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Sie Weiße Lilie mm Gmimsee

Roman von Erich Friesen.

Sie hat die Marchesa Romano mitgenommen, eine alte Tante mütterlicherseits, die feit Jahren bei

Äur Gberheffen u. -en heff. Aemtern.

* Marburg, 13. Febr. 1911. Der ordentliche ^r^eHor^r^tta^the^n^Köln^a^et^Ru^

Mehl: malt.

Weizenmehl, hiesiges, Ätr. 0 30.25—30.70 Mk., lüöb. Nr. 0. 80.25-30.75 Mk , hiesiges Nr.l 28.25 -28.75 M., süddeulfchrs Nr. 1 28.25 -28.75 M., hiesiges Nr. 3 25.25-25.75 M., süddeutsches Nr. 3 25.25—25.75 M, hiesiges Nr. 4 21.25—21.75 M., süddeutsches Nr. 4 21. 5-21.75 M. — Roggeninehl, hiesiges, Nr. 0 24.00 bis 24 50 M„ do. Nr. 01 23.00—23.50 M., do. Nr. 1 22.00—22.50 M. Alles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. Futterartikel: ruhig. — Weizenschalen 9.50 bis 10.00 M., Weizenkleie 9.75—10.00 M„ Roggenkleie 9.75-10.00 M., Weizen-Futtermehl 12.50-14.00 M., y tertrebet, getrocknet, 12.00—12.50 M., Malzkeime 12.20-12.40 M., Rapskuchen 12.25—12.50 M., Palm­kuchen 11.60-11.90 M. Alles ver 100 Silo netto effek­tiv loko hrer bei Abnahme von 10900 Kilo.

* Frankfurter amtliche Notierungen dec Lliehmarkt- preise vom 13. Febr. Austrieb: 1315 Rinder, 395 Ochlen, darmiler 0 öslerrch., 82 Bullen, 888 Färsen u.Kühe, 250 Kälber, 310 Schafe, 2O."8 Schweine, keine Ziegen. Preise für 1 Zentner: Rinder: ä. Ochsen: n. vollfleischige, ansgemästele höchsten Schlachtwertes höchstens 6 Jahre

Ausland.

** Rußland bereitet die Räumung Persiens von den ruisiichen Truppen vor. Die rufsische Regierung hat als erste sichtbare Folge der Potsdamer Abmachungen den Beichiuß ge­faßt, die seit dem Jahre 1908 in Kasmin (Per­sien) befindliche Tr>ippenableiluna fluuichuüehen.

♦♦ Tie Revolution in Mexiko. Die Aufständischen haben M e x c a l a wieder eingenommen. Die in der Stadt befindlichen Regierungsvertreter sind auf amerikanisches Gebiet geflüchtet.

** Haiti. Nach einem Telegramm aus Cap Hai- tien (Haiti) sind der General Chapuset, der Anführer der Aufständischen, die Guanaminth einnah- men, und General Michael C o d i o, der die Aufstän- dischen gegen Fort LibertS führte, von Regierungs- truppen gefangen genommen und auf der Stelle er­schossen worden. Amtlich wird die Re v o l u t i o n für beendet erklärt. Die Konsulate sind mit Flüchtlingen überfüllt.

*' Der Kaiser von Japan hat eine Stiftung von Vja Millionen Aen (2,180,0! 0 •*) zur Un­terstützung Unbemittelter, die ärztlicher Behand­lung bedürfen, gemacht.

gedehnt. „Wen meinst Du damit, Arthur? Ich wüßte nicht —"

Galant verbeugt sich Winfried oor der Dame des Hauses. Lord Douglas aber fährt mit unverschämter Vertraulichkeit fort, indem er seinen Gast scharf fixiert:

„Sie scheinen die kleine Baletti genauer zu ken­nen. lieber Graf! Wie —?"

Dir Röte des Unwillens steigt in Winfrieds Stirn; doch et beherrscht sich, da sie sich in Gesellschaft einer Dame befinden.

„Sie irren, Lord Arthur. Ich kenne Signorina Baletti mir ganz flüchtig —"

„— und lassen sich dabei ein Bild von ihr zeich­nen? Nicht übel ausgedacht. Sie kluger Stratege. Uebrigens — fast möchte ich Ihrem Beispiel fol­gen. — Oder hast Du vielleicht iraenb eine Beschäfti­gung für ein junges Mädchen, Diana,"

Der ärgerliche Ausdruck, der über die hageren Züge der Dame fliegt, macht sie noch weniger an« ziehend als sonst.

„Uebet jede hübsche Larve gerätst Du in Ent­zücken", wehrt sie verstimmt ab. „Oder ist diese —* mit verächtlicher Betonung — „Signorina Baletti wicklich so waS besonderes?"

Die Frage ist an ihren Gast gerichtet — in der Voraussetzung daß er nicht zustimmen wird.

Doch Graf Winfried ist zu ehrlich, um zu lügen.

„Ja, Lady Diana — Signorina Baletti ist wirk­lich außergewöhnlich hübsch", erwidert er mit Wärme.

Woraufhin die erzümte Dame die schmalen Lip­pen zusammenkneist und beschließt, sich die Tochter der Stallmeisters, dieses „Wunder von Schönheit", einmal anzusehen.--

Bereits am nächsten Vormittag hält eine elegante Equipage vor dem kleinen Hause der BaletiiS. Zwar ist eS vom Packtor bis hierher kaum fünf Minuten des WegS; aber Lady Diana HM es für unter ihrer Würde, zu Fuß zu gehen. Auch glaubt sie, auf diese Weise diesen „geringen Leuten" zu imponieren.

Die Marchesa ist eine gutherzige liebenswürdige Dame. Und als sie mit einem freundlichen Lächeln in dem welken Gesicht Frau Jngeborg entgegentritt, wird sie aufs höflichste von dieser -.rnpfangen.

Zwar huscht ein Schatten über Frau Jngeborgs feines Gesicht, als hinter der alten Dame die mit übertriebener Eleganz herausgeputzte lange Figur der Lady Diana austaucht. Doch läßt sie sich nichts mer­ken. Mit ruhiger Würde ladet sie beide Damen zum Sitzen ein und erkundigt sich, was ihr die Ehre die­ses Besuchs verschaffe.

Für Lady Diana ist die Frau" eines Stallmeisters nichts anderes als ein besserer Dienstbote. Sie hält es deshalb auch nicht für nötig, irgend welche Rück­sicht zu nehmen.

Nachdem sie sich mit verletzender Gründlichkeit rings im Zimmer umgesehen und auch Frau Inge- Borgs einfaches graues Wollkleid genau inspiziert hat, geht sie, ihrem Ton etwas Leutselig-Herablassen- des gebend, direkt auf ihr Ziel los.

„Sie haben eine Tochter, wie ich hörte?"

Ja."

"Ich brauche eine Kammerzofe. Und wenn Ihre Tochter sich zu dieser Stellung eignen sollte —"

Frau Jngeborg steht auf und blickt Lady Diana fest an.

„Meine Tochter - Kammerzofe? — Ich böre wohl nicht recht —"

Eine feiner empfindende Natur als Lady Diana würde in der stolze« Haltung dieses edelschönen Kopfes, in dem gangen würdevollen Benehmen sofort die „Gleichberechtigte" eckannt und respektiert Haben-

Nicht so Lord Arthurs Schwester.

„Warum nicht?" spöttelt sie. „Der Vater ist Stallmeister. Die Mutter war jedenfalls auch ein Dienstbote — toarum sollte nicht die Tochter —"

Frau Jngeborg preßt die Zähne fest aufeinander. Sie möchte aufschreien vor Empörung über die un­erhörte Beleidigung, möchte es dieser Unverschämtm ins Gesicht schleudern, daß sie -----

Doch nein. Hat Lady Diana im Grunde ge- N01VMS nicht recht?. .Nur, dgß sie mit solch rücksichts­

nach Marburg als Nachfolger von Professor Brauer angenommen.

♦ Frankenberg, 13 Febr. 1911. Eine mutige Rettungslat vollbrachten am Samstag zwei hiesige Schulknaben. Aut dem Eise der Eoder brachen zwei Jungen im Alter von 8 und 10 Jahren ein. Ter 12jährige Marx und der 14jährige Ger- hold ergriffen je einen Oer bis zum Halse im Wasser steckenden Knaben und zogen sie mit eigener Lebensgefahr heraus.

* Kirchhain, 13. Febr. 1911. Von hier wird der „Hessischen Lanoesztg/ geschrieben: Nachdem in un­terer Nahe Ziegenhain und Frankenberg indu­strielle Anlagen erhalten haben, wäre es sehr wünschenswert, wenn auch unsere Stadt Schritte täte, um hierher Anlagen zu bekommen. Die Stadt­verordnetenversammlung müßte den Magistrat er­suchen, in Industrie« und Handeisblätlern auf dir geeignete Förderung solcher Anlagen hinzuweisen. Die Zeit ist dazu umso günstiger, als in kurzem das ganze Hinterland Kirchhains nach Waldeck und durch die Wohratalbahn erschlossen sein wird.

* Rauschenberg, 13. Febr. 1911. Gestern abend kam es tn einer diesigen Wirtschaft zwilchen zwei jungen Leuten namens S1‘ oll und Rue zu Streitigkeiten, die sich auf dem Rachhaufe- wege fortsetzlen. B i dieser Gelegenheit zog Rue einen Revolver und schoß den Moll in den Hals. Der Schwerverletzte wurde in die Marburger Klinik und Rue ins Gesängnis gebracht.

* Niederweimar, 12. Febr. 1911. Beim Land­wirt Schnabel hier entstand heute ein kleiner Brand, der jedoch zum Glück bald bemerft und gelöscht werden konnte. ~

Tfij T~'i X.

Bettung unbedingt verlassen kann, < De-halb achte man wohl daraus.

«Int eät mit IW« aa)le mail Ivvyr uaiau[,

f<et8 b‘e echte Scotts Emulsion zu to'eSiE bekommen. Nachahmungen weise !-»-»B-iiahr-iist man entschieden zurück.

,»Scotts CinilffM WHi die Wiheil^

F vermischtes.

* Zum Tode verurteilt wurde in Gleiwih der Weichensteller Kempa, der vor einigen Wochen seinen Kollegen Biallas ermordet und beraubt hatte.

* Eine neue Großstadt im rheinischen Industrie­gebiet soll demnächst entstehen. Zwischen den Gemein­den Wanne, Eickel, Holsterhausen und mehreren klei­neren Orten schweben Verhandlungen zwecks Zusam­menschluß zu einer Gemeinde die weit über 100 000 Einwohner zählen würde. Die Regierung unterstützt die Bestrebungen auf den Zusammenschluß.

* Ein Bild von der Frechheit mancher Schuldner gibt ein Vorfall, der sich dieser Tage in Rölling­hausen bei Recklinghausen (Westfalen) abspielte. Ein Bergmann hatte bei einem Kolonialwarenhänd­ler Waren auf Kredit entnommen, sodaß schließlich eine Schuld von 17 Mack angelaufen war. Ta der Kaufmann auf gütlichem Wege nicht zu feinem (Selbe kommen konnte, sah er sich veranlaßt, den säumigen Schuldner zu verklagen. Vor Gericht erklärte sich der Bergarbeiter bereit, die Schuld in Raten abzutra­gen, und zwar monatlich den horrenden Betrag von — einer Mack. Nach dem Termin bekam der Kauf­mann noch zum Ueberfluß folgenden drastischen Brief: „Betreffs der 17 Mack wissen Sie bereits, daß Sie m> Monat eine Mack kriegen. Die vereinbarte Mark muß aber bei mir im Hause abgeholt werden, und zwar am Abschlag (dem Tage der Vorschußzahlung an die Bergleute) 50 H und am Lohntag 50 X oder eben Abschlag 1 Mark. Wie ich Ihnen vor Gericht bemerkt habe, werben Sie nun auch angezeigt, weil Sie bie polizeilichen Vorschriften übertreten haben, unb zwar öfters, was ich Ihnen beweisen sowie be­schwören kann unb werbe. Ich will Sie trotzbem nicht ns Unglück unb sonsllge Unannehmlichkeiten hinein- turzen, weil ich davon keinen Nutzen und auch keinen Schaden habe. Aber Sie müssen mir schriftlich geben, daß Sie mir die Kosten, zu denen ich gestern verurteilt wurde, wieder zurückzahlen wollen. Achtungsvoll. (Unterschrift). — Dieser Gemütsmensch von Schuld­ner ist aber mit seinem Schreiben an den Unrechten gekommen. Der Kaufmann hat den feinen Kunden wegen des in dem Briefe offenbar vorliegenden Er- ireffungsversuches der Staatsanwaltschaft angezeigt obaß bie eigenartige Methode, seine Schulden oder wenigstens die Gerichtskosten los zu werden, noch das Gericht beschäftigen durste.

* Die Stadt des Aberglaubens kann Berlin genannt werden. In keiner Stadt machen Wahr­sagerinnen und dergleichen bessere Geschäfte. Jetzt

-- Scotti Emulsion rotrb von UN» aurtchltctzltch iNl iro6e« »er« fanft und zwar nte tote m ch Serotdjt ober Matz, sondern nur, in versiegelten Ortginalsiaschen tn Karton mtt unterer Schutz» matte Micher mtt dem Dorsch). Scott u. Bowne, ®. m. 6. H, Franksurl a. M. 4

Beflant littet Feinster Mebtztnal-Sebertron vrlmei Steierin 60,0, unterphoivhortgtaurer Ralf 4,3. unter»hoipdort» klares Natron 8,0, pa'v. Draganl »A feinster atab. (Stimmt? »ul». 8,0, beit'ft. tita er 139,0, Alkohol il,o. Hierin aromalischSi Smulfhn mit Zimt, * anbei- und Gaulthertaöl je a rrooien, ..^i

R.xdors-Bi. t , westch leist . 64, Nov. 09. 1

,®a unter Sä nch n Surt tm Aller oo • 3 Jabren noch sie- traflen werten mutzte, so ent chiov tq mich, bim Sie neu zur «tu gern inen ftrd ttgung tnb El. tfur.g ScottS l-mulston zu cebitL1 Kurt, der 6c tte S ulst.n |of ri r tt sich ltcher Bo liebe nahm- bat siai . uich de- rexelmütz aen Gebrauch zu unserer 8-ifr eben, teit inlni cfe t Wn« u e ne ffr u u b ich zu n singst.n n> ch > tchtz zu dosier ivagler, tst nun t USchllch elngelt ff en. Dor Steine ift sotzt tmstanbe, sicher zu aehen, j ’o at zu rinnen. Auch lein« neint e ««'»mm g scheint durch Scott« Emulsion febr qünfttg beetnflutzk ro rett jubln, ba er jetzt nie' auf^etveck er IN. An

Skwlcht h t Sa t tüchtig ».uain.mmer, so ,. B, aUetn rach der letzt n Flasche um 2 35,unb." - v (gez.) tz rma n Sirgatz, echrt tirtzer. f.l M Scotts Emulsion hat sich in ähn« lieben Fällen schon tausendfach be« währt und wird sich stets bewährens 'weil man sich auf ihre Zusammen«' setzung aus den denkbar besten Roh« ^stoffen und deren tadellose Verar«

Märkte.

* Frankfurter Getreidemarktbericht vom 13. Febr- Am heutigen Montags-Markt waren die Preise in­folge der amerikanischen Fläue stark rückgängig. Land­weizen war fast unverkäuflich, da die Mühlen nicht über 20 Mark boten. Fremde Wetzen waren flau. Argentinische Weizen waren zwar billiger angeboten, doch sind russische Weizen immer noch erheblich bl - liger, so daß nach wie vor La Plata-Weizen nicht ge­kauft wird. Roggen tonnte bei guter Nachfrage weiter anziehen, da auch Roggenmeht zu besseren Vreisen vertäuflich ist. Gerste in Brauware unverändert, während Futtergersie weiter anzog. Hafer gut gefragt und leicht verkäuflich, feinere Sorten werden über Notiz beiahlt. Mais nur wenig verändert, da ge­nügend Ware berbeilommt. Mehl aus zweiter Hand unter Mühlenpreis offeriert. Die Mühlen zeigen je­doch wenig Berkaufsluft, so datz sich das Geschäft tn engsten Grenzen bewegt. Fuiterattikel ruhig. So­wohl We zenschalen als auch Weitenkleie sind heute ruhiger, während andere Futterartikel nur wenig un­verändert sind. Es notieilen: Wetzen, hiesiger und Wetterauer 20.00-2015 Mk., aus dem Lunde abgeholl 19/25 - 19..70 Mk., kurhessrfcher 20 00 -20.15 Mk. norddeutscher OO.UO—00 00 Mk., russischer Nieolaieff 22.25-22.75 M., Saxonska 21.50—22.00 M., Ulfa 21.75-22.25 Mk., Taganrog 21.50—22.00 Mk., La Plata 22.25-23.00 Mk., rumän. 21.75—22.25 Mark, Walia Wallo 00.00—00.00 M. — Roggen, hiesiger, 16.75 bis 17.00 Alk., auf dem Lande abgeholl 16.00—16.25 Mk, Pfälzer 16.75-17.00 M. russischer 17.00-17.25 M. rumänischer 17.25—17.? 0 Mk. — Gerste hies. 19.00 bis 19.25 Mark., Pfälzer 18 50-19.25 Mk, fränkische 18.50—19.00 Mk., Riedgerste 19.00—19.25 Mk., ungarische 21.00-23.00 Mk., Futlergerste 13.25-13.50 Mk. - Hafer, neuer, hiesiger u. Wetterauer 15.75—16.75 Mk., kurhess. i15.75-16.75 Mk.. bayer. 15.75—16.75 Mk., La Plata 16 25—17.00 Mark, russischer 16.25—17.75 Mark. — Mais (Mixeds 1360-14.00 Mark, Donau- mais 14.00—14.2 > Mark, La Plata 14.00—14.25 Mark, Odessa 14 25—14.50 M., Emguanline 15.75—16 00 Mk. — Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. —

Als die Dame jetzt neben Graf Winftied auf der ^beiten Terrasse sitzt und das volle Sonnenlicht ihre Werschlanke, eckige Gestalt und das farblose, fommet- ssproffige Gesicht mit den wasserblauen, etwas hervor- gtehcnden Augen und den aschblonden, tn Hunderten Hon Locken und Löckchen frisierten Haaren, beleuchtet da umspielt unwillkürlich wieder spöttisches Lä­cheln den Mund ihres Bruders.

Doch bald macht es einem ärgerlichen Ausdmck Matz. Lord Arthur fällt aufs neue die reizende Toch- rer seines Stallmeisters ein, die ihm mit so offener Mbueigung begegnet — und unwillkürlich zieht er ßnen Vergleich zwischen der einfachen „weißen Lilie Hpm Gardasee" unb seiner hochmütigen Schwester, k Dann beobachtet er den Jungen Grafen. Und pls er bemerkt, mit welch geringem Interesse Winfried Eaby Dianas lebhaftem Geplauder zuhöck, wie viel- Ktehr seine Augen wie gedankenabwesend, über bie Httarmorbrüftung bet Terrasse hinweg, in ben Pack hinausschweifen - da flammt die Eifersucht in Lord vonglas jah auf.

„SBoran benfen Sie, verehrter Graf? Sie sehen W'ehknbem SpE^^" $Romeo!' « mtt fc't*g28infrieb rea9iert E auf btefe plumpe F E bÄ TL^r^'^nen, das nächste Woche v* stattsindet, lautet bie ruhige Entgegnung.

- Lord Douglas beißt sich auf bie Lippen 8 8 9

Werden Sie sich an ben Wetten be- Migen?" i

jr»9lein. Ich wette nie."

M„Tugendmensch! — Sie haben übrigens recht, Wylmse zu bleiben. — Wenn man so reizende Be- IWttschaften hat -"

Amt Geisa und Umgebung. '

(:) Geisa, 12. Febr. 1911. In der auf heute inberaumten außerordentlichen Generalversammlung des Vorschuß- unb Sparvereins zu Geisa wurde der Antrag des Herrn Isaak Freudenthal Und Genossen auf Abänderung der Statuten mit 187 gegen 56 Stimmen abgelehnt.

* Gcisa, 13. Febr. 1911. Die Fleischer- Innung für den 4. Verwaltungsbezirk hielt hier gestern eine Versammlung ad, auf der Haupt- sächlich über Schlachtviehversicherung verhandelt wurde.

* Urnshausen, 13. Febr. 1911. Arn Freitag feierte der Landwirt Valentin Herbst mit feiner Ehefrau das Feit der goldenen Hochzeit.

* Gehaus, 12. Febr. 1911. Der Gemeinderat he willigte zum Bau der Eisenbahn von Oechsen nach Wenigentaft einen Zuschuß von 1500 Mark.

* Vacha, 13. Febr. 1911. Vom Wetter sehr begünstigt, fand heute hier Kram markt statt. Der Besuch des Marktes war nur schwach, namentlich kehlten die auswärtigen Käufer, die durch das Ver­bot des Rindvieh- und Schweinemarkles von hier /erngehalten wurden. — Der gestrige Familien- dbend des kath. Männervereins im Saale des „Weimarischen Hofes" erfreute sich eines äußerst zahlreichen Besuckes. Sein Verlauf war anregend Und gemütlich. Nach einem Festmarsch von Gott- Äfrer begrüßte Herr Kuralus Schumann die Festversammlung. Herr Pfarrer Gramm« Schleida behandelte darauf in einem gebauten» reidjen Vortrage das Glück der Zufriedenheit. Wie folgenden Stunden brachten Deklamationen, Niusikvorträge unb humoristische Aufführungen. E>cn Mitwirkenden zollte man lebhaften Beifall. — yn einem hiesigen Hotel wurde am Samstag abend Tin auswärtiger Reisender verhaftet. Der Mann soll einige hiesige Geschäftsleute in den letzten Jahren Um recht ansehnliche Beträge geprellt haben.

* Oechsen, 12. Febr. 1911. Bei der Gewerkschaft -Heiligenmühle ist ein Zimmermann verunglückt, Hoch sind bie Verletzungen nicht lebensgefährlich. Mußer ben Zimmerleuten, die den Holzturm auf» dichten, find Maurer und Handlanger für den Bau FonVeainteiiwohttnngen und anderen Räum- flchkeilen beschästigl, insgesamt etwa 80 Mann. Noch zirka 50 Arbeiter können vorläufig Beschäfti- tzung finden. Für den Bahnbau werden später Hoch ausländische Arbeiter herangezogen werden wüffen. — Zum Bau der Bahn der Gewerkschaft Heiligenmnhle von Oechsen nach Wenigentaft be­willigte der Gemeinderat einen baren Zuschuß in jpclje von 200- 0 Mk., außerdem wurde das von ;ber Bahn berührte Gemeindeareal unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

loser Offenheit ausspricht, was anbere vielleicht nur bentenl

„Ich bedauere, Ihnen tlicht bienen zu können", erwidert sie, sich mühsam zur Höflichkeit zwingend, „Warum nicht?"

„Meine Tochter eignet sich nicht für bie vorge­schlagene Stellung."

Ein hochmütig mokanter Zug verzieht Laby Dia­nas Lippen.

„Es wäre wohl meine Sache, dies zu beurteilen, meine Beste. Rufen Sie Ihre Tochter!" '

„Meine Tochter ist nicht zuhmise."

Aergerlich erhebt sich Lady Diana.

„Das hätten Sie gleich fugen sollen!" "

„Sie haben mich ja nicht danach gefragt I"

Ein böser Blick aus ben wasserblauen Augen streift die ernste Frau, die erhobenen Hauptes, die schmale, aber durch vieles Arbeitm stack mitgenom­mene Hand auf bie Lehne eines Stuhles gefküht, so stolz und seWbewußt vor ihr steht. Dann toinft sie der Marchesa.

„Komm, Tantel"

Mit dem ihr eigenen hiUosen Lächeln auf dem gutmütigen, verschwommenen Gesicht folgt bie alte Dame sofort der Aufforderung, ba ihr bie Unter­redung überaus peinlich war und sie sich nut aus Angst vor der Heftigkeit ihrer Nichte schwelgend ver­hielt.

An der Tür roenbet sich Lady Diana nochmals um.

„Ihre Tochter soll sich heute nachmittag bei mir melden — gegen fünf Uhr. Ich will sie mir selbst anf elfen."

Frau Jngeborg r. ttoortet nicht. Nur ihre bunt- len tiefliegenden Augen, die unverwandt Lady Diana anblicken, reden. ____-

"ö^die nicht?" ruft diese erbost.

„Ich höre."

.."Dann Jörgen Sie dafür, daß mein Befehl aus- gefuhrt wird!"

Frau Jngeborg tritt ein paar Schritte vor, Fortsetzung folgt.)

alt (Lebendgewicht) 50—56 Mark, (Schlachtgewicht) 89—97 M., b. junge fleischige nicht ausgemälrle und ältere ausgemästete (Lebenbgew. 49—52 M„ (Schlachlg.) 89—90 M., c. mäßig genährte junae, gut genährte ältere (tiebenbgero.) 42 45 M., (Echtächtgew ) 77—83 Mark, d. gering genährte jeden Alters (Lebenbgew.) 00-00 an., (Schlachtgew.j 00-00 M. 8. Buttem a. vollfleischige, ausgewachsene höchsten SchlachtwerteS (Lebenbgew.) 44- 48 Atark, iSchtachtgew.) 73 - 8 > M., h. i'vllfleischige jüngere iLebenbgewichts 39—40 Mark^ (Schlachlgew.) 65—66 Mark, o. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Lebenbgewicht) 00 - 00 Mark, (Schlachtgew. 00 —00M.,ä. gering genährte Lebenbgew.) 00-00 Mk., (Schlachtgew.) 00-00 M. 6. F ä r s e N und Kühe: a. vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebenbgeiv.) 43 -47 Mark, (Schachigew.s 77—84 M, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Lbgew.) 41—44 M, (Schlachtgew.) 76—79 M., c. 1) wenig gut entwickelte Färsen (Lebenbgew.) 39—42 M., i.Schlächlg.) 75—81 M., do. 2) ältere ausgemästete Kühe unb wenig gut eniwickelie jüngere Kühe zLebendgew.) 34-40 Mk., (Schlachtgew.) 61—74 M„ d. mäßig genährte Kühe u. Färsen («ebenbg.) 29-33 M., (Schlachlg.) .8-66 M., e. gering genährte Kühe unb Färsen (Lebenbgew.) 23 -27 M., (Schiachlgew.) 52—61 M. D. Gering genährtes Jungvieh ^Fresser) (Lebenbgew.) 00—00 M., Schlachlgll (10- 00 Mk. Kälber: a. Doppelenber feinste Mast (Lebenogew.i 58—62 Mk., (Schlachtgew.) 96—103 Mk. b. feinste Mast- (Vollmitchinast) unb beste Saugkälber (Lebenbgew.) 54—57 Mk., (Schlachtgew.) 92 — 97 M. c. mittlere Matt- unb gute Saugkälber (Lebenbgew.) 50—53 Mk., (Schlachtgew.) 85—90 Mk., d. geringe Saugkälber (Lebenbgew. 00 00 Mk., (Schlachtgew.) 00— 00 Mk. Schafe: A. Slallmastlchafe: a. Atast« lammet unb jüngere Masthämmel (Lebenbgew.) 39—40 Mk., (Schlachlgew.) 82—84 'M., b. ältere Masthämmel unb gut genährte Schafe (Lebenbgewicht 00 - 00 Mk., (Schlachtgew.) 00—00 Mk., c. mäßig genährte Hammel unb Schafe (Merz-Schafe (Lebenbgewicht) 00 - 00Mk., (Schlachtgwicht) 00— 00 Mark, d. Marichfchafe ober Rieberungsichaie (Lebenbgew.) 00— 00 Mk.. (Schlacht« gew.) 00-00 Mk. 8. Weibmastschafe: —. Schweine: a. vollfleifchige Schweine von 80—100 kg Lebenbgewicht Lebenbg.) 50-52 Mark, (Schlachtgew.) 64 — 66 Mk., b. vollfleilchige Schweine unter 80 kg Ledenbgewtchk (Ledeabgew.) 5G„—52 Mk., (Schlachtgew.) 63 66 Mk^ c. vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebenbgewichf (Lebenbgew) 50—52 Mk., (Schlachtgew.) 61—64 3)iL d. vollfleilchige Schweine von 120—150 kg Sieben« gewicht (Lebenbgew.) 50—52 Mk., (Schlachtgew.) 63-j 65 Alk., e. Fetuchweine über 150 kg Lebenbgewicht tSebbgero.) 00 - 00 Mk., (Schlachtgw.) 00 —00 iVlarq t. unreine Sauen unb geschnittene Eder (Lebenbgew.) 00 - 00 Mk., (Schlachlgew., 00-00 Mk. — Das Rmbevi geschäft wickelte sich bis auf bie geringeren Ochsen leb« hast ab. iLs wirb aueoertouft, bei Kälbern unp Schweinen war der Geschäftsgang flott, ber Austrieb wirb rafch unb glatt abgeietjt. Der Schashaubek ge^ stattete sich ruhig, es blieb nichts übrig.

ist dock wieder eine Zigeunerin an der Arbeit. Die Schwindlerin handelt zum Schein mit Bändern, Z-wirn, Nadeln und ähnlichen Sachen, verwickelt Dienstmädchen oder Frauen kleiner Levke, die sie allein trifft, in ein Gespräch, sieht ihnen bann plötz­lich scharf in die Augen und versicheck, daß sie krank seien. Zugleich verspricht sie, das liebel bannen zu wollen. Die abergläubischen Leute lassen cs bann gern geschehen, baß bie Zigeunerin ihre Kleidungs­stücke, bas bare Gelb unb bie Schmuckfachen „be­spricht". Am nächsten ober folgenben Tage kommt bas Weib wieber, um sich nach dem Befinden zu er­kundigen. Die Leute, bei denen die Einbildung unter­dessen gewirkt hat, fühlen sich jetzt schon krank. Tie Schwindleckn bestätigt, daß es schlimmer geworden sei. Sie muß jetzt stärkere Mitte! anwenden, nimmt alles mit, um es in einer Kirche ober auf einem Friedhof zu besprechen, und läßt sich natürlich nicht wieder sehen. In anbent Fällen erschreckt sie Müt­ter mit ber Krankheit eines ihrer Kinber unb nimmt alles Kleiderzeug mit, um durch „Besprechung" das befallene Kind zu heilen und die anderen vor ber Krankheit zu schützen. Erst in ben letzten Tagen hat ihr eine Frau außer Kleibungsstücke 183 Mark unb eine anbere gar 800 Black geopfert.

— Passende Firma. Kunde (beim Friseur, der ihn hart mitgenommen hat) wütend: „Sie sollen Ihr Schild ändern und statt Barbier schreiben: Schniltwarengeschäst." — s

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