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$onittr$l«g den 9. Mürz 191t.
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fuldaer W Zeitung
2. Blatt.
Druck «k> Verlag ter $albaa IcffeMbn««trd ti Snlteu
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porla» rmmftht 2;^ EulMrANA! «» MreftÄm^turr^
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für proketariscke Interessen, nicht aber fift die de« HandwerS etutreten. Den» sah schon Engel« in der Vernichtung der kleinen Handwerker und Keufleute durch de» KapttuliLmuS ein gute« Werk weil fit „durch und durch reaftionäf seien, so hat auch der damalige fozialdemokratisch« Schuhmacher und Reich«. taaSateeordnete Bock-Gocha offen in seinem Schuhma- ,cheftach blatt erklärt, daß er den Mittelstand so schnell tote möglich verschwinden sähe, weil er der Sozialdemokratie hindernd in den Weg träte. ,L^ir tonnen seinen Untergang nicht stütz fie» nu<T herüeistihren." Zieht man aber selbst diese 5 So- ziaLcmakdat« ab, so bleiben noch 20 Handwerker im ReichLtLgL. Handwerks-Interessen werden natürlich iümt. weiteren Kreisen der ALzeordneten vertreten.
bmswert fft, daß auch der mit besonderer Hamiäckiz- lörii an der Neutralitätsmaske festhaltende Buch druck er verband an diesen Geldspenden beteiligt ist. : Iss der sozialdemokratischen Frankfurter „VolkSstimme" fern man fo Nr. 35 unter den Eingängen für den -Wahlftnds neben anderen „freien" Verbänden auch den „neutralen" Buchdruckerverband wieder mit 163,20
katecroräm. lBeiMck.)
Eickhoff («afWJ rprhfrr sich für Öen Antrag Gröber ans, «M M Atm ^nrachsttichmrss des Stil»
tssche Zoziakdenwkftttie, sondern steuern auch sinarizielle Wittel Mr Wahlzwecke bei Bei den letzten Reichs- iLgswahken stnd über 100 000 Mark aus diese Weise ; ihrem eigentlichen Zweck entzogen und auf dem sozial- demokratischen Barteialtar geopfert worden. Brmer-
hal a-is RegiLruuA Ueeiti Mtzsc anentanni- f _ ivüüützl» StatchiL ich arsvrdvckich. ML «chttKw Baut» ieilutrj, 8er LerlMuisse. in den. auMtnen BemMLrr»
DeMcher Rekch.
k Dir Bertrrdmg tell .Handwerks im Reichstage nicht fv gering, tote man meist ennhrnnt. Jur kieichStnq» gehören hier us elften. Haniuneckr, uLulich ß, dem ä ernt cur nr an. Dio 5. WrckdeimckaMfiHm vieichstagsabgeorilnetLn, die dem HandmWLrstrmde tzngchären (ein. Schnridermeifier, Mel Schuh machen- jhieifkc und Pvet Buchdruckereibesstzer)- dürfen bMge» tvcise fteilich nicht als eigentliche Vertreter de» Hand- ^verkerstandes gebucht mähen, da sie parteimäßig nur
-r. Gewersschafisgelder für Parteizwecke. Die so- WnatMtcn „freien" Gewerkschaftm treiben nicht nur müiidüche und schriftliche Propaganda für die poli-
Mark verzeichnet finden. Bei der letzten Reichstag-» wadl bewilligten vom Buchdruckerverband der Ortk- verein Breslau 100 Mark. Frankfurt a. M. 250 Mk. für iozialdemalratische Wahlzwecke.
)( Beim Bahnbau in Denssch-SLdtoestastkka hat e« wieder bedenkliche Erscheinungen gegeben. Die Beamten stnd unruhig geworden: Die deutschen Beamten der Bahnbaufirma Bachstein u. Koppel forderten, indem sie der Firma vorwarfen, daß sie über die LebenSmittelpreise in Südwestafrika irreführende Angaben gemacht habe, eine Lohnaufbesserung von 30 Prozent Die Beamten ersuchten die Firma weiter, die antideutschen, nichtakademischen, tschechischen Bauleiter zu entlassen. Die Firma antwortete auf diese Forderungen mit der Aushebung des BeamlenkomiteeS, mtt dem die Beamten sich solidarisch erklärten. Da« Komitte hat den Gouverneur um seine Vermittlung gebeten. Natürlich steht daS Publikum auf feiten der Beamten. Warum soll auch in Deutschland Geld für ausländische Leute auSgegeben werden, während deutsche Techniker in ungeheurer Zahl stellenlos sind ober sich kümmerlich durchschlagen.
)(Der Liberalismus Schrittmacher der Sozialdemokratie! Wenn den Liberalen vorgehalten wird, ihre Hetze gegen alles und jedes diene nut der Sozialdemokratie, so sagen sie, diese Behauptung entspringe dem Parteimteresse ihrer Urheber. Vielleicht sehen die Herren eher ein, wem ihr unglaubliches und unverständliches Treiben dient, wenn sie die Aeußerungen leien, mit denen das Breslauer sozialdemokratischeBlatt.Volksmacht' den Wahlausgang in Lindau-Immen- stadt begleitet:
Vorläufig werde der Eudkumpf im Akgäu allerdings noch zwischen Liberalen uno ^Klerikalen- aas« gejochten, aber Wahlen wie die in Friedberg-Büdingen zeigten, wie sich solche Kreise dann weiter enlwickein: „Noch ein paar solche Sätze und wir haben uns hineingedrängt i n die bisherigen Beherrscher der Mandate". .Die Zukunft des deutschen Volkes ruht sicher bei der Sozialdemokratie, deren endgültiger Sieg, wie alle Erfahrung immer aufs neue beweist, nur etne Frage der Zeit ist".
Erfolge des Liberalismus gegenüber rechts stehenden Parteien stellen — das wird hier klar und deutlich ausgesprochen — in den Augen der Sozialdemokraire nur ein Uebergangsstadium dar, das ihren eigenen Siegeszug vorbererleu hilft."
*♦ Erzieherische Stilblüten. Um die Propaganda unter der Jugend noch intensiver zu betreiben, geben softaldenolratifche Parteidiatter neben den besonderen JugenLorganen noch eigene regelmäßig erscheinende J-igenddeilagen heraus. In weicher Ärt und Wetze hier die „Erziehung" der Jugend betrieben wird, davon liefert die Jugendbeilage der .Dortmunder Arbeiterzeitung', Ter junge Kamerad Nr. 3 ein abschreckendes Beispiel. Im erst n, „Katechismus" nderjchrievenen Artikel versucht der Later seinem Söhnchen, das zum erstenmal die Schule besucht, klar zu machen, daß beten gleich» dedentend sei mit lügen. Das Kind kann das nicht begreifen, daß alle Menschen, welche beten, gleichzeilig lügen sollen und fragt erstaunt:
Der Lehrer auch?
Das weih ich nicht. Jedenfalls must er so tun, als ob er btau glaubte. Sonst kriegt er nichts zu essen.
Das ist aber gemein. Wergt du noch, Vater, wie ich die zwei Aepfel aus der Speisekammer genommen Hai e, und nachher hab' ich gelogen, ich war es nicht?
Ja, und Mutter Halle doch gesehen.
Da hast du gesagt, wenn ich nicht sage, ich habe es getan, kriege ich am Abend nichts zu essen.
Ja, wer lügt, der Irregt nichts zu essen.
Abrr, wenn der Lehrer lagt, kriegt er was zu essen? Ich will kein Lehrer werben.
Es gibt auch Lehrer die nicht zu lügen brauchen. So? Wo denn, Vater?
Das ist in andern Ländern.
Im weiteren wird dem Kinde, nachdem ihm das Mißtrauen tropfenweise beigebracht, der Haß in derselben QuamNät verabreicht. Der Zweck der Hebung ist erreicht, das Kind leistet das gewünschte Berlpreche», alle Richtfozmldemolraten zu Haffen, ehrlich zu hassen und nicht nachzutaffen im Haß. In dem Schlußarli el, „Kapuzinerpredigt" wider die „Arbei'er-Jitgend", Borgen a m auf dem lustigen Ädend der Ardeiterjuzend im Elberfelder Volkshaufe, finden sich folgende „erzieherischen" Stilblüten:
i entern, kühnen Schlage das Spinngewebe von politischen KcMukakronen, welches Belhmanu-Hollweg Wer. das deutsche Paierland breitet, durchschlägt ua» »nmlchlek. Der genannte demokratische Polütker «L von Konferenzen von Politikern wissen, «t Senat auch Vertrauensleute der Regierung teil» i gertüuitog* Haden sollen. In diesem Kreis fei be- ichLzHua morden.
oder Lüsseldot h
Lüg. Eichhorn Laz,) Üefüimatiat gleichfalls da. e nhcküuhas WnUporls tuti» wünscht. verichreLena Äo- bührLusaauästiMngeu. Die rUitabeautteiL [atlian jpr Arbeiten tzeMngegonen werden!, Sie jntzl die nrftlEereu Beanstrn pr verfetten tetn-rr. Sfctm (et jir niet Arrnichrs- yer[ auw# »wfleneee. Hu u>e#we llußchwE sich Mvvnnr über ernt Weih« van MkH»W-lu^ss m Lstu.bsomi«»
!Äugv Du. Trüschen (ldichch- Den 6tat bietiffi mm durLauS gäuftiges itidä. Aw dem Beamtenichmfüch find die Parteien diejes HamisS mis Schuld durch die Forderüwg neuer ©teilens. Lio- obreren Boamüm find» »um L«l "setze iÄnßut-er. $».-«. fieäauern wir, Schi Die KvmmisfimN an. Qm uettmr Steilen Abstriche v-rr- aenairnnen hat. Art swe HiuM! ststzrnrg dos. EmtrgrchrrLs der Assistenten Wunen nrr noch nichL lp-rcmrrsknt.
SioatsMLksr d«L Msch-pst>ErlL Ärillku: Wo AbchrdesumU dos LiWstsimswechchmM innerUcgt den EriochgnngelU der Aetchsrs.ssurts^ !tie haffaslltch Haitz zu EnlschlüfsM gedoihsa werdew und üpten. aargoLegt werden Eiinrren-, Den WLwi-ck s«, des Antrags Gröber lull nach WSglichtei.t endsprachen werLen. mit AuÄtichnts Ser Paso- tnto $tfegritrbernckcetür Prüfung. An Bew nett gefordertetr Stellen rnSchto ich bitten, tone L»strich« ll-trzttnshmem Im. »eiteren, weist Hieötren MfchiverdM iiäec wtllLuüichs 5&eamta» pet setzwezetr aB utrbegtfeQet prrüch. ®ne 96erein§eil#> lichmrx bopv. SraiSaigieng. dss Wellbp ortaL ist nicht so einfach und würde einet gLOHM lLmnahmrcmZsull zur A-alzs fy&e*.
, Abg. Dr. Sirefentrnsr (mtif.) mtiriret sich ztnukchst gegen äte ÄetQesamg der FernsprechgebLl)rsnvrdn«ug^ und Seftkvchd danrr Bemnt«w«hA»nfftz Dl» Orga- uisatiauLiiestreSmigen Oer. Bearmru find durchaus tte$ rechtigk, fvtmrgs ste sich nr g^szüchen Bahgreir Le-- wegen.
LbG.Lü»st l,Ap )r. We Emsjchrte^ QeS avwpLifche» EinhsitAsrißk son. KI Pscnvrg für ein Briesgenuchr uan 20 Gramm ist mach MLAichstett zu. fikrLem. Nur emr Unlerürechmrg der Telegraphen nnd Teleptzmte imedj. elementar» Ereignisse mSgüchst anszofchalren,. ist döo Anlegung von Kabeln ersotderlich, LesoudeiS nach Westdeutschland,
StaatssekrMr Stätte: Hinsichtlich der Legung- rtea Kabeln bestehM noch techntsche Schwierigksren. Wir hoffen, Oafi die Berfuchs yt rarem günstigen. Refullai sühren werden.
Donnerstag! Fortsetztmg,
[I T« Wahlparole. Von gewissen Politikern mvlttz Herr von Bechmaun-Hollweg immer wieder Qaruiif «tgebahrt, doch endlich eine Wahlparole auszugebeu, natürlich eine Parole, auf die diese Herren sich mit tigerartigem Alan stürzen kümnm, um fie zu zerfetzen. Da nun aber der RerehMurster ihnen den Gefallen nicht tut, so müssen fckmr em trete Leute antreten, die sich für ihn ihr Öirtr zrrmarlern, und die natürlich viel besser als der MrchÄorezls selbst wissen, über welchen sürchter- .. stchcm Plänen er gegenwärtig brütet. Zu diesen a*=* iäeui6B Whört der stramme Demokrat Franz Pfen- tt _jraia.EJ.extr bet yeiBer Zeitschrift „Die Aktion" als Lticr teS Vaterlandes auftritt, indem er mit
fcert. saü. das Dststpimarv-rs-hrM m» aus»
le'-.L'.aQi's Gsr«k!ien »oun-her mrtz insbossndere das S8teQ e-ta-urrea hm eo e-tf ach reut
ferner toll auf iSutiragiurger tn iire ^erfaiiat- «tt e-ir Sm ä-.m Seamteir pmr Bachrerl gererchra, nur dann rare KMscheimmg gearnnSer werSmr, wenn Üenr Be.imus (gelegtni)ett zmr UeufiemivK gesieben stk. Weiler fititeeU Ütr WteMU mrrr StoMlL Ätt die ft a nri lremv a r hä l tnrff a der StmchÄeaMLra und die MLsllchÄrt. emer Würderhollmg der Post- nnß £e!cgraiil} tote *retätp rüsung.
Ahg. ®rü6et iZenlr.f babxarect, daß. die Aesiall-- d uu zsrasarm nicht alle Wunsthe der Beamten be t eotjt Huba; brrBerarttwvrUmtz hierfür treffe aber sticht draR«ichst-.rg. Redner vegnmsee denZentrmirs- r.ntr a, nm iut-mg-rmrs r.mge» itÄrnschra her Beamten- »:ad;»lEommen. Im D-dplartrerMiVen finL Zue amten Wtzlftetz schlechter gefteflr als im vegukär«»
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Lentscher Reichstag.
Sitzzmg vom 8. Wärz 191L
Das schwach besetzte Han? beginnt die DernliMg des
QJ . en - t. . »a 4» 0 ; s > UU w
Zum TilsL „Kchakt des aaaSTe&etirS" e» IIn trag ®r$her (Zentr.b nor^ 6« dw feotUfiing etsaS SefensntronrfeS ipe SJfetnregefirng »et tieii».ner!ihURtfle»er ptetchSd-amte« st»
durch euren künstlich hetvorzurafenden pat rio- Lbfchen Kummet die Wahlparole zu machen, sodaß ! Sas Bult mner o-em Hurrngebrüll „DeutschlanS Trnllch- - 1-utd aber erfi«9* in die Wahlen ziehen. ,Fft Ihnen, » Co wert Herr Plentert den Reichskanzler an, de- tannt, das m Betin» türzkich (zweimal, bretmah „vrt- ttaalidte"' Besteechnngeii zwischen einigen maßgebenden Pol'.ük«» st«ttgssnnben haben zwecks Dichkuna einer - Wahluato'e tzür dir Äegierung? Mkl Brrltauens'.enten icer yfegfnunfl? Jsi Ihnen bet Muk geworben, unsere Mslandsprlilik ausmerkfamer denn je belauern zu chtsslu, usu. ernt’ Mchlp-rroir zu entdecken? Kennrrr S e wie r „Wir können der poiksverhetznnZ, i tow uou Liberalen und Soziatdemolralen mit allen l’lii (ein Deiriebin wird, nur entgegen mitten, wenn rotr an dir mrriwnxtfe Ehre des Volkes appellieren? Kennen Sir Seit Satz: „Das deutsche Volk muß wieder an > stino M«!e, für dir seine Bätet ihr Leden rastetzle», emn®$. nrerden, soll es von den VeinUchen Interessen, ate ihm von Versllmsllun gsdemagogen ans Herz gelegt • metbin, aMhen? Wissen Sie, Herr rtteiehEkcmzker, :baü ttipm 6te Drohnote an Serbien der Stimm UN g . lSechmrsM getragen hat. Weiler: Iss Ihnen der Bor- schlltg gMtacht worden, im Sommer (iremi die Bor- ■ nxbeiteir zur ITebenuntpetung weit genug gediehen . ratoren) dra Reichstag nach Haufe schicken zu kaffen - n-uch der Btztw«rd ist schon erwogen!> und sosorr die : äte’nnrtldeu („der Augenblick muß Taten zeitigen") sus- ■ zi'.schiN’tora ? Sie »erden, Herr Reichslunstet', sich schon > die Mühen geben müflen, eme deutliche Antwort yt giften."
Ter Reichskanzler hat wohl mehr zu tun, als , auf stich» Anzapfungen, denen bisher noch jede tat- llächkrche Unterlage fehlt, einzugehen. Ca-he des sffeuLar sehr phnntafiereichen Herrn Pfeufert wird ;®S Wntwehr sein, erst einmal mit Beweisen anzn- : tsatere. Sotange dos nicht geschieht, dürfte es ihm kaum gelingen, das Volk in die von ihm gewünschte • BeutemhiMUg »bet die nächste Znktrnst Deutschlands
In? Zuchthaus soll euch der Bethmmm stecken. Da möget ihr sanken und verrecken, (!) Und die Arbeiter.Jug«rd, eure Zeitung, Die gibt zu dem Frevel euch noch die Leitung, Die kann nur lügen, schimpfen unb Hetzen, Seht so, so reiße ich fie in Fetzen
Und schmeiß' sie euch in die stechen Gesichter, Vermaledeite Bösewichter!
Und endlich gar hier, die Freie Presse,
Die schlüg' ich am liebsten euch in die Fresse. (!)
Das ist keine Erziehung der Jugend, sondern Vergiftung. Um der hwr drohenden Gefahr vorzubeugen, gilt es, die Heranwachsende Generation in den konfefsionellen Jugendorteinen und christlichen Bernfsotganifationru zu sammeln, damit sowohl auf religiös-sittlichem wie wtttfchaftltchem Gebiet der nötige Schutz und Rückhalt vorhanden ist.
♦ Weimar, 8. März 1911. Der weimarische Siaats- fiskuS gebenft sich an dem Kalibergwerksunternehmerr „Dönges" (Bezirk Eisenach) zu beteiligen. In einem dem Landtag gugegangenen Ministerialbekret wird dieser ersucht, seine Zustimmung dazu zu geben, daß sich der Staatssiskus an den B etgiverksimternchmungm •nit 334 von 1000 Anteilen beteiligt. Der Fiskus ist bereits an sieben Bergwerk«! des Landes beteiligt. Dem Fiskus gehören insgesamt 240 Knie im gegen» wärtigoi Wert von übet 2 Millionen Mark.
d* München, 7. März 1911. Ptm zregent Luitpold will mts Anlaß seines 90. Geburtstages 10000 Mk. an die Münchener Stablarmm verteilen lassen. Der Betrag ist bereits der Stadtkasse über- tviesm. Den Militärpersonen im Bereich der bayerischen Militärverwaltung, gegen welche Strafen auf dem Disziplinarwege verhängt stnd, erließ der Prinz» regent ihre Strafen, soweit sie bis zum 1L Marz noch ilicht vollstreckt sind.
Zm!- -
** Tos Writrüften in großen Schlachtschiffen kann wieder losgchen. Die Engländer haben soeben den grö ßten Panzerkreuzer auf Kiel gelegt, der, den Romen „Queen Mary" erhalten soll. Das Schiff Hot ungeheure Dimensionrn: Länge 725 Fuß, Breite 87 Fuß und WasserverdräuMng 27 000 Tonnen. Die Fahrgeschwindigkeit soll 28 Knoten betragen. Die Artillerie dieses Panzers wird die stärkste sein, die bisher em Schlachtschiff hatte; sie soll aus acht 13,5 zölligen Geschützen, m Türmen untergebracht, imb außerdem ans einer Batterie von virrzälligen Geschützen, be» 'teheu.
** Aafruhr in Marokko Ueber nerrerliche Utt»' ruhen, namentlich in der nördlichen Umgebung von Fez, wird Paristr Blätter zufolge gemeldet: Am 2. d. SL nmront der deutsche und englische Kurier, die su:t Tanger och Fez wollten, unterwegs angebaUen und vods.zudig ausgeplündert. Die frauzöstschku Kuriere erlitten das gleiche Schicksal, kommen aber flüchten und, nachdem sie ausge- raudt wate», nach Fez zirrää lchren. Der Wochene markt von Fez tonnte am r urigen Donnerstag nicht statlfindra, da cs an Waren gebrach. Kein Kaufmann wazt, das Stadtgebiet zn ver affen. Es fehlt bereits an den nokweudigste» Oiahrungsmiiieln, do die Hauptstadt ieme KorrZte besitzt, sondern vor. einem Tag zum andern aus ter Umgegend verproviantiert wird. Seit drei Tagen iss Fetz ohne Verbmdmig mit Tanger. — Der Stamm Srt, rarda hat gegen die vom Kalifen Gkavi befehligte Dssahalta, die m der Rahe von Hadjaua lagert, Fe i n d i r- feiten eröffnet Alle Stämure nördlich i md aufgebracht gegen du Machst«, r. ■■ ..q gegen Glani, der fie berücke. Die _: imme machen dem Sultan den Vorwmf, freivdinireunb- licheu Tendenzen zu huldigen. Das deutsche Kanonenbot „Eber" wird nach einem gestrigen Telegramm aus Tanger auf der Reede von Casablanca erwartet Der auf enter Kreuzfahrt von den Kanarischen Inseln kommende „Eder" wird mehrere Tage vor Casablanca verweilen, Angesichts der mnermarol rnffchen Unruhen und in Anbetracht der Tatsache, daß feit langer Zeit die deutsche Flagge an der marotkanischeit Nordwestlüste nicht gezeigt worden ist, wird das Erschernen des Kanortcn- boots von der deutschen Kolonie freudig begrüßt. — Rach amtlich noch nicht bestätigten Nachrichten soll der Ches der französischen Niilttannisston in Fez, Major Mangin, ermordet worden fein.
Plötzlich draußen vor dem hoben Portal heftiger Wvrlwechfel, der wie ein greller Mißton in die heilise Handlung hereiuschrillt.
83]
Roman von Erich Fr Lesen.
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paar.
„Die Frau spricht im Wahnsinn!" sagt er hart. ,,&ie hat chc Lord Douglas ein derartiges Versprechen Se§e6ee! Führt sie hinweg!"
WerrebeS zuckt zusammen. Ihr unstät flackernder Bück schießt hilfesuchend umher.
„Sterne Schwester spricht die Wahrheit!" ruft jetzt MaMüLs weit schallende Stimme. „Unter falschem Damen schlich der Schurke sich in das Herz der Arg- loseir ein! Zwar hat noch acht die Kirche bat Bmft> gesegnet; aber versprochen hat er es ihr hundertmal.
Rasch Mießt bet Kirchendiener die Türen.
V« dem Altar werden die Ringe gewechselt . . . der Wtiester spricht den Segen--
Da — ein durchdringender Schrei vom Portal her.
Etz, junges Weib reißt sich von dem fie zurÄhal-
: tatter Kirchendiener los.
,F«ßt mich! Laßt mich!l Ehe es zu spät ist!!!"
Bto tote eine Wahnwitzige stützt sie dem Alin» W.
W-mlofe Erregung. Alle» springt von den Sitzen E- Ter Pftester hält inne mit den segnenden Worten —
Die Braut ist einen Schftü zurLkgetreten, als sie Mercedes Alvatez erkennt. Der Bräutigam aber starrt Mr Rasende an wie ein Gespenst--
„Ehrloser Heuchler! Meineidiger!!" schreit das awMKnhe Weib, außer sich, Lord Douglas beim Ann
packend. „Hast ®u mir nicht geschworen Mich zu Deiner Fräs zu machen vor Gott und den Menschen: . . . Hast Du es mir nicht geschworen bei dem M- UMsßÄgat dort eben?"
Einige Sekunden ist eS, als drücke eine schwere Faust Lord Douglas' Genick nieder. Er zieht den Topf ein und senkt scheu den Blick vor den haßetfiill- tat schwarzen Augen.
®<» ermannt er sich. Mi einem energischen Ruck richtet er sich kerzengerade auf. Ein kaüironisches Sächekn umspielt seine Lippen — wie damals auf dem Monte Dberw in Capri.
.'i-u-.ffsirM ftÄKrst öte Btsiss ter Sctzteisr
Ein mannarwÄHsS unS-mqM« GftM wird sich'.'8 .> sm Pasr Bäetgmw, rnner fit Schmrrx rr -L - ar ’. > t. uni? rör sqnmmMgeprchter Wck- chcr --
Z:r dte 1 ie. unutters „weitzL Are inrai 'S;ar8tqte5 Die c..si<SL-e BrrnüL TL viMeweiLete zuLiftiM He-rur mr.t Schloß Tusculum?
M.-ir starrt — und starrt--
Er kann den Ausdruck ihrres Gesichtes nicht «Lw- ncn. dichten Falten fallt her Brautschleier vorn tufammen. Aber als er ihre Hand ergreift und sic auf feinen Arm fegt, fühlt er,, tote Mt kleine. Hand ziitcrt.
„Wantm ift Pemrrrdo DaletU nicht Wer?" ftagt er Freu JkvjSvorg in nngbiNgendem Tone. „AM Vater ter Braut hat er ur der Kirche anmeftnd zu sein'"
Trine Muskel iw d«n tote erstnrrten Grfichb Ser Brantmutter varzicht sich, als ffe verächtlich Msschen den zutommenMuchten Zähnen hervorstStztr
. iimiM tetr;mksnk Dr^Hitx, sich aufrecht §r halten.?^
Ur'h fchmi drängt sie vorwrnM
„Lieber Freund —" flüstert Lord Tauglas rafch benr Ämvw xu. — „ter Krmrtvecker ist erknmft. Wte> Vkh»nen Sie fWm iMchtar Kc hente.t"
Mit erwre ü-ummen- SerfieBguns reicht Wolf uoir Berte-»» der .Mvnrmuttsr den.Arrm ©ne Sefende Tarr sich öle DWte fiertet mit rarem seltsamen Ausdruck, pre.chsfttz, inte Mrmkteterd turij doch vM sre» teer Lrexzmrg---
Di" S'üü’me des Priesters ertönt . . ^Orgelklang cu«i ocqptDtpen y
braust hernieder ... die Mocken erdröhnen — — j daß er sie heiraten werde —1
Der Priester, dessen milder Mick die Labyrinthe dieses Dramas zu durchschauen suchte und nun voll Mitleiden auf der todesbleichen Braut haften bleibt, hebt mit hoheitsvoller Abwchr die Hand.
Und Mercedes begreift
Zu spät! Tie beiden dort vor dem Mar sind verbunden, „bis daß der Tod fie scheidet"!
Mit einem gellenden Schrei finkt dos unglückliche Weib zu Boden. Mitleidige Hände führen sie fort aus dem Gotteshause.
Lähmendes Entsetzen hat sich aller Anwesenden bemächtigt Niemand netbd mehr ter „weißen Lilie vom Gardasee" ihr „Glück".
Als aber Lord Arthur seiner Gemahlin den Atm reichen will, um fie himmszugeleiien — da weicht Lilia von ihm zurück, auf die Mutter zu.
Doch nut sanfter Gewalt übergibt Frmi Jngeborg die junge Rmvetmählte dem Gatten.
beherrsche Dich, mein Kind — bet Leute wegen!"
Mechanisch gehorcht Lllia.
Am Atm ihns Gemahls schwankt sie hinaus zur Kirche — nicht mehr Lllia Baletü, die „weiße Lüie vorn ©arbafee", nein: Lady Lllia Douglas di Romano, die Herrin von Schloß Tusculum.--
Während in dem kleinen Gotteshause eine jener im menschlichen Leben so häufigen TtagSbien sich abspielt — wenn auch zum Glück nur selten ter geweihte Boten ter Kirche ihr Schauplatz ist--zur selben
Stunde schweben in der Billa Eden die Schatten des Todes durch das hohe Gemach, in dem Winfried auf feinem Schmerzenslager ruht.
In seinen Fleberphcmtafien spricht der Kranke beständig von Lllia. Er ruft ihren Samen, zärtlich, flehend ... et bescbwöri sie, die Seine zu werten, da er ohne sie nicht leben könne. . . .
Und die arme, selbst schwerleitente Mutter sitzt neben dem Krankenbette ihres Sohnes, feine zuckende, fieber glühende Hand in 'bet feinen haltend, und weiß, daß zur selben Stunde jene Lllia, nach der ihr Sohn mit allen Fasern seines Herzens verlangt, das Weib eines anderen wird.
Fürwahr — eine seltsame Hochzeitstafel: diese tsdcsblciche Braut mit dem ins Leere starrenden, wehen Blick; dieser nervös-erregte Bräutigam, bet seiner Haltung vergebens Festigkeit zu geben sucht. ’...
Wiederholt beginnt die gute Marches» eine Unterteilung. Wiederholt auch wirft Bac-m von Berkou rät Mmunol hin, um das starre Eis des unheimlich-n Schweigens Ar brechen.
Umsonst.
Vor den qäüigen Micken aller steht noch jenes fchmerzeftüDe Leib; in aller ^hren gellt ihr furcht- derer VetMeiflungSschrei nach.
Ob eine Wahnsinnige oder nicht — gleichviel? sicher aber eine — Unglückliche, eine Tiesungl etliche!
Frau Inzeborg ftmn e§ noch nicht fassen, aff da? Leid, das wieder auf fie einstürmcn soll — jetzt, da fie fick und dir geliebte Tochter endlich das langersehnte Glück gesichert zu hoben glaubte
Was fragt fie danach in dieser Stunde, daß fie in dem Manne, ter heute die Stelle des Brautvaters an ihrem Kinde vertrat, der jetzt so ernst rind mitfühlend neben ihr fitzt, den — Bruder totebetertanntet Ten jüngeren Bruder, ter — als sie damals in nn- glssckseliger Verblendung das Vaterhaus, verilest, um ernt unwürdige Ehe einzugehen, der Einzige toar, von dem zu scheiden ihr Schmerz bereitete?
Und muh Wolf von Berkow hat irr der berüstolzerr, trähgealterten Fecm sofort die Schwester erkannt, deren Namen im Vaterhause nie genannt werden durfte, die Schwester, vom welcher ter damals kaum sechzehnjährige Knabe nicht einmal erfuhr, mit wem sie entfloh .. .
I« naher ter Abend heranrückt ,mma unerträglicher wird die Situation.
Niemand findet ten Mut. ton dem zu sprechen, das wie ein graues Gespeist mit toertklasterute'. Flügeln die Keine FeflgfteLfchast umschwebt.
Was könnte es auch nützen?
Lilla ist Lady Douglas. Gleichviel wacher Art ter Mann ist, dem sie sich heule vor dem Altar zu eigen gegeben — „bis daß der Tod euch scheidet."
(Fortsetzung folgt)