doch waren die ten, die schließlich zum sogen. Margarinegesetz vom Schiffsleute dem nicht hold, Weil sie glaubten, es ‘ 15. Juni 1897 führten. Es gipfeln bie wesentlichen bringe bem Schiff Unheil. Die letzte Nacht vechrachte Besiimmmtgen des Gesetzes darin, baß als Margarine