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Fulda, Montag den 13. Febmar 1911,

Erstes Blatt.

N* 35.

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ItolameiibttpetihdN Pffl., Ui Wiebe»

Deutscher Reichstag

Sitzung vom 1L Februar 1911. Mftzer Tagesordnung steht die Interpellation des Abg. Kanitz

kurrenz machen.

Abg. Dr. Grnnenberg (Zentr.) trägt die Wünsch, .deS Rheinischen Vereins zur Förderung deS -Arbeiter» die I Wohnungswesens zum Gesetzentwurf vor.

Abg. Rosenow (83p.) begrüßt auch namrnS seiner politischen Freunde die Vorlage.

Darauf wird die Vorlage in erster und ohne ®e* batte auch in zweiter Lesung angenommen.

Bei der Beratung deS Gesetzentwurfs bett. An­leihe zur Erweiterung staatlicher Bergwerk, in Ober-

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S8. Jahrgang»

tSglich E xrah«« d« d.feicrtafle. viertel» I«6€tB,l*eep«iS : vringertohn unb eK-eldinMdas». ^iee*«»itrtsl.60ETL

Abdiol*

Und ohne LiliaS Segengmß abzuwarten, gcht er davon.

In schlechtester Laune, wie setzt sehr häufig, kehrt Lord Arthur nach Schloß Tusculum zurück.

Und seine Laune wird nicht beffer, als er im Lei­nen Empftmgssalon Graf Winfried vorsindet.

Beide Herren begrüßen einander mit erzwungener Freundlichkeit.

Obgleich Lady Diana DmrglaS sich lebhaft für den jungen Grasen interessiert, ihn mit Einladungen über­schüttet, ja ihn schon halb und halb als ihren Bräu­tigam betrachtet — so konnte zwischen den beiden Männem doch niemals auch nur ein Fünkchen von Sympathie arflommen. Wenn Lord Arthur einer Verbindung seiner Schwester mtt Graf Wmsrred nicht abhold ist, sie sogar wünscht — so ge^ieht dies nur oufl egoMschcn Gründen. Denn Lady Diana besitzt denselben hochmütigen, launenhaften und herrischen Charakter, wie ihr Bruder, sodaß die Geschwister fast beständig in Streit miteinander leben und jedes von beiden oft den anderen dorthin wünscht, wo „bet Pfeffer wächst".

Auch heute wieder hat Lady Diana den Grafen Winfried zu Tisch geladen ohne Wissen und Willen des Bruders, und in ihrer eigenwilligen Art nimmt s-.e die Gesellschaft ihres Erwählten gänzlich für sich in Anspruch.

®o_ sehr Diana ihrem Bruder im Charafter ähnelt, so groß ist der Unterschied in dem Aeuhern der Ge­schwister.

I (Fortsetzung folgt.)

Redakteur, W ■ a«*r Schiitter ----

lEÄ MchenMar«! ^fllustrirtte SoMtagrzrstullg"

Deutsches Reich. »

; KeM, 13. Febr. 1911. Das Srüats« Ministerium trat am Samstag zu einer Sitzung e' imen. -4* Als Ehef des Admiralsstabs der ne ist nach dem Vernehmen des „Tag" Vize­admiral v. Heeringen in Aussicht genommen.

. ** Die Erkrankung des Kaisers. Wie Haitz, amtlich gemeldet wird, hat der Kaiser eine drei- tägige fieberhaft« Grippe überstanden. Die Beseitigung der katarrhalisch > Erscheinungen wird noch eine Diethe von Tagen erfordern.

schlefien wiefl der

Abg. Dr. König (Ztr.) darauf hi«, daß die staat­lichen Gruben gefördert werden müssen, denn sie baden die nicht unwichtige Aufgabe, gegenüber den Prlvat- gruben gewisiermaßen als Preisregulator zu bienen. Dann sollen sie aber auch Musterbetriebe sein, vor allem inbezug auf Sicherheit von Leben und Gesund­heit der Arbeiter.

Nach weiterer unerheblicher Debatte wird die Vor­lage der Budgetkommission überwiesen.

Der Gesetzentwurf betr. Erweiterung des Stadt»

Lippen, während er verstohlen das erregte Gesichtchen vor ihm beobachtet.

Wie schön die Kleine in ihrem Zorn, ist! Roch verführerischer als sonst« ... Und dieser Duckmäuser von Graf weiß da»! Hol' ihn der Kuckuck!

Laut jedoch sagt er, mit einer nonchalant abivehren- den Handbewegung und hochmütigst« Miene:

ES ist absolut von tehiem Interesse für mich, wer in dem Haufe meines Stallmeisters verkehrt

überrviesen. ... ,

Darauf tritt das Haus in die zweite Beratung des Etats des Ministerium» de» Innern ein. Bei den Einnahmen befürwortet.

Abg. Wenke (53p.) die Beschäftigung der Gefan- genen in b«.r Landwirtschaft.

Abg. Beyer-Neustadt Ztr.) fragt an, wie es mit der Beteranenbeihilfe steht.

Ein Regkerungsvertreter erwidert, daß vom Reichs- tag und Bundesrat 5 Millionen Mark für die Veteranen ausgeworfen werden sollen. Von dieser Summe würden auf Preußen 8 Millionen entfallen, so daß etwa 30 000 Veteranen mehr in die Vfteranen- fürsorge einbezogen werden könnten.

Mcnsag: Fortsetzung.

A Unannehmbar? , :

Ait der Beratung der Strasprozeßentwür^e im Reichstag schreibt die ,Nordd. Allg. Zig.':

„Es sind in einzelnen besonders wichtigen Punkten Beschlüffe gefaßt worden, die teils sich praktisch kaum werden durchführen lafsen, teils aber von den Vorschlägen der Verbündeten Regierungen derart grundsätzlich abweichen, daß sie schon in der Plenar- beraiuna von dem Vertreter der Reichsjustizverwaltung als unannehmbar bezeichnet werden mußten. Zu den elfteren Beschlüssen gehört das Verlangen, daß die Spruchtätigkeit in Strafsachen — auch bei eingliedrigen Amtsgerichten — stets nur von ständig angestellten Richtern auSgeübt werden darf, zu den letzteren die Zuziehung deS LaienelementS zu den Berufungsgerichten. Es ist dringend zu wünschen, daß der Reichstag bei der 3. Lesung seine Stellung- nähme einer Aenderung unterzieht. Denn daß speziell in der Frage der Mitwirkung von Laienrichtern in der Berufungsinstanz ei« Rachgeben der Verbündeten Regierungen ausgeschlossen I darüber kann nach dem Gange der btSderigen Ver­handlungen keinerlei Zweifel bestehen."

Wer den Reichstag auf Grund seiner bisherigen Leistungen unbefangen beurteilt, wird ihm daS -leuanis geben müssen, daß er nicht an Recht- I haderet und Eigensinn leidet. Er hat seine Natt > giebiakeit und sein Verständnis für Abschlags­zahlungen und die sog. .mittlere Linie* häufig I genug bewiesen. Manche haben ihm sogar vor» I geworfen, daß er durch Kompromisse sich kompro­mittiere, und besonders ist das Zentrum wegen I seiner Ausgleichstaktik vielfach angegriffen worden, l Sollten nun nicht auch einmal die Regierungen

sammengepfercht wohnen, ist bei unS noch allzu häufig anzutresfen. Da hat der Staat, als mchßter Arbeit­geber, die dringende Psiicht, in der Wohnungsfursorge für seine Arbeiter vorbildlich vorzugehen. Run muß aber, bevor der Staat die Baugenoflenschasten unt«. stützt, eingehend geprüft werden, ob eine solche ßtlfS. aktivn überhaupt notwendig tft, oder ob nicht

die private Bautätigkeit allein in der Sage ist, den Be- dürsnisfen zu genügen. Aus feinen Fall darf die staat- liebe Hüssaktton dem schon so schwer bedrängten Mittelstände, der privaten Bautättgfeitz unnötige Son»

tegenbeiten an. . „

Abg. Dr. Stresemann (ntl.) ist der Ansicht, daß man bei der ganzen Frage denn doch die Schatten- feiten etwas zu sehr in den Vordergrund geschoben hab».

Abg. Raab (Wirtsch. Vg.) begrüßt namens feinet Partei das Vorgehen der Regierung gegen die ameri­kanischen Eisenbahnpapiere. Es sei ratsam, das Geld im Jnlande zu halten, statt es nach dem Auslande adzie^en kaff flons.) bebt gleichfalls die schweren Schädigungen hervor, die dem deutschen Baterlaude mit dem Auswandern des Geldes nach dem Auslande erwachsen und bespricht sodann die AotWendigleit unseres Schutzzolles.

Montag: Marine-Etat.

Hoffe.ttlich werden die Kreise, die efl angeht, sich genug l ein lasten an diesen Erörterungen und daraus die 1 Lehre ziehen, künftighin bei der Einfuhr ausländischer I Werte größere Vorsicht und Zurückhaltung walten zu lasten. Keisall im Zentrum.)

Abg. Frank (Soz.) glaubt, daß die preußische Re­gierung nach den einschlägigen Bestimmungen wohl einschreiten könnte, um die Zulaffung besonders zweifel­hafter ansländischer Papiere zu verhindern. Jedenfalls habe die Regierung das Recht, alle Finanzoperationen der Banken zu beaufsichtigen.

Abg. Dose (Bp.): Jnternationaltfiermig deS Geld-! Marktes ist bedingt durch die Internationalisierung von Handel und Verkehr. Wer am Welthandel sich beteiligen will, muß eben mit seinem Kapital auf t" ausländischen Geldmärkte gehen. „ , ,

Aba. Frhr. v. Gamp (91p.): In der Sache selbst kann ich mich den Ausführungen des Abg. Gras Kanitz anschließen. Darauf, daß die Banken aus eigener Ent­schließung auf die Berhältniffe und Bedürfnisse deS in­ländischen Geldmarktes Rücksicht nehmen, können wir uns nicht verlaffen. Sie haben es lediglich auf hohe Dividende abgesehen. Ich habe zum preußischen Han­delsminister das Vertrauen, daß er daher zur Besettt- gung der beklagten Schäden vor schärferen Maßnahmen nicht zurückschrecken wird. Schließlich regt Redner die Schaffung einer ständigen Kommission für Santange«

teir. Maßregeln gegen die UeberschwemMung ne» deutschen Geldmarktes mit fremben teerten und den übermäßigen Abfluß deS deutschen «eldeS nach dem Ausland.

” Graf Kanitz (kons.): Nicht Haß gegen Re Börse, Idndern Besorgnisse für den inländischen Geldmarkt laben uns veranlaßt, die Interpellation emzubnugen.

fliegen ganz gewaltige Summen deutschen Geldes »cd dem Ausland. Sie betragen jährlich mehrere iunbert Millionen. Hierdurch wird unser inländischer iinsfuß erhöht und ein Druck aus den Kurs unserer Reichs- und Staatspapiere geübt. Viel Schuld tragen tnfere Großbanken, die sich lieber mit der Emission iusländischer Papiere als inländischer abgeben, lvett in den letzteren nicht so viel zu verdienen ist. Die merikanischen Eisenbahnaktien werden überschätzt. Unsere Interpellation enthält keine Spitze gegen Ame­rika, aber wir haben auch keinen Anlaß, Amerika zu bevorzugen, umsoweniger, als ks seit Jahre.! den deutschen Handel mit Zollschikanen belästigt. Es würde sich empfehlen, eine Zentralemissions- fteile für die Zulaffung ausländischer Werte an den deutschen Börsen zu errichten. Hierdurch würde Namentlich die Prüfung ihrer Güte erleichtert werden. Kerner müßten die Emissionen ausländischer Papiere stur zulässig sein nach voller Deckung des inländischen Kapitalbedarfs, und weiter muß verlangt werden, daß stur solche Papiere zugeiaffen werden, die an der '"Börse ihres HeimatsstaaieS notiert werden.

v- Staats!eftetär Delbrück: Ein Verbot, inländisches Ial in ausländischen Werten anzulegen, würde ein ierfud) mit untauglichen Mittel sein. Dagegen könnte tan die Einführung ausländischer Papiere erschweren.

Landesregierungen können kraft ihres Auffichts- echts ihren Zulassungsstellen bestimmte Abweisungen eben, oder die Emission verbieten, wenn sie eine lieber» ortetlung des deutschen Publikums befürchten lassen, lus wirtschaftlichen und politischen Gründen kann die lnleauna deutschen Kapitals im Auslande zweckmäßig

versuchen, wie es sich auf bet »mittleren Linis* geht?

Der Bundeflrat hat bk Macht, einem Gesetz» entrourf wegen irgend einer mißliebigen Einzelheit seine Zustimmung zu versagen und somit die ganz» Sachs scheitern zn laffen. Er trägt aber bann auch die Verantwortlichkeit für die Verschwendung der Zeit und Kraft, für die Enttäuschung berechtig­ter Erwartungen, für den Fortbestand von offen« baren Mängeln und Mißständen. Mft seinem »et* nichtenden „Unannehmbar' darf er nur dann ein» greifen, wenn er nach gründlicher und ruhiges Prüfung der Dinge zu der Ueberzeugung gekommen ist, die Verwirklichung des unbequemen Reichstags» beschluffes sei für Reich und Staat ein größere- Uebel, cl3 da? Scheitern jeder Reform.

Wenn man von diesem Gesichtspunkte auS die Frage betrachtet, ob in den Berufungsgerichten nut rechtsgeichrte Richter oder auch drei Schöffen sitzen sollen, so begreift man nicht recht, warum gerade dieses Stückchen weiterer Laienbeteilizung so furcht­bar gefährlich sein kann, daß die Regierung daran die von ihr selbst als notwendig erkannte Prozeß- resorm scheitern lassen dürfte. Der Reichstags- veschluß will nur das System der Schöffengerichte, auf dem auch die Vorlage fußt, folgerichtig ausbauen. Wer eine wirkliche Berufung in Strafsachen will, ihre, d. h. nicht bloß eine revisions« mäßige Nachprüfung vom juristischen Standpunkt aus, sondern eine erneute Beweisführung, der kann die Mitwirkung von Laien nicht grund­sätzlich verwerfen.

Einen durchaus ablehnenden Standpunkt nimmt die Regierung auch zu dem Beschluß der Rerchs- tagskommiffion bett, die Erhebung Elsaß» Lothringens zum selbständigen Bundes» staat ein. Es ist aber zu beachten, daß sie hier ein klares, unbedingtes „Unannehmbar* nicht aus» spricht, sondern:

„im Sinne der Ausführungen des Reichskanzler» in seiner Siebe vom 28. Januar erneut und dringend vor der Taktik des „Alles oder Nichts" warnt, die nicht zum Ziele führen würde."

Die Regierung hat sich in dieser Frage hinter der Behauptung verschanzt, daß die Sicherheit und die Ordnung im Reiche durch die „Selbständigkeit* Elsaß»Lothrmgens zur Zeit noch gefährdet ivütbe. Wäre diese Aengstlichkeil begründet, so könnte man daraus ebenso gut folgern, daß eine Volkskammer in Elsaß-Lothringen vorläufig unzuläfftg sei. Die Reichstagsmehrheit sagte sich, daß eine gedeihlich« Entwicklung nicht zu erwarten sei, wenn man den Elsaß-Lothringern di« Vertretung im Bundesrat und die dazu gehörige Autonomie verweigert. In Anbetracht der Stimmungen und Strömungen im Lande ist es doch mindestens sehr zweifelhaft, ob nicht die Verschiebung der Reform ein kleinert- Uebel wäre, als die Halbheit, die niemanden fco» friedigen, aber viele verstimmen und reizen würde.

Darum darf man wohl dem Reichskanzler und dem Bundesrat die Mahnung zurückgeben, si< möchten auch ihrerseits fich vor der Taktik „alles oder nichts* hüten und sich nicht verbeißen ans Ansichten und Wünsch«, demgegenüber das Wort des Herrn Meyer-Arn-walde Geltung hat: Es geht.guch so! —'

tQj Roman von Erich Friesen.

§tt8 aber zur festgesetzten Stunde der Stoppen ein« Jcifft und kein Graf Winfried zu erblicken ist — da Hergeht Lilia plötzlich jede Freude an bet mit soviel Begeisterung begonnenen Arbeit, und am liebsten hätte ne die Zeichnung in tausend Stücke geriffen und wäre vaoongeeilt — wett, weit weg.

Doch was würde die Muüer denken! Und was n Winfried! . . .

o begibt sie fich denn an die Arbeü — ohne Breube, bloß auS Pflichtgefühl. Ihr ist, als hingen Gewichte an ihren Fingem, die sonst so rasch und fröhlich übers Papier gfeiten.

I Sie ist sich nicht klär über die seltsame Empfindung, Ite ihr junges Hetz bewegt. Sie weiß nur, daß fett lurzem alles anders geworden war, daß die Wett ihr Suf einmal viel schöner, die Sonne strahlender, das i^ebett sehenswerter erschien.

Unb baß dieses innere Frohlocken mtt ihm zusam- euhängen muß — mit dem blonden Deutschen: mit Winfried.

Wenn str die jugendkrästtge Gestalt nut von web « ß*?i. so hüpft ihr Herz bereits vor Freud«. Und öm _ seine von einem 8einen blonden Schnurrbart

.__«ippen gar ein paar freundliche Worte zu

r° metnt 8)1 Herz müff« springe»

Und mm kommt er heute nicht wie fi« gehofft. Wie kalt ist plötzlich die Welt! 'Und wie dunkel! I wie öd«! ...

Doch haft! Spricht nicht bi« Mutter drinnen im Hau8 mtt jemandem? . . . ......

Lilia horcht auf. . . . ___

Jetzt vernimmt fl« deuMch ein, Männerstimme

M 1-tzt--

Wie der Wind huscht der Stift üb« daS Papi« Jilia hat plötzlich wieder Lust zum Zeichnen; sie ha» Dust zu allem; st« möchte am liebsten —

und mit bet Mene eines Menschen, bet ein Recht bazu hat, übet ihre Schultet hinweg bas Bilb be- trachtet.

„Ist das eines meiner Pferde?* fragte er neu­gierig .

„Stein', erwiderte sie gelassen, ohne iyn anzu-

blicken. । 7"'"v '*

„Wem gehört es denn?*

„Graf Winfried Althof.'

'So, so —1 Und für wen ist da» Bild bestimmt, wenn man fragen darf?'

Sie zwingt sich zur Ruhe, obgleich bereits leichte Röte ihrs Wangen zu färben beginnt.

Für den Herrn Grafen.

Ah — ich verstehe!' Zynisches Lachen verzieht Lord Douglas' Gesteht. „Ihr beide scheint( meine Abwesenheit sehr gut auSgenutzt zu haben! Wirtftch

Ich' verstche Sie nicht, Lord Douglas.' hiebet lacht er.

Kleine Unschuld! . . . Haben Sie das da —' er beutet auf bie Zeichnung — „aus dem Gedächtnis gemacht ober —'

»DaS Pferb staub Modell.'

'Wirklich? . . . Jnteresiant! . V . Werben Sie mir'bie Frage gestatten, ob sein Herr bas Pferb stets begleitete, als es — Modell stand?'

Etwas wie Empörung blitzt aus Lilias blauen Augen.

„Welches Recht haben Sie, mich derart auSzufta- gen, Lord Douglas,'

Nicht weicht das spöttisch-zynische Lachen von sei­nem Gesicht.

„Sie brauchen nicht zu antworten, meine, seine Antwort ist auch eine Antwort!*

Stolz richtet Lilia sich auf.

Ick habe nichts zu verschweigen*, erwidert |te kalt .W-nn e- Sie lnterem-rt - ja, Graf Althof

ein, so aus Rücksicht auf befreundete Staaten oder im die Ersparnisse des Inlandes überhaupt uulerzu- »ringen. Bedenklich wird diese Anlage, wenn der in- ändrsche Bedarf an Kapital nicht mehr gedeckt werden ann. In einem solchen Falle ist es richtig, der Ab­änderung des Kapitals Schranken entgegenzufetzen. )b die Voraussetzung dazu im Augenblick gegeben ist, as zu beantworten ist eine fchwere Frage. Zweifellos üffen die Banken, wie die Dinge heute liegen, daran ifmertfam gemacht werden, daß eine gwisse R e s e r v e eaenüber der Ausnahme ausländischen ldeS notwendig ist. (Bravo rechts.) Dieser sind wir uns bewußt gewesen. Der preußisch«

...Sminister hat vor gewiffen amerikanischen Eisen- papieren geradezu direkt gewarnt. Die maßgeben-

. Stellen sind entlchloffen, von den ihnen durch das rsengesetz gegebenen Befugnissen energisch Gebrauch M machen, sobald das die allgemeine Lage des Geld- Uarktes erfordert. Ich hoffe indeffen, daß die heutige Herhandlung unseren Banken in Bezug aus den in- ländffchen Bedarf das Gewissen schärfen wirb.

V In der Besprechung führt

.. Abg. Speck (Z.) auS, daß seine Partei aus der KuSsührung des StaatssekrelärS mit Genugtuung ent» Kommen habe, daß die verantwortlichen Stellen sich der Gefahr voll bewußt seien und IN Zukunst ein wach- MneS Auge auf die Börsenverhättniffe werfen wollen. M«mi auch der preußische Handelsminisier wiederholt Mgegriffen hat, so scheint er doch bet der brasilianischen toffeevolorifatton, wobei etwa 60 Millionen deutschen kapttals verloren gegangen sind, vollständig versagt ii haben. Die Interpellation gibt uns die dankens­werte Gelegenheit, unseren Unwillen darüber anszu- recheu, daß der deutsche Geldmarkt über Gebühr 4 Ausland in Anspruch genommen wird. Bon den lerikanifchen ®t. Louis-Papieren will man in Amerika UchtS wissen und es ist bedauerlich, daß die Deutsche tont sich dazu hergegeben hat, diese Papiere auf den eutschen Markt zu bringen. Das erklärt sich nur durch KM großen Verdienst. Es handelt sich bei diesen Spieren um Spekulaliouspapiere. Ich schließe mit Hoffnung, daß es nicht nölig sein wird, zu einer enverung des Börsengesetzes zu greifen, obwohl ich ch vor dieser Konsequenz nicht zurückschrecken würbe.

El iBz Wii M Sadatt geroShrt»

S«tatts«,bruü»ch

Verlag der Lulda« 2»

Nlonatrbeilager semsprecher

Wrerrtzischev Lanvtas^

MgeordnetrnhauS. I

Sitzung vorn 11. Februar 1911.',

Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die erste Beratung deS Entwurfs betr.

Bewilligung weiterer Staatsmittel für Arbeiter­wohnungen.

Abg. v. Maltzahn (kons.)r Die geforderten zwölf Millionen dienen einem guten Zweck. Es muß billig und gut gebaut werden und nut da, wo nicht ge­nügend kleine Wohnungen vorhanden sind.

Abg Hirsch (Sozd.): Die Arbeiterwobnungen dürfen ihren Inhabern nicht wegen politischer Be­tätigung entzogen werden.

Abg. Schröder-Kassel (ntlb.): Die Vorlage kann dazu dienen, die Arbeiter auf dem Lande seßhaft zu | mad®iit RcgierungSkommiffar erklärt, daß bie Regie­rung Wohnungen von mehr als vier Zimmern nicht mehr beleihen werde. Die bewilligten Mittel sollen lediglich den Kleinwohnungen zukommen. Die Ver­waltung lönne mit Einzelpersonen nicht in Verbindung treten, sondern nur mit Baugenossenschaften. Es werden aber Bestimmungen getroffen, daß die Genossen­schaften bei Versetzungen die Häuser wieder znruck-

Ab'g.Barischer (Zenit.): Auch wir begrüßen es, daß der Regierung in diesem Jahre wieder Mittel bereit g«"ellt werden zumZwecke der Arbeiterwohnungsfürsorge. Neben der Regierung gebührt auch dem Haufe und meinen politischen Freunden das Verdienst, diese Bestrebungen nachdrücklich unterstützt zu haben. In der Tat handett es sich um eine soziale Frage ersten Slanges und es ist höchst interessant, daß sich die Sozialdemokratie der Vorlage ablehnend gegenüber verhält. War­tend auf allen anderen sozialen Gebieten Deutschland aller Welt voran ist, steht es in der Arbetterwohnungß- sürsorge hinter Amerika bedeutend zurück- Der un haltbare Zustand, daß ganze Familien, Vater, Mutter und Kinder beiderlei Geschlechts, zu Hrem siUl ch und gesilndhetilichen Verderben in »wer Räumen zu-

Da tritt auch schon Graf Winfried an sie heran

Zögemb reicht sie ihm die fleme Hanb, die et etwas länger als nötig, in der seinen haft.

Dabei treffen sich für einen Moment ihre Blicke. ..

Während es in den blauen Männeraugen hell auf- ächtet, senkt das Mädchen rasch, in scheuer Befangen­heit, bie Liber.

. Er bleibt etwa eine Stunbe. Unb obgleich nur wenig gesprochen wirb, so wffsen doch beide, baß ihre Herzen etnanba entgegenschlagen.

Und merkwürdig - beide vermeiden es von Schloß JuSculum und fernen Bewohnern zu sprechen, als Mn« die Erwähnung Lord Douglas und lernet Schwester die Weihe des Augenblicks stören. -

Mehrere Tage sind vergangen.

Heute stand d« alte Rappen zum letztenmal Mo- bÄ in bem kleinen Garten beS olycinienumrantten Häuschens. •

Soeben würbe er wieder fortgeführt nach dem. hrimatttchen Stall.

Das Bild fit fertig. Qir.

Mt vor Eifer glühenden Wangen betrachtet Lilia ffit Werk 68 ist wohlgelungen — sie weiß es, unb berechtigter Stolz strahlt au8 den großen Augen.

Gute» Morgen, Signortnal* rief plötzlich eine dtoftS schnarrend« Stimme übers Gitter herüber.

Me au» einem glückseligen Traum jäh erwachend, schreckt da» Mädchen zusammen.

Ö «m Gartentor steht Lord Douglas und späht mit fettem gewohnt« Siegerlächeln nach chr hin.

Schweigend neigt Lilia den Kopf zumGegengruft au. tz, dm letzten Tagen die Existenz dieses Manne» fast vergeffm. Und wenn fie ja einmal an ihn dacht«, so geschah es mir, wir auS weiter, weiter

ihr« Unschuld meint fie, er müffe stä) schämen weg« seftwS Benehmens ihr gegenüber und werd« fU fürder hi» tueibat

Umso unangenehmer berührt eS sie, als »r l tz-