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Setatlensbruckun» Verlag berMbaer Al> titHömcferei in ZulbI Zernsprecher Nr. 4.
Erstes Blatt.
Fulda, Dienstag den 7. März 1911.
38. Jahrgang.
Der
kaffen die Strafe IS unter günstigeren Bedingungen et» werden formen. Auch die PrwatfinanzgeseUichaften in ässen in erhöhter Weise zur Erreichung des Ziele» hernnKezogen werden. Sehr schwerwiegend ist trie Frage der LUp«Kurare. Höchst unrichlig ist Ne von einer Seite sqjgksteWe Behauptung, als ob durch Ne BeLAieudesvlvusgsresor» die unteren und mittleren BeauUeu benachteiligt seien, zuguusteu der oberen Beamten. Solche BehauptnnZen find nur aus Wahl»
satzrt «ar von vestem Wetter begünstigt.
Krauprinz begab sich »ach Kairo. Die Heinn wird er nm Wsantmeu mit der ÄroAprin^sftn, ihn in Kairo erwartet«, zurücklegen.
ganz »groß« Sache" werden. Die Liberalen habe» bekanntlich einen Ansturm mit voller Phalanx wegen d«S AntimodernisteneideS angekündigt. Bei der Gelegenheit werden, wie eS heißt, der Reichskanzler und Staatssekretär v. Krberlen-Lächler das Wort nehmen. In der ersten Reihe der Redner werden sprechen Dompropst Dittrich für das Zentrum, Dr. v. Heydebrand für die Konservativen, Dr. v. Campe für die Nationalliberaleu. Als Fraktionsredner find in der zweiten Reil« bestimmt Dr. Pötsch für das Zentrum und Dr. Friedberg für die National» liberalen.
* Die deutsch» fron wfijchm Beziehungen. Die ,Rordd. Lüg. Ztg.' schreibt: Der sranzösisch« Bot» schäft« Tambon hat hier bie Uebernahme der Leitung des fremMfchen Ministeriums des Auswärtigen durch Herr« Trupps amtlich mitgeteilt. Im Namen der dräsche» Regierung wurde Herrn Cambon erwidert, Herr Truppt könne fich einer freundliche» Gesinnung aus deutscher Seite ver-
Destscher Arich.
** Berlin, 6. März 1911. Der Gesetzentwurf über di« staatliche Pflich1fsrtLild«ngSsch»l« ist dem preußischen Adgeordnetmhausr zuaegangen. - Der Kronprinz ist an Bord der Dampfers lÄrabia" in Port Said eingetroffen. Di« Ueder-
keitrn wird diese Denkschrift Ausllärung schaffen
* Evangelische Intoleranz. Das .Hamburger Freml^nLlM', das gewiß nicht als katholiken- freundlich bezeichnet werden kann, enthält in seiner Nummer vo« 5. März folgende Notiz:
Eine» «stMartigen Protest heben die evangelischen Bewohner der Stadt Sonderbur g gegen ihre katho- lifcheu Mitbürger hervorgerufen. Die städtischen Kollegien hatten den Katholiken einen bevorzugten Platz zu einem billigen Preise für den Bau einer Kirche überlassen. Daraufhin wurden mehrere Protestresolutionen in zahlreich besuchten Versammlungen gefaßt. Bürgermeister Dr. Petersen sah sich deshalb veranlaßt, eine AvtKadftimmung zu empfehlen, ein Antrag, der adg^ehnt wurde. Diese Unduldsamkeit der evangelisches Bürger hat die Katholiken veranlaßt, auf den Matz zu verzichten.
4- Auch ein Standpunkt. Wie die sozialdemokratische .Franks. Volks stimme" mitteilt, fand' vor kurzem in Weilburg eine Wahlversammlung statt, in der der ReichrlazSkandidat der Fortschrittlichen Volkspar- tä Herr Güth sich vorstellte. In seiner Rede führte er aus, er selbst sei G e gner der Erbschaftzsteuer und zwar aus denselben Gründen, aus denen sie von dm Parteien des schwarzolaum Blockes abgelehnt worden fei; als Parlamentarier würde er aber aus „Gerech- ligttitigrünben' dafür gestimmt haben.
* Weimar, 6. März 1911. Der Weimarifche Landtag gmehmigte einstimmig einen Staatsver- trag wegen Errichtung eines grmeinschastlichm th ü- ringtschen Oberverwaltungs gerichtS. Hierbei würde der Wunsch ausgesprochen, daß es ge- lmam möge, sämtliche thüringischen Staaten zum Bei- tritt zu diesem StaatSverkage zu bewegen.
* Wilhelmshaven, 6. März 1911. Der Kaiser übernachteie auf der „Deulschland". Heute vormittag besichtigte er in Begleitung der StaatssekretätS v. Tirpitz die kcii'erliche Werft. Nach em« Frühstücke ta'el an der der Großherzog een Dfoenburg leilnahm, fehle der Kaiser die Besichtigung fort. Die Abreise des Kaisers nach Helgoland soll morgen früh erfolgen.
* München, 8. Mürz 1S11. Dm klösterlichen LehrerinuenbildungSanstalten In Bayern erwachse» jetzt große Schwierigkeiten. Infolge der Ueberproduktton an weltlichen Schulamtskandidatinnm soll bi« ZaP dieser Anstalten beschränkt werden. Man scheint «wer »och weiter gehen zu wollm, denn man hört, «S «Scheu Versuche unternommen, Klöstern, welche Kandidatinnen des eigenen Ordens al» Lehrerinnen ausbildm wollm, dies ju untersagen und außerdem noch Mefa so beschränkten Anzahl von weiblich« Klöstern bie Zahl bei Aspirantinnen, welche zu Schwestern staaSichersetts herrmgedlldet werden, festzufetzen. Dich mir« so maßlos engherzig, daß eS vorerst unver» ständlich ist, wie man auf ein« solch« Gedankm vev-
rücksichte» zu erklären.
Adg. Schmeddiug (3tr.) widmet dein früheren flikmnzmiruster einen a netten neiiCen Rachruf. Was den schlossen Kurs der pieudffcheu Koniols angeht, so möchte ich davon abraiea, feie Sprulaffeu durch gesetzlichen Zwang zum An!«lf mm KousvlS zu verpflichten. Slles» in Frankreich die Sparkasse» zum Ankauf von Slaatspapieren verpflichtet find, so liegt der Grund darm, daß Fruntreich weientlid) Reninerfiaat ist, daß die Bevölkerung nicht wachst und daß das gewerbliche und industrielle Leden dort stagniert. Mfo coe einem solchen AukausszwanZ für die Sparkaffen dürfen wir un$ nicht $a viel vrriprechcu. AndLrerzeits würde bie Einjührunq eines solchen Zwanges den Konkurrenzkampf der ßparkaffen nnt dm Depvfti-enbanken er) chweren. Es wäre zu erwägen, ob der Staat nicht wernAstens einen Lcü VeS AuleihrdedürsAiffes üt anderer Aorru als durch unkündbare KonfoW b^riebigea iöante. Dies wäre besonders auch untroenbig, um Mündel und ui bete brvsimusdete Perl vn en vor Schaden zu de- wahren. ®en zweiter Punkt, den ich hier berühren möchte, betrifft bie Fürsorge für bie AttpenfinuürL. Die im Etat eingestellte Summe von 2*/» MMionen bleibt hinter Len Erwartungen der Mtpeufionüre weit zurück. Ts wird nötig fein, m bea Slot für 1912 erhöhte Mittet cntjnüeänt. Was den Wvhnungs- geldzufchuH anlatigt, so wird es nötig fers, die Petttwue» der befle^iertai ei<e nicht bloß nach den neuen Grundsätzen des ReichslchatzsekrelärS, wndern auch nach beu Grundsätzen zu prüfen, die im i origen Jahre der Regelung des Wohnungsgeldznschsßgesetzes mschgebeNd ztwesen find.
KrnLnzMirnster Lrmtzer Man hat die Ernfffion von Anleiten veralt« und unproMfch geuasnt. Eine Ausgabe tu kleinen Stücken empfiehlt sich nicht, weil wir in diese Stücke zugleich eine Amortisation zu stecke» Haden und weil dadurch das Geld der Seinen Sparer in die Gefahr totarnt, urnvirtichaftlich $« werben. AuNÄLdrsche Äulechen tiheeen ten nicht arSschtteße«, weÄ wir auch (SlänMgti des Anstandes sein muffen. Jndnstriepapiere könne» gleichfalls nicht ausgeschlossen werden. (Sangbar ist vielleicht der Weg, baß die Sparkaffen angehallen »erden, eine« bestimmten Leit ihrer Geld« in Kousois anMegen. Wir »erden ei» Gesetz einbringen, daö bie Spmckaff« hterz» zwingt. Sine Erhöhung der Pensionen der Airpension Lee würde ‘ein« außerordentliche Belastung des Staates sein. Wir werden in Fällen der Rot Unterstützungen gewähre». ' Lbz. Dewitz-OLbmLurg (freüoäf.): Die Seinen Mittel zur Hebung des Kurses der Staatsanleihe» werden nicht viel Helsen, wenn Li« Einlösung der Papiere nicht erfolgt.
Dienstag: Kullusetat.
d* München, 6. März 1911. Der Prinzregent von Bayern Hal bestimmt, daß 25,000 Jt, welche di» Pfälzische Hypothekenbank in Ludwig-- Hafen alst Judiläumsgabr ihm zur Verfügung stellt«, «r Unterstützung von Winzern, die durch Mißwuchs oder Schädlinge in unverschuldet« Rmloge gerate« find, verwendet werden sollen.
X Freising, 6. Mär, 1911. Da- Leichen- begänguiS bH Zentrumsführer» Dr. v. Dalle r fand heute vormittag unter starker Beteilt» gung statt. Die Regierung war durch den Kulturminister ». Schn« vertret«. Stadtpfarrer GreiSl hielt di« Zrauembe. Senat» - Präsident Leruo legte aaoiM» de» Zentrums mit einem kurz« Nachruf em« Kranz am Trab« »jeder. Professor Günther sprach im Namen der liberalen Sanb» tagS-FraMou. Der Prinzregent halt« mit ein« Kranzspeud« ebenfalls ernt Beileid»-Kundgebung gesandt._____
eine aßgemtme Debatte statt.
Ada. v. Arnim-ZusedoM (6enf.): lieber aH fleht man den ÄusichwMg, bet den Spatlassen, bei den Eisen- ba'Pum'eche« usm. Leider -aber ist der Kurs der StaetSanleiljen immer noch erschreckend niebrtg, meint er such seit der Aeichsstnanzreform von 91^20 auf M50 xestiezen ist. Helfe« lann es hier schon, roeen der Herr Minister dafür sorgt, daß f ’ “ ‘
Pretrtzischer LMrStag.
AbzenrwirtenLauS.
Sitzung vorn 6. März 191L
Vor (Eintlitt in bie 31ageSst6n-Big bemerkt
W>g. H«ckek ». (Sa.): Am 2. März
hat M>g. Seinen hier ausgefüh«: ^n ein Warenhaus am UjexmHerplatz hat (Sral Henckel a. Donnersmark Millionen hineiugefieckt. Du hust er das Handwerk und das Meitzgewerde «rntchten, und hier erklären p rim die Partetaenoffen des Herrn, sie träten für bas Handwerk ein. Sch, Theorie unv Praxis gehen beim Zenttmn tmb ganz defonberS auf bet rechten Sette lehr weit anSemanSer“. Soweit Herr Leinerl. Ich er- ttäre, daß an des mich betreffenden Behauptungen lein wahres Wort ist. ^Ledh. Seif. t-Ztr.) .
Darasf wird die BeratLng über den Bauetai fortgesetzt.
jtt bw Debatte wurden Spezialwnnsche »vr- gebracht.
Adg. Siemsa (Ztr.) verbreitet fich über die miß- liche Lage der Bauhandwerker und Bauiwrer- nehmer und wendet fich bann dem jetzigen Snd- miffiemsverfahien zu, das er für Dringenb resorm- bedurfiig hält. Des Redners Nursührangeu gipfeln in der Forderung, dech man bei bei Vergebung von Arbeiten diejenigen Bieter betückfichttgen muffe, die bei Abgabe der Preirofferle» dem von der Behörde ausgestellten Koflenanlchtag am nächst« kommen.
Drr Rest des Etats der Bamoerroaltung wird d^attelos bewilligt.
Es folgt die zweite Beraluug des Etat- deS F in<2n^siini^erüim§.
Beim Tue! ^Dirnistergehaltt der Ausgaben fhtbet
D« Matrikular - Beiträge, di« nach dem Rerchshaushatts-Llat für 1911 zur Deckung der Gesamtausgaben de» ordentlichen Etats von den Emzelstaateu aufzubrmgen sind, belauf« sich auf insgesamt 212 Millionen Mark. Auf Preuße» entsagen 131 Million en, d. h. nahezu 10 Mil. Honen weniger als im Jahre 1910. Bayern» Anteil beläuft sich auf 21,01 Mill, (weniger 2,06), LachsenS 15,93 (weniger 1,21), Württemberg» 7,82 (weniger 0,57) Millionen, Die niedrigsten öeiiäge sind ihrer geringen BeoölkerungSzahl entsprechend von Reuß 5tf. 8., Waldeck und Schaumburg-Lippe aufzuhringen.
G Dir zweite Lesung des Kultusetat», die heut« (Dienstag) im Abgeordnetenhause beginnt, soll ein«
sichert hall«. Man hoffe und wünsche, daß die gleiche» gute» Beziehungen mit Herrn Eruppi erhalten bleib« wögen, wie sie mit Herr» Pichon bestanden, Beziehungen an bet« günstig« Gestattung Herrn Cambon ein hervorragendes Verdienst gebührt.
X Ei»« der wichtigste« Zndustriefiage» wird durch eine Denkschrift der Regierung aufklärend behandelt werd«. Eine Darlegung des Reichs- kolonialaullS: »Die Baumwollfrage, über Produktion «ab Verbrauch von Baumwolle, sowie Maßnahrn« geg« die Baumwollnof wirb in ben nächst« Tag« erscheinen. Die Denkschrift behandelt in erschöpfender Weise das Problem der Versorgung «nfrrer Baumivoll-Jnduftrie mit Rohstoffen. Dir S«h« ist bekanntlich überaus ernst, da bie Großfp^vlanten ht b« Vereinigten Staaten dm Preis der Baumwolle ständig kalten Blutes hin- bie Epm> und herwerf«, um dabei große Gewinne einzn« ' “ hemisen. Dabei schwankt der Baumwollpreis natürlich sehr bedenklich, so daß die Baummoll- Jndustrie in bie Spekulation hinewgezogen wird. Dagegen gibt eS nur einen Schutz auf entschiedene Ausdehnung der deutschen Baumwollprodnktion in den Kolonie», lieber die dort bestehenden Möglich-
RetchstagSwahlvorbkreit«»««
* Die Zahl der bisher aufgestellt« ReichStagSkan- didatm ist nach einer Statistik der Deutschen Tage»- zrttung 730. Diese Zahl »erteilt fich auf die einzelnen Partei« wie folgt: 162 der nationalliberal«, 160 der sozialdemokratischen Partei, 126 der fort* schrittlichen Volkspartei, 97 der deutsch-konservativ« Partei, 63 des Zentrums, 62 der wirtschaftlich« Vereinigung und der deutsch« Resormpartei, 33 der Reichspartei, 15 Pol«, 9 Welfen, 2 Elsass« und 1 Däne In 48 Kreisen ist noch kein Kandidat, in 36 Kreisen find mehr als 3 ßanbibaten ausgestellt Word«.
♦ Friedberg i. tz., 6. März 1911. Gestern nachmittag fand hier eine sehr stark besuchte Vertrauens- männerversamnilung statt, zu der der Bund der Landwirte, die Nationalliberalen, das Zentrum und die Antisemiten Vertreter entsandt hat!«. Die Freisinnigen, bie auch eingelaben warnen, waren nicht erschienen. Einstimmig würbe Mebizinalrat Dr. Vogt-Butzbach als Kandidat ausgestellt.
Ausland.
*♦ Das Programm des französische« Mlitisttr'tumI. Nachdem der Mtnisterrat sich über die Regierungserklärung am Sonntag endgültig schlüssig geworden war und ihren Wortlaut fcstgestellt halte, wurde bie Erklärung am Montag gleichzeitig in beiden Kammern verlesen. Es heißt darin:
»Unsere answärtige Polttik wird dafür sorg«, unsere Allianz und Ententen zur Erhaltung des Friedens zu pflegen. Da wir wie die ander« Regierungen in einer zuverlässigen MMärorganisation eine wichtige Friedensgarantie erblicken, werden wir unsere Streitkräfte zu Waffer und zu Lande zum Gegenstand unserer bei onb er en Fürtorge machen. Die Erklärung zählt sodann die Gesetzentwürfe auf, bie bie Regierung zur Abstimmung bringen wird. DaS Kabinett wirb mit Duldsamkeit die Verwaltung der Etaalsbahn leiten, bie den größt« Teil her gemaßregelten Leute schon eingestellt hat. Die Regierung wird das ArbeiterversicherungSgesetz vom 3. Juli durchführen, ferner das Gesetz über bie Kongregationen und über die Trennung von Kirche und Staat, ohne Schwäche aber auch ohne Härte anroenben, die Laienschule vor Angriff« schützen und die Berwelrlrchung der Schule verteidigen.
Im Senat wurde bie ministerielle Erklärung unter Beifall der Linken unv unter Protestrufen der Rechten verlesen. In der Kammer wurde die an die Vorlesung sich anschließende Jnterpeüations« Debatte beendet durch Annahme einer Tagesordnung Chautcmps, die das Vertrauen in die Regierung ausspricht. Die Annahme erfolgte mtt 309 gegen 114 Stimmen. Die Mehrzahl der Sozialist« sowie der Gemäßigt« enthielt fich der Abstimmung.
*♦ Bom portngiefischkn Kulturkampf. Im portu- giest.schen Mtnisterrat wurde am Samstag beschloffen, mit aller Strenge gegen die Geistlichen vorzugehen, die trotz bes Regiernngsverdotes die bie „Regierung" beleidigenden Hirtenbriefe weiterhin verlesen. Rach Durchführung der Trennung von Staat und Kirche sollen die „widerspenstigen" Priester und Bischöfe ihrer Aemter enthoben werden. — Wie ein republikanisches Blatt aus Oporto meidet, find Truppen aufgeboten worden, um die von dem dortigen Bischof angcordnete Verlesimg des Hirtenbriefes durch die Pfarrer zu verhin- bern. In verschiedenen Orten kam es zu Kundgebungen, mehrere Pfarrer wurbm verhaftet, zahlreiche Exemplare bes Hirtenbriefes würben beschlagnahmt.
* lieber ein Rui flackern der B»xerbewegnng ist entgegen anders lautenden Nachrichten in Peking nichts bekannt. Diese Gerüchte sind wahrscheinlich auf bie jüngste Tätigkeit bet Sekte »Gelber Himmel" zurückzusühren, doch verliert dies« Sekte ihre Anhänger, da sie die Peil zu heilen vorgab, was ihr aber nicht gelang« ist.
** Tas Kabinett von Nicaragua hat im Zusammenhang mit der jüngst erfolgten Explosion eines Pulvermagazins sechs bedeutende liberale Politiker des Landes verwiesen.
** Das Schreckcnsregiment von Hatti. In Kap Haiti droht eine Hungersnot auszubrechen, da die Landbewohner aus Furcht vor Gewalttätigkeiten keine Lebensmittel mehr in die Stabt bringen. Infolge ber fortgesetzten Verhaftungen von Revolutionären, bie paarweise aneinander gefesselt werd«, sind die Gefängnisfe übersüllt. Rur Militär- Personen und Fremde werden auf den Straß« geduldet. Von ben einheimischen Bürgern halten sich die meisten aus Furcht vor der Gewallherrschast der Diachthaber verborg«.
A«r Uirche und Schule.
* LimbMU, 5. März 1911. Kaplan Jos. Kurz in Oberbrechrn wurde zur AuShllfe nach Werschau bearbeit und zum Kaplan in Kiedttch «mannt Versetzt wurden di« Kapläne S. Lindt von Oberursel nach Niederwalluf, Lor. Wüst von dort nach Obemrsel, Ant Kaiser von dort an die St BonifattuSkirche nach Wiesbaden. Kaplan Anton Schumacher in WeSbadm wurde unter Verleihung de» Titel» .Direktor' zum Letter de» St. VincenzstisteS, Heil- und Pflegeanstatt für geistesschwache Kinder, ernannt
• Paderborn, 5. März 1911. Herr Bischof Dr. Schulte wird demnächst eine R o m r e i s« anheten.
* * Münster, 6. März 1911. Der bereit» ge- meldete Tod de» Hochwürdigsten Herrn Bischof» Hermann Dingelfiad ist heute vormittag 10.15 Uhr erfolgt. Die Leiche de» Verewigt« ist in der HauSkapell» de» Bischöflichen Palais aufgebahrt. Die Besetzung erfolgt Freitag morgm 9.80 Uhr im Dome. Generalvikar v. Hartmann ist zum Kapitnlarvikar ernannt mord«.
• Posen, 6. Mär, 1911. Der Papst gestattet«, Me Geistliche» bet pofenfchen Diö-es« vom Verbot auf zwei Jahre zu dtaperrster«. So Meldet wmigstrn»
* * Rom, 6. März 1910. Zum Unter- staat»fekretär für außerordentliche kirchlicht Angelegenheiten wurde Msgr. Eugemo Pacelli bestimmt, welcher seit 11 Jahr« Minutant in der Staatssekretari« ir. Der drSherige Unter- staatssekretär Msgr. Benigni wurde zum aposto ttschen Protonotar ernannt.
Stadtverordneten-Versammlung.
△ Fulda, 7. März 1911.
An der gestrig« Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung nahm« 25 Mitglieder des Kollegium» teil. Der Magistrat war durch die Herren Zweiten Beigeordnetm Arnd und Stadttat Müller ber« treten. An der Sitzung nahm« teil die Herren GaS- imb Wasserwerksdirektor Mewes und Stabil)aumei- st er Fuhrmann. Dm Vorfitz führte der Stabt» oerordnetmvorsteher Herr Justizrat Äegenbaur.
L Wahl eines Schriftführer» und eines Stellvertreters »«näß 8 2 «bf. 2 der Geschäftsordnung deh Stadtverorduetm-Versaumllung. Gewählt wird durch Akklamaüon Herr Trabert al» Schriftführer, Herr Wohlgemuth al» Stellvertreter.
2. Zuschlogserteilunz zu bro auSgebotenen Bauplatz« '(Parzelle 111/49) an der Artiüeric/Moltke- straß«. Die Stadtverordnetenverfammlung hatte s. Z. als Mindestpreis 5 M. pro Quadratmeter festgesetzt Zu diesem Preis wird Herrn Bauunternehmer Dehler der Zuschlag erteilt
3. Zuschlagsertettung zu der »usgebuie.ieu Gnmd- stücksfläche iParzelle 159/68) «t der Haimbacher- straß«. Der Zuschlag wird Her« Alfred Pfeiffer zu dem von der Stadtverordnetmversannnlung sestge- legten Mindestpei» von 1 Mark pro Quadratmeter erteilt
4. Entwurf eines Flucht!iuienplanes über die verlängerte Buttlorstraß« und Aufhebung des Flucht liiiieuplanes vom Jahre 1899. Die Charitas-Gesell- schast der Darmherzigm Brüder, ber.« die Stadt ein Grundstück an der Riesiger Straße verkauft hat, Hai beim Magistrat ben Antrag auf Aenderung des Flucht- liriienplanes über die verlängerte Buttlarstraße gestellt Sie hat sich zugleich bereit erklärt, die Straßenbau- kosten zu tragen und in Höhe von 7250 Mk. vorzustrecken. Es knüpft sich daran eine längere Debatte, hervorgerufen durch einen Antrag Schultheis, auf der einen Seite der verlängerten Buttlarstraße die Vorgärten wegzulaffm, um ein grobes Aufeinanderstoßen der Straße zu bewirken. Rach längeren Erläuterungen durch Herrn F r i tz an Hand des tiorliegenben Kartemnateriaö zieht Herr Schultheis seinen Antrag zurück, worauf der Magistratsantrog angenommen wird.
5. Bewilligung ehteS Betrages für das Laicrnen» nnterhaltungskonto. Im Etat für 1910 sind für da» Laternenunierhaltungskonto 2100 Mk. bewilligt. Der Betrag ist überschrittm und e» werd« 600 Mk. nach» gefordert. Die Kommifsion ist der Ansicht, dies« Summe auf dm Titel 9, 1 de» Gaswerks etats 1910 zu nehmen, von dem etwa 1200 Mk. nicht verbraucht sind. Der Gaswerksdirektor erläutert, daß die Ueberschreitung durch die Stürme des letzten Jahres und durch Ausmerzung von etwa 30 veralteten Latemen notwendig geworden ist. Der Posten wird nach kurzer Debatte genehmigt
6. Segen emeS Wafferhauptstranges im Riesiger- toeg, von der Adalbertstraße bis «m dm Weg nach dem Franenberg. In der Mestgerstraße von der Buitlar- bis zur Adalbertstraße liegt schon ein Haupirvhrstrang. Dir Anlieger bis zum Weg nach dem grauenberg find nun an ben Magistrat mit dem Ersuchen herangetre- tne, auch für diele Strecke ein« Hauptsicang zu legen, weil die Bebauung in nächster Zeit in Aussicht genommen ist. Die Kost« betragen 2300 Mk. Die Vorlage wird nach kurzer Debatte gmehmtgt.
7. Bewilligung der Kosten für Herstellung bes gr» ßm Stadtsaales und für NmLnderung der Büffetanlage. Die Kost« der Stadtsaalrenovierung sind aul 880 Mk., die der Umänderung der Büffetaiilage aus 396 M. veranschlagt. Der Referent, Herr Kircher, führt aus: Der Stadtsaal ist einer Instandsetzung wirklich bedürftig, auch die Bühnmvorräume. Die Vankommiffion hat dm Stadtsaal gmau in Augenschein genommen. Auch der Parkettbodm soll einmal gründlich zurecht gemacht werdm. Die Kosten soll« nach dem MagisttatSanirag au» dem AbschreibefondS gedeckt werden. Auf Bemängelungen des Amderungs- vorfchlages ber Büffetanlage durch Herrn Schul- thri» gibt ber Siadtbaumeist er genauere Er- läuterungm. Herr Rang wünscht bie Anbringung einer neuen Bogenlampe mitt« vor der Bühne, um eine bessere Beleuchtung bei Konzerten u. ä. zu erzielen. Weiter regt « eine Untersuchung der Heizkörper an, da sich an den Stell«, wo fich diese befinden, eine SchwärPing der Wand zeige. Der Vorsitzende meint, daß fich dieser Uebelftanb bei allen Zentralheizungen zeige, da die auch sorfft fich überall befindlichen Etaubteilchm an dm Heizkörpern verbrennen. Derngegmüber erklärt Herr Rang, beobachtet zu haben, wie sogar Rauch aus jmm Stellen au'gcftiegen sei. Herr Schultheis ist dafür, die Vorlage noch- mal» an die Kommiffion gehen zu lassen und besonder» die Frage der SHerleihmgen und Sebent jaulen einer erneuten Prüfung zu unterzieh«. Der S t a d t- bäumet ft er: Ich gebe zu, auf dmi ^/b.ctdes SchmkwrsmS ist da» Stadtbauamt schlecht beschla- 0en (Ogern Heiterkeit.) Jedoch ist bei dm Beratung« der jetzige EtadtsaalpSchter Herr Schmidt al» Sachverständiger hw-ugezogm worden. Herr Fritz stimmt ben Ausführung« des Herrn Schul» thei» und des Vorsttzmdm zu. Weiter kritffiert er die Art ber Flickarbeit« in dem Fußboden der Vorsäle. Der alte, wertvolle Boden muffe erhalten bleiben. Der Stablbaumeister ist auch dafür, daß der Fuß- bodm echaftm bleibt. Doch sei eine zerstörte einzelne Platte nicht gut ander» als mit Zement zu flicken. Außerdem werde et zum Herbst mit einem Vorschlag einet gründlich« Renovierung des Fußbodens hervortret«. Herr Schultheis beantragt, die Vor- Iaat'.an da» i>en S i r <