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* fuldaer

Leitung

Amt Geisa und Umgebung

rade Schröck diese Einbuße an seinem dazu wertvollen

Felde erleiden? Schröck, das bei der zunehmenden

Roggen

)

220 ( — 2 ) 174 (

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin

djekiauren- und Anzeigcrrtcil.

Nur Gberheffen u. den Hess. Aemtern.

gewühlt wurde.

wieder lohnende Beschäftigung in der Heimat. ILzua7ch d7r UZand "daß F^nk7eich schon stZ

Bietet sie doch jetzt nur 15 Pfennig für den Quadrat­meter. Dabei werden jetzt schon außerhalb des Dor­

zustande kommen soll. Es liegt nahe, einen kleinen Rückblick auf die seit längerer Zeit schwebende Frage zu werfen. Die Heeresverwaltung hat schon, wie ver­lautet, in Kappel, Kölbe und Belfershausen angefragt, doch ohne Erfolg. Dian hat die dortigen Besitzer, die

Weizen 204 (

* Dernbach, 28. Febr. 1911. In der Sitzung des Bezirksausschusses wurde folgenden Gemeinden die Genehmigung zur Ausnahme von Darlehen er« teilt: Wenigentaft zum Bau einer Wasserleitung 20200 Mk., Schleid zur Deckung der Kosten des Schulneubaues in Höhe von 21000M., Empferts. hausen zurAnlage eines neuenAbortes an der Schnitz­schule 800 M.TerBezirksausschuß befürwortete die von der Gemeindebehörde in Vacha beantragte Aende- rung des Stadtplanes. Da der Viehversicherungs­verein in Oberweid sich weigert, den vom Bezirks­ausschuß angeordneten Reservefonds anzulegen, wurde beschlossen, ihm jeden weiteren Geschäftsbetrieb zu untersagen. Herr Bezirksdireklor Weimar gab einen Minifterialerlaß bekannt, nach welchem es für unzulässig gehalten wird, wenn die Gemeinden zum Ban einer Hochdruckwasserleitung Telle des Ge­meindestammvermögens verwenden.

* Bacha, 28. Febr. 1911. Gegen die Erbauung emer Gewerk,chafts. bezw. Grubenbahn, die von der Gewerkschaft Heiligenmühle nach Wenigentaft (Strecke Gerstungen-Vacha-Tann) hergestellt und dem öffentlichen Verkehr zugänglich gemacht werden soll, ist eine Petition an den weimarischen Land, tag abgesandt worden, in der betont wird, daß diese , , ... Bahn nicht den wirtschaftlichen Verhältnissen des Arbeiter- und Fabrikbevölkerung besonders darauf Eisenacher Oderlandes Rechnung trägt und im Falle sehen muß, seine landwirtschaftlichen Betriebe zu er- ihrer Genehmigung die Ausführbarkeit wichtigerer halten! Warum soll gerade Schröck seine Landwirt- Projekte m Frage stellen würde. I schäft, das Fundament und die Stütze der Gemeinde,

0 Geisa, 28. Febr. 1911. Ein am Sonntag f° erheblich schwächen lassen, wo jeder Arbeiter danach abend in dem Hause de? Schneiders Fleck ausae- strebt, wenigstens einen kleinen Acker in Besitz zu be- brochene? Feuer legte das Ober« und Dachgeschoß kommen. 3 bis 4 mittlere Bauerngüter sind doch für des Fleck'schen Hauses und das Dach des Leim- c*ne Gemeinde wie Schröck kein Pappenfsiel. Wird's bach'schen Anwesens in Asche. Die Feuerwehr war übrigens in Zukunft dabei bleiben? Wird nicht bet schnell zur Stelle und verhinderte mit Erfolg einiger stets fortschreitenden Entwicklung der Heeresorga- weiteres Umsichgreifen der Flammen. I nisation bald mehr nötig sein? Haben wir die Sache

wegen seine: Geschäftsführung Entlastung erteilt. An­stelle des ausscheidenden Herrn Freihcrrn F. von Gilm wurde Herr Hermann Freudenstein-Diffen als Auf- sichtsratsmitglied gewählt, wahrend anstelle des aus­scheidenden Vorstandsmitgliedes Herr Gelpke wieder

ebenso wie die Schröcker an ihrer Scholle hängen, weiterhin nicht mehr gedrängt. Warum soll nun ge-

„Wenn eben solche Erwägungen bestanden härter, so würden wir sie nicht von vornherein zu verdammen vermögen; denn es ist ja etwas anderes, vom Staat zu verlangen, daß er feine Machthodeit gegenüber dem Vatikan wahre, und ein anderes, ihn zu ermuntern, unnötige Erregung bei einem Teile seiner Untertanen zu schaffen, n ur um einem and eren Staat einen Gefallen zu tun."

Wir können nur wünschen, daß dieser Gesichts­punkt, es müßten alle unnötigen Herausforde­rungen vermieden werden, nachhaltige und allgemeine Beachtung finden möge. Nicht bloß m den regierenden Kreisen und int Parlament sondern auch in der Tätigkeit des Evangelischen Sundes, die schon gar zu vi l mit überflüssigen Herausforderungen und Verletzungen der kacho- lüchen Gefühle gearbeitet hat. Schließlich wollen wir noch hervorhrben, daß in diesem Falle der an-

* Gladenbach, 28. Febr. 1911. Bas hiesige Schiefer-Bergwerk hat seinen Betrieb, den es vor einigen Jahren einstellte, wieder ausge­nommen. Etwa 40—50 Arbeiter finden jetzt

Infolge erneuter amerikanischer Preisrückgänge und stärker hervortretenden argentinischen Angebotes tvar die Tendenz für Weizen in der abgelaufenen Be­richtswoche überwiegend matt. Ganz besonders trug

fes für Baugelände pro Quadratmeter 4 Mark bezahlt, und bei öffentlichen Versteigerungen haben Verkäufer für minderwertigeres nnb weiter entfernt liegendes Land als der geplante Exerzierplatz selbst für 50 bis

Marburg, 28. Febr. 1911. Für den berühmten Marburger Chirurgen Wilhelm Roser, der am 16. Dezember 1888 starb, soll hier ein Denkmal errichtet werden. Die Sammlungen hierfür haben die Summ« von 6500 Mark erreicht.

* Frankenberg. 28. Febr. 1911. Wie man sich h«er erzählt, soll die Domäne Wollersdorf an die Gemeinde Bottendorf verkauft werden.

Kurzer Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des deutschen Landwirtschaft- rats vom 21. bis 27. Februar 1911.

Danzig Berun Frankfurt München

I 60 Pfg. den Quadratmeter nicht abgegeben. Ueber- haupt scheint der Heeresverwaltung eine gewiße Vor- I lebe für Schröck beigebracht worden zu sein. Ist doch auch Schröck mit Quartierlasten über Gebühr heimge- sucht worden, während man andere Grenzgemeinden schonte. — Doch Schröck soll ja durch Land ent­schädigt werden! Herr Gutsbesitzer Bopp-Kleinseel- heim, der bei dem Bankkrach Strauß in Marburg eine schwere Schlappe erlitten hat, soll bereit sein, an die Schröcker Gemarkung grenzendes Land herzugebeu. Aber was für Land! Minderwertiges Land VII. bis X. Klaffe, vor der Verkoppelung wüstes Heideland, 1 Stunde und mehr vom Dorf entfernt, während der cä | Plante Exerzierplatz erst- und zweitklaffigcS Land hat. kaum 10 Minuten vom Dorf entfernt. Sehr verstimmt ist man darüber, daß für die oberhessisch- Landwirt­schaft hochverdiente Leute, hervorragende Naiff- ! e i s e n - M ä n n e r in diesem Punkte die wahren Interessen der Gemeinde Schröck verkennen. Es ist die ganze Angelegenheit überhaupt nicht zu verstehen, da die Heeresverwaltung im Staatswald, wo sie bis heute ist, sich nach Herzenslust ausdehnen kann.

* Fritzlar, 27. Febr. 1911. Die Fritzlarer Pfer­dezucht-Genossenschaft hielt am Samstag im „Englischen Hof" ihre diesjährige ordentliche Ge­neralversammlung ab. Dem von Gutsbesitzer R. Rusche-Kleinenglis erstatteten Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß die Zucht eine schlechtere geworden ist, weshalb auf gute Hengste großes Gew ick t gelegt werden müsse. Der von.Herrn Gelpke erstattete Kas­senbericht weist gegen das Vorjahr eine Besserung auf.

!o! Schröck, 28. Febr. 1911. Zur Frage des Exerzierplatzes für die Marburger Jä­ger wird uns geschrieben: In der letzten Sams­tagsnummer war für Schröck die erfreuliche Aussicht eröffnet worden, daß das unangenehm empfundene Drängen der Heeresverwaltung nun endlich aufhören werde. Die angedeutete Agitation wird nun am Don­nerstag morgen 10 Uhr einen letzten Versuch machen, doch zum Ziel zu kommen. Im Auftrag des Land­ratsamtes ist für die Beteiligten für diese Zeit ein Termin anberaumt, bei dem der freiwillige Verkau'

- 2.75), Budapest April 194.00 (-• 6.55), Liverpool ", 154.60 (- 3.65) Chicago Mai 137.20 (- 3.70). igen: Berlin Mai 156.75 (— 2.25). Hafer: Berlin . u 1?6 50 (— 0.50) Mk. per 1000 Kilogramm.

Mittwoch -en Marz fyff.

38. Jahrgang.

Deutsches Reich.

X Nichts geringeres, als die Würde und Freiheit

i" -inedensfeindllche, anmaßende, herrsch- süchtige, herausfordernde" rc. Ultramontanisn us eme würdige und we.se Zurückhaltur g bewahrt vo" ^der Agitation gegen einen Kaiserbesuch Abstand genommen hat. Dagegen ist gegen Kaiser und Rerch m frecher und gemeinschädlicher Weift eine Nötigung versucht worden von den in ter- nationalen Feinden des Papsttums und der natyouren.

2. Blatt

»mtf und Verlag der Znldaer »etieudruckeres in zuida.

Hohenlohe

Hafermehl

ist die einzig richtige Kindernahrung, wo Mutter­milch fehlt. Es verhütet Erbrechen und ' Durchfall und hat sich bei englischer Kran! .2 vorzüglich bewährt.

) 148*/,(

197 ( — 2 ) 149* .( — 2

201 ( — ’/,) 161*/,(

.Deutschen", die sich an diesem vermessenen „Zwangsverfahren* beteiligt haben, leiden unter einem traurigen Mangel an nationalem Selbst- bewußtsern und politischem Ehrgefühl. Es freut uns, feststellen zu können, daß trotz aller konfessionel­len Vorurteile und allem verblendeten Nomhaß der Vorstoß in Deutschland nur sehr beschränkte Zustimmung gefunden hat. Sogar die „Tägliche Rundschau', das Berliner Organ des Evangelischen Bundes, ist klug genug, um von den internalionalen Kultmpaukern k la Masse und Nathan abzurücken. Wir halten es für gerecht und nebenbei auch für zweckmäßig, die vernünftigen Ansichten, die das ge­nannte Blatt hier ausnahmsweise entwickelt, an dieser Stelle hervorzuheben. Zur hochpolitischen Seite der Sache bemerkte die „Tägliche Rundschau* zunächst:

„Die italienische Nationalfeier ist eine innere Ange­legenheit Italien?, zu der keine auswärtigen Fürstlich­leiten geladen waren und bei der unsere ^Beteiligung durch den Kaiser daher in keiner Weise geboten war. Es ist merkwürdig, daß dieselben Blätter, die sonst nicht scharf genug über die Dekorattons- und Reise- Politik des Deutschen Kaisers zu urteilen pflegen, mit einem Male einem lästerlichen Betuche eine solche Wichtigkeit beilegen, daß sie von feiner Unterlassung eine Sprengung des Dreibundes befürchten zu müssen glaubten . . . Das heißt Sensation auf Kosten der vaterländischen Interessen treiben. Der Dretbund ist ein Jnteressenbund, bei dem wir mindestens in dem- selben Maße die Gebenden wie die Empfangenden sind, und dem insbesondere die Italiener nicht ans über­strömendem Enthusiasmus für das deutsche Reich an- hängen, sondern weil sie in ihm ihre Rechnung finden. Gerade in Italien haben wir die Erfahrung gemacht, daß die persönlichen Beziehungen der Fürstenhäuser mid der offiziellen Besuche aus die Haltung seiner Politik keinen Einfiriß auszuüben vermögen, was allein mtrch die Erinnerung an Algeeiras illustriert wird. Die BolkSbegeisterung aber verfliegt in Rom noch rascher, wie sonstwo, besonders wenn französische Winde vehen."

Wir haben schon öfter ähnliche Anstchlen über den „unsicheren Kantonisten" im Dreibund ent­wickelt, aber bann hat man uns „ultramontane* Befangenheit und Bosheit vorgeworftn. Diesen Eideshelfer kann man ein Vorurteil zu Ungunsten Italiens gewiß nicht nachsagen; das Blatt des Evangelischen Bundes hat offenbar erst seine Neigung für das weltliche Italien überwinden müssen. — Was nun die zweite Frage angeht, ob der Verzicht auf die Kaiserreise durch einen „Druck von dem Vatikan" herbeigeführt worden sei, so bemerkt das genannte Blatt, die Rücksichten auf den Vatikan hätten gar nicht mitzusprechen brauchen, weil der Verzicht ans die Romreise von selbst gegeben ge­wesen sei. Daran schließt es folgende Sätze, die von seinem Standpunkt Überraschend vernünftig sind:

braucht nicht auszusallen, meine

Herren, wenn Sie sich anewöh. nen, Wybert-Tabletten bei sich zu führen und bei belegter Stimme oder rauhem Hals davon zu nehmen. .Es gibt kein besseres Mittel, um die sttunne sofort klar und frisch zu machen." Dies ist

der Inhalt zahlloser Zeugniffe über die in ihrer Wir­kung unerreichten Wybert-Tabletten, die in allen Apotheken 1 Mark pro Schachtel kosten.

Niederlagen in Fulda: tzngel-Apotheke, Loft Apotheke und Löwen-Apotheke

-f- Geisa, 1. März 1911 Für seine Mit- maI ^er, dann wird man bei weiterem Bedarf Wirkung bei der Aufnahme der Rhönflora k^l»^"^ rab? die Heeresverwalümg ist dem Herrn Lehrer Goldschmidt dahier der ' bezahlen, wie sie sonst hier erzielt werden?

Dank der Landwirtschastskammer zu Kassel aus­gesprochen und ihm gleichzeitig für seine Mühe­waltung und baren Auslagen eine Vergütung von 225 Mark von der Kammer bewilligt worden. Die Aufnahme der Rhönflora durch die Kasseler Landwirtschaftskammer geschah zur Feststellung der Wirkung ausgesührter Düngungen auf den Pflan- zenbestanv der Wiesen in der Rhön.

der deutschen Politik, stand bei dem jüngsten Er- Pressungsversuch wegen der Romreise in Frage. Nach der Pfeife fei er Freimaurer und freigeistigen Juden, die sich in Italien als Nation und Staat- aufspielen, sollten Kaiser Wilhelm und sein Reichs­kanzler tanzen. Die internationale Kulturpauker­schaft glaubte im Verein mit dem ,Berl. Tagebl." das deutsche Reich zwingen zu können zu einem Akte der Beleidigung und Herausforderung des hl. Stuhles, und zwar zwingen zu können durch die Androhung, daß das mächtige deutsche Reich sonst der Freundschaft Italiens verlustig gehen und zu­gleich bei den Gesinnungsgenossen des Herrn Nathan in schrecklichen Verruf kommen würde. Die

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längerer Zeit große Vorsicht im Einkauf bekundet während in Oesterreich seit dem Eintritt milderer Wit. tenmg die Preise sich wieder mehr von der Bezugs­parität entfernt haben. Angesichts der allgemeinen Zurückhaltung fiel es wenig inS Gewicht, daß Ruß­land nach wie vor spärlich offeriert und feine Forde­rungen hoch hält. Zwar ist auch dort milderes Wet­ter eingetreten, so daß die Eisschwierigkeiten in den Häfen nachgelassen haben, indes fehlen Zufuhren, da die Wege infolge Tauwetters neuerdings unpassierbar sind. Die schwache Haltung des Auslandes blieb auch in Deutschland nicht ohne Einfluß, doch haben die Preise hier nicht in gleichem Maße nachgegeben. Wäh­rend Westdeutschland immerhin mäßigen Bedarf zeigt, klagen die hiesigen Importeure andauernd über schwie­rigen Absatz. Dabei ist das Angebot vom Jnlande keineswegs groß, aber neue Exportfrage fehlt und auch die Mühlen verhalten sich äußerst reserviert. An­gesichts dieser Verhältnisse haben die Weizenpreise im Lieferungsgeschäft ca. 3 Mk. eingebüßt. Roggen ver­mochte seinen Preisstand bei vermehrtem Jnlandsan- gebot und größerer Zurückhaltung der Mühlen auch nicht zu behaupten. Das Inland zeigte in seinen Forderungen zwar wenig Entgegenkommen und auch von Rußland war nicht sonderlich billiger einzukaufen. Im Lieferungsgeschäft drückten Abgaben gegen die zum großen Teil unverkauft heranschwimmenden La­dungen die Preise um ca. 2 Mk. herab. Hafer hatte diesmal gleichfalls schwächere Tendenz, da Käufer in Erwartung größerer Wasserzufuhren mit Anschaffun­gen zurückhielten. Die Provinz zeigte trotzdem wenig Entgegenkommen und auch Rußland hielt ziemlich auf Preise. Russische Gerste hat auf Meldungen über milderes Wetter zunächst im Presse nachgegeben, dann aber erneut angezogen, da immer noch größere Feb­ruar-Verbindlichkeiten zu erledigen sind. Im Mais- geschäft bestand etwas mehr Nachfrage für Mixed: die Preise dafür sowie für Odessa-Mais haben sich kaum geändert, nur La Plata Mais stellte sich etwa» billiger.

Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei das Mehr i-ft) bezw. Weniger (—■) gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefügt ist wie folgt:

△ Marburg, 28. Febr. 1911. Die Straf- kammer verurteilte heute einen Mühlenbesitzer aus der Kirchhainer Gegend, in dessen Mühlengetriebe ein junges Mädchen geraten und getötet worden war, zu 14 Tagen Gefängnis. — Zwei Dresch- - - - „

Maschinenbesitzer aus der Liedenköpser Gegend, bei I Nach Genehmigung der Bilanz wurde dem Vorstande denen ein Arbeiter tödlich verunglückt war, wurden -----r-!— "" "" ' ~

zu je 20 Mk. Geldstrafe verurteilt.

Hafer

155 ( + 2) 173 ( — 3) 170 ( " )

178 ( )

Mai 201.75

Ne wei$e Lilie w Gmöche.

26] Roman von Erich Friesen.

Als sie aber oben auf der kleinen Piazza anlangen — da zieht Frau Jngeborg sich sofort in ihr Zimmer jurritf. Lord Douglas möge Lilia nach dem „Monte Tiberio" entgegengehen und ihr die Trauerbotschaft Überbringen: sie selbst vermag es nicht.

Und Lord Arthur schlägt sofort den Weg ein nach den Ruinen des Tiberio.

Auf halbem Wege zwischen dem Städtchen und der kleinen ^Kapelle oben auf dem Monte Tiberio — an dem „2alto~ Tuortde", jener kleinen Terrasse, von der Kaiser T iberius ferne Sklaven die aus beängsti­gender Höhe stell ins Meer herabfallende Felswand hmunterspringen ließ, um sich an ihren Aengsten zu ergötzen — an diesem schwindelerregenden Platz sitzt Mercedes Alvarez vor ihrer kleinen Staffelei und malt.

Die gefährlichsten Orte, die grausigsten Süjets sucht sie sieh für ihre Bilder aus. Es ist, als ob ihre ge­marterte Seele sich anklammere an alles das, was Tod und Verderben bringt.

Wie anders war es vor kaum einem halben Jahr! a lerne sie in den Tag hinein wie der Schmetterling, X' m8 Pike aus der Blume nascht. Wenn er, £b?r S’ ™ die Arme schloß, sie küßte und ES ?£mf?bu?.1r. r!r in faft jugendlichem Uebermut S Ä - 1 ~ d°"n glaubte sie, im P-- wurdeihr kalt bei seinen leicht- eriigen Reden Aber sie schwieg. Die Gegenwart war doch zu schon! y

Und nun? . . .

Vorbei! Vorbei--!

Zuerst klagte und weinte sie — der Angstschrei eines «u Tode verwundeten Herzens. Grenzenlose Ve-'jnsa- Ming befiel sie, ein verzweifeltes Sehnen---

i Tage tiefer Schwermut kamen und Phantastl kn ^räumens. Sie versucht, sich eine andere Welt z»

rechtzubauen: eine Welt der Phantasie, in der die Sphärenmusik der Hoffnung erftingt. Beständig und beständig vemimmt sie in ihrem Innern „feine" Stim­me. Und dann ist sie für kurze Zett glücklich, um bald darauf aufs neue in jenen Zustand verzweifelter Re­signation zu veffallen.

„©eifteSgeflört!" sagen achselzuckend die Aerzte.

„UnglüMch!" sagt ihr Bruder Manuel. — Da raffte sie sich plötzlich auf.

Ein tiefer Ekel vor der Welt, vor sich selbst er- faßte sie.

Noch kamen Nächte, die sie verzweifelt den schmer­zenden Kopf in die feuchten Kissen wühlte. Aber sie wurden seltener und seltener.

Schließlich siegt ihr Stolz. Endgiltig will sie mit der Vergangenheit brechen, das Blld des Mannes aus ihrem Herzen reißen, der sie betrog. Hinter ihr liegt es wie ein schwerer Traum dumpfer Beklemmung Vor ihr liegt ein neues Leben: ein Leben der Arbeit, der Kunst. Ihr will sie sich fortan widmen.

Und es fährt chr durch den Kopf:

„9lad) Capri! Nach jener wundersamen Sirenen- lnfel, deren Zauberlächeln schon manches kranke Herz gesunden liefj!' '

„ Arme Mercedes! Warnt dich keine innere Stimme? Beschleicht ferne Ahnung davon dein mutiges Herz, daß an jenem gottgesegneten Erdenfleck deine Leiden aufs neue erwachen ,daß aufs neue Schauer der Ver­zweiflung dich durchzucken werden?--

Nein. Mit voller Hingebung arbeitet sie fett den wenigen Wochen ihres Hierseins in doppelter Weise: ste sucht, seelisch zu gesunden und zugleich die wunder­same Natur in glühendm Farben auf die Leinwand zu zaubern.

Auch heute malt sie in nervöser Hast drauflos Nur hie und da, chr selbst unbewußt, spähen chre unruhigen Blicke nach links und rechts.

Und plötzlich beginnt sie ,am ganzen Seite zu zmern. v

Sie reibt sich die ©tim. . . .

nicht dHantaste? .,. Kommt dort

Vergessen sind alle guten Vorsätze. Glühende Siebe, leidenschaftlicher Haß durchschauern sie aufs neue.

Mit einem Ruck richtet sie sich auf, wirst Pinsel und Palette fort und stürzt den steinigen Felspfad hin­ab — ihm entgegen.

„ Arturo! Mein Arturo! 1"

Der Mann, der raschen Schritts, ohne sich umzu­sehen, vorwärts schritt, bleibt stehen. Tödliches Er­schrecken malt sich in feinen Zügen . . . Ist die Tote wieder auferstanden aus dem Grabe?

Er starrt sie an wie einen Geist.

Doch nur wenige Sekunden.--

Dann zwingt er seine zuckenden Lippen zu einem kalt-ironischen Lächeln:

»Sie irren, Madame! Ich kenne Sie nicht!"

Und schon schreitet er weiter, mit der gleichmütig­sten Miene.

Mercedes ist zueffi wie gelähmt. Ihr Atem geht schwer. Dann löst sich der Bann, der ihre Glieder festhielt. Sie eilt ihm nach.

»Sind Sie — sind Sie nicht--Arturo Ro­mano, den ich in Rom---• stammelt sie fas­

sungslos.

Noch einmal wendet er den Kopf.

.Ich sagte es Ihnen ja schon, Madame: Sie irren sich! Mein Name ist nicht Arturo Romano."

Mtt einer leichten Verbeugung lüftet er den Hut und ist gleich darauf hinter einer Wegbiegung ver­schwunden.

Mit toeitaufgertfTenen Augen starrt das unglückliche Weib ihm nach. Ist sie wahnsinnig geworden? Leidet sie an Halluzinationen, daß sie überall „ihn" zu sehen glaubt? ... Ist eS bereits soweit mit ihr gekommen? Barmherzigkeit! . . .

In wütendem Schmerz beißt sie sich die Lippen wund. Ein Stöhnen entringt sich ihrer Kehle. Vor ihren Augen tanzen rote Punkte. , . .

Dann sinkt sie nieder. Nicht mehr vermag sie zu denken. Steif liegt sie auf dem Rücken und starrt hin­auf in die Sonne — still, bewegungslos---

So findet sie ihr SB ruber, der sie vorhin auf eine halbe Stunde allein gelassen, um, während sie matte, hinauf nach den Ruinen des Tiberio zu gehen.

Auch er ist in großer Aufregung.

Ms er vorhin die kleine Kapelle dort oben bet* ließ, sah er von weitem einen Herrn und eine Dame in erregtem Gespräch. Tie Dame schien zu weinen, der Herr sie zärtlich zu trösten.

Genauer blickte er hin und erkannte in der Dame die junge zarte Signorina, der er gestern in der Barke vorgestellt wurde. Aber der Mann — der Mann--!

Auch ihn glaubt er zu kenne». Doch wo hat er ihn bereits gesehen? . . .

Er zermartert sein Hirn.

Und plötzlich fällt es ihm ein.

@r ist es — er! Der Schurke, der Mercedes ins Unglück gestürzt! Er, »ach dem er, Manuel, seit Mo­naten sucht!

Aus, ihm nach! Ihn züchtigen, w einen Hund!!

Doch der Herr und die Dame sind verschwunden.

Sie haben einen Seitenpfad durch das dichte Ge­büsch eingeschlagen. Um rasch hinab zu komme ? . . . Oder wollte der Herr nicht noch einmal an jenem un­glücklichen Weibe vorbei, dem er vorhin durch seine verruchte Lüge den Todesstoß gegeben? . . .

Die Aufregung des Portugiesen wächst, als er feine Schwester, in tiefer Ohnmacht zwischen den Felsblöcken liegend, findet.

Mso auch sie weiß bereits — auch sie — —1

Es dauert eine gute Stunde, bis Manuel fillvarez die ohnmächtige Mercedes mit Hilfe einiger Feldar­beiter hinabgeschafft hat in die einsame kleine Villa.

Und auch bann erwacht die Arme noch nicht gleich zum Bewußtsein.

Esst nach Stunden vermag sie es wieder ihre Ge­danken zu sammeln.

Mit einem wehen Blick richtet sie die traurigen Augen auf den Bruder.

Unb der versteht die stumme Frage.

»Ja," knirscht er. „Er war es!"

(Fortsetzung folgt.)