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M 48.

»ieiutal »en 28. Februar >»ii-

38. Jahrgang.

« fuldaer W Zeitung *

2. Blatt.

Druck und Verleg der z-tbaer LktiendruckekN hi S*l»<

X Woher kommt es, datz De«t^ch |iaits>8>ie weitaus stärkste sozialdemo­kratische Partei der Welt hat?

Bei den letzten ReichStagswahlen zählte man 3% Millionen sozialdemokratische Stimmen, nächstens wer­den es wohl 4 Millionen werden.

In allen anderen Ländern, auch tu Frankreich, reicht die Zahl der sozialdemokatischen Wähler auch nicht entfernt an die DreiuriMonenziffer Hera», nicht einmal an zwei Millionen. Bei den letzten englischen Wahlen schnitten die Sozialdemokraten sehr schlecht ab; in den Bereinigten Staaten haben sie kürzlich chren ersten Abgeordneten in den Kongreß gesandt, natürlich einen Deutschen, der denn auch in Milwaukee, der deutschen Bierstadt, gewählt ist. Woher die große Zahi der Sozialdemokratm in Deutschland? Ein Wttar- beiter der „Köln. Volksztg." untersucht diese Frage und kommt zu folgendem, u. 8. schr richtigen Resultat:

Die Behauptung der liberalen Presse, die Zunahme der Sozialdemokratie komme davon, daß in Lkutsch- land nicht liberal regiert werde, wie es der Wunsch der »reisten, wenigstens der gebildeten Wähler sei, ist recht wunderlich und nicht zu kapieren. Der normale Mensch wird annehmen, daß, wenn die Deutschen in ihrer überwiegenden Zahl liberal gesinnt sind, fie dem­entsprechend auch liberal wählen. Warum sollte» fie c§ nicht tun? Die Wahlen sind ja geheim, also Scha­den kann Unten nicht daraus erwachsen, eventuell ris­kieren fie dabei nicht so viel, als wenn sie soztaldemo- kratisch wählen. Außerdem könnte die Abgabe libe­raler Wahlzcttel eher einen praktischen Erfäg haben, da eine liberale Regierung in Deutschland leichter durchzusetzen sein würde als eine sozialdenwkraüsch«. Der deutsche Michel müßte also in der Tat ei» ganz verrücktes Subjekt fein, wenn er sozialdemokratisch wählte, um dadurch auszudrücken, daß er ein Anhän­ger des Liberalismus ist. Die liberalen Herren wiße» den Mantel nach dem Winde zu hängen. Während sie hier versichern, daß die sozialdemokratischen Stimmen nur die schämige Sehnsucht nach einer liberale» Re­gierung ausd rücken, behaupten sie dort, der Liberalis- inuä sei der ftstestgebaute Deich gegen die sozialdemo- iratische Flut Auch das ist Unsinn. Der Liberalis­mus ist kein Damm gegen die Fluten des roten Meere?, ionbern wie schon Bismarck — wenigstens vom Fort­schritt — sagte, die beste „Vorfrucht" der Sozialdemo- Iraiie. Und hier haben wir auch die Ecklänmg für die Harke Zunahme der sozmlaemokrairschen Partei in Deutschland. Der Liberalismus arbeitet !h r v o r, indem ec die unter feiner Kontrolle stehen- >en Wählerkreisc gegen Religion und Kirche linniturnt und sie so moralisch revolutio­niert. Hat er sie erst so weit gebracht, daw» dauert ls nicht lange und sie fallen der Sozialdemokratie als leichte Beute anheim.

Run mag dec eine oder andere einwenden, in ande­ren Ländern gebe es doch auch liberale Parteien,' weshalb habe ihre Agitation beim nicht dort dieselben Wirkungen? I» Frankreich sieht es ja s» Wr- sich aus wie bei uns; aber auch dort ist der Radikalis­mus die Vorfrucht der Sozialdemokratie. In Eng­land und Amerika sind aber die liberalen Par- ’eien in keiner Weise religionsfeindlich. Die liberale Partei in England ist ganz gewiß nicht kirchenfeind- sicher als die konservative, und in den Vereinigten Staaten stehen sowohl die Republikaner als die Demo- staten der Kirche wohlwollend gegenüber. Wen» die liberalen Parteien in Deutschland sich mit kirchlichen Dingen beschäftigen, so geschieht e3 immer nur, um die Kirche zu bekämpfen. Man siehL das deutlich an dem jetzigen Lärm wegen des Modernistenei des". Der ganze Entcüstungsrummel wäre nur gerechtfertigt, formt jeder „liberale Mann", auch der Prstestunt oder Fude, von Staatswegen dazu mtgehakten werden sollte, diesen Eid selber zu schwören. Und es geht '.jeder gerade wie bei der Erklärung des Unfchlbar- !eitsdogmas, bei der Dorromäus-Enzuklcka und viele» mderen Gelegenheiten: n hr in Deu tschland tracht man einen solchen Spektakel, üt andern Kündern nicht. Ter Modernisteneid wird doch ür die ganze katholische Welt eingesuhrt; warum toben ctzt Ke deurschen Protestanten, während die eng- iischen und amerikanischen sich ganz ruhig verhalten? antwort: weil unser politisch« Liberalismus solche llgttktion braucht, um an iftrem Feuer seine Partei- sippe zu kochen.

Durch die Kampftufe gegen den „Klerikalismus" und die „SchwarzblMen" hofft er viele Gimpel in feine Netze zu locken. Aber schfteßlich arbeitet er doch mir für einen lachenden Dritten und dieser ist die — Sozialdemokratie.

Aus dem Nachbargebiete.

* Alsfeld, 27. Febr. 191L Die durch ben Bahn­bau Alsfeld-Hersfeld bedingte Veränderung der hie­sigen Aahnhofsanlage geht nunmehr ihrer Ver­wirklichung entgegen. Die Pläne sind bereits fertig und werde» in aller Kürze der Oeffentlichkeit vorge­legt. I» der Hauptsache handelt es sich um eine Er­weiterung der bestehenden Anlagen. Ein neues, er­heblich größeres Empfaugsgebäude wird etwa 15 Me­ter entfernt von dem jetzigen errichtet.

* Fnuckfwck a. M, 27. Febr. 1911. Am Samstag mittag stieß auf dem Main zwischen Bürgel imb Fechenheim das im Anhänge eines Schleppdampfers mit einer Ladung Frucht vorn Obermain kommende Schiff „Gott mit uns" infolge der starken Strömung mtt einem bergwärts fahrenden Kettendampfer zu­sammen, der ihm die Drahtseilbolzen am Bug em- drückte, so daß es sank. Der Schiffer und seine Fa­milie konnten sich noch rechtzeitig retten.

* Rotenburg a. d. F., 27. Febr. 1911. Beim Fntterhole» stürzte am Frettag abend der Land- brtesträger Heinrich Schäfer in seiner Scheune auf die Tenne. Der junge Mann blieb mit zerschmetter­tem Schädel tot liegen.

* Worms, 25. Febr. 1911. Wegen Famckien- zwiftigkeite» ertränkte sich heute früh im benach­barte« Herrnheim der 70 Jahre alte Johann Uhl.

Amt Seksa und Umgebung.

Dir Borßhichkaffe.

AA Geisa, 28. Februar 1911. In Nr. 40 bet „Eisenacher Zeitung" finden wir folgende Nach­richt ans ®etia:

®rifa, 14. Febr. Am vergangenen Sonntage fand no hiesigen Rawause eine emtzerolbeniliche General»«, fammimig der Mitglieder der Borschußkasse itatt Zweckder Bersammlung ,»ar über eine von einer Anzrhk Mitglieder beankragten Abäuderung der ©tatUten ui beraten, bezw. abzustimmen. Bei EinfaMmekn von Unterschriften für Abänderung der Satzmege» war eine Mehrheit von Mitgliedern zustande ge'ommeu. I» der Se»eral»rrfammlung jedoch Stimmten zwei Drittel für Beibevallnng des lettijmgen Stal MS. Diese auffallende SesinnnngsänSermig ist dadurch erklärlich, daß die Jnteressenien des allen Statuts es verbanden rmben, fn geschiekterWeisedas konfessionelle Bewupisein der Kaffenmitglieder zu erregen. Da2jüd.Kaffenmitg!ieder die Fahrer der Opnefitten waren, so nutzte man btefca Umstand in gedachter Weile aus. Nachdem zu Beginn der Berfammknng ein Versuch der Anhänger des alten > Statuts, die Erregung von Xirnult vumdglich za machen, verhindert worden war, kam das Aeiuktat rote angegeben ju Stande. Der Sieg der Partei des seit­herigen Statuts roet aber ein sehr zM«se-Hafter, denn von der Opposition wurden ehre Menge r an liebel» Hauben i» der bisherigen Geschäftsführung und die Mängel des befiele nett Statuts m trefflicher Weise beleuchtet.

Dies Eingesandt ist wirklich köstlich. Mr habe» es dämm auch ungdürgt abgedruckt, da es unbewußt ben aufmerksamen Leser darübrr belchri, daß doch! etwas „faul nn Staate Dänemark" bei dem zunächst nur von irrenigen „Mitgliedern" infzenierterr Sturm­lauf gegen die alten Statuten gewesen fein muß. Richtig ist, daß am Sonntag den 17. Februar im Rathaussaal zu Geisa eine von einer Anzahl Kas- enmitgliedem einb entfetten Geireralvecsamkkllung der Vorschußkaffe Geisa stattgefmrden hat, die entsprechend dem großen Tamtam, mit dem fie angekünbkgt worden, auch entsprechend stack besucht war. — Ob die Ein­ladung in legaler ober unlegater Weise stattgesunben hat, möge vorläufig unerörtert bleiben, da diesen Punkt ja andere Instanzen klar zu stelle« haben wer­den. Richtig an der obigen Korrespondenz ist weiter- hm, daß zwei jüdische Kassenmttgkieder Me Führer der Opposition waren. Jeder objektiv denkmde Bür­ger mußte sich selbstverständlich über die SelbstloMett dieser Herren freuen, da sie ein so großes Interesse an der „Gesundung" der Statuten an den Tag leg­ten, unter deren Herrschaft die Vocschußkaffe von Geisa

über ein Menschenalter geblüht und unendlich viel Gutes für die ganze Umgegend geleistet hatte. Jeden­falls zeigte die? große Interesse der genannten Her- re», daß Gott fei Dank die Zeiten überwunden find, in betten unser hochverehrter Prälat Hagemann sich ein unvergängliches Denkmal setzte, indem er mit seinem Werkchen: „Wucherjude und Vorschußverein »der Wo borgt man am besten?" durch Veröffentlich- ung unschätzbaren Aktenmaterials in erster Linie mit ben Anstoß zu der segensreichen Wuchergesetzgebung im deutschen Reich gegeben hat.

Wie nun im Hinblick auf diese Tatsache der Korre- ßwndent der Eisenacher Zeitung die Weckung des „konfessionellen Bewußtseins" als einzige» und Haupt­grund der schmählichen Niederlage der ursprünglich so machtvollen Oppositionspartei hmzuflellen bemüht ist, bleibt uns unerfindlich. Immerhin hätte der Kor­respondent gut daran getan, etwas voWävdig« zu berichten, z. B^, daß in der Generalversammlung von feilen der Freunde des loiberänberten alten Statuts mitgeteilt wurde, wie die „Mchcheit" beim Ei»sam­meln der Unterschriften zustande Ackommen war. So hatte man dem Einen erklärt, eS handle sich darum, daß der zum Direktor gewählte Herr Hohmann auch Direktor bleibe, dem andern, daß die Dividenden er­höht würden und dergleichen. Diese Feststellung in der Generalversammlung ist unwidersprochen unb unwiderlegt geblieben. Auch darüber hätte bet Herr Berichterstatter, wenn er vollständig hätte sein wollen, fich auslaffen müssen, daß bereits vor der Generalversammlung ein beträchtlich« Teil der fogen. Oppositionspartei, ferne Unterschrift zurtÄgezogen hatte. Wenn ber Herr Berichterstatter von ein« „Erregung, von Tumult zu Beginn bet Versammlung" zu spre­chen beliebt, so hat er wohl ben energischen Einspruch bet Versammlung gegen die Diktatur der Einbe- ruser gemeint, den Einspruch, der fich erhob, als die £>erren Einberufec einfach einen Vorsitzenden „ernennen" wollten, während er doch gemäß Sta­tut — man sieht wie auch hier das „veraltete" Sta­tut tadellos funktioninie — von her Versammlung zu wählen war. „Ernannt" war Herr Tüngler wor­den, die Versammlung „wählte" fast einstimmig Herrn Lehrer Dotter. Herr Dotter machte feine Sache famos! In der fachlichsten Weife und fast gegen den Willen der Oppottonspartei ließ H«t Dotter die ein­zelnen Abänderungsanträge von den Antragstellern be­gründen, um sie zur Disbifsion zu stellen. Nach dem jedesmaligen Referat des Kontrolleurs Herrn Rektor Trabert, deffm sachliche Ausführrmg« mit ihrem ab- gcSärten Urteil und treffender Logik einen Wände- nmgSfintrag nach dem andern als unzuläffig, dem Geiste des Vereins feindlich und verderblich brand­markten, wurde auch em Antrag nach dem andern ad acta gelegt und das Fazit war, daß 181 Stim­men gegen die Abänderung abgegeben wurden, während nur 57 Stimmen d afür sich erhoben. Der Herr Korrespondent der Eisenacher Zeitung hätte füglich auch von einer dreiviertel Majorität gegen die Abänderung sprechen sollen und rächt von Zweidrittel-Majontät. Angesichts dieses „Sieges der Partei beä seitherigen Statuts" wollen wir gerne dem Herrn Berichterstatter den billigen Trost lassen, daß „von der Opposition eine Menge von Rebekstän- dcn in der bisherigen Geschäftsführung und die Män­gel des bestehenden Statuts in trefflicher Weise be­leuchtet" worden seien. Wünschen wollen wir nur, daß unter der bewährten bisherige» Geschäftsführung unb mit dem so vorzüglich funktionierenden Statut auf ein weiteres Menschenalter hindurch ebensoviel unendlich« Segen über die (Seiner Laude sich aus­breite, wie das in den letzten 30—40 Jahren der Fall . gewesen istk

*) Schleid b. Geisa, 27. Febr. 1911. Mit dem Abbruch des alten SchnlgebLndes, an dessen Stelle bekanntlich ei» 'Jieabon «richtet werden soll, ist nunmehr begonnen worden. Die Vorardeilen für den Reirba« nehmen guten Fortgang.

— Vachs, 27. Febr. 1911. Me feit zwei Jahren still liegenden Werra-Werke find durch Kaut in ben Besitz der Aktiengesellschaft Kaliwerk in Hattorf Sbergeg-ngen.

* Bntttar, 26. Febr. 19t t. An der Berliner Börse wurde dos Gerücht verbreitet, daß der Schacht der Gewerkschaft Buttlar emgestürzt fei. Wie der Grnbentwrftand mitteilt, beruht dieses Gerücht vollständig auf Erfindung.

Aus Gberheffen u. -en heff. Remtern.

(*) Fritzlar, 27 Febr 1911. Am 13. März werde» 25 Jahre fett der Wahl des ersten KreisauS- schufses verflossen sein. Die Herren H. Röwer zu Udenbom und Burghard Damm zu JeSberg waren während der ganzen Zett ununterbrochen Mitglieder des Ausschusses

* Treysa, 27. Febr. 191L Im nahen Wiera wurde gestern nacht ein Dienstknecht von Zigeunern durch Reoolverschüffe verwundet. Man konnte der Täter noch nicht habhaft werden.

<Q> Frankenberg, 27. Febr. 1911. Die letzte Stadtverocd netensitzung bewilligte zur Verschönerung des Platzes gegenüber dem Kr-eyerdenkmal neben dem Gasthaus „Zur Sonne" 300 Mark. Ferner beschloß die Versammlung den Bau eines sechs- tlaffigeu Schulgebäudes itkb eines Wohnhauses nix zmci Lehrer auf dem für die Präparaudenasialt am Walkewiskel angekausten Platze. Mit der Aus- Mruug des Projetts soll im nächsten Jahre be» öoaueu werden. — Die Stadt wird fich sich bald mit der Frage des Baues ein« Turnhalle zu be­schäftigen haben.

— Ziegenhain, 26. Febr. 19LL Der Verband d« Lehrer und Freunde des Fortbildungsschule wesens im Regierungsbezirk Kaffel wird seine 17. Tagung am 19. April in nuferer Stadt abhalteu. — TaS Hochwasser der Schwalm hat den Mausen gründlich den GarauS gemacht. — Der in den letzten Tagen mätenie Sturm hat vielfach in Gärten und Wals snojjm Schaden verursacht, der jetzt erst beotikft W Tage tritt.

• Neukirchen bei Ziegenhain, 27. Febr. 1911. Ein alter Sann von hier g«iet am Donnerstag abend auf bei» Heimwege von der Bahn in einen Sumpf und sank fast bis an be» HM etiz, so baß er fich nicht herauszuhelfen vermochte. Erft am folgenden Mor­gen wurde der Greis von Bahnacbeitern gefunden. Er liegt schwer krank darnieder, sodaß a» seinem Avftommen gezweifelt wird.

* Marburg, 27. Februar 1911. Dr. med. Zimmermann, der kürzlich von fernem 8r« hokrMMrkcmh nach seinem Heimatsork Hartenblan zmäckgekehrt ist, wurde znm unordentlichen Prvfeffor in der hiesigen medizinischen Fakultät ernannt.

Reklame«, nud A »zeigen teik. -

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|inb die Erfahrungen, die Herr und Frau BirÜr ^i ihren Kindern gemacht haben, die regelmäßig Scott- Emulsion bekamen.

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*Bia't”1 Lruu. s-andel. und «aultöeita« te LTropimV

(r»»r Mich«! Stetig »u. «tertaiKte-nre.

Jede Mnttei*. die ihr Kind mtt der Flasche groß ziehen «ch, weiß, daß eS ost recht schwer ist, da» Kleine recht vorauznbringen. Es wird dann vielfach dies mrd jene- versucht, ohne indes den gewünschten Erfolg F herbeiztrsühren. Elt«», die kn solchen^ Zeiten zu Scotts Emulsion greifen, nnö es dem Jüngsten regelmäßig sieben, werden es nicht nötig baden, Adere Mittel zu probieren, denn Miotts Emulsion bekommt zarten Lnr W -rir wiä «tnbern außerordentlich gut und ver« smmdelt sie in frische lebensfrohe Gr.

Lrieiues Fezrilleton

bringen halfen.

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'alte, adgewrscht, dann leicht augefenchtet werden. : Auf dem unechten Stein hmt-rloßt dann der Stift eine metallische Spur, die auf de» echten Steine nicht erscheint. Dies gilt für deu Unterschied zwischrir den echten Diamanten imd den ans Glas hergestellteu; es werde» aber auch einige weniger wmtvokke Edelsteine zur Nachahmung des Dia- manten benutzt: der Saphir und der Topas, falls sie völlig farblos sind, auch der sogerraunte gelbe Tiamaut, wenn er als Safe geschnitten ist. Ter «aphir ist aber immer etwas trübe und von milchigem Glanz Eine Feile kann ihm ebenfalls nichts em haben, da et nach dem Diamanten der härteste Stein ist. Ter Topas hat stets eine etwas gelbliche Färbung mrd wird ebenso wie der gelbe Diamant von eurer Zecke angegriffen.

— Die Siebe und der Bauchredner. Wie man auf eine originelle Art Diebe fich« fangen kann, lehrte eine DerkMndlung vor der Strafkammer in Halle <1. S. Tin Gastwirt in Halle-Girdichenstein besitzt einen Ruf al» ausgezeichmeter Bauchredner. Das hat zur Folge, daß sein Lokal eine» sehr guten Bestich aafzuweifen hat. Seine Kunst, mit dem Bauche zn rttten, konnte er aber auch einmak prak­tisch in Anwendung bringen. Als er nämlich eines Nachts seinLokal geschlossen halte und einen Rund- ganz um sein Haus unternahm, bemalte er im Hofe ' zwei Gestalten, die sich am Hühnerhause zu schaffen machten. Ilm jede» Preis wollte er di« Kerle fassen. Wenn er ohne weiteres auf sie zngegangen wäre, wären sie ihm wohl entwischt. Da kam er auf eine glückliche Idee. „Halt!* rief er den Spitzbuben zu, „keinen Schritt wetter". Dann setzte er hinzu: „Karre!, bring de Doggen hinten ruffk" und ließ auch diesen „Karrel" in veränderter Stimme ant­worten. Desgleichen ahmte er die schnarrende Stimme eines Schutzmannes nach, sodaß die Diebe ganz vadutzt wurden, fich umstellt glaubten und sich von dem schlauen Bauchredner ohne wettrres festnehmen ließen. Auf der Straße kamen zufällig einige Sol­daten daher, die die Burschen mit nach der Wache

- Tre tzerrfchaftÄvahl des D«nstmÄ»che»s. Ein

1 charakteristisches Zendiidchen geht der ,Straßburger W ,»ö» einer Hausfrau in Heideibag zn. Dort beß ein DeenftmArchen dieser Tage in ement Blatte rotgenbe Anzeige einmal «fchemen: Tüchtiges Allein- mavchen, 22 Jahre alt, das gut bürgerlich kochen kann und alle Hausarbett versteht, 3 Jahre lang in einer Äccuutrufamilie in $L war. sucht gute Stelle auf L März. Gest. Anträge mit Lchuangabe unter Csifft« . . . poDiagerud erbeten." — Nicht weniger als 45 9tverbieten liefen ein. Davon wurden 40 atS migenügend beiseite gelegt, teils wegen geringen ! bohns, teils wegen nicht zusagender Stadtviertel oder aus andere» Gründen, rote Wohnung in einem oberen Stock usw. Fünf Anträge, selbstverständlich mit höchstem Lohngebot, kamen m die engere Wahl. Dte fünf Damen erhietten mm ein gleick) lautendes Schrecken, marin das Mädchen ankündigte, daß sie sich am nächsten Sonntag von 2 ins 4 Uhr vor- stellen werde. Rach gründlicher Nachforschung über : die Arbeit in den einzelnen Häusern, über die Zahl ber Bewohner, über von Zett zu Zett rin tretende Lahnerhöhmigen, über Geschenke an bestimmten JahreSzpilen, über SonntagnachmrttagSausgänge und Sommerserien und sonstiges stellte das fiellen- suchende Mädchen die Gewisfeusfrage: Sie verlange zu erfahren, ob man sie annehme, wen» fie sich enl« schlöffe zuzufazen. Derrn, bemerkte fie, sie habe fünf angebotene gute Stellen, davon wolle sie sich die beste auswählen, müffe sich aus diesem Grunde also die Entscheidmig vorbehalien. Tags daraus erhielte» vier Hausfrauen eine Postkarte mit fol­gende» Worllaut: „Ich bedauere. Ihnen mittrikn zu müffe», daß vreine Wahl nicht auf Sie ge­fallen ist."

— Sein Gründ. Ein bedeutend er P htlolo i, welcher sieben Sprachen mit Fertigkeit sprach, wurde gefragt, weshalb er nicht heirate. „Wozu?" erwiderte er. »Alle meine Sprachen-.Ken»tnisse waren dann mchlos — ich tarne nicht in einer eignen mehr zm» Worte."

n»d Verbrettung der Bienen- und Geflügelzucht so­wie der Schweinehaltung. Einen weitere» Vor-chlag in dieser Richtung macht Major v. Spitzel im Februarheft der .Sozialen Kullur" (M.-Gladdach, Volksv«rinsverlag). nämlich die nach hundert- tausenden Quadratmetern zählenden freien SB mb* unb Mauerflächen der Schuppen, Hallen, Fabrik­gebäude, Arbeiter- und Beamteuhäuser sowie der EinfriedkgNngm alter Art d« Obfl- und Spalter, zücht dienstbar zu mache». Unter Zugrundeteguna eines Ertragswerkes von 1-3 Mark pro spalierbe- zog-ne Quadratmeter würden sich enorme Gewinne erzielen taffen, die direkt dem Arbeiter und der deutschen Landwirtschaft zugute tarnen, welche heute den Bedarf an Obst im eigenen Lande bei weitem »och nicht z» decken weiß, was die jährliche Ein­fuhr in Wer'.höhe von 200— 300 Mrllioneu Mark id)lagenb dartut. llm rorbildlich Mr eine solche Filichennutzunz zu wirken, schernt es cmpsehlenswrrt, geeignete Gedände öffentlichen Eharakkers mit chlchem Spalierobst zu bekleiden. I» Frage kämen hier bei« fpielsweise: Schule», Seminare, Lazarette, Sana- ; torien, Waiseuhäuf«, Klöster, Pfarrhöfe und vor allem auch dir Kasernen. Es wäre jetzt die geeignete Jahreszeit, auf die Durchführung dieses beachtens, werten Vorschlages öffentlich emzmvirken.

— Wie läßt sich ein Diamant afeaneat Ein erfahrenes Auge weiß ben Diamanten ohne rod- tereS zu erkennen, ganz scher aber mit Zuhilfe- nähme einer Lupe. In der Faffung ist ber echte Stein vom unechten meist schon boran zu unter» scheibe», baß ber Diamant immer fottr gefaßt wird, während der SimUi fast immer auf sein« unteren Sette mit einem kleinen ZinkbläUcken be» deckt ist, mn die eintretenden Lichtstrahlen nicht de» Stein durchdcmgkn zu kaffen. Bel der Prüfung mit Glas rottb dieses vom echten Diamanten iBril- lanten) tief zerschnitten, während der Simili eS nur zu lilp vermag. Eine Feile gleitet am echten stein wirkungslos ab, wogegen der unechte Stein umgekehrt durch sie angegriffen wird. Man kann auch einen Alumininmstift zu gleichem Zwecke be- nutzen. 93fflL.fcer Pcüsuna muh .t^.Stein sora-

— Wie viel Licht in bet Atmosphäre verlmsn gehl .An einem trüben Herbst- oder Wintertag crjäijrt naa es geungiam, wie wenig Licht von der Sonne tus bis zum Erdboden und gar noch bis in unsere lLohnnngen gelangt. Schneewokken, Nebel und Da;tt noch in ben Stadien eine Menge von Staub Unb Nuß, ber sich in der fruchten Luft besonders hartnäckig festsetzt, bilden einen Schleier, durch den das Licht nur trübe hmdurchfcheint. Aber auch an klaren Tagen geht ohne Zweifel ein erheblicher Teil des Lichts, das von der Sonne ausstrahlt, verloren, indem es in irgendwelcher Weise von ber Luft aus- nefogen wird. Hervorragende Naturforscher find schon mehrfach bc'muht gewesen, diesen Lichiverluft genauer festzustellev. Eine sehr gründliche Nach- Forschung der bisherigen Ergebnisse hat Dr. Roberts in Südafrika vorgenomme« unb ihre Hrgebuiffe der dortigen Royal Society mit gefeilt. Er wählte W feinen Untersuchungen den Gipfel eines Berges in ' der Winlerbergteite. Sern Standort erhob sich «n»; gefähr 1200 Meier über das Steer, und der Forsch« hat dort über 500 Beobachtungen angestellt, so daß eine große Genauigkeit erzielt sein dürfte. Danach ist der Lichtv«lnft durch die Atmosphäre ein wenig genüget, als man bisher annahm, aber der Unter» lebieb N so klein, daß im allgemeinen die Angabe auch weiterhin genügt, daß ein Fünftel der Licht- strah.en von der Luft ausgesogen wird. Dieter Be- rag b^ieht sich aber nur auf Lichtstrahlen, die senkrecht auf den Erdboben gerichtet stird Am Hmizont erscheint ein Stern 40mal sck)wäch<r als inr Zenilh, weil sein Licht bann schr viel mehr und dickere Luft zu durchdringen hat.

‘ — Spalierobst an Fabrikmanern. Mehr nud mehr macht»sich in gemeinnützig denkenden Jndustrietreisen das Bestreben geltend, dem Arbeiter Gelegenheit zu iandroirtfchasUicher Betätigung in der Freizeit zu lieten. Besonders ist man neuerdings im Hannover- chen und in den Rheinlanden bemüht um die Wege