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schullehrerHerr Knappe in Hanau vom Magistrat gewählt worden.
♦ Weilburg, 2. Febr. 1911. Die Kruppsche ■ 3ergverwallung dahier hatte zirka 80 Grundbesitzer eingeladen, um eine Emigung herbeizu« ühren über die pachtweise Ueberlafiung des Ge- ändes, das zum Bau einer Drahtseilbahn von Grube „Eppstein" bei Obersbausen an den Bahnhof Weilburg nölig ist. Mit Ausnahme der Grundbesitzer von Waldhausen lehnten die übrigen Besitzer bte Hergabe des Geländes ab und zwar mit der Begründung, daß mit dem Bau einer Drahtseilbahn die Erbauung der er- sehnten Eisenbahn Obeishauien-Löhnberg-Weil- >urg sür alle Zeiten vorüber ist.
* Hedemüaden, 4. Febr. 1911. Fürst Philipp zu Eulenburg ist gestern abend hier eingetroffen und hat in dem idyllisch gelegenen Sanatorium ves Dr. med. Lauenstein Ausnahme gefunden. Dem Vernehmen nach soll der Fürst sehr elend ausgesehen haben. Bekanntlich wurde vor etwa einem Halden Jahre Prinz Prosper Arenberg aus diesem Sanatorium, in dem er mehrere Jahre zugebracht hatte, entlaffen.
Bemardo BaleM. _
Als er damals nach Gardone ritt, um sich den Mann anzusehen, hatte er keine Ahnung, daß sein zukünftiger Stallmeffter eine Tochter besitzt.
Beim ersten Anblick von Lilia» reizenden Sonnengesicht wußte der erfahrene Weltmann, daß fürderhin nicht der Vater, sondern die Tochter der Anziehungspunkt für ihn sein würde.
Lord Arthur Dougla» hat stets die Freuden des Daseins nach Stiäften genossen. Aber er pflegt, nach
Aus Oberheffen u. d. Hess. Remtern.
Momberg, 5. Febr. 1911. Seit gestern vermißte man hier den Kriegsveteranen Totengräber Valentin Gies, der sich von seinen im Walde befchästigten Söhnen entfernt hatte. Die heute zur Suche ausgegangenen Einwohner brachten den Vermißten als Leiche zurück. Der Unglückliche, der sich in den Kriegsjahren 1870/71 das Eiserne Kreuz erworben hatte, war bei seiner Arbeit von einem Herzschlag getroffen.
♦ Röddenau, 5. Febr. 1911. Im Nachbarorte Rennertehausen entfernte sich am Donnerstag ein Landwirt in der Richtung nach Wangershausen, kehrte aber bis heute zu den Seinen nicht zurück. Da dem Manne vermutlich ein Unglück zugestoßen ist, wurde ein Polizeihund auf die Spur gebracht. Bis in ein Dickicht verfolgte der Hund die Spur, brach dann aber ab.
* Frankenau, 5. Febr. 1911. Nachdem unsere Stadtverordnelen den Betrag von 8000 M. zu den Kosten der Vorarbeiten zu einer Eis enbahn von Bad Wildungen einstimmig bewilligt hatten, hat die Gemeinde Reinhards Hausen bei Bad Wildungen ebenfalls den auf sie entfallenden Teil in Höhe von 300 M. einstimmig beroul gt. Der Gemeinderat der Siadt Wildungen beschäftigt sich demnächst auch mit dieser Frage, und es steht zu erwarten, daß
aromatische süße Geschmack machen Scott» Emulsion bei jung und alt gleichermaßen beliebt Es genügt aber nicht, beim Einkauf nur Leber- tran-Emulston zu verlangen, sondern man verlange ausdrücklich Ecotis Emulsion, bereit Erkennungszeichen unsere nebenstehende, jeder Packung aufgeflebte Schutzmarke ist.
Amt Geisa und Umgebung.
♦ Geisa, 6. Febr. 1911. Ueber das Vermögen des Molkereibesitzers Schulze in Buttlar ist am 2. Februar d. I. das Konkur so erfahr en eröffnet worden.
(:) Wiesenfeld b. Geisa, 6. Febr. 1911. Gestern feierte der hiesige Krieger- und Militärver- ein fein Gründungsfest und zugleich den Geburtstag unseres Kaisers. Der Festzug, zu dem die auswärtigen Kameraden zahlreich mit ihren Fahnen erschienen waren, schloß mit einem stramm ausgeführten Parademarsch. Herr Lehrer Meyer be- grüßte die irrschienenen mit herzlichen Worten und betonte den edlen Zweck der Kriegervereine. Die schwungvolle Festrede, die in einem brausenden Hoch auf Se. Majestät ausklang, hielt Herr Frühmeffer Raab von Gesa.
* Bacha, 6. Febr. 1911. Die Wander- Bilderausstellung im neuen Rathause ist gestern abend geschloffen und heute nach Kaltennordheim transportteit worden. Die Ausstellung ist hier sehr stark besucht gewesen.
* Kranluk«, 6. Febr. 1911. lern Gemeinde» vorstand hier machte ein Ortsbürger die Anzeige, daß einige Gememdemitglleder sich des Holzdiebstahls schuldig gemacht hätten. Als der Sache näher getreten wurde, stellte sich heraus, daß der Anzeigeerstatter selbst mitbeteiligt war.
halb bet hohen Mauern, steht ein kleines, trauliches HauS mit blumenumrankter Terrasse, in dem Frau Jngeborg als Hausfrau schaltet und waltet.
Und Lilia? ... , „ ,
Sie ist überglücklich. Silberhell klingt ihr Lachen und ihr ftöhlicher Gesang durch die kleinen weißge- tünchten Räume. Und wenn sie vor ihrer Zeichenmappe sitzt und alle möglichen Tierstudien aufs Papier wirst — dann denkt sie, das Leben könne ihr nichts Schöneres mehr bieten.
Noch nie hat Lord Douglas das Haus seines Stallmeisters betteten. Auch noch niemals Lilia auf bet Straße angesvtochen.
Trotzdem weiß Frau Jngeborg, daß der Liebreiz des jungen Mädchens nicht ohne Eindruck auf den Schloßherrn geblieben ist. Sie steht es an dem unruhigen Blick seiner Augen bei gelegentlichen Begeg- nungen. Und sie erlaubt ihrer Tochter nur selten, allein wette Spaziergänge zu unternehmen.
Ja, der brave Lord kann es sich nicht länger verhehlen, daß auf» neue ein Paar schöner Mädchenaugen seinem Herzen gefährlich zu werden droht.
Vor wenigen Wochen erst kehrte er von einer längeren Reise durch Süd- und Mittelitalien nach Schloß Tusculum zurück. Et wäre noch länget fottgeblieben, wenn nicht sein Stallmeister plötzlich geswrben wäre und er schnellstens für Ersatz sorgen mußte, wenn nicht sein kostbarer Marftall unter Vetnachläffigung leiden sollte.
Nachhause zurückgekehtt, hielt er sofort Umschau nach einem neuen Stallmeister. Man empfahl ihm
Aber merkwürdig — an Lilias jungfräulicher Unbefangenheit prallt dieser Blick ab. Und diese innere Ruhe ist rS, die den verwöhnten Lebemann besonders reizt. — _ .
Heute ein wundersamer südlich-warmer Sonntagnachmittag.
In sommerlicher Pracht blüh« Rosm und Lev-, koym. ,„„ , , ..
Süß und schwer duften die violett« Glycinien, blt wie ein schimmernder Mantel an der weißen Maue. des Hauses dcr Balettis herabfall«.
Auf der Terraffenbrüstung lehnt Lilia und blickt sehnsüchtig hinein in den blühend« Rausch.
Die Mutter hält ihren Mittagsschlaf. Vater un. Bruder find drüben im Schloß.
Mit Allgewalt lockt es Sllia hinaus in Gotte» freie Natur.
Rasch seht sie dm breitkrempig« Strohhut auf da» schimmernde Lockengewirr und fort aeht'S — die knospenden Felder entlang, in bet Richtung, wo In der Feme durch dunfles Laub der blaue Spiegel de» SeeS
man dort ebenfalls die Kosten berett stellt. Die Bahn soll hier Anschluß nach unserer Nachbarstadt Ftankenberg finden. Die projek.irrte Bahnstrecke führt durch das Wesertal und wird von der Kon- tmentalen Bahnbau-Gesellschast in Berlin eifrigst unterstützt.
* Ungedanken, 6. Febr. 1911. Mit unserer Bürgermeisterwahl ist es noch längst nicht zu Ende, wie man nach bet Wahl bes Herrn Frett- loff jun. zum Bürgermeister dachte. Nach bet Ge« meinbeordnung muffen bte Mitglieber acht Tage vor oer Wahl bes Bürgermeisters ihre Benachrichtigung erhalten. Da bei uns aus Versehen aber nur eine Frist von fünf Tagen eingehalten wurde, ist d e Wahl von verfchiedkner Seite angefochten worden. Es wird in Kürze eine nochmalige Wahl stattfinden.
X 30.
Dienstag den 7. Sebrttar Ml
58. 3abroang.
vermischtes.
* Ihre Kündigung eingereicht haben in Weißen- els etwa 4000 Schuhfabrikarbeiter- und Arbeiterinnen, da die Fabrikanten ihre Forderung auf Emsühtung der neunstündigen Arbeitszeit mit Lohn- ausgleich und Erhöhung der Neberstnndenlöhne abgelehnt haben. Am 18. Februar soll die Arbeit niedergelegt werden.
" Der junge Thyssen, dess« Millionenkonkurs allgemein beschäftigt, hat schon wieder für eine neue Sensation gesorgt. Seine Ecklärung, in der er fein« ruheren Generalbevollmächtigten Borchardt für feine etzige finanzielle Lage verantwortlich macht, hatte eine Duellforderung zur Folge. Ehe das Duell ausgetragen werden konnte, wurde Thyffen in Schutzhaft genom- men. . , . , . „ .
* Die Maul- und Klauenseuche dehnt sich am Niederrhein sehr schnell aus.
* Das Ergebnis der Volkszählung. Nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 ist die Bevölkernna Preu ßens seit der letzten Zählung von 37 293 535 auf 40157573 gestiegen (Zunahme 2864038 gleich 7,68 Prozent).
* Ausgespletzt. Em Gchügelhändler in Kempen (Rhein) verletzte vor einigen Tagen beim Heuablaven mit der Gabel seinen 15jädtigen Sohn derart schwer, daß dieser ins Krankenhaus gebracht werden mußte, wo er an den Foloen gestorben ist.
* Bei einem Wettsegeln von Segelbooten des englischen Geschwaders schlug ein Boot um. Vier Leute der Bemannung sind ertrunken.
♦ Als Hochstaplerin wurde in Leipzig eine 30 jährige Jngenieursfrau aus Riga verhaftet, die sich Schmiege nennt und gleichsam mit ihrem Mann von zwei hochgestellten Herten 5 0 000 Mark et- schwindelte. Ihr Mann soll bereits in Rixdotf verhaftet worden sein. . .
* Eine gesunde Gegend. In zwe, Gemeinden bes Deparlemenls Lozere in Frankreich, St. Eulalie unb St. Picht bu Ta«, ist vom 1. Januar bis letzten Dezember vorigen Jahres kein einziger Todesfall vorgekommen; dagegen hat sich die Zahl der Geburten gegen 1909 sehr vermehrt. Die Bewohner beider Dörfer sind sehr stolz auf ben Beweis ihrer gesunben Lebensweise.
» Von Eingeborenen niebergebramtt würbe der Ort Tanbioeng-Pandan auf der Sundainsel Billiion. Der dortige Leitet der Billiton-Gesellschafi wurde ermordet. — Die niederländisch-oftindische Insel Billiion (Blitong) zwischen Borneo und Bangka hat e wa 42000 Einwohner, worunter sich 96 Europäer und etwa 12000 Chinesen befinden. Der Hauptort der Insel war das zerstörte Tanvjoeng- Panban. „
* Vor den Toren Koustanltnopels ereignete sich am Samstag ein, chweres Eisen b a h n u n g l ü ck. Der San-Stefano-Personenzug stieß bet Maknkoy mit einem Güterzuge zusammen, der in zwölf Waggons Heu führte. Durch ben Anprall entzündete sich bas Heu, fobaß alle Waggons »er« brannten. Vierzehn Personen stnb zum Teil sehr schwer verletzt. Bis jetzt würbe ein Toter unter den tauchenden Trümmern hervot- gezogen; man sucht nach weiteren Leichen.
•itantfurt a. M.
BeftaebtetU: Feinster Medl-tnai-Lederirar prima
Siyzeri« »oo, nnlerphvSvhsrialaurer «alt 4F um« JUtrra 1,0, PU» trag an'
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winkt _ .
Leichtfüßig huscht die zierliche Gestalt dahin. Hie und da bückt sie sich, um Feldblumen zu pflück«, die sie zu einem Strauße windet. Voll Entzück« atmet sie die zarten Düfte des voll erwacht« Leben» in d« Natur, die berauschend durch die sanftbewegteLuft hauchen. In übersprudelndem Ktnderfwhstrrn br«tA sie beide Arme aus, als wolle sie all bte Schönheit ringsum voll Inbrunst ans Herz drückem
Sie ahnt nicht, baß hinter .ihr her Lord Dongla» trottet — den rund« Hut untemehmend etwas hin- tmübergefchobm, dir Zigarette nachlässig zwischen d« Lippen. Und daß seine unruhig« Blicke jede Ihrer Bewegungen zu verschlingen schein«.
^Entzückend!' lächelt er vor sich. puS! . . . Sonnenjungfrau! '
Und er beschleunigt seine Schritte.
Jetzt bleibt das Mädch« plötzlich wie lauschend steh«.
Und auch ihm kommt es vor, als vernähme et Schritte im Gehölz nebenan.
(Fortsetzung folgt.)
Wur «St mit Mefet W-rlt—dcmgijch« - du» Garmttie» träten tri Gott, ich«« Rterjalrtnsi
Scott* Smuflton rott» wm un, auSUOtteSUdi tm rrobex verkauft und iroar trt« lote nt ch «ewlcht otxr Mast, sonder» nur in »erstegelten Ortgtralflatoen tn ftarton mtt unserer Schutz« natU (Sil»er mtt »em Dvrschl. Scott u. Barone, ®. m. 6. £>.
2. Blatt.
Druck unb Verlag der zntdaer Aettendruckerek in Hulda
Aus dem Nachbargebiele.
♦ Wmigeutast, 4. Febr. 1911. Die Arbeiten UNS Lieferungen zum Bau einer Hochdruckwasser. leitunfl für die hieüae Gemeinde sollen vergeben werden. AIS Submiffionstermin ist der 15. Febr., nachmittag? 2 Uhr bestimmt.
* Herbstem, 4. Febr. 1911. Dte Verpachtung bet hiesigen Gemeindej ao d brachte gegen seither einen Mehrerlös von 460 A!k. Höchstbielenbe blie« ben bte Freiherrn Rieveiel zu Eisenatt mi- 2005 3)11, feie auch seither Pächter der Jagd waren.
* Angersbach, 5. Febr. 1911. Auch im ver« gangenen Iahte wieder war hier etn Rückgang der Geburten und der Trauungen gegenüber den Vorjahren zu bemerken. Demgegenüber ist die Zahl der Tod Ssälle auffallend hoch gegenüber mancher Vorjahre, ohne daß sich auch hierfür ein besonders in dte Augen fallender Umstand als Erklärung onsühren ließe.
* Hetsfkld, 5. gebt. 1911. Am 18. Juli vorigen Jahres rettete bet Prokurist Börner hier, bet sich auf einet Geschäststout nach Rotenburg befanb, aus bet angeschwollenen Fulda m der Nähe von Rotenburg ein vier Jahre altes Mädchen vom Tode des Ertrinkens. Für diese edelmütige Tat wurde ihm die Rettungsmedaille am Bande verliehen.
* Neustadt, 5. Febr. 1911. Für den zum Mitglied desMagistrates gewählten Butter- Händler Mann wurde der Bäckermeister Heinrich Nees zumSladtverordneien gewählt. — In der Untersuch ungs-Sache gegen den Maurer Keßler weilte der Unteriuchungstichter Thiele- mann aus Marburg abermals hier. Der Mörder wurde aus Marburg vorgesührt und auch der verletzte junge Keßler hatte sich eingefunden. In der Keßler'schen Wohnung, wo sich das blutige Drama abgespielt hat, wurde der Tatbestand ausgenommen, wobei alle einzelnen Begebenheiten der Mordtat festgestellt wurden. Die beiden Kugeln tm Arm und Kopf des Wilhelm Keßler konnten bisher nicht entfernt werden.
* Witzeuhauje», 5. Febr. 1911. Die Nachfrage nach jungen Schweinen steigert sich m unserem Steife von Tag zu Tag. Dahingegen ist bas Angebot seht schwach, weil viele Leute bie Zuchtsauen wegen bet geringen Kartoffelernte haben abschaffen wüffm. Die Preise für junge Schweine sind in. folgedefsm sogar in ben Gegenden hoch, wohin eine Preissteigerung noch nicht gedrungen war, wie z. B. in bet Nähe beS Ories Marth am Eichsseld, welches bisher baS yIbotQbo für Shweinekäufer wat. Auch bet Preis für Läuferschweine bewegt sich in hohen Stufen.
♦ Rotenburg, 4. Febr. 1911. Gestern abenb würbe hier ein Fahrrabmarder in ber Person eines polnischen Kuhschweizers arretiert und in bas stäbtische Arrestlolal gebracht. Dieser Ausent- halt hatte aber bem Wandervogel nicht gepaßt, denn er demolierte bie Zelle vollständig, sodaß sich feine Ueberiührung in das Amtsgerichtsgefängnis als notwendig erwies.
X Kassel, 5. Febr. 1911. Im katholi- scheu kaufmänn. Verein sprach am vergan- genrn DonnerStag-Vortrags-Abend Herr Buch- druckerei-Besitzer Joseph Simon über „Die Be. russdildung des Kaufmanns." Er führte aus, daß durch den mächtigen Aufschwung im Handelsgewerbe und den gewaltigen Fortschritt auf allen Gebieten Vie Anforderungen an den Kaufmann beständig gewachsen seien und eine tüchtige und vielseitige Bor- und Ausbildung unbedingt erforderlich sei. Der Redner behandelte alsdann in anregenden Ausführungen die Fragen, welchen Bildungsgrad die Träger der einzelnen Kausmanns-Kaiegorien besitzen sollen, und ferner, wie und in welchen Bildungs - Anstalten sie ihn sich zu eigen wachen können. D-s Ergebnis seines Vortrages faßte er in die Worte zusammen: „Der Kaufmann zeige sich als charakterfeste, selbständige Persönlichkeit, zeige das Gelernte und zeige sich alS ein Mann der Tat."
* Efchwege, 5. Febr. 1911. Zum Rektor ber Bürgermädchenschule ist nunmehr berMittel-
Die weiße Lilie mr GMee.
6] Roman von Erich Friesen.
3.
Kehren wir zu unserer Helbin, ber „weißen Lilie vom Gardasee^, zurück!
Bemardo Baletti hat sein Amt als Stallmeister bei Lord Douglas di Romano angetteten. Und nicht nur seine beid« Kinder, sondem auch Frau Jngeborg sind mit ihm gezogen.
Warum sollte sie auch nicht? Das Phantom, daS sie für ein« Ang«blick schreckte — damals, als Ba- leiti ihr mitteille. daß sie nach Riva übersiedeln würden — ist eS nicht eben nur ein Phantom? Unb sie, bie energische Frau, die so ost dem Unglück mutig tnS rütffVeden?11* ~ ^oIIte dor diesem Phantom zu- k-VV' sie ihr heißes Herz damals, vor .s Manzig Jahr«, zur Ruhe gezwungen, wie sie i.nTfnut Einer Eisschicht umgeben, damit eS kalt und da? p?? gleichgültig erscheine — so wird sie mich derVnu ■^ei™.crtraSen- Nur hüten will sie ihr mit die »'n
d-n rauZ« ÄrÄS 9 M sic keine m\?nf>’e^ri0en Carlino, hat
mutig, leichtlebiq. obn?,?^ $atcr «-artet - gut- rem, während Lilla^ äußerttck^m?^ f« die vornehme Zu^ckhÄtung d?
Zuerst befürchtete Frau Wehn™ werde mit den Leistungen sein« ^ou«Ia!
nicht zufrieden sein. Doch bald tnerft £““baü b2 Schloßherr ihn ersichtlich protegiert, daß er iooar nft ein Auzr zudrückt, wenn BaleM wieder ttnma w kein» alle Gewohnheit des Trink«? verfällt. felnt
klein. Landweizen mußte bei starkem Angebot im Preise etwas nachgeb«, da die Mühlen nur wenig Kauflust zeigten. Fremd« Weizen waren ebenfalls eine Kleinigkeit billiger offeriert Die Mainschiffahrt ist wieder in vollem Gange und dürfte auch dadurch tn den nächsten Zagen genügend Ware herbeikommen. Bon Argentinien find die Srntebenchte fortgesetzt gut und ebenfalls gegen die Vorwoche in ihren Notierungen billiger. Roggen war ruhig trotz guter Nachfrage nach effektivem Aoggenmehl. Die Mühlen haben sich allem Anschein nach etwas vorgesehen. Gerste li.gt sehr fest. Ebenso Hafer, der bei guter Kauflust weiter beledigt war. Feine Qualitäten wurden erheblich über Not bezahlt. Mais bei grnügend-m Angebot eher etwa, flauer. Mehl von den Mühten nicht billiger erhältlich, da die Weizmpreise nicht in Einklang zu b« Siebt« preisen zu bringen sind. FutterarNkel stetig. Weizen- chaten und Weiienkteie etwas matter. Es notterien e nach Qualität unb Hertunft: Wetzen, hiesiger unb Wetterauer 20.25 -20 40 Mk., auf dem Lande abgeholt 19.50 19.75 Mk., kurheffischer 20 30-20.40 Mk. norddeutscher 00.00—00.00 Mk., russischer Nicotaieff 2175—22.25 M., Saxonska 21.50—22.00 M., Ulfa 21.75-22.75 Mk., Taganrog 21.75-22.50 Mk., La Plata 22.25—22.75 Pik., rumän. 22.00—22.50 Mark, Walla Wall» 00.00-00.00 M. — Roggen, hiesiger, 16.00 bis 16.10 Mk., aus dem Lande abgehott 15J2r>—-15.50 Mk., Pfälzer 16 00-16.25 M. russischer 16.75-17.00 M. rumänischer 1675—1700 Mk. — Gerste htef. 19.00 bis 19.25 Mark., Pfälzer 18.50-19.25 Mk, fränkische 18.50-19.00Mk..Riedgerile 19 00-19.25 Mk., ungarische 21.00—23.00 Mk., gutteraerfte 13.00—13.25 Mk.— Hafer, neuer, hiesiger u. Wetterauer 16.25—17.25 Mk., kurhess. 16.25-17.50 Mk., bayer. 16.25—17.50 ML, La Plata 17.00—17.50 Mark, russischer 16.75—18.00, Mark. - Mais (Mixed) 13.90-14.10 Mark, Donau« mais 14.25—14.50 Mark, La Plata 14.2o—14.^>0 Mark,, Odessa 14.50—14.75 M., Ernquantine 16.50—17.00 Mt. — Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Medl: ruhig. — Es notier« nach Qualität: Wei»«mehl hiesiges, Nr. 0 30.50—31.00 Mt-, suod.
Mk, hiesiges Nr.l 28.50 -29.00 M süddeutsches Nr. 1 28.50 -29.00 M., hiesiges Nr. 3 25.50 - 26.00 i>L, süddeutsches Nr. 3 25.50—26.00 M, bieffaeg Nr. 4 21.50-2 .00 M, süddeutsches Nr. 4 21.50 - 22.00 M. — Roggenmehl, hiesiges,Sir. 0 23.o0 bis 23.75 M, do. Nr. 01 22.50—22.75 M., do. Nr 1 2150—21.75 5DL Alles per 100 Kilo mkluuve Sack loko hier. Futterartikel: stetig. — Weizenschalen 10.2a bis 10.50 M, Weizenkleie 9.75-10.00 M, iKoggenllcie 9.75—10,00 M., Weizen-Futtermehl 12.7a-00.«» M , Biertreber, getrocknet, 12.25—12.50 M., Malz-eune 11 95-M.00M, Rapskuchen 12.25-12.50 M, Palm, kuchen 12.10-12.30 M. Alles per 100 Kilo netto erfeL uv loko hier bei Abnahme von 10000 Kilo.
Ein wertvolles Stärknnqsmittel
ist ScoUS Emulsion unzweiselhast; wer dies einmal an sich selbst ober an seinen Kmbern erfahren hat, wirb immer reichet darnach greifen, roenn er zur Unierstützung ber Ernährung eines Kräftigungsmittels bedarf.
«beifeto. Baust ab- 74, 26 Ott.
^BeraelaM durch einen überaus günfthen Erlo a b i t n« wend, ng von Scott» ttmalfton bet einem meiner Kinder vor mehreren Jahre», entfout ich mich, aued bei ne in nt letzt S jä'r. rsqtcrchen Sstt meine gust tdt zu diesem b währten K ci,tt,-.u -as« mittd jk nehmen. Da» Kind roodte nicht red t t>»ra" a.6 ->t. Während einig r Zeit hat e» t un ®cctt< Emu.sto > icgcT/d ij etneenomnien uno wurde dadurch sichtbar ;rä- ig'r ■• «»> an Sewlcht hat Elli entsprechend »u-enomn en. Jett tarnt dies i ttr der i ästige Wirkung «'N Scoit llimndwn t » , schreiben unb > ist bestehen, daß ich nod feite t. em Präparat stefehe' habe, dae den Kindern fo gut bekommt, wie Scotts Emulsion, urd von chuen io gern genont ren wird."
tgei.) Seiet Si eurer. Die leichte Verdaulichkeit und der
Unb als er gar Carlino als „Jockey" anstellt — da fdjütidi bi« lebenSkluge Frau dm Kopf. Sie abnt daß etwas anderes dahintersieckt. '
In maserns nacy rrrasim grito„vii. =»«»«. <-<. p,-->» leibst Am Ende des Park», außer« Art solcher „Äaeallere", sein belvegteS Leb« mit gar»
Märkte.
• Frankfurter Getreidemarktbericht vom 6. Febr. Am heutigen Montags-Markt war das Geschält sehr ter Diskretion zu verhüllen und sich wenig Kopfschmerzen darüber zu machen, ob andere unter feinen Launen und Neigungen leib« ober nicht.
Lord Douglas di Romano vereinigte eb« in seiner Person dm Hochmut und die Unverftormheit des Engländers mit der Genußsucht unb deS leicht« Sinn des Italieners — beides Erbteile seines englischm Vaters und der italimischm Mutter.
Nur die Erinnerung an ein schwarzes Augenpaar, an einem kleinen tieftoten Mund erweckt in ihm etwas wie Gewissensbisse, dte er jedoch nach Kräften zu ban- nm sucht.
Lord Arthur DouglaS und Gewiffmsbiffe — pah, lächerlich!
«uerst glaubte er, die liebliche „weiße Lllie vom Gardasee" werde für ihn eine leichte Eroberung be- dmten. Doch bald steht er, daß -r sich darin geirrt, und als welterfahrmec Mann beschließt er, ruhig seine Zett abzuwarten.
Wie absichtslos promeniert er hie unb ba einmal an dm Nachmittagen an dem Häuschen seines Stallmeisters vorbei, wo die beiden Damen um diese Stunde zumesst auf der Terrasse sitzen.
Zuerst nur ein höfliches Hutziehen, das durch kühles Kopfilickm der Mutter, durch leichtes Errötm vonseiten der Tochter, erwidert wird.
Dann ein leutselig-herablassmdeS Wort — nur so bingeworfm beim Vorbeigehen.
Schließlich ein Stehenbleiben unb eine kurze Unterhaltung, wobei er e? bie Damen in kluger Berechnung fühlm läßt, welch gesellschaftlicher Abgrunb zwt- schm ihnm und ihm gähnt.
Unb wenn ihm einmal der Zufall günstig ist unb er sieht Sllia allem auf ber Terrasse — so beeilt er sich mit gedämpfter Stimme, vertraulich ein paar schmeichelhafte Redensarten hinaufzumfm, die das schüchterne Mädchen stets veranlassen, sich sch« zu- rückzuztehm. Oder er wirft wie tu einer Art von impulsiver Laune eine vallerblühte Rose auf die —erraffe, die er feinem Knopfloch entnahm.
Dabei starren seine schillernden Augen das errötende Mädch« dreist, gebieterisch, lockmd an.
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